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2-
der
Naturwissensehaftliehen Gesellschaft
in Dresden.
Herausgegeben
von dem Redactions-Comite.
Jahrgang 1901.
Mit 1 Karte, 3 Tafeln und 3 Abbildungen im Text.
Dresden.
In Commission der K. Sachs. Hofbuchhandlung H. Burdach.
1902.
Inhalt des Jahrganges 1901.
Friedrich Easpe f S. V.
Verzeichniss der Mitglieder S. VII.
A. Sitzungshericlite.
I. Section für Zoologie S. 3 und 17. — Heller, K. : Ausgestorbene madagassische Eiesenstrausse S. 4. — Nitsche, H.: Stimmapparat der Cicaden S. 3; Beobachtungen über tropische Ameisen, zoologische Eeiseeindrücke in Südungarn, Vorlage eines Kranich- kopfes S. 4; zoologische Seiten der Malaria- Frage S. 17 ; neue Litteratur S. 3 und 17. — Eeibisch, Th.: Demonstration von Missbildungen S. 17, mit Bemerkungen von H. Nits che. — Eibbe, K. : Künstliche Erzeugung von Schmetterlingsvarietäten S. 3. — Eichter, A.: Vorlage eines Elephantenstosszahnes S. 4. — Schiller, K.: Grattungs- kennzeichen der in Sachsen vorkommenden Hydrachniden S. 4; Vorlage von Acridium tartaricum^ neue Litteratur S. 3. — Viehmeyer, H.: Wie finden die Ameisen den Weg zu ihrem Neste zurück? S. 3.
II. Section für Botanik S. 4 und 17. — Beck, E.; Einige Parasiten von forstlicher Bedeutung S. 5; .... und Nitsche, H.: Bekämpfung des Schüttepilzes S. 5. — Drude, O.: Holzzu^vachs beim Lärchenkrebs S. 5; Jubiläum der K. K. Zoologisch- botanischen Gesellschaft in Wien, Gründung einer internationalen Botaniker -Vereinigung, Kuntze’s Eingabe betreffend einen Staatszuschuss zu Eugler’s „Pflanzenreich“, syste- matische Morphologie der Gattungen Abies^ Picea ^ Larix und Linus S. 6; einige physiologische Culturversuche S. 17; Aussaat -Ergebnisse von Samen einer gelben Eeineclaudensorte , Anstrichmittel gegen Hasenfrass, Topographie der Ehön, über Euphrasia minima Jacqu., Hügelflora der Basalte des Lausitzer Hügellandes S. 18; Vorlage eines Pm-ws -Zweiges S. 4; neue Litteratur S. 5 und 18; .... und Nitsche, H.: Neuere Anschauungen auf dem Gebiete der Descendenztheorie S. 5. — Fritzsche, F.: Neue Funde des Elbhügellandes S. 18. — Missbach, E. : Bestände von Rhododendron myrtifolnmi in Siebenbürgen S. 19. — Naumann, A.: Wand- tafeln für den botanischen Unterricht, botanische Ergebnisse seiner Eeise nach Siebenbürgen S. 19. — Nitsche, H.: Leuchten der Hallimasch -Mycelien S. 5. — Schneider, ü.: Vorlage und Besprechung einer Sammlung von Skorpionen S. 19. — Schorle r, B.: Bryogeographische Forschungen von A. GeheebS. 18. — Thümer,A.: Demonstration eines Mikroskops S. 5; Flora der Commons S. 19.— Wobst, K.: Neue Funde ausserhalb Sachsens S. 19. — Worgitzky, G.: Leber Blüthengeheimnisse S. 19, mit Bemerkungen von O. Drude.
III. Section für Mineralogie und Geologie S. 6 und 20. — Bergt, W. : Lausitzer Diabas mit Kantengeröllen , Erzlagerstätten und Erzgänge bei Freiberg S. 7 ; über Kugelgranite S. 20; neue Litteratur S. 7 und 20. — Döring, H.: Strudellöcher im Elbbett, geschrammte Geschiebe von Zschertnitz S.7. — Engelhardt, H.: Geologische Beschaffenheit und Erforschung Bosniens S. 6. — Kalkowsky, E.: Schlammvulkan von Modena, Flysch in Ligurien, eruptiver Gneiss des Erzgebirges, Erkennung künstlich gebleichter Granite S. 20; Vorlagen S. 6; neue Litteratur S. 6, 7 und 20. — Kruft, L.: Phosphoritknollen im vogtländischen Silur und ihre organischen Ein- schlüsse S. 20. — Nessig, E.: Neue Bohrung in der Dresdner Haide S. 6. — Petrascheck, W.; Ammoniten der sächsischen Kreide S. 7. — Wagner, P.: Das Centralplateau in Frankreich S. 6.
IV. Section für prähistorische Forschungen S. 7 und 20. — Deichmüller, J.: Hügel- gräber nördlich von Bucha in Sachsen S. 7; neue Urnenfunde in Blasewitz S. 8; Inven- tarisirang der urgeschichtlichen Alterthümer des Königreichs Sachsen S. 20; neue
IV
Litteratur S. 8. — Deichmüller, J., Döring, H. und Ludwig, H.: Vorlage und Besprechung neuer Funde von Steingeräthen , Urnen , Bronzen u. s. w. aus Sachsen S. 7, 8, 20 und 21. — Döring, H.: Burgwälle von Schliehen und Cosilenzien S. 7. — Engelhardt, H.: Bunensteine von Bornholm S. 7. — Jentsch, A.: Slavisches Grefäss mit Leichenhrand S. 20. — Wiechel, H.; Die ältesten Wege in Sachsen S.8. — Excursion nach der Göhrischschanze bei Diesbar S. 8.
V. Section für Physik und Chemie S. 8 und 21. — Kühler, W.; Die gebräuchlichen Methoden der drahtlosen Telegraphie S. 21. — Schlossmann, A. : Bedeutung des Phosphors in der belebten Natur S. 8. — Walther, R. von: Beductionen mit Hülfe von Metallen, die Aluminothermie S. 8. — Excursion nach der Nährmittelfahrik von Dr. Klopfer in Leubnitz -Neuostra S. 9.
YI. Section für Mathematik S. 9 und 21. — Heger, B.: Ueher Parabel und Ellipse S. 9; über einen Satz der Determinanten - Theorie S. 24. — Henke, B.: Die Be- ziehungen des Dreiecks zum Kreise im geometrischen Unterricht S. 23. — Krause, M.: Charles Hermite S. 9. — Naetsch, E.; Ueher ein in der Vector- Analysis auftretendes System partieller Differentialgleichungen I. Ordnung S. 10. — Bohn, K.; Die 8 Schnittpunkte dreier Flächen II. Grades S. 22. — Weinmeister, Ph.: Schmiegungs- parabeln der Ellipse S. 9; Ankreis -Mittelpunkte der Dreiecke mit gleichem Um- und Inkreis S. 10; die Strophoide (Quetelet’sche Fokale) in synthetischer Behandlung S. 21.
YIT. Hauptversammlimgen S. 10 und 24. — Beschluss über Beginn der Sitzungen S. 11. — Beamte im Jahre 1902 S. 29. — Wahl eines Mitgliedes des Verwaltungsrathes S. 11. — Kassenabschluss für 1900 S. 10, 11 und 13. — Voranschlag für 1901 S. 10. — Frei- willige Beiträge zur Kasse S.28. — Veränderungen im Mitgliederbestände S. 12. und 27. — Bericht des Bibliothekars S. 31. — Dr. Fr. Baspe f S. 11. — Drude, 0.: Die Ent- wickelung der „Technischen Botanik“ bis 1900 S. 24. — Engelhardt, H.: Vorlage von Pflanzen aus Californien S. 10. — Foerster, Fr.: Ueher elektrische Oefen S. 10; Demonstrationen S. 11. — Hempel, W.: Vorkommen des Schwefels in der Natur S. 11. — Nitsche, H. : Das Benthier als Jagd- und Hausthier der Polarvölker S. 26. — Schiller, K.: Vorlage von Apus productus S. 11, von Polyporus giganteus S. 26. — Schlossmann, A. ; Die biologischen Anschauungen des i 9. Jahrhunderts S. 26. — Wolf, C.: Infectionskrankheiten und die Art der Uehertragung derselben auf den menschlichen Körper S. 11. — Excursion nach Waldheim S. 11, nach dem K. Fernheiz- und Elektricitätswerk in Dresden S. 12, nach dem Albertpark in Dresden S. 26.
B. Abhandlungen.
Deichmüller, J. : Ein verziertes Steinheil aus Sachsen. Mit 1 Abbildung. S. 16. Frenzei, A,: Ueber ein Steinbeil von Halsbach. Mit 2 Abbildungen. S. 111. Kalkowsky, E.: Die Verkieselung der Gesteine in der nördlichen Kalahari. Mit 3 Tafeln. S. 55.
Krause, M.: Charles Hermite. S. 3.
Nessig, B.: Tiefbohrung in der Dresdner Haide. S. 14.
Petrascheck, W.: Ueber eine Discordanz zwischen Kreide und Tertiär bei Dresden, S. 108. Wiechel, H.: Die ältesten Wege in Sachsen. Mit 1 Karte. S. 18.
Die Axitoren sind allein verantwortlich für den Inhalt ihrer
Abhandlungen,
Die Autoren erhalten von den Abhandlungen 50, von den Sitzungsberichten auf besonderen Wunsch 25 Sonder - Abzüge gratis, eine grössere Anzahl gegen Erstattung
der Herstellungskosten.
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Dr. Friedrich Raspe.
Am 7. April 1901 verschied in Dresden der Chemiker Dr. Friedrich Raspe, wirkliches Mitglied unserer Gesellschaft seit 1880.
Friedrich Raspe wurde am 15. März 1836 in Rostock geboren, wo sein Vater als Professor der Rechte an der Universität wirkte. Nach dem Besuch des Gymnasiums seiner Vaterstadt und nach dem Abschluss seiner Lehrzeit als Apotheker in Hamburg war er mehrere Jahre als Apotheker- gehülfe in Chemnitz und Gotha thätig und studirte dann in Rostock, wo er 1862 den Doctorgrad erlangte. 1863 associirte er sich mit dem Apo- theker Minder in Moskau, um eine von diesem geplante, mit der Apo- theke verbundene Mineralwasserfabrik einzurichten. Durch unermüdliche Thätigkeit und peinlichste Sorgfalt bei der Herstellung der künstlichen Mineralwässer der verschiedensten Art brachte er diese Fabrik schnell zu grosser Blüthe. 1866 verheirathete er sich mit Marie Feuereisen und lebte mit ihr bis zu seinem Tode in glücklichster, durch sieben Kinder gesegneter Ehe. Die anstrengende Thätigkeit und das für ihn ungünstige Klima von Moskau erschütterten seine Gesundheit leider derart, dass er sich genöthigt sah, 1877 seinen Wirkungskreis aufzugeben; seitdem lebte er mit seiner Familie in Dresden in leidlich wiederhergestellter Gesundheit.
Die unfreiwillige Muse, zu der der energische und an rastloses Schaffen gewöhnte Mann schon mit 41 Jahren gezwungen war, füllte er mit praktischen Arbeiten, z. B. mit der Herstellung von Obstweinen, vor allem aber mit chemischen Untersuchungen und litterarischen Arbeiten aus dem Gebiete seiner früheren Thätigkeit aus. 1885 erschien bei Wilhelm Baensch in Dresden sein hervorragendes Werk ,, Heilquellen- Analysen für normale Verhältnisse und zur Mineralwasserfahrikation be- rechnet auf 10000 Theile“, in welchem alte und neue Analysen der Heil- quellen fast aller Badeorte der Erde kritisch gesichtet und zum Zwecke der bequemeren Handhabung für den Fabrikanten nach einheitlichen Ge- sichtspunkten umgerechnet sind. Die hier mit ganz ungewöhnlicher Sorg- falt und ausserordentlicher Gewissenhaftigkeit aufgestellten Tabellen bilden eine wesentliche Besonderheit der kurz vor Raspe’s Hinscheiden erschienenen vierten Auflage von L. von Bertenson’s „Heilwässer, See- und Schlamm- bäder in Russland und im Auslande“. In der Vorrede zu diesem Werke gedenkt der Verfasser mit besonderer Dankbarkeit der mühevollen und selbstlosen Hülfe, die ihm Raspe’s bis in die neueste Zeit fortgesetzten Untersuchungen gewährt haben. Das Material für den grössten Theil einer
*
neuen vermehrten und umgearbeiteten Auflage seines umfangreichen Werkes über die HeiL^aellen- Analysen hat Fr. Raspe hinterlassen. Zahlreiche kleinere Abhandlungen aus seiner Feder finden sich in verschiedenen Fach- zeitschriften, im Archiv für Hygiene eine Arbeit über ,, Frauenmilch und künstliche Ernährung der Säuglinge“, auf Grund eigener Untersuchungen der Milch verschiedener Frauen von der ersten Woche bis zum vollendeten ersten Lebensjahre des Säuglings; in den achtziger Jahren in der Zeit- schrift für Mineralwasserfabrikation eine Reihe von Aufsätzen, in denen er das Verfahren der Fabrikation wesentlich aufklärte und sich energisch gegen die Kunstbrunnenwässer ä la Appollinaris aussprach; in der Zeit- schrift für die gesammte Kohlensäure -Industrie noch 1896 eine Abhand- lung über „Die Angabe der Mineralwasser- Analysen in Form von Ionen“.
Im Jahre 1880 trat der Verewigte als wirkliches Mitglied in unsere Gesellschaft ein und nahm mit regem Interesse bis kurz vor seinem Tode an den Sitzungen derselben Theil, selbst durch zahlreiche kleinere Mit- theilungen, Vorlagen und einzelne grössere Vorträge, u. a. über den Ein- fluss der Wasserleitung und der Canalisation auf die Infection und die Desinfection des Bodens, über Untersuchungen der Frauenmilch, über einen alten Begräbnissplatz bei Moskau, zur Belebung der wissenschaftlichen Ver- handlungen nicht unwesentlich beitragend. In den Jahren 1883 — 1885 gehörte er dem Vorstande der Sectionen für Zoologie und für vorgeschicht- liche Forschungen an, Anfang 1888 berief ihn das Vertrauen unserer Mit- glieder in den Verwaltungsrath der Gesellschaft, dem er bis zu seinem Tode angehörte und als dessen Vorsitzender er in den Jahren 1891 — 1897 die vermögensrechtlichen Angelegenheiten der Isis mit grosser Hingebung leitete.
Asthmatische Leiden, zu denen er den Grund schon früher gelegt hatte, quälten ihn seit einigen Jahren derart, dass er trotz energischen Kampfes seiner Willenskraft gegen die Leiden seines Körpers allmählich jede ernstliche Arbeit einstellen und auch den Sitzungen unserer Gesell- schaft oftmals fernbleiben musste. Am 7. April 1901 verschied er nach kurzer Krankheit an Herzlähmung, betrauert von Allen, die ihm im Leben nahe gestanden und seinen scharfen Verstand, seine Willenskraft und die unbedingte Rechtlichkeit seines Charakters kennen gelernt hatten. Unsere Gesellschaft wird dem Verewigten in dankbarer Anerkennung seiner Ver- dienste ein dauerndes Andenken bewahren.
Verzeiclmiss der Mitglieder
der
Naturwissenschaftlichen Gesellschaft
ISIS
in Dresden
im Juni 1901.
Berichtigungen bittet man an den Secretär der Gesellschaft, d. Z. Prof. Dr. J. Y. Deichmiiiler in Dresden, K. Mineral. - geologisches Museum im
Zwinger, zu richten.
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•1
L Wirkliche Mitglieder.
A. in Dresden, jaurder
Aufnahme.
1. Alvenslelbeii, Ludw. Osc. von, Landschaftsmaler, Kaitzerstr. 7 1895
2. Baensclij Wilh., Yerlagsbuchhandlung und Buchdruckerei, Waisenhausstr. 34 1898
3. Barth, Gurt, Dr. phil, Chemiker an der städtischen G-asanstalt, Königshriicker-
strasse 97 .... 1899
4. Baumeyer, Gr. Hermann, Privatus, Holbeinstr. 38 1852
5. Beck, P. Heinr., Bezirksschullehrer, Lortzingstr. 15 1896
6. Beckel, Eduard, em. Lehrer, Schandauerstr. 33 1900
7. Becker, Herrn., Dr. med., Pragerstr, 46 1897
8. Beiger, Grottl. Bud., Bürgerschullehrer, Wittenbergerstr. 67 ...... . 1893
9. Berger, Carl, Dr. med., Struvestr. 14 1898
10. Bernkopf, G-eorg, Bildhauer, Wittenbergerstr. 43 1900
11. Besser, C. Ernst, Professor a. D., , Löbtauerstr. 24 1863
12. Beyer, Th. Washington, Maschinenfabrikant, Grossenhainerstr. 19 1871
13. BeytMen, Adolf, Dr. phiL, Director des ehern. Untersuchungsamtes der Stadt
Dresden, Lothringerstr. 2 1900
14. Biedermann, Paul, Dr. phil., Professor an der K. Thierärztlichen Hochschule
und Oberlehrer an der Annenschule, Eabenerstr. 7 1898
15. Bley, W. Carl, Apothekenverwalter am Stadtkrankenhause, Friedrichstr. 39 . 1862
16. Bock, G. Max., Dr. phil , Fabrikbesitzer, Beethovenstr. 3 1900
17. Böttger, Adolf, Realschuloberlehrer, Zölliierstr. 19 . 1897
18. Bose, 0. Mor. von, Dr. phil., Chemiker, Leipzigerstr. 11 1868
19. Botke, F. Alb., Dr. phil, Professor, Conrector an der Dreikönigschule, Tieck-
strasse 9 1859
20. Ca ’herla, Gust. Mor., Privatus, Bürgerwiese 8 . 1846
21. Ca .berla, Heinr., Privatus, Bürgerwiese 8 . . . 1897
22. Crnsius, Georg, Dr. phil., Privatus, Lindengasse 24 1888
23. Cüppers, Friedr., Kaufmann, Comeniusstr. 43 1896
24. Belchmüller, Joh. Vict., Dr. phil., Professor, Custos des K. Mineral.-geolog.
Museums nebst der Prähistor. Sammlung, Fürstenstr. 64 1874
25. Bensf, Paul, Dr., Ingenieur, Reichenbachstr. 13 1901
26. Dörng, Herrn., Bezirksschuloberlehrer, Reissigerstr. 19 1885
27. Boering, Carl, Bezirksschullehrer, an der Ziegelscheune 22. 1899
28. Br j 9, Osc., Dr. phil., Geh. Hofrath, Professor an der K. Technischen Hochschule
und Director des K. Botanischen Gartens, Stübel- Allee 2 1879
29. Ebertj Gust. Rob., Dr. phil., Professor a. D., Gr. Plauenschestr. 15 ... . 1863
30. Ebert, Otto, Lehrer an der Taubstummenanstalt, Löbtauerstr. 9 1885
31. Elinert, Osc. Max, Yermessungsingenieur, Zinzendorfstr. 50 1893
32. Engelhardt, Bas. von, Dr. phil, Kais. Russ. Staatsrath, Astronom, Liebig-
strasse 1 ..... • 1884
33. Engelhardt, Herrn., Professor an der Dreikönigschule, Bautznerstr. 34 . . . 1865
34. Fischer, Hugo Rob., Professor an der K. Technischen Hochschule, Schnorr-
strasse 57 . 1879
35. Flachs, Rieh., Dr. med., Pragerstr. 21 1897
36. Foerster, J. S. Friedr., Dr. phil, Professor an der K. Technischen Hochschule,
Werderstr. 23 ... 1895
37. Freude, Aug. Bruno, Bürgerschullehrer, Peterstr. 40 1889
38. Freyer, Carl, Bürgerschullehrer, Tittmannstr. 25 1896
X
Jahr der Aufnahme.
39. Friedricli, Edm., Dr. med., Sanitätsratli, Lindengasse 20 1865
40. Frölicli, Gust., K. HofarcMtect und Hofbauinspector, Ludwig Richterstr. 9 . 1888
41. Galewskjj Eug. Eman., Dr. med., Waisenhausstr. 8 1899
42. Gebliardt, Mart., Dr. pMl., Oberlehrer am Vitztlium’schen Gymnasium, Winckel-
mannstr. 47 1894
43. Geinitz, 0. Leop., Büreau- Assistent an den K. Sächs. Staatsbahnen, Lindenau-
strasse 10 1886
44. Giseke, Carl, Privatus, Franklinstr. 9 , 1893
45. Grayelius, Harry, Dr. phil., Astronom, Professor an der K. Technischen
Hochschule, Reissigerstr. 13 1897
46. Grosse, C. Joh., Dr. med., Kyffhäuserstr. 20 1895
47. Grub, Carl, Stabsapotheker a. D., Hassestr. 6 1890
48. Grübler, Mart., Kais. Russ. Staatsrath, Professor an der K. Technischen Hoch- schule, Sedanstr. 18 1900
49. Grimdler, Joh., Dr. med., Comeniusstr, 31 1897
50. Gübiie, Herrn Beruh., Dr. phil., Oberlehrer an der Dreikönigschule, Jägerstr. 28 1896
51. Günther, Rud. Biederm., Dr. med.. Geh. Rath, Präsident des K. Landes-
medicinal- Collegiums, Eliasstr. 22 1873
52. Guthmann, Louis, Fabrikbesitzer, Pragerstr. 34 1884
53. Hänel, F. Paul, Chemiker, Hertelstr. 29 1899
54. Hallwachs, Wilh., Dr. phil., Professor an der K. Technischen Hochschule,
Münchnerstr. 2 1893
55. Hartmann, Alb., Ingenieur, Reichenbachstr. 11 1896
56. Hefelmann, Rud., Dr. phil., Chemiker, Schreibergasse 6 1884
57. Heger, Gust. Rieh., Dr. phil., Professor an der K. Technischen Hochschule und
am 'Wettiner Gymnasium, Winckelmannstr. 37 1868
58. Heinrich, Carl, Buchdruckereibesitzer, Nieritzstr. 14 1898
59. Heller, Carl, Dr. phil., Custos des K. Zoolog, und Anthrop.-ethnogr. Museums,
Franklinstr. 22 • 1900
60. Helm, Georg Ferd., Dr. phil., Professor an der K. Technischen Hochschule,
Lindenaustr. 1 a 1874
61. Hempel, Waith. Matthias, Dr. phil.. Geh. Hofrath, Professor an der K. Tech-
nischen Hochschule, Zelleschestr. 44 1874
62. Henke, C. Rieh., Dr. phil., Professor, Conrector an der Annenschule, Lindenau-
strasse 9 1898
63. Hertwig, Theod., Bergdirector a. D., Holbeinstr. 26 1888
64. Hirt, F. Rob., Stadtrath a. D., Fabrikbesitzer, Bürgerwiese 1 1886
65. Hofmann, Alex. Emil, Dr. phil.. Geh. Hofrath, Goethestr. 5 1866
66. Hoyer, C. Ernst, Dr. phil., Oberlehrer an der I. Realschule, Schubertstr. 29 1897
67. Hübner, Georg, Dr. phil., Apotheker, Am Markt 3 und 4 1888
68. Jabr, J. Rieh., Photochemiker, Schubertstr. 15 1899
69. Jenke, Andreas, Bezirksschullehrer, Circusstr. 10 1891
70. Jentscli, Joh. Aug., Bezirksschullehrer, Eisenbergerstr. 13 1885
71. Jühling, Frz., Streichinstrum.- und Saitenfabrikant, Stephanienstr. 43 . . . 1900
72. IMe, Carl Herrn., Professor am K. Gymnasium zu Neustadt, Kamenzerstr. 9 1894
73. Kämnitz, Max, Chemiker, Bautznerstr. 79 1894
74. Käseberg, Mor. Rieh., Dr. phil., Institutslehrer, Kl. Plauenschestr. 29 . . . 1886
75. Kalkowsky, Ernst, Dr. phil., Professor an der K. Technischen Hochschule
und Director des K. Miner.-geolog. Museums nebst der Prähistor. Sammlung, Franklinstr. 32 1894
76. Kayser, Agnes, Sanitätsraths -Wittwe, Terrassenufer 3 1883
77. Kelling, Ein. Georg, Dr. med., Christianstr. 30 1899
78. Klälir, Max., Realscliullehrer, Bergmannstr. 18 1899
79. Klein, Herrn., Dr. phil, Professor a. D., Grosse Plauenschestr. 15 .... 1863
80. Klette, Alphons, Privatus, Residenzstr. 18 1883
81. König, Clem., Professor am K. Gymnasium zu Neustadt, Katharinenstr. 16. 1890
82. Kopeke, Clauss, Geh. Rath, Strehlenerstr. 25 1877
83. Kranse, Mart., I)r. phil. Geh. Hofrath, Professor an der K. Technischen Hoch-
schule, Kaitzerstr. 12 1888
84. Krone, Herrn., Professor an der K. Technischen Hochschule, Josephinenstr. 2 1852
85. Kühnseberf, Emil, Fabrikbesitzer, Gr. Plauenschestr. 20 1866
86. Knntze, F. Alb. Arth., Bankier, an der Kreuzkirche 1 1880
87. Ledebnr, Hans Em. Freiherr von, Friedensrichter, Uhlandstr. 6 . ... 1885
88. Ledien, Franz, Garten-Inspector am K. Botanischen Garten, Stübel- Allee 2 1889
XI
JaJir der Aufnahme.
89. Lehmann, F. Georg’, K. Hofbuchhändler, Albrechtstr. 22 1898
90. Leuner, F. Osc., Ingenieur, Lannerstr. 3 1885
91. Lewicki, J. Leonidas, Geh. Hofrath, Professor an der K. Technischen Hoch-
schule, Zelleschestr. 29 1875
92. Lohmann, Hans, Dr. phil., Oberlehrer an der Annenschule, Falkenstr. 7 . 1896
93. Lohrmann, Ernst, Dr. phil., Oberlehrer an der II. Realschule, Struvestr. 34 1892
94. Lottermoser, C. A. Alfred, Dr. phil., Assistent an der K. Technischen Hoch-
schule, Zelleschestr. 31 1898
95. Ludwig, J. Herrn., Bezirksschullehrer, Wintergartenstr. 58 1897
96. Mann, Max Georg, Dr. med., Ostra- Allee 7 1900
97. Meier, E. F. Gust., Gymnasiallehrer, Gr. Plauenschestr. 17/19 1900
98. Meinert, Eug., Dr. jur., Moltkeplatz 3 1895
99. Meissner, Herrn. Linus, Bürgerschullehrer, Löbtauerstr. 24 1872
100. Menzel, Paul, Dr. med., Mathildenstr. 46 1894
101. Meyer, Ad. Beruh., Dr. med.. Geh. Hofrath, Director des K. Zoolog, und
Anthrop.-ethnogr. Museums, Wienerstr. 43 1875
102. Meyer, Ernst von, Dr. phil.. Geh. Hofrath, Professor an der K. Technischen
Hochschule, Lessingstr. 6 1894
103. Modes, Herrn., Ingenieur, Antonstr. 18 1887
104. Möhlau, Rieh., Dr. phil., Professor an der K. Technischen Hochschule,
Semperstr. 4 1895
105. Mollier, Rob. Rieh., Dr. phil., Professor an der K. Technischen Hochschule,
Uhlandstr. 40 1897
106. Morgenstern, Osc. Wold., Oberlehrer an der Annenschule, Chemnitzerstr. 21 1891
107. Mühlfriedel, Rieh., Bezirksschuloberlehrer, Ludwigstr. 1 1898
108. Müller, C. Alb., Dr. phil., Oberlehrer an der öffentlichen Handelslehranstalt,
Albrechtstr. 35 1888
109. Müller, Herrn. Otto, Forstassessor, Circusstr. 6 1896
HO. Müller, Max Erich, Dr. phil, Chemiker, Wasastr. 15 1898
111. /Naumann, 0. Arno, Dr. phil., Assistent am K. Botanischen Garten und Lehrer
an der Gartenbauschule, Nicolaistr. 19 1889
112. Nessig, Rob., Dr. phil., Oberlehrer an der Dreikönigschule, Lutherplatz 9 . 1893
113. Niedner, Ohr. Franz, Dr. med., Obermedicinalrath, Stadtbezirksarzt, Winckel-
mannstrasse 33 1873
114. T^owotny, Franz, Oberfinanzrath a. D., Chemnitzerstr. 27 1870
115. Pattenkausen , Beruh., Professor an der K. Technischen Hochschule und
Director des K. Mathem.-physikaL Salons, Eisenstuckstr. 43 1893
116. Paulack, Theod., Apotheker, Paul Gerhardtstr. 4 1898
117. Pestei, Rieh. Martin, Mechaniker und Optiker, Hauptstr. 1 und 3 . . . . 1899
118. Peuckert, F. Adolf, Institutslehrer, Seilergasse 2 1873
119. Pfitzner, Paul, Dr. phil., Gymnasiallehrer, Fürstenstr. 3 1901
120. Pötschke, Jul., Techniker, Gärtnergasse 5 1882
121. Pohle, Rieh., Ingenieur, Schweizerstr. 12 1897
122. Polscher, A., Zahnkünstler, Pragerstr. 13 1897
123. Prinzhorn, Joh. Ludw., Pastor und Director a. D., Zinzendorfstr. 13 . 1896
124. Putscher, J. Wilh., Privatus, Bergstr. 4:4 \ 1872
125. Raheuhorst, G. Ludw., Privatus, Stolpenerstr. 8 . 1881
126. Range, E. Alb., Finanz- und Baurath, Moltkeplatz 9 1898
127. Rehenstorff, Herrn. Alb., Oberlehrer beim K. Cadettencorps, Priessnitzstr. 2 1895
128. Reichardt, Alex. Wilibald, Dr. phil., Oberlehrer am Wettiner Gymnasium,
Chemnitzerstr. 35 1897
129. Renk, Friedr., Dr. med.. Geh. Medicinalrath, Professor an der K. Technischen
Hochschule und Director der Centralstelle für öffentliche Gesundheitspflege, Residenzstr. 16 1894
130. Richter, C. Wilh., Dr. med., Hähnelstr. 1 1898
131. Richter, Conr., Oberlehrer an der Annenschule, Leipzigerstr. 9 1895
132. Risch, Osc., Privatus, Gutzkowstr. 10 1893
133. Röhner, C. Wilh., Bezirksschullehrer, Elisenstr. 16 ' . 1898
134. Rohn, Carl, Dr. phil., Geh. Hofrath, Professor an der K. Technischen Hoch-
schule, Liebigstr. 18 1885
135. Salhach, Franz, Ingenieur, Yictoriastr. 3 1895
136. Schanz, Alfr., Dr. med., Räcknitzstr. 13 1897
137. Scheele, Curt, Dr. phil., Oberlehrer am Wettiner Gymnasium, Blasewitzer-
strasse 13 1893
XII
Jahr der Aufnahme.
138. Schiller, Carl, Privatus, Bautznerstr. 47 1872
139. Schlossmann, Arth. Herrn., Dr. med., Privatdocent an der K. Technischen
Hochschule, Franklinstr. 7 .......... 1896
140. Schmidt, Herrn. Gr., Bezirksschullehrer, Niederwaldstr. 15 1898
141. Schneider, Beruh. Alfr., Dr. phil., Corpsstabsapotheker, Bietschelstr. 14 . . 1895
142. Schniise, Wilh., Privatus, Werderstr. 22 1901
143. Schöpf, Adolf, Betriebsdirector des Zoologischen Gartens, Thiergartenstr. 1 1897
144. Schorler, Beruh., Dr. phil., Bealschullehrer und Assistent an der K. Tech-
nischen Hochschule, Haydnstr. 5 . . 1887
145. Schulze, Georg, Dr. phil, Oberlehrer an der Dreikönigschule, Markgrafen-
strasse 34 1891
146. Schulze, Jul. Ferd., Privatus, Liebigstr. 2 1882
147. Schuster, Osc., Generalmajor z. D., Sedanstr. 1 1869
148. Schwede, Pud., Chemiker, Gutzkowstr. 28 1901
149. Schweissinger, Otto, Dr. phil., Apotheker, Medicinalassessor, Dippoldis-
waldaerplatz 3 ...................... 1890
150. Schweizer, Mor., Bürgerschullehrer, Kl. Plauenschestr. 12 1891
151. Seyde, F. Ernst, Kaufmann, Strehlenerstr. 29 1891
152. Siegert, Theod., Professor, Antonstr. 16 1895
153. Siemens, Friedr., Dr. ing., Civilingenieur und Fabrikbesitzer, Liebigstr. 4 1872
154. Siemers, Auguste, Privata, Schnorrstr. 45 1872
155. Siemers, Florentine, Tonkünstlers Wittwe, Schnorrstr. 45 1872
156. Stiefelhagen, Hans, Bezirksschullehrer, Lüttichaustr. 13 1897
157. Streit, Wilh., Yerlagsbuch- und Kunsthändler, Uhlandstr. 8 1897
158. Stresemann, Bich. Theod., Dr. phil., Apotheker, Pesidenzstr. 42 .... 1897
159. Struve, Alex., Dr. phil., Fabrikbesitzer, Struvestr. 8 . . . . 1898
160. Stübel, Mor. Alphons, Dr. phil., Geolog, Feldgasse 10 1856
161. Stutz, Ludw., Docent an der K. Technischen Hochschule, Schnorrstr. 38 . 1900
162. Teichmaiin, Balduin, Major a. D., Comeniusstr. 16 1895
163. Tempel, Paul, Oberlehrer am K. Gymnasium zu Keustadt, Markgrafen-
strasse 37 1891
164. Thallwitz, Joh., Dr. phil., Oberlehrer an der Annenschule, Schnorrstr. 70 . 1888
165. Thiele, Carl, Apotheker, Leipzigerstr. 60 1900
166. Thiele, Herrn., Dr. phil., Chemiker, Winckelmannstr. 27 1895
167. Thonner, Franz, Privatus, Uhlandstr. 9 1896
168. Toepler, Aug., Dr. phil. et med.. Geh. Hofrath, Professor a. D., Winckel-
mannstr. 43 1877
169. Toepler, Max., Dr. phil., Privatdocent und Adjunct an der K. Techn. Hoch-
schule, Winckelmannstr. 43 1896
170. Ulbricht, F. Pich., Dr. phil., Oberbaurath, Professor an der K. Technischen
Hochschule, Strehlenerstr. 43 1885
171. Umlauf, Carl, Dr. phil, Oberlehrer an der Dreikönigschule, Schillerstr. 40 . 1897
172. Yetters, Carl W. E., em. Bürgerschuloberlehrer, Görlitzerstr. 28 1865
173. Yiehmeyer, Hugo, Bezirksschullehrer, Peissigerstr. 21 . . 1898
174. Yieth, Joh. von, Dr. phil., Oberlehrer am K. Gymnasium zu Neustadt, Arndt-
strasse 6 1884
175. Yogel, G. Clem., Bezirksschullehrer, Lindenaustr. 25 1894
176. Yogel, J. Carl, Fabrikbesitzer, Leubnitz er str. 14 1881
177. Yorländer, Herrn., Privatus, Parkstr. 2 1872
178. Wähmanu, Friedr., Bezirksschullehrer, Hüblerstr. 10 1898
179. Wagner, Paul, Dr. phil., Oberlehrer an der I. Pealschule, Hüblerstr. 9 . . 1897
180. Walther, Peinhold Freiherr von, Dr. phil., Professor an der K. Technischen
Hochschule, Schnorrstr. 40 1895
181. Weber, Friedr. Aug., Institutslehrer, Circusstr. 34 1865
182. Weigel, Johannes, Kaufmann, Marienstr. 12 1894
183. Weissbach, Pob., Geh. Hofrath, Professor an der K. Technischen Hochschule,
Schnorrstr. 5 1877
184. Werther, Johannes, Dr. med., Pragerstr. 15 1896
185. Wiechel, Hugo, Finanz- und Baurath, Bismarckplatz 14 1880
186. Wilkens, Carl, Dr. phil., Director der Steingutfabrik von Villeroy & Boch,
Leipzigerstr. 4 1876
187. Witting, Alex., Dr. phil., Oberlehrer an der Kreuzschule, Waterloostr. 13 . 1886
188. Wobst, Carl, Professor an der Annenschule, Ammonstr. 78 . 1868
189. Worgitzky, Eug. Georg, Dr. phil., Oberlehrer an der Kreuzschule, Elisenstr. 28 1894
XIII
Jahr der Aufnahme.
