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Schweizerisches Idiotikon ,

W örterbiicli der scliweizerdeutsclieu Spraclie.

Zweiter Band.

Schweizerisches Lliolikoii.

Wörterhucli der sclnveizerdcütsclieii Spiciche.

Gosaiiiiiu'lt auf Vt'raiistaltuii^'

(1(T

Aiitiquarisclioii (Jesellschalt in Zürich

mitcT lioiliültc

aus allen Kreisen des Schweizer Volkes.

Iloi'ausgegtilien mit llulcrslüiziiug iIcs kuk iiiid ilor Kaiitiioi'.

Zweiter Band.

Bearbeitet

von

Friedrich Staiil), Ijudwig Tobler und iludolf Schocli.

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Prauenfeld. Verlag von J. lliibt

PF

€;- (vgl. K-

zweiten B tia, ge, si, go, gu.

8. muh die Gruppen (!uh, (lach, OaJ, Gan usw.

<;a(ii) (gO"; in Gl; GH.; Sch gü", PP. güj Präs. lud. 1. (/((. gii. f/ioi. f/fdie": gangfe'J, 3. gut CgädJ; gi'if iget), ri'i't : PI. gond, ißnd, -t, spec. 1. gä, gäio (1), gü, (jiii; ffd-i, giDige", gonge", ge-nge", 2. gut, gdd, göd, gä-it, gcit, ganget, 3. gän. C o n j. gangiii, <ir'ii<ii u. (imig; gü(i). Imp. gang; gä; Fl. ganged, (juiniid. iir-iii/ct ; gand, gen(d), gönd; gut. Cond. giciig (i, -li), gm'ng, giieng, gäng. Ptc. g' gange', g'ganke mit ,seiir : gehen. 1. von willkürlicher, bewusster Bewegung. a) ,GiJn: einhin trotten, wandlen.' M.iL. RA. Das ist g'rad: we'' gät da ditre [vorbei]? reicht nicht lange, ist wie ein Tropfen ins Meer Z. ,Er got noh mir, steht im Eange mir nach.' Spbenh. Emphatisch: gä" chöime", auf schwindligen Pfaden zu g. vermrK'en. frei von Schwindel sein Uw; vgl. Gänger, .\iirli t r.. s. 11%. Auch vom Tanze: Mer wend no''' i'ii W'iilur ijn. der 31a"" machet -i^ sein," | schon, freiüchj MiLtig GT. (Feurer); ,-i"ii>t /./;/(" f'ircu. han. b) mit Angabe der Kichtuiii,'. il^^ Zirl.s und Zweckes, wobei diese in den Vordergrund treten und gän mehr und mehr die Uolle eines blossen Formw. erhält od. zu bildl. RAA. dient. Döhar gut er! das Losungswort in der Zofinger Mordnacht, s. Eochh. 1856. 2, .368 u. LTobl. im Z Tasch. 1883, 23. Über Etw. g. s. I 56, 57. .Da N. dem N.' über die briefe gegangen ist [sie erbrochen hat], soll er gestraft werden.' 1568, Absch. Ähnlich an Etw. g., sich daran vergreifen, daran naschen s. I '_'.">■_' u.; .iber ((" d' Sträss, a" d' Linth gu bedeutet, sii li an Ailniteii, welche die Strasse, den Fluss betrcHon, beteiligen, seinen Broterwerb dabei suchen Gl, und in ähnlichem Sinne uf de" Tagme", als Tagelöhnef, i" d' Fabrik, als Fabrikarbeiter, z' Alp, als Küher, g' Höh, als Holz- fäller, z' Magd, z' Chnecht, als Dienstbote Gl. In der K.\. über Nüt gä, zu Grunde g. S (Syn. drüf, dran gitn). ist die Verbindung ü. N. aus der RA. mit ,kom- men' (s. I 57) entlehnt und ist alle sinnliche An- schauung preisgegeben. In Etw. g., um es zu holen, zu gewinnen s. 1 287, aufs Zeitliche übertragen, bei Altersangaben: i" 's 8. (JarJ oder im 8. (Jar) gä, das 7. Jahr zurückgelegt haben. Auf die Doppel- sinnigkeit der räumlichen und zeitlichen Beziehung spekuliert die Vexierfrage: wohi' ist de'' Heiland g'gange", wo-n-er [als er] Jar alt g'si" ist? Mit der Jarzal (laufe"), im J. 1800 geboren sein Z. .Ich gieng myns alters in dz 19. jar.' Edlib. ,Ajinus alter ab undecimo ceperat me: ich was bei den drei- zehen jaren alt, oder, ich gieng in das dreizehend jar.' P'ris. ,2 jar alt sein oder in das ander jar gon.' Mal. ,Jetz in sein jugend oder sterke g. : aetatem juvenilem eapere.' ebd. ,Die helvetische Gesellschaft gieng erst in ihr 6. Jahr.' JGSchulth. 18U1 ; und sinnlicher Bed. vollends bar: .in die aberwitz gön' (s. d. W.). ,In ein gespräch gon: ire in colloquium.' Mal. ,In ein gesellschaft mit einem g. etwas ze handien: societatem

alicujus rei coire cum aliquo.- ebd. ,Als sy jetz mit andren Eidgnossen in die französisch vereinung syent gangen [in das frz. Bündniss eingetreten].' 1521, Aescu. ,Die von Z weitend nit gan in dise Vereinigung; dann sy beschwartend sich etlicher Artiklen.' HBull. 1572. Jmdm fj» 'n Schade" g., den Schaden tragen helfen; vgl. ,an die Hand gehen'; anders daran g. I 258 f. CA/; jetzt breiter , auf Etw. aus' </.; s. 1117 B 2. 118 o.; in abstrakterem Sinne: auf eine Grundlage abstellen s. I 118, 5. Ztie Einer gä", sie besuchen als Freier, um sie werben B. S. noch in 'n Kabis, in 's Leid; ze Helgen, Kilt, Liecht, Lumpen, Bodem, Binder, Schiteren, Stubete, Dorf g. unter den betr. Subst. Wenn Ziel und Zweck durch einen Inf. ausgedrückt sind, so dient gän gewissermassen nur zur Umschrei- bung des Fut. (genauer Instans); vgl. frz. je cais m. Inf. D' Chue gelt z' chalbere", wird bald kalben Gk. Die C'onstruction mit blossem Inf. (ohne die Präp.) ist dem Sprachbewusstsein der Volks-MA. abhanden gekommen; s. gän. d) mit Angabe der Neben- umstände, Art des Ganges, Verhalten. Vu" der Hand s. I 840 M. ,[Die Gemeinde N.J hat nüt sonders [Besonderes], sonder got mit anderen grirhten.- 1 179. Arch. AAWett. ,Es wiegelte den Eück.n -m maj. Jü- tisch wie eine Frau, die in guter Hotinunu ;;ihi. I'imh Ratsherrin zu werden.' Gotth. ,Mit eiueni Kinde ^■.■, guter Hoifnung sein, gravidam esse B (in BHk. vor- wiegend von ausserehlicher Schwangerschaft); S; Z. Wie vil Chind hat die Frau? Antw. Si gät mit-dem dritte". Si gat sc/(0" wider mit ev"m. I'' ti'siiiii-nii''' na''' wol: es ist g'si", wo-n-i [als ieh| iiiil dem Buch g'gange" bin Z. Auch mit Dat. mit Bez. auf den Vater: si gät-mu mit-me'" Chind BLaut. .(Gross) mit dem kind gon, ferre partum.' Fris.; Mal. ,Sy bede sind innen worden, das es [das Mädchen] mit dem kind gange.' Mey., Wint. Chr. Mit Apposition zum Subj.: G'spane" mit . . ., sieh zu Jmdm gesellen, sich ihm als Freund anschliessen. 's Klarinett chönnt mit der Flaute G. go. HXfl. 1813; vgl. Meister ga unter 2 a. S. ferner u. die Zss. mit Advv. e) fort gehen, in ausgesprochenem Gegs. zu .kommen'. Me" cha"" chö" und gä", wenn-me" will. Gang -mer us der Heitert (Hein, us-em LiechtJ! Einen Dienstboten g. /<(", ent- lassen B. Sonst in abstracterem S. = Einen ruhijr. unbeholli-t lassen: -ewähren lassen. Nicmcl rhoinn-' gälii. dir Sn.'lil li;,lH-n. ,lr,|rn„ai,n /ii kvilislrrrn. Ihr Hucxl., I.,l-,i,r'' n'.ul in,iin„r ,i„ : ,r :,,■/-»,, r,s,l, r miniu: Gl. Da haut s chunnc" iju, vexierender Schlu.,^ \un Märchen Z. Dernoh vhaust go, dann magst du zusehen. wie du dir selber helfest Bs. Mit Dat. eth. : ich gu-mer iez hei'" Gl. Wart, bis d' gast, scherzh. zu einem Ab- schied nehmenden Besuch, indem man ihn mit der Hand zurückhält Z. G., sterben FJ. Wa [als] er g'mcrLi hed, das er geit [sterben müsse]; Syn. überene gn 1 260; verreisen. Auch von Tieren : verderben Gr. Syn. «m- stän. G., das Spiel verloren geben und darum von der Fortfuhrung desselben abstehn; auch (scheinbar)

«a, ge, gl, go. gu

tr. CS <j. L (wo .es' vidi, alter Gen. ist); Syii. es län. Mach, dass d' gast [so wlt de' Himmel blau ist Z, so wit a's der Lieberherrgott Suppe choclit Bs). Die Frage- form gast {gast Ar; GT.) im S. des Iir.per., bes. als Sclieucheruf für Hunde und Katzen. Der Imper. Gang (-mer) eweg (wegg)i Aa; S; Z, PI. gangit! BO. als Formel der Abweisung für ein Anerbieten, ein Gesuch, für eine angehörte Äusserung = davon ist keine Rede, das machst du mir nicht weis, davon will ich Nichts ; auch weniger schroff für blosse Verwunderung. Mit dem Rlclitmn isch gang -mer nmnme" tvegg [rede mir nur Nichts ein !], 's isch hütistags noh gäng rso der Verstang und 's Aseche" cho". JHofst. Sonst auch berühren sich die beiden Begriffe g. u. kommen ; s. o. er got noh mir; über Nüt g.: ,in lüp abcrwitz g.' f) in Bewegung sein, als Go^-. /u -I.Imii. sitzen, liegen. ,Wenn dero dheiner [irgrinLiinM | i,'.'vinij und gände wäre, der soll dannen gau.- 1:J45, IJ .Spital u. Schmieden. ,Die lamen gond, die todten stond auf.' 1-530, Matth. Bildlich: ,Da ward nun der gaul gend [kam in Lauf] und bewurbend sich die bischöf um vil abteien.' Vad. Sonst dienen die Begriffe .stehn' und .gehn' einander zur Ergänzung, um alle Formen des Verhaltens eines lebenden Wesens. Ruhe und Be- wegung zu umfassen, besonders um sie als gleich- wertig darzustellen. Es got im Höh [doppelsinnig, auch = Wald] und stot im. H. und chunnt doch niene^ [nirgends] hi" (Rätsel von der hölzernen Wanduhr). Wie-n-er gät und stät, von seiner gerade vorhandenen Situation aus, unmittelbar, ohne besondere Vorbe- reitung, stante pede. ,Wie-n-er steit im geit, sine omni suppellectilis impedimento.' Id. B. Auch von Sachen: Etw. nehmen, icie es g. u. st. ,Wenn man ihn rief, Hess er alles Eigne gehen und stehen.' Sch Pilg. 1883. Auf Jmdn g. u. st, unausgesetzt auf Angriff, Rache gegen ihn sinnen (s. I 117 B 2). ,Alles syn guot. ligents. farents, gends, ständs [usw.].' 1436. Geschpo. Ges. Oder auch decken die beiden Anschauungen einander; vgl. o. er got noh mir; ,in dem und dem Altersjahre g.'; vW der Hand g. (von Zugtieren); ,in guter Hoffnung (/.' g) zu Fuss g.. Gegs. zu .fahren, reiten'. Der Bür im Chot erhalt't, was rit't und göt. Es ist besser armselig g'fare", a's hoffärtig g'gange". Gewöhnlicher mit dem Zusätze «' Fuess oder das Syn. fuessen. Wortspiel: rltet 's nid, so gat 's, als spasshafter Bescheid auf die Frage nach dem Be- finden (wie gät 's?). Doch g. auch im Wechsel mit riten: uf Ei"m umme" g., sich hämisch, neckend mit ihm beschäftigen Ap. h) speziell und prägnant vom Rinde, das zu seiner Reife gelangt ist GT. '2. von Sachen, a) mit Angabe des Zieles, Ausgangs- punktes. Wo gätde'hi"? Frage über die Bedeutung eines Seufzers Z. Es ist süttigheiss dur''' mi"'' uf g' gange' Z. Es ist ischalt dur''''-nii''' dur''' g" gange?' G. Die Dinte geit dür [schlägt durch] B. Häufig = sich erstrecken bis zu einem Punkte, einer Grenze, z. B. von einem grossen Menschen: er gat bis a' d' Tili [Stubendecke] ufe", und umgekehrt von einem kleinen spottend : das ist en grosse' er gät bis an'n Boden abe Z. De Baum gat über 's Tach ufe. ,Die Schwirren [Pfähle], die höcher fürusen [über den Wasserspiegel hinaus] gehen.' 1658, Arch. ÄAWett. .Einer [meint, er] trinke wyn und er gange im zur stirnen widerumb hinuss.' LLav. 1569 = .herauss fliesse.' 1670. .Dass alle haar zberg gond.- ebd. 1670. ,Der bannwart soll

all tag früeg urt stan, so der tag an den himmel gat.' Offn. ZDüb. ,[Wenn es in Kriminalsachen] an den Hals [ans Leben] gieng.' MEsterm. 1875. Anders: es geit an es Brilele", ein Gebrüll beginnt B. Es gat uf de" Summer, wir gehen dem S. entgegen Z; uf die besser Site, es geht der Besserung, der schönem Jahres- hälfte entgegen Z. D' Wis got i' 's Heu [wird reif zum Heuen] am Georgitag. Sulger. , Caput facere di- cuntur folia herbs : in saamen gon und tölder [Wipfel, Dolden] gewünnen].' Fris. ,In die hälm gon, gleich [Gelenke] gwünnen oder spillen, wenn der saamen auf dem feld sich anfacht in die hälm gestalten, ire in articuluni.' Mal. Mit us: es gat vil drus, das Gespinnst ergibt viel Abgang. S. auch über I 57. 58. In gleichem Sinn uf: ,Es wäre seinen vorfaren uf disen handel so vil kost"" und arbeit gangen.' Vad. Mit in und uf, vom Masse, zunächst vom Messgeschirr, in welches der Stoff gefüllt wird. allg. ,Es gehen nicht alle in dises ort: hie locus non omnes capit; angustior est locus quam pro eo numero.' Hospin. Dazu die Vexier- frage: Wie vil l'Wi gönd in es Viertel? Hieher die RA. in d' Halme (anders als oben), in'n Heuet, Herbst, Most, i" d' Fasnacht g., von ausgelassenen Scherzen, welche gleichsam in der Masse mitgerechnet, inbe- griffen werden, mitlaufen; s. I 287 c. Daher aucli jf. = passen. D' Schueh gange" B. 's Blau gat mir nüd, blaue Kleidungsstücke stehen mir nicht gut Z. 's Rot gat nüd zum Leid [Trauer] Z. ,Zum Wisse geit Alles, nullus color cum albo non congruit in vestibus.' Id. B. Von Ersatzwert (,usum alterius rei praestare.' Id. B) : E tütschi Mark gat für 1 Fr. 35 C. (s. aber auch unter d). Sitze" gät für stcr, formelhafte Einladung an einen Besuch, sich zu setzen Z. Der Tabak geit dem Soldat fi'ir d's Essen. Id. B. ,Ga für Nüt, ad aliquani rem nulluni momentuni ha- bere.' ebd. Mit prägnanter Wendung: es gaf-drr wäred dem Esse, du kannst es während des E. abtun Z ; vgl. .von Statten gehn' und gän absol. = gedeihen, ge- lingen. ,Erschlüeg ein gast [Fremder] ein«" hofmann, da soll bar gegen bar gan.' 1484. Schw. Me" seil si"' Sach luege" z' üfne" und kei"s Spönli unnütz lo" z' Schande go". BWyss 1863; vgl. geschänden. Z' ver- liere" ga, verloren gehn, von Sachen und Personen ü; W. Der [Sohn in der Parabel] z' v. gegangu" ist, ist widerum g'funnu wordu. Sonst auch mit Ptc, da es dann mit Aufgebung alles realen Begriffes, nicht verschieden von , werden' (vgl. auch kommen), zur Darstellung des Passivs dient, für welches es sich von Hause aus eben so wohl eignet wie die concurrieren- den Hülfsverba: dass doch au''' nid gar Alles g'schändt geu AARued. (AGisi). ,Verraton g.' Sch Pilger 1885. Vergoldt g., von der untergehenden Sonne, Umdeutung aus für Gold (s. bei Gold). Mit Adj. u. (prädikat.) Subst. an der Stelle des Ptc: Der Bach ist grössw g'ganga" GRPr. (Schwizerd.). Das gat fertig, kaput [zu Grunde] Z. Fallit g., bankrott werden Z. ,Unnutz g.' s. verfallen I (1 755). Schnider gu, beim Karton- spiel gar keinen Stich machen Gl. Meister g., als Sieger aus dem Kampf hervorgehen und es bleiben, der Stärkere sein Gl; Gr (auch Her g.); GF. Es nimmt-mi"' Wunder, wer am End M. ganq. Gl Votks- gespr. 18.34. Auch mit Dat. der Person od. der Sache (Anfechtung), über welche man Herr wird: Hut tcürt dich dr Herr in mi" Hand Ufere", dass ich-dr M. gäng und dr ds HauH abhamri GRRhw. LTiid auch das

Ga, ge, gi, go, gn

Subst. wieder mit der Priip. .Dann suiist sölliclie Igerodeten Plätze] wider zuo stüdeii, und holz gangen wärind.- 1533, BSigr. b) mit Angabe von Neben- um. ständen, zu-, ergehen. ISs gut wie Back, Biix, (j'miiiffc", d. i. leicht; zrie (f flöge", g'hexet, e Ghugle iis-im J\i>r, sein- schnell. Wie stat 's, wie gat's? Frage

nach il llcliiidcii. A])pa [auf die eine oder andere

Weise) ,/((7 's - ist de'- Wlbru« Troat W. Es geit, nie mu' 's tribt W. Es gät, wie 's mag oder es gdt- )ihr au"'' fso [wenn man sein Befinden nicht eben riilimen will] Z; dagegen es g.-m. ad e., ich bekenne iiiicli zu der gleichen Ansicht Z. Es geit Ei"'m grusam liift. GoTTH. Es gat verschide", bald (hier) so, bald (doit) anders Z. Cliöuf und Lauf gange" verschide, es besteht kein einheitlicher Preis Bs. Ich iceiss nüd, wie 's dir auch gat, ich meine fast, es gehe dir noch übel Gl. ,Das wir, ob Gott will, niemer tuon wellen, uns gange darnach, was Gott welle, dann unser pund erlicii haben [halten].' 1444, Absch. In Ei«'m (zue) g., mit der gleichen Arbeit und Mühe. ,Es geit-iner in i'im (hing = eädem operä fit." Id. B. Mit Bezug auf das Verhältniss der Anzahl der Fäden des Zettels resp. der Zähne im Weberkamme zu einer Masseinheit (viell. zu dem Zoll): ,Ein zwilchtuoch. das im zechner und darunter gat, [bezahlt als Abgabe] 4 hlr, und was im einlitf und zwölfer gat, 5 hlr, und was in dryzechner gat, (i lilr.- Z Wint. Stdtb. Ellipt. : 'es wird-der ga, pffinam dabis.' Id. B. Anders: das geit mier sehen, ich habe Freude daran BHa. Das f/at om/j.' geht hoch her. Es gat drum [um ein Kaufsobjekt] (wie um 's Wisslirod). c) fort, weiter g., im Gegs. zu .kom- men-. Clin" tuend d' Chrankete" g'schwind und grusig laiigsam. Schwizerd. Es god loider, wie 's cho" ist, als Trostformel und auch sonst. Ineichen. Von der Zeit, dem Schnee udgl. mit Bez. auf ihre Ver- gänglichkeit. Die Zu ist auh g'gange'! Gr (Schwizerd.). Ob 's lang geit, binnen Kurzem B. (Hei'"J g'gange, zu Grunde, verloren L. Von Farbe, Flecken = ver- srliwinden: giii (i/ange'J d' Heidelbiri? Bs; dafür gew. ils-g. d) Fortgang haben, in Hewecung sein, im Gegs. zu , stille stehen; bleÜMir. Ks <iitd so lang, (i's 's mag. Ineichen. Was iiud inll ijn. das löss-me" slo, was dich nicht brennt, das blase nicht, ebd. Mini Bei' sind gegangw loie es aspi's Laub, haben gezittert VV. ,Es seien nie Zwei zusammen gekommen, dass den Leuten die Mäuler nicht von einander gegangen.- GoTTH. Es gat (lauf tj-mer im Mul umme', ich finde das Wort nicht. .Gehender Zug-, Netz, das vorwärts gezogen wird. ,Im Ganggrässli-Laich soll man die genden Zug ungehindert lassen.' 1544, Absch. ,Es soll der stehende Zug dem gehenden weichen und Niemand durch Fach [udgl.] einen Z. vorschlagen [ihm den Weg versperren].' 171Ü/57, Z Fischerordn. IJ' Auge' gönd-em, rollen ; d' Auge go lo s. I 134 e. Es gat, rückt, kommt in Bewegung, gibt nach; Syn. es ICit. Es gat kein'n Weg, lässt sich weder vor- noch rückwärts bewegen. Es muess oder lä, biegen od. brechen Th; Z. Bes. von Etwas, das bisher stockte, verhalten wurde: der Hueste' gät, der Auswurf löst sich ab GTa. Der Brüel isch-mu"' g'gange, er kann (konnte) seine innere Bewegung nicht länger zurück- halten, sondern musste herausplatzen vor Lachen od. Schreien BO. ,Descendit alvus: er gat, hat sein gang.' Pris. G. von einem Maschinenwerk, im Gange sein, nicht stocken, z. B. von einer Uhr. Mriii Muli gat,

diui M. Ii'slat usw., Eeime zu einem Fingerspiel. Ubertr. auf die (geschwätzige) Zunge; den (essenden) Mund; die Dachrinne. D' Tachlräufe giind; d' T. müge'd nüd ^mäl s' cho, es hat nur wenig geregnet Z; vgl. antrlben. Vom Teig im Backtrofje: aufi;-elin, gähron. allg. De'- Ihh,l (d' ll,hhi. ) ,\i „',/„„-/,' '/.. Der Teig ist g'nucg -/-/i«./''.- "'"" /^""" '""'"' ". Spreng. Von einem zu Juiiiien. iln -luvn I .i-,' |:.ii.'t man: de'' gieng jo bis ga Slni^sliiuii idir" Z; \gl. '(/-;/• Volksrätsel: was gut und h„i dnrli kei" Bei"'!' Auf den in den Ofen gescli"lMii.ii Laib dagegen bezieht sich das andre: Es gut im Ofi. sl,,l im O. und stösst doch niene" a" Aa. und chuinil dndi imiir" hi" Z. Vom Winde, allg. ,Wie stark der W. -anscn seie.' 1588, Arch. SchwE. Von Glocken: lal, scIm,, go B oAa. Von tönenden Instrumenten: ,Und liess niuii die truni- meten gon.' 1576, Z Ant. Mitt. Von Geschütz: ,\Vir haftend zwo Faggunen, die liessend wir in iieh gan [schössen sie gegen euch ab].' NMan. (jf. tun übh. mit Bez. auf Etwas, mit welchem man bis dahin zurückgehalten hatte, welches verschlossen gewesen war. So dem Drange der natürlichen Bedürfnisse keinen Widerstand mehr entgegen stellen Bsf; B; ScH; Z; i" d' Hose" lä. .Alles go lo. Dickes und Dünnes von sich laufen lassen, wie kleine Kinder oder sinnlose Leute.' Sprens; jetzt laufe lo. Mit Bez. auf Ungeduld. Sehnsucht nach einem Ziele: eilig laufen B; G; SciiSI. ^^n.dai-iisstfllai: slr„:n,laii. Ifr ! luc/nid doch, inr Ini ,,- ,,,.. ]),, llH.h. ,r:,\^^<■\rUrr\rl„r"^ :„n„ SchütJt rlu,". .I.ll;i IL. I>-Jl. iMiell,. :Ulldle i'iiianzeii: sich fallit erklaren Aa ; Gl; / ; in miMereii, Sinne; ,/-'■ will's go lo, will Etw. ili;LUl y-i-lien l;is,,eii, mir eiillieh tun.' Spreng. Unpersr.nlieli; ic: lud 's i/.» In t In iim, alle Aussicht auf Gelingen ist abgescimitten, es ist Nichts mehr zu hotten Ap; ScnSt.; Z. Syn. gcfill. Es hat lo go mit-em, er ist verloren ZO. Von leblosen Dingen: die Stüd [Pfosten] hei" gä, trugen ihre Last nicht länger. MitObj.: De" FaV lä. es zum Auffall kommen lassen Z; dem entsprechend: der UffaV ist-pn g'gange Z. .A. Du darfst nüd hüten [an der Steigeruii;^], du l.i,4 fallit. B. Es hed dir auli seile" ga, aber du liest . li.mne" akkordiere".' Wolf. Rel.-Gespr. ,Weniie Jcl [Schuldner | wider ze lande kunnt, so söUent ime die gericht und fiN-n |. !> !:i ij nähme], die uf syn guot gangen sinf. 1 i ;ii ie

syn.- IStilj, Bs Rq. ,Das urteil gon la -n, jili, min facere.' Mal. In anderem Sinne, seine Eiinvilligung zu Etwas geben, auf Ansprüche verzichten. ,Den kauf nüt gelten [sc. lassen] und nit lassen gan.- UMkv. 1530/74. O die 3 [ungeraden] Santime chönnt-mr" wol la ga [aus der Rechnung weg lassen] B (Schwizerd.); Syn. ablän. G. = seinen ungehemmten Fortgang ha- ben, möglich sein, angehen, passen. Das gat nüd. Mer wend luege", ob 's gärig. Vgl. bei a die Bed. , passen'. ,Und ein solch Fertigung [Güterspedition] gat auch stäts fort, Sommer und Winter.' RCvs. Beim Kaiser.spiel: es (oder 's Spil) gät (mir, üs, uns), ich bin (wir sind) dem Siege so nahe, dass der nächste Gang den Entscheid bringen kann ; mit dieser An- kündigung macht man einen Strich über die eigne Rechnung Vw. Von Münzen, angenommen werden. Geltung haben, alla:. ; vs'l. (/äng. ,6 pfund pfenningo, die gewonlicli /e Ziui.li -;in.i.- XIV., Weist. 1 7. ,liio münze, die iiuiii in dem Uiiid schlaf und gat und lihifig ist.' 1 l()(t. AaKcII. .Mit W eitangabe: fi'cr roll, in ihn-ni

Ga, ge. gi, go. gu

Volhverte. allg. ,Dio weltschen pfennig, so uiizhar für 16 aiigstei- gangen sind.' 1487, Absch. ,Hüscr, Mü- linen. Sagen mit ligenrteni [eingebautem] und gändeni [transportierbarem] Geschirr.' B 1432. ,Wer will Wein schenken, soll durch das ganze Jahr ein genden Zapfen liaben [Jahr aus Jahr ein zur Bewirtung von Gästen gerüstet sein].' l.'iOß, Th. .Gohnde Pfänder' stellt das ßSa. Landrecht 1669 den liegenden gegenüber und versteht unter jenen das Nämliche, was sonst mit .fahrender' Habe bezeichnet wird. .Und ist der kernen [je] ein mütt gangen um 5 pfd 5 p.' UMey. 1540/73. Vil (ivenig, Nut) iii \ Etwas] r/r7 lä. zunächst von Ver- kaufsobjekten, so iiiiil so vii'l ,1a für liirten, anrechnen; übertragen auf ni'nalisi he \\ i rtr. auf Angaben. Be- hauptungen, Anklagen, EiinvcnJungcn usw. viel (wenig) geben. ,Der Pfarrer liess ihm aus diesem [von all dem Vorgebrachten] gar Nichts gehen.' Gotth. Vor sich gehen, sich ereignen, geschehen, her-, zugehen: Es god MäiH/s, das nid sett go, aber icns seit go, das god de" nid. Ineiohen. Syn. mit .kommen' verbunden: Losed nW, wie 's clw und (f gange" ist. Stutz, hier = hergegangen, anders als in der antonymen Verbindung unter 1 e u. '2 c. Ks ist gern g'gange" (g'schelv), ich habe den Dienst gerne geleistet, Höflichkeitsformel. mit welcher der Dank von sich abgelehnt wird. Em- phatisch, von lebhaftem Treiben, bedeutsamen Vor- gängen; Syn. laufen. Hut muess Öppis go, Etw. fertig gebracht, tüchtig gearbeitet werden Z; auch hoch, bunt hergehen: das gat (auh)! Syn. das gilt fauhj. Wo er derhl isch, geit Öppis. ,Wenn nicht Etwas gieng, so hatte sie keine Ruhe.' Sch Pilger 1882. Bes. mit dem Nbegriff des Ungehörigen. Was ist mit dem Messer g'gange? [es schneidet nicht mehr]. Mit dem Mensch ist Öppis g'gange, eine Veränderung geschehen. Es ist eisder [zu allen Zeiten] Öppis g'gange, Ent- scliuldigung der Gegenwart. Es ist Öppis g'gange", im Geheimen etwas Unrechtes abgemacht worden. Es gilt Öppis, Etwas wird insgeheim vorbereitet. Von Unkosten, etwa mit der die Veranlassung bezeichnen- den Präp. .über'. [Es wurde gezecht], dass es par Gtcart VeltUner g'gange' sind Gr (Schwizerd.). ,Gross zytlich guot. das darüber gangen war.' G Hdschr. ,Was kostens über die wunden lüte gegangen ist.' ebd. e) herkommen, herfliessen, aus-, beruhen auf . D' n€islialti"g gut us der Frau nse', sie bezahlt die Kosten der Haushaltung, erhält die H. ; es gut us-em. G'mcindsguet , das G. muss herhalten Z. In der Kanzleispr., von Einkünften. ,Hand geben [gestiftet] 4 guldin, gand ab einem hus [.sind hypothekarisch auf demselben versichert] an der pfistergasse.' vor 1455, Gfrd. .Mir gät nüt us den bluemen allen [ich habe keinen Erlö.s, Gewinn davon].' RMan.