190. Zeuner, Gust., Dr. pMl-, Geh. Eath, Professor a. D., Lindenaustr. 1 a . . . 1874
191. Zielte, Otto, Apotheker, Altmarkt 10 1899
192. Zipfel, E. Aug., Oberlehrer und Dirigent der II. städtischen Fortbildungs-
schule, Zöllnerstr. 7 1876
193. Zschuppe, F. Aug., Finanz -Yermessungsingenieur, Holbeinstr. 15 ... . 1879
B. Ausserhalb Dresden.
194. Beck, Ant. Eich., Forstassessor in Tharandt 1896
195. Bergt, Waith., Dr. phil., Professor an der K. Technischen Hochschule und
Assistent am K. Mineral.- geolog. Museum, in Plauen b. Dr., Bienertstr. 19 1891
196. Boxherg, Georg von, Eittergutsbesitzer auf Eehnsdorf bei Kamenz . . . 1883
197. Carlowitz, Carl von, K. Kammerherr, Majoratsherr auf Liebstadt .... 1885
198. Contractor, Koshirvan, Student an der K. Forstakademie in Tharandt . . 1899
199. Degenkolh, Herrn., Eittergutsbesitzer auf Eottwerndorf bei Pirna .... 1870
200. Dressier, Heinr., Seminar-Oberlehrer in Plauen b. Dr., Eeisewitzerstr. 30 . 1893
201. Drosshach, G. P., Dr. phil., Fabrikbesitzer in Freiberg 1897
202. Engelhardt, Eud., Dr. phil., Chemiker in Eadebeul, Goethestr. 7 . . . . 1896
203. Pickel, Joh., Dr. phil, Professor am Wettiner Gymnasium, in Alt-Gruna,
Pirnaischestr. 37 ' 1894
204. Francke, Hugo, Dr. phil., Mineralog in Plauen b. Dr., Eathhausstr. 5 . . . 1889
205. Fritzsche, Felix, Privatus in Niederlössnitz, Wilhelmstr. 2 1890
206. Günther, Osw., Chemiker in Pirna, Gartenstr 1899
207. Günther, Eich., Architect in Blasewitz, Forsthausstr. 7 1891
208. Hähle, Herrn., Dr. phil., Chemiker in Eadebeul, Albertstr. 5 1897
209. Jacohy, Julius, K. Hofjuwelier in Blasewitz, Emser Allee 12 1882
210. Jentzsch, Albin, Dr. phil., Fabrikbesitzer in Eadebeul, Goethestr. 181 . . 1896
211. Keil, Eich., Dr. phil., Professor a. D., Fabrikbesitzer in Eadebeul, Garten-
strasse 18 1873
212. Kesselmeyer, Charles, Esqu., in Bowdon, Cheshire 1863
213. Klette, Emil, Privatus, in Trachenberge b. Dr., Kändlerstr. 8 . . . . • 1895
214. Krutzsch, Herrn., K. Oberförster in Hohnstein . . . • 1894
215. Lewicki, Ernst, Ingenieur, Adjunct an der K. Technischen Hochschule, in
Plauen b. Dr., Bernhardstr. 20 1898
216. Müller, Eud. Ludw., Dr. med. in Blasewitz, Friedrich Auguststr. 25 . . . 1877
217. Naetsch, Emil, Dr. phil., Privatdocent an der K. Technischen Hochschule, in
Blasewitz, Striesenerstr. 5 1896
218. Naumann, Bruno, Geh. Commerzienrath in Losch witz, Bautznerstr. 20 . . 1900
219. Oshorne, Wilh., Privatus in Serkowitz, Wasastr. 1 1876
220. Oshorne, Wilh., Dr. phil., Chemiker, in Serkowitz, Wasastr. 1 1898
221. Ostermaier, Joseph, Kaufmann in Blasewitz, Striesenerstr. 27 1896
222. Petrasclieck , Wilh., Dr. phil., Assistent am mineralog. Institut der K.
Technischen Hochschule, in Plauen b. Dr., Hohestr. 17 1900
223. Reihisch, Theod., Privatlehrer in Plauen b. Dr., Bienertstr. 24 1851
224. Richter, F. Arth., Privatus in Blasewitz, Marschall- Allee 18 1899
225. Scheidhauer, Eich., Civilingenieur in Blasewitz, Thielaustr. 4 1898
226. Schreiter, Br., Bergdirector a. D. in Berggiesshübel 1883
227. Schunke, Th. Huldreich, Dr. phil., Seminaroberlehrer, in Blasewitz, Waldpark-
strasse 2 1877
228. Seidel, T. J. Eudolf, Kunst- und Handelsgärtner in Laubegast, Uferstr. 7 . 1899
229. Süss , P. , Dr. phil. , Assistent an der K. Technischen Hochschule, in Blase-
^ witz, Dohnaerstr. 4 1899
230. Thoss, Fr. Aug., Seminaroberlehrer in Plauen b. Dr., Hohestr. 56 ... . 1898
231. Thümer, Ant. Jul., Institutsdirector in Blasewitz, Eesidenzstr. 12 ... . 1872
232. Weher, Eich., Apotheker in Königstein a. E 1893
233. Weinmeister, Joh. Philipp, Dr. phil., Professor an der K. Forstakademie in
Tharandt 1900
234. Wislicenus, Adolf, Dr. phil., Professor an der K. Forstakademie in Tharandt 1899
235. Wolf, Curt, Dr. med., K. Polizeiarzt in Plauen b. Dr., Eeisewitzerstr. 22 . 1894
236. Wolf, Theod., Dr. phil, Privatgelehrter in Plauen b. Dr., Hohestr. 15 . . . 1891
237. Zschau, E. Fchgtt., Professor a. D. in Plauen b. Dr., Poststr. 6 1849
XIV
n. Ehrenmitglieder. jaur der
Aufnahme.
1. Agassiz, Alex., Dr. pMl., Curator a. D. des Museums of Comparative Zoology in
Cambridge, Mass. . 1877
2. Carus, Jul. Yict., Dr. phil., Professor an der Universität in Leipzig . . . 1869
3. Credner, Herrn., Dr. phiL, Geh. Bergrath, Professor an der Universität und
Director der geologischen Landesuntersuchung des Königreichs Sachsen in Leipzig (1869)1895
4. Flügel, Felix, Dr. phil., Vertreter der Smithsonian Institution in Leipzig . 1855
5. Galle, J. G., Dr. phil., Geh. Begierungsrath, Professor a. D. in Potsdam . . 1866
6. Haugliton, ßev. Sam., Professor am Trinity College in Dublin 1862
7. Jones, T. Rupert, Professor a. D. in London 1878
8. Köllicker, Alb. von, Dr., Geh. Rath, Professor an der Universität in Würzburg 1866
9. Laube, Gust., Dr. phil., Professor an der Universität in Prag ...... 1870
10. Ludwig, Friedr., Dr. phil, Professor am Gymnasium in Greiz .... (1887)1895
11. Magnus, Paul, Dr. phil., Professor an der Universität in Berlin ..... 1895
12. Mercklin, Carl von, Dr., Geh. Rath, in Petersburg 1868
13. MöM, Heinr., Dr. phil., Professor in Kassel 1875
14. Mtsche, Hinr., Dr. phil., Geh. Hofrath, Professor an der K. Forstakademie in
Tharandt 1893
15. Hostiz-Wallwitz, Herrn, von, Dr., Staatsminister a. D. in Dresden, Kaiser
Wilhelmsplatz 10 1869
16. Omboni, Giov., Professor an der Universität in Padua ........ 1868
17. Silva, Mig. Ant. da, Professor an der Ecole centrale in Rio de Janeiro . . 1868
18. Stacke, Guido, Dr. phil., K. K. Oberbergrath, Director der K. K. Geolo-
gischen Reichsanstalt in Wien . (1877)1894
19. Tsckermak, Gst., Dr., Hofrath, Professor an der Universität in Wien . . . 1869
20. Yerbeek, Rogier D. M., Dr. phil, Director der geologischen Landesuntersuchung
von Niederländisch-Indien in Buitenzorg 1885
21. Yirckow, Rud., Dr. med., Geh. Medicinalrath, Professor an der Universität in Berlin 1871
22. Wolf, Frz., Dr. phil, Professor, Realschuldirector in Rochlitz 1895
23. Zeuner, Gust., Dr. phil. Geh. Rath, Professor a. D. in Dresden, Lindenaustr. la 1874
24. Zirkel, Ferd., Dr. phil. Geh. Rath, Professor an der Universität in Leipzig . . 1895
III. Correspondirende Mitglieder.
1. Alberti, Osc. von, Bergamtsreferendar in Freiberg . 1890
2. Altenkirck, Gust. Mor., Dr. phil, Realschullehrer in Osehatz 1892
3. Amthor, C. E. A., Dr. phil, in Hannover ............. 1877
4. Ancona, Cesare de, Dr., Professor am R, Instituto di studi superiori in Florenz 1863
5. Ardissone, Frz., Dr. phil, Professor an dem Technischen Institut und der
Ackerbauschule in Mailand 1880
6. Artzt, Ant., Vermessungsingenieur in Plauen i. V 1883
7. Aseherson, Paul, Dr. phil, Professor an der Universität in Berlin .... 1870
8. Bachmann, Ewald, Dr. phil, Professor an der Realschule in Plauen i. V. . 1883
9. Baessler, Herrn., Director der Strafanstalt in Voigtsberg 1866
10. Baldauf, Rieh., Bergdirector in Dux 1878
11. Baltzer, Armin, Dr. phil, Professor an der Universität in Bern 1883
12. Bernhardt, Joh., Landbauinspector in Altenburg, . . 1891
13. Bibliothek, Königliche, in Berlin 1882
14. Blanford, Will T., Esqu., in London 1862
15. Blaschka, Rud., naturwissensch. Modelleur in Hosterwitz ....... 1880
16. Blochmann, Rud., Dr. phil, Physiker am Marine-Laboratorium in Kiel . . 1890
17. Bombicci, Luigi, Professor an der Universität in Bologna 1869
18. Brusina, Spiridion, Professor an der Universität in Agram . 1870
19. Bureau, Ed., Dr., Professor am naturhistor. Museum in Paris 1868
20. Carstens, C. Dietr., Ingenieur in Varel .............. 1874
21. Conwentz, Hugo Wilh., Dr. phil, Professor, Director des Westpreuss. Pro-
vincialmuseums in Danzig . 1886
22. Banzig, Emil, Dr. phil, Oberlehrer an der Realschule in Rochlitz .... 1883
23. Bathe, Ernst, Dr. phil, K. Preuss. Landesgeolog in Berlin 1880
XV
Jahr der Aufnahme.
24. Dittmarsch, A., Bergschuldirector in Zwickau 1870
25. Döll, Ed., Dr., Oberrealschuldirector in Wien 1864
26. Doss, Bruno, Dr, pMl., Docent am Kais. Polytechnikum in Riga 1888
27. Bziediiszycki, Wladimir Graf, in Lemberg 1852
28. Eisei, Bob., Privatus in Gera 1857
29. Flolir, Conrad, Amtsgerichtsrath, Amtsrichter in Leipzig 1879
30. Erencli, C., Esqu., Governement Entomologist in Melbourne 1877
31. Frenzei, A., Dr. phil., Lehrer an der Bergschule und K. HüttenchemikerinEreiberg 1872
32. Friederich, A., Dr. med., Sanitätsrath in Wernigerode 1881
33. Friedrich, Osc., Dr, phil., Professor, Conrector am Gymnasium in Zittau . 1872
34. Fritsch, Ant., Dr. med,, Professor an der Universität und Gustos am böhmi-
schen Landesmuseum in Prag 1867
35. Gaudry, Alb., Dr., Membre de Flnstitut, Professor am naturhistorischen
Museum in Paris 1868
36. Geheeh, Adelb., Apotheker in Freiburg i. Br 1877
37. Geinitz, Frz. Eug., Dr. phil., Professor an der Universität in Rostock . . . 1877
38. Gonnermann, Max, Dr. phil., Apotheker und Chemiker in Rostock . . . 1865
39. Groth, Paul, Dr. phil., Professor an der Universität in München 1865
40. Hartung, H., Bergmeister in Lobenstein 1867
41. Heim, Alb., Dr. phil., Professor an der Universität und am Polytechnikum iiiZürich 1872
42. Heine, Ferd., K. Domänenpächter und Klostergutsbesitzer auf Hadmersleben 1863
43. Hennig, Georg Rieh., Dr. phil., Docent am Kais. Polytechnikum in Riga . 1888
44. Herb, Salinendirector in Traunstein 1862
45. Hering, C. Adolf, Berg- und Hütteningenieur in Freiberg 1895
46. Herrmann, Wilh., Dr. theoi. et phil., Professor an der Universität in Marburg 1862
47. Hihsch, Emanuel, Dr. phil., Professor an der Höh. Ackerbauschule in Lieb-
werd bei Tetschen 1885
48. Hilgard, W. Eug., Professor, an der Universität in Berkeley, Californien . . 1869
49. Hilgendorf, Frz., Dr. phil., Professor, Custos am K. zoolog. Museum in Berlin 1871
50. Hirzel, Heinr., Dr. phil., Professor a. D. in Leipzig 1862
51. Hofmann, Herrn., Bürgerschullehrer in Grossenhain 1894
52. Hühner, Ad., Oberliüttenmeister auf der Halsbrückner Hütte bei Freiberg . 1871
53. HnU, Ed., Dr., Professor in London 1870
54. Israel, ,A., Oberschulrath, Seminardirector a D. in Blase witz 1868
55. Issel, Arth., Dr., Professor an der Universität in Genua 1874
56. Jentzscli, Alfr., Dr. phil, Professor, K. Preuss. Landesgeolog in Berlin . 1871
57. Kesselmeyer, Wilh., in Manchester 1863
58. Kirhacli, Fr. Paul, Dr. phil, Oberlehrer an der Realschule in Meissen . . 1894
59. Klein, Herrn., Herausgeber der „Gaea“ in Köln 1865
60. Köhler, Ernst, Dr. phil., Seminaroberlehrer a. D. in Schneeberg 1858
61. König von Warthausen, Wilh. Rieh. Freiherr von, Kammerherr auf Wart-
hausen bei Biberach 1855
62. Kornhuher, Andreas von, Dr., Professor am Polytechnikum in Wien . . . 1857
63. Krebs, Willi., Privatgelehrter in Altona 1885
64. Krieger, W., Lehrer in Königstein 1888
65. Kühn, Em., Dr. phil., Sclmlrath, Bezirksschulinspector in Leipzig .... 1865
66. Kyber, Arth., Chemiker in Riga 1870
67. Lange, Theod., Dr. phil, Apotheker in Werningshausen 1890
68. Lanzi, Matthaeus, Dr. med., in Rom 1880
69. Lapparent, Alb. de, Ingenieur des mines, Professor in Paris 1868
70. Lefevre, Theod., Dr., in Brüssel 1876
71. Le Jolis, Aug., Dr. phil., Präsident der Societe nation. des Sciences natur.
et mathem. in Cherbourg 1866
72. Leonhardt, Otto Emil, Seminaroberlehrer in Nossen 1890
73. Lüttke, Joh., Dr. phil., Fabrikbesitzer in Hamburg 1884
74. Mayer, Charles, Dr., Professor an der Universität in Zürich 1869
75. Mehnert, Ernst, Dr. phil., Seminaroberlehrer in Pirna 1882
76. Menzel, Carl, Oberbergrath, Bergamtsrath in Freiberg 1869
77. Möller, Valerian von, Kais. Russ. Staatsrath, Oberberghauptmann in Peters-
burg 1869
78. Naschold, Heinr., Dr. phil, Fabrikbesitzer in Aussig 1866
79. Naumann, Ernst, Dr. phil, Geolog in Berlin • . . . 1898
80. Naumann, Ferd., Dr. med., Marinestabsarzt a. D. in Gera 1889
81. Naumann, Herrn., Professor an der Realschule in Bautzen 1884
XVI
Jahr der Aufnahme.
82. Nobbe, Friedr., Dr. phil, Geh. Hofrath, Prof, an der K. Forstakademie in Tharandt 1864
83. Pabst, Mor., Dr. phil., Professor, Conrector am Pealgymnasium in Chemnitz 1866
84. Pabst, Wilh., Dr. phil., Custos der naturhistor. Sammlungen in Gotha . . 1881
85. Papperitz, Erwin, Dr. phil., Oberhergrath, Professor an der K. Bergakademie
in Freiherg 1886
86. Pescbel, Ernst, Lehrer in Nünchritz 1899
87. Petermann, A., Dr., Director der Station agronomique in Gemhloux . . . 1868
88. Pigorini, L., Dr., Professor an der Universität und Director des Museums
Kircherianum in Pom 1876
89. Prasse, Ernst Alfr., Betriehsingenieur a. D. in Leipzig 1866
90. Rebmann, Antoni, Dr., Professor an der Universität in Lemberg .... 1869
91. Reiche, Carl, Dr. phil., in Santiago, Chile 1886
92. Reidemeister, C., Dr. phil., Fabrikdirector in Schönebeck 1884
93. Schimpf ky, Paul Bich., Lehrer in Lommatzsch 1894
94. Schlichen, H. L. von. Oberst z. D. in Badebeul 1862
95. Schneider, Osc., Dr. phil., Professor a. D. in Blasewitz 1863
96. Schnorr, Veit Hanns, Professor a. D. in Zwickau 1867
97. Schreiber, Paul, Dr. phil., Professor, Director des K. Sächs. Meteorolog.
Instituts in Chemnitz 1888
98. Scott, Dr. phil., Director der Meteorological Office in London 1862
99. Seidel, Osc. Mor., Seminaroberlehrer in Zschopau 1883
100. Seidel, Heinr. Beruh., Seminaroberlehrer in Zschopau 1872
101. Seidlitz, Georg von, Dr. phil, in Ludwigsort bei Königsberg i. Pr. ... 1868
102. Sieber, Georg, Bittergutspächter in Grossgrabe bei Kamenz 1879
103. Sonntag, F., Privatus in Berlin 1869
104. Stanss, Waith., Dr. phil, Chemiker in Hamburg 1885
105. Stephani, Franz, Kaufmann in Leipzig 1893
106. Sterzei, Joh. Traug., Dr. phil, Professor an der I. höheren Mädchenschule
in Chemnitz 1876
107. Steuer, Alex., Dr. phil, Grossherzogi. Hess. Landesgeolog in Darmstadt . 1888
108. Stevenson, John J., Professor an der University of the City in New-York 1892
109. Stossich, Mich., Professor in Triest 1860
HO. Temple, Bud., Director des Landesversicherungsamts in Pesth 1869
111. Ulbricht, B., Dr. phil, Professor a. D. in Dahme 1884
112. Ulrich, George H. F., Dr. phil, Professor an der Universität in Dunedin,
Neu- Seeland 1876
113. Tater, Heinr., Dr. phil, Professor an der K. Forstakademie in Tharandt . 1882
114. Tetters, K., Dr. phil, Professor an den Technischen Staatslehranstalten in
Chemnitz 1884
115. Yoigt, Bernh., Steuerrath, Bezirkssteuerinspector in Chemnitz 1867
116. Yoretzsch, Max, Dr. phil, Professor am Herzog! Ernst-Bealgymnasium in
Altenburg 1893
117. Wartmann, B., Dr. med., Professor in St. Gallen 1861
118. Weinland, Dav. Friedr., Dr., in Hohen Wittlingen bei Urach 1861
119. Weise, Aug., Buchhalter in Ebersbach 1881
120. Welemeiishy, Jac., Dr. med. in Prag 1882
121. White, Charles, Dr., Curator am National -Museum in Washington . . . 1893
122. Wiesiier, Jul., Dr., Professor an der Universität in Wien 1868
123. Wolff, F. A., Seminaroberlehrer in Pirna 1883
124. Wünsche, F. Otto, Dr. phil, Professor am Gymnasium in Zwickau . . . 1869
125. Zimmermann, Osc., Dr. phil, Professor am Bealgymnasium in Chemnitz . 1880
Sitzungsberichte
der
N aturwissenschaftlichen G-esellschaft
ISIS
in Dresden.
1901.
1. Section für Zoologie.
Erste Sitzung am 21. Februar 1901. Vorsitzender: Prof. Dr. H. Nitsche. — Anwesend 30 Mitglieder und Gäste.
Herr K. Ribbe als Gast berichtet über die von ihm angestellten Versuche, durch Einwirkung hoher und niederer Temperaturen auf die Jugendstadien Schmetterlingsvarietäten künstlich zu erzeugen.
Verwendet wurden hierzu Vanessa Jo, V. Atalanta, Y. Poly chlor os , V. Urticae und V. Antiopa. Die Ergebnisse dieser Zuchtversuche werden vorgelegt.
Der Vorsitzende lässt folgende mit dem Inhalt des Vortrags in Beziehung stehende Werke herumgehen:
Weismann, A.: Studien zur Descendenztheorie. I. Ueber den Saisondimor- phismus der Schmetterlinge. Leipzig 1875;
Derselbe; Neue Versuche zum Saisondimorphismus der Schmetterlinge. Jena 1895;
Fischer, E.; Transmutation der Schmetterlinge infolge Temperaturänderungen. Berlin 1895;
Derselbe: Experimentelle Untersuchungen und Betrachtungen über das Wesen und die Ursachen der Aberrationen in der Faltergruppe Vanessa. Berlin 1896.
Privatus K. Schiller legt eine der Mediterranfauna angehörige Heu- schrecke Acridium tartariciim (— A. aegyptium L.) in einem frischen, nach Dresden mit italienischem Gemüse eingeschleppten Exemplare vor und erläutert deren Unterschiede von der eigentlichen Wanderheuschrecke.
Prof. Dr. H. Nitsche spricht über den Stimmapparat der Cicaden unter Vorlegung von Präparaten.
Zweite Sitzung am 11. April 1901. Vorsitzender: Prof. Dr. H. Nitsche. — Anwesend 35 Mitglieder und 1 Gast.
Bibliothekar K. Schiller legt als neue Erwerbung vor:
Abhandlungen der Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft, Band XXV, Heft 1 und 2.
Bezirksschullehrer H. Viehmeyer hält einen Vortrag über die Frage: Wie finden die Ameisen den Weg zu ihrem Neste zurück? Als einschlägige Litteratur legt der Vortragende vor:
Lubbock, J.; Ameisen, Bienen und Wespen. Beobachtung u. s. w. Leipzig 1883; Derselbe: Die Sinne und das geistige Leben der Thiere, insbesonders der Insecten. Leipzig 1899 ;
Weismann, A.; Wie sehen die Insecten? Deutsche Rundschau 1895, Heft 9;
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Was mann, E.: Die psychischen Fähigkeiten der Ameisen. Mit 3 Taf. Stuttgart 1899;
Bethe, A.: Dürfen wir den Ameisen und Bienen psychische Qualitäten zu- schreiben? Bonn 1898.
Anschliessend hieran referirt der Vorsitzende über einige von C. Chun während der Reise der „Valdivia“ gemachte Beobachtungen über tro- pische Ameisen.
Prof. Dr. H. Nits che legt den frischen Kopf eines vor wenigen Tagen in Grünberg bei Hermsdorf, 12 km nördlich von Dresden erlegten Kranichs vor und bespricht Kopfgefieder und Schnabelbau.
Gustos Dr. K. Heller hält unter Vorlegung von Skelett- und Eier- abbildungen einen Vortrag über die ausgestorbenen madagassischen Riesenstrausse.
Dritte Sitzung am 20. Juni 1901. Vorsitzender: Geh. Hofrath. Prof. Dr. H. Nitsche. — Anwesend 27 Mitglieder.
Privatus K. Schiller bespricht die Gattungskennzeichen der in Sachsen vorkommenden Hydrachniden unter Vorlegung einiger lebender Thiere, mikroskopischer Präparate und besonders vieler selbst- gefertigter Abbildungen.
Auf Anregung des Vorsitzenden wird der Vortragende gebeten, die instructive, an der schwarzen Tafel vorgeführte Bestimmungstabelle der Gattungen mit erläuternden Abbildungen für die Abhandlungen der Gesellschaft auszuarbeiten.
Es circulirt ein von Chemiker A. Richter mitgebrachter Querschnitt eines Elephantenstosszahnes mit eingewachsener Bleikugel.
Geh. Hofrath Prof. Dr. H. Nitsche spricht über die von ihm auf einem Frühjahrsausfluge gewonnenen zoologischen Reiseeindrücke in Süd- ungarn unter Vorlegung verschiedener Objecte.
Erläutert wird der Vortrag durch Projectionsbilder, unter denen Originalaufnahmen von Seeadlerhorsten und ein Seeadlerflugbild hervorzuheben sind.
11. Section für Botanik.
Erste Sitzung am 10. Januar 1901 (in Gemeinschaft mit der Section für Zoologie). Vorsitzender: Geh. Hofrath Prof. Dr. 0. Drude. — Anwesend 58 Mitglieder und Gäste.
Der Vorsitzende begrüsst die Versammlung im begonnenen neuen Jahrhundert und hebt hervor, dass das für den heutigen Abend zum Doppel- vortrag von botanischer und zoologischer Seite gewählte Thema dazu be- stimmt sei, einen Rückblick auf eine der gewaltigsten Leistungen in der letzten Hälfte des verflossenen Jahrhunderts zu veranstalten und Umschau zu halten, welchen Einfluss diese Leistungen auf die weitere Forschung unserer Zeit zu nehmen haben.
Vor Beginn der Vorträge wird ein lebender Zweig von Pinus Pinaster = P. maHtima mit Zapfen aus Südfrankreich vorgelegt;
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ferner demonstrirt Institutsdirector A. Thümer sein grosses Mikro- skop von Leitz in Wetzlar, dessen Vergleicli mit dem ähnlichen von Seibert in Wetzlar gewünscht worden war.
Der Doppelvortrag über neuere Anschauungen auf dem Gebiete derDescendenztheorie wird dann von Geh. Hofrath Prof. Dr. 0. Drude und Prof. Dr. H. Nitsche in gegenseitiger Ergänzung gehalten, woran sich ein lebhafter Meinungsaustausch im Anschluss an einige neuerdings erschienene Bücher anknüpft.
Im botanischen Theil bespricht vom botanischen Standpunkte 0. Drude die von Sachs aufgestellten „Architypen“ mit den von von Wettstein daran angeknüpften Modificationen und sucht dieselben mit den von Koken („Die Vorwelt und ihre Ent- wickelungsgeschichte“, 1893) ausgesprochenen Ideen über die sehr frühzeitige Trennung der wesentlichsten Thiertypen in Einklang zu setzen.
Vom zoologischen Standpunkte unterzieht H. Nitsche Fleischmann’s Buch; „Die Descendenztheorie“ einer eingehenden Kritik.
Zweite Sitzung am 7. März 1901. Vorsitzender: Geh. Hofrath Prof. Dr. 0. Drude. — Anwesend 32 Mitglieder.
Der Vorsitzende legt an neuerer Litteratur vor:
Plowright, Oh.; A monograph of the British Uredineae and Ustilagineae. London 1899;
Dalla Tor re und L. Graf von Sarntheim: Die Litteratur der Flora von Tirol, Vorarlberg und Liechtenstein. Innsbruck 1900;
Müller, K.; Genera muscorum frondosorum. Leipzig 1901;
Mac Millan, C.: Minnesota plant life. St. Paul, Minnesota 1899;
Wissenschaftliche Beiträge zum Gedächtniss der 100jährigen Wiederkehr des Antritts von L. von Humboldt’s Reise nach Amerika am 5. Juni 1799. Ges. für Erdkunde zu Berlin 1899.
Forstassessor R. Beck hält einen Vortrag über einige Parasiten von forstlicher Bedeutung unter Vorlage natürlichen Demonstrations- materials und entsprechender Abbildungen.
Vortragender bespricht unter Berücksichtigung der Lebensweise und der wirksamen Gegenmittel von den Wurzelparasiten; Agaricus melleus und Trametes radiciperda, von Stammparasiten: Trametes pini^ von Rindenparasiten : die krebserzeugenden Nectrien und vor allem Peziza Willkommii^ den Lärchenkrebs, schliesslich von Nadelparasiten; Hysterium Pinastri^ welches die Pilzschütte erzeugt.
Zu einer Aussprache regt eine Bemerkung des Prof. Dr. H. Nitsche an, welcher eine eigene Erfahrung über das Leuchten der Hallimasch- Mycelien mittheilt.
Geh. Hofrath Prof. Dr. 0. Drude berichtet über eine den Holzzuwachs beim Lärchenkrebs betreffende Beobachtung Sorauer’s.
Prof. Dr. H. Nitsche macht auf die Schwierigkeit der Bekämpfung des Schüttepilzes durch Bespritzung mit Bordelaiser Brühe aufmerksam, welche bei grösseren Beständen in der Beschaffung des nöthigen Wassers liegt.
Forstassessor R. Beck theilt die Beobachtungen Tuboeufs ‘mit, dass das Bespritzen bei Sämlingen und einjährigen Pflanzen unwirksam ist.
Der Vorsitzende macht noch einige Mittheilungen über die K. K. Zoologisch-botanische Gesellschaft in Wien und ihre Wirksamkeit.
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Dritte Sitzung am 2. Mai 1901 (im K. Botanisclien Garten). Vor- sitzender: Geh. Hofrath Prof. Dr. 0. Drude. — Anwesend 27 Mitglieder.
Der Sitzung ist eine Monatsversammlung im botanischen Garten mit Besichtigungen vorausgegangen.
Der Vorsitzende berichtet über seine Reise nach Wien zum Jubiläum der K. K. Zoologisch-botanischen Gesellschaft, erzählt von der liebenswürdigen Aufnahme, die er sowohl für seine Person wie als Vertreter der ,,Isis“ daselbst gefunden und hofft, die botanische Section selbst einmal dorthin zu floristischen Studien führen zu können (zu Pfingsten 1902).
Derselbe legt einen Aufruf zur Gründung einer internationalen Botaniker-Vereinigung („Association internationale des botanistes“) vor, wozu die Anregung von Genf ausgeht, und bespricht die darin hervor- tretenden Tendenzen.
Gleichfalls bespricht er in herber Kritik als schlechtes Zeichen der Zeit Dr. 0. Kuntze’s Eingabe an den preussischen Landtag zur Verhinder- ung eines Staatszuschusses zu Engler’s „Pfianzenreich“, — eine Frucht der durch die Nomenclatur-Streitigkeiten hervorgerufenen Zersetzung unter den Botanikern.
Im Anschluss an die im Garten vorangegangenen Demonstrationen hält Geh. Hofrath Prof. Dr. 0. Drude einen Vortrag über die systematische Morphologie der Gattungen Ahies, Picea, Larix und Pinus unter vergleichender Heranziehung der verwandten Gattungen Cedrus, Pseudo- tsuga und Tsuga.
Die Gesammtsumme der Arten dieser Gattungen betrug in Endlicher’s Synopsis Coniferariim 112, jetzt etwa 125—130, von denen auf Europa 4 Tannen, 3 Fichten, 2 Lärchen, 11 Kiefern entfallen. (Ein Eingehen auf die Sectionen, endemischen Arten, geographischen Areale als Fortsetzung des Vortrags ist für eine ähnliche Sitzung im botanischen Garten für das Jahr 1902 beabsichtigt.)
III. Section für Mineralogie und Geologie.
Erste Sitzung am 17. Januar 1901. Vorsitzender: Prof. Dr. E. Kal- kowsky. — Anwesend 34 Mitglieder und Gäste.
Oberlehrer Dr. R. Nessig macht Mittheilung über eine neue Boh- rung in der Dresdner Haide, welche Thonlager im Haidesand und das alte Elbbett auf Plänerunterlage aufschloss. (Vergl. Abhandlung II.)
Prof. H. Engelhardt berichtet über die geologische Beschaffen- heit und Erforschung Bosniens.
Oberlehrer Dr. P. Wagner hält einen Vortrag über das Central- Plateau in Frankreich unter Vorlage von Karten und zahlreichen Photographien.
Zweite Sitzung am 14. März 1901. Vorsitzender: Prof. Dr. E. Kal- ke wsky. — Anwesend 40 Mitglieder.
^ Der Vorsitzende legt einige neu erworbene Mineralien und neue Litteratur vor.
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Dr. W. Petrascheck hält einen Vortrag über die Ammoniten der sächsischen Kreide unter Vorlage der neu bestimmten Arten.
Prof. Dr. AV. Bergt legt Lausitzer Diabas mit Kantengeröllen vor (vergl. Abhandl. der Isis 1900, Heft 2, S. 111) und
spricht dann über die Erzlagerstätten bei Freiberg in Sachsen.
Prof. Dr. E. Kalkowsky legt vor und bespricht R. Beck: Die Lehre von den Erzlagerstätten. Berlin 1901.
Dritte Sitzung am 9. Mai 1901. Vorsitzender: Prof. Dr. W. Bergt. — Anwesend 29 Mitglieder.
Der Vorsitzende legt neue Litteratur vor und hält einen Vortrag über die Erzgänge von Freiberg.
Oberlehrer H. Döring macht Mittheilung über Strudellöcher im Elbbett und über geschrammte Greschiebe im Gescbiebelebm von Zschertnitz.
IV. Section für prähistorische Forschungen.
Erste Sitzung am 7. Februar 1901. Vorsitzender: Prof. Dr. J. Deich- müller. — Anwesend 20 Mitglieder.
Prof. H. Engelhardt bringt Nachbildungen mehrerer Runensteine von der Insel Bornholm zur Ansicht und erläutert deren Inschriften.
Oberlehrer H. Döring berichtet über einen Besuch des Burgwalls von Schlieben und des zwischen Cosilenzien, Cröbeln und Oschätzchen gelegenen Rundwalls.
Lehrer H. Ludwig legt einen zwischen Nickern und Sobrigau gefundenen Mahlstein aus Quarzporphyr, mehrere Gefässe aus den ürnenfeldern bei Kauscha und Kleinzschachwitz und ein in der Elbe bei Laubegast aufgefundenes Flachbeilchen aus Hornblende- schiefer vor.
Prof. Dr. J. Deichmüller spricht über die von ihm mit Pastor Rin- hardt in Bucha im Herbst 1900 untersuchten Hügelgräber im Lamperts- walder Rittergutsforst nördlich von Bucha in Sachsen.
Die in den Grabhügeln aufgefundenen Thongefässe, darunter nicht selten Buckel- gefässe verschiedener Form, beweisen, dass diese Hügelgräber derselben Zeit angehören wie die Urnenfelder vom älteren Lausitzer Typus. Zur Vorlage kommen auch photo- graphische Aufnahmen der Hügelgräber-Gruppe und einzelner besser erhaltener Grab- hügel.
Zum Schluss macht Derselbe noch aufmerksam auf einige ausgestellte Fundstücke: den Abguss einer eisernen Axt mit Silbertauschirung von Guben in der Niederlausitz, einen Bronzedolch aus der Luppe- aue bei Grossdölzig westlich von Leipzig und einen prachtvollen, 32 cm langen Bronzedolch aus dem Lehmlager der Nötzold’schen Dampfziegelei
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in Briessnitz bei Dresden, welcher von Herrn M. Nötzold nebst einem daselbst bereits vor mehreren Jahren gefundenen Flachcelt aus Bronze der K. Prähistorischen Sammlung in Dresden als Geschenk überwiesen worden ist.
Zweite Sitzung am 18. April 1901. Vorsitzender: Prof. Dr. J. Deich- müller. — Anwesend 35 Mitglieder und 3 Gäste.
Der Vorsitzende bespricht folgende neuerschienene Schriften:
Beltz, E.; Neue steinzeitliclie Funde in Mecklenburg. Jahrbuch, des Vereins für mecklenburg. Geschichte LXVI, S. 115 u. f. ;
Götze, A.: Beiträge zur Kenntniss der neolithischen Keramik. Zeitschrift für Ethnologie und Verhandl. d. Berliner Ges. lür Anthropologie 1900;
Keinecke, P.: Zur jüngeren Steinzeit in West- und Süddeutschland. West- deutsche Zeitschrift für Geschichte und Kunst XIX, Heft III.
Derselbe berichtet weiter über neue Funde auf dem Urnenfelde vom älteren Lausitzer Typus in Blasewitz, Emser-Allee No. 9, und
legt vor ein im Lehm der Nötzold’schen Dampfziegelei in Briessnitz gefundenes Steinbeil, einen Steinhammer aus dem Garten des Stadt- guts in Lommatzsch und zwei Steinbeile aus dem Aulehm der J. A. Rose’schen Ziegelei nordwestlich von Borna.
Finanz- und Baurath H. Wiechel hält einen Vortrag über die ältesten Wege in Sachsen und ihre Beziehung zur ältesten Geschichte und zu prähistorischen Fundstätten. (Vergl. Abhandlung IV.)
Excursion. Am 15. Juni 1901 besuchten 12 Mitglieder die auf dem linken Elbufer unterhalb Meissen, Diesbar gegenüber gelegene Göhrisch- schanze.
Die hohe Umwallung ist auf der Nord- und Nordwestseite des Göhrischfelsens noch wohlerhalten; zahlreiche in dem vom Wall umschlossenen Kessel gesammelte Geiäss- scherben und eine bereits in früherer Zeit daselbst gefundene Lanzenspitze aus Bronze weisen darauf hin, dass die Anlage der ümwallung bereits in vorslavischer Zeit er- folgt ist.
V. Section für Physik und Chemie.
Erste Sitzung am 24. Januar 1901. Vorsitzender: Prof. Dr. B. Frei- herr von Walther. — Anwesend 50 Mitglieder und Gäste.
Privatdocent Dr. A. Schlossmann hält einen Vortrag über die Be- deutung des Phosphors in der belebten Natur und erläutert seine Ausführungen durch Versuche.
Zweite Sitzung am 21. März 1901. Vorsitzender: Prof. Dr. K. Frei- herr von Walther. — Anwesend 38 Mitglieder und Gäste.
Prof. Dr. R. von Walther spricht über Reductionen mit Hülfe von Metallen und über die Aluminothermie und erläutert seine Ausführungen durch zahlreiche Versuche.
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Vortragender bespricht zunächst die Reductions weisen und Reductionsmittel für Metalle und geht dann ausführlicher ein auf Versuche, die schon aus den Zeiten Berzelius’ und Wöhler’s stammen, aber erst durch Clemens Winkler eine rationelle Untersuchung gefunden haben, nämlich aus Metalloxydverbindungen und einem zweiten Metall das erste zu verdrängen und zu isoliren. Dieser Vorgang ist wesentlich begründet in der Differenz der Wärmetönungen der betreffenden Metalle. So ist es beispielsweise möglich, Natrium, Kalium, Calcium, Rubidium, Chrom, Cer (ebenso wie die Metalloide Kohlenstoff, Silicium) etc. aus ihren Oxyden durch Erhitzen mit Magnesium zu gewinnen. Noch energischer wie Magnesium wirkt Aluminium, welches den Vortheil grösserer Billigkeit hat. Letzteres wird nach dem Vorschläge von Dr. (doldschmidt- Essen gegenwärtig zu den sogenannten aluminothermischen Processen benutzt.
Vortragender bespricht des Weiteren die Anwendungsformen des „Thermit“ (einer Mischung von Eisenoxyd und Aluminiumpulver) und das mit dieser Mischung durch- geführte neue (doldschmidt’sche Schweiss- und Giessverfahren.
Excursion. An Stelle der dritten Sitzung fand am 6. Juni 1901 eine Excursion unter Führung von Prof. Dr. R. von Walther nach der neuen Nährmittelfabrik von Dr.V. Klopfer in Leubnitz-Neuostra statt, deren moderne Einrichtung den zahlreich erschienenen Theilnehmern von dem Besitzer selbst in der zuvorkommendsten Weise erläutert wurde.
Vl. Section für Mathematik.
Erste Sitzung am 14. Februar 1901. Vorsitzender: Geh. Hofrath Prof. Dr. M. Krause. — Anwesend 8 Mitglieder.
Prof. Dr. R. Heger spricht über Parabel und Ellipse.
Der Vortragende entwickelt Methoden, um ohne analytisch-geometrische Hülfsmittel die Krümmung von Kegelschnitten, speciell die Krümmung der Parabel und der Ellipse zu untersuchen. Dabei wird jedesmal zuerst der besondere Fall der Krümmung im Scheitel, resp. in den Scheiteln, erledigt und nachher die Krümmung in einem beliebigen Punkte der betreffenden Curve besprochen. Ausserdem wei'den einige Anwendungen der gefundenen Resultate gegeben, u. a. eine auf Benutzung mehrerer Krümmungskreise beruhende N äherungsconstruction der Ellipse.
An den Vortrag schliesst sich eine kurze Discussion.
Zweite Sitzung am 18. April 1901. — Vorsitzender: Geh. Hofrath Prof. Dr. M. Krause. — Anwesend 14 Mitglieder.
Geh. Hofrath Prof. Dr. M. Krause spricht über Charles Hermite. (Vergl. Abhandlung I.)
Prof. Dr. Ph. Weinmeister spricht über die Schmiegungsparabeln der Ellipse.
Als_ Schmiegungsparabel einer gegebenen Ellipse ist eine Parabel zu bezeichnen, sobald die vier gemeinschaftlichen Punkte der beiden Kegelschnitte zusammenfallen. Redner zeigt, wie eine_ Reihe von Aufgaben, zu denen die Schmiegungsparabeln einer Ellipse Anlass geben, in einfachster Weise gelöst werden können; und zwar dient als Ausgangspunkt der Betrachtungen die Thatsache, dass die gegebene Ellipse und eine beliebige Schmiegungsparabel derselben durch eine geeignete Parallelprojection stets übergeführt werden können in einen Kreis und eine Parabel, welche von dem letzteren in ihrem Scheitel osculirt wird.
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Dritte Sitzung am 13. Juni 1901 — Vorsitzender: Geh. Hofrath Prof. Dr. M. Krause. — Anwesend 11 Mitglieder und Gäste.
Dr. E. Naetsch spricht über ein in der Vector- Analysis auf- tretendes System partieller Differentialgleichungen 1. Ordnung.
Nach einigen kurzen Bemerkungen über Entstehung und Grundlagen der Vector- Analysis, insbesondere über die Begriffe Vector, Divergenz und Curl, bespricht Vor- tragender die Aufgabe, einen Vector 58 zu ermitteln, dessen Curl ein gegebener Vector (S sein soll; dieselbe ist identisch mit dem Problem, drei Functionen X, Y, Z der drei Veränderlichen x, z zu finden, welche mit drei gegebenen Functionen P, Q, R dieser drei Veränderlichen durch die Gleichungen
Zy Yz = P, Xz Zx — Q, Yx Xy = R Zusammenhängen. Es wird auseinandergesetzt, dass man dieses Problem vollständig erledigen kann, ohne von der Theorie der partiellen Differentialgleichungen II. Ordnung Gebrauch zu machen; nur der Lehre vom Jacobi’schen Multiplicator und der Theorie des Pfaff sehen Problems hat man je einen Satz zu entlehnen.
Hierauf .bespricht Prof. Dr. Ph. Weinmeister die Ankreis-Mittel- punkte der Dreiecke, die denselben Umkreis und Inkreis haben.
Jene Punkte gehören einem dritten Kreise an, dessen Durchmesser noch einmal so gross als der des Umkreises ist und der ausserdem mit dem Umkreis den Inkreis- Mittelpunkt zum äusseren Aehnlichkeitspunkt hat.
VII. Hauptversammlungen.
Erste Sitzung am 31. Januar 1901. Vorsitzender: Prof. Dr. Fr. Foerster. — Anwesend 88 Mitglieder und Gäste.
Prof. H. Engelhardt legt eine Sammlung getrockneter wildwachsender Pflanzen und eine grössere, aus einer Sequoia geschnittene Platte aus Californien vor.
Prof. Dr. Fr. Foerster spricht über elektrische Oefen.
Der Vortragende schildert die wesentlichen Ergebnisse, welche Moissan mit Hülfe der hohen Temperaturen des elektrischen Ofens erzielt hat. Er verweilt dabei besonders bei den Versuchen über die künstliche Darstellung des Diamanten und bei den von Moissan besonders eingehend bearbeiteten neuen und eigenartigen Kohlenstoffverbindungen der Elemente. Von diesen werden besonders die technisch wichtigen, das Calciumcarbid und das Siliciumcarbid (Carborundum) ausführlicher behandelt und dabei das technische Arbeiten mit dem elektrischen Ofen näher beschrieben und an kleinen Modellen vor- geführt. Zum Schluss wird die Frage nach der billigsten Gewinnung elektrischer Energie erörtert und der grosse Einfluss dargelegt, den das Vorhandensein grosser geeigneter Wasserkräfte auf die Centralisation und die Ausbildung gewisser Theile der elektro- chemischen Technik in den Alpen ausgeübt hat.
Zweite Sitzung am 28. Februar 1901. Vorsitzender: Prof. Dr. Fr. Foerster. — Anwesend 42 Mitglieder und Gäste.
Prof. H. Engelhardt erstattet Bericht über den Kassenabschluss der Gesellschaft vom Jahre 1900 (vergl. S. 13) und legt den Voranschlag für 1901 vor, welcher genehmigt wird.
Als Rechnungsrevisoren werden Bankier A. Kuntze und Architect R. Günther gewählt.
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Hieran schliessen sich die von Prof. Dr. Fr. Fo erster angekiindigten Demonstrationen.
Es werden zunächst Exemplare der auf der Pariser Ausstellung von Chenal, Douillet & Co. ausgestellten, sehr sorgfältig gereinigten Salze des Neodyms und Prase- odyms, sowie des G-adoliniums und Samariums vorgelegt. Die Salze der beiden ersteren Metalle zeigen ähnliche complementäre Färbungen wie die von Kobalt und Nickel.
In zweiter Linie gelangen Aluminiumstücke zur Vorlage, welche die Verwendung dieses Metalles zu elektrischen Leitungen illustriren, sowie eine Sammlung, welche die mannigfache Verwendbarkeit des Magnaliums darthut.
An dritter Stelle wird eine grössere Sammlung von mit Glanzgold, Glanzplatin und ähnlichen Edelmetallen überzogenen Porzellan- und Glasgegenständen besprochen, und dabei insbesondere die durch Glanzmetalle beim Aufträgen in verschieden dicker Schicht hervorgerufene Aenderung der Färbungen hervorgehoben. Die Sammlung zeigt stetige Uebergänge von den Färbungen der reinen Metalle zu denen, mit welchen die Metalle Glasflüsse färben, und deren Uebereinstimmung mit den Farben der colloidalen Metalllösungen durch Versuche nachgewiesen wird.
Dritte Sitzung am 28. März 1901. Vorsitzender: Prof. Dr. Fr. Fo er st er. — Anwesend 79 Mitglieder und Gäste.
Prof. H. Engelhardt theilt mit, dass die Rechnungsrevisoren den Kassenabschluss für 1900 geprüft und richtig befunden haben. Der Kassirer wird hierauf entlastet.
Sodann wird beschlossen, die Sectionssitzungen wie die Haupt- versammlungen in Zukunft pünktlich um 8 Uhr beginnen zu lassen.
Geh. Hofrath Prof. Dr. W. Hempel hält dann einen Vortrag über das Vorkommen des Schwefels in der Natur.
Vierte Sitzung am 25. April 1901. Vorsitzender: Prof. H. Engel- hardt. — Anwesend 30 Mitglieder.
Der Vorsitzende widmet dem am 7. April 1901 verstorbenen lang- jährigen zweiten Vorsitzenden der Gesellschaft Dr. Fr. Raspe einen ehrenden Nachruf.
Privatdocent Dr. C. Wolf spricht über Infectionskrankheiten und über die Art der üebertragung derselben auf den menschlichen Körper.
An verschiedenen Karten wird gezeigt, wie sich Infectionskrankheiten über die Erde und in einzelnen Städten verbreiten, an tabellarischen Zusammenstellungen die Sterblichkeit an Lungenschwindsucht in Städten von mehr als 500000 Einwohnern, nach Altersklassen und Geschlechtern geordnet, die Abnahme der Sterblichkeit an Tuberkulose in verschiedenen deutschen Staaten im Vergleich zu Oesterreich -Ungarn und die Zu- nahme der Tuberkulose an Rindern und Schweinen.
Privatus C. Schiller zeigt lebende Exemplare von Apus pro- ductus L. aus Wiesengräben in der Nähe des Grossen Gartens in Dresden.
An Stelle des verstorbenen Dr. Fr. Raspe wird als Mitglied des Ver- waltungsrathes Prof. Dr. F. G. Helm gewählt.
Excursionen. Am 16. Mai 1901 vereinigten sich 14 Mitglieder zu einem Ausfluge nach Waldheim, um die Granulite mit den sie durch-
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setzenden Granitgängen und die Serpentine der dortigen Gegend zu be- sichtigen. Der Weg wurde von Waldheim durch das Zschopauthal bis Kriebstein -Ehrenberg und zurück über die goldene Höhe nach Waldheim genommen. —
Am 27. Juni 1901 besichtigten 46 Mitglieder und Gäste das K. Fern- heiz- und Elektricitätswerk in Dresden.
Gell. Baiirath J. E. Temper erläuterte an der Hand von Plänen in längerem Vor- trage die Grundgedanken, welche zur Errichtung des Fernheizwerkes geführt hatten und hei seiner Erbauung verfolgt wurden. Alsdann fand ein Pundgang durch die Kessel- und Maschinenräume des Fernheizwerkes und der damit verbundenen elektrischen Licht- station statt, an welchen sich eine ausgedehnte Wanderung durch den die Eerndampf- leitung und die elektrischen Lichtleitungen einschliesseuden unterirdischen Kanal an- schloss.
Yeränderungen im Mitgliederbestände.
Gestorbene Mitglieder:
Am 21. Januar 1901 starb Bankbeamter Paul Stopp in Dresden, wirkliches Mitglied seit 1895.
Am 7. April 1901 verschied in Dresden Chemiker Dr. Friedrich Haspe, wirkliches Mitglied seit 1880.
Nekrolog s. am Anfänge dieses Heftes.
Neu aufgenommene wirkliche Mitglieder:
Denso, Paul, Dr., Ingenieur in Dresden,
Pfitzner, Paul, Dr. phih, Gymnasiallehrer in Dresden Schnuse, Wilh., Privatus in Dresden, am 28. Februar 1901; Schwede, Hud., Chemiker in Dresden, am 31. Januar 1901.
am 27. Juni 1901;
In die wirklichen Mitglieder sind übergetreten:
Lohrmann, Ernst, Dr. phil., Healschullehrer in Dresden; Richter, Conrad, Realgymnasialoberlehrer in Dresden.
Kassenabschluss der Gesellschaft ISIS vom Jahre 1900.
Position. Einnalmie, Position. Ausgabe.
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Dresden, am 27. Februar 1901. Hofbuchhändler G. Lehmann, z. Z. Kassirer der Isis.
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Sitzungsberichte
der
N aturwissenschaftlichen Gesellschaft
ISIS
in Dresden.
1901.
I. Section für Zoologie.
Yierte Sitzung am 5. December 1901. Vorsitzender: Geh. Hofrath Prof. Dr. H. Nitsche. — Anwesend 49 Mitglieder und Gäste.
Director Th. Reihisch demonstrirt mit kurzen Erläuterungen zwei Missbildungen, das Gehörn einer vierhörnigen Ziege und das Rumpf- und Extremitätenskelett eines dreibeinigen Huhnes.
In der sich anschliessenden Besprechung, an welcher sich Geh. Hof- rath Prof. Dr. 0. Drude und Geh. Hofrath Prof. Dr. W. Hempel be- theiligen, weist der Vorsitzende darauf hin, dass hei dem Huhne offenbar ein Fall von unvollkommener Doppelmissbildung vorliege, und erläutert die Entstehung solcher Doppelbildungen an einigen anderen Beispielen.
Geh. Hofrath Prof. Dr. H. Nitsche bespricht alsdann in längerem, durch Tafeln und Präparate erläutertem Vortrage die zoologischen Seiten der Malaria-Frage unter Hinweis auf eine Reihe ähnlicher Krankheiten, welche gleichfalls auf durch Arthropodenstiche verursachter Infection mit krankheitserregenden Protozoen beruhen.
Es werden von letzteren besonders besprochen die Tsetsefliegen -Seuche der süd- afrikanischen und das Texasfieber der amerikanischen Rinder. Der Vortragende knüpft seine Darlegungen an das neuerschienene Werk von F. Doflein: Die Protozoen als Parasiten und Krankheitserreger. Jena 1901.
Ausserdem gelangt zur Vorlage A. Labbe: Sporozoa. 5. Lief, von: Das Thierreich. Eine Zusammenstellung und Kennzeichnung der recenten Thierformen, herausgegeben von der deutschen zoologischen Gesellschaft. Berlin 1899.
An der folgenden Discussion betheiligen sich Geh. Hofrath Prof. Dr. 0. Drude, Geh. Hofrath Prof. Dr. W. Hempel, Medicinalrath Dr. W. Hesse, Dr. A. Schlossmann und Dr. A. Stübel.
II. Section für Botanik.
Vierte Sitzung am 3. October 1901 (im K. Botanischen Garten). Vorsitzender: Geh. Hofrath Prof. Dr. 0. Drude. — Anwesend 18 Mitglieder.
Geh. Hofrath Prof. Dr. 0. Drude bespricht einige physiologische Cultur versuche mit Vorführung der betreffenden Pflanzen.
1. Maispflanzen auf Wasser cultivirt und mittelst Nährstofflösung bis zur Er- zeugung von Kolben gebracht.
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2. Kürbispflaiizen iii gewöhnlicher aber sehr nährstoifarmer Erde, welcher ein dem normalen Nährstoff bedürfnisse entsprechendes Nährsalzgemenge, aber z. Th. ohne das nothwendige Stickstoffsalz, zugesetzt wurde, zur Demonstration der Wichtigkeit dieses Nährstoffes. Pflanzen ohne jede Nährsalzzusätze werden nicht schlechter als die letzteren. Früchte lagen ebenfalls vor,
3. Erbsen, in derselben Weise behandelt wie die Kürbispflanzen, zeigten ein anderes Verhalten als diese; das Fehlen einer Stickstoffgabe beeinträchtigt ihre Ent- wickelung nicht, da sie sich durch Symbiose mit Wurzelbakterien den Stickstoff' der Luft nutzbar machen.
Derselbe berichtet ferner über Aussaat-Ergebnisse von Samen einer gelben Reineclaudensorte, welche blaufrüchtige Bäume er- gab, und
legt zur Warnung vor einem gegen Hasenfrass empfohlenen Anstrichmittel ,,Antilepin“ gespaltene Stammstücke eines Pflaumen- baumes vor, dessen in diesem Jahre zu bildender Jahresring an den be- strichenen Stellen zerstört bez. nicht zur Entwickelung gekommen war, was den Tod des Baumes im Sommer herbeiführte. Apfel- und Birnbäume hatten nicht in demselben Masse gelitten.
Dr. B. Schorler spricht über bryogeographische Forschungen von A. Geheeb (früher in Geisa, jetzt in Freiburg i. B.), welche die Be- deutung der Moosflora der Rhön in pflanzengeographischer Hinsicht be- sonders an dem reizend geschriebenen Aufsatz über ,,die Milseburg“ in das rechte Licht setzen.
Der Vorsitzende erläutert die Topographie der Rhön an einer von ihm im Sommer aufgenommenen Skizze für die Vertheilung der Vege- tationsformationen in der Rhön.
Zur Vorlage gelangen noch:
Dennert, E.: Die Wahrheit über Ernst Häckel und seine Welträthsel.
Halle 1901;
Nippold, Fr.: Kollegiales Sendschreiben an Ernst Häckel. Berlin 1901.
Die Nothwendigkeit, sich mit dem Inhalt der „Welträthsel“ Häckel’s selbst bekannt zu machen, wird betont.
Fünfte Sitzung am 10. October 1901 (Floristenabend). Vorsitzender: Prof. K. Wobst. — Anwesend 27 Mitglieder und Gäste.
Geh. Hofrath Prof. Dr. 0. Drude legt vor und bespricht Euphrasia minima Jacqu.
Diese alpine Form wurde von Dr. F. Naumann- Hera in diesem Jahre bei ge- nannter Stadt gesammelt und dem Herb. Flor. Saxonica übermittelt. Im Anschluss daran erläutert Vortragender eingehend die Arten genannter Gattung, ganz besonders den Euphrasia Typus.
Derselbe spricht weiter über die interessante Hügelflora der Basalte des Lausitzer Hügellandes und legt zahlreiche Formen aus genanntem Gebiete im Bereich des „Bernstädter Hügellandes“ zwischen Löbau und Zittau vor.
Privatus F. Fritzsche bringt zur Vorlage eine Anzahl neuer Funde des Elbhügellandes zwischen Dresden und Meissen.
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Prof. K. Wobst berichtet über zwei neue Funde ausserhalb Sachsens.
1. Medicago arabica All. {M. maculata Wils.) mit Wollstaub, welcher als Dünger verwandt wurde, bei Heinersdorf, Kreis Lebus, 1901 eingesclileppt;
2, Cirsium olerarium x arvense. Ein einziges Exemplar zwischen zahlreichen Stammformen genannten Bastards Juli 1900 bei Bad Salzungen in Thüringen gesammelt.
Assistent Dr. A, Naumann hält einen Vortrag über die bota- nischen Ergebnisse seiner Reise nach Siebenbürgen, mit Zu- grundeleguDg zahlreicher von ihm gesammelter Pflanzen, welche nach Formationen auf grossen Papptafeln zusammengestellt waren.
Im Anschluss daran schildert Lehrer R. Missbach seine Beobachtungen über die Bestände von Bhododendron myrtifolium im genannten Gebiete.
Dr. A. Naumann giebt noch Auskunft über das Vorkommen von Tanne, Zirbelkiefer und Lärche in Siebenbürgen.
Sechste Sitzung am 21. NoYemher 1901 (in Gemeinschaft mit der Section für Zoologie). Vorsitzender: Geh. Hofrath Prof. Dr. 0. Drude. — Anwesend 40 Mitglieder und Gäste.
Prof. Dr. 0. Schneider zeigt mehrere lebende Exemplare von Euscorpius italiais und eine reiche Sammlung z. Th. in Spiritus, z. Th. trocken conservirter Skorpione aus allen Welttheilen.
Er bespricht deren Lebensweise in Freiheit und Gefangenschaft. Selbstmord des Skorpions in der Gefangenschaft ist von zuverlässigen Beobachtern noch niemals be- richtet worden.
Dr. G, Worgitzky legt sein Buch über „Blüthengeheimnisse“ (erschienen bei Teubner in Leipzig) vor und macht in seinem Vortrage über die Entwickelung dieser Kenntnisse besonders auf die neueren Knuth’schen Arbeiten aufmerksam.
Der Vorsitzende betont die hohe Bedeutung des vom Vortragenden erwählten Themas für die heutige Biologie, sowohl nach der Seite der floristischen Landesforschung als nach der des naturkundlichen Unter- richts, und hebt das Bedürfniss hervor, dass ein ausgezeichneter und kritischer Bearbeiter der zahlreich sich findenden Einzelheiten auch für die Zwecke unserer Arbeitstheilung in der Isis erstehe, welche Lücke der Vortragende ausfüllen möge.
Dr. A. Naumann zeigt Wandtafeln, welche er für den bota- nischen Unterricht in der hiesigen Gartenbauschule angefertigt hat, die wie das vorerwähnte Buch die Blüthenformen und ihre Anpassung für eine durch Insecten herbeizuführende Fremdbestäubung demonstriren.
Institutsdirector A. Thümer schildert von einer Reise durch England die Flora gewisser als „Commons“ (Gemeingut) bezeichneter Landstriche, welche, da sie nicht irgendwie in Benutzung genommen werden dürfen, die ursprüngliche Pflanzendecke bewahren.
Ein Hauptrepräsentant der dortigen Flora, TJlex nanus^ lag im Herbarexemplar vor.
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III. Section für Mineralogie und Geologie.
Tierte Sitzung am 17. Octolber 1901. Vorsitzender : Prof. Dr. E. Kalkowsky. — Anwesend 45 Mitglieder und Gäste.
Der Vorsitzende legt neue Litteratur vor.
Prof. Dr. W. Bergt referirt über die Arbeit von J. T, Sterzei: Gruppe verkieselter Araucariten- Stämme. Chemnitz 1900, und über die Unter- suchungen von F. E. Suess über den Moldavit.
Derselbe spricht ferner über Kugelgranite unter Vorlage von Stufen aus Dr. A. Stübel’s Sammlung.
Prof. Dr. E. Kalkowsky hält einen Vortrag über den Schlamm- vulkan von Modena, den Flysch in Ligurien und den angeblich eruptiven Gneiss des Erzgebirges.
Fünfte Sitzung am 12. December 1901. Vorsitzender: Prof. Dr. E. Kalkowsky. — Anwesend 35 Mitglieder.
Der Vorsitzende führt eine Reaction aus, durch die es möglich ist, künstlich mit Schwefelsäure gebleichte Werkstücke von Granit als solche zu erkennen, ohne sie zerschlagen zu müssen.
Dr. L. Kruft hält einen Vortrag über die Phosphoritknollen im vogtländischen Silur und ihre organischen Einschlüsse.
IV. Section für prähistorische Forschungen.
Dritte Sitzung am 14. November 1901. Vorsitzender Prof. Dr. J. Deichmüller. — Anwesend 24 Mitglieder.
Prof. Dr. J. Deichmüller spricht über die von ihm im Sommer d. J. im Aufträge des K. Sächs. Ministeriums des Innern begonnene Inven- tarisirung der vorgeschichtlichen Alterthümer des Königreichs Sachsen und über deren bisherige Ergebnisse.
Oberlehrer H. Döring legt bearbeitete Feuersteine und Gefäss- scherben mit Bandverzierung aus einer Sandgrube bei Merschwitz vor und bespricht Gefässreste und Thierknochen, u. a. drei linke Unter- kieferhälften vom Biber, aus einer slavischen Siedelung östlich vom Burg wall bei Leckwitz, germanische und slavische Scherben vom Burgberg bei Zehren und ein ziemlich vollständig erhaltenes Gefäss von der Heidenschanze bei Koschütz, welches keine Spur der An- wendung der Drehscheibe erkennen lässt und doch einen sogenannten Bodenstempel, eine Töpfermarke zeigt.
Lehrer J. A. Jentsch macht auf den Fund eines slavischen*^, Ge- fässes mit Leichenbrand von Lössnig bei Strehla a. E. aufmerksam, welches in den Verhandl. d. Berl. Ges. f. Anthropologie 1901, S. 39, be- schrieben ist.
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Lehrer H. Ludwig legt Gefässscherben vor, die aus einer Herd- stelle in der Nähe der Windmühle von Niedersedlitz stammen und die solchen aus Gräberfeldern vom Lausitzer Typus ähnlich sind, ferner aus Herdstellen in der Nähe des Gräberfeldes der La Tene-Zeit bei Kauscha ein Flachbeil aus Gneiss, ein sogenanntes Webstuhl- gewicht und Gefässscherben, aus dem Gräberfelde von Kauscha selbst die Bruchstücke einer Thonschale und einen Eisenring, einen zwischen Niedersedlitz und Lockwitz gefundenen Klopfstein, ein in der Elbe bei Riesa gefundenes Steinbeil aus Amphibolit, Reste grösserer, dickwandiger Gefässe vom Kuhhübel bei Sörnewitz und eine geschnittene, an einer Seite doppelt durchlochte Knochenplatte von der Heidenschanze bei Koschütz.
Prof. Dr. J. Deichmüller bringt aus den neueren Erwerbungen der K. Prähistorischen Sammlung in Dresden mehrere Beile aus Amphibolit zur Vorlage, welche in der Umgebung von Nünchritz, auf der Ritter- gutsflur Riesa und beim Kirchenbau in Zeithain aufgefunden worden sind, weiter eine sauber gearbeitete Pfeilspitze aus weissem Feuerstein von Roda bei Grossenhain, ein beim Abteufen eines Brunnens in der Brauerei Chrieschwitz bei Plauen i. V. gefundenes Amphibolitbeil, einen aus neun Gegenständen bestehenden jüngeren Bronzedepotfund von Lausa bei Dresden und verschiedene Beigaben aus Skelettgräbern der Völker- wanderungszeit bei Werningshausen im Herzogthum Sachsen-Co- burg-Gotha.
Derselbe macht zum Schluss noch aufmerksam auf einen roh be- arbeiteten Hammer aus Gneiss mit angefangener Bohrung von Lockwitz und auf einen Hammer aus Diabas von Naundorf bei Ortrand, dessen Form auf nordische Herkunft schliessen lässt.
V. Section für Physik und Chemie.
Dritte Sitzung am 7. November 1901. Vorsitzender: Prof. Dr. R. Freiherr von Walther. — Anwesend 101 Mitglieder und Gäste.
Prof. W. Kühler hält einen Experimentalvortrag über die gebräuch- lichen Methoden der drahtlosen Telegraphie.
VI. Section für Mathematik.
Vierte Sitzung am 10. October 1901. Vorsitzender: Geh. Hofrath Prof. Dr. M. Krause. — Anwesend 9 Mitglieder und Gäste.
Prof. Dr. Ph. Weinmeister spricht über die Strophoide (Que- telet’sche Fokale) in synthetischer Behandlung.
Vortragender hebt einleitend hervor, dass bei einer Reihe von ebenen Curven, die in_ der Regel nach den Methoden der analytischen Geometrie behandelt werden , zahl- reiche Eigenschaften auch in leichter und eleganter Weise auf elementarem, synthetischem
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Wege gefuudeu werden können, sobald ein genügend einfaches Entstehnngsgesetz der betreffenden Cnrve vorliegt. Ein ausgezeichnetes Beispiel hierfür bietet die Strophoide, über deren Geschichte und Litteratur der Redner eine Reihe von Mittheilungen macht.
Als Ausgangspunkt für die synthetische Behandlung der Strophoide dient ein Entstehungsgesetz, bei welchem ein fester Punkt F — „Brennpunkt“ — , eine feste Gerade — „Leitlinie“ — und ein auf der letzteren gelegener zweiter fester Punkt 0 vorausgesetzt werden ; wenn dann ein beliebiger Punkt Q, der Leitlinie mit F durch eine Gerade verbunden und auf letzterer ein Punkt P so bestimmt wird, dass PQ = OQ, ist, so gehöi’t P der Strophoide an. Aus dieser Entstehungsart wird ohne Schwierigkeit eine zweite hergeleitet, bei welcher die Strophoide als geometrischer Ort für den Scheitel eines veränderlichen Winkels erscheint, dessen Halbirungslinie und dessen einer Schenkel durch je einen festen Punkt gehen, während der andere Schenkel einer festen Richtung parallel ist. Auch wenn drei feste Punkte A, B, C gegeben sind, und nun- mehr Winkel construirt werden, deren beide Schenkel bez. durch A und durch B gehen, während die Halbirungslinien durch C verlaufen, erhält man als geometrischen Ort für die Scheitel eine Strophoide. Aus den Entstehungsgesetzen leitet Redner eine Reihe von Eigenschaften der Strophoide ab, welche sich auf den Doppelpunkt und die zuge- hörigen Tangenten, die Asymptote, den Wendepunkt u. a. beziehen; auch der besondere Fall der sogenannten geraden Strophoide, bei welcher OF senkrecht zur Leitlinie ist, wird in Betracht gezogen. Eingehende Behandlung finden sodann die zahlreichen und interessanten Beziehungen zu den Kegelschnitten, mit denen die Strophoide auf mannig- fache Weise in Zusammenhang gebracht werden kann. Eine besondere Beleuchtung erfährt die Rolle, welche die Strophoide als Quetelet’sche Fokale spielt: Wenn E irgend eine die Achse eines gegebenen Rotationskegels enthaltende Ebene, t eine zu E senk- rechte Tangente dieses Kegels ist , und nunmehr durch t beliebige Ebenen gelegt werden, so ist der Ort der Brennpunkte der entstehenden Kegelschnitte eine in E gelegene Strophoide, welche als Quetelet’sche Fokale bezeichnet wird; ihr Brennpunkt ist der Spurpunkt der Geraden t auf der Ebene E.