Mhd. 1. P. Präs. yän, später auch <jcn, ahd. ijän nnd <7ä»i. Diese letztere, nach der Analogie von luom, tue, ge- bildete Form liegt auch unserem gan, gane (im Gegs. zu ga) zu Grunde. Wenn auch einige Conjugationsformen auf den (viell. altern s. Kluge, Etym. WB.) Stamm gc- zurück- zugehen scheinen, so i.st dies .jedenfalls nicht der Fall beim Ptc. Imperf., dessen Voc. iec bzw. c^ und i>) sich nicht mit « (c') vermitteln lässt, sondern auf eine Ausweichung der Grund- form gand deutet; vgl. h^ntl für hund, sie haben. Die Er- läuterung der übrigen Conjugationsformen, sowie die Angabe der geographischen A^erteilung müssen der Grammatik über- lassen bleiben. 1 h. Ellipt. entweder für das anderwärts übliche % Rinder gä, zum Rinde werden, od. = zum Stiere gehn. 2 c. O'gnngf = neulich ist verstümmelt aus vrr-g.

(s. d.). '2 d. Betreffend die Glocken ist es fraglich, ob der Ausdruck von der Bewegung ausgegangen sei od. sich an das .Gehen nach einer Tonweise' anschliesse. Abi. Gang; giiii;i. ab-gä": 1. von lebenden Wesen a) in eigtl. S. ,ah Etw.' gehen, absteigen. Gang ab, Christen, und hüb [halte] ds Boss. Gotth. b) den Wog verlassen. eine andre Richtung einschlagen B. AhgiinI, mut- willig, eigentlich von der Bahn der Sittsamkeit ab- weichend, Seitensprünge machend GO.; vgl. ahhmnnen. ,Doch die Melodie gieng ab in viele Lieder [wich von dem Richtigen ab, schwankte in andere Lieder über].- 17'29, Sch Pilger 1885. c) aus dem Leben scheiden B; vgl. o. gän 1 e. ,Wenn ihm das Mutterli abgehen sollte, er wüsste niclit, wie es ferner machen.' Gotth. ,Wenn ein schweig [Sennhof] ledig wirt, es sye, das ein schweiger abgieng oder sich [so] hielte, dass im ein Herr syn schweig niimen wurd, so soll ein Amptmann us dessen küe. so abgestorben oder sust von der schweig kommen i.st, [eine Anzahl] nemen.' SchwE, Hofrodel. ,Wa die kind vor vatter oder muotter abgiengen und ocli eliche kind ge- lassen heftend.' Scuw Rq. Mit verdeutlichendem Zusatz: .Denen ire vätter umkommen wärent oder sunst von tods wegen abgiengen.' 1514/44. Schw LB. ,Mit tod abgan.' ebd. Auch von Vieh Gr. , Wel- chem veech abgieng, der soll es vergraben.- 1605, SchwG. LB. ,Wann ein Stuck Vieh sich schedigte old abgienge.' 1675, Schw LB. d) die Partei ver- lassen, Jmdn im Stiche lassen, resp. ihm nicht beistimmen, anderer Ansicht sein, ,0b jemands an- sprach hat an der allrai und dorum der undergänger [Grenzbereiniger] begert, wenn man ei°ni dann abgilt an dem, so er angesprochen, so soll er den kosten halben [an sich] haben; ob aber einer by dem blybt [es zu behaupten vermag], so er angesprochen, so soll er des kostes ledig syn.' Schw LB. e) t r., a) Jmdn od. Etwas umgehen, der Begegnung ausweichen Z. ,Vitare alcujus congressum, conspectum. terga vertcre alicui.' HospiN. .Argen anlass abzugehen.' GMüLi. 1657. .Sich umb so viel wärmer halten, in räucheren Zeiten den frischen Luft desto mehr abgehen.' Hott. 170-2. ß) durch Gehen abnützen, z. B. Schuhe Gr. Daher auch refl.: .Sich abgehen, eundo se delassare.' Denzl. 1677; 1716. 2) von Sachen, a) ,ab' einer Unterlage, Stütze sich lösen ; zunächst in eig. S., z. B. ein Rad von der Achse. Syn. abspringen; daher die bildliche RA. es ist mir es B. ahg'gange", durch eine Veränderung, z. B. den Tod eines Gönners, den Ver- lust einer Stelle, ist mir eine Einnahmsquelle versiegt B; S. Anstrich von Farbe (verschieden von vsgfin), und mit Verwechselung des Subj.: de'' Zug got ah, hält die Farbe nicht, ist abg'gange', abgeblasst GRh. Haut; die umhüllende Schale usw. Bei der Anwendung auf den Schnee tritt der Gedanke an die Erdoberfläche schon mehr in den Hintergrund und bleibt mehr nur die Vorstellung des Verschwindens. Schmelzens. Hut ober acht Tag god der Sehne ab, ond hüt ober drei Wocha itt der Boda irocha Ap (Scherzreim). .Der schnee hat nit wellen abgan.' UMey. 1540/73. Von Geschütz, ursprünglich mit Bez. auf die Kugel im Rohre, dann losgehen übh., Feuer fangen, auch ohne dass eine Kugel dabei wäre. allg. .Gar bald er irer 6 erschoss in einem schütz mit einer schlangen; der schütz war im fry glatt abg'gangen.' 1499. Aro. .Ir gross g.schütz Hessen sie abgan, das tat uns wenig

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von woitor übertr., vom (ielin},'en übli. .Die jiractik ifieng ihnen ab, und drangen [nötigten] den Bapst in condition, wie sye wollten.' ECys. ,[Sie hatten] ein verrätery angesechen [beschlossen], die. Statt Chuin ynzuonemmen, das aber vevwarloset und nit abgangen, etlich darüber gfangen und gericht't.' ebd. Ebenso von dem Begriffe des Geratens, viell. jedoch von dem- jenigen der räumlichen Ablösung (vgl. .ausfertigen') ausgehend: beschlossen werden. „Es ist vor Rat nb- g'gange", das'... Aa; B; VOrte; S." Id. B. Abf/. Yom Preise s. I 30 u. b) alle Beziehung auf einen .Aus- gangspunkt aufgegeben: a) abnehmen bis zum völ- ligen Aufhören der Existenz. ,So der Mon abgat', als Gegs. zum ,zuonemmenden M.' Tiere. 1563. Im abgnnde", abgänte Möti (Mä, Meine), zwischen Voll- und Neumond; es ist abgänd (abgänder M.), es ist diese Zeit B; Gr; S; W; Z«, auch n-er Maiwt W; abgänds ZU GrAv., S.; Syn. undergänd : i nidsicjiiiiiiiil); fule'' Manot; Anton, ufgänd. Daher auili ,iiii nliiiiiute" Jar" Gl. Von einer Mode; vom Feuer (erluschen). .Die richter cnsun [sollen nicht] von niemanne, der buoze ver.schuldt [hat], guot entlehenen, dur das [damit] im syn buoze abe gange ald gelihtert werde.' Z Eichtebr. .Die Engelbergerlüt band ire müle lassen abgon.' 1483, Obw. .Damit die sündrung abgienge.' Ansh. Mangeln, fehlen: , Die übrigen Obersten bsorgt [ergriff die Besorgniss], ihnen [möchte] an Gelt abgan und unmöglich sein, das Volk zuo erhalten.' ECys. An Wert verlieren, schlechter werden (von Kulturen, Verkaufsobjekten, Vieh); verloren gehen Gr. Auch von Übeln, ablassen, aufhören: .Das feber ist im ab- gangen = er ist sy [desselben] abkommen, perfunctus a febri.- Mal. ,Ist ihm der siechtag [die Krankheit] abgangen und gänzlich genesen.' ECvs. Das Ptc. abgänd BO.; Gr; SciiSt.; aSrnw; U; W. -nt AaF.; Ap; Gl; GfiChur; L; GO.; S; Th; Zg; Z nimmt adj. Bed. und in Aa; Bs; ScnSt.: Z auch die adj. Bildung abgimdig, ahk- an a) als wertlos wegfallend, beseitigt; als Überrest gelassen und gering geschätzt; in diesem S. häutig das Ntr. Substantiv, verwendet, etwa sogar zum inileklinabeln Subst. gemacht. So z.B. die Abfälle, welche sich beim Zubereiten von Gemüse und Obst zum Kochen, beim Behauen von Stammholz [abgänds Höh] ergeben, die Knochen und andere zunächst un- geniessbare oder wenig nütze Teile des Fleisches, daher auch solche als Zugewicht an der Fleischbank, Syn. Gefall I 74.5; Insigel ; auch kleinere, beim Zer- hacken des Fleisches abfallende Stückchen, dgl. der Fleischer den bettelnden Kindern zuschiebt AAKais. ; ,Ein Mensch, dem er mehr als ein Mal, wenn er in seinem Dorf gemetzget, etwas Abgehendes zum Al- mosen gegeben.' HPest. Speisereste, Überbleibsel von Mahlzeiten, etwa den Bettlern verabreicht oder zu Vieh-, bes. Schweinefutter verwendet; abgänte Chost Ap. Synn. s. bei Urschi I 469; Leibete. Er hätt möge' sl« Buch a'stojjfe" mit dem Abgänds, wo d' Söu g' fresse" händ. DiAL. 290. b) verlegen, verdorben, z.B. von Gemüse, Obst Aa. c) von Kleidern, abgenutzt und abgelegt. Abgänti War Ap. ,Ich gehe in die Stadt, lasse mich anders kleiden; das Abgende von bänrschen Kleidovn kannst du dann allrs IkiIh'U.

Von Münzen, Silberzeug usw.: abgegriffen (Spreng), d) im Abgang. Zerfall begriffen B; ük. Abgänte linih"\ al.iiiaL'vrn.Iri- (ii. Al.L-rihl^' und hinfaÜende ^■iicirr. .lir Uli) .Irr /.'it \ rril,-iiii>ii.| MiliT ze grund gond. res (|ua' r\ Ira.lii l('iiip..i'is Iinn1 a^Mcriores.' Mal. ,Die bürg was nlt werlirli und nucji nit besetzt, dann sie was abgände.' Äi;Ts( nnu. .Hinder dem Tisch wärest gar frisch, jetzunder bist wie abgehnd Fisch,' Schimpfr. 1651. ,Ab einer alten abgenden Eich.' 167G, Hotz, Urk. Von Menschen: die Merkmale des Greisenalters an sich tragend, abschwächend Aa; Schw; U. Vgl. äben. Der Grössmtter ist afig fri artig abgände. Ab- gänti Wlber U. ,Abgändige Jumpfere. Abgändiger, unvermögender Mann.' Spreng. .Hinfälliger oder ab- gender mann, der von alter gar hat abgenommen.' Mal. .Senectus prseceps: ein abgend alter, das yetz auf der gruoben gat.' Fris. JJud bat 1577 um Ver- setzung, weil er ,jetz alt und abgehnd' wäre. Vom Vieh : alternd Z. Fingierter Geschlechtsn.: der Kiirli Ah- gänt, ein heruntergekommener Mann, Mann, der iibirall zu spät und zu kurz kommt S. So en arme' Schli(d,ir, wo [der] in nlh" Shui-i" hiiiger drl' lauft, tcie der K. A. Schilu: Asrhrniaittel: ,Solothurn, der eidge- nössische K. A.- S-Blatt 185'2. e) ausser Ge- brauch kommend. ,Dadurch soll das Dreschen mit den Pflegein abgänd werden.' Postheiri. f) vom Gedächtniss, schwach, vergesslich. Syn. abgängig. .Syd aber die weit abgende ist [und] unversinnte [vergesslich], so soll man des ampts guote harkommen- heit schryben und in geschrift legen.' 1460. L. .Von wegen dass menschliche gedächtnis abgänd und ver- blichlich ist.' 1491, üwE. Jahrzeitb. .Ist 's not. was des abgenden. vergesslichen menschen gedächtnuss abgat. durch die blybende, gedächtliche gschrift zuo erstatten.' Ansh. ß) von Statten gehen, vor sich gehen, verlaufen, allg. .Durch welchen sein vor- haben sich glücket und alles wol abgangen.' JMüll. 1673. ,Er solle die Morgensuppe kurz abgehen lassen ohne grosse Pracht und Kosten.' 1581, Ansfii. ,Der Rat möge diese spänigen Händel freundlich abgehen lassen.' 1585, ebd.

HsStockar (z. .1. 1.527) setzt ein Mal n. in Gpets. zu .sterben': ,N. X. hat ilii> C. frow™ pTainmiiirn ; --inil im -( frowen gestorlicn uii.l iliv ."i. ist im li\ I- i.. iüI ., i !. il,- gaiigen [durch Elirs.-h.'i.luiiL'VI Zu i 1 I', ,i

äich auch so aalTassi-n: ,\V.-ini iVw V.\\iri\,u ilim \-,\ l-.!u,i,l von dem streitigen Stücke durch ihren ^Unfcrgaiii!- | Unter- suchung] entziehen und absprechen.' Diesem Sinn würde besser genügt durch die Fassung: ,wenn man oim dann das, so er angesprochen hat, oder etwas daran, abgat.'

abe"-: hinuntergehen. Mit dem Bris, den Preis niedriger ansetzen Z. Mit Beziehung auf den Handels- artikel selbst: wohlfeiler werden, abschlagen S(mi; Z. Vom Barometer: fallen, sinken Z. Enneu <ihc qn s. 1 166.

über-, über-: I. lose zsges., also mit dem Haupt- tone auf dem Adv. a) über den Eand hinaustreten (in diesem S. wie das Syn. ilherlanfen auch als un- trennbare Zss. behandelt Z), z. B. von der Flüssigkeit in einem Gefässe (wie Milch über dem Feuer), allg. Wenn d' Mass volli ist, geit seh' über W. Von Ge- wässern, austreten Uw. ,[Ein] wasser, das war von Überschwall regnens übergangen.' Kessl. .Das von dem Pileatus aufsteigente gewülk hatte uns mit über- gehcnfen Platzregen ^beschüttet.' GKmni.,- 160:1. V..n

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Ga. ge, gl. go. gv

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den Augen, tränen; s. I 134 M. Auch von dem mehr od. weniger flüssigen Brotteige, wenn er aufschwellend über den Backtrog heraus zu wachsen droht Aa. b) über das gesteckte Ziel hinaus gehen; von Vieh, welches auf fremdes Gebiet weiden geht. ,Wenn einer hagbrüchigs oder übergends oder wandelbares vych hat, so soll einer dem andern [den Schaden ersetzen].' 1G27, BSi. c) aus dem normalen Zustande heraus treten; ühergänt, von Fleisch, das anfängt in Fäulniss überzugehen Z. d) Überschreiten des Masses meint das als Steigerungsadv. verwendete Ptc. ScHW; Uw; U. Ühergänt e bösi ZU. Übergänd c Sehens Meitli. Auch adj.: e ü-e Miggis, überaus tiefer Strassenkot aScHW. e) hinübergehen im S. V. kapitulieren, sich ergeben, allg. Im Jar, wo [da] cV Stadt ist übergange'. GJKuhs 1819. Unpers.: wo 's ist Übergänge, Umschreibung der Ereignisse des J. 1798 im Ktn B; vgl. Übergang. f) vorüber- gehen. Buck-di''', Joggeli [d. i. Bauer], lass ühergan, das Wetter will sein'n Willen hau. Sprww. 1824. ,Es niuess dick [oft] einer understän und 's weiter lassen ü.' Badenfart 1526. .Bitten wir üch, dass ir sölich [euch angetane] schmachwort noch ein klein [für eine kleine Weile] lassen ü. [durchgehn].' 1.529, Absch. g) über das hinweg springen, was an der Reihe wäre, aus- lassen. Übergänt heisst ein Rind, welches ein Jahr zu spät, eine Kuh, welche erst nach Unterbruch von einem Jahre wieder brünstig bzw. trächtig wird, was einerseits den Milchertrag verringert, anderseits aber dem Wachstum und Fleischgewicht förderlich ist Aa; B: T.; S; Uw; V : Z. Syn. Überümd 1 213; gust; galt; aiit.iii. MiiiiskKc. Eine Kuh ü. behalten: dieselbe iiiclit s. hhiclitiMi, obwohl sie der Art ist, dass sie je iiichii-rc Jalao braucht, bevor sie wieder kalbt; man tut dies etwa in Gegenden, wo der Unterhalt nicht so hoch gewertet wird, z. B. wo man das Vieh auf Weiden schicken kann, oder wo man geringes Futter zur Verfügung hat. Auch von Stieren, welche eine Zeit lang nicht mehr zur Züchtung verwendet worden sind, etwa weil man sie zu Arbeit im Tale zurück- behielt, während die Kühe auf der Alp waren. .So soll auch dhein ander vych üstriben werden, dann küeh und urnerstieren, die nit über jähr alt [sind], damit das vych von andern und gröberen ttbergehnden .stieren nit beschädigt werdind.' BThun. AUmentb. 1.J9G. ,Ein meissstier oder zeitstier [l'/2 2 /ajähriger] und gar nit ein übergender, drei- oder vierjähriger stier [soll als Sentenstier verwendet werden].' 1680, UwE. 2) untrennbar zsges. a) einen Punkt in der Reihe überspringen, auslassen, allg. Mit ,sein' W; der Tod ist-nii [ihn] ubergangu^, halb scherzhaft, von einem Greise, den der T. gleichsam vergessen hat. Vgl. 1 g. Auch = übersehen, (und darum) überwarten : ,Wo die sächer [Processführenden] zil oder tag [sc. die vom Gerichte anberaumten] übergiengend, wurdend sy die buossen zuo erlegen getrungen.' Vad. b) Etw. begehen, durchgehen, ,perlustrare.' Id. B. ,Das göttlich wort muoss [gleichsam wie ein Ackerfeld] mit solchem regen und ungewitter übergangen werden.' ZwiNGLi. Prägnant: Etw. flüchtig d. Aa. c) Etw. übertreten. ,Wär aber, dass ieman der viero gebot übergieng deheines wegs [in irgend einer Weise] an- ders, denn sie hiessen.' 1348, Aa Wst. ,Übergieng das yeman und das bräche.' 1442/1544, Scnw LB. ,Wäre aber, dass sölichs harübcr yeniand täte, ald über-

gienge.' ebd. ,Wenn einer frideu [s. I 1277 b] uber- gienge.' 1501, Absch. Auch mit Bez. auf natürliche Schranken: ,Die Tag des Menschen sind bestimmt; du hast ihm ein Ziel [der Lebensdauer] gesetzt, das er nicht übergehen mag.' JMüli. 1661. d) be- meistern. bewältigen, überwinden, z.B. eine Leiden- schaft BBe. ; und hinwieder: der Zore" iibergad-wi''' Ndw. .Der mensch wirf vom schlangen versuocht. lasst sich den lust übergon und übertritt.' 1531/48. I. Mos. ,Ein krankheit übergon und vertreiben, im- pugnare morbum.' Mal. Durch Betrug: ,Dass nie- mants übergange, noch ^ervorteile seinen bruoder im handel.' 1531/48, L Thessal., dafür 1667 ,übersteige'. Ausschelten, meistern: ,Daruf der burgermeister in mit Worten übergangen und übel verguot ghan, dass er zuo seiner haushab etwas fleissiger sich nit schicken wellte.' Vau.; vgl. I 57 M. e) refl. a) ,sich mit Gehen ermüden.' Hosp. 1683. ß) irre gehen, in tig. Sinne, sich irren BBe. ^ überhin (^Äbere;-ga(n); 1. fallieren ZO. 2. det [dort] innen übere ga, ster- ben SCHW.

vor(für)-über(überhin)-gä°: auch tr.: Etwas übersehen, vergessen. Me' geit's gäng vorubere FMu. .Ich will dieselbige mit Stillschweigen fürübergehen.' ClSchob. 1699.

ü f - : 1. empor steigen. So vom Gestirne, nament- lich der Sonne und der sie begleiteiideii Tinjoshelle. allg. Übertr. auf innere Erleuchtung-: ir: 'lal-iii'r es Liecht üf. Es gat-mcr itf wie dem ClililhU :' Miir: es ist über de' Bach yo' sufe" ZB. \uiii Feuer, bzw. seinen empor schlagenden Flammen B. ,Wann in der Stadt Für üfgat.' 1501, ZWint. Stadtordn. ,Wenii brunsten ufgand.' 1549, Sch Ratsprot. Von Gelände: sich bergan ziehen. Im Ufy^tt, Ufgihit, Flurn. '/,. ,Als fer die 2 ufgende acherli oben für die zil und marchen usgand. sönd [sollen] sy dennocht zenden.- 1467, Uw Grenzberein. zw. Sarn. u. Sachs. ,Das uf- gand acherli.' ZDielsd. 1556/62. ,Der ufgend acker' bei .\ALunkh. 160'2, L Urbar. ,1'/^ Jueherten im auf- gehenden Acher.' 1653, AAWett. Arch. Aus dem Bette aufstehen, sich erheben BS.; Uw; mehr verbreitet in der Verbindung mit dem anton. nider-g., s. I 115. Aufwallen, von der über das Feuer gesetzten Milcli. D' M. ist nanig ufg'gange, hat noch nicht gesotten. Syn. ist n. d'obc Z. ,Wie eine Milch, die, nachdem sie aufgegangen, sich nunmehr gesetzet hat.' JJUlr. 1727. Daher übertragen auf Gemütserregungen (bzw. Blutwallungen), s. die folg. Bed. a a und Bd I 119. Schwellen a) von Teig, sowohl von dem im Backtroge gährenden, als von dem am Feuer im Ofen oder in der Pfanne sich entwickelnden Ar; Gr; Z; Syn. jrri». Daher auf den Menschen übertr.: a) üfyä wie cn g'heblete'' Teig {teie en Hebel, Sauerteig), in Zorn ge- raten, aufbrausen. Sprww. 1869. Syn. verspritzen vor Täubi; es hat mich fast versprengt. Vgl. Sp. 0 o. ß) an Körperumfang zunehmen, körperlich gut ge- deihen, sich entwickeln. Üfgä icie es Chüechli, bes. von Kindern und Frauen G; Sc«; Z, von Letztern gerne mit versteckter Nebenbed. ,Pulvinatus caly.x nucis, das einem hauptküsse gleich sieht oder einem aufgegangnen küechle.' Fris. b) von trocknen Früchten. Im Wasser gönd d' Erbsen uf. ,Dem Ge- schick des Aufgehens ist auch der Roggen [auf feuchter Schütte] unterworfen.' 1776. Z Staatsarch. c) von

(Ja

(Jcwüssfin, aiisclnvclkMi IJO. .Ven See abgraben, der da ufgat.' 1531, Aiiscii. ,Die wasser ufgangen und übergloffen.' ECys. Wachsen, und zwar eig. in vertikaler Riclituiig; so von der Saat, vom tierischen Leib; scherzh. und vexierend: er gad üf wie en Gerste- hehel, d. h. er wächst nur in unbedeutendem Masse Z. So sind vielleicht zu verstehen die ,ufgande (ufgende) albelen', welche It Urk. v. 1399 u. 1467 die Fischer von Rappersw. dem Kloster ZEüti zu entrichten hatten. Vom Monde, ufgänd, 1) wachsend, zunehmend B; S; Z(i; Z. Esistuff/rinte'- Mii«; imufg-e" Ma. Pflanze", VI) [welche] ; |iii ileii| Umh wachse", sell-me" bim ab- gi'iiite M<m xiUcii. nml l'iL. wo ufe wachse", bivi uf- giiiite Man. Sriiii.n. Im iifgendu Manot, dies scherzh. auch bildl. = im Zustande der Schwangerschaft W. .\uch subst. : Hut isch der letst Tag Ufgänd und die höchsti Zu, ass ni'r [dass man] d' Hauset [Hanfsaat] snit. JoACH. 1883. Anton, ahgänd. Aber auch in ganz andern! S., statt gew. obsichgänd, d. i. die Spitzen der Sichel aufwärts gerichtet, im aufsteigenden Knoten befindlich L (RBrandst). Mit Boz. auf Gewichts- zunahme: ,Wann 1 ß abgat [am Frurlit|ii-.'i.se], so soll allwegen 2 lot an dem wyssbrnt uf;,'.- Sni Stdtb. Im Preise, im Kurse steigen. So v. Münzen: Zürich rühmt von den seinigen, dass deren ,nie nüts abgesetzt [her- untergesetzt], aber allwegen der merteil ufgangen' sei. Edlib. Jetzt dafür ufhin-g. Aufkommen, zur Mode werden: .Sobald zue Rom gaben und gastungon uf- giengen.' Ansh. .Citeren, so domolen erst ufgiengen.' I'lätt. 1612. 2. sich entwickeln, blühen, in bildl. S. Anton, abgän (s.d.). ,Das reich Salomons gatauf.' 1531, 1. Könige. .[Die Probstei] ist sehr aufgangen und reich worden.' Wurstisen 15So, und als Causativ dazu ,auf- bringen'. .[Die Eidgenossen haben] von gott sig em- pfangen, dass [s'] an land und lüt uf sind gangen.' Badenfart 1526. ,Dise Statt hat angfangen üfgan.' RCys. Gewöhnlich aber unpers.: es gät-em uf, er fängt an, in ökonomischer Bez. vorwärts zu kommen, steigt im Ansehen, er wächst und gedeiht Z. .Gehet es denen lündern auf, deren Vogt du bist?' HPest. 1787. Auch mit Bez. auf Sachen: gewinnen, wert- voller werden. z.B. durch Benützung, Zuwarten Sch; Z. Es gat de" Leitere" Nüt uf, wenn-me' 's üslent [aus- leiht]. Es gat an'n Trübe" Nüt meh uf, sie gewinnen Nichts, wenn man sie länger an den Weinstöcken lässt. ,So es den frommen glücklich gat, so gat der statt auf.' 1531, Prov., dafür 1667: ,so frolocket die statt.' ,Zu Augsburg hat man zum ersten mit büchsen gschossen und ist der kunst bald heftig ufgangen.' HBui.L.. Tigur. ,Cum corporibus vigent et deflorescunt animi, dem verstand und dem gemüet gat gleich mit dum leib auf und ab.' Ekis. .Als d^rselb-'u fKa|ielle] aufieng ufgan an veniii.^n>ii.- l.'l.'vs. ,Es iralit ■•im (le-

schlecht auf, dem aiiarr..|i ;il.; l.is ziilrt4 k lend

wir alle ins Grab.' Anf. XVII., Mise. Ti- ,Ks gehet dem Bau auf. sedificium surgit.' Hosp. 1683. ,Dem David gieng auf und er ward stark.' 1707, II. Sam.

3. sich ereignen, entstehen. ,Der vogt ist in der nacht von uns heimgeritten, damit, was ufgieng, das dannoch etwar anheirabsch syg.' 1525, Egli, Act.