Fünfte Sitzung am 21. November 1901. Vorsitzender: Geh. Hofrath Prof. Dr. M. Krause. — Anwesend 13 Mitglieder.
Geh. Hofrath Prof. Dr. K. Rohn spricht über die acht Schnittpunkte dreier Flächen H. Grades^').
Da sich leicht beweisen lässt, dass die sämmtlichen oo" Flächen II. Grades, welche man durch sieben willkürlich angenommene Punkte legen kann, stets noch durch einen gewissen achten Punkt hindurchgehen, so ist sicher, dass die acht Schnittpunkte dreier beliebiger Flächen II. Grades nicht voneinander unabhängig sein können, dass vielmehr jeder einzelne von ihnen durch die sieben übrigen bestimmt sein muss. Es entsteht daher das Problem , zu sieben gegebenen Punkten eines solchen Punktsystems den achten Punkt zu finden, ein Problem, welches sowohl geometrisch -constructiv, als auch analy- tisch behandelt werden kann. Redner giebt — nach einigen Notizen historischen und litterarischen Inhalts — im ersten Theile seines Vortrages eine analytische Lösung des Problems; dieselbe besteht darin, dass ein Weg gezeigt wird, auf dem man zu linearen Gleichungen gelangen kann, denen die Coordinaten des gesuchten Punktes Genüge leisten müssen.
Vortragender bezeichnet durch 1, 2, 3 ... 8 die acht Punkte des in Frage kommenden Punktsystems , durch 0 einen weiteren , laufenden Punkt und durch (i, k, 1, m) die aus den 16 homogenen Coordinaten der vier Punkte i, k, 1, m gebildete vierreihige Determinante. Dann kann zunächst leicht nachgewiesen werden, dass die Gleichung
(8524) (6724) + (8624) (7524) + (8724) (5624) = 0 eine Identität ist. Ferner lässt sich sofort übersehen, dass die in Bezug auf die Co- ordinaten des laufenden Punktes 0 quadratische Gleichung
Q (8520) (6730) + u (8620) (7530) + r (8720) (5630) = 0
eine Fläche II. Grades dar stellt, welche, wie auch die Coeffizienten ^,(r, r gewählt werden mögen, stets durch die sechs Punkte 2, 3, 5, 6, 7, 8 hindurchgeht; und wenn insbesondere
*) lieber den gleichen Gegenstand hatte Vortragender bereits in der vorangehenden (vierten) Sectionssitzung eine Mittheilung gemacht.
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^ = (6724): (6734), (T = (7524) : (7534) , r = (5624) : (5634)
gesetzt wird, so enthält die betreffende Fläche auch noch den Punkt 4, wie man mit Hilfe der obigen Identität sofort verifiziren kann. Da mithin diese Fläche durch sieben Punkte des betrachteten Punktsystems geht, muss auf ihr auch noch der achte Punkt desselben, d. h. der Punkt 1, gelegen sein, es muss also zwischen den Coordinaten der acht Punkte des Systems die ßelation
(6724) (8521) (6731) (7524) (8621) (7531) (5624) (8721) (5631) _
(6734) ” (7534) (5634)
stattfinden. Diese ist aber offenbar eine in Bezug auf die Coordinaten des Punktes 8 lineare Gleichung.
Im zweiten Th eile des Vortrages werden die Resultate der analytischen Be- trachtungen geometrisch gedeutet.
Sechste Sitzung am 12. Decemher 1901. Vorsitzender: Geh. Hofrath Prof. Dr. M. Krause. — Anwesend 14 Mitglieder.
Conrector Prof. Dr. R. Henke spricht über die Beziehungen des Dreiecks zum Kreise im geometrischen Unterricht.
Den Gegenstand des Vortrages bilden eine Reihe von Tbatsachen aus der Geometrie des ebenen Dreiecks, welche, obwohl im geometrischen Unterricht nur selten berück- sichtigt, demselben dennoch sehr wohl auf seinen verschiedenen Stufen zugänglich sind und auch reichhaltigen Stoff zu Aufgaben constructiver und rechnerischer Art bieten.
Im ersten Theile des Vortrages handelt es sich in der Hauptsache um gewisse Beziehungen, zu denen man gelangen kann, wenn ein beliebiges Dreieck, sein Umkreis und die Halbirungslinie eines Dreieckswinkels in Betracht gezogen wird. Dabei werden die Seiten und Winkel des Dreiecks, sowie die Radien des Umkreises und Inkreises in der üblichen Weise bezeichnet, ausserdem wird A(a — 5) = cZ, — ß)== (f gesetzt, und unter q der Abstand der Seite c vom Schnittpunkte des Umkreises mit der Halbirungs- linie des Winkels y verstanden. Auf Grund der gedachten Beziehungen lässt sich als- dann das Dreieck construiren, bez. berechnen, wenn r, g, d oder h, g, d oder r, Ä, d ge- geben sind, wobei in den beiden ersten Fällen das Dreieck eindeutig, im dritten Falle hingegen zweideutig bestimmt ist.
Im zweiten Theü seines Vortrages zieht Redner den Feuerbach’schen Kreis in Betracht und giebt einen Beweis des Feuerbach’schen Satzes, nach welchem dieser Kreis sowohl den Inkreis, als auch die drei Ankreise des Dreiecks berührt. Dabei wird der Aufgabe gedacht, ein Dreieck aus r, g, d zu construiren, welche im Allgemeinen zwei Lösungen zulässt. Ein bemerkenswerther Umstand zeigt sich, wenn man von irgend einem Punkte U des Umkreises Lothe auf die drei Seiten des Dreiecks fällt und die gerade Linie (Simson’sche Gerade) construirt, auf welcher die Fusspunkte dieser drei Lothe gelegen sind; wird nämlich U mit dem Höhenpunkte E des Dreiecks verbunden, so liegt der Halbirungspunkt V von UH stets auf der genannten geraden Linie; und wenn U den ganzen Umkreis durchläuft, so beschreibt gleichzeitig V den Feuerbach’schen Kreis. Zu interessanten Betrachtungen giebt auch der Begriff der Gegentransversale*) Anlass. Verbindet man irgend einen Punkt P der Ebene mit den drei Ecken eines gegebenen Dreiecks und construirt zu diesen drei Verbindungslinien die Gegentrans- versalen, so gehen die letzteren durch einen Punkt Pj, den sogenannten Gegenpunkt von P in Bezug auf das betreffende Dreieck. Ist insbesondere P ein Punkt des Um- kreises, so liegt Pj unendlich fern, indem alsdann die drei Gegentransversalen zu ein- ander parallel sind.
An der auf den Vortrag folgenden Discussion betheiligen sich Prof. Dr. Ph. Weinmeister, Prof. Dr. R. Heger und Dr. J. von Vieth.
*) Zwei von einer Ecke des Dreiecks ausgehende Transversalen desselben werden Gegentransversalen genannt, wenn sie symmetrisch liegen zur Halbirungslinie des be- treffenden Dreiecks Winkels.
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Hierauf spricht Prof. Dr. R. Heger über einen Satz der m in an ten -Theorie.
Die Ausführungen des Vortragenden beziehen sich auf den Nachweis,
Gleichung ^ _ ^gj (34 ^ a) = 0,
in welcher « zur Abkürzung steht für 567 . . .n, eine Identität ist.
Deter- dass die
VII. Hauptversammlungen.
Fünfte Sitzung am 24. October 1901. Vorsitzender: Prof. Dr. Fr. Fo erster. — Anwesend 47 Mitglieder und Gäste.
Geh. Hofrath Prof. Dr. 0. Drude spricht über die Entwickelung der „Technischen Botanik“ bis 1900,
Die „Technische. Botanik“ begreift in sich diejenigen Beziehungen der Wissen- schaft zu der anwendenden Praxis, welche zum Lehrgebiet der technischen Hochschulen gehören. Sie ist demgemäss an sich kein eigenes abgeschlossenes Wissensgebiet, son- dern vielmehr eine sich in stetiger Weiterentwickelung befindende Kette vielseitiger Beziehungen, welche ebenso sehr vom Fortschritte der reinen Wissenschaft als von den Forderungen technologischer Praxis abhängen. Die Fortschritte in der Erkenntniss der Gährungsphysiologie einerseits und das Bedürfniss, die zu Papier benutzten pfianzlichen Rohstoffe bei ihrer steten Vermehrung sicher mikroskopisch unterscheiden zu können, anderseits mögen als zwei treffliche Beispiele für diese Beziehungen und ihre Ab- hängigkeit dienen.
Den Haupttheil der Technischen Botanik bildet die seit 1793 von Beckmann und Böhmer wissenschaftlich begründete und begrenzte technologische Rohstofflehre oder „Waarenkunde“, welche zuerst mit äusseilichen Beschreibungen und der Aufzählung der besonderen Eigenschaften der diese Rohstoffe liefernden Nutzpflanzen und der geographischen Verbreitung derselben begann. Heute erkennen wir in der festen Ver- bindung dieser älteren ,,Waarenkunde“ mit der bestimmenden Anatomie und der Zell- physiologie das wissenschaftliche Gefüge und den dauernd befestigten Untergrund, auf dem allein die Beziehungen zwischen den Bedürfnissen der Technologie und der wissen- schaftlichen Botanik zur selbständigen Blüthe gelangen können, und "dies liefert zugleich den Massstab für unsere Beurtheilung in der Geschichte der Rohstofflehre und ihrer eigenen Handbücher. Wenn wir die jetzt an der Jahrhundertwende erscheinende neue Rohstofflehre von J, Wiesner in ihrer chemisch- physiologisch und anatomisch-systematisch durchgeführten Vertiefung mit den vor mehr als 100 Jahren erschienenen, damals hoch- gelehrten und dem entstehenden Bedürfniss der Praxis vollkommen gerecht werdenden Büchern von Beckmann und Böhmer vergleichen, so überblicken wir sofort den ganzen Entwickelungsgang und wissenschaftlichen Fortschritt der technischen Botanik und sehen, dass wie auf anderen Gebieten so auch hier aus einer einfachen Empirie sich ein complicirtes Lehrsystem entwickelte. Die ,,Waarenkunde“ bezeichnete einen Lehrgegenstand für technische Gewerbeschulen, die Rohstofflehre von heute einen solchen für die technischen Hochschulen der Gegenwart.
Die ersten Jahrzehnte des nunmehr abgeschlossenen Jahrhunderts, in dem neben so vielen blühenden Gebieten angewendeter Natuiforschung auch die technische Botanik heranwuchs als ein in seiner Bedeutung kaum schon genügend gewürdigter Zweig, zeigten nach den Eingangs genannten Werken keinerlei grössere Fortschritte. Die mikroskopische Technik musste sich erst selbst zu grösserem Umfange ausbilden, und nachdem Schleiden’s vernichtende Kritik gegen den lahmen Geist in der Botanik der vierziger Jahre und gegen die Ablehnung alles dessen, was die Praxis mit wissen- schaftlicher Anregung zu befruchten im Stande sei, auch die noch mangelhaft genug gebliebenen Beziehungen auf technischem Gebiete herb hervorgehoben hatte, blieb es einigen Arbeiten von Schacht und Reis sek zunächst Vorbehalten, die neue Zell- physiologie auf dem Gebiete der Technologie der Gespinnstfasern praktisch zu ver- werthen und eine Brücke von der Waarenkunde zur angewandten Anatomie herüber zu schlagen. Aber eine grosse Entscheidung wurde dadurch noch nicht herbeigeführt. Dieselbe konnte erst durch moderne Umarbeitung des Gesammtstoffes erfolgen, durch
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zielbewusstes Vorgehen und Belehren der Jünger dieser Kichtung, und hier war der Mann der That Julius Wiesner in Wien, & zuerst an der dortigen Technischen Hochschule die Fundamente der ganzen uns heute beschäftigenden Bichtung neu be- gründete. Seine Einleitung in die „Technische Mikroskopie“ vom Jahre 1867 und seine erste Ausgabe der „Rohstoffe des Pflanzenreiches“ im Jahre 1873 sind die Marksteine der eigenartigen und kräftigen Entwickelung eines neuen Lehrzweiges angewandter Botanik. Auch nach seinem üebertritt von der Technischen Hochschule zur pflanzen- physiologischeii Lehrkanzel an der Universität in Wien hat Wiesner dieses Kind seiner ersten wissenschaftlichen Anstrengungen weiter gepflegt und konnte es unter der Obhut von Schülern kräftig heranwachsen sehen. So ist die zweite Ausgabe seiner „Rohstoffe“, von der jetzt erst noch der 1. Band vollendet vorliegt*), ein ebenso bedeutungsvoller Markstein für das Ende unseres Jahrhunderts. Nicht weniger als elf Autoren haben neben Wiesner an demselben mitgewirkt, ausser Miko sch in Brünn und Molisch in Prag lauter Wiener Naturforscher; ihr stattlicher Kreis zeigt ebenso deutlich den Um- fang und die Mannigfaltigkeit verschiedenartiger Beziehungen in der Rohstofflehre, als die Blüthe, zu der dieser Zweig der Wissenschaft gerade in Wien gelangt ist. „Die technische Waarenkunde auf wissenschaftliche Orundlage gestellt zu haben bleibt ein Verdienst Wiesner’ s“, so lautet in knappen, sehr viel Wahrheit in sich schliessenden Worten ein Ausspruch in der Geschichte der Botanik in Wien im Jubelbande der dortigen zoologisch -botanischen Gesellschaft 1901.
Die einer wissenschaftlich begründeten Lehre von den technisch verwendeten Roh- stoffen des Pflanzenreichs zufallendeu Aufgaben erstrecken sich auf folgende Hauptpunkte :
1. Genaue Unterscheidung.
2. Ermittelung der die Verwendung beeinflussenden Eigenschaften, vom botanischen
Standpunkte.
3. Ermittelung der Herkunft und Gewinnungsweise:
a) nach anatomischer Organographie,
b) nach systematischer Charakterisirung,
c) nach Heimath, bez. Culturgebiet und geographischen Rassen.
Zumeist werden sich die praktischen Technologen mit Punkt 1 — 2 begnügen und sich durch diese zu mikroskopischen Untersuchungsmethoden führen lassen.
Immer mehr stellt sich eine nützliche Arbeitstheilung zwischen Mitteleuropa und den reichen tropischen Productionsländern heraus der Art, dass die Entfaltung der technologischen Industrie zur Verarbeitung von Rohstoffen in den Ländern der nördlich gemässigten Zone stattfindet, während die Tropen zur Entfaltung des Plantagenbaues und der rationellen Ausbeutung natürlicher Vegetationsbestände zur Gewinnung solcher Rohstoffe schreiten. In der Vielseitigkeit wissenschaftlicher und praktischer Rücksichten entwickelt sich dabei die Rohstofflehre der Pflanzen zu einer besonderen Disciplin, und der Lage der Sache nach zu der bota- nischen Besonderheit technischer Hochschulen.
So können wir heute mit besonderem Stolz auf das schauen, was auf diesem Ge- biete von 1870 — 1900 geleistet worden ist; war die erste Periode der Geschichte der „Technischen Botanik“ von 1793 — 1867 im Wesentlichen „Waarenkunde“, so gestaltete sich die zweite Periode seit Wiesner ’s „Technischer Mikroskopie“ zu einer strebsamen Vertiefung auf dem Gebiete der anatomisch - physiologischen Mikroskopie, welche leb- haften Antheil an dem Gesammtfortschritte der Wissenschaft nahm und in einer grossen Zahl technisch wichtiger Pflanzenkörper das wissenschaftliche Lehrgebäude selbständig förderte. Allseitig ist das Interesse an den Nutzpflanzen und ihren Producten erwacht; die botanischen Museen eröffnen diesen ihre Säle und bemühen sich, gemeinnütziges Wissen dadurch zu fördern; Monographien aus den Tropen werden in ihnen zu dem Zwecke bearbeitet, wie z. B. der grosse Band über die „Nutzpflanzen Ostafrikas“ aus dem Berliner Museum. Gleichzeitig arbeitet dm Chemie mächtig an der Synthese so vieler Dinge, die sie aus dem Pflanzenreiche kennen lernte, und sucht die Natur der Rohstoffe von ihrem Standpunkte aus ebenfalls zu charakterisiren und aufzuhellen.
So lässt sich erwarten, dass die technischen Hochschulen diesen Zweig der Botanik weiterhin kräftig ausbilden helfen werden, den sie als ihr eigenstes Gebiet im Kreise der organischen Naturwissenschaften überkommen haben. Die jetzt noch geringe Schüler- zahl wird sich in dem Umfange heben, wie die Verwendung der analytischen Mikros-
*) Die Rohstoffe des Pflanzenreichs; Versuch einer technischen Rohstoff lehre des Pflanzenreiches. Von Dr. Julius Wiesner. Leipzig, Verlag von W. Engelmann. Bd. I, 1900. 795 S. 8 <>.
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kopie auch in den Untersuchmigsämtern für Nahrungsmittel und für landwirthschaft- liche Grewerhe steigt. Die einmal geknüpfte Verbindung der Botanik mit den tech- nischen Hochschulen wird sich von selbst kräftigen und vertiefen, sowohl wegen ihrer jetzt die weitesten Kreise beschäftigenden physiologischen Lehrmethode, als auch wegen der den Sinn auf grosse Verbindungen richtenden Weltlage.
Privatus K. Schiller lässt zum Schluss einen Polyporus giganteus circuliren.
Sechste Sitzung am 28. November 1901. Vorsitzender; Prof. Dr. Fr. Foerster. — Anwesend 51 Mitglieder und 4 Gäste.
Nach der Wahl der Beamten der Gesellschaft für das Jahr 1902 (s. S. 29) spricht
Dr. A. Schlossmann unter Vorführung zahlreicher Projectionsbilder über die biologischen Anschauungen des 19. Jahrhunderts.
An den Vortrag schliesst sich eine längere Discussion, an welcher sich Geh. Hofrath Prof. Dr. 0. Drude, Prof. Dr. Fr. Foerster, Geh. Hof- rath Prof. Dr. E. von Meyer und der Vortragende betheiligen.
Siebente Sitzung am 19. December 1901. Vorsitzender: Prof. Dr. Fr. Foerster. — Anwesend 61 Mitglieder und Gäste.
Geh. Hofrath Prof. Dr. H. Nitsche spricht in längerem, durch Wand- tafeln, Projectionsbilder, Geweihe und Modelle erläutertem Vortrage über das Kenthier als Jagd- und Hausthier der Polarvölker.
Hervorzubeben ist aus der Darstellung, dass der Vortragende, gestützt auf eigene eingehende Studien, nach weist, dass das Kenthier von den verschiedenen altweltlichen Polarvölkern als Hausthier in vier ganz verschiedenen Weisen genützt wird.
Bei den Lappen ist das Ren im Sommer Melkthier und Tragthier, während es im Winter einspännig den einem halben Boote ähnlichen Schlitten zieht. Als Reitthier verwenden es die Lappen niemals.
Bei allen weiter östlich wohnenden Renthierzüchtern wird das Ren dagegen nicht gemolken, sondern nur als Transportthier verwendet.
Bei den Samojeden zieht dasselbe sowohl im Sommer wie im Winter den mehr- spännigen Kufenschlitten, dessen Sitz ziemlich hoch über den Kufen steht.
Von den Tungusen (und Jakuten) wird das Ren nicht vor den Schlitten gespannt, sondern als Reit- und Tragthier benutzt. Reit- und Lastsattel sind nach dem Muster des gewöhnlichen Bocksattels für Pferde gebaut, so dass dieser Lastsattel sich typisch unterscheidet von dem nach ganz anderen Principien gebauten Lastsattel der Lappländer.
Die Behringsvölker des östlichsten Asiens, besonders die Tschuktschen und Korjäken benutzen dagegen das Ren wieder ausschliesslich als Zugthier an mehrspännigen Kufen- schlitten, dessen Sitz aber, wie der der Hundeschlitten, sehr niedrig steht.
Aus letzteren Thatsachen ergiebt sich mit grosser Wahrscheinlichkeit, dass bei den Tungusen die Renthiernutzung nicht ursprünglich üblich war, sondern bei ihnen das Ren an die Stelle des Pferdes trat, als dieser mongolische Volksstamm aus seiner ursprünglichen südlichen Heimath in die polaren Gebiete hinaufgedrängt wurde.
Ebenso scheinen die Behringsvölker aus ihrer eigentlichen Heimath, dem nörd- lichsten Amerika nur den Hund als Zugthier mitgebracht und erst in Asien das Ren als theilweisen Ersatz für ihn angenommen zu haben.
Excursion. An Stelle der Hauptversammlung vom 26. September 1901 fand am Nachmittag des 28. September d. J. unter Führung von Prof. H. Engelhardt eine Besichtigung des Albertparkes in Dresden- Neustadt statt, an welcher sich 12 Mitglieder und Gäste betheiligten.
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Yeränderungen im Mitgliederbestände.
Gestorbene Mitglieder:
Am 14. September 1901 starb in Blasewitz Architect Richard Günther, wirkliches Mitglied seit 1891.
Am 1. December 1901 starb der consultirende Bergingenieur Adolf Hering, von 1895 — 1899 wirkliches Mitglied unserer Gesellschaft, seitdem correspondirendes Mitglied in Freiberg.
Neu aufgenommene wirkliche Mitglieder:
Barthel, Theod., Kais. Obertelegraphenassistent in Dresden, am 19. De- cember 1901;
Dieseldorff, Arth., Dr. phiL, Assistent am mineralog. Institut der K. Technischen Hochschule in Dresden,
Fehrmann, Max, Bürgerschullehrer in Dresden,
Gerlach, G. Th., Dr. phil, Privatus in Dresden, am 28. November 1901; Hesse, Waith., Dr. med., Medicinalrath in Dresden,
His, Wilh., Dr. med., Oberarzt am städtischen Krankenhaus in Dresden,
Hoffmann, Rieh., Dr. med. in Dresden,
Kunz-Krause, Herrn., Dr. phil, Professor an der K. Thierärztlichen Hoch- schule in Dresden, am 28. November 1901;
Meigen, Frdr., Dr. phil., Realschuloberlehrer in Dresden, am 19. De- cember 1901 ;
Meis er, Emil, Mechaniker in Dresden, am 28. November 1901;
Müller, Otto, Dr. med. in Dresden, am 19. December 1901;
Richter, M. Em., Dr. jur., Rechtsanwalt in Dresden, am 28. November 1901; Rössner, Paul, Bezirksschullehrer in Löbtau,
Schanz, Fritz, Dr. med. in Dresden,
am 24. Oc- tober 1901;
am 19. De- cember 1901;
I am 19. December 1901.
In die wirklichen Mitglieder sind übergetreten:
Stauss, Waith., Dr. phil., Chemiker in Dresden;
Vater, Heinr., Dr. phil., Professor an der K. Forstakademie in Tharandt.
Neu ernanntes Ehrenmitglied:
Rad de, Gust., Dr. phil., Kais. Russ. Staatsrath, Director des Kaukasischen Museums in Tiflis, am 28. November 1901.
In die correspondirenden Mitglieder ist übergetreten: Petrascheck, Wilh., Dr. phil., Sectionsgeolog in Wien.
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Freiwillige Beiträge zur Gesellschaftskasse
zahlten: Dr. Amthor, Hannover, 3 Mk.; Prof. Dr. Bachmann, Plauen i. V., 3 Mk.; K. Bibliothek, Berlin, 3 Mk.; naturwissensch. Modelleur Bl aschka, Hosterwitz, 3 Mk.; Privatus Eisei, Gera, 3 Mk.; Bergmeister Hartung, Lohenstein, 4 Mk.; Bergingenieur Hering, Freiherg, 3 Mk. 15 Pf.; Prof. Dr. Hibsch, Liebwerd, 3 Mk.; Bürgerschullehrer Hof mann, Grossenhain, 3 Mk.; Apotheker Dr. Lange, Werningshausen, 6 Mk,; Fabrikbesitzer Dr. Naschold, Aussig, 15 Mk. 10 Pf.; Prof. Naumann, Bautzen, 3 Mk.; Stabsarzt Dr. Naumann, Gera, 3 Mk.; Betriebsingenieur a. D, Prasse, Leipzig, 6 Mk.; Dr. Reiche, Santiago -Chile, 3 Mk.; Director Dr. Reide- ln ei st er, Schönebeck, 3 Mk.; Prof. Dr. Schneider, Blasewitz, 9 Mk. ; Oberlehrer Seidel I, Zschopau, 3 Mk. 20 Pf.; Rittergutspachter Sieber, Grossgrabe, 3 Mk. 15 Pf.; Fabrikbesitzer Dr. Siemens, Dresden, 100 Mk.; Dr. Stau SS, Hamburg, 3 Mk.; Prof. Dr. Sterzei, Chemnitz, 3 Mk.; Landes- geolog Dr. Steuer, Darmstadt, 3 Mk. 10 Pf.; Prof. Dr. Vater, Tharandt, 3 Mk.; Oberlehrer Wolff, Pirna, 3 Mk. — ln Summa 197 Mk. 70 Pf.
G. Lehmann, Kassirer der „Isis“.
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Beamte der Isis im Jahre 1902.
Yorstand.
Erster Vorsitzender: Prof. Dr. Fr. Foerster.
Zweiter Vorsitzender: Prof. H. Engelhardt.
Kassirer: Hofbuchhändler G. Lehmann.
Directorium.
Erster Vorsitzender: Prof. Dr. Fr. Foerster.
Zweiter Vorsitzender: Prof. H. Engelhardt.
Als Sectionsvorstände:
Geh. Hofrath Prof. Dr. H. Nitsche,
Geh. Hofrath Prof. Dr. 0. Drude,
Prof. Dr. E. Kalkowsky,
Prof. Dr. J. Deichmüller,
Privatdocent Dr. A. Schlossmann,
Prof. Dr. Ph. Weinmeister.
Erster Secretär: Prof. Dr. J. Deichmüller.
Zweiter Secretär: Institutsdirector A. Thümer.
Y erwaltungsrath.
Vorsitzender: Prof. H. Engelhardt.
Mitglieder: 1. Fabrikbesitzer L. Gut h mann,
2. Privatus W. Putscher,
3. Fabrikbesitzer E. Kühnscherf,
4. Prof. Dr. G. Helm,
5. Prof. H. Fischer,
6. Fabrikbesitzer Dr. Fr. Siemens.
Kassirer: Hofbuchhändler G. Lehmann.
Bibliothekar: Privatus K. Schiller.
Secretär: Institutsdirector A. Thümer.
Sectionsheamte.
I. Seetion für Zoologie.
Vorstand: Geh. Hofrath Prof. Dr. H. Nitsche. Stellvertreter: Oberlehrer Dr. J. Thallwitz.
Protocollant: Institutsdirector A. Thümer.
Stellvertreter: Dr. A. Naumann.
II. Seetion für Botanik.
Vorstand: Geh. Hofrath Prof. Dr. 0. Drude.
Stellvertreter: Prof. K. Wobst.
Protocollant: Garteninspector F. Le dien.
Stellvertreter: Dr. A. Naumann.
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III. Section für Mineralogie und Geologie.
Vorstand: Prof. Dr. E, Kalkowsky.
Stellvertreter: Prof. Dr. W. Bergt.
Protocollant: Oberlehrer Dr. R. Nessig.
Stellvertreter: Oberlehrer Dr. P. Wagner.
IV. Section für prähistorische Forschungen.
Vorstand: Prof. Dr. J. Deichmüller.
Stellvertreter: Oberlehrer H. Döring.
Protocollant: Taubstummenlehrer 0. Ebert.
Stellvertreter: Lehrer H. Ludwig.
V. Section für Physik und Chemie.
Vorstand: Privatdocent Dr. A. Schlossmann.
Stellvertreter: Dr. A. Beythien.
Protocollant: Dr. H. Thiele.
Stellvertreter: Dr. R. Engelhardt.
VI. Section für Mathematik.
Vorstand: Prof. Dr. Ph. Weinmeister.
Stellvertreter : Oberlehrer Dr. A. W i 1 1 i n g.
Protocollant: Privatdocent Dr. E. Naetsch.
Stellvertreter: Oberlehrer Dr. J. von Vieth.
Redactions - Comite.
Besteht aus den Mitgliedern des Directoriums mit Ausnahme des zweiten Vorsitzenden und des zweiten Secretärs.
Bericht des Bibliothekars.
Im Jahre 1901 wurde die Bibliothek der ,,Isis“ durch folgende Zeit- schriften und Bücher vermehrt:
A. Durch Tauscli.
I. E 11. x* o p a.
1. Deutschland.
Altenburg: Naturforschende Gesellschaft des Osterlandes. — Mitteil., neue Folge, 9. Bd. [Aa 69.]
Annaher g-BuchhoU: Verein für Naturkunde.
Augsburg: Naturwissenschaftlicher Verein für Schwaben und Neuburg. Bamberg: Naturforschende Gesellschaft. — XVIII. Bericht. [Aa 19.] Bautzen: Naturwissenschaftliche Gesellschaft „Isis“.
Berlin: Botanischer Verein der Provinz Brandenburg. — Verhandl., Jahrg.42. [Ca 6.]
Berlin: Deutsche geologische Gesellschaft. — Zeitschr., Bd. 52, Heft 3 und 4; Bd. 53, Heft 1-3. [Da 17.]
Berlin: Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte. — Verhandl., Juni 1900 bis April 1901. [G 55.]
Bonn: Naturhistorischer Verein der preussischen Bheinlande, Westfalens und des Keg.-Bez. Osnabrück. — Verhandl., 57. Jahrg. [Aa 93.] Bonn: Niederrheinische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. — Sitzungs- ber., 1900. [Aa 322.]
Braunschtveig: Verein für Naturwissenschaft.
Bremen: Naturwissenschaftlicher Verein. — Abhandl., Bd. XV, Heft 3; Bd. XVH, Heft 1. [Aa 2.]
Breslau: Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur. — 78. Jahresber. [Aa 46.]
Chemnitz: Naturwissenschaftliche Gesellschaft.
Chemnitz: K. Sächsisches m.eteorologisches Institut. — Jahrbuch, XVI. Jahrg., 1. — 2. Abth. [Ec 57.] — Abhandl., Heft 5 — 6. [Ec 57 b.] — Dekaden Monatsberichte 1900. [Ec 57c.] — Das Klima des Königreichs Sachsen, Heft 6. [Ec 57.]
Danziq: Naturforschende Gesellschaft. — Schriften, Bd. X, Heft 2 — 3. [Aa 80.]
Darmstadt: Verein für Erdkunde und Grossherzogi. geologische Landes- anstalt. — Notizbl., 4. Folge, 21. Heft. [Fa 8.]
Donaueschingen: Verein für Geschichte und Naturgeschichte der Baar und der angrenzenden Landesteile.
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Dresden: Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. — Jahresber., 1899 — 1900. [Aa 47.]
Dresden: Gesellschaft für Botanik und Gartenbau ,,Flora‘^ — Sitzungsber.
u. Abbandl., 4. u. 5. Jabrg. [Ca 26.]
Dresden: K. Mineralogisch -geologisches Museum.
Dresden: K. Zoologisches und Anthrop.-ethnogr. Museum.
Dresden: K. Oeffentliche Bibliothek.
Dresden: Verein für Erdkunde.
Dresden: K. Sächsischer Altertumsverein. — Neues Archiv für Sachs.
Geschichte und Altertumskunde, Bd. XXIl. [G 75.]
Dresden: Oekonomische Gesellschaft im Königreich Sachsen. — Mittheil.
1900— 1901. [Ha 9.]
Dresden: K. Thierärztliche Hochschule. — Bericht über das Veterinär wesen in Sachsen, 45. Jahrg. [Ha 26.]
Dresden: K. Sächsische Technische Hochschule. — Bericht über die K. Sächs. Techn. Hochschule a. d. Jahr 1900 — 1901; Verzeichniss der Vorlesungen und Uehungen sammt Stunden- und Studienplänen, S.-S. 1901, W.-S.
1901— 1902. [Je 63.] — Personalverz. Nr. XXIH. [Je 63b.] Dürhlieim: Naturwissenschaftlicher Verein der Rheinpfalz „Pollichia“. —
LVH. u. LVHI. Jahresber.; Mitteil. Nr. 13 — 15. [Aa 56.]
Düsseldorf: Naturwissenschaftlicher Verein.
Elberfeld: Naturwissenschaftlicher Verein.
Emden: Naturforschende Gesellschaft. — 85. Jahresber. [Aa 48b.] Emden: Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer. Erfiwt: K. Akademie gemeinnütziger Wissenschaften. — Jahrb., Heft XXV bis XXVII. [Aa 263.] _
Erlangen: Physikalisch -medicinische Societät.
Frankfurt a. M.: Senckenhergische naturforschende Gesellschaft. — Bericht für 1901. [Aa 9 a.]
Frankfurt a. M,: Physikalischer Verein. — Jahresber. für 1899—1900. [Eb 35.]
Frankfurt a. 0.: Naturwissenschaftlicher Verein des Regierungsbezirks Frankfurt. — „Helios“, 18. Bd.; Societatum litterae, Jahrg. XIV. [Aa 282.]
Freiberg: K. Sächs. Bergakademie. — Programm für das 136. Studien- jahr. [Aa 323.]
Frefburg i. B.: Naturfor sehende Gesellschaft.
Gera: Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften.
Giessen: Oberhessisebe Gesellschaft für Natur- und Heilkunde.
Görlitz: Naturforschende Gesellschaft. — Abhandl., Bd. 23. [Aa 3.J Görlitz: Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften. — Neues Lau- sitzisches Magazin, Bd. 76; Codex diplomat. Lusatiae superioris H, Bd. II, Heft 1. [Aa 64.]
Görlitz: Gesellschaft für Anthropologie und Urgeschichte der Oberlausitz. Greifsiuald: Naturwissenschaftlicher Verein für Neu -Vorpommern und Rügen. — Mittheil., 32. Jahrg. [Aa 68.]
Greifsiuald: Geographische Gesellschaft.