- -1. sich öffnen, .sich lösen. Von einer Knospe oder geschlossenen Blume, Blüte, allg. U. wie-n-e Jtose, von Kindern, welche sich erfreulich entwickeln, blühen, erstarken (vgl. o. wie-n-e Gerstehebel ; wie es Chücchli). Und noch weiter bildl.: .Der Kopf gieng

[den Sclinlkiii<leni| unter .sciiirii Händen [b.'i M'ineni Unterrichte] auf.- HPest. 1785. Von einander gehen; so von den verschiedenen Abteilungen des Zettels, welche durch Treten abwechselnd emporgehoben wer- den (sich öffnen, gleichsam das Tor auftun), um das Schiffchen durchzulassen Z. Das Wupp gät guet (schön) uf. Von etwas Geknüpftem, Geheftetem, sich autlösen. sich trennen. Vom zugefrornen Boden oder Gewässer Ap; Gl; Z. De"" Bode', de Se (oder unbestimmt es) gat uf. Es ist e chll z' starch ufg'gange", i''' cha"' icz doch nüd g'rad schlitte". Holzprozess Höngg. Von etwas Geschlossenem; auch bildl. d' Becht sind uf- g'gange", die Schuldbetreibung ist wieder eröffnet Z; vgl. zue; stän. ,Unsre gericht gänt uf der Eynbrugge unz uf die üfgänden brugge.' Sch Stdtb., d. i. bis zu dem aufziehbaren Teile der Brücke (Zugbrücke). Prägn. tr., durch Gehen Etwas reissen machen. .Bla- tern aufgehen, ulcerare pedes eundo.' Denzl. 1716. 5. sich abnützen, aufgebraucht werden; zu Grunde gehen. So wie der Gletscher üfgeit, geit nir'' ds Heu üf, wenn im Herbst wenig Schnee mein- auf den Gletschern bleibt, so wird im Frülilim,' aucli w.ni^- Heu mehr vorhanden sein Gr(B.). 's (hhl ist^m. r uf- g'gange' GF. ,Es gehet Alles mit [beij ihm auf, er hat ausgehauset.' Hospin. 1683. Z' Nute" (z' Lumpen) ü. (cho"), sein Vermögen verlieren Aa. Zu Ende gehen, daher in der Subtraktionsrechnung, von glei- chen Werten, die einander decken, auch weit uf g. Von Unkosten, eig. dem durch dieselben aufgezehrten Betrage; Syn. uflaufen. ,Von wegen des kostens, so des Sturms Ittingen halb ufgangen ist' 15'29, Aiisrn. .Haben den costen, so mit dem wychbischof und wy- chung der capell ufgangen, bezalt' RCys. ,Was über solche dieser Statt Basel aufgangen, will ich ge- schweigen.' Wurstisen 1779. Vgl. rjän mit Präp. über, ebenf. von Unkosten. Von Lebensmitteln (Getränk), abstehen, umschlagen: ,Dass zu reehtur Zeit [Wein] gelesen und dafür gesorgt wenb'. daNs A^r alte, auf- gegangene nicht mit dem neuen vermischt werde.' 1524, Absch. ,Der wyn gien[g] in den fassen uf und ward so unwerd, dass man 1 mass um 1 haller gab.' Vad. Von Personen, preis gegeben werden : ,Dass der pabst den kaiser, wie er konnd, bei allen fürsten und stenden verhatzt und aufgon Hess.' Vau. .Syend Prediger under inen, die die Laster mit Ernst stratind, so söllind die anderen [Geistlichen] sy nit lassen ufgon. inen [sich] selbs ein Willen [Gunst] und den anderen ein Unwillen zu machen.' 1575, HBull. (LLav. 1576).

z'underüf-: zu Grunde gehen; bankrott werden Uw; Z. drüf-: ebenso, doch vom Menschen jetzt nur in grober Rede. allg. Anders in ä. Spr.; zwar auch: ,Der Raub und das. so daruf gangen, betrage 600 Kronen.' 1534, Absch., aber daneben: .Der Arni- iniaken aber seiend mehr dann der Eidgnossen daruf gangen.' KCvs. ,In diesem Krieg ist der grösser Teil unsers Lands Adel druf gangen und verriben worden.' JJEüeger 1606. ufhin (ufe)-: steigen, z.B. vom Barometer; aufschlagen, im Preise steigen, allg.

um-: 1. trennb. ('"). a) im Kreise herum, umher gehen. ,Man reiniget ire hirn von irem umgenden häutlin.' VoGELB. 1557. ,Welicher nachts uf der gass juchzete, schruwe oder umgieng und ein unrüewig Wesen fuorte.- 1572, Schw Rq. ,In myn schiff will ich ihn nit lahn und [sogar, wenn] sollt er auf dem

Ga. se, gi, gl), gu

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griml [Kopf] miigiui.- Com. Bkaii. Jetzt in engerem Sinn: a) einen Besuch in der Kunde machen Gr. ß) eine kirchliche Procession halten, an einer solchen Teil nehmen, in Procession gehen. Syn. mit Krüz und Fanen (jun; vgl. Umyany. ,Helt man grosse jarzeit, gat abends und morgens umb.' 1588, Er- zXuLER 1855. Sprw. Lüten und u., zwei Geschäfte neben einander besorgen, eig. vom Messmer Aä; L; S. Vormals auch von weltlichem Festzuge: ,Uni die 3 gienge man um mit inen [den eidg. Gästen].' Edlib. Y) Unujänd, von Rindvieh, in Folge einer Krankheit, welche man gewissen im Gehirne sitzenden Würmern zuschreibt, beständig im Kreise herum gehend. Syn. stürmig. ,Es soll von ungendem [so!] Vieh der Kopf hinweg getan und nit ausgewogen werden.' 1620, ScuwE. Klosterarch. Als Subst., das Umgänt, eben diese Krankheit, Hirnwut Gl; Syn. Ringkranldieit ; titiinn; Trilmmel(uind) ; vgl. das Dräjen, bei Schafen. In uneig. S., von Gerede, von epidemischen Krank- heiten, Bräuchen und Missbräuchen Bs. ,Diser prijst ist in der ganzen Grafschaft umgangen.' UMey. 1540/73. ,Wiewol seltsam prattiken umgiengend.' Vad. Von (vermeintlichen) Gesichtswahrnehmungen im Zustande der Betäubung, Bewusstlosigkeit: es ist-mr-r (mit-mer) Alles umCz'ringel um) g' gange V; Z; Syn. stürm werden. Von Personen: mit Etwas u., sich (äusserlich oder geistig) damit beschäftigen, Etwas planieren, allg. Mit was Eine'' iimgot, da' chlebt-em a" [darum dreht sich sein Gespräch]. Sulu. .[Leute, die] mit kunsten umgähnd.' Z Mand. 1650. ,Umgänd' von Schulden = im umgehenden, laufenden (d. i. nicht auf Begründung bleibender, dauernder Verhältnisse, sondern auf kür- zern Wechsel berechneten) Verkehr entstehend. Mit tautologisch gehäuftem Ausdruck: ,Graeine, umgende handschulden.- 1508. Bs Rq. b) im Kehr herum gehen, abwechseln, von Personen und Sachen, allg. Es gut nm wie 's Bache' (and wer kei' Mel hat, über- hupftj, eine RA., welche aus Gegenden stammt, in denen Genieindeöfen bestanden. Von 1815 bis 1849 gieng in der Schweiz. Eidgenossenschaft ,das Vorort' unter den Kantonen Z, B, L um. Spez. von den Armen, vormals auch von den Schulmeistern, Dorfhirten u. A. einer Gemeinde (B) oder einer Sippe (U), welche von Haus zu Haus gehen, um je einen Tag oder längere Zeit gespeist und verpflegt zu werden. ,Vieatim nutri- nientum querere.' Id. B. ,So soll dasselbig [die Be- rufung zu Gesandtenstellen] under den Landammigen unigan dergestalt: welcher am Amt ist, zum Ersten, dannethin welcher der Eltest am Amt, Einer nach dem Andern.- 1570/1626, Schw LB. ,Der wäger soll auch keinem der gremplern syn anken allein nemmen, sonder es lassen umgon.' 1572, Schw Rq. ,Den Land- ammann hätte jedwedere Religion [in Gl] 2 Jahre [aus ihren Angehörigen]; den Pannerherrn sollte man gleiehf. lassen u.' 1621, Absch. Das Ptc. subst. = Reihenfolge, Ker. Es ist i" dem Umgänd g'sl; wo- mer g'heuet händ. c) umkehren, zurückgehen, in umgänds, dem adv. Gen. des Ptc. = bald, ohne Verzug BSi. d) umkommen, .sterben, interire, cadere.' Mal., von Menschen und Vieh. ,Wann von dem sel- bigen vych eins also verdürbe ald umbgienge.' ZElgg Herrscliaftsr. 1535. ,Der paurenkrieg, in welchem ob Inii.diiii mann unigieng.' Vad. .Dass er leider umgieng und ertrank.- ebd. .Ist nut drus [aus dem Kalbe] worden; ist umgend worden.' 1595. Tageb. aus Gr.

e) umgänd B; Uw; U, -nt L, an- BU. ; L = abgänd 1 a. Der Bettler heischt eppis U-ds z' essen uhl Gwand BHa. Bs U-de, abseits liegendes, weniger sorgfältig bewirtschaftetes und darum wertloseres Besitztum BRi. Sonst ist U-s, .,ds U-s" oder ds U-e spec. mit Bez. auf das Schlachten alles geringere Fleisch (Füsse, Maul, Ohren, Lunge, Leber, Herz) und Knochen, was die Metzger zur Vollständigkeit des Gewichts dem bessern Fleische beilegen, ,rejectamina carnis.' Id. B; vom Schweine Alles, was nicht Schinken und nicht Speck ist, also auch die (allerdings klein herausge- schnittenen) Rippstucke BBe. ,Zu den 2 Pfund [Fleisch] gab uns der Metzgel- noch Ungentes, Beine oder Leber.' GoTTH. 2. untrennb. ("^), verschweigen. .Kann nicht umbgehn, wie dass wir heut so seltsam zu mittag gespisen.- GKonig 1693.

1 e ist wegen der Vieldeutigkeit des Ausdruckes besonders herausgehoben. Es gehört zu 1 a, wenn man für ein grösseres geographisches Gebiet vou dem Begriffe des aussen bernni Befindlichen (vgl. Ort a a, OrUcisen, Ortheti) zu den ange- gebenen Erweiterungen bzw. VerallgemeinerHugeu gelangen könnte, oder zu 1 d (i. S. v. ,verderben-), nur muss mau dann die Beziehung auf Güter für sich allein in der erst- genannten Weise deuten. Aber die Angaben aus BU. weisen darauf, dass um- auf blosser Umdeutung und Verderbniss aus «n- beruhe, so dass das W. Etwas bedeutete, das nicht mehr gängig ist, keinen guten Absatz findet; vgl. die selbe Ver- wechslung m umgekehrter Kichtuug bei 1 a y, und ,Um-' aus , Unkosten', ,ümgeld' aus ,Ungelt'.

umhin ^■M»ne>-gä(n): im Gebrauche nicht sehr verschieden von dem vorhergehenden. Es gat-mrv im Male ume Z. Von Gespenstern; von Epidemicen G; St-H; Z. U. lo' [sc. sich], eilfertig bald dahin, bald dorthin laufen ScnSt. Minder Ei'"m u., ihn hinter- gelien. Eneniima ga s. I 266. , Damit man der Sache [Streitsache], die nun lang genug herumgegangen [als Traktanduni auf den Tagsatzungen herumgeschleppt], endlich los werde.- 1521, Absch. ,Die Geschwornen söllent jerlich im Dorf umbhin gan, die Öfen, Herd- statten besichtigen.- 1596, Z. ,In dem Land Platz haben und ehrlichen Leuten in den Augen umhin- gehen mögen.- 1694. Ztschr. f. schwz. R.

an-: 1 tr., an Jmdn oder Etwas gehen, a) einen Berg, Bergpass, ihn zu besteigen anfangen, in Angriff nehmen (verschieden von ,bergan g.-). .Damit sie bei anstossendem Tag den Berg angehn (wie das gemeine Wort lautet) und vollends mit guter Weil hinüber kom- men mögend.' JLCvs. 1661. b) anfassen, berühren Gr; in weniger sinnl. Bed., eine Tätigkeit beginnen, vornehmen: Was willt iez angä? BHk. I weiss nüd, wie-n-i''' 's seil a. [anpacken, anstellen] Ar; G; Z. Etw. g'schld a. Syn. angattigen. c) Jmdn (mit ,sein'), sich an ihn wenden (mit einem Gesuche) Aa; B; Z. Syn. ankeren; vgl. ankommen. -- d) Jmdn. sich an ihm vergreifen i. S. v. gehtjen, futuere; Syn. anlaufen. ,Wölicher zuo einem redti: du hast ein kuo oder was für vich syn mag, angangen! söllti es büessen.' 1427, Schw Rq. .Einer, der des nüwen gloubens syg, und einer, der ein kuo angangen, den schätz er eben glych.' 1529, Strickl. ,Unkristens Ve angän.' 1540. Ndw LB. ,Welieher einen hiesse liegen [Lügner schölte] oder syn muotter oder ein unvernünftig vich angän.' 1540, Aa Weist. .Ettlich [Reformierte] sagen, dass sy lieber ein kuo angän, dann hinter eine mess stan wellten.' HBdll. 1572. VgL ,wär besser, einer hette mit einem ünftigen tier zuo schaffen.' ebd. Man bekräftigte

.H"

ÜL'touiiuifjL-11 mit: .Su liab icli als gwUss ein Kue. Esel oclor Miircli ;uig:in;,'fn I ScHwK. Klosteraroh. .We- licliur an die uiess gloubt, der hat als gewüss ein kuo angangen.- 1532, Strh'kl. Endlich wurde der Aus- druck gedankenlos zu einer Verwünschung gestempelt : .K wir die artikel [der Berner und Zürcher] halten. c wollt ich, dass sy all esel und miirhen angangen lietten.- 1.530, Absch. - e) Jnidn. anführen Gr. f) Jiudu, an ihn kommen, ihn treffen, überfallen, ihm zustossen, von persönlich gedachten Übeln, ,1m tireisenalter, welches mich bald angeht.- LKInderuitzi 1820. ,Man soll ihm unbeholfen syn, was ihn angat [was ihm auch zustossen mag].- 1357, Bs. ,E ich Wollt, dass du myn herr wärist, ich wollt e, dass dich dz fallent übel angieng.- 1480, Ztschr. f. Schw. R. .Es war denn, dass uns ehafte not oder krieg zuo- tielend oder angiengend.- 1500. ebd. .Am sanistag gieng mich ouch blateren und pül an.' 1519, Salat. .Uli förcht. dich gange etwas Unglücks an.' Mal. .Was ich dir wünsch, das gang dich anl' 8(;hertw. l."!?!*. Aber auch von erwünschten Zufällen. .Dass dicli vil glucks und heils angang!' NMan. g) Einen bcrüluen. betreffen, allg. Es t/uil der X. ii". in einem l'aternitätsfalle AAEhr. In vwdtschaftlichem Verhält- nisse stehen: es f/ut mich ro" Huf und Hur Nitt w L; Z. h) refl. a) sich an das Fussgehen gewöhnen. /''' hun-mi''' afff/aiiye, das Gehen verursacht mir keine Beschwerden mehr ..l'>: S.- A-'/'i/iunir". uns Gehen gewöhnt B; Z. Neul Sihitvh <lnirl.'r\ I,,.. v, c tidi' u. gl". /<■'■ bin no'>' nit n-cht ,(., aueli in übfitr. .S. = noch nicht recht im Zuge. ß) mit .sein', sich ereifern, zornig werden W; vgl. 2. 2. intr., heran- gehen; vgl. an II 3 (I '25ö|. al an die Hand gehen, sich darbieten, von ein.i (;.l,-,-Mbeit. zum Kaufe an- geboten werden Aa; /. S\ n. .mhiKieii. Es ist.-m';r Xüt ag'gange, sagt z. B. der KIei>.h.jr. welcher von einem vergeblichen Gang bei den Viehbesitzern herum zurück- kehrt. ,Sie hausten im bescheidenen Stüblein. bis ihnen eine Gelegenheit angieng und der Haiisheiri ein Heimwesen kaufte.- BRErrENsi. 1800. b) als Hülle an einen Kern, z.B. Schuhe an den Fuss, Hand- schuhe an die Finger, ein Iteif an eine Walze, allg. Daher: passen; auch in ethisrlieni S.. |.,i,siri.'ii. ux-- stattet sein. Wenn liult mr'' Alh.s „-irrh,' ,//,("". ./.,,„ (jot's schw use hübschli w |s.. kann man -i^ h -n /nni lieh behelfen] Tu (Schwizenl.). As ,/,(( dem Clund neue [meines Bedünkens] ril a, mau lässt ihm Vieles nach B. .anschlagen, gelingen, geraten, gedeihen L. . Wul a., feliciter cadere.' Id. B. ,Man möchte V^atter- und Mutterflüch für Katzenbett [unfruchtbares Gerede] halten; aber fürwahr, sie gehen gern an und erfüllen sich.' FWvss 1050. ,Als die latynscheu Wörter ihm [einem Redner vor Rat] gar übel angiengend.- Schijii'Fr. 1051. ,Das gehet nicht an', ist vergebliche Mühe. Hospin. 1083. .Welcher List der Schlange so wohl an- gegangen, dass der Tod in die Welt kommen.- ClSchob. 169.5. , Allein der Schick gehet dem guten Pater nicht an: die Leut haben vil bessere Augen, als er sich einbildet- JHFisi 1090. ,Wo Gott vorsteht, kein Streich angeht, Isach dis kann erwahren [beweisen].' JCWeissenb. 1701/2. ,Er habe Viel verdokteret, aber kein .\rznei habe angehen wollen.- Wasterk. Process 1701. .Als das Schiessen nicht angehen [verfangen] wollen, taten sie einen Sturm.- Mem. Tig. 1742. Zu Geniüte gehen, (wohl ..der übell aufgenoinmen worden Schweiz. Idiotikon. II.

Aa; B; I.. ..Hart a.. grosse Sensation li '*■ ('.s( iihel uii'i/ttii(je, wurde nicht gut Vgl. unkomweu. ,Was brauchen andere heute zu wissen, was man für eine Meinung hat. besonders wenn dieselbe übel angeht.- Gottu. c) vom Feuer, sich entzünden, in Brand geraten, in schädlicher wie in erwünschter Weise, in Bewegung geraten (anders üfyän) Bs; B; Gr; Sch ; Tn. Syn. ankmnmen. Auch von den vom Feuer erfassten Gegen.ständen : .Ein Heustock, der angehen will: da kann man Mek-hter um M. Wasser darüber ab schütten er schlucket alles, und je mehr er schluckt, dest stärker rauehnet er.' GoTTH. Ang'gawje, angebrannt Gr. .Desselben zinstags, als der ertpidem anfieng, do gieng für an, dass ime niemand möchte vor dem ertpidem widerstan.' 1350, Bs Ratsb. ,Si verbranntent menig dörfer, diu von in [ihnen, den Engelländeru] angicngent.' Z Chr. 1330/1446. ,Wie sein Werkstatt mit feur angangen.- TiERB. 1503. ,Da ist das Cämi angangen.' ÜMev. 1540/73. .Das angangen feur.' 1588, SchwE. Kloster- arch. ..Angon wie ein feur. inardescere. Von feur a. (ankommen), fiammam concipere.- Mal.; Denzl. Über- tragen auf Krankheiten: , [Die Feldsiechen] gond eins von dem andern an.- Bs XIV. und auf Leidenschaften und Triebe: D" Liehi got r»" selber u (doppeldeutig). ScLGEH. ,Wann sie ihrer Altvordern Bildnuss ange- sehen, sei in ihnen Trieb zur Tapferkeit angangen.- WüRsnsEN 1765. - d) vom Wasser, anschwellen, eig. an den Rand des Ufers ansteigen Gr. Vgl. an- laufen. ,Dass zuo zyten die wasser so fast angiengind. dass man in zweien schüfen ein ledi [auf der Lint] nit gefertigen möchte.- 1532, Abslh. ,Und ist die Eulach in 2 stunden angangcn, dass sy hett die pruck an weg gfüert.- UMev. 1540/73. ,Amnis pro torrente. waldwasser. das vom regen und wulkenbrüchen angat.- Fris. .Angehen wie ein waldwasser. impetum dare. vasto impetu irruere.' Dexzl. 1677; 1710. Ihiher bibll. in Aufwallung geraten, .sich lei.len-. h.iftli. I, -,■- berdcn, unruhig sein, lärmen, auch: laut lainniem Git. TFas ist das für es Angan':' E tunimif Agu"! Si got a wie der Tüfel, tvie a ühatz i"me Chratte". [Der Säugling] lad Gäusleni [Freudenschreie] ab und weiss ,ild „■;,' /,„» n,r Jutcr A. | Wnlilb. linden |. S.-nwizERl.. J.ns ISnnl,. ,/„v Inll l.n <;„lh-,i. inr ,1 it ,„„l(,st. E O' ritt inni .{finn hn. Syn. lirasl : Wcsrns. Von Insekten: leblialt scbrtärmen und liesoiiders heftig sein. Wenn d' Breme [Bremsen] so agönd, gid 's leid Wetter (Tsch.). e) zu gehen anfangen, in Lauf geraten. .So ein löuwin [Lawine] im hochgebirg angat und alles wyt und breit mit schnee überdeckt.- LLav. 1569. .Das urenwerk lassen angan.- 1576, Z Neuj. Antiq. , Einer aber, der im Briich hatt lang zu predigen, der stat an die Canzel und las.st synen Mund angahn. wie der Müller syn Rad.- 1038," JJBreit. f) an- fangen, beginnen (in neutr. S.); von den Produkten einer Jahreszeit: in Schwang kommen, allg. Vgl. an, 1 256 Anm. Anton, us-g. .Die Vormittage [werden ihm lang], wenn er dieselben mit dem Frühstück des Morgens um 5 Uhr angehen lässt.- Gotth. .Wann einer verhütte zuo recht und einen Undervogt düechti. es were an äugendem schaden, so mag er's einem er- louben uf recht.- 1527. Aa Weist. .Früey ops wie paradysle und liöubirle, die zum ersten seltsam [an- fangs selten] sind und vil gelten, deren man nachwerts. so das ops angät. gar nit achtet.' Fris. .Ein an.geliend

fia, se, "i.

ff"

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[neu gestiftetes] Cluster uuil CuUegiuiii/ i;('\s. .Weklie [Einkünfte] dem neuen Verwalter mit seinem Aufzuge [Antritt] angehen sollen.' 1771. BSpyri 1871. In akt. Sinn. eig. an die Arbeit gehen, antreten, dra" ya": .Der [Mäder] soll morndes nach StVerenen tag angän, so man zen barfuossen dz erst zeichen lütet, und soll wider abgan, so man complet lütet.' 1416, Skg. RG. Das Ptc. als Adj.: akeenti [einbrechende (auch adv. = bei einbrechender)] Nacht ZO. Eil ay^ente' Pfarer, ein Studiosus oder Kandidat der Theologie Z. ,Der angende [neu ins Amt tretende] vogt.' 1350. Absch. .[Liegende Güter, welche von einem Gläubiger mit Beschlag belegt werden,] sond ligen in gebot 6 wuchen, es wäre denn um angenden [drohenden] schaden.' AALunkh. Hofr. ,Ze äugender nacht.' Rüess. ,Dass sie by äugendem wald syner warten solltent.' ÄgTscuudi. Als adv. Gen.; .Angands tags.' 15'29, Absch. .Äugender nacht.' VoGELii. 1557. .Angands mayen; dis jars im nionat angends junii.' Kessl., aber bei dem Selben augenscheinlich schon zur Präpos. mit Subst. im Gen. verknöchert: .Angends disers jars' und noch deutlicher ,angens der nacht' UMey. 1540/7.3; .angends des früeh- lings.' VooELB. 1557. Die lebende MA. zeigt scheinbar Überbleibsel der echten Construction: ag<seiuls Winters BSi.; Uw. .M-s Jars Gl; Gr; W", anderwärts nur bei schwach flektierendem Subst.: o-s Abrelle", ilfaie" Aa; Ai'; Uw; Z, in welchen Fällen jedoch in Anbetracht der Scheu, welche die MA. vor dem Gen. und bün- diger Construction hat, auch präpositionale Verbindung angenommen werden kann, wie auch ageenternacht (ZKn.) vom Volksgefühl in ug,£nt der N. aufgelöst wird. Den Gen. ersetzt sonst vorwiegend wie in an- deren Fällen auch hier der Dat.: angends dem Langst [Frühjahr] Gr; agends Mai, u. der Wiiche Bs; «. Homer L; er ist a. de" SibezgC [ein angehender Sie- bcnziger] Z; und so auch in räumlichem S.: «. dem Berg, da wo der Berg sich zu erheben beginnt Ar; Gr. Und endlich entwickelt sich ans der Präp. das Adv.: a'gänds 1) anfänglich B; U; am Morgn" angenscli W. .Angends by der langen Stegen', da wo die lange Treppe beginnt. JosuaMaler 1593. '2) sofort (indem die Handlung vom Augenblicke an .angeht'), unver- züglich, nächstens, bald Aa (in dieser Bed. spr. "•); Brang.mdsJi „VOrte;" G; Sch; S; „Z;" .statim.' Id. B. Ich tcill-der de"" iez «..' Drohung BSi. Überspielend in die Bed. , bereits': Es war du [alsdann] ang. fer- nacher [so weit] g'si", dass a- hätt us-em Hüs müesse, du zündet's de'' Halungg a" B; vgl. anfallend I 718. .Fürderlich und angents zuo wüssen tuon.- 1500. Ztschr. f. Schwz. B. .Als bald sich ein ungestüem Wetter erhebt, wo man dann danzete, da soll man a. lifhören.' ä. Obw LB. ,So das responsorium gesungen würt bis uf den vers, facht der kilcher angends die mettin an.- XVI., Erzähler 1855. ,Ouch soll man yetz schnell und a. ein ablass schicken in tütsche land.' NMan. ,Üwer botschaft unverzogenlich und a. zuo schicken.' 1525, Absch. ,Ir weitend a. üwer macht potten hinuf schicken und sölichs a.. dann es nit beit [Verzug] will haben.' 1531, Strickl. ,A. nachdem sy disen brief verlesen.' Kessl. .Angcns und on allen Verzug.' 1546, Sch Ratsprot. .Bald, von stund an oder angends nach dem tod.' LLav. 1569 = .straks.' 1070. .[Cäsar] hat ein Spazierreis in Italiam getan und [ist] a. wider in Galliam kommen.' ÄoTschi'di. ,.\ngänts und unverzoirenlich.' Z Mand. 16:Ul. .Dieselben sollend

a.. dieweil nach Ehr und Guot \ei'lianden, bevogtiget werden.- ebd. 1650. ,0b auch Einer Einem verspricht, sein Baargelt angehends oder in nächsten 8 Tagen zu geben.' L Stadtr. 1706/65. ,Angehents anmelden.' XVIIL, GHdschr. g) in Fäulniss übergehen, anrüchig werden, Anzeichen von Krankheit bekommen (auch V. tierischen Leibe) L. Üyn. anziehn. B' Herd- öpfel sind ag'gange, schimmlig geworden, von der Krankheit angesteckt. Erdbire" gid 's «" mängem Ort chitm meh de Some, die mehrsten ag'gangni. ,Wanu Fetzlein im Eiter erscheinen, so bedeutet es, dass die Nerven auch angangen sind und allgemachst dem Tod zueilen.' FWürz 1634. ,Dass der Spicher solcher- massen angefüllt [sei], dass zu gefahren sei, dass bei warmem Wetter die Früchten angehen möchten.' 1780. L Stiftsprot. In weiterem S.. zu Grunde gehen: ,.vl. lä, drauf gehen lassen, verschwenden U." h) sich ansammeln, auflaufen, in der Verbindung kf n.. aufschieben, zögern W. Er hat bi schiner Chruvl.cf la angä und la angä, bis es duo z' spat g'sin ist. Vf,'l. anstän u. oben Litt. d.