Guben: Niederlausitzer Gesellschaft für Anthropologie und Urgeschichte. — Mittheil., VI. Bd., Heft 6 — 8. [G 102.]
Güstroiu : Verein der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg.
Halle a. S.: Naturforschende Gesellschaft.
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Halle a. S.: Kais. Leopoldino-Carolinische deutsche Akademie. — Leopoldina, Heft XXXVI, Nr. 12; Heft XXXVII. [Aa 62.]
Halle a. S.: Verein für Erdkunde. — Mitteil., Jahrg. 1901. [Fa 16.] Hamburg: Naturhistorisches Museum. — Jahrbücher, Jahrg. XVII, mit Bei- heft 1—4. [Aa 276.]
Hamburg: Naturwissenschaftlicher Verein. — Abhandl., Bd. XVI, 2. Hälfte.
[Aa 293.] — Verhandl., HI. Folge, 8. Heft. [Aa 293b.]
Hamburg: Verein für naturwissenschaftliche Unterhaltung. — Verhandl., Bd. XI. [Aa 204.]
Hanau: Wetterauische Gesellschaft für die gesammte Naturkunde. Hannover: Naturhistorische Gesellschaft. - — Jahresber. 48 u, 49. [Aa 52.] Hannover: Geographische Gesellschaft.
Heidelberg: Naturhistorisch -medicinischer Verein. — Verhandl., Bd. VI, Heft 4 — 5. [Aa 90.]
Hof: Nordoberfränkischer Verein für Natur-, Geschichts- und Landeskunde. Karlsruhe: Naturwissenschaftlicher Verein. — Verhandl., Bd. XIV. [Aa 88. Karlsruhe: Badischer zoologischer Verein. — Mitteil., Nr. 1 — 10. [Ba 27. Kassel: Verein für Naturkunde. — Abhandl. und Bericht, Nr. 46. [Aa 242.^ Kassel: Verein für hessische Geschichte und Landeskunde. — Zeitschr., Bd. XXIV, 2. Heft; Bd. XXV; Mittheil., Jahrg. 1899 u. 1900. [Fa 21.] Kiel: Naturwissenschaftlicher Verein für Schleswig -Holstein. — ScWften, Bd. XH, 1. Heft. [Aa 189.]
Köln: Redaction der Gaea. — Natur und Lehen, Jahrg. 37. [Aa 41.] Königsberg i. Pr.: Physikalisch -ökonomische Gesellschaft. — Schriften, 41. Jahrg. [Aa 81.] — Bericht über die Verwaltung des Ostpreus- sischen Provinzialmuseums von 1893 — 95. [Aa 81b.]
Königsberg i. Pr.: Altertums -Gesellschaft Prussia.
Krefeld: Verein für Naturkunde.
Landshut: Botanischer Verein. — Bericht 16. [Ca 14.]
Leipzig: Naturforschende Gesellschaft. — Sitzungsber., Jahrg. 26 u. 27. [Aa 202.]
Leipzig: K. Sächsische Gesellschaft der Wissenschaften. — Berichte über die Verhandl., mathem.-phys. Classe, LH. Bd., Heft 6 u. 7; LIII. Bd., Heft 1 — 3. [Aa 296.]
Leipzig: K. Sächsische geologische Landesuntersuchung. — Erläuterungen zu Sect. Glauchau -Waldenburg (Bl. 94), 2. Aufl. [De 146.]
Lübeck: Geographische Gesellschaft und naturhistorisches Museum. — Mitteil., 2. Reihe, Heft 14 u. 15. [Aa 279 b.]
Lüneburg: Naturwissenschaftlicher Verein für das Fürstentum Lüneburg.
— Jahresh. XV, mit Erinnerungsschrift. [Aa 210.]
Magdeburg: Naturwissenschaftlicher Verein.
Mainz: Römisch -germanisches Centralmuseum. — Bericht 1895 — 1900. [G 145.]
Mannheim: Verein für“ Naturkunde.
Marburg: Gesellschaft zur Beförderung der gesummten Naturwissen- schaften. — Sitzungsber., Jahrg. 1899 u. 1900. [Aa 266.]
Meissen: Naturwissenschaftliche Gesellschaft „Isis“. — Beobacht, d. Isis- Wetterwarte zu Meissen i. J. 1900. [Ec 40.] — Mittheilungen aus den Sitzungen des Vereinsjahres 1900 — 1901. [Aa 319.]
Münster: Westfälischer Provinzialverein für Wissenschaft und Kunst. Neisse: Wissenschaftliche Gesellschaft ,,Philomathie“. — 30. Bericht. [Aa28.]
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Nürnberg: Naturhistorische Gesellschaft. — Festschrift zur Säcularfeier 1901. [Aa 5.]
Offenhach: Verein für Naturkunde. — 37. — 42. Bericht. [Aa 27.] Osnabrück: Naturwissenschaftlicher Verein. — XIV. Jahresber. [Aa 177.] Fassau: Naturhistorischer Verein. — 18. Jahresber. [Aa 55.]
Posen: Naturwissenschaftlicher Verein. — Zeitschr. der botan. Abtheil., 7. Jahrg., Heft 3; 8. Jahrg., Heft 1 — 2. [Aa 316.]
Regensburg: Naturwissenschaftlicher Verein.
Regensburg: K. botanische Gesellschaft.
Reichenbach i. V.: Vogtländischer Verein für Naturkunde.
Reutlingen: Naturwissenschaftlicher Verein.
Schneeberg: Wissenschaftlicher Verein.
Stettin: Ornithologischer Verein. — Zeitschr. für Ornithologie und prakt. Geflügelzucht, Jahrg. XXV. [Bf 57.]
Stuttgart: Verein für vaterländische Naturkunde in Württemberg. — Jahres- hefte, Jahrg. 57. [Aa 60.]
Stuttgart: Württembergischer Altertums verein. — Württemberg. Viertel- jahrshefte für Landesgeschichte, n. F., 10. Jahrg. [G 70.]
Tharandt: Redaction der landwirtschaftlichen Versuchsstationen. — Land- wirtsch. Versuchsstationen, Bd. LV; LVI, Heft 1. (In der Bibliothek der Versuchsstation im botan. Garten.)
Thorn: Coppernicus -Verein für Wissenschaft und Kunst.
Trier: Gesellschaft für nützliche Forschungen. — Die Saecularfeier mit Festschr., 1901. [Aa 262.]
Ulm: Verein für Mathematik und Naturwissenschaften.
Ulm: Verein für Kunst und Altertum in Ulm und Oberschwaben. Weimar: Thüringischer botanischer Verein. ^ — Mittheil., n.F., 15. Heft. [Ca 23.] Wernigerode: Naturwissenschaftlicher Verein des Harzes.
Wiesbaden: Nassauischer Verein für Naturkunde.
Würzburg: Physikalisch-medicinische Gesellschaft. — Sitzungsber., Jahrg. 1900. [Aa 85.]
Zerbst: Naturwissenschaftlicher Verein.
Zivickau: Verein für Naturkunde.
2. Oesterreich-Ungarn.
Aussig: Naturwissenschaftlicher Verein.
Bistritz: Gewerbelehrlingsschule. — XXV. Jahresber. [Je 105.]
Brünn: Naturforschender Verein. — Verhandh, Bd. XXXVHI, u. 18. Bericht der meteorolog. Commission. [Aa 87.]
Brünn: Lehrerverein, Club für Naturkunde. — Bericht HI. [Aa 330.] Budapest: Ungarische geologische Gesellschaft. — Földtani Közlöny, XXX.
köt., 10 — 12. füz.; XXXI. köt., 1 — 9. füz. [Da 25.]
Budapest: K. Ungarische naturwissenschaftliche Gesellschaft, und: Ungarische Akademie der Wissenschaften. — Mathemat. u. naturwissensch. Berichte, 14.— 16. Bd. [Ea 37.]
Graz: Naturwissenschaftlicher Verein für Steiermark. — Mittheil., Jahrg. 1900. [Aa 72.]
Hermannstadt: SiebenbürgischerVerein für Naturwissenschaften. — Verhandl.
und Mittheil., L. Jahrg. [Aa 94.]
Iglo: Ungarischer Karpathen -Verein.
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Innsbruck: Naturwissenschaftlicli-medicinisclier Verein. — Berichte, XXVI. Jahrg. [Aa 171.]
Klagenfurt: Natur historisches Landes -Museum von Kärnthen. — Jahrbuch, 26. Heft. [Aa 42.] — Diagramme der magnet. u. meteorolog. Beobacht, zu Klagenfurt, 1900. [Ec 64.]
Krakau: Akademie der Wissenschaften. — Anzeiger, 1900, Nr. 10; 1901, Nr. 4-7. [Aa 302.]
Laibach: Musealverein für Krain.
Lins: Verein für Naturkunde in Oesterreich ob der Enns. — 30. Jahresber. [Aa 213.]
Lins: Museum Francisco-Carolinum. — 59. Bericht nebst der 53. Lieferung der Beiträge zur Landeskunde von Oesterreich ob der Enns. [Fa 9.] Prag: Deutscher naturwissenschaftlich -medicinischer Verein für Böhmen „Lotos“. — Sitzungsber., Bd. XX. [Aa 63.]
Prag: K. Böhmische Gesellschaft der Wissenschaften. — Sitzungsber., mathem.- naturwissensch. CI., 1900. [Aa 269.] — Jahresber. für 1900. [Aa 270.] Prag: Gesellschaft des Museums des Königreichs Böhmen. — Geschäftsber.
1900. [Aa272.] — Pamätky archaeologicke, dil.XVIIl, ses.6 — 8; dil.XIX, ses. 1 — 5. [G71.] — Starozit nosti zeme ceske, dil. 1, svazek2. [G71.]
IVag: Lese- und Bedehalle der deutschen Studenten. — Jahresber. für 1900. [Ja 70.]
Prag: Ceska Akademie Cisare Frantiska Josefa. — Kozpravy, trida II, rocnik 9. [Aa 313.]
Presbmg:^ QTQm für Heil- und Naturkunde. — Verhandl., n.F., Heftl2. [Aa92.] Peichenberg: Verein der Naturfreunde. — Mittheil., Jahrg. 32. [Aa 70.J Salsburg: Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. — Mittheil., Bd. XL. [Aa 71.]
Temesvär: Südungarische Gesellschaft für Naturwissenschaften. — Termes- zettudomänyi Füzetek, XXIV. köt., füz. 4; XXV. köt. [Aa 216.] Trencsin: Naturwissenschaftlicher Verein des Trencsiner Comitates. Triest: Museo civico di storia naturale.
Triest: Societä Adriatica di scienze naturali.
Wien: Kais. Akademie der Wissenschaften. — Mittheil, der praehistor. Commission, Bd. 5. [G 111.] — Anzeiger, 1898, Nr. 13—27; 1899; 1900; 1901, Nr. 1-20. [Aa 11.]
Wien: Verein zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse. — Schriften, Bd. XLI. [Aa 82.]
Wien: K. K. naturhistorisches Hofmuseum. — Annalen, Bd. XV, Nr. 3 — 4. [Aa 280.]
Wien: Anthropologische Gesellschaft. — Mittheil., Bd. XXX, Heft 6;
Bd. XXXI, Heft 1—5; Generalregister zu Bd. XXI— XXX. [Bd 1.] Wien: K. K. geologische Reichsanstalt. — Abhandl., Bd. XVI, Heft 1. [Da 1.] — Jahrbuch, Bd. L, Heft 2. [Da 4.] — Verhandl., 1900, Nr. 13—18;
1901, Nr. 1 — 14. [Da 16.] — Geologische Karte der Oesterreich- Ungarischen Monarchie. S.-W.- Gruppe, Nr. 71 u. Nr. 121, mit Erläut. [Da 33.]
Wien: K. K. zoologisch -botanische Gesellschaft — Verhandl., Bd. L, u. Festschrift. [Aa 95.]
Wien: Naturwissenschaftlicher Verein an der Universität.
Wien: Central - Anstalt für Meteorologie und Erdmagnetismus. — Jahr- bücher, Jahrg. 1898; 1899, 1. Theil. [Ec 82.]
36
3. Rumänien.
Bukarest: Institut meteorologique de Roumanie.
4. Schweiz.
: Aargauische naturforschende Gesellschaft. — Mittheil., Heft 9. [Aa317.] Basel: Naturforschende Gesellschaft. — Verhandl., Bd. XIII, Heft 1 — 2;
Register für Bd. XI-— XH; Bd. XIV. [Aa 86.J Bern: Naturforschende Gesellschaft. — MittheiL, Nr. 1451—1499. [Aa 254.' Bern: Schweizerische botanische Gesellschaft. — Berichte, Heft 11. [Ca 24.' Bern: Schweizerische naturforschende Gesellschaft. — Verhandl. der 82.
u. 83. Jahresversammlung. [Aa 255.]
Chur: Naturforschende Gesellschaft Graubündens.
Frauenfeld: Thurgauische naturforschende Gesellschaft. — Mitteil., Heft 14. [Aa 261.]
Freiburg: Societe Fribourgeoise des Sciences naturelles. — Bulletin, vol, VHI. [Aa 264.] — Memoires: Chemie, Bd. I, no. 1 — 2; Botanik, Bd. 1, no. 1; Geologie und Geographie, Bd. I. [Aa 264h.]
St. Gallen: Naturforschende Gesellschaft. — Bericht für 1898— 99. [Aa 23.] Lausanne: Societe Vaudoise des Sciences naturelles. — Bulletin, 4. ser., vol. XXXVI, no. 138; vol. XXXVll, no. 139 — 141. [Aa 248.] Neuchatel: Societe des Sciences naturelles.
Schaffhausen: Schweizerische entomologische Gesellschaft. — Mittheil,, Vol. X, Heft 8. [Bk 222.]
Sion: La Murithienne, societe Valaisanne des Sciences naturelles. Winterthur: Naturwissenschaftliche Gesellschaft.
Zürich: Naturforschende Gesellschaft. — Viertel] ahrsschr., Jahrg. 45, Heft 3 — 4; Jahrg. 46, Heft 1 — 2. [Aa 96.] — Neujahrsbl. 1901. [Aa 96b.]
5. Frankreich.
Amiens: Societe Linneenne du nord de la France.
Bordeaux: Societe des Sciences physiques et naturelles. — Memoires, ser. 5, tome V, cah. 2; appendice au tome V; proces verbaux, annee 1899—1900. [Aa 253.]
Cherbourg: Societe nationale des Sciences naturelles et mathematiques. — Memoires, tome XXXI. [Aa 137.]
Dijon: Academie des Sciences, arts et helles lettres. — Memoires, tome VII. [Aa 138.] ^^ ^
Le Mans: Societe d’agriculture, Sciences et arts de la Sarthe. — Bulletin, tome XXIX, fase. 4; tome XXX, fase. 1. [Aa 221.]
Lyon: Societe Linneenne.
Lyon: Societe d’agriculture, Sciences et industrie.
Lyon: Academie des Sciences et lettres.
Paris: Societe zoologique de France. — Bulletin, tome XXV. [Ba 24.] Toulouse: Societe Frangaise de botanique.
6. Belgien.
Brüssel: Societe royale m.alacologique de Belgique. — Annales, tome XXXIV
bis xxxy. [Bi 1.]
Brüssel: Societe entomologique de Belgique. — Annales, tome XLIV. [Bk 13.] — Memoires, tome VIII. [Bk 13b.]
37
Brüssel: Societe royale de botanique de Belgique. — Bulletin, tome XXXIX. [Ca 16.]
Gembloux: Station agronoinique de l’etat. — Bulletin, no. 69 — 70. [Hb 75.] Lüttich: Societe geologique de Belgique.
7. Holland.
Gent: Kruidkundig Genootscbap ,,I)odonaea“.
Groningen: Naturkundig Genootscbap. — Centralbureau voor de Kennis van de Provincie Groningen en omgebgen streken: Bejdragen, deel 1, stuk 3—4. [Je 80 b.]
Hartem: Musee Teyler. — Archives, ser. II, vol. VII, p. 3. [Aa 317.] Hartem: Societe Hollandaise des Sciences. — Archives Neerlandaises des Sciences exactes et naturelles, ser. II, tome IV, livr. 3 — 3; tome V u. VI. [Aa 357.]
8. Luxemburg.
Luxemburg: botanique du Grandduche de Luxembourg. — Memoires
et travaux, Nr. XIV. [Ca 11.]
Luxemburg: Institut grand-ducal. — Publications, tome XXVI. [Aa 144.] Luxemburg: Verein Luxemburger Naturfreunde ,, Fauna“. — Mittheil., 10. Jahrg. [Ba 36.]
9. Italien.
Brescia: Ateneo. — Commentari per Fanno 1900. [Aa 199.}
Catania: Accademia Gioenia di scienze naturale. — Atti, ser. 4, vol. XIII.
[Aa 149.] — Bollettino, ^fasc. LXIV — LXX. [Aa 149b.]
Florenz: B. Instituto. — Section für Physik und Naturgesch., Publicat., Nr. 38 — 39;. Section für Medicin und Chirurgie, Publicat.. Nr. 15, 18 — 30. [Aa 339.]
Florenz: Societa entomologica Italiana. — Bullettino, anno XXXII, tr. 4; anno XXXIII, tr. 1 — 3. [Bk 193.]
Mailand: Societa Italiana di scienze naturali. — Atti, vol. XXXIX, fase. 3 — 4; vol. XL, fase. 1—3. [Aa 150.] — Memorie, vol. VI, fase. 3. [Aa 150b.]
Mailand: B. Instituto Lombardo di scienze e lettere. — Bendiconti, ser. 3, vol. XXXIII. [Aa 161.] — Memorie, vol. XVIII, fase. 11; vol. XIX, fase. 1—4. [Aa 167.]
Modena: Societa dei naturalisti.
Padua: Societa Veneto Trentina di scienze naturali.
Palermo : Societa di scienze naturali ed economiche. — Giornale, vol. XXII. [Aa 334.]
Parma: Bedazione del Bullettino di paletnologia Italiana.
Pisa: Societa Toscana di scienze naturali. — Processi verbali, vol. XII (35. XL 1900-5. V. 1901.) [Aa 309.]
Pom: Accademia dei Lincei. — Atti, Bendiconti, ser. 5, vol. IX, 3. sem., fase. 11 — 13; vol. X, 1. sem.; 3. sem., fase. 1 — 11. [Aa 336.]
Pom: B. Comitato geologico dTtalia.
Turin: Societa meteorologica Italiana. — Bollettino mensuale, ser. II, vol. XX, no. 7 — 13; vol. XXI, no. 1—8. [Ec 3.]
Venedig: B. Instituto Veneto di scienze, lettere e arti.
Verona: Accademia di Verona. — Atti e Memoire, ser. IV, vol.L, fase. 1. [Ha 14.]
38
10. Grrossbritannien und Irland.
Dublin: Royal geological society of Irland.
Edinhurg: Geological Society. — Transactions, vol. VIII, p. 1. [Da 14.] Edinburg: Scottish meteorological society. — Journal, new. ser., no.70 — 79. [Ec 3.]
Glasgotv: Natural history society.
Glasgoiv: Geological society.
Manchester: Geological society. — Transactions, vol. XXVII, p. 1 — 7. [Da 20.] Neivcastle-upon-Tyne: Tynesicle naturalists field club, und: Natural history society of Northumberland, Durham and Newcastle -upon-Tyne.
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Christiania: Foreningen til Norske fortidsmindesmerksers bevaring. — Aarsberetning for 1898 — 1900. [G 2.] — Kunst og handverk fra Norges fortid, 2. Reihe, Heft 4. [G 81.]
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Stockholm: K. Vitterbets Historie och Antiqvitets Akademien. — Mänads- blad, 1896 u. 1900. [G 135 a.]
Tromsoe: Museum. — Aarsberetning 1898 — 1900; Aarshefter XXHI. [Aa 243.] Upsala: Geological institution of the university. — Bulletin, vol. V, p. 1. [Da 30.]
12. Russland.
Ekqtharpienburg : Societe Ouralienne d’amateurs des Sciences naturelles. — Bulletin, tome XXH. [Aa 259.]
Helsingfors: Societas pro fauna et flora fennica.
Kharkow: Societe des naturalistes ä l’universite imperiale.
Kiew: Societe des naturalistes. — Memoires, tome XVI, livr. 2. [Aa 298.] Moskau: Societe imperiale des naturalistes. — Bulletin, 1900; 1901, no. 1—2. [Aa 134.] ^
Odessa: Societe des naturalistes de la Nouvelle - Russie. — Memoires, tome XXHI, p. 1 — 2. [Aa 256.]
Petersburg: Kais, botanischer Garten. — Acta horti Petropolitani, tomeXVI; tome XV Hl, fase. 1—3. [Ca 10.]
Petersburg: Comite geologique. — Bulletins, vol. XIX; XX, no. 1 — 6. [Da 23.] — Memoires, vol. XIII, no. 3; vol. XVHI, no. 1 — 2. — - Bibliotheque geologique de la Russie, 1897. [Da 24.]
Petersburg: Physikalisches Centralobservatorium. — Annalen, Jabrg. 1899. [Ec r.]
Petersburg: Academie imperiale des Sciences. — Bulletin, nouv. serie V, tome XII, no. 2 — 5; tome XHI, no. 1—3. [Aa 315.]
Petersburg: Kaiserl. mineralogische Gesellschaft. — Verbandl., 2. Ser., Bd. 38, Lief. 2; Bd. 39, Lief. 1. [Da 29.] — Travaux de la section geologique du cabinet de sa majeste, vol. IH, livr. 2; vol. IV. [Da 29c.] Riga: Naturforscher-Verein. — Arbeiten, n. F., 10. Heft. [Aa 12.] — Korrespondenzblatt, XLIV. [Aa 34.]
39
II«. ^ m e I* i li a.
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Buffalo: Society of natural Sciences. — Bulletin, vol. VII, no. 1. [Aa 185.] Cambridge: Museum of comparative zoology. — Bulletin, vol. XXXVI, no. 5-8; vol. XXXVII, no. 3; vol. XXXVIII, no. 1-4; vol. XXXIX, no. 1. — Annual report 1898 — 1901. [Ba 14.]
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Halifax: Nova Scotian institute of natural Science. — Proceedings and transactions, 2. ser., vol. III, p. 2. [Aa 304.]
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Mikuaukee: Public Museum of the City of Milwaukee.
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40
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Cordoha: Academia nacional de ciencias. — Boletin, tomo XVI, entr. 2 — 4. [Aa 208 a.]
Moritevideo: Museo nacional. — Anales, fase. XVII — XXL [Aa 326.]
Rio de Janeiro: Museo nacional.
San Jose: Instituto fisico-geografico y del museo nacional de Costa Rica. — Insectos, Moluscos de Costa Rica. [Aa 297.]
Säo Paulo: Commissäo geographica e geologica de S. Paulo.
La Plata: Museum.
Santiago de Chile: Deutscher wissenschaftlicher Verein.
111. A. s i e n«
Batavia: K. naturkundige Vereeniging. — Xatuurk. Tijdschrift voor Nederlandsch Indie, Deel 60. [Aa 250.]
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IV- ^ n s t r a 1 i e n.
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B. Durch Creschenke.
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Fritsch, A.: Fauna der Gaskohle und der Kalksteine der Permformation Böhmens. Bd. IV, Heft 3. [Dd 19.]
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42
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Worgitzlcy, G.: Blütengeheimnisse. 1901. [Cc 68.]
Ziegler^ J. und König^ W.: Das Klima von Frankfurt a. M. [Ec 85.]
C. Durch Kauf.
Abhandlungen der Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft, Bd. XXV, Heft 2; Bd. XXVI, Heft 3; Bd. XXVIII. [Aa 9.]
Anzeiger für Schweizer Alterthümer, neueFolge, Bd.HI, Heft 1, mit Beil. [Gl.] Anzeiger, zoologischer, Jahrg. XXIV. [Ba 21.]
Bronn' s Klassen und Ordnungen des Thierreichs, Bd. H, Abth. 3 (Echino- dermen). Lief. 37 — 43; Bd. III (Mollusca), Lief. 54 — 61; Suppl., Lief. 26 — 30; Bd. V (Crustacea), Abth. 2, Lief. 60—62; Bd. VI, Ahth. 1 (Pisces), Lief. 1. [Bb 54.]
Gebirgsverein für die Sächsische Schweiz : Ueber Berg und Thal, Jahrg. 1901. [Fa 19.]
Hedwigia, Bd. 40. [Ca 2.]
Jahrbuch des Schweizer Alpenclub, Jahrg. 36. [Fa 5.]
Monatsschrift, deutsche botanische, Jahrg. 19. [Ca 22.]
Nachrichten, entomologische, Jahrg. 17. [Bk 235.] (Vom Isis -Lesezirkel.) Natur, Jahrg. 49. [Aa 76.] (Vom Isis- Lesezirkel.)
Prähistorische Blätter, Jahrg. XHI. [G 112.]
Suess, E,\ Das Antlitz der Erde. Bd. III, 1. [De 161.]
Wochenschrift, naturwissenschaftliche, Bd. XVI. [Aa 311.] (Vom Isis -Lese- zirkel.)
Zeitschrift, allgemeine, für Entomologie, Bd. VI. [Bk 245.]
Zeitschrift für die gesammten Naturwissenschaften, Bd. 73, Nr. 3 — 6;
Bd. 74, Nr. 1—2. [Aa 98.]
Zeitschrift für Meteorologie, Bd. 18. [Ec 66.]
Zeitschrift für wissenschaftliche Mikroskopie, Bd. XVII, Heft 2—4;
Bd. XVIII, Heft 1—2. [Ee 16.]
Zeitschrift, Oesterreichische botanische, Jahrg. 51. [Ca 8.]
Zeitung, botanische, Jahrg. 59. [Ca 9.]
Abgeschlossen am 31. December 1901.
C. Schiller, Bibliothekar der „Isis“.
Zu besserer Ausnutzung unserer Bibliothek ist für die Mitglieder der ,,Isis“ ein Lesezirkel eingerichtet worden. Gegen einen jährlichen Beitrag von 3 Mark können eine grosse Anzahl Schriften bei Selbstbeförderung der Lesemappen zu Hause gelesen werden. Anmeldungen nimmt der Biblio- thekar entgegen.
Abhandlungen
der
Naturwissenschaftlichen Gesellschaft
ISIS
in Dresden.
1901.
I. Charles Hermite*).
Yon Martin Krause.
Am 14. Januar d. J. starb in Paris der Altmeister der französischen Mathematiker, Charles Hermite. Ein Leben, aiisgefüllt von der reinsten und tiefsten Pflege unserer schönen Wissenschaft, reich an Erfolgen und Ehren, nahm damit sein schmerzliches Ende. Wie weit verbreitet und hochangesehen der Name Hermite war, wie einschneidend und mächtig seine Arbeiten auf den verschiedenen Gebieten unserer Wissenschaft ge- wirkt hatten, das zeigte sich vor allem an seinem 70. Geburtstage, den er am 24. December 1892 in voller geistiger und körperlicher Frische verleben durfte. Die gesammten Mathematiker Frankreichs vereinigten sich mit vielen Hunderten von Mathematikern aus der ganzen civilisirten Welt, darunter die besten Namen, um ihm ihre Huldigung und den Ausdruck ihrer Dankbarkeit darzubringen.
Wir Deutschen haben besonderen Grund, seiner mit Pietät zu gedenken. Als junger Student sandte er seine Erstlingsarbeiten an Jacobi, aus dessen Schriften sie hervorgegangen waren, und nahm von ihm die ersten Lor- beeren in seinem an Erfolgen so reichen Leben entgegen. Jacobi’ s Ein- fluss hat ihn sein Leben lang begleitet — die Fundamenta nova lagen stets auf seinem Arbeitstische — daneben aber verbanden ihn unausgesetzt enge wissenschaftliche und persönliche Beziehungen mit den besten unserer deutschen Mathematiker, mit Borchardt, Kronecker, Heine und vielen der jetzt noch Lebenden. In einer etwas dürren Zeit war es ihm be- schieden, das Studium der Werke von Gauss und von Jacobi in Frank- reich heimisch zu machen, und während seines ganzen wissenschaftlichen Lebens war er ein Vermittler der deutschen und der französischen Mathematik. Als Rosenhain, als Kronecker, Kummer und Weierstrass uns durch den unerbittlichen Tod entrissen wurden, da war er es, der ihren Verlust in der französischen Academie verkündigte und dem Schmerze um den- selben beredten Ausdruck gab. Als die Universität Heidelberg im Jahre 1886 ihr fünfhundertjähriges Jubiläum feierte, da nahm er als Ehrengast und Vertreter der französischen Academie daran Theil, kurz, bei allen Gelegenheiten, wo er konnte, zeigte er sein Interesse und seine Sympathie für unsere deutsche Wissenschaft.
*) Vortrag, gehalten in der mathematischen Section der naturwissenschaftlichen Gesellschaft Isis in Dresden am 18. April 1901.
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Umgekelirt aber ist sein Einfluss auf die Entwickelung der mathe- matischen Studien in Deutschland in den letzten Jahrzehnten ein grosser und mächtiger gewesen. In erster Linie waren es naturgemäss seine Schriften, die sich hierbei wirksam zeigten, zumal- ein wichtiger Theil der- selben in deutschen Journalen veröffentlicht ist, daneben aber war es auch der Einfluss seiner ebenso liebenswürdigen, wie mächtigen Persönlichkeit, die sich in seinen Briefen an alle diejenigen aussprach, die sich ihm wissenschaftlich nahten. In seiner Begrüssungsrede am 24. December 1892 sagte Herr Darboux mit vollem Hecht: ,,Accueillant avec bienveillance toutes les Communications, M. Hermite n’a pas tarde ä entrer en relations avec les etudiants et les geometres du monde entier. Bepondant ä tous, au plus humble comme au plus illustre, sans mesurer son temps ni sa peine, que de fois il a su repandre d’une main liberale, et sans rien re- clamer pour lui meme, ces indications geniales, qui communiquees ä un esprit bien doue, peuvent Feclairir subitement, lui faire franchir le pas difficile et lui inspirer une longue suite d’excellents travaux.“
Unter diesem Briefwechsel nimmt der mit deutschen Mathematikern einen hervorragenden Platz ein. Selbstverständlich ist es nicht möglich, das von hier aus statistisch festzustellen, sicher aber hat Hermite durch seine stets anerkennende, aufmunternde und liebenswürdige Art auf viele unserer deutschen Fachgenossen in glücklichster Weise gewirkt.
Da ist es denn eine Pflicht der Pietät, wenn seiner auch bei uns in dankbarer und eingehender Weise gedacht wird.
Ueber die äusseren Lebensschicksale Hermite’s ist mir nur wenig bekannt geworden. Zu Dieuze in Lothringen im Jahre 1822 geboren, be- suchte er nach einander das Lyceum von Nancy und die Lyceen „Henry IV“ und „Louis le Grand“ in Paris. Schon auf der Schule fesselte ihn die Lectüre mathematischer Werke, insbesondere der Algebra von Lagrange und der Zahlentheorie von Gauss. Er pflegte später öfters zu bemerken, dass es vor allem diese Werke gewesen seien, aus denen er Algebra ge- lernt habe. Ende 1842 bezog er die polytechnische Schule in Paris in der Absicht, Ingenieur zu werden. Hier fesselte ihn aber das Studium der reinen Mathematik in dem Grade, dass er die praktische Laufbahn aufgab und sich ganz der reinen Mathematik zuwandte. 1848 begann Hermite als Repetent für analytische Mathematik am Polytechnicum seine Lehrthätigkeit. Im Jahre 1856 wurde er zum Mitgliede der Pariser Academie der Wissenschaften gewählt, im Jahre 1862 schaffte man für ihn einen Lehrstuhl an der Ecole Normale, nur wenig später wurde er zu gleicher Zeit Professor an der Ucole Polytechnique und an der Sorbonne. Hier entfaltete er eine äusserlich und innerlich reich gesegnete und bedeutungs- volle Thätigkeit, unter anderem war es ihm vergönnt, jene hervorragenden jungen Männer zu seinen begeisterten Schülern zu zählen, die jetzt den ersten Platz unter den Mathematikern Frankreichs einnehmen.
Bewunderungswürdig war die geistige Frische, die er sich bis an sein Ende bewahrte. Bis in die letzten Lebensjahre hinein noch schöpferisch thätig, beobachtete er die mathematische Entwickelung der neuesten Zeit mit Liebe und mit Interesse. Fand auch nicht jede Phase derselben seine Zustimmung, so schied er doch mit der Ueberzeugung und der Gewissheit aus dem Leben, dass der Mathematik im 20. Jahrhundert eine glückliche und grosse Zukunft gewiss sei.
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Die Zahl der in vielen Zeitschriften der verschiedensten Länder zer- streuten Arbeiten von Hermite ist eine sehr bedeutende, die Arbeiten selbst erstrecken sich im wesentlichen auf drei Gebiete, die Analysis, die Algebra und die Zahlentheorie.
Es kann mir nicht beikommen, im Laufe einer kurzen Stunde eine eingehende und abgeschlossene Würdigung aller dieser vielen Arbeiten geben und damit den wissenschaftlichen Inhalt eines so überaus reichen und gesegneten Lebens erschöpfend darstellen zu wollen. Schon die Art seiner Arbeiten würde das unmöglich machen. Mit dem sicheren Blicke des Genies hat Hermite es verstanden, Probleme herauszufinden und zu bearbeiten, die den Keim einer grossen Entwickelung in sich trugen, und hat dieser Entwickelung die Wege gezeigt und geebnet. Unter, solchen Umständen schliesst eine eingehende Darstellung seiner Arbeiten zu gleicher Zeit die Geschichte grösserer mathematischer Disciplinen in den letzten fünfzig Jahren in sich und würde mehr Zeit beanspruchen als mir zur Verfügung steht. Ich will mich daher damit begnügen, gewisse Arbeiten analytischen Charakters zusammen mit ihren Anwendungen auf Algebra und Zahlentheorie in etwas ausführlicherer Weise zu besprechen, die übrigen Arbeiten Hermite ’s dagegen nur kurz zu charakterisiren.