Es ist fraglich, ob die Stelle bei Fris. u. Mal.: .luiliis. das ryten oder angou; iuire, angon, auf eiu weiblc steiguii, als die beugst uf die feldross' zu der Irans. Anwendung (1 d| gehöre, oder ob eine entsprecheude iutr. Auwouduug auzu- iiehmen sei. Der Gen. angands urspr. nur als Attribut eines männl. oder säehl. Subst., mit welchem zs. es eine absolut-adv. Construction bildete; vgl. .während des Kriege»' aus urspr. .währendes Kr.' = ,iu währendem Kriege'. Dann wurde das Ptc. aus solcher Verbindung geläst, selbständig adv. gebraucht (wie .Anfangs' udgl.) und mit einem neuen Geu. verbunden. Auch die mit der Verblassung des Grundbegriffes inid mit der dadurch geförderten Unklarheit über die Etymo- logie des W. zshangeudo Verschiebung des Accents hat ilir Analogen in mehreren Spielformen von anfallende (I TIS). Für den einzigen ThPlatter eine besondere, überdies schwor aus dem Grundbegriff abzuleitende Bed. .fortwährend' anzu- setzen, erweist sich, wenn mau die Stollen unbefangen erwägt, als nicht geboten. S. ausser den bei Gr. WB. I 343 auf- geführten auch noch Platter S. 51.

ane-ga(n): 1. zu Jmdm hin g.. um ihm behülflich zu sein, sich herbeilassen, beistehen, m. Dat. P. Z. 2. einher gehen Ar. Ana fani)-gö tcie dei- Schatten a" der Wand, d. i. abgemagert, schwach.

i(n)-: 1. intr. a) hineingehen, hn eigentlichsten Sinn, so in das Haus, unter das Obdach, und zwar auch ohne Ortsangabe: ins Haus zurückkehren B. .[Bruder Claus] gieng selten und nit vor mittag herus und zuo vesperzyt wider yn.' Ansh. Us und i ga (bei Jmdm), Wohnung und Kost daselbst haben oder auch in anderer Angelegenheit regelmässig zukehren GT. Wer nid üsgot, got o"''' nid i, wer schwer von Hause weg zu bewegen ist, lässt auch lange auf seine Heim- kehr warten. SuLGER. Was mit Ere7i {oi. s' E.) ilsgät, gät au"'' wider mit Eren (s' E.) i ZWl. Spec. von den Haustieren, namentlich den Hühnern, zur Ruhe gehen Aa; B; S; Syn. z' S'edel gan. I)' Hüener gö" gern l 's git guet Wetter. Schild. Davon übertr. auf die Sonne: untergehen B, ,occidere.' Id. B. Si isch l. „In böser Absicht und heimlich in ein Haus eindringen, einbrechen BO. Er geit de Lülen »." In die Falle gehen, sich fangen lassen (physisch und moralisch) Uw. Durch das Tor, in eine Stadt cin- reiten: ,Gat er [der für eine Anzahl von Jahren Verbannte] mit dem Herzog yn [kann er dem der Stadt einen Besuch abstiit'teiideii Herz.ige sich an-

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.scliliessciil, il;is Mill im dii' .hir :iljiiei,ieii | vonniiulurn|.- AaM. .Stailtb. Das l'tc. im Gen. als A.lv.: .Ist .lass i'i' ynsraniles [beim Eintritt in den Wald] ein wid liciwet,' /Kliint. Offn. 1459 [od. zu le.sen .yngander'V]. b) mit bildlicher Anwendung des Gehens a) von l'rrsonen, einen Dienst antreten BsStdt; Z Don.st.- Xaehr. 1787. Das Amt antreten: ,Wann die rate yn- sjand.' ll.'J7, Ochs. P) von Sachen, z. ß. durch die Haut eindringen. Id. B. S. u. d. W. Schine. Durch den Mund eingehen. Es gat-em zum Mül i, sagt man zur scherzhaften Erklärung der Fettleibigkeit von .lind Z. Göt der Wl" starch i, yöt der Wits starch fix. RocHH. 1857. In den Erdboden einsinken, ein- dringen. D' Reder sl" ly'gmuje bis n" d' Sjiiche' F. Der Mut geit 7." hi nassem Wetter Gr. Es gat V, der Pflug greift an. Auch mit den Füssen einsinken P.Hk. (In die Welt) kommen. ,Dass der Tod durch ilio Siind in die Welt eingangen.' JMüll. 1061. In den Kopf, den Gedankenkreis von Jmdm eindringen, ihm deutlich und klar werden, einleuchten, ihm be- lieben, gefallen „VOrte;" Gl: G; W; auch von Per- siinlichkeiten. ,Vim in docendo afferre, dermass ge- waltigklich und treüwlich leeren, dass es einem muoss eingon.- Fris. ,Der Anschlag geht mir ein.' PJHerm. 1755. Von Einkünften und Guthaben. Erlös B; Gl; G; ScH; ScHW; Vw ; Z. Der Inf. subst. das Igö, Ein- kiimmen I-: genetiv. ril It/os und daraus ein neuer •Xüiil. das Iqos. \Vr,- \,i.l hiid im l.ihidll. kes Igos und l.es Äiiitli. Häki,. 1^1:;. Ih, Uniu-nii. in, de Here [GristlirlK-ll| 's /'■,/„,. rirnisirh/i ,u„l (liil->'egmt für d' Iseliiiiii- rrriihiiiiiinli. .lüKi.ii 1^71. 3/i.s Igos mag iiiimiiir iiirh ij'Iiiihi," |;insifirli,.|i |. Du bist hei Herr; dix Vrrdii'iistli und dis Ifius isi iiiiiiime chU. Und mit vollständigem Vergessen der grammat. Bildung sogar der Igos Ü. .Dass das eingon, tribut und steur aus seinen landen klein was.' 1531/48, I. Macc; dafür .cinkomnien.' 1667. ,üas järlich eingon' im Wechsel mit .nutzung.' Vad. Dazu das Ptc. als Subst. (n.) im nämlichen S.: Igänds (Igönds kx), mit best. Art. das Igdnd Gl; Uw; Z oder mit Beibehaltung der v^irhin genannten Form das (Igänts) Igäiu Sch; S(u\v; l w; „allg." Abi. Ingündig; Ingändi. Kei Kapitalist und kei Zys [Zinse etc. wünscht sich der Landmann] iider [Eetztem] doch Igänterwys. Schw Fasn. 1874. ,Die gült, so ein pfarrherr järlich yngends hat.' 1530, Absch. ,150 fl., so die Kilchen yngendts hat.' 15(17, Z Ratsnian. .Im Todbett der Kilchen auch etwas yngents ver- machen.' ScHiMPFR. 1651. In eine Verpflichtung sich einlassen; vgl. unten die trans. Construction, welche der vorliegenden zu Grunde liegt. Wir s'i" so Ig'i/ange, auf diese Bedingung Handels einig geworden BSi. .Wann Einer der Schuld bekanntlich i.st und vorm Gorichtsherrn dem Schuldforderer in Pfand yngat [sich zu solchem verpflichtet].' 1575, Ztschr. f. Schwz. R. c) mit weiter zurücktretender und auch ganz erblassender Vorstellung von einem Zielpunkte, so: in sich selbst zurück gehen, einschrumpfen, wie Tuch, ein Seil udgl. durch Nässe B; VUrte; Gl; Gr (auch vom Menschen); G; Uw; Z. An Versjtre- chi"ge' und w'g'net stein Tnech got ril l". Sulger. Von einem Betrage, einer Zahl: ,Sie hätten bei 3000 Pfd darauf bezahlt, an dem man ihnen nun Nichts wolle yngan lassen.' 1508, Absch.; vgl. .Eintrag tun; be- einträchtigen'. — d) eingeschneit werden. Wenn OS aber kumpt, dz die Strassen yngand, dz die kilchcr

I Kircli-, hier = Gemeindegenossen] gemeinlich zsänien müessent [um sie mit gemeinsamer Arbeit zu i)ttnen|.' 14'29, Geschf. Gks. Vgl. offen (wieder gangbar gemacht |. welcher technische Ausdruck unserm in als Gegs. ge- rufen hat; verschieden vom .Eingehen' eines Weges i. S. V. e. e) aufhören zu bestehen, in .\ljgaM;; kommen, z.B. eine Schule, ein Postkurs Aa; G; Soh; Z.

f) anfangen. I)' Predig iseh ig' gange. Wenn geit d' Chilchen i ? De'' Mai ist schön ig' gange B. D' Mes' gat de' nächst Mäntig i ZW. ,Wic der Neumond ein- gegangen, folgt das Wetter im ganzen [z. B.] Herbst.' Kalenderregel. Anderswo heisst es aber: nie 's Neu Ingät, so bliht 's mit. ,Wie die Hundstage eingehen, gehen sie aus.' Sprww. 1824. ,Das eingend jar: der anfang ilo< jars, annus exoriens, annus venieiis.' Mal. Es wird.rliMrii Mrli für das Ptc. di.^ -I.i.bm r„„- structi.vii.'ii wie lifi dem sjn. angäiid . :' mii.' ndnu Maieii, iiifictiids Miiiiets BRi. Jg..ends Honur '\x. Gi.: Z. Igänds der Bredig' Tu. .Zystag nach dem yngenden jar.- 1295, Z Antiq. Mitt. ,An dem yngenden jar er- lasch die sunne.' Z Chr. 1336/1446. .Bis yngends erst herpstmonats.' 1526, Absch. ,Gegen ingendem tag.' Vad. 2. tr. a) auf eine Bedingung eintreten, allg.

- b) fassen, begreifen ZO. Vgl. 1 b. - c) en Has igfi, .lur.li l.antVii mnur,.!,. i, 7,.

rl„ ,-

des Zi der in Syn. . (/r 11 sah ob ihm

iienige

Ande

eintreten. Wenn's Neu [der Neumond] hell iniie got, so regnet 's am dritte Tag, tmd wenn 's duulrl innegot, so git 's schön Wetter S nJ. D' Frnufaste isl leid inne'g'gange, der Anfang der Fronfastinziit war regnerisch Gl. Wenn d' Fraufaste mit IIisiiiihI ninr gat, so git 's ehalt Wetter Z. ,Am M<jrgrn. wann (irr Dag iner got.' Stockar 1519. ,So bald aber die wernn' einhin gangen, enderet die nachtgall ir stimnu' Vouelh. 1557. c) Inneg.ents, Einkünfte von Kapitalien ZK'n. - d) anklagen BHa. It Id. B.

un-jfrtOTtZ B; öge'nt kv; iigäntG; ük^nt Gl: 1. wer (noch) nicht gehen kann. F-s C.hind Ar; Gl: G. 2. nicht recht brauclibiir. ziemlicli wertlos l;, eig. was nicht geht, keinm C.mrs hat l:. I'iiiiäiih .Man:, die nicht gerne angenommen winl. l'iiiiänds. wertbisc Gewichtszugabe vom Fleischer. Syn. ungängig.

under-gä(n): 1. unten od. nach unten hin gehen, a) undergänd, unterschlächtig, von einem Wasserrade, welches in seinem untern Teile vom Strome getrotlen wird Ap. b) ebenso, vom Monde, a) im absteigen- den Knoten befindlich, was im Kalender durch ein Mondsbild mit abwärts gekehrten Hörnern angedeutet wird Aa; B; L. üyn. nid.tich-g. Das Neu nnd Wädel I Neu- und Vollmond] ist nit glich [für den Landban | und Uf- und Undergehn B (Schwizerd.) ß) ab- nehmend L; Zg. Im U. soll man Nichts setzen in Feld und Garten, sonst geht es nicht auf. Bildlich: .Sie war jetzt im Aufi;rliriiden, wie die Nanette im Untergehenden.- Mhiizoii. c) unter einer, unter

eine Last gehen, sir irayrii, erleiden. ,So mag ich nicht under-aii ,I.t l.unli.- KSaii.kh 1 KKI. Auch tr.:

(iil. IJC'

.Zc uiidergoii den allorliitteristeii Un\.- Hören l-ITl!.

•J. Jazwisclifii geliii. a) dem Siiomann voran- gehen zwischen dem zu bestreuenden und dem bereits bestreuten Gebiete, um ihn vom Ühersäjen abzuhalten, allg. Mit Acc. P. ScnSt. 8. auch Undersät. ,Am Liebsten ist es dem Bauer, wenn ihm seine Frau itiiilergftf. Süterm. b) die Grenzen begehen 1111(1 besichtigen, in Augenschein nehmen und be- -tiiiiiiien. eig. zwischen den anstossenden Grundstucken diiirh schreiten Gl. Syn. erijün. .Unser banne, die wir in unserm lande verbannen haben mit underganne lind mit krüzenne.' 13.58, Schw LB. .Die wähl, die iiit undergangen [abgegrenzt] oder mit marksteinen usgezeichnet sint.' AaKöU. Eod. 1400. .AVo sich stöss und spän in güeteren erhüeben. da sollen [die] rät mit einander undergon und marken.' k\7.. l>orfr. 15.50. .Der zehnden ist undergangen und eigentlich usge- marchet [worden].' 1.551, Mev., Wetzik. .In rem prse- senteni venire: undergon. einen undergang tuon, d.i. auf die spänigen [streitigen] ort kommen, sy ze be- sehen und darnach urteilen.' Fris. ; Mal. .Der Zwing zuo Egenwyl, der ordentlich usszeichnet, undergangen und beschriben ist.' 11)04, Aa Weist. S. noch l'nder- (inny: tmclernteineii, und Blum. RG. I '295. c) vom \'iehhüter, an gefährlichen Stellen unter- od. ausser- lialb des Vielies, zwisdien diesem und dem Abgrunde schreiten, um ihm Vertrauen einzufiossen, es vom Um- kehren abzuhalten usw. Schw. d) Streitigkeiten schlichten, durch Dazwischentreten verhüten. ,Et- lich hettind [den Streit] schaiden mögen, band aber den schaden fürgOn lassen, den si wol bettend under- gon mögen.' Vad.

In der Benennuiig Jer Mondphasen ist durch Mangel an Vcrständiüss und Xaturbeobachtung Verwirrung eingetreten.

underhin Cimrferp;-ga(n): zu Bette (unter die Decke) gehn B; s. Anton, riff/cm.

ent-, ei-; wie nhd. Im Besondern 1. von einem ausgleitenden Tritte BKi. .Ist gefallen hinder sich an ruggen, sind im bed füess entgangen.' UMev. 1540/73. b) sich einer Gewalt entziehn, in der RA. ,sich selber e.', die Gewalt über sich verlieren. ,So wir uns selbs entgangen wärind und in schwere laster gfallen.- LLav. 1584. .Wie etwan die fründ Gottes selbs inen entgond, mit zorn. rachgyrigc usw., wie David euch.' ebd.

er-: 1. neutr. a) ausgehen. Der Bisie [Keil] ergäd tvider, gleitet wieder aus der Spalte heraus Schw. b) vor sich gehen, geschehen; fällig werden. .Güeter mit ergangenen zinsen.- 15'20. Bs Rq. .l'rcdicanten, so an orten unergangens meres [ohne vorangegangene Abstimmung] predigen.' 1532, Strickl. In Verbindung mit .lassen': no-n-e Wal e. lö, die .Milch noch einmal aufwallen lassen Bs. c) aus-, zu Ende, d.i. zu Grunde gehen, krepieren; in Ver- fall kommen, aufhören, z. B. vom Feuer, von einem Brauche, einer Ortschaft BO. .De agricultura dicitur, cum intermittimus culturam alicujus roi; in desuetu- dinem venire.' Id. B. .Die Liebe soll dir nicht er- gehen, wenn schon der Grossvater nicht mehr sein sollte.' GoTTH.; doch liegt in diesem letztern Falle viell. die I 403 erwähnte Verwechslung von ent- mit er- vor. 2. tr. a) durch Gehen bekommen, sich zuziehen, .(jieng ich gen S., kam wider heim, liatt ein krankheit ergangen.' Salat. Syn. erholen. b) eine Strecke in ihrer ganzen .4usdehnung gehend durchmessen.

einem Gegenstand ontlaiig gehen, mit dem Xbbegritfe der aufmerksamen Untersuchung. .Die faden e., ob sy fridbar syen.' 1427, ScHwRq. Vgl. iinder-g. 2 h. c) ein Ziel erreichen, Jmdn einholen Gr; Uw. Uf-e" Titlix isch-es so streng und treif, das.i wie» '.v fast nid e. mag. .Eundo superare.' Id. B. .Die von Zürich fliehend fast [d. h. eilig, mit Macht], es kann si niemand er- rüten noch ergen.- Salat. ,Consecjui aliquem (eundo). einen erlangen, ergon oder erlaufen, ereilen.- Fris.; Mal.; Denzl. d) (eine Krankheit udgl.) über- stehen, aushalten Gr. .Welches dann eines Vatters lind mütterliches Herz kaum crgan mag. sich also synes Fleischs und Bluts zu entledigen.' Werbungs- BücHL. 1670. e) r e f 1. , ablaufen. ,Der gewege [Ge- wichte sc. am Uhrwerk] nimm beder war, so si sich ergangen habent. das sie schiere nüt nie seilen habent,

so ZÜch si wider uf.- 1385, GfrU. Vgl. ergllngen.

ÜS-: 1. neutr. a) ausgehen, in eig. S. (allg.); vgl. üs I 551. Gemeint ist ,aus dem Hause': Für d' Wiber ist U. nie so gnet; diheime' bUhe" war besser. Sclger. yii'.t {'. ist vrnifj. ich sehe selten von Hause weg Z. Daher biMl. lulnl .ln,,|,elsinnig?): Wenn 's Geld üsgöt, so fSnill 's »/. - Hn,i;;i nnmme [den Heim- weg nicht mehr] G uLdseh. .Aus iler Stube" und zu- gleich abstr. .aus der Zeche: ,Wer in ainem wynhus trinket, gät der uss, dass er dem wirt syn ürten nit git, darunib soll in der wirt nit haben [zurückhalten [• SfH Stdtb. ,Da einer usgät einem wirt unbereit [ohne zu bezahlen].' ebd. ,Aus der Gefangenschaft': ,Wie die gefangnen gestraft und uff urfechd usgangen.' 1531. Strii-kl. ,Aus dem Leibe': ,Gewisse Personen können in der Nacht ausgehen, d. h. den Leib verlassen, so dass derselbe im Bette liegt, ihr anderes Teil aber als Katze od. dgl. in ein andres Haus einschleiclit uml sich auf das Herz schlafender Leute legt.' Thellunh 1867. ,.\us der L'mzäunung'; von Rindern gesagt. welche gewohnheitsgemäss jene durchbrechen BO. - b) mit mehr oder weniger bildlicher Anwendung des Gehens. Es gat-em lei" rechts Wort zum Miil üs Z. Der Ausgangspunkt bloss hinzugedacht: von Geschwüren, Beulen, aufgehen, zu fliessen anfangen '/.. Die (rschicnlst mness ü. ,Eiss, der reifet und ausgat.' .Mai. V.iiii Vn^clei, wann das Junge ausschlüpft B. Du- ir/7(/(" Hciiii I nehmen. Conj.] d' Vogeleier unger (/s lliiui' r^isdiiff [unter den Hintern], Im si üsgange". B Hink. Bot Isil.J. Von einem Gefässe, sich entleeren: .Im Fahl aber, da.ss ein ald ander Fass nit volln- kommenlich usgahn, sonder bestahn [sich ver.stopfen | wurde.- Z Umgeldsordn. 1643. Von Flecken u. Farbe, verschwinden, sich entfernen lassen, allg. Mit Wechsel des Subjektes, vom Zeuge, die Farbe verlieren, nicht halten G; Syn. i'islän; schiessen; absterben. Von etw. Befestigtem, sich lösen, auseinandergehen, z. B. vom Faden, der aus dem Nadelöhr oder aus der Naht schlüpft; vom Knopfe, der aus dem Knopüoche geht (vgl. iiss). Von Druckschriften, erscheinen: .Wenn die gschrift der disputation usgat, werdend ir wol s6hen, welcher teil in gottes wort gegründet ist.- Zwinuli. ,.Ioh. Fries hat ein kostlich gross Dictionarium lassen ausgehen.' HEEsciier 169'2. c) mit Bez. auf den Ertrag einer Kapitalanlage: .Wer usgend zins uss einem guot hat. dem soll man richten nach syner brief inhalt.' G OBüren 1481. ,Da man schulden oder zins zuesuecht, da soll man zuerst usrichten schnitterlohn, rindniiet. darnach ob jemand usgend guot darus gienge.-

da, ije. -1, -.

GBui-iiu 117-J. ,1| ins (_;c-r,-.l(.' k„iiuiK-n: vj^l. ». | = iliirch doli Druck verbreitet weraeii. ,N. N. liisst .MUolricheu voa wegen der lueisterlosikeit syner kiiid US .<;on.' 1528, Egli, Act., d.i. bringt ihn ins Geschrei. I e) sich ausbreiten, sich entfalten, aufbrechen. | von Blütenknospen A.\; B; S. 's Bäbi hei die ehr- [ iriiriliiji Jerichm-ose in es Glas mit M\\sser ifsteUt [ i/'hti" fiir:' iiief/e", tcie-si-si"'' rerti'iei, uiuj dir Awescnde'' ! hei" mit Freude- g'seh-, ms S ller,h.,,tcls,h„ssli und 's I Chiinischossli |2 besonders o-L'iir II t et r /.w.iulein der J.| ümiiiel (juet usgange' si". BW n^~ \^i<:\. (bertr. von einem Gerüchte: JEs grit es G's(ig. le iciie.'<ti (rschicht) i ris ron-em Z; von Krankheiten bei vielen Personen auftreten; von einem Geschleclite, sich verzweigen: .Eins guten und wyt us^ehenden Geschlechts.' Pl.itt. i 1612. f) sich ereignen. Statt finden, ergehen, j Dr ühöf [Kauf] ist iisgunge BNeuen. ,Was [immer] t usgan sollte, das* man hy den toren wäre.' Anf. XVI.. j Z Anz. g) ein Ende nehmen, aufgebraucht wer- j den Gr; G: Uw; W; Z. ,S("'' Freud (de'' Bruch: die \ Brütscheft, das Verhc'iltniss: 's Für; 's Liecht : der Ate"': 's Geld) ist (wider) üsg'gange". Ebensu v.hm Faden, in anderm S. als o. Die Manne' |ili.' An- tiquare von Zürich] säge'd, ine" heig [hahej grössi '/.d. wenn-me" no"'' e guets Teili vo" dene" Würtere' tvell i übercho', wil s' rso iwtnoh [nach und nach] usganged \ hi der junge' Welt. Senn 1864. Einen Acker ü. ht", liegen lassen, nicht nielir bepflanzen Obw; Z; vgl. Nülere; Nägehüenes. Dazu das Ptc. und dessen adj. Weiterbildung imßndig i. S. v. usendig (1 319) in der Verbindung de' ganz u. Tag. Sprenr. ,Wa dehein person Uganda guetere 7 jare, angende und usgende [von Anfang bis zu Ende], ruovvig besessen hat un- angefochten.' 1404, Ztschk. f. Schwz. K. .Seines an- und ausgehenden [zeitweiligen] Amtes.' 1-542, Absch. ! .Erlangtend usgönds bestands [Waffenstillstands] Ver- längerung.' Ansh. Jetzt iin,-li Iw.s. üblicli Vom Alihmfi- einer Zeitfrist: z' iis,in„.l. w M,,,,. W. i,,:. I\.,,n„l. Friieli'gs. Stutz. 'i\,i„,„I~ \ln,hrs r«. /•..,/.„„/> Joes B. ,Ze üssgandeni redemanode.- lodd, Z Staats- arch. ,Ze ussgenter pfingstwoche.' 1318, ebd. .Bis 1 zno ussgenter osterwuchen.' Scaw Eq. ,Zuo nssgendem i liornung.' HBi'll. 1572. Am Üblichsten usgänds als l'rapos. (allg.); vgl. o. Ingänd. U. das (dem, rom) Jar: O.Maie'; ü. Surner. ,Usgänds, si.d ünem.' Id. B. So schon früh: ,Järlich 4 gl. bis zuo üssgenz der be- zalig.' 1568, Gprd. Selten auch räumlich : Wu mer [wir] vsgänds 's Dorf chömwet Z. Das selbe Ptc. als Sub.st. aufgefasst: ,Bis zuo ussgand der 5 jaren.- 1510. Z Anz. h) ausweichen, sich einer Unannehmlich- keit, bes. einer Verpflichtung entziehen. Er ist- ein (oder es) üsg'gange, auch i. S. v. .er hat es ausge- läugnet Z. /"■'' &!" nie iisg'gangod e Word ran outvem B'scheck [Befehl].' Schott 1842. ,Und soll nieman gen dem andern dirre [dieser] buntniss ab- noch us- gan mit Worten noch mit werken.- 1.351. Absch. .Gien- gent die üweren des satzes [des Schiedsgerichtes und seines Entscheides] us. so söllent sie 40 gl. verfallen syn.' 1417, ebd. .Das' die von Swyz den eidgnossen der gemeinschaft nit üs.sgangen wärind.' Fkcnd 1447. .Dass sich y^mans die zehenden ze geben weder mit gott noch mit recht entsagen und iisgan möge.' 1525, Hotz. Urk. ,Sind also den iiüiitm und manungen us- gangen.' 1531. Strickl. i) le. r au>uehen. als Gegs. ZM .darin, dabei bleiben-. .Sollend die verwanten

von vattermag die von der niuolterniag. >o im erb üssg:ind. nach billigkeit mit einem Selgrebt [frei- willigen Vermächtniss] betrachten.- 1629, Schaub. I!(]. k) frei ausgehen, freigesprochen werden. ,Wer die buosso verlüret, von dem soll man si nemen, er mug sin denne mit sinem aide usgän [seine Schuld- losigkeit erhärten].' 1372, See Stdtb. ,So einer fänk- lich von eins friden [Friedensbruches] wggen ange- nommen würt, so er dann des fridbruchs ü.sgat. das' er ine nlit gebrochen hat.' Ar LB. 1409. Frei gegeben, vom Weid- und Trattrecht entledigt und zu Privat- eigentum gemacht werden: ,Dem N. ist ein hofstatt und ein garten ussgangen und von mynen herren er- loubt ein hus daruf zuo buwen.' 1504, Schw LB. .Die im oudi von myner herren befelhens wegen ussgangen und nssgezeichnet ist.' ebd. Vgl. üslän. - 1) ührr Einen äs gän s. I 552 o. 2. tr. a) bis ans Ende von Etwas gehen. D' Schriind, die Gletscherspalten umgehen BLaut.; vgl. 1 h. Mit dem Nbbegritf des Durchforschens. der Untersuchung: Mareie iroit gn inimlle" [auf die Wanderschaft gehen], wott alH Land ,n,s,,rhi,. irnll s„cheii ihren Sohn. ToBL., Volksl. .Dis -int die zil. als man der liürger allmende üs soll gan.- V.iüi), Sei.es.s. 1;G. .Man soll fünf erkiesen, die usgon sond steg und weg und sond auch markstein setzen.- XV., Ztschr. f. Schwz. R. .Steg und weg üsszegau nach der bessern kuntschaft.' Z.\ltst. 1429. ,Die so <ir'j: und weg geschworen hand üsszegand, dieselben ues.liworueii [sollen] unverzogenlich die .stosse | Lo- kalitaten, über welche Streit herrscht] besuchen. - Edlib. l>as Ende von Etwas erreichen, Etwas los werden: Er gat der Jamer nie üs, wird immer vom Unglück verfolgt Gl. b) ein durch Nässe zsgezogenes und kraus gewordenes Seil wieder strecken, indem man es um einen starken Stab schlingt und mit dir-,ni 2 od. 4 Mann stark die ganze Länge des Seiles hinaus

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marschiert Z. c) ausfindii; lua iniii [wollen] wol Ejijiis :' (rtrlm ,i ihr (iuts aus miteinander.-" i:ru->lor .[Den Mörder ihres Vaters] hatt.'nd di.- lun-rn X. ii... gangen.- 15.34, Salat. ,Botz bhioM : ,h.ri -.irlibh schon den einen; ich könnd in li\.r j -e.-rlii,ktev| nit u.' HRMax. 1548. ,Man verornet ainen buwmaister. ainen laira [Lehm] visszegon, uss dem man guot wer- schaft [solide Waare] machen möchte.' Vad. .Gang ein g'.steud und dick ort aus. darin du dich wol ver- bergen mögist.' Vogelb. 1557. .Locum oculis capere. ein ort ausserlesen oder aussgon. Explorare diem aliquani, einen tag au., erwellen und ansehen. Occa- sioncm captare. ein gelegne zeit au.' Fris.; Mal.; s. auch füren. ..^u., ersuochen, als so ein jägor das gwild aussgat. wo es sein läger habe, vestigare.' Mal. .Der hatt ussgangen, das' Zwingli an eim ort z' gast äs"; do wollt er uf in warten.' Platt. 157'2. ,Dic wil mier myn l. tochter gestorben was, [habe ich] gedacht, wo ich mynem sun ein frowen üssgienge.' ebd. .[Als Sennbueb] syge er etvvan geheissen worden, die rech ü. und stöuben.' 1578, Z Staatsarch. .So dem widf einer nachgienge und ihn üsgangen hette. 1 ooT. /, ismu. t Schwz. R. ,Ein prediger ist von etlii h.n .lu-i^auL^vn worden, die wollend losen [hören], was ,s tiu -[u hhl: abgeben wurde.' Schimi-pr. 1651. ..\ussgehen, auss- spehen ein gewild, ferani vestigare, insidiari fcrie. Ein ort au., locum capere. explorare. Etwas au., ge-

(ia. ,<je. gl

(1) .Inwill liiiitiT.s;i;lioii. .Die liölzor .-^oll der weibel ila.s ganze jar verhücten. und damit er der zeit des mittagessens halber nit könnte aussgaiigen werden, soll er diser zeit halben abwechslen und mithinzu [zuweilen] in der zeit, da andere zu mittag essend, in dem holz vorbleiben.' KiVl, Hotz, Urk.

ushinj'Mse^-gaCn): hinaus gehen. Vgl. i/.s-»/. 1. über die Schranken der Sitte und des Anstandes hinaus, Ex- tesse begehen (Dkr). 2. enden, schliessen. Wie iV Hundstag ie </mid, gönd s' me AAEhr. 3. ver- kauft werden. z.B. tcolfel «. g., bei einer Stei- gerung, ilaraus hervorgehen Ax; L. I" 3 Eüefen u. g., beim dritten Ausgebote an Mann gebracht werden.

furuse-: vor.stehen, hervorragen ScuSt.

ver-: 1. dem Weg (Dat. für Gen.?) i:, fehlgehen U.

2. zergehen, verschwinden, sich autiösen. allg. 's Chopßveh ist-mer vergange". V. tcie der Anke a" der Sunne (wie de'' Sehne im Merze"). Es ist sum V. [vor Hitze]. Fast c. vor CUh [Ärger]. D' Auge" rergond Ei"m, wenn man sie zu lange anstrengt Tu, d. i. sie versagen den Dienst, lis (de'' G'htst, 's Lache' usw.) rergät Eiiii cor-em selber, wenn . . . ,Vergangene Städt- ehen', verschwundene, untergegangene. FrXBronner. Das Ptc. sonst mit Bez. auf die Zeit als Adv. = letzt- hin, jüngst, allg.. und in diesem S. auch in verstüm- melter Form g'gange A.\V. Syn. renvichen. Vergangen ,-nial. Verstärkt nu" r. BO. Von Personen, dahin welken, sieh auflösen, sterhen: Ei'smals Jim' die Chind «'fall' Serbe" und sl" vergange" kie-n-es Liecht BE. (Schwizerd.). .Das hüs ist von alter vergangen und abgeschlissen.' 1555, Hotz, Urk. ,Als die Kirch von Alter und Buwlose halb anfieng zu v. und widerumb ernüwert worden.' RCys. .Wann der Ehelüten eins des Tods vergangen ist' 1617, Ztschr. f. Schwz. K. .Haben vor altem einen Burgstahl gehabt, welches aber vergangen.' HEEsiher 1692. .An der Pest ver- gienge dis Jahr in der Statt Bern ein Knah.' JJScheuohz. 1707/46. S. noch rerschinen; verstän. 3. vor sich gehen, sich ereignen, geschehen BO. ,Tm 1531. jar sind dise ding vergangen.' Schlacht b. Kappel. ,Die Schandtat, welche unter ihnen vergangen war.' FWvss 1072. 4. tr. a) .durch häufiges Spazierengehen ein leibliches Übel vertreiben.' Id. B. b) durch Gehen verbrauchen. ,Welliche kundschafter [Zeugen] ussert- halb gesSssen sind und dadurch ein ganzen tag v. und uss syn müessten.' 1557, Schaub. Rq.; und danach zu verstehen: ,Es wäre dann, dass er uss dem Dorf gan müesse; darnach er dann [Zeit] vergat, darnach soll man im Ionen.' G OBüren 1481. Da die Angelegenheit der G Gotteshausleute von den Sehutzorten neuerding.s vertagt werden will, bitten die Boten um endliche Erledigung, da ,si das ire[ihr Geld] fast vergangen haben [durch wiederholte Gesandtschaften].' 1529. Absch. 5. refl. a) fehl, irre gehen, im eig. und im moralischen S., im erstem Falle tw. mit ,sein' (nach Analogie der Conj. des syn. .vorirren'), allg. Mer |man] cha''"-si<^'^ rergo', i«* cha'"-mi''' überzelH ha' L (Schwizerd.). I''' hin-mi''' blas e chli" rergange und han-em es Möckeli Sah is Eajf'e tu" a"statt Zucker. DKyd. Von einer Ziege, welche den Sprung auf ein niederes Grasband wagt, aber nicht mehr hinaufkommt, wenn ihr der Mensch nicht zu Hülfe eilt Gl. ,Decli- nare se extra viam, sich v. und ab dem weg kommen.' Fris.: Mal. .Sy irrend wie einer, der sich in einem

grossen wald vergangen hat.' LLav. 1509. .Ob wir uns gleich vergiengen in das Tal des tödtlichen Schattens.- JJBrf.it. 1616. In der a. Kechtssprache: sich dem ge- nossenschaftlichen Verbände entfremden. .Wenn sich ir güeter hinus vergänd in kofswys und sie ein un- genosser koft hat, so mag ein innrer dem ussern den kof abziehen.' ZAlt. 1439. .Ob ir deheiner ein tochter hinüs beriete [verheiratete] zuo der e. oder wie sich ein frow hinüs vergienge zuo elichem leben und die ein'"" genossen [Gemeindebürger] nimmt.- ebd. b) ablaufen, verfliessen. .Verginge sich der selb frid.' 1394, Absch.. im Gegs. zu: ,die wil der f. wäret.' ebd. .Wenn es des gottshus«» güeter antrifft, so söllti ein landsrichtcr denn des gottshus richter den stab in .syn band geben, der söllti denn richten, unz dz sich die selben sachen umb gottshus güeter ver- gänd [abwickeln, abgeurteilt werden].' 1449, Schw Eq. .Wann sich dann die zil vergand und die gest [Frem- den] ihr [für eine Zeit lang kreditiertes] geld yn- züchen wollend.' Z Zollordn. 16.34/17.57. c) sich ergehen, spazieren .L; Zg" (St.»"). d) angehen, ,passieren'. .Sic satis, also gnuog, leidenlich gnuog, es vergat sich, zimlich wol.' Fris. e) geschehen, sich begeben, sich ereignen. ,Als ir vordem mit ein- andern in Zweiungen gewesen sind und sich darinnc mängerlei verlaufen und vergangen hat.' 1474. Absch. vor-, mit ,sein': 1. vorangehen, a) zunächst in eig. S.. einem Reconvalescenten (rücklings) voran- schreiten, indem man ihn bei den Händen liält. um ihm Sicherheit und Unterstützung bei seinen Geh- versuchen zu gewähren. Nur noch belegbar in der abgel. Bed. ,ein=" kranken pflegen.- Mal.; vgl. vor sin I 929, 5 Schluss. Jetzt, mit Dat. P. od. absol., 1) in dem engern S. .eine Wöchnerin und das Neugeborne verpflegen; dieses Geschäft als Beruf betreiben' '/,. Vgl. Vorgängerin. ,Der frowen halb, so den lüten v. und der kranken ze pflegen habend.- 1.525, Egli. Act. ,1 pfd 19 schul, wacherlon der Källerin und HHüglis frow; die sind vorgangen WKellers kinden und der alten Lemannin.- 1532, ebd. 2) Jmdn mit Sorgfalt pflegen, sich nach seinen Launen richten, ihm freund- lich tun BO. ,Curamgerere alicujus; officiis se com- mendarc apud alqm.' Id.B. 3) Jmdm od. einer Sache vorarbeiten Aa. b) mit Bez. auf die Zeit, vorgdnt (Gl) und adj. weitergebildet -gentig (GTa.). comparat. -gcenter (L), -g^nder (ScHyt ; Uw) und -geenderig {XJyt), nächst vorhergehend ; dazu als Adv. -gänds Ap. Mit-ere Welt ersetzt, so schön, a's die vorg^nder. Heng. 1836. ,In vergangnem jar.' Zwingli. ,Vorgents merzens' = im vorhergegangenen M. Vad. .Und war 2'/-i monat vorgents fast warm g'syn.' ebd. ,Das vorgendig jar.' UMey. 1540/73. ,Das 8. bad ist auch in vorgehender grosse', d. i. in derjenigen des 7. HPantal. 1578. .Was ist vorgangen der Zerstörung von Jerusalem?- JMüll. 1665. c) mit Bez. auf Reihenfolge, den Vorrang haben; bes. gebräuchlich in der Rechtsspr.. da Schuld- briefe einander nach dem Datum der Ausstellung vor-, bezw. nachgehen, d. h. besseres oder geringeres Anrecht auf das Unterpfand haben. .Die pünd be- rüerend den glouben nüt, der gloub gang vor und sye fryg.' 15'29, Absch., womit zu vergleichen: .Diewyl der gloub alle zytliche Verpflichtung fürtrifft.' .Die leienbrüeder, dero vorgender [Vorsteher] der mcister genennt worden.' Vad. 2. einem Dinge vorbeugen, sich davor hüten ZO. Me" cha" nüd Allem r. Vgl.

n,r II -^ II. /■'(/■ // :' iM. Hl. - :;. übrig l,leilM_.|i. vorsrhii'sscii: vi;l. mr 11 i. Viirgäut (Ar), mit adj. Kiidiiiij,'- -<i(indi<i (ISrHSt.), -{/('(iiti;/ (Ap; ti; Z), Übrig. viin-iiti;;-. entbelirliili. z.B. von dein, was von der Tafel wiediT abfretr;ii;en winl. Voir/äiiti War, Waare zur V'orfiigunt:. Vtirmiiiiuir ('li<immer, überflüssiger Kum- iiifi- .\i'. Viiinäiiti'n ScIiKi'h mache', auf Lager, ebd. .[Der Klo-steruiüHiMl si.ll mit vil vorgendem und altem >Iel sich rüsten, damit mau nit an der frönide müesse malen.- XVII., A.^Muri. Vonjeenäs, Überschuss. Ge- winnst Z; Anton. Hindergänds.

für-: 1. voran, voraus gehen, s. für II 2 (1958). .Soll der schulthess keinen [Gläubiger] lassen am ge- botti' [seinen Mitgläubigern] f. noch [ihn] ussrit-hten, denne den ersten am gebotte. so der sieche [sc. der l>tdjitor] abgestorben ist [ausser denjenigen Gläubiger, welcher sich nach dem Tode des Schuldners zuerst an- meldet].' 1406, Bs K(i. Auch bildl.. mit gutem Beispiel Gl. 2. hervor gehen. Spec, zum Kommunions- tische hingehen, an dem h. Nachtmalo Teil nehmen BsBirs.; S nJ. Wartet, i'"'' will -eck die Mki/i/c' rcr- trihe", 's got-mer to" eich 's neehst Mol Keine fir, hin er c ffherigi Buess g' macht het! Vor Gericht erscheinen: .Wer einem fürbutet under ougen und im der nit fürgät. so ist er verfallen 3 Schilling.' 1495, Aa Weist. .Als etlicli einandern am rechten lang umbher schlei- kend [ziehen], vil ufschlägen [Verschiebungen] nem- mend und einandren nüt fürgand, wellend U. G. H.: So eii\er dem andern fürkündt [usw.].' ZRegenst. 1603. 3. hervor ragen, s. für II 5. ,Auf den fürgänden zänen [der Elephanten].- Tierb. 1563. 4. v er- geh n, verfahren Scu. 5. vor sich gehen. ,Und wäre diser anschlag schon fürgangen, wenn 's N. und X.' nicht gewendt hätten.' Xxsh. .Des Herren rat- schlag der gat für.' 1531/60. Prov., dafür , bestehet.' 1707. .Allerlei Üppigkeit f. lassen.' B Mand. 1563. .Darinnen [in welchen Kriegen] unsäglicher Jammer ist fürgangen.' 1576, Mise. Tig. .Der bossen, so [in dem Bad] fürgangen.' Pantal. 1578. - 6. vorbei, vorüber, wieder weiter g., räumlich und zeitlich, s. für II o. ,Dass sy den fürgänden (-gonden) zuohin rüefe.' 1531/60, Prov. .Die fürgenden.- 1531/60, Psalm. ,Die hanen, ob sy schon von den grausamen tieren geförchtet werdend, förchtend sy dennocht die für- gönden menschen.' Vogelb. 1557. Spec. eine Zoll- grenze überschreiten als Durchgangsgut: ,Von einem Rinde, so es fürgeht. 2 Kr.- XIV., Bs. Daher .für- j gehender Zoll.- Ochs 2, 1, 412, oder .Pürgandzoll.' ebd. 5, 99 = Transitzoll, Ant. ,Pfundzoll'. ,Im F.- = en passant, bloss beiläufig. .Allein zuo zyten und als an einem f. (.obiter'), lass ich söliche kurzwyl nach.' ZwixciLi. ,Dann er nit zuo Genf dann allein fürgande gewesen.' 1530, Absch. , Welches ich in einem f. mel- den muess.' LLav. 1569/78. Trans., übergehen; über Etwas hinweggehen. ,Dass niemant fürgangen, über- sechen noch verschonet [werd].' Z Mand. 1519. ,I)ise ding alle mag das gemüet, so vor gewarnet [worden i ist], glych als Ulysses unverletzt f. {,prseterire') und ; überspringen.' Zwinuli 1526. ,Dass sy die pündt für- ! gangen syn und nit gehalten haben.- 1531, Absch. i .Die Matthäus fürgangen oder nur ein klein angerüert j hat.- 1560, Bib. ,Dass ir üch nit ferinnerend, sonder ! mit stillschwygen fürgand, dass solches ouch under üch beschicht- 1586. Absi».

(krepieren) Z.

hei"--: bildl.. .-sterben Aa; Gk. Syii. n-rn-lsni: abfaren udgl.; ühcrditrchhiti, ühcrene ga.

hi"- Aa; Z, dehi"- S: zu Grunde gehen, von Sachen und lebenden Wesen (sterben). Es ist cltalt zum H.

hinder-: 1. t r. a) von allen Seiten (indem man sich auch hinter den betr. Gegenstand stellt) unter- suchen. ,So man s' [ihre Worte] wol hindorgat, so sind sy nun blendstreich [nur Blendwerk].' Zwingli. 1527. b) betrügen, täuschen, allg. c) unpers.. ärgern, verdriessen GlK. Vgl. hindergänglich. - 2. neutr. a) hinter den Horizont hinunter steigen, untergehen. ,Die sonn wolt h." Bossh.-Goldscum. b) Hindergänds, Gegs. zu Vorgänds, also Rückschlag. Verlust, Einbusse bei einem Handel Z. H. an Öp- pisem ha".

Im zuletzt erwälmt<;u Falle lasst sich Analogiebilduug (nach Vary.) annehmeu; sonst aber ist die neutrale Ver- wendung des Yb. auffalleuil, da für das .\dv. nicht himla; sondern .hinderbiii', liiiuhrt. ?ilt: vjl. übrigens undtr aueb als Adv.

her-: 1. herbei kommen. ,H. g. lassen- = (zu Pferde) anstürmen. ,[Die Reisigen] lond mit ver- hängtem zouni und yngeleiten glenen gegen uns har- gon.' 1521, Strickl. Von der Sonne und dem Tages- lichte: aufstehen, anbrechen. .Fruo, erst der tag her gieng.' Z Chr. 1336/1446. 2. (wie nhd.) sich zutragen. Syn. mit zue-g. und mit diesem anipliti- cierend verbunden. Es wird icalicr zue- u. hergä Gr.

müessig-: 1. absol., sich des Arbeitens enthalten. Dazu das Ptc. als Adj. -gänd Z. .Mit was ranken gat der gmein müessiggend mann urab, dass er guot und gelt zuosammen lege?' LLav. 1569. 2. mit Obj.. sich eines Dinges enthalten, es meiden. Syn. m. stan. D' Wirtshuiser bin-i eisder viiessig g'gange U. Mit Bez. auf eine Person, sie ruhig lassen, sie nicht be- helligen Gr. Früher mit Gen.: , Am besten aber ist's, aller Fürsten und Herren m. ze gon. One die F. und wider die F. ist die Eidsgnossschaft ufgericht; one sy wird sy erhalten werden.- 1548, HBull.

nach-, noch-, nah-, nah-: 1. hinterher g.. folgen, später kommen, mit Bez. auf Zeit od. Rang. So in dei- Rechtsspr.: mit seinen Ansprüchen auf ein Unterpfand hinter anderen Gläubigern folgen B; vgl. mr-g. 3 c: Nachgang. Ptc. -gänd BO. ,Wo ein mann bi der vordren [ersten] frowen kind hat und darnach bi der nagenden ouch.' 1507. Ztschr. f. Schwz. R. .Tugend und laster und deren vorgönd und nachgöud [früheren und spä- teren] exempel in geschrift zuo verftvssen.' Ansh. .Das nachgent mag das vorgent nit abtuen.' 15'28, Absch. ,Der selb hat g'redt nachgende wort.' Rief 1550. .Posterus. nachgend. folgend.' Fris.; Mal. ,ln 10 den nächst nachgenden tagen.' 1575. Ztshr. f. Schwz. R. ,In nachgehenden zyten.' L Ansechenb. ^ im Verlaufe der Zeit. Im gleichen Sinn der Comp. B oO. IJ's nahg^nder Mal. Der N., der jüngere Sohn; .'Vnton. der Erder. D's n. Wib, die zweite Ehefrau. D's Göttis der N. sin, zu spät kommen BRi. ,Dic ersten [aus erster Ehe] und auch die nachgendren kind.-

Ga. ge. gi, g<\ g\i

A2

aufgestanden und hat regiert.- 1531, IV. Ksra. = ,nach- gcnde.' 1548; , nachgehende.' 1G67. .Posterius, das nachgender oder das letst.' Fkis. ,Zur Prüeh- ald nadigehnderen Predig.' Z Mand. 1686/50. Vollends zum Adj. umgestaltet -ijünduj. ,Umb Martini fleng man zuo Bas. seltsame frömbde vögel; verschwanden nochgendigen sommer.' Dieb.Etpf. ,I)as erstund [das] nadigändig Mandat.' HBdll. 1572. Als Adv. näch- (Gr. nah üw, noh Ap; L) -gätuls = nachher. ,Wie der Fisch anfangs das allerkleinste Tier seie uud n. zum allergrössten werden könne.' Schimppr. 1651. .Wir erfahren etwan erst n.. wie gut es Gott gemeint.' FWyss 1650. Das Adj. kann etwa auch mit dem Be- griffe .überlebend- zsfallen: .|Wenn von kinderlosen Kli,.-atteiil .^ins stirbt, da soll das lebende ir beider unni rilnii und nach syncm tode so soll das selbe uH"!. 1.1- sj /oiiial hatten, do das erre abgieng. nach des iiagcndcii tode fallen das halb teil des niannes lidmage und das ander h. t. des wybes 1.' 1418, Ztschr. f. Schwz. K. .Ist dass das wybe stirbet, wäre dass dieselb nachgende lebendig person zuo einer andern c griffe, wenn denn dieselbe nagende p. von tode ab- gat, so soll syn nachgende lebendig geniächid [Gemahl] den halben teil besitzen.' ebd. 2. mit Dat., hinter Jnidm od. Etwas her g.. ihm folgen, a) vom Winde, von liintcn kommen. .Gieng uns der wind nach und zerschluog die schiff alle von einandern.' HsSi-nüRPF 1497; vgl. ,Nachwind-. b) häufige Begegnung mit Jmdm suchen, mit dem Nebenbegriff des Bemühens lim seine Gunst, bes. mit Beziehung auf eine Frauens- |i'Ts"n. um sie werben Seu; Z. c) nachforschen. .|/."<i l.'iiN-liider] soUent n. denen müetren, so irc kiii.l \rikii|i|ib.-iit.' 1519, Egli, Act. ,Meister N. und Mstr N.' sollen n.. wer hier von Zürich Mstr Zwing- lin gegen unseren Eidsgenossen verseif [verläumdet] habe.' 15'23. Z Ratserk. .So man dem wahren verstand

Bildlich, von den Nachwehen eines Übels, eines Er- eignisses Aa; Ap; Bs; B; Sl'h ; U; W; Z. JSs fjod-m'r noli lany noh, dns'-i''' chrank y'sV' bin. T'.'.s riäij-ein mich, das' er cw chlT Of le [keine] Miiclrr iflm hiid : Syn. en Beste devon han. Zur Gewohnlioit werden Aa; ßs; B; S; U. Es (jtit-em siner Lebti;/ ii. Zu Herzen, nahe gehen, von Vorstellungen, die man nicht los wird Ap; B; Sch. .Tiedio esse.' Id. B. Syn. es tuet and: unecht «der lauft nachhin. Auch persönl. : si [eig. de r Alisilii.d von ihr] ist-em nach(j' f/ani/e Ap. e), eiiH'i- \ ■ir^izii.hiieten Linie entlang g.. einem Gebote iiiiclilelieii. .Wie das verlassen [hinterlassen] syg. dem gangend gestracks nach.- 1436. Geschp. Ges. ,Was grosser ungrechtikeit wäre das gsyn, wenn er synem schwuor wäre nachgangen [ihn erfüllt hätte].' LLav. 1.584. .Damit inen dester stattlicher glebt und nachgangen wurde." 1572, Schw Rq.

lu der hildl. Anwi-ndung '2 d schimmert viell. der Glaube IUI uiiieii d.ii MiiiM-lnii Ili^ mii mIm Lebensende verfolgende« Däinoii, ihi- in-riil'ilil 'ir~ Sr|] 1 1 tzrii jels. durch. . naclihiii iKicIii I iiiihi. niilni. iiä-ej- ga,{n): 1. neutr. al sich luichiiiathüii, sieli erliolen. gedeihen, fetter werden Ap; Gl; (i; Syn. zeirc'fi bimnien. Luei/et auh, wie iiiniijiet dei jnnij Wefiij [ein Rind] dermi", er ist der yrüeliii doch iifiiiiei' iiachcffi/niiiii'. (ii. ^'olksg. -

b) folgen, erfolgen: .Wann .sich ,1er bnioder noch einist striche [geisselte]. bis im das bluot nahin gienge.- LLav. 1569; dafür: .bis auf das Blut geissele.' 1670. ,Wie die zalungen so gar unlingsam [lässig] nacher giengend.' Vad., dafür an andrer Stelle: ,zaltend si so langsam u. schwarlich-. 2. m. Dat. a) = nuch-y. 2 li Ap; G; Z. b) eine Person bei ihrer Arbeit be- suchen, um sie zu beaufsichtigen ; einer Angelegenheit sich hingeben, sich die für das Gelingen notwendigen Schritte nicht verdriessen lassen Gl; Gr; Sch; Z; um Etwas n. g.. .sich darum bewerben und bemühen F. Auch mit Weglassung des Dat. : Er iiia;/ nümme noha (jan Gr. c) = nach-;/. 2 a 7,.

fürnachhin- an ein Ende kommen, in Erfüllung gehen B. Vil tusiif Pfund usstehe'di Zeise" heige" si u hellsehe" Niemere kene, bis es well fürnache ga [bis der Schuldner dem Konkurse nahe gekonmien sei].

GOTTH.

nider-: 1. untergehen, von Gestirnen. .Cadens sol. die nidergend sonn.' Fris.; Mal. "2. zu Bette g. B; L; Sch; S; Uw; W. 3Iit de« Hüenere n. ;/., bei Zeiten schlafen gehen. S. auch nider. ,In duoclit. es were zyt. nyder zuo gon.' Zielv 15'24. ,Sy bettend, so sy ulstniid "und liider gond.' HBull. 1-561. .Tlia- lamis sc r.uiiiH.ih T.'. M.li ins bett legen oder nidergon.- Fris. - :;. Suhrquiit . die Periode des abnehmen- den Mondes .S. Vgl. ab-, iif-, under-gänd. K^ gud kei Vf- und Nidergänt, es währt nicht zwei Mond- phasen lang. Heng. 18.36.

be-: 1. fr. a) für Jmdn sorgen, spez. iliii er- halten, ernähren. .Ich gewinne gar schiere [fast sc. so viel]. Das* ich begieng unser viere." Siuac iizahkl. ,Sy wöllind nit für mich'arli.-it hau und mich für ein junkherren b.', klagt ein l.andlarci uIhi- ilie veränderte Gesinnung der Bauern. X.M.\n. i">_'L'. Einen Todten: ihn zur Erde bestatten. .Der lierzog Hess usgon ein bot, dass man die toten vergraben sollt; [ze] Nawerren in [der] statt muosst man s' irlich b." 1513, Tobl., VL. 1,36. b) wie nhd., tun. vollführen, in gutem und schlimmem Sinn. .Wederer [welcher] teil den anlass begangen [den Anfang zum Streite gemacht] hat.' Schw Rq. .Die statt Loupem. daselbs vor jaren Erlach das best begieng." CTiJRSx 1489. .Einen tag b. mit guotem wein trinken, diem mero celebrare. Empsig b.. celebrare. (xrebnuss b. noch kriegischcin Sitten oder lirau.li.- :Mal. .Wer Uneinigkeit b. wurde.' BEngist.. Uad.irdn. i:.s-J. '2. refl. a) Etwas als sein Gewerlie treiben, sieh mit Etwas abgeben, seinen Lebensunterhalt damit verdienen ,B0." V>;1. 1 a. Er bigat-si''' mit Wurze'grabe". .Jeder mag diejenig zunit fürnemen [ergreifen], mit der er sich allerbest b. mag.' 1430. Z Stadtb. = .betragen.' ebd. .Arm lüt, die sich in disen bösen herten löufen iren arbeit nüt könnend oder mögend b." Edlib. .Alt vätter und müetter. die durch den tod ir sün sich alters halb nüt wol b. niogtend." ebd. .Mit fischen hab ich mich begangen". sagt SPetrus bei NMan. 1522. .Acht haben^ uf die miessiggänger. die sich des begond, und [dass sie] biderben lüten ire kind ufwiglend.' Ansh. .Gott heisst. sich mit werken [arbeiten] bgan, als unser vordren auch band gtan." Bauenfart 1526. .Die alten mönch habend irs dings'nützit um gelt geben noch sich ir geistlichkeit begangen [einen Erwerb daraus gemacht].- Vau. .Facile quierere victuin. sich leichtlich b. und

(in. ,!,'o

itzt

A\ü' dem stiml begat. sein narung gcwünnt/ spedire, sein narung mit dem it schiessen b.' Fris. ; Mal.

oiiieeien. 8ellul;uiiis iler zuü seinem werk Fkis. ,Alimenta arcu bogen suochen, sich .Andere aber begand sich dos Fischcns.' RC'ys. b) mit Jmdm, ihn oft besuchen, mit ihm umgehen, sich mit ihm vertragen. /■'' hm ijanz hiyange [ver- traut] init-em. Schi sind mächtig hcijangni, in sehr gutem Einvernehmen Gk. Ebda hegange' in verall- gemeinertem S. = zufrieden, vergnügt. ,Sie begehen sich wol mit einandern, conveniunt inter se. coiivenit inter illos.' Dex/.l. ItiTT; 1710. - c) an Etwas, sich erinnern W.

vorb'i-: 1. neutr, a) wie nhd. - b) sich ereignen W. ,Und nichts ungrades vorbei gehe.- XVIIl., G Hdschr. 2. trans. Etw. übergehen, daran vorbei g. .Befehle dem Würgengel, dass er das Haus meiner Seele fürbeigehe.' AKlingl. 1691.

z'rugg-: zurückgehen; spec, vom geschlossenen Handel zurück treten, .reukäulig- werden Z. Mit Dat. (statt älterem Gen.): nlne" Wiirte" .:. g., sein Ver- sprechen nicht halten Z.

o b - s i ' '■ - : aufwärts g.. steigen. Da gal 's streng o. L>azu das Ptc. ubsigänd Bs; BO. ('-l.endj; Gk (e); iKi. r.ej; Th; Z tw., -gänt Aa; Gl (ij; Tu; Z (tw. j); im ij-e' f3Iä"J oder als iSubst. (meist ii. und auch mit verknöcherter Flexion das O-gänts Üva) = aufsteigend d. i. diejenige Periode des Mondes, da dieser nördlich sich am Meisten vom Hinnnelsäquator entfernt hat, in seiner nördlichen Wende oder am Höchsten über uusenn mittäglichen Horizonte steht, was im Kalender durch das Zeichen Q angegeben wird; s. Moos 177-1, 227; Scuweizerb.-Kal. 1832 Mai; HSchinz 1842, 26 (wo aber die ,Erilferne' mit der ,nördl. Wende' zsge- worfen ist); u. vgl. ufgänd. Vielfach (wohl erst in neuerer Zeit) niissverstanden und mit der Phase des wachsenden Mondes identificiert. Volksglauben. Bohnen setzt man gern im 0. oder bindet sie wenigstens dann, weil sie dann eher aufranken, allg. Eeben soll man im 0. schneiden, damit sie eher wachsen ZAndelf. Wenn man dagegen die Butter im 0. siedet, so läuft sie leicht ins Feuer über Gu. S. auch niäsich-g.

für-si"''-: vorwärts g., ,progredi.' Id. B.; auch bildl.. vor sich gehen. Statt finden, von Statten gehen, gelingen B; Sch; Zg; Z. ,Der tore sol' f. s. g. [weiter gehen, sich trollen].- Boner. ,Und sollend die Erbe allweg f. s. gan [immer an Nachkommen, nicht an Vor- fahren fallen].' 1387, Gl Landsatz. ,Wilt du nit hin und für dich [deines Weges] gon,- Kuef 1550. ,Meinst du, dass Gott unser ratschleg lass für sich gonV" ebd. .Allen rauotwill für sich gat.' ebd. ,So man erkennt liat, dass es ein redliche sach ist, so geht die manung |an die Bundesgenossen um Hülfe] f. s.' Jos.Siml. 1.577; 1722, d. h. man lässt ihr den Lauf. ,Der alt Krebs wollt den jungen lehren f. s. gehen.' Schimpfk. 1651.

hinder-si"''-: rückwärts g. (allg.). ,Man muss etwa wie der Seiler für sich sehen und hinter sich gehen.' Sprww. 1824. Mit Bez. auf die Ökonomie: Wenn d' eisig meinst, 's sett für-si gö, s<- göt 's nw himlersi. Stutz. .Hintertsi gä, in pejus ruere.' Id. B. Us geit mir Alls des hindertsi. Schalmei 1882. .Morbus consistit, die krankheit gat weder für sich noch h.- Fris. Mit Gen. S. = davon zurückkoninieii. wiiler-

ruten. nicht dazu stehen. ,Uu darNt. kein kundschaft [Zeugen] darum z'bstelleu; wir sind nitsömlich heillos gsellen, dass wir syn wöUind h. g.' HsRMan. 1548. ,Dass ich des sollt h. g., das ich gredt han.' ebd. ,Non demutabo, ich wird nit anders reden, ich wird sy" nit h. gon [nicht davon abgehen].' ebd.; Syn. mlne" Worte s'riigg g. Mit Bez. auf die Zahl = rückwärts ge- rechnet werden. ,Do etwan in vichsterbenden grosse spän erwachsen, besonder von wegen des hindersich- gäns, do bisher das rindvech 6 und das rossvech 3- monat hindersich gangen [d. i. betr. die vom Verkäufer zu leistende Bürgschaft für die Gesundheit des Viehes beim Verkauf].' 1597, Ztsohr. f. Schwz. Pi. Volks- glaube. ,Man führt (fährt, trägt) dem Teufel Holz und Wasser in die Hölle (i» d' Chuchi. Sulger), wenn man rückwärts geht.' Rotenbach. .Ein Kind soll nicht rückwärts gehen.' ebd. Wenn-me" h. göt, se laiift-me" i" d' Hell ahe ZO. ,Wenn man Käse in einem Ge- mach aufbewahren will, so muss man mit dem ersten rücklings hinein gehen, so bleiben alle vor den Mäusen gesichert' Rotenbach.