Eine überaus grosse Anzahl analytischer Arbeiten, die ihn vor allem in den späteren Jahren seines Lebens in Anspruch nahmen, fällt in das Gebiet der Differential- und Integralrechnung sammt deren mannigfachen Anwendungen und Beziehungen zu anderen Theorien, wie der Theorie der Fourier’schen Reihen, der elementaren, der Kugel, der Bernouilli’schen und der Gammafunctionen. Es sind vielfach kleinere Aufgaben, die hier behandelt werden. Hermite liebte es, einzelne specielle Probleme, auch solche, die schon von anderen Analytikern behandelt waren, herauszugreifen und in eigenartiger Weise zu Ende zu führen. Hierhin gehören Aufgaben aus der Theorie der höheren Differentialquotienten, der Mac-Laurin’schen Reihe, der Interpolationstheorie, der Partialbruch-Entwickelung gebrochener Functionen, der Auswerthung bestimmter und unbestimmter Integrale, Beziehungen zwischen der Integralrechnung und den Kettenbrüchen, Ent- wickelung wichtiger Eigenschaften der Gammafunctionen und ähnliche Probleme. Es sind nicht immer die höchsten Aufgaben, die sich hier dar- bieten, gleichbleibend ist aber das analytische Geschick und die Originalität in der Behandlung derselben. Es zeigt sich eine Meisterschaft und eine Feinheit in der Behandlung des Calcüls, wie sie vor ihm, etwa Gauch y besessen hat und wie sie heute immer mehr und mehr im Verschwinden begriffen ist.
Unter allen jenen vielen Arbeiten dürften nun wohl den ersten Platz diejenigen über die Kettenbrüche einnehmen, die ihn lange beschäftigten, ihn im Jahre 1873 zu der folgenschweren Untersuchung über die Zahl e führten und damit die Brücke zur Lösung des Quadraturproblemes des Kreises abgaben. Jahrhunderte lang hatten sich Berufene und Unberufene damit beschäftigt, die Quadratur des Kreises mit Hülfe von Zirkel und Lineal ‘ durchzuführen , ohne weder dieses Problem lösen, noch die Un- möglichkeit seiner Lösung nachweisen zu können. Es ist das grosse Ver- dienst von Hermite, hier die Wege geebnet zu haben. Im Jahre 1873 erschien die schon angedeutete Arbeit über die Zahl e. In ihr wies er nach, dass e nicht Wurzel einer algebraischen Gleichung irgend welchen Grades mit rationalen Coefficienten sein kann und zwar geschah der Nach-
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weis mit Hülfe gewisser Relationen zwischen bestimmten Integralen, die auf’s engste mit der Theorie der Kettenbrüche Zusammenhängen. Her mite konnte damals einen Zusammenhang zwischen seinen Theorien und dem Quadraturprohlem nicht entdecken oder doch nicht durchführen — wenigstens • schreibt er in demselben Jahre 1873 an Borchardt: „Je ne me hasarderai point ä la recherche d’une demonstration de la transcendance du nombre n. Que d’autres tentent l’entreprise, nul ne sera plus heureux que moi de leur succes, mais croyez-m’en, mon eher ami, il ne laissera pas de leur coüter quelques efforts“.
Und doch bildeten seine Untersuchungen die wesentliche Grundlage für die Lösung des Problems, die im Jahre 1882 von Herrn Lindemann gegeben wurde und allen bisherigen Versuchen einen glänzenden Abschluss gab. Muss hiernach Herrn Linde mann schlechterdings die endgültige Lösung des berühmten Problems als grosses Verdienst zugeschrieben werden, so darf doch auch das Verdienst von Hermite hierbei nicht ausser Acht gelassen werden. Mit Recht bemerkt hierzu Herr Camille Jordan; „On se ferait une idee bien incomplete du role des grandes esprits en les mesurant exclusivement sur les verites nouvelles qu’ils ont enoncees explicitement. Les methodes qu’ils ont leguees ä leurs successeurs, en leur laissant le soin de les appliquer ä de nouveaux prohlemes qu’eux-memes ne prevoyaient peut-etre pas, constituent une autre part de leur gloire et parfois la principale, comme le montre l’exemple de Leibnitz‘‘.
Wir kommen nunmehr zu einer zweiten grossen Kategorie von Arbeiten, die sich auf die Theorie der elliptischen und hyperelliptischen Transcen- denten und deren mannigfache Anwendungen beziehen. Wie ein rother Faden ziehen sich diese Arbeiten durch das Leben von Hermite — sie beginnen mit dem Jahre 1843, werden zeitweise durch andere Arbeiten durchbrochen, kehren aber bis in sein spätes Alter immer wieder. In einer seiner ersten Arbeiten aus diesem Gebiete, die sich in einem Briefe an Jacobi aus dem Jahre 1844 befindet, wird schon jenes wichtige Princip entwickelt, welches unter dem Namen des Hermite’schen Trans- formationsprincipes bekannt geworden ist und eine überaus einfache Dar- stellung der überwiegenden Mehrzahl der Thetarelationen zulässt. Kurz skizzirt besteht der Inhalt jenes Theorems darin, dass alle ganzen trans- cendenten Functionen, die gewissen Functionalgleichungen Genüge leisten, sich aus einer bestimmten Anzahl bekannter Functionen linear zusammen- setzen lassen.
Hermite giebt in der citirten Arbeit die ersten Anwendungen auf die Transformationstheorie — in späteren Jahren verwendet er sein Theorem in ausführlicher Weise für die Entwickelung der gesammten Theorie der elliptischen Functionen und zvrar in dem Anhang zur sechsten Ausgabe von Lacroix’s Traite elementaire de calcul differentiel et integral. Andere Autoren haben sich diesem Verfahren angeschlossen, insbesondere möge hier auf das bekannte Werk von Weber verwiesen werden. Die Vorzüge der hier vertretenen Auffassungsweise beruhen in der ungemeinen Durch- sichtigkeit, Klarheit und Allgemeinheit der Methoden, Vorzüge, vor denen die Nachtheile, die in der heuristischen Art des Vorgehens beruhen, zurück- treten müssen.
Auch sonst hat Hermite sich mit der Transformationstheorie viel- fach beschäftigt. In das Jahr 1858 fällt die vollständige Bestimmung der Constanten für die lineare Transformation der Thetafunctionen mit Hülfe
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der Gaus si sehen Summen und etwa in dieselbe Zeit gehört die Auf- stellung der Transformationstabellen für die schon von Jacob i eingeführ- ten achten Wurzeln der Moduln der elliptischen Functionen sowie einiger anderer Ausdrücke. Beide Untersuchungen haben auf das Wesentlichste zur Förderung der Transformationstheorie Anlass gegeben und eine weitere Anzahl wichtiger Arbeiten aus demselben Gebiete hervorgerufen, von denen hier nur an die Arbeiten der H. H. Weber und Koenigsberger erinnert werden möge.
In eingehender Weise hat sich sodann Her mite mit den allgemeinen doppelt periodischen Functionen beschäftigt, die er in drei Arten eintheilt. Für die Functionen erster und zweiter Art giebt er eine Zerfällung in gewisse Elementarfunctionen und auch bei den Functionen dritter Art, die er vielfach in den Kreis seiner Betrachtungen zieht, ist ihm die Elementar- function bekannt, auf welche Herr Appell in seinen grundlegenden Arbeiten über diese Functionen geführt wird. Diese Elementarfunctionen sowie andere einfache doppelt periodische Functionen der verschiedenen Arten sucht Her mite auf mannigfachem Wege durch unendliche Reihen, seien es Potenz oder Fourier’sche Reihen, darzustellen. Er kommt hierbei in glück- lichster Weise zu neuen Resultaten, die befruchtend und anregend auf die spätere Entwickelung der genannten Disciplinen gewirkt haben und zu dem eisernen Bestand der heutigen Theorie der elliptischen Eunctionen gehören.
Mit den angedeuteten Arbeiten ist der Kreis der Hermite’schen Untersuchungen aus der Theorie der elliptischen Transcendenten aber noch keineswegs abgeschlossen. Es finden sich noch Arbeiten über die ver- schiedensten Theile derselben, über das Additionstheorem, über die Reihen- entwickelungen für den Modul der elliptischen Functionen, über die Inte- graltheorie, weitere specielle Fragen der Transformationstheorie u. s. f., so dass man füglich sagen kann, dass es nur wenige Theile dieser weitver- zweigten Wissenschaft geben dürfte, die von ihm nicht wesentlich ge- fördert sind. Die Arbeiten reichen bis in sein Alter — es finden sich in ihnen eine Fülle von Keimen, die noch der Entwickelung harren.
Neben der Pflege der eigentlichen Theorie hat Her mite es sich an- gelegen sein lassen, Beziehungen zu andern Disciplinen herzustellen und zwar zu der Algebra, der Zahlentheorie und der Theorie der Differentialgleich- ungen.
Nachdem Abel im Jahre 1824 die Unmöglichkeit nachgewiesen hatte, allgemeine algebraische Gleichungen vom 5. Grade mit Hülfe von Irrationali- täten zu lösen, handelte es sich darum, Kategorien von Gleichungen heraus- greifen, die algebraisch lösbar sind. Es war Galois beschieden, auf diesem Gebiete bahnbrechend vorzugehen. Seine erste Arbeit über die algebra- ische Auflösung der Gleichungen stammt aus dem Jahre 1830, seine letzten Betrachtungen finden sich in einem Schreiben, das er einen Tag vor seinem im Jahre 1832 im Duell erfolgten Tode an seinen Lehrer Chevalier ge- richtet hat. Galois stellt den so folgenschwer gewordenen Begriff der Gruppe einer algebraischen Gleichung auf und wendet denselben auf die Modulargleichungen an, die vor allem von Jacobi in die Theorie der elliptischen Functionen eingeführt worden sind. Es gelingt ihm die Gruppe derselben zu bestimmen, er giebt ferner an, dass die zu den Transforma- tionsgraden 5, 7, 11 gehörenden Modulargleichungen erniedrigt werden können. An diese letzten Resultate von Galois knüpft Her mite an. In einer berühmt gewordenen Arbeit vom April 1858 führt er die Reduction
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für den 5. Transformatioiisgrad wirklich durch. Die Modulargleichung ist vom 6. Grade, nennt man ihre Wurzeln in bestimmter Reihenfolge ^2’ '^3’ '^4’ und setzt y =={Vq — Voq) {v^ — {v^ — z^g), so leistet y einer
Gleichung 5. Grades Genüge, die unmittelbar auf die bekannte Jerrard- Bring’sche Form zu reduciren ist. Damit war das lange vergeblich unter- suchte Problem gelöst, die Auflösung der allgemeinen Gleichung 5. Grades in glänzender Weise zu Ende geführt. Die Hermite’sche Entdeckung traf sich mit einer von Kronecker. Schon im Juni desselben Jahres th eilte letzterer H er mite mit, dass er sich vor zwei Jahren mit ähnlichen Untersuchungen beschäftigt habe und gab eine zweite Lösung desselben Problems. Mit diesen beiden Arbeiten, denen sich sehr bald solche von Brioschi anschlossen, war der Weg für die mächtige Entwickelung ge- ebnet, welche die Theorie der Gleichungen 5. Grades seither gefunden hat.
Auch nach anderer Richtung hin zeigte sich die Beschäftigung mit den Modulargleichungen für die Algebra von grosser Bedeutung. Es ge- lang Hermite im Jahre 1859 die Discriminantengleichungen derselben wirklich aufzulösen und damit eine neue Kategorie von Gleichungen höheren Grades der Rechnung zugänglich zu machen. Der Grundgedanke dieser Auflösung beruht darin, dass zu gleichen Moduln der elliptischen Func- tionen Werthe der Thetaparameter gehören, die in einer linearen Bezieh- ung zu einander stehen. Hermite hat diesen Satz seiner Arbeit aus dem Jahre 1859 stillschweigend und ohne Beweis zu Grunde gelegt, im Jahre 1877 kommt er in einem Briefe an Herrn Fuchs auf denselben zurück und zwar mit folgenden Worten: ,,N’y aurait il point lieu d’observer qu’en faisant = il resulte de votre analyse que toutes les Solutions de
l’equation f {H) = f {Ho) soht donnees par la formule H — ^
en insistant sur Fextreme importance de ce resultat, pour la deter- niination des modules singuliers de M. Kronecker, et en remarquant que les belles decouvertes de l’illustre geometre, sur les applications de la theorie des fonctions elliptiques ä Tarithmetique paraissent reposer essen- tiellement sur cette proposition, dont la demonstration n’avait pas encore ete donnee?“
Wir stehen hier bei einem der folgenschwersten Punkte in der Ent- wickelung der heutigen Functionentheorie. Noch in demselben Jahre 1877 erklärte Herr Dedekind in seiner fundamentalen Arbeit über die Modul- functionen jenen Satz als die Grundlage seiner Theorie. Sie alle wissen, welchen grossartigen Aufschwung diese und ähnliche Theorien in den Händen der ersten Mathematiker unserer Zeit sowie ihrer Schüler genommen haben und da dürfte es von Interesse sein hervorzuheben, dass Hermite den fundamentalen Lehrsatz unabhängig von Kronecker schon im Jahre 1859 benutzt und im Jahre 1877 zuerst auf seine Bedeutung öffentlich aufmerk- sam gemacht hat.
Weitere Anwendungen 'der elliptischen Functionen beziehen sich auf die Zahlentheorie. Auf derartige Anwendungen hatte schon Jacobi in den Fundamenten und später in einer Arbeit im 37. Bande des Crelle’schen Journals aus dem Jahre 1848 hingewiesen.
Im Jahre 1859 eröffnete Kronecker ein neues Gebiet unerwarteter Beziehungen und erweiterte dasselbe in den Jahren 1862 und 1875. Er zeigte nämlich, dass mit Hülfe der complexen Multiplication der elliptischen
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Functionen eine Reihe merkwürdiger Beziehungen, zwischen den Classen- zahlen gewisser quadratischer Formen hergestellt werden können und gab eine eigenartige Darstellung von drei Producten von je drei Thetafunc- tionen mit Hülfe der unendlichen Reihen. An diese Arbeiten von Kronecker knüpfen eine Anzahl von Arbeiten von Her mite an, und zwar stammen die ersten aus den Jahren 1861 und 1863, während die letzten in das Jahr
1884 und später fallen. Die Grundlage von Hermite ist eine wesentlich andere als bei Kronecker. Er legt die Theorie der doppelt periodischen Functionen dritter Art zu Grunde und zwar insbesondere die Entwickelung in Fourier’sche Reihen. Indem er eine und dieselbe Function auf mehr- fachem Wege darstellt und die Integral theorie hinzunimmt, erhält er durch einige wenige geschickte Operationen die vorhin genannten Kroneck er- sehen Resultate. Hermite geht aber noch über 'dieselben hinaus. Er zieht auch weitere Producte von Thetafunctionen in Betracht und zwar von drei und fünf Factoren und bestimmt mit ihrer Hülfe, wie oft eine ganze Zahl als Summe von drei und von fünf Quadraten dargestellt werden kann. Auch sonst enthalten die diesbezüglichen Arbeiten noch viele neue Resultate zahlentheoretischer Natur. Bei allen diesen Arbeiten sind vor allem die schönen und durchsichtigen Methoden zu bewundern, welche die neuen arithmetischen Sätze von vorneherein in ein eigenartiges und helles Licht setzen.
Die dritte Anwendung der elliptischen Functionen bezieht sich auf die Theorie der Differentialgleichungen. Aufgaben aus der Wärmelehre führten Lame zu einer Differentialgleichung zweiter Ordnung, die neben einer ganzen positiven Zahl n noch einen willkürlichen Parameter h enthielt. Es gelang Lame ein Integral dieser Gleichung zu finden, wenn h in bestimmter Weise gewählt wird, Liouville und unabhängig von ihm Heine haben für dieselben Werthe von h das zweite Integral bestimmt.
An diese Arbeiten knüpft Hermite an und findet im Jahre 1872 für einen beliebigen Werth von h die beiden Integrale der vorgelegten Gleichung und zwar mit Hülfe der von ihm eingeführten doppeltperiodischen Functionen zweiter Art. Hermite hat seine Resultate im Jahre 1872 zunächst nur einem kleineren Kreise zugänglich gemacht, erst im Jahre 1877 wurden sie durch Veröffentlichung in den Comptes Rendus weiteren Kreisen bekannt. Auch hier begegnet er sich mit den Arbeiten eines deutschen Mathematikers und zwar von Herrn Fuchs. Letzterer legte in demselben Jahre 1877 seinen diesbezüglichen Untersuchungen die Theorie gewisser allgemeiner Differentialgleichungen zweiter Ordnung zu Grunde, mit denen er sich schon früher beschäftigt hatte und gelangte durch Umkehrung der Integrale zur Integration der Lame’schen Differentialgleichung im Hermite’schen Sinne. Mittlerweile hatten auch andere Mathematiker diesem interessanten Gegen- stand ihre Aufmerksamkeit zugewandt, vor allem war es wieder Brioschi, neben ihm die Herren Mittag-Leffler und Picard. In enger Fühlung mit ihnen gelang es Hermite noch weitere Differentialgleichungen mit doppeltperiodischen Coefficienten der Integration zugänglich zu machen.
Alle die soeben skizzirten Hermite’schen Untersuchungen, die im Jahre
1885 in einem eigenen Werke zusammengefasst wurden, sind verwoben mit der Lösung einiger mechanischer Probleme und zwar des Jacobi’schen Ro- tationsproblemes, des Problemes der Gleichgewichtsfigur einer elastischen Feder und des sphärischen Pendels, die alle drei mit Hülfe der doppelt- periodischen Functionen zweiter Art zu Ende geführt werden. Das ge-
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nannte Werk gehört zu den schönsten Erzeugnissen unserer mathematischen Litteratur. Es zeichnet sich ebenso durch Gedankenreichthum wie durch Eleganz der Darstellung aus und hat Anregung zu einer grossen Reihe weiterer Arbeiten über dasselbe Gebiet gegeben, von denen nur nochmals auf die geistvollen Arbeiten von Herrn Picard hingewieseii werden möge. — Mit der Theorie der elliptischen Functionen ist die der hyperelliptischen enge verbunden. In ihr Gebiet fällt eine der ersten Arbeiten von Her mite. In einem Briefe an Jacobi vom Januar 1843 giebt der zwanzigjährige Student die Lösung des Divisionsproblemes der hyperelliptischen Func- tionen erster Ordnung und zwar sowohl für beliebige Werthe des Argu- mentes, wie für die Nullwerthe derselben, Jacobi erkannte sofort die hohe Bedeutung der Arbeit, die ihren Verfasser mit einem Schlage den Mathematikern ersten Ranges gleichstellte. Er antwortete ihm mit den Worten: ,,Je vous remercie bien sincerement de la belle et importante communication que vous venez de me faire, touchant la division des fonc- tions abeliennes. Vous vous etes ouvert par la decouverte de cette divi- sion un vaste champ de recherches et de decouvertes nouvelles qui annon- cent un grand essor ä hart analytique. Je vous prie de faire mes compli- ments ä mon illustre ami M, Liouville. Je lui sais bon gre d’avoir bien voulu me procurer le grand plaisir que j’ai ressenti en lisant le Memoire d’un jeune geometre, dont le talent s’annonce avec tant d’eclat dans ce que la Science a de plus abstrait.“ Lame und Liouville erstatteten der französischen ikcademie über die Arbeit Bericht und veranlassten ihre Auf- nahme in den Recueil des Savants etrangers.
In das Jahr 1855 fällt die classische Arbeit über die Transformation der Abel’schen Functionen. Wer immer sich auf diesem schwierigen Ge- biet bethätigen will, wird zu derselben als dem Quell und dem Ausgangs- punkt aller weiteren Untersuchungen zurückgehen müssen. Was Göpel und Rosenhain für die allgemeine Theorie der hyperelliptischen Func- tionen geleistet haben, das hat Hermite für die Transformationstheorie ge- leistet — er hat das Fundament gegeben, auf welchem mit Sicherheit weiter gebaut werden kann.
Neben all’ diesen vielen speciellen Functionen blieb Hermite auch der Theorie der analytischen Functionen nicht ferne. In einem Alter, in dem es im Allgemeinen schon schwer wird, sich in neue fremdartige Ideen- kreise hereinzudenken, widmete er sich dem Studium der Weierstrass- schen und Mittag-Leffler’schen Arbeiten und kam hierbei zu neuen selbstständigen Methoden, sowie zahlreichen Anwendungen, die er in mehreren Arbeiten aus dem Jahre 1880 und später niederlegte. Daneben liess er sich angelegen sein, das Studium der Weierstrass’schen Arbeiten in Frank- reich einzubürgern, mit welchem Erfolge, das lehren die schönen Arbeiten der jungen französischen Mathematiker auf diesem Gebiet.
Mit dem soeben Bemerkten dürfte der Kreis der Arbeiten einigermassen umgrenzt sein, die entweder rein analytischen Charakters sind oder mit der Analysis in tieferer Beziehung stehen. Zu ihnen kommt eine grössere Anzahl von Arbeiten arithmetischen und algebraischen Inhalts, wobei freilich eine scharfe Umgrenzung nicht möglich ist, da auch in ihnen sich Untersuchungen rein analytischer Natur vorfinden. Alle diese Arbeiten fallen in sein kräftigstes Mannesalter. Die Erfindungsgabe zeigt sich in ihnen in bewunderungswürdiger Weise. Die neuen Ideen, die neuen Re- sultate und Sätze drängen einander, sie bringen den Namen Hermite in
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immer weitere und weitere Kreise und eröffnen dem Vierunddreissigjährigen die Hallen der französischen Academie.
Die Arbeiten arithmetischen Charakters setzen ungefähr im Jahre 1850 ein. Ihr Zweck war es, zunächst die Annäherungsmethode schärfer zu untersuchen, die Jacobi in seiner bekannten Arbeit über die Unmöglich- keit von Functionen einer veränderlichen Grösse mit mehr als zwei Perioden aufgestellt hatte. Her mite überzeugte sich bald, dass diese Fragen, sowie eine grosse Anzahl ähnlicher von der Keduction der quadratischen Formen abhängig zu machen ist. „Mais une fois arrive ä ce point de vue“, so schreibt er im Jahre 1850 an Jacobi, „les problemes si vastes que j’avais cru me proposer, m’ont semble peu de chose ä cote des grancles questions de la theorie des formes, considerees d’une maniere generale.“ Auf diesem Wege gelangt er zu der arithmetischen Theorie der Formen und traf sich hierbei mit den Arbeiten von Gauss, Eisenstein, Jacobi und Anderen.
Her mite untersuchte zunächst die quadratischen Formen mit beliebig vielen Veränderlichen. Er führte sie auf gewisse reducirte Formen zu- rück und wies nach, dass die Classenanzahl bei vorgelegter Determinante und ganzzahligen Coefficienten eine endliche ist. Für den Fall der in- definiten Formen war hierbei eine grosse Anzahl von Schwierigkeiten zu überwinden, die er in geistvollster Weise löste. Er führte dazu unter anderem den Begriff der continuirlichen Veränderungen in die Formen- theorie ein und gab damit eine Reduction von Fragen über ganze Zahlen auf Fragen rein analytischen Charakters. Auch das Problem, die Trans- formationen einer Form in sich selbst zu finden, musste in Angriff ge- nommen werden.
In ähnlicher Weise wird die Theorie der Formen von beliebigem Grade untersucht, welche in lineare Factoren zerfällt werden können. Hier findet Her mite jenen schönen Satz über die vertauschbaren ganzzahligen Trans- formationen einer Form in sich, welche die Theorie derselben auf die Po- tenzen von Transformationen zurückführt.
Auch die Hinzunahme complexer Grössen zeigt sich von schwerwie- gender Bedeutung. Hermite führte zuerst die nach ihm benannten bilinearen Formen mit conjugirt complexen Veränderlichen ein und gab damit die Grundlage für weitgehende neuere Untersuchungen, unter denen vor allem diejenigen von Herrn Picard zu erwähnen sind. Daneben gelang es ihm, die schönen Sätze von Jacobi über die Zerlegung ganzer Zahlen in die Summe von vier Quadraten von neuem zu beweisen. Auch die Theorie der in Linearfactoren zerlegbaren Formen beliebigen Grades mit ganzen complexen Coefficienten wurde in den Bereich der Betrachtungen gezogen und gab Anlass zu dem berühmten Satze, dass die Wurzeln der algebra- ischen Gleichungen mit ganzen complexen Coefficienten und gleicher Dis- criminante sich durch eine begrenzte Anzahl von einander verschiedener Irrationalitäten ausdrücken lassen.
Glänzend waren die Anwendungen auf die Algebra. Es gelang ihm, das Sturm’sche Problem über die Anzahl der reellen Wurzeln einer algebraischen Gleichung zwischen vorgelegten Grenzen auf Grund des Trägheitsgesetzes der quadratischen Formen in einer eleganten Form zu lösen. Herr Weber hat diese Lösung in seiner Algebra dem deutschen Publicum allgemein zugänglich gemacht. Auch algebraische Gleichungen mit complexen Coefficienten werden betrachtet. Hermite associirt den- selben gewisse quadratische Formen und kommt damit zu Resultaten,
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welche die Cauchy’schen Theoreme über die Anzahl complexer Lösungen in einem vorgeschriebenen Bereiche als unmittelbare Folgerung ergeben. Mittlerweile war eine neue Richtung in der Formentheorie hervorgetreten. Durch die Bemühungen von Boole und Cayley hatten sich in den vier- ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die ersten Keime der Invarianten- theorie entwickelt. Auch hier war es Hermite beschieden, schöpferisch in die Entwickelung einzugreifen und neue Wege vorzuschreiben, die später von Anderen weiter verfolgt werden. Seine Arbeiten beginnen im wesentlichen im Jahre 1854 und berühren sich vielfach mit den Arbeiten von Cayley und Sylvester, so dass es, wie Herr Jordan sagt, schwer, ja kaum wünschenswerth ist, den Antheil eines Jeden an dem gemeinsamen Werke zu präcisiren. „Wir, Cayley, Hermite und ich“, so sagt Syl- vester, ,, bildeten damals eine invariante Trinität“. Jedenfalls ist Hermite das berühmte Reciprocitätsgesetz zuzuschreiben, welches die invarianten Bildungen im binären Gebiete in einer merkwürdigen Art zu Paaren ordnet und eine überaus grosse Anzahl wichtiger Anwendungen zulässt. Indem Hermite ferner, wie H. F. Meyer bemerkt, im Falle einer binären Form ungerader Ordnung zwei lineare Covarianten als neue Veränderliche ein- führt, vermag er die erstere in eine „typische“ Gestalt zu bringen, in welcher die Coefficienten selbst Invarianten sind. Im unmittelbaren Zu- sammenhänge damit stehen die Systeme „associirter Formen“, von denen jede weitere zur ursprünglichen Form gehörige Bildung in rationaler Weise abhängt. Eine überaus interessante Anwendung dieser Theoreme bezieht sich auf die Formen 5. Grades. Hier findet Hermite neben den drei von Sylvester entdeckten Invarianten eine vierte von der Eigenschaft, dass sich alle anderen Invarianten als ganze Functionen dieser vier fun- damentalen Grössen darstellen lassen. Dieselbe bietet das erste Beispiel einer schiefen Invariante dar, d. h. einer solchen, die in sich selbst multi- plicirt mit einer ungeraden Potenz der Substitutionsdeterminante übergeht. Die Coefficienten der typischen Form vom 5. Grade drücken sich rational durch diese Invarianten aus. Hieraus folgert Hermite, dass jede Gleichung 5. Grades so umgeformt werden kann, dass sie nur von zwei Parametern abhängt, die absolute Invarianten sind, und giebt Invariantenkriterien für die Realität ihrer Wurzeln.
„La lecture de ces beaux Memoires“, so sagt Herr Picard, „laisse une impression de simplicite et de force; aucun mathematicien du XIX® siede n’eut, plus qu’ Hermite, le secret de ces transformations al- gebriques profondes et cachees qui, une fois trouvees, paraissent d’ailleurs si simples. C’est ä un tel art du calcul algebrique que pensait sans doute Lagrange, quand il disait ä Lavoisier que la Chimie deviendrait un jour facile comme FAlgebre“.
Ich bin am Schlüsse meiner Betrachtungen angelangt. Vieles habe ich nur andeuten und flüchtig berühren hönnen, vielleicht aber dürften Sie doch aus dem Bemerkten entnommen haben, wie mächtig und um- fassend der Geist war, der mit Hermite dahingegangen ist.
Ungezählte Jünger unserer Wissenschaft haben aus seinen Werken Weisheit und Belehrung gezogen. Wie aus einem tiefen unerschöpflichen Born, so strömen aus ihnen krystallhell eine Fülle neuer Gedanken und zwingen den Leser zur Mit- und Fortarbeit. Viele seiner Ideen und Resultate sind zum Gemeingut unserer Wissenschaft geworden, aber auch sie wird man in Zukunft gerne an der Quelle studiren wollen, viele andere
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dagegen harren noch der Entwickelung. So hat sich denn Her mite in seinen Werken ein Monument gesetzt, welches die Zeiten überdauern wird und seinen Namen mit dem Zauber der Unsterblichkeit umgiebt. Wir aber, die wir ihm persönlich nahen durften, werden des grossen und gütigen Mannes nimmermehr vergessen 1
Litteraturangaben.
Ausser den Werken von Hermite habe ich benutzt:
1. Die Fortschritte der Mathematik.
2. Enneper: Elliptische Functionen. Theorie und Geschichte. Halle 1890.
3. Krause: Theorie der doppeltperiodischen Functionen einer veränderlichen Grösse. Leipzig. Litteraturnachweise.
4. F. Klein: Vorlesungen über das Ikosaeder. Leipzig 1894.
5. Franz Meyer: Bericht über den gegenwärtigen Stand der Invariantentheorie. Jahresbericht der deutschen math. Ver- einigung 1892.
6. Vahlen: Arithmetische Theorie der Formen. Encyklopädie der math. Wissenschaften.
7. Jubile de Hermite. Paris 1893.
8. Notice sur M. Ch. Hermite; par M. C. Jordan. Comptes Rendus 21. Janvier 1901.
Nach Fertigstellung des Manuscriptes wurde mir die Arbeit von Herrn Picard über Hermite aus dem letzten Hefte der Annales de TlScole Nor- male bekannt. Ich konnte diese geistvolle und eingehende Untersuchung unter solchen Umständen nicht mehr in eingehender Weise berücksichtigen — immerhin sind einige Bemerkungen derselben in den Vortrag auf- genommen worden.
II. Tiefbohrmig ln der Dresdner Haide.
Von Dr. Robert Wessig.
Eine im Jahre 1899 in der Dresdner Haide hinter dem Waldschlösschen vorgenommene Bohrung*) schloss in einer Tiefe von 20,80 m ein 3,70 m mächtiges Thonlager auf und führte weiter in die diluvialen Thalkiese und Thalsande des Elbstromes bis zur Teufe von 40, lo m hinab. Als weiterer Beitrag zur Kenntniss der Untergrundverhältnisse des rechten Elbufers dient folgende Bohrliste, die sich aus einer in unmittelbarer Nähe des erwähnten Aufschlusses im Frühjahr 1900 vorgenommenen Tiefbohrung ergab :
Haidesand
0,00-
0,30-
10,20-
13.40- 18,10- 18,60- 20,20- 20,60-
21.30-
23.80-
24.40- 26,15-
26.50- 27,10 32,20- 33,70-
34.80-
36.30- 38,40 -
40.30-
41.50-
42.40-
44.80- 45,30
0,30 m
10.20 55
13,40 55
-18,10 ,5
■18,60 „
20.20 ,5 •20,60 „
21.30 „ 23,80 „ ■24,40 55 26,15 5, 26,50 55 ■27,10 „
32.20 55
33.70 „ -34,80 55 ■36,30 55 ■ 38,40 55
40.30 55 ■41,50 55 •42,40 „ -44,80 „
-45,30 „
45.70 55
aufgefüllter Boden, grauer Sand,
grauer Sand mit Steinen (Granitfragmente),
gelber Sand mit Steinen,
grauer, feiner Sand,
feiner Kies,
grober Kies,
brauner Thon,
blauer Thon,
Thon mit Eisensandschichten, thoniges Gerolle, grober Kies, grauer Sand,
Erbskies, grober Kies, feiner Sand, grober Kies, feiner Sand, feiner Kies, grober Kies, feiner Kies,
grober Kies (einschliessl. schlammige Schicht 5 — 10 cm mächtig), grober, thoniger Kies, grober Kies,
*) Abhandl. d. naturwiss. Ges. Isis in Dresden 1899, S. 16.
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45,70 — 47,20 m feiner Kies,
47,20 — 47,35 „ gelber Thon,
47,35 — 47,90 „ blauer Thon,
47,90 — 50,oo „ Pläner (Labiatus- Pläner).
Aus dem gebotenen Profile geht abermals die Anwesenheit des Thon- lagers in einer Mächtigkeit von 3,80 m hervor, lieber demselben sammeln sich die „verlorenen Wasser“ der Haidesandterrasse an (auch in den Brunnen der Simmig’schen Villen nachgewiesen). Der Thon offenbarte als speckiges Material die bekannte Beschaffenheit, d. h. er zerfloss beim Brennen im Steingutofen bei 1250^ in Folge des starken Eisen- und Kalkgehaltes zu einem rothbraunen Kuchen, ein Verhalten, welches z. B. dem Brongniarti- Mergel nicht eigen ist. Die über dem Thone lagernden Sande erwiesen sich als echte Haidesande, die nur direct im Hangenden des Thones in Kies übergingen, so dass wir hier, wie anderwärts im Gebiet, die kiesigen Basisschichten des Haidesandes vor uns haben. Dies Verhältniss kommt auch zum Ausdruck durch die Vergleichung der trigonometrischen Fest- punkte, die hier in Frage kommen. Der im Niveau der jüngsten Thal- stufe der Elbe befindliche Elbbolzen Nr. 736 an der Südwestecke des Wasserwerkes zeigt 109, 094 m, das Terrain in der Umgebung des Bohr- loches 133,772 m, so dass das Niveau des Thonlagers bei einer Tiefenlage von 20,60 — 24,40 m ziemlich genau der Höhenlage der unteren Elbaue entspricht. Damit ist die Entstehung des Thones als Elbschlick über dem alten zugeschütteten Elbbett wahrscheinlich gemacht, auch besonders des- halb, weil unter dem Thon der Bohrer deutliche Elbschotter mit zahl- reichen, charakteristischen Geschieben, als Basalt, Phonolith, Quadersand- stein, metamorphosirte Andalusitgneisse und selbst Porzellanjaspis von den Kohlenbrandherden aus Böhmen durchteufte.
Wie aus der Bohrliste ersichtlich, findet eine deutliche Wechsellagerung von Sand und Kies statt, und schliesslich folgen bei 47,35 m blaue Thone, die nach dem Befunde als verwitterte und aufgearbeitete Pläner anzusehen sind und die im Gegensätze zu dem oben erwähnten Thone beim Brennen wenig deformirte, gelbgraue Scherben lieferten. Unter dieser, nur wenig mächtigen Lage erscheint der feste Labiatus -Pläner, das Grundgebirge der Elbthalwanne, welches, durch die Lausitzer Verwerfung am Lausitzer Granit abgesunken, sich sicher bis zum Bruchrande der Granitplatte unter der Haidesandterrasse hinzieht, wie die Aufschlüsse an den Hellerbergen verrathen. Ausser im artesischen Brunnen*) auf der Antonstrasse, im Brunnen der Werft zu Uebigau*) und im Bohrloch im Priessnitzgrunde**) sind die Pläner auf dem rechten Elbufer sonst nirgends in der Tiefe auf- geschlossen worden, und dürfte die jüngste Bohrung als weiterer Beitrag zur Lösung der Frage nach der Entstehung des Elbthales, der Lage und Ausdehnung des diluvialen Elbbettes dienen.