nebe"d-si"''-: auf die Seite g. Bs; L; Sch; Zg. Euphera.: gehen um die Notdurft zu verrichten L.

nid-si'-''-, mit dem Ptc. resp. Adj., Subst. -gänd erklären sich aus dem Anton, obsich-. Geld 's nid- schifchj, bzw. obschi? Grussformel bei Begegnung im Freien Gr (Tsch.). .Zur Hölle zu kommen ist leicht, da gehet es niedsich; aber in Hinnnel schwer, da gehet es Berg an und obsich.' JJUlh. 1783. Darauf bezieht sich unter Anlehnung an den Namen einer Mondphase die scherzhafte RA. im Nidsigänt sterbe', in die Hölle statt in den Himmel konmien (Sprww. 1869). Sonst vgl. betr. die Mondphase, welche im Kalender mit ^ bezeichnet wird, was bei obsichgänd gesagt ist. Die Verwirrung und Vermengung schon bei Fris., welcher jNidsichgender mon' das eine Mal richtig mit ,decli- natio lun«', das andre mit ,luna decresceiis, schweinen- der mon, das wedel', erklärt. Nüd cergehen isch 's Nidsik^nt! oder du bist, mein-i''', im N. uf d' Welt eho, oder bi dir isch 's Mit N. sagt man scherzend zu Jmdm, der zu Boden fällt oder Etwas fallen lässt. Vexierspiel: man inaclit si,li anlhischig, bei 14 Tagen auf oder ab die Zeit in .•nat.n, da Einer sterben müsse; die Losuiiu- luntrt : Ki"tin:<l<r im N. od. im 0. Z. Volksglauben: Diejenigen l'Haiizen, welche (wie z. B. die Zwiebel. Hübe) sich nach unten entwickeln, oder (wie der Salat, die Kriechbohne) niedrig bleiben, keine Stengel treiben sollen, müssen im N. gesäet werden. Obsi'''gänt und Xidsi'''g('iHt Es gut nid Alls, wie d' Wdier ivend [wollen], sagt dagegen der verständige Gärtner, welcher sich nicht von den Ka- lenderzeichen bestimmen lässt (Tu Ztg). Das ist auch die günstige Zeit, um Wein abzuziehen, zu purgieren, zur Ader zu lassen, zu schröpfen, zu Schwitzkuren (damit die Rheumatismen sich nicht in den Kopf werfen), Öfen zu bauen (damit die Wände keine Risse bekommen Gk). Wenn dagegen ein Schornstein im N. gefegt wird, so will nachher der Rauch nicht mehr steigen. HScuixz 1842. Wenn die Pocken im 0. ab- tallen, so gibt's Flecken im Gesicht, wenn im N., keine ZWl. Eine Steigerung des Begriffes und der Wirksamkeit findet das Volk im Krebs-N., d. i. wenn die südliche Wende des Mondes in die Zeit des Stern- hildrs dos Kr. fällt (iit. lUldl.. vom l.'uckgangc der

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Ca, ge, gi, go. gu

persöii liehen oder ökonuiiiisclieii Klüfte: ,Xidsiij (ja, ad ruiiiam vergeie.' Id. B.

zesammen (^«ÖJ)ie;-ga(ii) : einander besuchen, allg. .Ssepius se convenire.' Id. B. Daher 1) be- freundet sein Z. 2) Braut und Bräutigam sein Z. Übertr., einschrumpfen, abmagern Ar; Gr; SciiSt.

dar-: zur Sitzung gehen, Sitzung halten. ,Und soll der rat, der zem zwölften tage dargat [mit dem 12. Tage des neuen Jahres beginnt], funfe nemen von dem antwerke.' Z Kichtebr. 1304.

durch ('dio--, dürj-: 1. hindurch g. a) räumlich und zwar zunächst im eig. S., dur'^gänd, von Weide- vieh, das die Sucht hat, die Umzäunung zu durch- brechen (welche in der ApI. Ordn. 1700 als sog. Währ- schaftsmangel taxiert wird) Scbw. Übertr. auf leblose Gegenstände: En durgccnte Gerter, Holzanteil, iler sich durch alle Holzsorten des Genossenschaftswaldcs erstreckt ZZoll. En duryände {-gäntige TuTäg.) Gang, ein das ganze Haus durchschneidender, von Haustürc zu Haustüre laufender Bs; B; Z; en d-e Stal, ein der vollen Breite des Wohnhauses entsprechender Stall Aa. Auch ein solches Gebäude selbst heisst, mit Ver- tauschung des Subjektverhältnisses, durgänd {-gönf ZSteinm.) Aa; B; L; Z, was bes. bei Doppelhäusern mit durchbrochener Scheidewand vorkommt. Zimmer sind d-d 1) wenn man unmittelbar aus dem einen in das andre gelangen kann aaOO. 2) wenn Luftzug in denselben herrscht Aa. Unpers., es iscJi d-t i" dem Hüs L. E durgändi Meini'g, eine einstimmige Gu. Mit letzterer Bed. als Adv. dtirgändig Bs, -gäntig Tu, -yänts B; L; ScH; Uw = durchweg. 7" 's Durgtente trinke", auf gemeinsame Kosten S. D'r Ätti het s'letst no'''-n-e Mass i" 's Diiiyäiifr h ufstelle. BAVvss 1863. , Abt Heinrich unttriiaiii sirh mit den vonAi' ein luteres nnd durgents zuu inadirii [riiion klaren und alle Ver- hältnisse umfassenden ileclitszustand zu schatten].' Vad. ,2 durchgende küssi.' 1557, in einem Z Invent. neben ,4 huuptküssi' aufgezählt, muss das die ganze Breite des Bettes einnehmende Kissen (jetzt Pftdwen) bedeuten, auf welchem je 2 Kopfkissen (oreillers) liegen. .Durchgehend Küssziechen von Kölsch.' 1659. SrinvE. Khisterarch. ,Kein ander eingweid dann einen laiii;iii. Weiten, stracksdurchgendendarm.' Vogelb. 1557. .tir.inuria ai|iiilonibus inspirentur, damit der beisswind dnn-li niii.ne wäyen und die kornschüttinen durchgenden luft habind.' Fris. ,Man kann nit wol ein durch- gends [durchschnittliches Verfahren] machen, diewyl die personen unglych sind.' Z Mand. 1598. ,Der weibel halt ein ganze durchgeende umfrag.' G Mand. 1600. ,Ein durchgehnde unverenderliche regel.' FWvss 1650. ,Ein Haus durchgehnd von Winden, perflabilis undique ventis.' JLCvs. 1661. ,Von anderen durchgehenden Sünden.' JJMüll. 1673. ,Es ist gemein, durchgehnd, ita est pervulgatura, ut in proverbium abierit.' Hosp. 1683. ,Der Zwang durchgehnd es Allen auf ein Ducaten g'stellt [hat].' ToGGENB. Biderm. 1710. b) zeitlich. Es durgänds ha U, Dürgendi (eig. d-i Nacht) mache' GrD., die ganze Nacht aufbleiben, namentlich sie mit Kilten od. Zechen durchscb wärmen; vgl. dur"'' machen; Durclispinnnacht. Vom Monde: Durgänd m., Voll- mond, da der Mond die ganze Nacht hindurch leuchtet Uw; Üyn. Bur'''schin. Das Ptc. als Präp. : ,Von mol- ehen, fleisch, obs hat man [in StGallen] alle notturft und durchgents jars [das ganze Jahr hindurch].' Vap.

2. zu Grunde g., entsprechend lat. ,perire'. ,Z\vo gar schöne Tatzen, die noch vorhanden, die ander aber durchgangen.' 1588, SchwE. Klosterarch. Das Vb. auch trans.: ,Dise erbsünd ist das ganz mensch- lich gschlecht durchgangen und hat "s vergiftet.' 1536, Absch.

durchbin fdure-, dürej-: 1. hinübergehen, allg. Spec. als techn. Ausdruck v. Weidevieh = durch-g. 1 a und übertr. auf ehebrecherische Personen Ap; vgl. .durchgehen' = durchbrennen, ausreissen. '2. ohne Strafe, Rüge bleiben. Es gat-em dure. Etwas d. g. lä', ungestraft lassen Bs; Z. ,Die, welchen etwan all ihre böse stuck durchhingehen, darum dass der richter nicht richten will, wo er soll.' JJMüll. 1666. 3. z u Grunde, in den Zustand der Verderbniss überg., von Sachen (z.B. Pflanzen, Werkzeugen) u. Tieren Ap; Gl; S; Uw; Z. ,Do wurdend [1444 zu Greifensee] 72 mann enthouptet; welcher [deren] houptmann euch durchin gieng.' Vad. ,Er seie zu Rodis gestorben oder in einem schiifstrcit wider die Türken hindurchgangen.' JohLJud 1574. obe"-dure-: grosstun, auf grossem Fusse leben; unde d. g., das Gegenteil GStdt. d'ra"-dure-: unpers., es ist-em (hart) dra dure g'gange, er schwebte in der grössten Gefahr Z.

wider-: 1. entgegen treten, zuwider handeln. ,Syd das* vil widergangen würt iren bösen meinungen.' ZwiNGLL Widerg^nd, widerhaarig Gl. 2. das Ptc. elliptisch und selber zum Subst. gestempelt Wider- gände Gr; G, -gändi GrD., -gänte Ap (m.); GW.; Tu 1) Spannung, Muskelkrampf in den Gliedern nach starker Anstrengung, z.B. in den Beinen nach dem Laufen Ap; Th. 2) Anschwellung der Lymphdrüsen in der Hals- und Nackengegend, Achselgrube, Leiste Gr; GO., Rh. Geschwulst der Knöchel Gr; Wider- gäntli, Drüsen am Unterkiefer GnMai. ,Ein grosse Schwinten [s. d. W.] oder Widergänteren under der üochs.' Mal. Biogr.

Das Siibst. wird fast von alleu Seiten als f. angegeben, alleiu es scheint vorzugsweise im PI. angewendet zu werden, so dass wir viell. doch einen mann), od. sächl. Sg. nach Art anderer Namen von Übeln annehmen dürfen. Ob nnd in wie weit die Bedentungsangaben .wiederkehrende Knollen unter der Hanf GrD., ,dnrch Druck bewegliche Drüsen' GrMai. ; GSa., .kommende und wieder vergehende Anschwellungen der Haut' G unter etymologisierendem Einflüsse entstanden seien, wissen wir nicht; in der erstem Bed. liegt der Begriff von Gegen- geschwulst (,gegen' = .wider').

wild-: an rauhen, schwindlichten Ortern, steilen und unwegsamen Abhängen gehen. F'' cha"" nid (juct w. BHk. Vgl. Wildi; Wildheit.

win-: der entsprechende subst. Inf. zu dem Aus- drucke ,zum W. gan' = das Wirtshaus besuchen. .Dass an Samstagen das W. und alle Zecheten abgestrickt syn.' Z Mand. 1650.

zue-: 1. von Personen, a) Jmdn im Vorübergehn besuchen, bei ihm vorsprechen, einkehren Aa. b) zum Tische des Herrn g., zugelassen werden, (zum ersten Male) am h. Nachtmale Teil nehmen Gl; L; ScH; St'HW; S; Zg. Wenn i''' de" zueg' gange hi", sobald ich das kommunionsfähige Alter erreicht habe. Vgl. Zuegang; zuelän, -fiteren. ,Es soll auch kein leyisch mensch zuo dem hochwürdigen sacramcnt des altars on vorgehende bicht und absolution nach form der kirchen nit zuogon.' 15'25, Segess. RG. c) mit Dat. P.: ,.\ls [ebenso] behend gon als er, lequare

ia. j;aii. ge. gl. gl- gn

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gradus alicujus. Eiiieiii. iler ein«" füeit. zuogoii, tluceiii vadeiiteni icquare/ Mal. Sjn. .:iiekonimen. 2. von Sachen, a) sich schliessen, z.B. von einer Türe, einem Deckel, einer Wunde, allg. - b) zusammen jia.ssen (wie Deckel und Öffnung), l)ildl. .Dass die von Z den Eidgnossen tuon, was sy inen ze tuonde ]iHiihtig wcrdent. also dass die Eidgnossen inen des gt'lychcn ouch tüegent und ein recht mit dem andern zuegange und beschlossen werde.' 1444, Absch. c) sich schliessen, mit einer Eisdecke, zufrieren SriiSt.; Z. Vgl. zue. d) in den Boden eindringen, von Dünger GuD.ßyn. mgün. e) von Gestirnen, untergehen ürV. Übertr. vom Schliessen der Blumen; Anton, üf-g. f) zukommen, an Einen gelangen. .Ob sy [die Zürcher] us der herrschaft Österrych koufes [Lebensmittel usw.] bedürftend. soliche köuf soll man inen unverdinget lassen z.' 1442, Absch. g) wie nhd.. vor sich gehen, geschehen. In I'ji"m s. = ,eädem Opera fieri.' (Id. B.). allg. ,[Z u. Österreich verbünden sich] mit allen notturftigen artiklen. wie das am glychosten z. mag allen [beiden] partyen.' 1442, Absch., in welch letzterer Stelle aber auch die Bed. .zusagen, ingän' oder die Bed. von a liegen könnte.

zuehin (ziieche)-: hinzugehen. 1. von Personen. a) im eig. S., auf ein ausgesprochenes specielles Ziel hin. .Die priester söUind an das ort gan, da sich der geist erzeigt, und 7 psalmen beten im zuohingon.' LLav. 1.5C9 = ,unterwegs.' 1670. b) auf ein bloss hinzuzudenkendes Ziel hin, in stehenden Aus- drücken, a) = ztie-g. 1 a B; Uw. ß) = ziie-g. 1 h Uw ; vgl. Zucchega-Gof. y) zur Richtstätte, zum Märtyrer- tode. ,AVie er nun sach, dass er z. sollt, leid er's ge- dultig.' 1.5.31/07, II. Macc. 2. von Sachen, a) ein- dringen, zu Herzen gehen, Eindruck machen, bildl. Wenn Öppia t" der Zitig uteit, das öppen e chlei" zueche geh, wil Salz drin üt « Chiimmi. HNvoecger 1878. Vgl. eue-g. :> d: Syn. wurmen. b) = ztie-y. a e BHa.

zcr-: brechen, zu tirunde gehen BÜ.; GnRh.; W. Sonst nur in der Schriftspr. a) zunächst im eig. S., aus einander g., sich zerstreuen. .Sie liessend die iren schandlich z.' 1408, Tobl., Volksl. .Si hieltend ein landsgmeind . . . Wie nun die gmeind zergangen was . . .' Vad. ,Die zergangen [flüssig gewordene, ge- liVste] materi werde durch ein tuch geseiget.- JRLan- iiEXB. 1008. ,Wann das Gericht zergat.' Wurstisen 1779. b) in dem abstr. S. v. rer-g. 3, zu Ende, zu Grunde, auch bloss vorüber g., verlaufen, aufhören. ,So der krüzcgange [die Bittfahrt] zergienge.' Bs XIV. .Won [da] aller zerganklichen dingen vergessen wirt unil der louf dirr [dieser] weit zergat, so geben wir ein gezügsami mit schrift.' 1408, Absch., übliche Formel. .Huob der von Gryers ein stürm an; zergieng on merklichen schaden.' Ansh. .Dadurch gedachter wald fast z. will und übel verwüest't wirt.' 1525, Absch. ,Es brann in 's N.'s schür und zergieng wol, Gott syg globt!' 1527. HsStockar. ,Sy »""sorgtend. diss Gschlecht wurd nit z.' RCvs. .Das Schloss zergienge endlich durch Baufälligkeit.' Mem. Tig. 1742.

Vgl. zergangen. Man kann im einzelnen Falle im Zweifel sfin, ob ,z.' im eig. od. in abgeleitetem S. zu verstehen sei; z.B.: ,So die hochz.vt zergat.' l.'>4:3. ZMnr. Offn. = sobald die Gäste aus einander gehen, od. sobald das Fest beendigt ist.

Hei"-rrf(-r)- m.: Kehraus, nach welchem man .heim gelif Seil«.

ga -" s. yan, gen. gä-en s. güchen.

gii s. gOfnJ: gäch; gdchen; gehen. gä, gc .s. geben; geh; gelt. gä(e)n gäen s. gficlien.

(mit einem eigentümlichen, hinten im Gaumen gebildeten, schmatzenden Tone): T,ockruf für Ziegen BRi.

gäi s. giicli : geben.

(Jan, ^.GaW m.: Mundvoll W. I hn" niinimu [nur] an Gate bercho' [bekommen]. Da.'< git Jediredrtnn nur an G. Vgl. Mump fei.

Das W., der 8. Spr. nnbekannt, gehört ohne Zw. zu gmcen, d«n Mund aufsperren, zu welchem es in richtigem Ablautsverhftitnisse steht.

Gauel m.: Mensch, der die Zeit mit unnützen Dingen zubringt BBe.

Setzen wir ein neues Vb. (gauen), schwacher Flexion, als Abi. von obigem Gau resp. vom Prät.-Steimni von güwen voraus, so ist Gmid (eig. der Gaifer) eine den Subst. .luf -er parallele Bildnng daraus, mit schärferer Betonung der Verächtlichkeit als dies in der Bildung mit -■)• liegt. Vgl. Güircf : doch s. auch Gol; gauJig.

Gaue", auch i- Gr, kauwe BSi. -- f.: 1. Schweif. Schwanz des Rindviehs BSa.; ,.F.- Syn. Stil. - 2. nasser Saum des weiblichen Kleides Git. Syn. Flingge"; Begeh. E G. rcrfiiere". mit einem Solclicn umhergehen.

Aus lat. «i«do, mit au^i;r^fn^s,■Il.■lll ./■ »i. |ii -i " fi /. ijueue. Die Beibehaltuiisr ih- "" in nii~.iii i i : , 1' : n. ans denen das W. in ilic ilnit^rlini -r^h ■,!,_. n n i ,,.-,.

entspricht der Regel, diiss lat. ,(« iiu l'r.nni, mr! L'.il n.

bleibt; daher neben frz. queue in den (pruvenz.j l'atiiis d<T Westschweiz cau(v)a (cm, eava). Dagegen fallt im Rätorom. allerdings rf sonst nicht aus oder ab.

Tschigg-: Name einiger einander ähnelnder Doldengewächse, nämlich gemeiner Kerbel, Anthriscus sylv., und Biberneil, Pimpinella magna und saxifraga Gr (B.).

Umdeutung aus rätorom. tKchikan, tessin. nlrulnria. welche It Durh. für anthriscus gebraucht werden und auf lat. clcuta, Schierling (ebenf. ein Doldengew.^ehs) zurückgehen. An Gavr i. S. V. Wedel aber konnte bei Dolden schon ged.acht werden.

Gän n.: Gebiet. 1. ein bestimmtes politisch-geo- graphisches. S. die folgenden Zssen. Auch den Eigenn. ,G.' schlechtweg tragen einige Gebiete im Gegs. zu anderen, in ungleicher Zeit erworbenen Teilen des selben Kantons; so ein Teil von S; so das Flachland von L. Uf d' G. Schw; Th; Zu, ,Peter von Ar- berg uss dem Göw [Aargau].' 1.584, Cvs. Vgl. .3 a. 2. Land im Gegs. zu Stadt oder Flachland im Gegs. zu Gebirge. ,Auf dem G. wohnen, rusticari.' Si'LGER. ,Über Gau gehen.' Schulze. ,Die Engel uf dem Göw bei Betlehem.' Zwingli, ,Rus: ufs land oder gäw.' Dasvp. 1537, ,Vil lieber blyb ich hindern müren, dann in den dörfern uf dem göw.' Ri'ef 1550. ,So man sich in den stetten stattlicher, bas erneren kann, dann wo man rauoss im göw hüshan.' ebd. 1538. ,Damit wir nit im göu schlechtlich iissend, übel loben.' ebd. ,Rus: feld, ackerland. göw.' Dexzl. 1G77; 1716. „Ins G. gehen, von Fleischern, die auf dem Lande Vieh einkaufen" Bs; ebso ufs G. B; in dieser Ver- bindung auch fem. ,Ich gieng auf die Geu für Kälber und Heu.' Schw Fasn. 1860, ,Auf dem Gau', auf der Rundreise. LMeister. .Als er zuo Gäw gehen und Vych einkaufen wollen.' RGwerb 1046. ,Dic Metzger- moister, so auf Gäu gehen, sollen einen Hund zu

ha. sau, ije. Kl. S'^- fJ"

halten befügt sein.- Z Mand. 1774. ,Wie oft wird Gäu- gelien auf den Sonntag ver.spart.' ATi^LiNfiL. 1702. In letzterer Stelle und überh. viell. bereits in allg. (abstr.) S.: in der Umgegend Etw. in das Geschäft Einschla- gendes suchen Th; ZLunn.; daher auch: auf eine Frau ausgehen ZTurb.. den Mädchen naehstreichen ZO. {Üyn. s' Kih, z' Liecht, z' Dorf gm); ferner .Etwas »/■ (?er (?. [auswärts, ausgeliehen] haben' .\AZein., mit dem Nbbegriff .lange auf die RUckerstattnn2: warten müssen, es auf.« Spiel gesetzt halieir. Du imii'xt dem Nöchber nit g' vil läie [leiben]: ihi hiilli^t huld dl" ganze Hüsrot uf der (t. :'.. in si.li abgegrenzte Gegend überh. £.v gnelsd.. f'm tVm-btbares Stück Land Ap. 4. bildl. .nli ich mirli schon vergienge in das gniiw des tlMltlidicn sdiattciis.- i:.?.l. I'sai.m.

I!c., ;,l,cr ,l;i. einem l.cli, Ici (Ic^cvIh. zn seiner

IlctivilMin- i.^iti-c Uli. I m -cui,, cm Sinne icdilnnissig cicvnc (.cl.ici, riicrgchcinl in den llcyiiir von: gün- stige (Iclc-cnheit (zu Einkauf und'" Absatz) und: re,litiii;i^si-e, Kigentum. Daher die EAA.: Hie'' ist „iid S C.in, jnielit der rechte Ort] defür Gl. im (t. ha", eine vorteilhafte Stellung haben. Ei"m i 's recht G. chn', zur rechten Zeit, gelegen; auch iron.: eben recht kommen, z. B. um gefangen oder gestraft zu werden Z; in den Bereich der Bache. Si-rww. 1824. Eim i 's G. chn" {farc Bs Spreng), Einem hindernd in den Weg treten, in sein Eechtsgebiet übergreifen Bs; Gl; ÜWa.; S; Z. Ch„mw-wrr^„iid i S fi" d') G. Syn. gany-mer «/< iln- C^i^s! ('liKiinii-iiirr mul -.'nach [nahe] uf d' Hrdic". i 's C'hoi. Xauientlicli von er- wachsenen Burschen in der Werbung um Mädchen. Uf 's Gr. gä", auf Abenteuer aus ZO.

Mhil. tjüiiiii-): alul. iimcl, geici, yowi. Gegend, Landscli.aft. Der Wechsel des Geiuis beruht ohne Zweifel auf der Um- ileutung auf ein aus dem zu <I<ni vermuteten Vb. giiwoi ge- bildetes (wenn auch sonst nicht nachweisliches) Snbst. fem. i. S. T. Ausschau, Suche, Begehren, Erwartung, oder das Fem. ist dem idudich klingenden «/ d' Gschäu gnn abgeborgt. Uass in der Anwendung der RA. auf die Metzger gerade die altern Belege den Art. nicht haben, ist bemerkenswert inid kann zur Erklärung der Unideutung auf ein Fem. bei- tragen, weil «/ Gtiu auch aus «/ d' G. entstehen konnte (in diesem Falle uf l-äv gesprochen), findet aber Parallelen wie: iilier Land f/Sii, z Ädier fiimi udgl. Die bildliche An- wendung entwickelt sich entw. aus dem Begriffe von .Gebiet (Domäne)' oder entsprang aus dem konkreten Falle der das Land absuchenden Fleischer.

All-Gau: t. die Gegend im Südw. v. Baiern gegen den üedcnscc liin. .Wer ein eigenes Hernerwägelein nnd guten Aluiuicr (lanl dazu liat.' AUkxm.. 1«17. - 2. All- Gebiet in den llHk. Alpen, aus .Alpagawi.' IX. (Dim.) ÄUgäuli n.: Name einer der 6 Alpen des Ällgäu, hart am Fusse des Hohgant. der Ort, wo nach der Sage vor Zeiten eine Stadt gestanden haben soll. Alggau und Alggi, Hochalpen in Uw.

Betr. den Umlaut s. Ai-Guu: betr. die Verstümmelung des 2. Teils s. Kleilgüu.

Eis-: das Oberamt Paj\s d'Ajoie (Pruntrut). bis Ende XVIII. so genannt von der ,Alsa', einem Zufluss des Doubs. -- Insel- .s. Insle I 346.

Ar-, Är-gäu Aa; B, spottend Jir(/t. Unter diesem Namen wird im BO. das BM., in Bern selbst und in der übrigen Schweiz dagegen zunächst der heutige Ktn Aa, und weiter auch noch das sog. Oberaargäu (das BAargelände von Wangen bis hinauf gen Her- zogenbuchsee) verstanden. In einer Urk. v. 76.3 sind

auch Spiez und Seherzligen (smnit auch Tliunt zum A. gezählt.

Schon iu den älteren Scliritt.ii ihuc luve- .Ar-. Krir''iiW. auch etwa ,Ärgou'. Der Uuilaiit kennte liis nnl ilcn ersten Teil der Zss. zurückwirken (wie nlnl. Lei .M.leitmi^'en .-lur die Stammsilbe, z. B. .Schüfer, Gärtiiei ; iiilid. w./.iiye.,,, ;/.i,(. /iure. |. bes. da der zweite Teil fast nur noch als Ableitung gefühlt wurde.

Argäuer (älter und richtiger als .-gauer'): Be- wohner des Aa.

ärgauere": Klöster aufheben (wie es im Ktn Aa im J. 1841 geschah). Nur temporäres und individuelles Witzwort.

Klett-Gau,/ieWi, früher auch ge.schrieben ,Kleg- gau': der südw. Teil des Kts Sch mit dem angrenzen- ilen Gebiet des (ircissh. Baden.

lieiiiiiic Cieiizen iHnl KtyiM.degie s. liirl. Aleiii. 1. IT:)tf.

Hie Vc-rstüiMinelnug des •_'. Teiles der Zss. rührt davon her. dass er (wie iu .1%/. Ttinjl) zu blosser Ableitungssilbe ilcgradiert wurde.

Priitti- {Prätt'^g-- Gr): Talschaft in Gr. Lache" icie eil Brettigaiicr = unbändig 1. 17.52. JJBodmf.r an Zellw. Teil-: beabsichtigte Benennung der einen der S Ecpubliken. in welche das frz. Direktorium die Schweiz spalten wollte.

Tur- C-giJ: jetzt das Gebiet des Kts Th, früher in viel weiterem S. das ganze Flussgebiet der Thnr. fast die ganze O.stschweiz. also auch G und Z inbe- griffen, bis an die untere Limmat, da wo der heutige Ortsn. Turgi bei Baden an die alte Grenze gegen den Aargau erinnert. Auf Letztern bezieht sich: ,Die t Güeter, genannt das Thurgeuw [bei Gebi.storf].' 1653. 1 AAWett. Arch. .Das Turgi-Zelgli.' ebd. Als Zuname i eines Mannes: .Alexius .Tannhuser. genannt Thurgi.' l.-,T:; el„l, MiiPier, darf i"'' (nit) i 's Turgi? Kinder- s|iie| in SeiiSi.. s. Sprww. 1824. bezüglich auf frühere pnliti,-eli-s(rcitiue Verhältnisse, denen zufolge das Be- treten Th Gebietes für Bewohner von Stein verboten oder gefährlich war [V].

Turgäuer: 1. Bewohner de.^ Kts Tn. Si-rww. Es brücht swe' Zürcher zum eii Turgäuer hschxssc" Z. En T. si" ist rkei Sniid, aber e Schand Z. - 2. ein Birnbaum, der längliche, rauhhäutige, spät reifende, zum Kellern geeignete Früchte trägt Ap; vgl. Titrgi- Bir. 3. der Westwind Tiiünm.

Zu '2. Der Tli ist .Inreli ^eill.^ Ol.stkultur berühmt, welche ihm übrigens deu Kocknamen .Mostindien' (mit gleich- zeltiger .\nspielung auf seine iistliche Lage) eingetragen hat. Turgäueri": 1. eine Frucht des vorhin genannten Baumes. 2. (auch nur: Gilueri) kleinere, magere Kuh von beller Farbe, gleich denen im Th. resp. von dort importiert Ap.

Wal(che)-Gau: die Gegend vom Bodensee bei Bregenz am rechten Ufer des Rheins aufwärts bis an die Grenzen von Tirol, so genannt, weil früher von ,Walchen'. welsch (d. h. rätoromanisch) redenden Leu- ten bewohnt. Wall assimiliert aus Walch. wie In Wall- iniss. Walleiisee' : «W/e, welcher usw.