*) Sect. Dresden, S. 84.
**) Abhandl. d. naturwiss. Ges. Isis in Dresden 1899, S. 16.
III. Ein verziertes Steinbeil aus Sachsen.
Von J. Deiehmüller.
Im Herbst vorigen Jahres kam die Königliche Prähistorische Samm- lung in Dresden in den Besitz von drei Steingeräthen, welche auf der Flur Zeicha bei Mügeln, Regierungsbezirk Leipzig, von dem dortigen Guts- besitzer Herrn Grüble bei der Bestellung seiner Felder einzeln gefunden und Herrn Oberlehrer Fl. Schubert in Mügeln als Geschenk für das Dresdner Museum übergeben worden waren. Das eine derselben ist ein wohlerhal- tenes, 19 cm langes, facettirtes Steinbeil aus Amphibolit von der in Sachsen schon mehrfach gefundenen Form mit Verstärkungsrippen zu beiden Seiten des Schaftlochs, das zweite das 11 cm lange Schneidenende eines am Schaftloch abgebrochenen Steinbeils von viereckigem Querschnitt aus ähn- lichem Gestein; das dritte, auch nur ein Schneidenende, zeichnet sich durch die auf demselben angebrachten vertieften Ornamente aus.
Das wenig mehr als 8 cm lange Bruchstück hat schlank dreieckigen, nach der stumpfen Schneide zugerundeten Grundriss (siehe nebenstehende Abbildung), fast rechteckigen, an der Bruchfläche 4 cm breiten und 3 cm hohen Querschnitt und an der Schneide eine Höhe von 2,3 cm. Ober- und Unterfläche sind eben, die Seitenflächen gleichmässig flach gewölbt. Mit Aus- nahme der unteren Fläche sind alle übrigen mit ver- tieften, eingeritzten Ornamenten bedeckt. Auf den Seiten- flächen verlaufen je vier ungleich starke, bis 1 mm tiefe und breite Längslinien in ziemlich regelmässigen Ab- ständen von 7 mm, die auf der in der Abbildung sicht- baren Seitenfläche 4 cm, auf der gegenüberliegenden 4,5 cm vor der Schneide enden. Die obere Fläche wird längs der Mitte durch eine 3 — 3,5 mm breite, gegen 1 mm tiefe, nach der Schneide verflachte, gerundete 1/2 der natürl. Grösse. Furche getheilt, von welcher beiderseits schief nach den Rändern unregelmässige, eingeritzte schwächere Linien abzweigen, wodurch ein tannenzweigartiges Ornament entsteht.
Das zu dem Geräth verwendete Gestein ist nach der im Königlichen Mineralogisch -geologischen Museum in Dresden durch Prof. Dr. W. Bergt ausgeführten mikroskopischen Untersuchung ein massiger „Grünstein“, wahrscheinlich ein durch Gebirgsdruck besonders in der Zusammensetzung veränderter, in der Struktur aber noch erkennbarer, feinkörniger Diabas.
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Derartige verzierte Steingeräthe gehören allgemein zu den Seltenheiten; unter den aus dem Königreich Sachsen bisher bekannten, nicht aus Feuer- stein hergestellten Steinwerkzeugen, deren Zahl bereits mehr als 300 be- trägt, ist das Zeicha’er Bruchstück das einzige, welches mit vertieften Linien geziert ist. Ein dem hier beschriebenen ähnliches tannenzweigartiges Ornament hat E. Friedei auf dem Bahnende eines Steinhammers von Jüter- bogk gefunden und in den Verhandlungen der Berliner Gesellschaft für Anthropologie 1875, S. 183 abgebildet.
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IV. Die ältesten Wege in Sachsen*).
Yon Finanz- und Baurath H. Wiechel. Mit 1 Karte.
Die Eckpunkte des zu untersuchenden Gebietes bilden im Nordwesten die Saaleübergänge Halle, Merseburg, Weissenfels, Naumburg, im Süd westen die Uebergangspunkte am Nordrande des Fichtelgebirges Hof, Asch, Eger; im Süden bildet die Eger und Prag, im Osten die Iser-Neisselinie die Interessengrenze, während im Norden die altalluviale Niederung Eilenburg- Torgau-Elsterwerda-Senftenberg-Eriebus einen natürlichen Abschluss dar- bietet.
Dieses Gebiet wurde noch 1100 n. Chr. quer durchzogen von einem 20 bis 60 km breiten Waldgebirge, dessen etwa 1250 n. Chr. vollendete Rodung und Besiedelung dem Lande die äussere Erscheinung gegeben hat, welche es fast unverändert noch heute besitzt. Eine ähnliche durchgreifende Ver- änderung des ganzen Landesbildes könnte man sich für die Zeit des Ueber- ganges von Weidewirthschaft zum Ackerbau vorstellen; indessen fehlen, um hierauf einzugehen, heute noch ausreichende Anhaltspunkte. Bestehen doch noch Zweifel über die Agrarzustände in der Broncezeit, deren Spuren fast in allen Ortschaften, die die deutsche Eroberung seit etwa 800 n. Chr. von Slaven besiedelt antraf, zu Tage treten. Das Bedürfniss nach einem sicheren Heim für den langen Winter, nach Ansammlung von Essvorrath für die unwirthlichen Monate kann schon in der jüngeren Steinzeit, deren Eundgebiet sich in unerwarteter Weise fortwährend erweitert, zu einer ge- wissen Sesshaftigkeit, Bodenvertheilung und Bodenbearbeitung geführt haben, wozu übrigens auch der milde fruchtbare Lössboden auf der Linie Pegau- Lommatzsch-Bautzen einladen musste. Jedenfalls hat sich, wie alle prä- historischen Funde beweisen, das Leben der Bewohner seit den ältesten Zeiten auf demselben Gebiete abgespielt, auf dem wir die Siedelungen der Wenden bei der deutschen Besitzergreifung vorfinden, auf einem Gebiet, das sich in seinem Aeusseren nur wenig verändert erhalten haben dürfte.
Untersuchungen über die ältesten Wege im Zeitabschnitte der deutschen Besitznahme, also etwa 800 bis 1200 werden daher nicht nur grundlegende Bedeutung für die Weiterverfolgung der Entwickelung des Wegenetzes bis
*) Unter Benutzung seines am 18. April 1901 in der Section für prähistorische Forschungen der naturwissenschaftlichen Glesellschaft Isis in Dresden gehaltenen Vortrags.
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zur Neuzeit, sondern auch für die Rückblicke in die vorhistorische Zeit besitzen.
Die historischen Nachrichten, die wiederholt bearbeitet worden sind*), beschränken sich für die älteste Zeit auf Nennung einiger weniger Orts- und Localnamen in Berichten über Heereszüge und vereinzelte Reisen oder über Zollstätten. So werthvoll diese Anhaltspunkte sind, so reichen sie doch nicht aus, ein Wegenetz für jene alte Zeit aus ihnen zu construiren, so wenig wie man aus den Triangulationspunkten einer Landesvermessung eine Landkarte zu entwerfen vermag.
Für die Erkenntniss der Einzelheiten der ältesten Wegeanlagen fliesst aber eine überraschend reiche Quelle, aus der noch wenig geschöpft worden ist — das ist die Spur der Vorzeit auf dem heutigen Antlitz des Landes. So mancher älteste Weg ist noch vorhanden, sei es in der vornehmen Gestalt einer grossen Strasse oder eines bescheidenen Verbindungsweges, oder gar nur als vom Verkehr verlassener, grasüberwucherter Feldweg, als seitab liegen gebliebener Hohlweg von Strauch- und Baumwuchs erfüllt. Ja bis zum Feldrain, bis zur Grenzlinie schreitet die Rückbildung vor, wenn nicht gar durch Zusammenlegungen von Feldfluren jedwede Spur des alten Weges in den Ackerfurchen untergeht.
Aber nicht nur die sichtbar wie auf einem Palimpseste auf der Landes- oberfläche von den aufeinanderfolgenden Jahrhunderten eingegrabenen Weg- zeichnungen selbst sind uns zur Entwirrung aufbewahrt, sondern auch un- sichtbare, aber gleich fest an die Scholle gebundeneUeberlieferungen erzählen von den ältesten Wegen: die Localnamen, zunächst die Wegnamen selbst. Bei der Treue der Erhaltung vieler Localnamen lässt sich sogar zuweilen noch deren althochdeutscher oder mittelhochdeutscher Charakter und da- mit deren Zeitstellung erkennen.
Alle diese topographischen Einzelheiten und Flurnamen liefert in un- übertrefflicher Klarheit die Landesaufnahme des kursächsischen In- genieurcorps aus der Zeit um 1780, die in Kupfer gestochen als Oberreit’scher Atlas**) bekannt ist.
Es ist nun versucht worden, an der Hand der historischen Angaben unter Voraussetzung eines Siedelungszustandes vor der deutschen Colonisa- tion, also vor 1200 die ältesten Wegzüge in allen Einzelheiten aus dem vielgefalteten Antlitz des Landes selbst abzulesen. Ehe auf die einzelnen Wegzüge eingegangen wird, sind die Grundsätze in der Eührung der Strassen und die mit dem Wege im Zusammenhang stehenden Anlagen, wie sie jener Culturepoche in unserem Gebiete entsprechen, zu erörtern.
*) H. Scliurtz: Die Pässe des Erzgebirges. Leipzig 1891. — A Simon: Die Verkehrsstrassen in Sachsen n. s. w. Stuttgart 1892.
Zn nennen sind noch: »
0. Posse: Die Markgrafen von Meissen. Leipzig 1881. Umfasst die Zeit von 968 bis 1156. — E. 0. Schulze: Die Colonisirung und Germanisirung der Gebiete zwischen Saale und Elbe. Leipzig 1896.
**) Es ist zu bedauern, dass diese Karte für wissenschaftliche Zwecke nicht mehr abgedruckt und in den Handel gebracht wird. Auf kostspielige Nachträge könnte wohl verzichtet werden, da neuere Kartenwerke das moderne Bedürfniss befriedigen. Die Vervielfältigung der älteren Platten, sei es auch nur durch Umdruck, ist aber für die culturgeschichtliche Forschung so werthvoll, weil sie eine Fülle von Einzelheiten und Namen enthalten, die man auf den neuen Kartenwerken vermisst.
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Di© Trassirung der Wege.
Wenn auch Wege sowohl in der Urzeit wie heute jede Einzelsiedelung mit der benachbarten verbanden, also in der Gesammtheit ein unentwirr- bar dichtes Netz bildeten,
„Seitab liegt der Sitz des Feindes Wenn er am Wege auch wohnt;
Zum Freunde aber führt ein Richtsteig,
Zog er auch fernhin fort.“ (Edda.)
so hoben sich doch immer die „länderverbindenden“ Hauptwege ab, um die es sich hier nur handelt. Diese Wege mieden nun in alter Zeit mit Aengstlichkeit das Alluvium, die Thalaue sowohl in der Längserstreckung der Thäler als auch bei Durchquerungen, so dass immer der bestgangbare Pass durch das Inundationsgebiet sorgfältig ausgesucht wurde. Auch die Lage unmittelbar parallel dem Alluvialrande auf erhöhtem Boden war un- beliebt wegen der Nothwendigkeit, zahllose Querbäche zu kreuzen und das gerade an den Stellen, wm diese Seitenzuflüsse das meiste Wasser führen.. Die ältesten Wege ziehen sich daher stets in der Nähe der Wasserscheiden auf den Landrücken hin, ohne gerade peinlich diese Lage zu suchen, weil die Kreuzung kurzer Wasserläufe in der Nähe des Ursprunges, mithin ohne grösseres Sammelgebiet, nie schwierig ist. Oft findet man gerade an diesen Uebergängen Damm- und Teichanlagen zur Anstauung der nicht übermässigen Wasserläufe und fast regelmässig findet sich dann der Local- name „Strassenteich“ oder „alte Teich“.
Besondere Schwierigkeiten bereitete stets die Querung wasserreicher Thalauen. Hier mussten Siedelungen, Schutzbauten von Uranfang an ent- stehen, war doch das Heer, der Reisende bei hohem Wasserstand, wie ihn nicht nur das Schneeschmelzen, sondern auch Gewitterregen erzeugen konnten, geradezu gezwungen, wie wiederholt historisch überliefert, wochenlang auf günstige Verhältnisse zu warten. Dass a,us diesen Siedelungen an den Fürthen die meisten grösseren Orte, Handelsstädte erwachsen sind, ist be- kannt.
Auf einen wuchtigen Umstand ist hier noch hinzuweisen. Konnten die ältesten Wegzüge nicht an der Grenze zwischen Alluvium und Diluvium gesucht werden, so ist doch diese Scheidelinie von ausschlaggebender Be- deutung für die Siedelungen. Alle alten Orte finden sich wie Perlenschnuren zu beiden Seiten der Alluvialränder aufgereiht. In die Thalaue selbst baute man nur die Zufluchtsorte, Wasserburgen. In diesem Zusammenhang sind auch die Pfahlbauten zu erwähnen. Mit Zunahme der Cultur rutschen die alten Strassen so zu sagen zu Thal. Schon die wasserbaukundigen Colonisten aus Friesland, Holland, Vlamland werden in den Jahren 1100 bis 1250 das ihrige zu diesem Process beigetragen haben. So läuft der erkennbar älteste Südweg von Leipzig, der „Dösener Marktweg“ bei Wachau, unter dem höchst bezeichnenden Namen „Heerwmg“ etwa 13 km landeinw^ärts vom Pleissenauen- rand, dem entlang die „alte Poststrasse“ über Rötha nach Borna hinzieht, während von Crostewitz ab die „alte Strasse“ die Verbindung mit dem Heer- w^eg in Magdeborn herstellt. Offenbar ist die Bezeichnung „alt“ nur eine relative, sie liefert für die absolute Zeitstellung noch kein entscheidendes Merkmal. Aehnlich liegt es bei der alten Hauptstrasse Chemnitz-Lichtenstein- Zwickau, die in der Kappelbachaue und weiter im Lungwitzthale hinzieht und wohl erst nach 1100, Lichtenstein wird um 1200 erstmalig genannt,
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aufkommt. In der „Pflockenstrasse“ von Chemnitz über den Zschockenberg und der anschliessenden „Freitagsstrasse“ nach Zwickau, die sich immer auf den Höhenrücken halten, sodann in der mehr nördlich von Chemnitz durch den Rabensteiner Wald ziehenden „Hartstrasse‘‘ über den Rödenberg dicht nördlich Hohenstein nach Glauchau haben wir wahrscheinlich die ältesten West- Ost-Wege dieser Gegend vor uns. Ein drittes Beispiel einer alten Thal- strasse bietet der später zur Hohen- und Stapelstrasse ausgewachsene Weg Altenburg -Gössnitz -Werdau, der die Pleissenaue nicht verlässt und mit der Entwickelung Altenburgs aufgekommen sein dürfte, während die ohne Zweifel ältere Nordsüdstrasse etwa 12 km westlich von Luckau auf dem Rücken über Meuselwitz, Kayna, Hohenkirchen, Ronneburg nach Reichenbach u. s. w. hinzieht.
Es soll nur angedeutet werden, dass fernere Untersuchungen auch die verschiedene Lage von Sommerwegen und Winterwegen erkennen lassen mögen, da das winterlich hartgefrorene Alluvium manche wünschenswerthe Durchquerungen zulässt, die im Sommer besser umgangen werden.
Die Scheu vor dem tieferen Wasser bringt es auch mit sich, dass die ältesten Wege gern einzelne Flussarme oder Nebenflüsse vor der Vereinigung durchqueren, weil jeder einzelne Wasserlauf leichter zu bewältigen ist, als nach der Vereinigung. Bekanntlich verfährt die neuere Wegebaukunst genau entgegengesetzt, so dass derartige alte Trassirungen seltsam anmuthen.
Die Unabhängigkeit der ältesten Wege von den Einzelheiten der Fluss- windungen ermöglicht auf dem hindernisslosen Rückengebiet eine schlanke Linienführung ohne Knicke oder scharfe Abbiegungen. Da die Baukunst hier nicht wie bei den alten Römerstrassen in Spiel kommt, sind genau eingefluchtete, geradlinige Richtungen bei alten Wegen absolut ausgeschlossen, solche schnurgerade Linien sind sogar ein untrügliches Kennzeichen moderner Entstehung. Trotzdem lassen sich in unserem Gebiete zahlreiche alte 100 bis 200 km lange Wegrichtungen erkennen, die gleichsam als Naturproducte entstanden sind, die zwar keine schnurgerade Linie bilden, aber von ihr kaum mehr als einige wenige Kilometer abweichen, so der 210 km lange Wegzug Halle-Strehla-Bautzen-GöiTitz mit nirgends mehr als 4 km Seiten- abweichung.
Localnamen an Wegen.
Von der Heranziehung der vorgeschichtlichen Funde selbst soll hier abgesehen werden, da sie noch nicht in grösserem Umfange für unser Gebiet veröffentlicht sind und da sie ausserdem für die Ermittelung von Durchgangsstrassen nur dann bestimmend sein können, wenn es sich um sogenannte Depotfunde, die wandernden Händlern zuzuschreiben sein dürften, handelt. Geräthe, Waffen, Schmuck, Begräbnissbeigaben vertheilen sich dagegen offenbar über sämmtliche Siedelungen und sind keineswegs an Heerstrassen, Handelswege gebunden.
Entscheidende Bedeutung haben aber die Localnamen, welche für unser Gebiet die Oberreit’sche Specialkarte in reichster Fülle darbietet und zwar zunächst die Wegenamen selbst. Wir lassen eine Sammlung aus Sachsen folgen.
Heerweg, Heerstrasse, Kriegerstrasse, Reiterweg, Rennweg, Rennsteig (d. i. Rennerweg, Courierpfad, Läuferweg), Kaiserstrasse, Kaiserweg, alte Königsweg, Königstrasse, Grafenweg, Staatssteig (1), hohe Strasse, hohe
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Weg, Hoclisteig sprechen für sich; ebenso kleine Strasse, Schleifweg, Dieb- steig, Diebstrasse, Räuberstrasse, Pascherweg, Bettelsteig, Zigeunerberg, Ziegersteig, Mörderweg, Galgenweg, Amtsweg, Gerichtssteig. Andere un- günstige Eigenschaften bezeichnen die Namen Höllenweg, Höllsteig, schlimme Weg, Elendsweg, Hundemarterweg, Lottersteig, Pestweg, Pestilenzweg (Umgehung verpesteter Orte), rauhe Weg. Der Strassenverkehr führt zu den Namen Rollweg, Spurweg, Kutschweg, Katzschweg, Karrnweg, Kärrner- weg, Reitersteig, Wanderweg, Ranzenweg, Geleitsstrasse, alte Poststrasse, Poststeig, Botenweg, Briefsteig, Briefträgerweg; ferner nach dem trans- portirten Gegenstand: Alte Salzstrasse, Eisenweg, Zinnstrasse, Silbersteig, (Katzensilberweg), Eisensteinweg, Kalkweg, Thonstrasse, Topfgasse, Töppel- strasse, alte Kohlstrasse (Holzkohlen), Pechweg, Fischweg, Garnstrasse, Schachtelweg, Klötzerweg, Ziegelweg, Methsteig, Malzweg, alte Bierweg, Bierstrasse, Zwiebelberg, Brodsteig, Butterstrasse, Buttermilchsteig, Molken- steig, Milchsteig, Holzweg, Holzstrasse, Beersteig, Viehweg, Schaafweg,' Triftweg, Sauweg, Ochsenweg, Bocksweg, Mistweg. Hierzu treten die Bezeichnungen, die von den benutzenden Personen und gewissen persönlichen Beziehungen entlehnt sind: Hofweg, Zehendweg, Zehndenweg, Eröhnerweg, Frohnweg, Bauersteig, Feldweg, Scheibenweg, Folgenweg, Hufenweg, Land- steig, Graslersteig, Grassteig, grüne Weg, Kleesteig, Heuweg, Rasenweg, Häuersteig, Hauerweg, Hüttensteig, Zechensteig, Hammerweg, Köhlerweg, Ascheweg, Töpfersträsse, Glaserweg, Leineweberweg, Drechslerweg, Zimmer- steig, Pfeiferweg, Böttchersteig, Bäckerstrasse, Gärtnerweg, Fischersteig, Tuchmachersteig, Marktsteig, Messweg. An den Wald erinnern: Wald- strasse, Forstweg, Buschweg, Harthweg, Hartstrasse, Leithenweg, Wurzel- weg, Heideweg, Hahneweg, Hainweg, Haickweg, Heckenweg, Heegweg, Erl- weg, Ebschweg, Espigweg, Eichweg, Lindenweg, Rothweg, Brandweg, Dorn- gasse, während Steinweg, Bohlweg, Reissigweg, Strauchweg sich auf die Oberflächenbefestigung des Weges beziehen werden. Nach der Lage sind die Namen gegeben: Bergweg, Bergstrasse, Kammweg, Fürstenweg (d. i. Eirstweg), lange, schiefe, krumme Weg, tiefe, breite, schmale Weg, Hohl- weg, Winkelweg, Mittelweg, Querweg, Kreuzweg, keilige Weg, Zwiesel- weg (Gabelung), die Dehne. Die kirchlichen Einrichtungen spiegeln sich wieder in: Kirchweg, Brautweg, Heiligenweg, Pfaffenweg, Pfaffengasse, Nonnenweg, Münchweg, Mönchsweg, Bischofsweg, Pfarrsteig, Pfarrweg, Todtenweg, Leichenweg, Spitalweg, Spittelweg, Schülersteig. Auf Grenzen beziehen sich: Grenzweg, Markweg, Scheidung, Rainweg, Limselweg (von limes?). Zum Schlüsse noch einige seltenere Namen: Hessweg, Klüften- steig, Kliebenstrasse, Stelzenweg, Kesselweg, Hordweg, Feilweg, Zoppei- steig, Lageweg, Pflockenstrasse (Pflocken = Wollkämmereiabfall), Liebstrasse, Krutschenweg, Brauschenweg, Warmweg, Raitzenweg (Raita = Heerfahrt), Hipweg, Engelweg, Rosenweg, Wisselsweg, der Schlung, Lachtweg, Klingen- weg, Nieschweg, Kalaunenweg.
Die Namensübersicht ist in weiterem Umfange dargeboten worden, um ein Bild der Mannigfaltigkeit der Benennungen zu geben; allerdings wird nur ein kleiner Theil der Namen aus ältester Zeit stammen.
Entlang der Wege müssen in gewissen Abständen U nterkunftsb auten, Schutzanlagen vorhanden gewesen sein in jenen Zeiten geringerer Sicher- heit gegenüber Mensch und Thier. Die Haupttheilung folgt der täglichen Marschleistung, die je nach der Wegsamkeit 20 bis 40 km betragen haben dürfte. Diesen Abstand halten die Stationen an der sibirischen Heerstrasse
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inne, 30 km betrug der römische Soldatentagemarscli. Die erobernden Deutschen erbauten mit slavisclien Arbeitskräften etwa zwischen 930 und 1200 Strassenburgen als Standquartiere der Milites oder Geleitsmänner nebst Bauernwachen. In Verbindung mit diesen Lagerwachen werden Wirthshäuser bestanden haben; in Abhängigkeit sind die Einzelwacht- posten gewesen, die an geeigneten Punkten auch seitw^ärts der Wege ein- gerichtet werden mussten, um akustische oder optische Signale dem Stand- quartier zukommen lassen zu können. So entstanden die folgenden Local- namen, welche die alten Strassen begleiten: Schlössl, Burg, Wall, Trotzling, Grötsch, Hradschin, Schanze, Wahlberg, Wachberg, Wachtelberg (doch nicht vom Vogel?), Wachstange, Wachholderschänke, Wachholderberg, Wachholderbaum (= Wachhalterbaum, Posten im Gezweige eines Baumes wie die Kosakenposten), Laurich, Lauerberg, Lerchenberg (v/ohl von lauern, nicht vom Vogel, oder dem Baum?), Lagerholz, Lagerweg, Hutberg (Vieh- hut?), Kiebitz (von kupic= künstlicher spitzer Hügel?), Spiegelberg (specula = Warte), Kübauch (cubare = lagern), Kühberg (vom Thier?), Krähenberg (chrana = Schutz oder vom Vogel?), Strassberg, Strohwalde, Strohschütz (straz = Wache), Stubenberg (stupa = Wachthurm), Beuthe, Beuthenberg (mittelhochd. beiten == warten) , Kriegberg, Kriegbusch, Mordgrund, Zug- mantel, Zickmantel (Ort, wo der Mantelsack zur Verzollung vom Boss gezogen wurde, oder Stelle, wo Räuber den Mantelsack rauben?), Baitholz, Biedenholz, die Reiten, Reitzenhain (reite = kriegerischer Angriff, gireiti = Heergeräthwagen, Bisswagen).
Von den akustischen Wachpostensignalen stammen die Local- namen: Trommelsberg, Schallberg, Schaller Raum, Schellberg, Schellenberg (von schulen == verborgen sein?), Klingelstein, Glockenpöhl, Klingenberge, die Klinge (von klinec = Keil, klinice =' Schossbalken, also Strassensperre ?), Bombenberg.
Auf optische Signale, Feuerzeichen weisen: Brennhaufen, Sprüh- birke, Meisensprüh (oder Meisensprenkel ?), Zietsch, Zietschholz (zici = glühen), Gnandstein (von gnaneist = Funke ?), Funkenburg, Finkenburg, Schillerberg, Gockelsberg, Jockisch, Gukelsberg, Jäckelsberg, Guksen, Kukuksberg, Kux, (gokeln = Feuerzeichen geben?). Gehören etwa auch die Schwedenschanzen (althochdeutsch sweda = Rauchdampf) hierher?
Den Durchgang, Durchhau durch Waldsperren deuten an: Friebus (privoz = Durchgang, z. B. Prebischthor), Possek, Ossek, Preseka (sek = hauen), Satzung und Natschung (sateska, nateska von tes = Hieb mit der Axt).
Von einer alterthümlichen Wegbezeichnung, wie sie noch als ge- zeichnete Bäume, Steinhaufen, Steinmandl der Alpen vorkommt, stammen vielleicht: Taschenberg, Tatzberg (tacen = Zeichen?), der eine oder andere Ziegenberg (mhd. Zeichen oder vom Thier?), Steinhügel, Steinhübel, Stein- berg (nicht immer von natürlicher Felsenbildung!), Markstein, Marstein, Rinnelstein, Rinnenstein, Weisestein (oft an den ältesten Wegen, vielleicht um eine Grenze oder Wegrichtung zu „weisen“?) u. s. w.
Den Richtpunkt des Zusammenlaufens von Wegen bedeutet viel- leicht Geiersberg (althochdeutsch heran = richten, wenden, gehre = Keil- stück, Gierfähre, der Vogel Geier — der Gierige).
Zu erwähnen sind noch Zolldorf, Tollenstein, Birkwitz (berka = Steuer- einnehmer, berna = Steueramt); endlich deutet Zigeunerbrunn (auch ab- gekürzt Ziegenbrunn), Zigeunerlager auf alte durchlaufende Pfade, welche
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diese allerdings erst seit 1488 urkundlich erwähnten Leute mit Vorliebe benutzen; dahin gehören auch die Diebsteige.
Nach diesen Vorbemerkungen, die nöthig waren, um die Art der Forschungshülfsmittel andeutungsweise zu bezeichnen, die neben dem spär- lichen historischen Quellenmaterial hei der Aufsuchung der ältesten Wege herangezogen wurden, sind nun die Wege im Einzelnen kurz zu verfolgen.
Die östlichen Salzwege von Halle.
Aus der Nordwestecke unseres Gebietes drang nicht nur die deutsche Cultur herein, schon seit den ältesten Zeiten wird von hier aus das älteste Frachtgut, das Salz, verbreitet worden sein. In fast rein östlicher, fast ganz gerader ßichtung zieht sich eine Gruppe von Wegen, noch heute den Namen „alte Salzstrasse“ tragend, die Mulde, Elbe, Neisse kreuzend durch unser Gebiet. Die Verfolgung dieser Salzwege von Halle und ihrer Haupt- seitenzweige wird den Faden bei der Entwirrung des Wegenetzes liefern.
1. Von Halle laufen zunächst zwei Wege nach dem Muldenübergang Eilenhurg, die beide den Namen „alte Salzstrasse“ tragen. Der südlichere, dem Wasserscheidenrücken mehr angepasste Zweig zieht über Canena, Os- münde, Beulitz über das Breitenfelder Schlachtfeld am „Schatzhaufen“ vor- bei über Limehna; der nördlichere, geradere Zweig berührt Crondorf, Burg hei Reideburg, Zwochau, Cletzen. In Eilenburg zweigt nordöstlich ein Weg nach Torgau ab; die östliche Fortsetzung der Strasse gabelt sich in den „Kärner- weg“ über Schilda und die ,, Salzstrasse“ über Staupitz, Beckwitz, die sich am Elbühergange Beigem vereinen, um sich über Liebenwerda, Senftenberg, Spremherg nach dem Neisseübergang Muskaü (Priebus) östlich fortzusetzen.
2. Berührte die Richtung 1 das Gebiet Sachsens nur, so läuft die zweite Oststrasse ab Halle kurz vor Schladitz von dem besprochenen Wege ab- zweigend als ,, Karnweg“ und „Töpferweg“ über Grebehna, Hohenhaida, Lübschütz als „alte Salzstrasse“ nach der Muldenfurth Wurzen und von hier immer ungefähr parallel der sächsischen Nordgrenze als ,,hohe Strasse“ über Dornreichenbach, Knathewitz, als „kleine Strasse“ nach Dahlen, über Lampertswalde, Lübschütz nach der Elbfurth Strehla. Zu erwähnen ist die Verbindung vom Weg 1 ab Limehna nach Püchau mit Namen „Salz- strasse“, die weiter über Lübschütz nach Wurzen führt, aber auch auf einen alten Muldenübergang bei Püchau hinweisen kann, denn es liegt gegen- über an der Mulde die „Renne Wiese“, von wo der ,, Rasenweg“ den An- schluss nach Dornreichenbach herstellt. Auch die alte Verbindung vom Eilenburger Uebergang, über Mölbitz entlang der Grenze südlich Kobers- hain auf der Wasserscheide nördlich Ochsensaal nach Olganitz bis zum Uebergang Strehla hinlaufend, ist bemerkenswerth. Vom Hauptübergang Strehla verzweigen sich nun folgende alte Wege in östlicher und südöst- licher Richtung ab.
2 a. Die ,,alte Salzstrasse“ läuft von Strehla über Streumen, Görzig, Zabeltitz, Uebigau nach Weissig, wo sich ein Hauptzweig abtrennt, der über Linz, Röhrsdorf, Laussnitz, Pulsnitz, Bischofswerda nach dem wichtigen Spreeübergang Kirschau führt. Von Weissig setzt sich die Ostrichtung fort über Ortrand als ,,alte Strasse“ nach Cosel, nun sich spaltend erstens nach Hoyerswerda, dann zweitens über Ossling, Wittichenau, Ratzen, Uhyst nach der Neissefurth Rothenburg und endlich drittens über Strass- gräbchen, Milstrich, Zorna nach Bautzen. Kurz vor Cosel zweigt bei Zeis-
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holz ein anderer Hauptast ab, der über Schwepnitz, Jesau (oder Kamenz) nach Bautzen gerichtet ist.
2 b. Der zweite Hauptweg von Strehla läuft als ,,Kollweg“ über Zeit- hain, Glaubitz, Wildenhain nach Grossenhain; dazu der in Glaubitz mündende Seitenzweig der „hohe Weg“ nördlich um Zeithain. In Grossenhain schliesst sich auch der relativ alte (aber wohl nicht älteste) Weg durch die Elbfurth bei Boritz-Hirschstein-Merschwitz ,,die alte Poststrasse“ an. lieber Grossen- hain setzt sich mit mehrfachen Nebenwegen die bekannte alte Haupt- strasse über Königsbrück, Kamenz nach Bautzen und weiter zurNeisse- furth Görlitz fort unter den Namen: „hohe Strasse“, „alte Poststrasse“, „kleine Poststrasse‘S „kleine Strasse“, „die alten Strassen“. Von dem süd- lichsten der alten parallelen Nebenwege zwischen Bautzen und Görlitz, der zwischen Besehen und Unwürde (nördlich Löbau) den Namen ,,alte Strasse“ führt, zweigt bei Besehen eine alte Wegrichtung ab über Grossdehsa, Löbau, „Zuckmantel“biszueinemKreuzungspunkt alter Wege nördlich Strah- walde, wo die Localnamen „Zigeunerplan“, „Rumburgsborn“, „Johannisborn“, ,, Lerchenberg“ Vorkommen. Von hier laufen zwei Wegarme nach der alten Neissefurth Ostritz als „alte Bernstädter Strasse“ über Bernstadt und als „alte Löbauer Strasse“ über Niederrennersdorf, den ,,rothen Berg“, „Butter- berg“, als „hohe Strasse“ nach Ostritz und weiter über Seidenberg, Marklissa nach Liegnitz. Von dem alten Wegknoten von Rumburgsborn (nördlich Strah- walde) laufen auch zwei alte Wege als „Hinterstrasse“ westlich, als „alte Strasse“ östlich vom Königsholz am Sonnenhübel nach Zittau. Von Grossenhain spaltet sich von der Bautzener „hohen Strasse“ eine ebenfalls bemerkenswerthe Strasse ab über Wessnitz, Göhra, Niederrödern, Radeburg, Radeberg, Stolpen, Neustadt, Schluckenau, Rumburg, Tollenstein, Böhm.- Leipa, „Mikenhan“, Hirschberg, Zolldorf, Brandeis, Prag. An diesen ältesten ostelbischen Lausitzer Gebirgsübergang schliesst sich auch die süd- östliche Fortsetzung des Weges 2 a über Kirschau an.
Zu erwähnen sind östliche Seitenzweige von dieser Hauptstrasse in der Richtung Bautzen und zwar über Okrylla als ,,alte Strasse“ über Grossnaun- dorf, als ,, Gasse“ nach Elstra und als „KärnerWeg“ ebenfalls von Okrylla über Lomnitz nach Pulsnitz. Ein wichtiger Weg zweigt in Rumburg als ,, langer Weg“ und „Kälberweg“ nach Zittau ab, wo er sich wieder gabelt nach Kratzau, Reichenberg, Gablonz zum Iserübergang in Eisenbrod und andererseits über Friedland nach Schlesien.
2 c. Der dritte Hauptweg von Strehla zieht sich südöstlich in etwa 4 km Abstand östlich der Elbe hin, setzt sich auch nördlich von Strehla in gleichem Charakter fort; er ist als östlicher Parallelweg, der durch das Elbthal seine Richtung empfangen hat, anzusehen. Von ihm laufen die Seitenzweige nach den alten Elbfurthen oderEährstellen. Dieser Weg berührt zwischenNünchritz und der Schwedenschanze bei Leckwitz auf etwa 13 km das Hochufer der Elbe, läuft dann über Göltzscha, Kmehlen, Gröbern, Weinböhla, als „alte Strasse von Mühlberg“ nördlich Coswig vorbei, hier das Waldwegzeichen Z tragend, weiter durch die Lössnitz über das „Weisse Ross“ nach Radebeul und von hier durch die Haide auf verzweigten Nebenwegen, die wiederum das Zeichen Z und gestrichenes Z und die Namen ,, Rennsteig“*), „Diebs- steig“, „Schwesternsteig“ tragen. Der Rennsteig hält sich möglichst auf
*) H. Wiechel: Rennsteige und Rainwege in Sachsen. Wiss. Beil. d. Leipz. Ztg. 1898, No. 81. — L. Hertel: Die Rennsteige und Renn wege. Hildhurghausen 1899.
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den Wasserscheiden und tritt in Biela-Quohren aus der Haide, von wo sich die Wegrichtung als ,,alte Poststrasse“ hisRossendorf fortsetzt, über Ditters- bach als ,,hohe Strasse“ bis Hohnstein, als „alte böhmische Glasstrasse“ über Lohsdorf, Ulbersdorf, Thomasdorf, als „Diebsstrasse“ überHemmhühel, Schönlinde bis Tollenstein läuft, wo der Anschluss an die ebenfalls alte Strasse 2 b über Stolpen-Schluckenau- Rumburg stattfindet.
Dem am meisten der Elbe auf der Ostseite genäherten Wege 2c ent- spricht der knapp das Elbsandsteingebiet umziehende Weg nach Prag von Zeidler über Wolfsberg, ,, Hohle Ditte“, Schnauhübel, am,, Hemmhübel“ vorbei nach Altdaubitz, über ,,Irichtberg“, Kreibitz, ,, Nusshübel“, „Auberg“, Hasel, Kamnitz, ,, Hanne“, Gersdorf, ,, Oberratzel“, Karlsthal, Sandau, Pölitz, Gräber, Beiswedel, Raschowitz, ,,Wochberg“, „Lümmel“ nach Aujezd, Brotzen, Liboch, an dem Hochufer der Elbe hin bis Melnik und weiter nach Prag. Ver- längert man diese fast genau südnördliche gerade Richtung von Prag nach Zeidler über diesen Ort nördlich weiter, so trifft man in den Weg über Kunnersdorf, „Lodersberg“, „Silberberg“, Schluckenau, Rosenhain, Sohland, wo das Spreethal erreicht wird, in dem der Weg über Schirgiswalde, Kirschau bis Postwitz und dann weiter bis Bautzen läuft, sich auch in gleicher Nord- richtung über Radibor, Ratzau nach Spremberg fortsetzt. Ohne Zweifel stellt dieser Weg die geradeste Verbindung von Prag mit Bautzen dar; seiner Trassirung nach scheint er als Durchgangsweg doch jünger zu sein, wie der etwas weiter nach Osten ausholende sehr alte Weg über Zwickau- Tollenstein, wenn auch einzelne Wegstrecken die Zeichen höheren Alters an sich tragen. Zahlreich sind die erwähnten Anschlüsse an die Elbübergänge zwischenPirna undStrehla, die nicht im Einzelnen behandelt werden können. Einzelne dieser Elbübergänge werden mit dem Auftauchen und Wichtig- werden der Orte Pirna, Dresden und Meissen entstanden sein. Aus dem Charakter der alten Wege ist aber zu schliessen, dass die ältesten länder- verbindenden Richtungen dem Elbübergang Strehla folgen.
3. Von Halle ist deutlich eine alte Wegrichtung nach der Mulden- furth Trebsen erkennbar. Aus der alten Salzstrasse 2 über Hohenhaida löst sich dieser Zweig los, führt über Wüste Mark Pesswitz entweder über Mochern, Leutitz oder über Gerichshain, Brandis, Polenz nach Trebsen. Hier setzen zwei bemerkenswerthe Richtungen an: die eine östlich am Rodaer See als „Bischofsweg“ nach Wernisdorf und nun mehrfach verästelt als „hohe Weg“, „das alte Q“, „die Trift“, ,,die breite Allee“, „der Oberweg“, „Butter- weg“, ,, lange Rain“ dicht südlich am Collmberg vorbei nach Oschatz laufend, mit einem südlicheren Parallelweg über Lampertsdorf, Thalheim, Kreischa als „Kaiserweg“ östlich bei Oschatz vorüber durch Borna nach Strehla. Die andere Hauptrichtung wendet sich von Trebsen über Nerchau nach Südost und bildet in ihrer Fortsetzung den alten Oederan-Brüxer Gebirgsübergang, der auch durch einen rechtsmuldischen Hochuferweg nörd- lich über Trebsen hinaus an die Uebergänge Wurzen (Püchau), Eilenburg angeschlossen ist. Diese alte böhmische Strasse scheint sich in der That an diese ältesten Muldenfurthen der Halle’schen Wege anzuheften, wozu auch der bekannte Reisebericht Ibrahim ben Jakub’s von 973 stimmt, der vom Hoflager Kaiser Ottos H. in Magdeburg nach Prag zu- rückreiste über Qaliwa (Kalbe), Nubgrad (Nienburg), die Saline ,,al-Jahüd“ = Halle am Flusse ,,Salawa“, von da nach Nurnhin, was als Wurzen*) oder
*) W. Schulte in der wiss. Beil. d. Leipz. Ztg. 1892, No. 14.
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Nerchau gedeutet worden ist. Es folgen die Angaben: von da (Nurnhin) bis zur (nördlichen) Grenze des Waldes 25 Meilen, vom Anfang bis zum Ende des Waldes über Berge und durch Wildnisse 40 Meilen, vom (süd- lichen) Ende des Waldes (Oberleutensdorf) bis zum Sumpf (Seewiesen) bis zur hölzernen Brücke durch den Sumpf (Brüx) 2 Meilen; dann geht man ein in die Stadt Braga (Prag). Der alte Weg misst von Oberleutensdorf bis Wurzen 106 km, bis Nerchau 95 km, so dass bei 65 (arabischen) Meilen sich für jede 1,6 bezw. 1,5 km berechnete, was beides nicht unwahrschein- lich ist, da diese Meilen 1000 Doppelschritte umfassen, wie die römische Meile von = 1,4785 km Länge, bei der der Schritt der kleineren Italiener sich auf 0,74 m stellt. Ermittelt man den Waldanfang nach dem Verhältnisse von 25 zu 40 Meilen, so fällt er von Wurzen gerechnet auf die Wegstelle am Vorwerk Masseney, von Nerchau gezählt, auf die Striegisfurth dicht vor Hainichen. Die dortigen Localnamen, besonders der Name Hainichen selbst machen die letztere Annahme recht wahrscheinlich; es sind somit weder aus der Richtung der ältesten Wege noch aus der Lage des Urwaldanfanges Einwendungen gegen die Deutung auf Nerchau zu entlehnen.
Der alte böhmische Weg selbst lief über Nerchau, Pöhsig, Dürr- weitzschen am „Zetsch“ vorbei durch die Muldenfurth bei Altleisnig auf dem Rücken über die Flurstelle „der Vogelgesang“ (Wohnungen oder Wach- posten auf Bäumen, ähnlich Wachhalterbaum), Plartha, bei Waldheim die Zschopau kreuzend, Vorwerk Masseney (gegenüber der „Wachholderberg“), den Nonnenwald westlich berührend, durch die jetzigen Orte Hainichen, Cunnersdorf, oder wahrscheinlicher auf dem etwa 0,8 km nördlich parallel laufenden Rückenweg über Ottendorf sich nach Bockendorf und durch die Waldstelle ,,die Beutha“ nach Oöderan wendend. Der weitere Verlauf über Mittelsayda als ,,alte böhmische Heerstrasse“ und Sayda und Pursch enstein ist bekannt. Von hier spaltet sich der Weg in die Richtung über Einsiedel, Kreuzweg, östlich Georgenthal nach Brüx und in die ältere Richtung über Göhren, Rascha oder Zeltl, Oberleutensdorf, Rosenthal, Kopitz, Brüx.
4. Von der südlicheren alten Salzstrasse unter 1 zweigt bei Beulitz ein Weg nach Schkeuditz ab, das auch direct von Halle durch die ebenfalls alte Strasse über Bruckdorf, Grosskugel erreicht wird. Dicht am rechten Elsterhochufer läuft der Weg dann über Wahren nach Leipzig, einen Zweig von Wahren über die Sanct Thekla-Kirche und den ,,KrätzBerg“ nach Taucha und weiter nach der Furth Wurzen und als „Töpferweg“ über Brandis nach der Furth Trebsen entsendend. Diese Wege sind erst mit dem Auf- kommen von Tauchau und Leipzig entstanden. Der Leipziger Zweig zieht sich dann über Holzhausen, Naunhof als „alte Poststrasse“ nach Grimma. A eher wird der Weg von Holzhausen dicht neben dem Collmberg und dem „Kriegteich“ vorbei durch Grosspössna nach dem Kreuzpunkt ältester Strassen am ,, alten Schloss“, einer nahezu rechteckigen Strassen- schanze*), die wenig verändert noch im Universitätsholze zu erkennen ist. Von hier lief über Köhra, Lindhardt die ,, hohe Strasse“ nach Grimma; ferner zweigte hier die „alte Strasse“ nach Rochlitz über Belgershain, Lausigk ab, von der sich wieder ein alter Zweig in Belgershain abspaltete über Pomsen, Grossbardau, Grossbothen, am Waldort ,, Zuckemandel“ vor- bei nach der Muldenfurth Sermuth und auf dem linken Ufer bleibend als ,,alte Strasse“ über ,,Zschetsch“ nach dem Uebergang Colditz. Noch
D Vergl. Verhandl. der Berlin. Ges. für Anthrop. in der Zeitschr. für Ethnol. 1901.
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ein dritter rein südlich gerichteter Weg zweigt am „alten Schlosse^ ^ ab, um Borna zu erreichen als „alte Strasse'^, durch den Forstort „Rosenthal“ als „breiter Weg“ nach Kamlitz und am Flurort „Rosendorf“ in den „Heerweg“ einmündend, der von Leipzig über die „Funckenburg“, Dösen (auchDösener Weg genannt), Güldengossa, Dalitzsch elbenfalls Borna zustrebt. Aber auch die älteste Ostwestverbindung Grimma-Eythra läuft neben dem „alten Schloss“ vorbei, sich hier theilend in die alten Zweige über Grobem, Gaschwitz, Budi- gasser Mark und andererseits überMagdeborn, Stöhna, Zeschwitz, Zwenckau.
4a, Jenseits der alten Muldenfurth Grimma läuft der Weg östlich am ,, Lerchenberg“, ,,Huthbaum“ neben dem Huthberg vorbei über Brösen als „alte Salzstrasse“ über einen zweiten „Huthberg“ und „Wachberg“ nach Zschoppach, Klemmen, immer auf dem Rücken nach Zaschwitz, Jessnitz zur Jahnafurth Zschaitz über Glaucha, von wo sich mit dem Aufkommen Meissens der Zweig überLeuben, Kubschütz durch den ,, tiefen Grund“ über Mohlis und den Jahneberg ansetzt, während der älteste Weg über Kurschütz, Lommatzsch immer auf dem Rücken als „Ochsenstrasse“, Seitenzweige nach den Uebergängen Zadel, Seusslitz entsendend, nach der Elb für th Boritz- M er schwitz lief. Beachtlich ist der Name Ochsenstrasse, der auf die Ochsenkarren der ältesten Zeit hinweist und den auch der älteste Nordsüd- weg auf dem Landrücken in Schleswüg und Holstein trägt. In diesem echten Höhenwege Grimma-Zschaitz-Lommatzsch-Boritz lässt sich wohl der älteste östliche Durchgangsweg dieser Gegend erkennen.
4b, Jenseits der Muldenfurth Colditz zieht sich ein Verbindungs- weg nach der Strasse 4a rechts von Collmen bei der „Glocke“, dem „Lasten- berg“, dem „Gieks“ vorbei über Brösen und durch Leisnig. Ausserdem läuft ein Weg auf dem Höhenrücken über Meuselwitz, den ,, Wachhübel“ nach Harthau zum Anschluss an den alten böhmischen Weg unter 3.
4c. Jenseits Rochlitz, das als Mittelpunkt ältester Siedelungen seit ältester Zeit von Bedeutung war, verzweigen sich zwmi anscheinend alte Wege. Der eine läuft über Zschachwütz, Aitzendorf, Geringswalde als ,,Töpelstrasse“ nach der Zschopaufurth Töpeln, die ganz anolog der Muldenfurth Sermuth gelegen ist, nach Döbeln. Von diesem wichtigen Muldenübergang lief ein Seitenzweig über Mochau nach Lommatzsch, ein anderer über Grossstein- bach, Lüttewitz, Mutzschwitz, Leippen über den Kuhberg als ,,Kuhbe.rg- strasse“ neben ,, Stroischen“ nach Meissen, während ein dritter älterer Weg weiter südlich, dem Rücken folgend, Döbeln mit Meissen verband über die Punkte ,,Juchhee“, „Höhbaum“, „Trommelberg“, Choren, Gruna, als ,, grüner Weg“ nach Mahlitzsch, Heinitz und Luga. Bei Mahlitzsch zweigte von diesem alten Rückenwege und dessen Parallelwegen die Richtung in den Gau Nisani ab, als ,, Salzweg“ zur Triebischfurth bei Munzig hinablaufend und über Wilsdruff, Pennrich, Pesterwitz, Döltzschen, Plauen, Leubnitz nach Dohna hinziehend (da Dresden erst später Anziehungsmittelpunkt wurde), der die Weisseritz auf der Linie Kesselsdorf, Potschappel, Coschütz, Leubnitz kreuzt. Diese Wege dürften die älteste Verbindung der Landschaften Glomaci und Nisani darstellen; die Linie Meissen- Wilsdruff- Dresden ist offenbar erst die Folge des Aufkommens dieser Orte.
Der zweite alte Weg zieht von Rochlitz südöstlich am „Trotzling“ vor- bei über Neugepülzig nach der Zschopaufurth Mittweida, um den An- schluss an die alte böhmische Strasse über den Flurort ,, Tabakspfeife“ am ,,Behnitz Winkel“ östlich Rossau zu gewinnen. Diese Einmündung liegt un- mittelbar vor der unter 3 erörterten Urwaldgrenze an der Striegisfurth.
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Eine ziemlich alte Fortsetzung findet dieser Verbindungsweg über Otten- dorf, „Steintiscb“ (hier vom Parallelweg der böbmiscben Strasse sich los- lösend) über Riechberg, Bräunsdorf, Freiberg, Halsbacb, Naundorf, als ,, Salz- strasse“ über „Diebskammer“, „Streithübel“, Klingenberg mit dem „Gickels- berg“, Höckendorf mit dem „Mückenberg“ (mig-nouti = flimmern, also Funkenberg), „Geierswacht“ hinter Grossölsa sich in die Richtungen Kreischa, Sayda, Dohna, ferner Possendorf, Babisnau, Lockwitz und endlich Bannewitz, Räcknitz, Dresden tbeilend. Dieser Weg Halle-Rocblitz- Mittweida -Dohna dürfte als das etwas jüngere Seitenstück zu dem ältesten nördlicheren Westost- Weg nach dem Gau Nisani über Munzig oder Roitzschen anzusehen sein.
4d. Aus dem Wegzweig über Lausigk nach Rochlitz zweigt bei dem Wegknoten Ebersbach ein Ast über Geithain, den „Wachhübel“ bei Ober- gräfenhain nach der Muldenfurth Lunzenau ab, sich von hier auf dem Rücken über den ,, Gickelsberg“ am ,, Tauerstein“ vorbei nach der alten Chemnitzer Strasse wendend.
Die südlichen Salzwege von Halle.
Der besseren Uehersicht halber sind die folgenden Wege in eine neue Gruppe zusammengefasst worden.
5. Der wichtige Muldenübergang Penig ist durch mehrere alte Wege mit Halle verbunden, deren Verfolgung zur Klärung des ältesten Wegnetzes wesentlich beiträgt.
An den ältesten östlichen Salzweg von Halle unter 1 schliesst sich ein echter Rückenweg an, der mit 2 als „Karnweg“, „Töpferweg“ in grossem Bogen über Wüste Mark Pesswitz, Brandts, Polenz, als der „hohe Weg“ über den ,,Kiewitz“, Klinga, Pomsen, den ,, Groitzsch“, Lausigk, Ebersbach, Altdorf- Geithain, Ossa, Jahnshain, als „alte Strasse“ nach Penig führt, dessen Seiten- zweige nach Trebsen, Grimma, Colditz, Rochlitz, Lunzenau bereits erwähnt sind. Hervorzuheben ist ein 1 bis 3 km östlich gelegener Parallelweg zwischen Ebersbach, Neumarkt -Geithain, Rathendorf mit dem „Kaiserborn“ und „Salzberg“ nach Penig. Diese Wegrichtung ist besonders bemerkens- werth, weil auf ihr Penig von Halle aus ohne Durchfurthung von Flüssen erreicht wird; Kreuzungen finden nur mit Bächen ohne grosses Sammel- gebiet statt.
Aehnlich trassirt, aber gerader gerichtet verläuft die sich an Weg 4 über Schkeuditz, Leipzig anschliessende Richtung über Borna. Der beiden Wege von Leipzig über Güldengossa (Heerweg) und das alte Schloss (breite Weg) w^ar schon gedacht. Von Borna zieht der sich auf dem Rücken haltende älteste Weg über Nenkersdorf, den ,,Strassenteich“, Roda, Kohren, Sahlis, Linda, durch das Pastholz zum Anschluss an die soeben erwähnte alte Strasse von Jahnshain nach Penig. Ein anderer, ab Borna das rechte Hochufer der Wyhra begleitender Weg durchfurthet diese bei Frohburg und läuft über Gnandstein, Goldener Pflug, den „Speckhusch“ nahezu geradlinig als die „lange oder Thonstrasse“ nach der Muldenfurth Waldenburg.
Die anderen Wege von Halle, die zweimal die Elster und die Pleisse kreuzen, schliessen sich an den später zu behandelnden Salzweg durch die Schkeuditzer Furth an.
Jenseits Penig läuft die Richtung als die bekannte Hohestrasse weiter am „Strassenteich“, „Zugmantel“, ,, Mordgrund“ vorbei, wo der Lunzenauer
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Zweig anschliesst, über Chemnitz, den „Kriegshübel“, den ,,Schellberg“, das „Raithholz“ am ,, Rollfeld“, Gornau, Zschopau zur Hilmersdorfer Höhe. Hier trennen sich die Wege nach den drei alten Uebergängen Reitzenhain, Kühnhaide und Rübenau, von denen nach den Localnamen der letztere der älteste sein muss, obgleich dieser Weg die Pockau bei Lauterstein an einer schwierigeren Stelle wie bei Kühnhaide und Reitzenhain durchfurthet. Dieser somit älteste Weg läuft über Lauta, Lauter stein, Zöblitz fast geradlinig nach Rübenau, Kallich, Bernau und auf dem Rücken über Platten (Blatno) nach Kommotau. Auf einem Seitenweg über Gersdorf, ührissen kann auch Görkau erreicht werden. Ein Parallelweg hierzu mit Abzweigung am „Rung- stockborn“ oder am „Steinhübel“ führt als „alte Kommotauer Strasse“ über „Kriegwald“ an der ,, Schwedenschanze“ vorbei nach Obernatschkau (oder Natschung), über die Annasäule am Steinhübel, Rodenau, Quinau ebenfalls nach Kommotau. Welcher von beiden Wegen der ältere ist, ist schwer zu entscheiden.
Der mittlere Weg von der Hilmersdorfer Höhe zieht sich über Marienberg, früher Dorf Schlettenberg, Gelobtland als ,,Jörkauer Strasse“ über Kühnhaide sich an den vorigen Weg in Obernatschung anschliessend.
Der westliche Weg läuft über die drei Brüder Höhe (Schacht- name), nimmt die „Kärrner Strasse“ von Wolkenstein auf und zieht sich fast gerade über die „Fuchskaloppe“, die ,, hohe Brücke“ nach Reitzenhain, Sebastiansberg, Krima, den ,,Klinger“, Domina nach Kommotau.
Von Kommotau und Görkau laufen die Wege über die Egerfurthen bei Saaz, Posteiberg oder Laun, sich jenseits vereinigend über Schlan nach Prag.
Auf diese Gebirgsübergänge bezieht sich die Notiz in der etwa 1015 geschriebenen Chronik des Merseburger Bischofs Thietmar aus dem Jahr 892: „in der „Provinz“ Daleminzien nicht weit vom Flusse Caminizi in dem ,,Gaue“ Chutizi starb Arno, neunter Bischof von Würzburg, als er von einem Feldzug gegen die Böhmen zurückkehrte und unweit der Land- strasse auf der nördlichen Seite in seinem auf einem Hügel aufge- schlagenen Zelte Hochamt hielt, umringt von einem Haufen Feinde, mit den Seinigen den Märtyrertod“. Da der alte ,,Gau“ Chutizi den Chemnitz- lluss zur Ostgrenze hatte*), die Kirchenprovinz Meissen, in der Hauptsache aus dem Gau Daleminzien bestehend, zu Thietmar’s Zeit aber sich über die Chemnitz bis zur Mulde erstreckte, so passt die Thietmar’sche Orts- beschreibung nur auf das Gebiet zwischen Chemnitz und Mulde. Hier läuft aber „unweit (d. h. 1 bis 3 km westlich) der Chemnitz“ der unter 4d erwähnte Lunzenauer W eg hin. Der „Tauerstein“ bei Burgstädt bietet hier einen dem heranziehenden Arno nördlich von der Landstrasse er- scheinenden Hügel dar, der wohl geeignet ist, sich zur Rast in feindlich gesinnter Umgebung zurückzuziehen. Die Trassirung dieses Weges spricht durchaus für ein hohes Alter, so dass auch von dieser Seite Bedenken gegen die Localisirung nicht vorliegen.
6. Der unter 4 behandelte Salzweg über Schkeuditz sendet hier die Elster dur chfurthend einen wichtigen Zweig nach Süden in den 20 bis 40 km breiten, 125 km langen Landrücken zwischen Saale und Elster, der zwar nur zum kleinsten Theile unserem Gebiete angehört, dessen mittlerer
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Längsweg aber nicht ausser Betracht bleiben kann. In der verkehrsreichen Nordspitze dieses Landrückens treten die Einwirkungen der wohl von jeher wichtigen Uebergänge Burgliebenau -Pretsch (Elster), Merseburg -Pretsch, Corbetha sowie Weissenfels (Saale), Eythra und Pegau (Elster) und später Plagwitz-Leipzig hinzu. Der Halle’sche rein südliche Verkehr kann daher abkürzend wenn auch durch zweimalige Saalekreuzung und in späterer Zeit die genannten Saalefurthen anstatt den Pass bei Schkeuditz benutzt haben.
Der alte Rückenweg gewinnt nach der Elsterdurchfurthung bei Gross- dölzig das Südhochufer und läuft von hier weiter, den Zweig von Pretsch aufnehmend und den Zweig „die Salzstrasse“ über Knauth- Naundorf nach Eythra entsendend. Rein südlich setzt sich der Weg durch die Wüste Mark Pfaffendorf 1 km östlich Schköhlen bis Schkeitbar fort, wo die von Pretsch und dem jüngeren Dürrenberg herkommende südlichere Salzstrasse nach Eythra kreuzt, wo sich auch ein gerader Weg nach der Elsterfurth Pegau ablöst. Von Schkeitbar zieht auch ein Zweig die ,,alte Strasse“ rein westlich über Meyhen südlich durch das „Rosenthal“ um Lützen über Bothfeld nach Corbetha und weiter über das Rossbacher Schlachtfeld, bei Leiha in die Hauptstrasse nach Freiburg laufend. Weiter berührt der Rückenweg Eisdorf, wo der Anschluss von Eythra aufgenommen wird, als „grosser (oder kleiner) tiefer Weg“ Grossgörschen, unter dem Namen „die hohe Eisenberger Strasse“ Grossgrimma, wo der „Zwiebelweg“ direct von Eythra und ein ostwestlicher Weg von Pegau nach der Saalefurth Naumburg, der den bemerkenswerthen Namen „Ochsenweg“ trägt, sich an- schliesst. Auf der Höhe läuft der Weg über Köttichau -Trebnitz nach Meineweh, wo sich ein Parallelweg Eisdorf- Steckelberg-Teuchern wieder anschliesst. Heber Roda, wo Seitenzweige von Naumburg und Zeitz ein- münden, zieht der Rückenweg über Eisenberg, Klosterlausnitz, wo der Zweig nach Gera, Tautendorf, wo der Zweig nach Weida, Greiz, Elsterberg sich ablöst, nach dem „Radberg“, ,,Geheege“ und Auma. Hier trennen sich wichtige Aeste nach Zeulenroda -Pöllwitz -Elsterberg, nach Pausa-Plauen und nach Strassberg, während der Rückenweg über Schleiz, „Zollgrün“, Gefall oder Münchenreuth, Feilitzsch und den „Labyrinthberg“ die Saale- furth Hof erreicht und von hier über Asch die Verbindung mit Eger findet. Dieser Rückenweg dürfte seinem Verlaufe nach wohl als die ent- scheidende Leitlinie im Westen unseres Gebiets anzusehen sein.
Es sind nun die Wege, die sich jenseits der Elsterfurthen südöstlich ansetzen, zu verfolgen.
6a. Von Eythra wird der Weg anfänglich rein östlich nach der Budi- gasser Mark die Aue durchquert haben. Von hier läuft der unter 4 ge- nannte alte Ostweg Güldengossa -Altes Schloss, von hier verzweigt sich nur noch als Wegrest ein „Kaiserweg“ nordöstlich, von hier zieht in gerader Richtung die „Heerstrasse“ nach Pulgar und weiter als „Salzstrasse“ nach Borna. Gelegentlich ist der Prödel-Zeschwitz verbindende ,, Rennsteigweg“ zu nennen. In Kieritzsch zweigt von der Bornaer Salzstrasse ein Weg ab am ,,Strassenteich“ und Lutherdenkmal vorbei über Breunsdorf, Breitingen, Gerstenberg nach Altenberg, von wo in südlicher Richtung über Saara, Zürchau, die Pleissefurth Gössnitz, „Schwanefeld“, „Ameisenbüschel“ mit „Burgstadt“, den „Bog“, Mosel der westliche Hochuferrand der Mulde und dem entlang Zwickau erreicht wird. Von Altenburg nach der Mulden- furth Waldenburg zieht sich der alte Weg über Paditz, „Burgberg“, „Wach- hügel“ mit „Tommelgrund“, Goesdorf, Wickersdorf, „Meisensprüh“.
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6b. Von der Elsterfurtb Pegau-Groitzsch zieht sich ein Wege- paar „der Pfaffenweg“, „der Gösser Weg“, „die alte Strasse“ nach dem alten Strassenknoten Borna. Der Hauptweg läuft über „die Wachtel“ bei Lucka nach Altenburg. Bei Lucka schliesst sich ein wichtiger Rücken- weg zwischen Pleisse und Elster an, der sich auch noch nördlich über Obertitz, Stolpen, Pulgar in der Richtung des Rennsteigweges und Kaiserweges bis zum Pleisseübergang bei Raschwitz südlich Leipzig ver- folgen lässt. Von Lucka südlich läuft er über Meuselwitz, den „Geyersberg“, Kayna, Hohenkirchen, Grossenstein, Ronneburg, „Vogelgesang“, „Lerchen- berg“, Trünzig, Teichwolframsdorf^ Reudnitz, Reichenbach und von hier fast geradlinig bis Eger. Zunächst läuft die Wegfortsetzung von Reichen- bach mit der grossen Hofer Strasse die Göltzsch durchfurthend oder mehr geradlinig durch die Weissensander Furth, über Treuen, Poppengrün, über Schöneck oder als älterer Weg dicht östlich bei Schöneck vorbei als „grüner Weg“ nach dem „Geierswald“, Fribus, über den „Kühbauch“, Mark- neuHrchen, „Schanzholz“, Landwüst, „alte Schloss“, am „Geyersberg“ vor- bei nach Schönberg mit den „Geyerhäusern“, „Altenteich“, Oberndorf, Langenbrück, Lehenstein bis Eger. Dieser Weg stellt mithin eine zweite, aber fast geradlinige Verbindung Halle (-Merseburg -Zeitz) -Eger dar und zwar ebenfalls als Rückenweg entsprechend dem westlicheren Weg unter 6.
6c. Von der Elsterfurth Zeitz zweigt sich ein Weg ab, der den Rückenweg 6b bei Sachsenroda kreuzt und sich weiter über Reichstadt, Raudenitz, Schönhaide, „Scheidegrund“, Rudelswalde dicht südlich Crimmit- schau, bei „Kniegasse“ und „Karthause“ die Pleisse kreuzend, als Rücken- weg über den „finsteren Graben“, die „Hölle“, Denkritz, die „Schatzgrube“, den „Wachholderberg“ und Weissenborn nach Zwickau hinzieht. Ausser- dem zweigt ein südwestlicher Weg nach Gera, Auma, Schleiz, Hof ab. Der wichtige Ostwestweg durch Zeitz wird später behandelt.
6d. Vom Rückenweg unter 6 zweigt ein Seitenweg über Weida nach der Elsterfurth Greiz ab, der sich weiter bis Reichenbach fortsetzt. In der Richtung dieses Weges schliesst sich der zweite Gebirgsübergangs- weg nach dem Egerthale an, der von Reichenbach hinzieht über Lengen- feld, den „Finkenberg“, als „Königstrasse“ nach Auerbach, „Tollengrün“, Hohengrün, als „hohe Strasse“ über Jägersgrün nach dem „Aschberg“, über „Grünberg“ nach Grasslitz, Heinrichsgrün, sich hier nach den Egerfurthen Falkenau, Ellbogen und über Chodau nach Rodisfort gabelnd. Sowohl die Localnamen als die Weglage lassen in den beiden Wegen 6b und 6d von Reichenbach ins Egerthal alte Verbindungen erkennen. Der Name Königs- weg ist wohl mit dem 1086 gekrönten Böhmenkönig Wratislaw, der lebhafte Verbindung mit seinem Schwiegersohn Wiprecht von Groitzsch unterhielt, in Zusammenhang zu bringen.
6e. Die unweit Greiz gelegene Elsterfurth Elsterberg vermittelt ebenfalls den Uebergang eines alten Weges nach Süden und zwar nach Asch über Reinhardtsgrün, die „Possecke“, am „Gräfenstein“ und „Schloss Reuth“ mit „Wallwiese“ vorbei durch Thossfell, Altensalz, Neuensalz, Theuma, als „alte Strasse“ am „alten Berge“ und „Salzhübel“ durch die Elsterfurth Oelsnitz über den „Geiersberg“, „Heinzens Höhe“, Rossbach. Von Oelsnitz zweigen zwei Parallelwege über den Geiersberg ab als „alte Strasse“ über Obertriebei, Poseck und die (jüngere?) über Untertriebei; beide über Gassenreuth mit dem „alten Schloss“ und der „alten Schanze“ nach Hof laufend.
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6f. Ein alter Zweig der Rückenstrasse 6 trennt sich in Auma ab, um ohne den Umweg über Hof das Egerthal direct zu erreichen; er läuft über Zeulenroda nach dem alten Wegknotenpunkt Pausa, wo er einen Seiten- weg über Schönberg, Misslareuth nach Hof entsendet. Von Pausa über Mehl- theuer als „hohe Strasse“ am Flurorte „der weise Stein“ vorbei zieht der Weg als „Schaafweg“ nach der alten Elsterfurth Strassberg mit „Warth- Hübel“ und der „Burg“, Taltitz, den „Geiersberg“, Raschau, durch das jetzige Oelsnitz über Tirschendorf, Schöneck, „Wachtelbusch“, Kottenhaide, Klingen- thal, den Anschluss an die alte Strasse unter 6d in Grasslitz suchend.
6g. Nach der später mehr in den Vordergrund getretenen Elster- furth Plauen zweigt bei Mehltheuer vom vorigen ein Weg ab, der über Syrau mit „Neumarkt“, den „Strassenhübel“, „Bärenstein“ nach Plauen und weiter am „Wachhübel“ vorbei über Oberlosa, am „Salzhühel“ den Weg 6e kreuzend, über Voigtsberg, Görnitz, „Warthebaum“, Leubetha am westlichen Elsterhochufer gegenüber Adorf hinläuft. Der merkwürdige Localname „Wachbaum“ kommt nordöstlich Voigtsberg noch einmal vor.
6h. Adorf ist eine alte Elsterfurth für die Verbindung Schöneck- Asch und zugleich Anschlusspunkt für den interessanten Kamm- und Grenzweg über Misslareuth, Grobau, Hainersgrün, „Wachhübel“, die „Beuten“, am „Assenberg“ mit „altem Schloss“ nach Sachsgrün, in Gassen- reuth den Zweig 6e kreuzend, über Oberbergen, Freiberg nach Adorf, von wo aus der Anschluss als „hohe Strasse“ und „alte Poststrasse“ über Jugels- burg, „Finkenburg“ (Funkenhurg?), „Strassenbusch“ in Landwüst an die grosse Nordsüdstrasse 6 b erfolgt.
Alle bisher verfolgten Wege strahlen von Halle, wenn man will auch von den später aufgekommenen Nachbarorten Merseburg und Leipzig aus, entweder sich rein östlich hinziehend, das unzugängliche Elbsandsteingebirge in grossem Bogen östlich umziehend, das Erzgebirge südöstlich über- schreitend oder endlich der Fichtelgebirgsabdachung Hof-Eger zustrebend. Mannigfache alte Verästelungen könnten noch erwähnt werden, andererseits sind noch eine Reihe von wichtigen alten Verbindungen hervorzuheben, die, um die üebersicht nicht zu stören, bisher nicht genannt wurden.
Die Wege von Prag.
Was Halle