Gäuer ni.: 1. Bewohner eines Gäu's i. S. v. 3 a. z. B. dem von I-. Der isst esirie ne G. (d. h. so viel) Ndw. .Kinder zu haben, wo [von denen] keins eine Nase habe wie das andere und eins dem andern gleiche, wie ein G. einem Weltscb.' Gottu. 2) = Tur- gäuerin 2 Ap. Zu '2. in der uiiinnliehen Wnitfnrui liegt etwiis Wegwerfendes.

»an. gf, .?!. .sjn. SU

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ijii Heilen : 1. reden wie ein Gäuer. 2. tanzen wie ein Gäuer (d. h. zunächst ein Bewohner von LG.) VOrte. Der früher bei der Landbevölkerung wohl allgemein übliche, jetzt selten gewordene Tanz (auch Ländler genannt), gewöhnlich nur von einem Paar aufgeführt, war ein langsamer Walzer, begleitet von allerlei Goberden beider Personen, auch von Schnal- zen, Jauchzen und Stampfen des Tänzers, der sich bald um die von ihm getrennte Tänzerin herum be- wegte, bald dieselbe wieder umfasste oder unter den verschlungenen Armen hindurch schritt, immerhin so. dass die Kreisbewegung mit Fortschritt verbunden war.

Rochh. AK. erklärt den Tanz (schwerlich richtig) als einen allgemeinen Reigen, dgl. nur in der romanischen West- schweiz bis auf neuere Zeit nachgewiesen sind, unter den Namen Ronde oder Coraiila F. \>1. noch S.lhnmUr I 30«;

gäuen s. gilu-en.

ge s. geh; geben; gelt. ge s. gihi.

ge-: untrennb. Präf. L Lautgestalt. Vor anlau- tendem b, f und d zuweilen gi-, z. B. gihoi-e". (iidnnlr, Gidult, in Gr u, W in allen Stellungen ni' ht <• Itiii vk- (in ä, Urkunden selten und nur ausnalim-«. i.. ,/„- -c- schrieben), sonst immer mit Ausstossunj;- dos \<u-., wovon Verhärtung resp. Verdopplung des g zu /■ (ggj die Folge ist; vor Cons., die dessen fähig sind, auch \'crhärtung dieser Anlaute mit Assimilation des g an dieselben, in der es selbst aufgeht, z. B. kesse", ge- gessen; l-mein; (.schwind; l^sell, Gesell; l-aije', gegangen; j>ö*e", geboten ; tjenef, gedient ; tanzet, getanzt; zanket, gezankt. Mit anlautendem cli des Stammw. verbindet sich das g des Präf. zu 1c (k/J, z.B. kramet, gekramt: küre, gehören (neben k'Mre). In kenne" (aus g'cMnne') \sige- festgewachsen, in cho', gekommen, ist es gar nicht vorgetreten. In Folge jener Assimilation scheint das Präf. nicht angetreten od. abgefallen, es ist aber ver- steckt enthalten auch in Formen wie Tafel, Getäfel; Truck n., Gedränge, während in dem Masc. Tritck = I>ruck; in topplet, doppelt; pugglet (gebuckelt), gebückt. bucklig, der Anlaut schon im einfachen W. verhärtet, resp. fortgeschoben ist; ebenso viell. auch in tige", ge- diegen; toge', geduckt; trang, gedrang. eng. Bemer- kenswei-t ist die Verkürzung von g'wünne' (gewinnen) in günne" mit Ausstossung des w resp. Verschmelzung desselben mit dem folgenden ü. Über das ge- vor dem Ptc. in.sbes. s. noch Fromm. 2, 210. Wo das Präf. seit alter Zeit festgewachsen ist, also stamrahaft scheint, liat die Ausstossung des e keine Verhärtung des g resp. des Anlautes zur Folge, daher z. B. Gäder tw. (I 88) ; grad; Gleich, Ge\enk; glür e', ghtzen; Glüre, unreiner Bodensatz; Grüt; vor Allem in denjenigen WW., welche auch im Nhd. als einfache empfunden werden, z. B. Glaube; glich; Glid; Glimpf; so auch in einigen sub- stantivisch verwendeten Ptcc, in Betretf deren das Bewusstsein des ursprünglichen Verhältnisses (wie auch der Wechsel des Genus bezeugt) erloschen ist, z. B. Bratis, Braten ; Bränz, Branntwein ; Bachis, Back- werk — sämmtlich masc. aus *pratens, prennts. Ge- branntes, *pachens, mit Anlehnung an den Präsens- stamm (b-J. G'leitig u. Heitig unterscheiden sich viell. nach den Bedd. .schnell' und .lenksam'. In der ä. Lit. werden diese Lautunterschiede natürlich nicht con- .sequent bezeichnet; neben Schreibungen wie .gbracht. gdenkt' findet sich z. B. bei Euef 1550 .boren- für ge- boren ; .broclieir (gebrofhen) ; .geben' (gogoben). und

vollends .tröst' (getröstet), .troffen- (getroffen), ohne dass an wirkliche Weglassung des Präf. zu denken wäre (übrigens vgl. noch (jr. WB. IV. 1, 1, 1G2()). Kbenso bei Subst. ,purt', Geburt (Bib. 1531); bei Kessl. auch .widerburt, boren, beren'. .Ticht', Gedicht (Salat); .dächtnuss', Gedächtnis« (Aal; LJid); ,dult', Geduld (Hey., 1.540/7.3); ,schlecht-, Geschlecht (Cvs.). Da- gegen könnten in ,bett'. Gebet (Rüef); , schenk', Ge- schenk (Kessl.); .dank'. Gedanke (Ruef), vielleicht ältere einfache Formen ohne Präf. erhalten sein. Zweifelhafte Fälle dieser Art zeigt noch die heutige Volksspr. : Pict, Gebiet, besonders in Zssen = Gau, z. B. Ziiri.''''piet, ist ohne Zweifel aus .Gebiet' assi- miliert (obwohl es auch mit blossem /; geschrieben wird), ebenso Pntt, An- oder Aufgebot, aus .Ge-bot'; dagegen bleibt fraglich, ob auch das m. Fott, Bote. aus dem seltenen mhd. geböte verkürzt, nicht viell. nur nach Analogie des n. mit hartem Anlaut gespro- chen werde, obwohl in Bs und G Eechtsq. auch .Ge- büttel' = Büttel (.Gerichtsbote) vorkommt. Weniger zweifelhaft ist Pfir, Bauer, aus mhd. gebäre. Unter solchen Umständen erstehen im einzelnen Falle der Etymologie besondere Schwierigkeiten, da es sich bei einer Anzahl von WW. fragen und oft nicht leicht entscheiden lässt, ob überh. ein Präf. ge-, das mit dem Stamm früh und fest verwachsen sein müsste. oder vielmehr ein stammhafter Anlaut g anzunehmen sei, der nur zufällig den Schein des Präf. annimmt. Gmiterlen (zänkeln, plagen) gehört wahrsch. zu an- teren: glähig (flink) aus .gelenkig-, gleitig (schnell) aus ge-leitig (lenksam). An-gränzen (rauh anfahren) kann aus dem Ptc. von ranzen (knurren, keifen) mit An- lehnung an grännen (den Mund verziehen) gebildet sein. In Güsel (Kehricht. Abfall), Gräbel (Verwirrung) ist Zss. mit dem Präf. zweifelh.. schon weil das an- lautende g nicht verhärtet ist. In Grümpel (altes Gerät) Mliuaiiki dio Aussprache und ist Anlehnung an rumi'hi! (|Hiltrnii möglich, während in grämplen (Kleinliiui.lrl 1 1 .iljoii) /y zum Stamm gehört. In Gneist (Funke, iiilid. gnnenft) steckt jedenfalls nicht das Präf.; in einigen andern Anlauten steht der seit alter Zeit seltene und zweifelhafte Anlaut gn für (stammhaftes) /.«, z. B. gnippai. <inir1iru. gnlsten. Dagegen ist es in gnagoi (ab- n,l. Ih.'.iia^.'n i. gneigen (refl., sich ver- neigen), grai/cii istrit wimMoii. starren, ragen), Gleich (Gelenk). Glimpf (Sclniiimadel), Kiitt (Gesindel aus ge-chütt, ahd. chtiti, Herde), kälen (gerinnen, aus ge- clinlen, erkalten) u. a. unzweifelhaft enthalten, obwohl es nicht mein- empfunden wird. z. T. weil das Stammw. ausgost^rlM'ii i^t. TiNgek. ist in iesc/t( (Glasur) neben glest ml.isirit I -taiiiiiihaftes g durch Missdeutung ab- gestreift, /u.ilolliaft bleibt Gf/e/y; (heitere Stelle am bewölkten Himmel); zu gläffeii, glotzen, von Läff, Maul, oder zu .klaffen' (vgl. glnchet vom Himmel in ders. Bed.). Über den AnL gsch- resp. g». s. gleich im Folg. IL Bedeutung. A. vor Subst. 1. oft ohne spür- bare Bed., rein lautlich verstärkend und meistens mit Formen ohne ge- wechselnd, a) vor Sachnamen. concreten und abstracten, aller drei Gcsdihnliter. i. H. G'sjHiss, Gspa'ßrli, Spanferkel; G.^pnlt : i,uiiii<l,r. Neugier; Gstäd, Staat i. S. v. Hoftart ; Gsrliid,} \\.^. v. Ursache; persönl. adj. mit .sein'); (ixi-linft. Silnitt- stück; Gspur; Gstell, Stelle; Gsclms^. rtiopiivi. ; Gn-upp, Webstück; Gsedel, Nachtsitz cI.t \ •".:>']■. (i/i-l. Fest; Gnltli. Name des classi^ehen Ortes am \'wS,..'.

Ga. j^e. gi. go. gu

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In der Füimel Gschiff und Gschirr ist das Präf. des LM-sten W. nur zum Zweck yon AUitt. dem des zweiten nachgeLilclct. In Gstich si" (gleich stehn. bei einem Wettspiel), kann das Präf. auch aus dem sociativen P.egrilf desselben (zusammen, mit einander) erklärt werden. Gspil (Spiel) ist vielleicht dem persönlichen Gspile (Gespiele), wo der vorhin genannte Begrift gilt, nachgebildet, wie Gsjmss, Spass, auch die persönliche Bcd. .Geselle' hat. In Gsjmlr (Spreu). Gscliröt (Schrot) mag die collective Bed. des Präf. vor Neutren mit- wirken, und so vielleicht auch in dem Fem. Gschär, Schaar. Doch erscheint zuweilen rein lautlich gsch statt seh: Gschoche, Heu häufe: ^r.^c/üfjj/«;, Haarschopf: Gschuderhär, struppiges H.. und ist in gewissen MAA. überh. ein beliebter Anlaut geworden: so viell. auch in mehrern der obigen Fälle von anlautendem seh. Zuweilen sind Formen mit qe- auch in Geschlecht und Lautfonu von den einfachen WW. versch.. z.B. Gsaf n., Saft: C^rhiift. (Flinten-) Schaft; (Gfüeter, Futter für Schweine i; (rf.trht. .Mass (zu Facht); Gfriist, Frost; Gspor, n., Spui- im Scjinee. neben Gspitr f., im allg. S.; Gliir, schlechtes Getränk, neben Lüre. Mit Präpos. verbunden : A'gstalt, I'gricht, Ein- oder Vorrichtung. Die ä. Spr. hat bedeutungsloses ge- noch selten : ,Ge- zeugnuss.' Cvs.; Wurstisen. .Handgschrift' U Mky. 1540/73. .Gezwang.' 1529. Absch. ,Gctrang.' Edlib. .Gespann' neben .Spann- (Zwietracht). 1483, Schai'b. Bq. 1, 88, 5. ,Gschlacht.' Kessl. .Gutgedunken.' CSchob. Verbunden mit andern Formverschiedenheiten: .Miss- gewächs' (Misswachs). XVII.. B. .Der Früeling oder das Glenz.' Fris.. nicht unmittelbar = der Lenz, sondern eben sächlich das Anbrechen, Eintreten des Lenzes, also vom Vb. lenzen (langizen), lang werden, (der Tage). b) vor persönlichen Begriffen, sel- tener, z.B. Gsehlufi, elender Kerl, wohl wie in GschöH, = Tschöli (Tropf), rein lautlich. Gmeistev, Gher werden i. S. V. obsiegen kann aus: ,Meister g'werden [mögen]' umgestellt sein. In Gspons, Bräutigam, kann g aus dem sociativen ge- ('2) erklärt werden. Tiernamen : Gninl, Gmol, Molch, neben Güge-mÖli (Unke), Giciggli, Eule, neben Wiggle. In der ä. Spr. ,Gezeug', Zeuge. TiERB. 2. mit merklicher Bed. a) persönlich, wie nhd., mit dem Begriff der Zsgehörigkeit, Gemein- schaft, Gesellschaft, Vwdtsch.. Gegenseitigkeit. ,Ge- crbe'. Miterbe, auch .Ge-ei-bt-, wie neben ,Ge-teile', Anteilhaber, auch .Geteilt'. .Gehüse' (Hausgenosse), Mieter; ,Gebvire' (Mitwohner), Nachbar; ,Genam', Na- mensgenosse (mhd. genanne. dah. ,Gnan' im Simpli- cissimus als Schweiz. Benennung des Vaters); Gnomme, Genoss. Gesellschafter, eig. Mitnehmer, ahd. ginomo: Gspan, Gespiele (eig. Milchbruder, v.spanen, säugen); Gspass, Geselle, auch: Gatte; Gschläpf, SchlatTvamerad ; ,Getratte', Weid- oder Allmendgenosse (von Tratt, Weide. Trift); Gschwi, Schwägerin, Schwiegermutter, -tochter. In dem Scheltn. Gfrorlig bezeichnet das Präf. allzu leichte Geneigtheit zum Frieren, krank- hafte Empfindlichkeit für Frost. b) sachlich und darum auch mit sächl. Geschlecht des W. 1 1 Abstrakta, meistens von Verben gebildet, bezeichnend a) Wieder- holung und z. T. Steigerung der Tätigkeit, nach Art von nhd. .Geächz. Geschrei, Getön' usw.. oft mit dem Nbbegrift' der Lästigkeit. Sehr beliebte Bildung. ß) ein Mittel oder Produkt der Tätigkeit, z.B. Gfergg, Fuhrwerk; Gfäsch, Wickelzeug; Gliger, Lager; Greis, Ordnung; Gier. Unordnung: Gxntz. Ahasit/..

Grundsatz; Gsäss, Anbau. Wohnsitz. Von Subst. : Gmünd, Handbreite (vom alten mimt. Hand); Gf'rdss (in einigen Bedd., während die andern zu 2) gehören). Einige WW. dieser Gruppe finden auch .\nwendung auf Personen, aber nur in ungünstigem, tadelndem S.. z. B. Ghürsch. nachlässig gekleidetes Weib (eig. gleich.sam personifizirte Unordnung); Gnist, unruhiger Men.sch (yg\. Fegnest); Gragel, hageres Weib (eig. aufragende Gestalt); Griclit, Schwätzerin (von ,richten' i. S. v. absprechen oder durchhecheln'?). Hieher mag auch Getwergi, Zwerg (W), gehören, sächlich aufgefasst wegen der Missgestalt (vgl. nhd. , Wicht, Ding' auch von kleinen Personen), schon mhd. getwerc in jener Bed.. doch viell. urspr. coli, und dann auf einzelne Wesen eingeschränkt nach Art von nhd. .Frauen- zimmer, Bursch. Kamerad', frz. recrue, Rekrut. X) die Tätigkeit selbst, ohne Nebenbegriff: .Ge- hügde', Gedanke, Gedächtniss ; .Gefechd', Fehde ; Ghirt, Fütterung des Viehs; Gritt, Erdschlipf (eig. wohl wiederholtes Rutschen und dann eher zu a, wie diese 3 Unterabteilungen übh. leicht in einander übergehen). 2) Collectiva mit dem Begriff eines aus vielen Teilen (oft unordentlich) bestehenden Naturgegen- standes od. Machwerkes. Grigen, Regenwetter; Gvihel, Nebel; Ghilb, feines Dunstgewölk; Gfider, Federvieh (vgl. nhd. ,Geflügel') ; Gfisel (s.d. W.. von dessen 9 Bedd. übrigens einige zu 1) a und ß gehören); Ghüder, Keh- richt; Gjät, Unkraut; Gfilg, die Gesammtheit der Felgen an den Rädern; Gstüedfl, Gestell, bes. Web- stuhl; s. auch noch G/Ietz und Gßätsch. B. vor Adj. und adj. Participien. 1. vor reinen Adj., meist pleonastisch, ohne Bed. (wenn das Adj. nicht von einem Subst. oder Vb. abgeleitet ist, dem das Präf. bereits wesentlich zugehört). Wenn das Präf. irgend eine Bed. hat, so kann es höchstens in ein- zelnen Fällen etwa besondere Geneigtheit gewisser Personen oder Dinge zu der betr. Eigenschaft, vor- wiegendes Behaftetsein mit derselben oder Annäherung an dieselbe (i. S. der Bildungen auf -icht. -artig) an- deuten. Doch sind zu unterscheiden: a) Adj.. welche auch ohne das Präf. vorkommen, also nur gelegent- lieh und lose mit demselben verbunden werden : (g)ässig; (g)ergelig: (g)fölgig; (g)fötzeKg; (g)foslig; CgymUig; (gßeitsam; (g)flingg ; (g)frönd, fremd; (g)söd, leicht siedend u. v. a., meist auf -ig. -r- b) .\dj.. welche nur mit ge- vorkommen (meist ohne dass dem Präf. eine besondere Bed. zukommt). Beisp. ghass, verhas.st. feindlich gesinnt; dagegen (gjlmssig, übellaunisch; gräz (scharf, bissig, erpicht, verschieden von gräzt, gährend, und räss); ghand, bequem, gelegen (eig. zur Hand; vgl. nhd. ,behend') ; ghwrsch, herrisch; ghiiss, keck, frisch, stolz (mhd. nur hiuze); gfürchig, furcht- sam, -bar; ghe-üg, ghedig, dunstig, dämmerig; ghiifig, voll; gschämig, beschämend; gsehmig, bunt, grell u. a. Die ä. Spr. macht von dem Präf. nicht so häufigen Gebrauch resp. Missbrauch. Bemerkenswert ist .ge- recht' i. S. V. ,recht'. dexter (öfter im XVI.); .ge- saftig.' BiB. 1530 (vgL 0. G'saf, Saft); ,gewillig.' ebd. 1531/48; .gedenkwürdig.' Wurstisen ; .rechtgeschafien.' BiB. 1530 u. LLav. 1.584. richtig participial gebildet, aber darum eig. zu 2 gehörig (übrigens vgl. Gr. WB. IV, 1, 1, 1621); .gschriftlich'. abgeleitet von .Gschriff (s. o.), wie umgekehrt mit scheinbar fehlendem Präf. .duldig' von ,dult'. Adj. Formen mit ge- ohne die Ableitungssilbe -ig sind heute seltener geworden als

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sie Irnlicr wurm. 'An iloii obigen Beisinelou (uiitei- h) koiiiiiieii iiiiili (/'"'''-, lierzliaft, beherzt; gsiyrädi. Die ä. Spr. bildete solehe Formen bes. zur Bezeichnung leiblicher beseliaffenheit, z. 13. .gebär', haarig, behaart ; .gelib', beleibt; ,gehöcl', mit Heilen versehen, unver- sc-hnitten) ; .gehürn', gehörnt (neben .gehiirnacht-, horn- ithnlich, und ,gehürnig', hörnen); .gelaub', belaubt. Vgl. auch en(j((j)ächs Sp. 75. Diese Bildungen be- rühren sich nahe und mischen sich i. T. mit den nach- folgenden participialen, z. B. .gehudel- (lumpig, zottig) neben .gehudlet', ,gefeder(t)'. 2. vor adj. Parti- cipien oder participialen Adj.-Formen. a) mit der Form des Ptc. Perf. Solche Bildungen können von Subst. oder Verben abgeleitet werden ; im erstem Fall sind sie natürlich nur der Form nach participial, wie nhd. .gehörnt, geschwänzt' u. a. Es gibt Fälle, wo die Abi. von der einen oder andern Wortart zweifel- haft ist. Die substantivischen haben immer, die ver- balen (weil von selbst schon abgeleiteten Verben) meistens schwache Form; (jchinsen (voll), vollgestopft oder -gepfropft, ist Entstellung von (/ebisset , nicht von hissen, sondern von Bisse', Keil. Beispiele: von Subst.: ghaslet, gesprenkelt wie Haselrinde; gfröschet; t/l'uchset s. d. WW.; g'yeistet, lebhaft; g' gleichet, mit (ielenken versehen (s. o.) ; g'ghiclt, doppelt, von Früch- ten, eig. mit Glück begabt (das verbale Ptc. lautet g' glücket). Von Verben: gchlipitcret. klebrig; fichrün- gelet, knapp ; gchrttsen, kraus ( m-l"'n iicjinisirt ) ; ,il,,lsrhcf. nachlässig gekleidet; giiMugghl. JiiMor. \nin lliiinin'l; gmiigget, schweigsam, mürrisrli ; iilnsi-lirt. phisivl, auf- gedunsen ; gschmogen, kaum, küuimerlicli ; gstagoi, steif; gsimnnen, bereit; gstepijet, blatternarbig. Aktive Bed. haben: yvirrtelet, auf Vorteil bedacht; gmeistcret, herrschsüchtig; gschnögget, naschhaft; gf'reut, erfreu- lich; trugen, trügerisch. Von Zahlwörtern: gfün- feret, zickzackförmig (doch zunächst wohl vom Subst. Fünfer). ,Der gedritte Bund', der dreifache, die ver- einigten 3 Bünde, d. i. Graubünden, wo aber ge- coli. Bed. haben kann, wie in gefründ neben gefriindt. befreundet. Nicht selten entspricht das participiale Sufti.x -et dem rein adjeet. -ig, z. B. gchindelet, kindisch = gchindelig; gspriggelet, gesprenkelt = gspriggelig ; g'eiiiäiiget = einäugig; g' cierefigcf nere'iiriii. Tni^-ek. grippUg, felsig, v. Boden = yiv'yi/i/fV . nrU.lKj iinlJii. feinkörnig, geronnen, von Jlibli; iirniidiiinjs 11,;,. li = grauchnets, geräuchertes; gfusiiii, zah, iiebfii gfuscn. Begrifflich bemerkenswert sind die unter II A 2 an- geführten ge-erbt. erbberechtigt; geteilt, theilhaft. b) mit der Form des Ptc. Lnperf. -et (aus -end), wo diese nicht zu -ig geworden ist (s. vorhin). Diese Form trifft dann freilich mit der des Ptc. Perf. eines Teils der schwachen Verba zusammen, aber eben daraus, verbunden mit dem bei Ptc. Perf. vorkommen- den Übergang von passiver in aktive Bed. (s. o.) wird die Vorsetzung des ge- vor solche Pti\ (auch von Vben, die sonst kein ge- annehmen) eiiizii:- zu ri klaren sein. t. a. gstechet, stössig; traget, tmrlitiy; ijhiiiict. schneidig (von Waffen); gstinket, auch KiistiiiLur. cii gfarete [fahrender] Schueler; gstönds Hotz, stehendes. c) vor den Adverbialbildungen a,wi -lingen, welche begrifflich zunächst an Ptc. Imperf. grenzen; z.B.: gstäiullige". stellend: iisll^jigc: ghöcklige, liockriid; gligglige; Wifsi rhlnir. liliiidlings. Zu dem '/< ilir^i Bildungen und d.T wirkli.lien Ptc. Imperf. kann man halten den iilid. syntakl. (ieljraneh dos Ptc. l'ei I. m.m

Verben der Bewegung bei .koinni.'ir. z. K, ,er kniniiit gesprungen', was zwar mit ..siiringeml- nicht gleicli- bedoutend, aber nahe vwdt ist. C. vor Verben. Auch hier ist das Präf. im Ganzen noch häufiger als in der Schriftspr. und auch hier ist zu unterscheiden zwischen ständiger, fester und bloss gelegentlicher, loser Vorsetzung, welch letztere in der Schriftspr. kaum noch vorkommt, also für die Volksspr. charak- teristisch ist. Das feste ge- ist aber zugleich für die materielle Bed. des Vbs wesentlich, während das lose (bes. in der ä. Spr.) z. T. nur formellen, syntaktischen Zwecken dient. 1. Verba mit losem ge. (g)näggelen, kleine, spielende Arbeit machen : (gl wirsen, beschä- digen; (gjchlenken, läuten; (g)resen, Kleinhandel trei- ben; (g)lütterlcv. viel trinken; fgj lästeren, lauschen; fgjliselen, Hüstrni; nplnnii , blinzeln; gschüderen, schaudern; (ijj ra.i'u , sdiaif schmecken; (g)heissen, genannt werden, lauten (dagegen i. S. v. ,befehlen' nur mit g'); (g) stillen, still werden, machen; (g)stabun, (er)starren; (g)rueben, ruhen; (gjhirmen, dass.; (g)äben, abnehmen; fgjärbeten, reH., sich bemühen; gclienneu neben ch- (Letzteres auf beschränktem Gebiete) ; ,gspüren' schon Bib. 1.530; .gefühlen.' Klingl. 108S (jetzt nicht mehr); .gsegnen' schon Bm. 153(1; ,ge- dunken-. dünken. 1706, L. (Dagegen gebraucht die ä. Spr. und tw. noch die lebende MA. ,be-' und .ver- gnüegen' auch ohne ge-; ebenso .niessen' und .loben', i. S. V. geloben); .gereichen', sich er.strecken. ge- langen. AKlinül. 1ü88. NMan. hat: ,gelieben', lieb werden; .gemeinen', beabsichtigen (vgl. ,wie gut wir es gegen euch gemeinen.' 1531, Strickl.). In ,bige- stän' (beistehen) könnte ge- wohl auch fehlen, während es in ,gefolgen, gelangen', beide i. S. v. ,zu Teil wer- den', wesentlich scheint. Oft ist es schwer zu ent- scheiden, ob ge- materielle oder nur formelle Bed. hat, resp. nur beim Inftn. abhängig von Hülfszeitww. vorkommt (s. u. 5). ,Übergwältigen' ist richtig von ,Gewalt' abgeleitet. Mit einem andern Präf. ver- bunden: (gjverirren. Zuweilen unterscheiden sich die M.\A. so, dass eine ein Verbum nur ohne, oder mit und ohne, eine andere dasselbe nur mit ,f/c gebraucht; z. B. g'nüssen, niesen Scn. anderwärts nur ohne; vnmoi. irewölmen Ac. in Z nur mit; si'''' icere", sich \ ..itciiliuiii. aiistreni,'-en '/,. si''' gweren, sich helfen Bs; ^pnirhlni. |.lau(lern /, in 11s auch mit ge-. Oder in der selben .MA. unterscheidet sich z. B. schmücken, das Geruchsorgan in Tätigkeit setzen oder Geruch ver- breiten: g'schm., Geruch wahrnehmen; dem Gaumen wohl schmecken, munden; wüschen, waschen: gic, durch einander mischen. -- '2. Verba mit festem ge-, vor .Allem die Verba der sinnlichen Wahrnehmung: gsehn, ghören (schon in der ä. Z Chron. und bei Kuef; wol nur in Bs und G auch ohne ge-; einfaches hören in Z = aufhören, in GrD. auch = sich gehören, ge- bühren); gschmöcken, mit dem Gerüche wahrnehmen; gspilren. Aber auch peten, bitten (dagegen lieten, beten); gchennen (fast durchgehend); gneigen, sich verbeugen; gschweHgen, beschwichtigen; gscltre-ien, schreien machen; verklagen; gschwinden (unpers.). ohnmächtig werden; gruenen, ruhen; gchalen, ge- rinnen; gheilen, intr. ; gjächen. Iteif ansetzen; gstcllen, stillen, anhalten ; gstagen, erstarren ; gtcagglen, wackeln ; 'iiniiipen, gnäpfcn, dass.; gnipfen, hinken; gnieten, sattigen; g'han. refl., sich geberden (vgl. nhil. .sich i;rliaben' = befinden); gltnu/gcii. bangen, sclninkeln

(lassen); f/hijen, fallen; ijhinken, weifen, fallen; ffhir- iiieii, ausiulicii ; (jschändeii, verletzen ; yreichen, s. aus- strecken (dag. reichen, holen); yfechien, zu Stande bringen. In der ä. Spr. noch manche andere, z. B. .geleben-, mit Gen. u. Dat.. sich gefallen lassen, nach- leben; ,gefallen-, s. d. In ,sich geraaren, gemerben'. zum Bauerngewerb vereinigen, kann ye- coli. Bed. haben. Nicht hieher gehören Verba, welche von be- reits mit (/e- zsges. Nomina abgeleitet sind, wie (jhaben, wasserdicht werden, von i/hab; ywunderen von G-wun- der u. a., von denen sich als Abll. von einfachem Grundwort abheben: fjhilten und (jhären, Haut und Haare bekommen; gicahen. davon kommen (von Wabe in einer bildl. Beziehung V). 3. einen Übergang von materieller Bed. des <je- zu bloss formeller machen Fälle, wo das Präf. lose oder fest mit einem Vb. ver- bunden, eine temporale Modifikation der Bed. des- selben mit sich führt, aber nicht eine grammatische, sondern eine lexikalische, also noch halb materielle Begriifsbestimmung. Das Bräf. kann nämlich das Ein- treten oder das Andauern eines Zustandes be- zeichnen und in dieser Eigenschaft durch Hülfsverba umschrieben oder durch wirkliche Priipp. übersetzt werden, z. B. : gstän, stehen bleiben, still stehen, stocken, auch: Stand halten, gegenüber treten, sich entgegen stellen; .das getön der trumeten vernenmiend die reisigen pferd, also dass sy zuo zeiten nit geston mögend.' Tikkb. 1563; fihucken, sich setzen oder sitzen bleiben, sich still halten = sic/t yhücken, z.B. (/hock! = (jhück dich! Zuruf an unruhige Kinder; ylig(yjeii. zu liegen kommen, liegen bleiben, unterliegen. z.B.: ,ich bin den töufcrn nie hold gsyn; ich wellti gern hellen, dass si gelägend.' 1528, Egli, Act.; (j'hittmen, wieder zu Atem kommen; yneren, anfangen zu heilen (genesen); ynucken, einschlafen (ent-); yriselen, ge- rinnen ; yschwinden, ohnmächtig werden ; yschuindleii. Schwindel bekommen; ystossen, zsstossen. in Streit geraten. Hieher gehören auch einzelne Fälle wie: De'' nächst am Ofe' ytväniit si''', kommt dazu, sich zu w. Sdlger. 4. vor gewissen Verben bezeichnet ye- das Vermögen zur Vollbringung der betr. Tätigkeit, worin also auch ein temporales Moment enthalten ist. So: ychm, zu rechter Zeit ankommen, mit Etwas zu Stande konnnen, z. B. : me" ychäm noch hinecht [diese Nacht] kand [leicht] Gl; me" tiiemti. es war nüd miiyli''', dass en Mensch da dure [hin- durch] ycfiäm. ebd.; ymache', zu machen vermögen. z.B.: V'' ymache 's um [ohne] di"'' Gl; ghähe', zu halten vermögen, ebd. ; y fasse", fassen, z. B. : das Glas !l fasset en ScJwppe" Gl; prinyen. Etwas ausrichten (i. S. V. einbringen) W; glängen, auslangen, -reichen; üsystün, etwas stärker als einfaches üsstän. Gotth., inmier mit Negation. z.B.: iebiy ystieng [stünde] er 's nit länyer us: .gössen-, zu verzehren vermögen. .Wann er dasgisst und trinkt den wyn. So gat er nienen nüechter hin.- BiRK. 1.535. S. auch noch Bd 1 525. 5. hieran schliesst sich der schon in der a. Spr. reichlich be- zeugte Gebrauch, dass einem von den Hülfszeitwörtern der Modalität abhängigen Infinitiv ye- vorgesetzt wird, um die Erfüllung, Verwirklichung der Tätigkeit noch deutlicher zu bezeichnen. Vgl. (Jr. WB. IV, 1. 1. Itjl-f. a) bei mögen, am Häutigsten z. T. bei den selben Vbn, welche laut 1 auch ohne das Hülfs- zeitw. die selbe Bed. annehmen können, z. B. ylange' w., ansreii-licn ; ylirJie" m.. festzuhalten vorningon. JJer

Bueb ist lustig, der Vater mag 's [darüber] aber nit gla- chen. Si'RENG. Se eil, a's s' mönd zum Mül fis ylü [lassen]. Stütz. Er mag grite, tcas 's Boss mag glaufc, er küm- mert sich Nichts ums Pferd, wenn er nur leicht ins Weite kommt. Ineichen. Es het nüd m. gicerde". Er mag 's gmache, bringt sich durch. Nüd gwarte m. G. Es mag Niit pringe' (i. S. v. einbringen), zu einem Erfolg beitragen Z. Er mag das niit g'esse", aus-, aufessen (hingegen: er mag nüd esse, hat keinen Ap- petit). Er mag no"'' gclw", rechtzeitig ankommen. Es mag 's nüd g'ye' [ergeben], es will nicht gelingen oder es reicht nicht aus. Me" may das Stack Holz chiim yferyye' [von der Stelle bcweii^ii |. in Bs- auch bei Verben, die mit einem bereite diu >c11ji- Bed. ent- haltemlen er- zsges. sind; z.B. eryliampfle" [mit der Hand umfassen] möye"; eryhebe". festhalten; erylaufe", laufend erreichen; erglüpfe', vom Boden erheben; e»-- gmeistere", bemeistern; sogar ergslu, sicli aufrecht halten. Der Inf. ninuut aber in allen diesen Ver- bindungen nur dann ge- an. wenn mögen. ein persön- liches (leibliches oder geistiges) Vermögen zu einer Leistung, nicht aber wenn es subjektive Geneigtheit zu einem Tun oder objektive Möglichkeit eines Ge- schehens bedeutet. Daher die PiA. Hden mögen = gern sehen, dagegen nicht gliden m. i. S. v. ertragen, weil reines Leiden nicht als akt. Leistung gilt. /''' mag nüd schrlbe' heisst: ich habe keine Lust dazu. / »(. n. gschribe", keine Kraft, vermag die Feder nicht zu führen. F'' mag-en nüd a'luege', ich wür- dige ihn keines Blickes, a'gluege", ich vermag seinen Anblick (wenn er mir aufgedrungen wird) nicht zu ertragen. (Scheinbare Ausnahmen sind: (fsin m., von Personen: ökonomisch bestehen, sich durchbringen. wo sin nicht abstraktes Dasein, sondern prägnantes und concretes Existieren bedeutet; von Sachen: zu Stande kommen, sjn. ywei-de" m., wobei der Sache fast persönliches Vermögen, sich selbst verwirklichen zu helfen, zugeschrieben wird. Bei gicerde" m. mit Dat. P. i. S. V. zu Teil werden wie in .gewerden lassen.- LLav. 1644 gehört ye- materiell zu .werden', und mögen bedeutet Schicksalsbestimmung.) .Ilir try- bend die fröwd gar schalklich, daz wirdig lierren ut ir Stuben nit getanzen, noch kein ruowe vor üch gehaben mögent.- Bs XIV. .Swele [welche] der buosse nit geleisten mag. der soll man die statt verbieten, unz si's gerichte.- 1314, Lauf., Beitr. .Der [Götze] Bei euch mag gehclfen nüt.' Birk 1535. .Qui heri poteratV wie mocht das gesyn oder zuogon.' Fris. ,So feisste milch, dass man kein käswasser davon ge- haben mag.' TiERB. 1563. ,Mer fassen, dann er ge- füeren mag.- Gualth. 15Ö4. Auch in der Stelle bei RüEGER (1606) : ,Des aber das arme landvolk nit glaclien möcht-, lässt sich die oben vorausgesetzte Bed. des Hülfszeitw. behaupten. b) können (z. T. i. S. v. , vermögen'). Nüd chann-i''' weniger iisgstä'. MUsterj. Er hat 's niimme [nicht mehr] chö^nne" ergmangle" [entbehren] Bs. Er cha"" 's gmache, er kann ökono- misch existieren (dag. er cha 's »«., er versteht es zu machen). Er cha'" gsl'. ebso. Si misset s' gsi und chihinet gsi. Stütz. [Einen Schmerz] gleggen [be- schwichtigen] chönne". ,Dass er anderen köuTie für- gesetzen [vorstrecken].- BossH.-GoLnscHM. .Einen See. welchen man erschiften, erschwümmen und beinachem gewatten könnte.' 164it, JJBreit. .Wo kann mir bass |zu Mute] geseiir^ H Insclir. r) lUirfen (i. 8. v.

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.wageir, veraltet türren). Me" tarf's nüd gsäge" Z. Sider hed 's keine'' me dürfe" gwaye', d's Bäbi s' erlöse". FDKyd 1860. Wie hast au"' das töre' gsäge"? Ap. Si liend-is no''' so vil gheusche' dürfe'. Madleni 1712. ,Wer nit welle oder getörre geschweren.' 1457/1544. ScHW LB., neben : ,Getörften sweren.' 1424, L. d) sollen. ,Die einung soll man den herren ge- bessren.' 1348, Aa Wst. ,Man soll von ir kainen aid iiiemer me genemen.' ca 1400. TeDicssenh. Stadtr. ,l>ie söllent, dahin sj bishar gedient, auch fürer ge- dienen' (nachher: ,ze dienen schuldig syn'). 1525. Absoh. e) lassen. ,Das vih zween tag one trinken und essen gestehn lassen.' 14'24, Gem. Aa. ,Dass man sy in disen gefaren nit wollte gestecken lassen.' HBrtL. 1572. Für die gesprochene MA. schwach bezeugt. GUbe" lä"; aber gl. ist auch an und für sich Nbf. zu dem einfachen Verb. In der scherzhaften Anekdote. welche einem Lehrling seinem (deutschen) Herrn gegen- über die Worte in den Mund legt: ,Ich lasse mich nicht mehr gedauzen, ich bin behört [konfirmiert]', ist Verhochdeutschung beabsichtigt. f) wollen. ,8ie müssten zur Sache sehen, wenn sie g'fahren woll- ten' (s. I 892). GoTTH. ,0b er under diser decke nit geligen will.' Gyrenr. 1523. (Wenn .geligen' hier be- deutet , still 1.', so gehört es zu 3.) g) müssen (auch i. S. V. , sollen'). ,Der jud der muoss des nit gelachen.' Birk 1535. VgL o. ,gelachen mögen'. h) Syn. mit den einfachen Hülfszeitww. sind einige Umschreibungen mit ,zu'. So , haben zu' = ver- mögen, können; z' yVebe ha", Lebensunterhalt haben, existieren können B; vgl. o. es gmache' müye', gsi" chönne'; , kommen zu', mit Etw. zu Stande kommen, vermögen es auszurichten, z. B. 's Bluet s' gstella [stillen] c/tow GrD.; .luegen zu', versuchen, z.B. l. z' yreise", einzurichten suchen; ,wissen zu', z.B. si''' z' gwere" wüsse", sich zu helfen wissen Bs (wo aber gwere auch allein vorzukommen scheint; s.o. 1). 6. rein formal, syntaktisch und zwar temporal im gewöhnlichen grammatischen Sinn (im Unterschied von 3 u. 4) steht ge- in der ä. Spr. zur Bezeichnung oder deutlichem Unterscheidung einzelner Zeitstufen. VgL Gr. Wß. IV 1, 1, 1613; Schmell. V, 857 8. a) vor dem Präsens 1) wenn dasselbe in das Futurum (resp. fut. exact.) oder Perf. hinüberspielt; bes. in Nebensätzen, welche mit .wenn', .so' i. S. v. ,so oft. so bald (als)', .bis, ehe' eingeleitet sind, also das Ein- treten eines Momentes in der Zukunft resp. zukünf- tigen Vergangenheit zum Inhalt haben. , Welche nit da sint, so der richter gesitzet [sich gesetzt hat] und daz gerichte gebannet [eröifnet haben wird], dz soll ieklicher bessren mit dry Schillingen.' 1322. Aa Wst. ,Wenn der tanz ein end genimpt.' 1462, Z Rat- und Richtb. ,Wenn nun euwer glaub in euch gewachst.' 1531/48, IL Cor. ,Wie [so] bald Gott usgschlaaft und erwacht, wirt yedermann wol sehen das.' Küop 1550. .So die hennen zum ersten gelegend, wollend sy an- fahen zuo bruoten.' Vogelb. 1557. ,Eim die äugen zuutrucken, wenn er gstirbt.' Fris. ,Man soll nit in die zeig faren mit schafen, unz das man abgeschnydt.' 1486. MEsterm. 1875. .Wenn einer die [Schafe] ge- metzget u. geetzt'. d.i. wirklieh m. (vorher: .metzgen u. etzen'). ebd. ,I)iene mir, bis ich giss und trink.' 1531/48, Luc. = ,geessen und getrunken habe.' 1667. .Ich will deinen kameelen auch schöpfen, bis sie genuog getrinkend.' ebd. ,I>er Bäcker soll nicht feuern, vor Schweiz. Idiotikon. II.

man das glüggli gelütct.- 1400, TiiDiess. Stdtr. ,Ee und sy sich g'sammlind und gerüstind.' HBull. 1532. ,Ee .sy sich gweschend. gferbend, gsalbend', d. h. mit Waschen usw. fertig geworden sind. Aal. 2) in Sätzen mit ,dass, damit', wo die zukünftige Erreichung einer Absicht bedeutet werden soU. .Luog ouch ernst- lich, dass du dyn zorn gemeisterist.' HBull. 1558. ,Damit er die gall geteinme.' Vogelb. 1557. 3) in Relativsätzen, welche das Erforderniss einer be- stimmten Eigenschaft enthalten; besonders wenn .all' od. .kein- vorausgeht. .Das" ellü unfuoge, die pfatfen getuont, geriht't werden.' Z Richtebr. ,Die fälle [Bussen], die in der kilchhöre gefallent, die soll man wtjren in den hof ze tottikon.' 1351, Aa Wst. .Dann under euch ist sicherlich keiner, der mcr nutz gschaff als ich.' Com. Beati. b) vor Ind. od. Con- dition. in Haupt- und Nebensätzen, welche die allg. Zeitbestimmungen .je' oder ,nie' enthalten (vgl. a 3 und Gr. WB. IV 1, 1, 1622). ,Geschaiden uns niemer von synem glouben.' Z Chron. 13.36/1446. ,Dass es ainen tropfen nie geregnöte.' ebd. ,Gefüegte sich yemer.' 1521/44, Schw LB. = sollte je der Fall ein- treten. ,Wäre ouch, ob [wenn] der burger mit dem ungelter gestiesse [streitig würde].' 1342. Lauf., Beitr. c) vor dem Prät, welches dadurch den Sinn des Plusquamperf. erhält, nach ,wenn, nachdem, da, bis, ehe.' (vgl. a a). ,Eb der siech ge.starbe.' 1406, Bs Rq. ,Bis sy alle ding usgemachten.' HsSchürpf 1497. ,Wenn aber der richter gestarb, so wandtend sy sich.' 1531/48, JüDic. ,Do sie ein loch gemachtend.' 1531, Marc. ^ .gemachet haftend.' 1548. ,Do sy im den esel gsatt- letend, reit er darauf.' 1531. I. Kön. .Wie er in gschneid, do sach er.' 1569, UMey., Wint. Chr. 7. Verbindung von ge- mit andern Präf. ist selten, z.B. ef-g-ehimen, sich erholen (viell. für ert-, er-ent-?); gver-irren s. o. ; ver-grumpfet. Vgl. nhd. ,ver-g-nügen', welchem in der MA. vernüege gegenübersteht. 8. da- gegen steht ge- nicht selten gleichbedeutend mit andern Präf. oder mit Präpos. Mit be-: ghalfen; gschauen; gviüejen; gchennen; gsegnen (refl.); gschläs- seii; gschiessen, klecken; gheben; ghangen, hangen bleiben; ghandeti, behändigen; ,geschehe' mit ,be-' im gleichen Satze wechselnd Z Richtebr. Gherst; grü- schet, berauscht; gsuffen, besoffen; gfründt; gstanden, ausgewachsen, vom Alter; gchäm, bequem; gschib = bschib, geschickt; gsehämiy, beschämend; gehand, be- hend. Gschaller = Bschaller, Vordergestell am Pflug; Gstand; ,Gezirk;' ,Geding', Bedingung. Vgl. Gr. WB. IV 1, 1, 1623, b. Mit ent-: geraten, entbehren; gnucken, einschlafen; yschlipfen, ausgleiten. Mit er-: ywarten; gstarren; gstahlen. Mit ver-: ,Ge- heiss', Verheissung; gfallen. Mit us-: grueben, aus- ruhen; gschlahen. Mit an-: gschwellen; ,sich ge- stellen', sich an-stellen. Mit zu-: .gefallen', zu Teil werden. Mit vor-: .gefallen'. Mit uf-: gwär- men. IV. Selten fehlt der MA. das Präf., wo die Schriftspr. es hat: lingen; brüclien; ring i. S. v. .leicht'; Bis, Gebiss; Leuse, Geleise; Lid, Glied; Sims, Gesimse; Hirni, Gehirn; Birg; Buggenrät, Rückengrat. Es mag hier aus der Grammatik er- innert werden an die Bildung des Ptc. Perf. ohne Präf. in funden und chon, und dieser gegenüber an die Anwendung des Präf. in den Fremdww., z. B. Iregiert, kstudiert, kinspiziert; ,geabsolviert.' Schür hf 1497.

Ga, ge, gi, g«. gn

Zu I ist zu bemerken, dass uiit Ausnahme einiger alter- tümlichen Gebirgs-MAA. die synk. Form des Präf. (gelegent- lich mit Assimilation) die einzig volkstümliche ist und die WW. mit gi- neueren Datums und aus der Bücherspr. ent- lehnt sind ; so z. B. yibore' für volkstümliches worde'. Übrigens vgl. das parallele bi-, he-. Die Verhärtung des Anl. bei Syn- kope erklärt sich daraus, dass der cons. Verschluss während der ganzen Zeitdauer, welche die volle Silbe in Anspruch nähme, ausgehalten wird. Beiläufig gesagt, erklärt sich manche scheinbare Lautverschiebung, d. h. manches (oder jedes, wenn man Analogiebildung annimmt) anlautende p-, t-, h-; kx- für h-, d-, </-; c7i- aus dem eben berührten Laut- vorgang. — Zu II B 1 b. Dass die Adjj. auf -ig fast ohne Ausnahme mit dem Präf. versehen werden, hat seinen Grund viell. in der engen Berührung mit der Participialendung (s. ebda 2 a). Wahrsch. sind die beiden Endungen auch lautlich im Grunde dieselbe oder wenigstens in einander über- gegangen, da aus -et, -ed überh. oft -ig wird.

geie" I s. (jächen.

geie° II: schreien, rufen'? D' Maitli träged Sehäp- peli, (V Buebe" tr. Maie", de'' Guggi [Kuckuck] will bald gaie' AAKais.

(ieienliofen : badisches Dorf am untern Bodensee, das Schiida der dortigen Gegend, von welchem Kunde bis nach Zürich drang (wohl von der schutzverwandten Stadt Stein aus). So in der KA. : Etwas von Hand nehmen ivie der Geyehofer de' Bappe (vgl. Hallauer). Kinder sucht man von Ungezogenheit bei Tische ab- zubringen, indem man ihnen vorstellt: D' Brut vo' G. häd d' Bei« uf de" Tisch fuf-em Tisch obe'J Z f.

Georg 1) ,Geörg' XVH. ff., Giörg Th, Gjörg ZW., ,Geori.' 1329, Absch.; 1393, L? S?; XVI., Zürichberg.

2) Jörg F; VOrte; GRLdq., Jörgel SchwE., Jörg Ui., JerkY; ,U", Jörtsch GaKh., Jerig W; Jw „Gl;" ZF., Jörri, Jöri „B; L;" Gr; GSa.; Z f, Jeri L; U. Jori Gr.

3) Prg, Erg Sch; TnSteckb., lerg Sch, leri L, lerli Sch: Taufn. Über den Heiligen als Drachentödter s. FVetter, Stein a/Rh. 34. Als Beschützer der Vieh- herden gegen Untiere (wie der Drache eines war) wird er im Abendruf auf den Sarganser Alpen angerufen : B'hüet-s' Gott und der heb heilig St Jörg, der wol hierüf wacht (oder hie wol üfwachi) und höri. Der Tag des Heiligen, 23. April, gilt als Termin im Ge- schäftsleben, entsprechend dem Martini (11. Winterm.) Sch. Er ist auch Termin und Schicksalstag für die Landwirtschaft. Wenn si um Georgi en Gicagger [Rabe] im Bogge verberge" cha'", so zeiget 's en guete Jorgang a". Sulger. Weht die Bise am G.-Tag, so weht sie 6 Wochen lang S. Jörg (Alhrecht) und Marx [23., 24., 25. April] dräue" vil Args. Philipp und Jakobi sind aW'' zwei Grobi. Der Umlaut (ö) ist wohl auf die lat. Form ,Georgius' zurückzuführen.

geuen s. giXwen.

gi I: Interj. 1. ki se, se: Lockruf für Ziegen Schw. 2. gl, gi, Ausruf schadenfrohen Spottes, begleitet von einer geigenden Bewegung des Zeigefingers am Nasenflügel Ar; GT.; SchwE. Syn. gix.

Zu 1 vgl. Gibe, Ziege. 2 könnte auf ähnlichem Wege aus Gige verstümmelt sein, da mau eine gleichbedeutende Geberde mit dem Kübchenschaben udgl. vergleicht. Es könnte aber auch eins sein mit 1, da die Geberde sich auch auf die Ziege (bezw. ihre Hörner) deuten lässt; vgl. die eben- falls spottende Geberde des Gäbeli.

gi II s. gan.

., gie: allezeit, ohne Aufhören F." Aus le mit vorgeschlagenem g für j; vgl. ,je'.

go, gu s. gän. gü. göi s. gri(i,J.

m.: eingewundener Haarzopf der Männer und Knaben, in den ersten Dezennien dieses Jhdts zur städtischen Tracht gehörend L; Schw; Zg. Syn. Här- Stil. Aus frz. 9«CMe.

Goi m. : Gregorius Gr. Zunächst aus (Gre-J'juri.

Gn m. : Geschmack, in obj. und subj. Sinn, allg., neben den deutschen Synn. Kust; Mang; Geschmack. Das Brod hed ekei" Gu, schmeckt nach Nichts. E Fass mit Wi het drei Gü, schmeckt oben, unten und in der Mitte ungleich. Sulger. Es gid allerlei für Gü, die Leute haben ungleichen Geschmack. B' sind gar ungllch. Ei'"m de" Gu nüd ha", ihm nicht ge- wogen sein. Ei"'!)! de" Gu [das Interesse, die Sym- pathie] für das und das ne". Ab-: 1. ungehöriger, widerlicher Beigeschmack Schw; Uw; ZKn. Syn. Akte; Hie. 2. Widerwillen, Abscheu Gl; S. Si het en A. gege de" Burst [Burschen]. Joach. Er hat e puren A. vor-''em Werche". Un- (Ö-gü) = Abgü 1 Ap. Erd-: eigentümlicher scharfer Beigeschmack des Weines, welcher der Bodenbeschaffenheit zugeschrieben wird Aa; Bs; Z. Er [der in der Mundart Aufgewach- sene] hat 's wie 's guete'' Wi" muess ha": en E. blibt-em eisder. Sutermstr. Mer-i Beigeschmack vom Meer- wasser, der dem Kaffee etwa anhaftet Sch; Z. Vgl. mer-räuelen. Nach fiVö-e^-; Nachgeschmack Z. Bruch-, Brüchli-: Geschmack des Weines, welcher im Begriffe ist zu brechen, d. i. abzustehen Z. Vgl. Bruch, brüchfejlen. Brät-: der Geschmack, wel- chen gekochte Milch bekqmnit, wenn sie lange an zu grosser Wärme hingestellt geblieben. Gu II s. Gon. s. Gewinn.

Gab, geh, gib, gob, gub.

Gab bzw. Göb Ap f.: freiwilliges Geschenk, spec. a) an Brautleute zur Hochzeit Bs; Sch; Z; s. Hoch- zlt-G. ,Es ensoU einheiner brut nieman geben wann 1 gab.' Z Richtebr. Auch Dim., z. T. nur Ausdruck von Bescheidenheit: Nach eingebrochener Nacht des Hoch- zeittages kommt aus jeder Haushaltung des Dorfes Jmd mit einer Gabe (Gerät oder Geld) zur Braut und reicht ihr dieselbe möglichst verstohlen unter dem Tisch mit den Worten: do han-i''' aw'' e Göbli ZSth. b) an die Veranstalter von Lotterien, Schiessen, Kegelschieben; aber auch der bei diesen Spielen zu Teil werdende Gewinn, allg.; s. auch Gr. WB. IV 1, 1, 1112. Syn. Abentür. ,Auf die Gaben kommen": denjenigen Schuss getan haben, der den gewinnenden Schüssen am Nächsten kommt, also den besten unter den nicht gewinnenden [,auf' i. S. v. unmittelbarer Nachfolge]. c) zur Bestechung von Staatsbeam- ten ; vgl. Eät-G. ,Miet und Gaben' stehende Formel, bes. von Richtern (auch Mitgliedern der Regierung, welche von Mächten Geschenke annahmen, um dafür die Werbung von Söldnern zuzulassen). ,Dass die Boten auf den ennetbirgischen Vogteien vor dem An- fang der Verhandlungen schwören sollen, von Urteilen und Gerichtshändeln keine Miet, Gaben noch Schen- kungen anzunehmen, sondern dem Armen wie dem Reichen das Recht werden zu lassen.' 1557, Absch. .Die Landvögte, Amtsleute, Gesandten und Mitrichter dies- und jenseits des Gebirgs sollen von Urteilen.

Gab, geh, gib, gob, gub

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Bestätigungen. Liberationen usw. weder M. noch G., sondern nur ihr ordentliches Gerichtsgeld nehmen.' 158(5, ebd. d) überh. Geschenk an oder von Herren. .Grosse herrlichkait, vererung, schenken, gaben und Sicherheit.' Kessl. ,Der Tod allein urteilt ohn gunst und gab.' RüdMey. 1650. 2. Gabe des Geistes, vom Schöpfer verliehene Naturanlage, auch von zweifelhaftem Wert Ar; Sch; Z. 's Schwige" ist e schöni G. Si häd d' G. nüd z' schwige'. Er hed dere [dgl.] Göbli. ,Dem Gott so vil gaben geben hab.' ZwiNULi. 3. rechtliche Gebühr, nämlich jähr- licher Anteil der Bürger am Ertrag der Gemeinde- waldung Aä; Sch. Syn. Burgernutzen. Wo 's Freude- /■«)• ro" mls Vaters G. ufgflacl-et ist. APletscher.

Ab- s. verlieren.

.\bend-: das Geschenk, welches der Mann nach der Brautnacht der geheirateten Wittwe gibt. ,Des gelich soll einer wittwen ir a. folgen und belyben, als vorstat.- ZMünchalt. Hofr. 1439.

Der Ausdruck ist offenbar als absichtlicher Gegensatz zu ,Morgen-G.' gebildet nnd bezeichnet treffend den Abstand des Wittwenstandcs vom Jungfrauenstand, resp. der beiden Altersstufen.

Über-: 1. Übergabe eines Amtes an einen Nach- folger und die damit verbundene Mahlzeit. De"- Herr Obervogt het d' Ü. Sülger. Und zieht denn d' Sunn alsgmach durah [abwärts], se rutscht de'' Mündig [Mon- tag] mit, imd git dem Zistig [Dien.stag] d' Ü. JKMey. 1844. 2. geschichtliche Überlieferung. ,Nach der verzellung einer bis auf heut noch unvergessnen ü.' HPant. 1578. Acht-: Achtgeben, Obacht. .Acht- gabe und Anzeige', elliptische Formel am Schlüsse von Polizeierlassen, in welchen von einem Diebstahle Anzeige gemacht wird Schw. Syn. Achtbestelli''g. U f-: prägnant = schwere Aufgabe od. Arbeit. Bas ist en U.! das will Etwas heissen Z. Gült-U. : Agio, das man beim Ankaufe einer ,Gült'. d. i. eines unauf- kündbaren Kapitalbriefes, wegen der eingetretenen Verringerung des Geldwertes über den nominellen Wert des Briefes hinaus bezahlt, gegenwärtig etwa 20 % betragend Z.

Umhin (Urne)-: Gegengeschenk der Eltern an die Paten für den ,Einbund' der letztern Z. Zu umliin- (/then. zurückgeben, vergelten.

Ere"-: Ehrengeschenk, bes. zu Freischiessen, von Behörden. Vereinen od. Privaten. Vgl. Gaben-Schiessen. Armen- GÖbli: (kleine) Gabe zur Unterstützung von Armen Ap.

Gottes-Gab: 1. Geschenk, Vermächtniss an Kir- chen-, Schul- und Armengüter Ap; W; Z(t). „Frei- willige Gaben, die in der Kirche im Klingelbeutel eingesammelt und dann sogleich unter die Armen verteilt werden Z;- Syn. Säckligeld. Gottsgaben an Speise und Trank oder an Geld, wöchentliche und auf gewisse Tage geleistete, erscheinen unter den regelmässigen Ausgaben des Z Spitales noch im Anf. XIX. ,Ist dis selgrät [fromme Vermächtniss] und järlich gottsgab gesetzt ab den obgen. güetern.' Gfrd. 26, 283. ,Weun ein mensch im todbett ligt, mag er ein bescheiden selgrät setzen oder ein bescheiden gottsgab, doch mit der erben willen.' XV., Ztschr. f. Schwz. E. ,Als G. sollen alle diejenigen Gülten be- trachtet werden, welche auf den heutigen Tag an die Kirche zu Zug, ihre Frühmesse, ihren Spital und ihre

Spend gehören und sollen steuerfrei sein.' 1448, Absch. ,So ein mensch in sym totbett etwas [ver-] machte an kilchen, spenden, spital und ander gottsgaben, damit er gedünkt syner seel heil zuo schaffen.' XVI., Ztschr. f. Schwz. R. ,Reben, teils erkauft, teils in gottsgabs wys geschenkt erhalten.' 152.3, Absch. ,Das haus Al- tishofen sei nit ein g., sondern ein erkauft ding, habe also wieder verkauft werden dürfen.' 1571, Seg., Pfytt". ,Gottsgaben, als an die Kirchen. Schulen, in gemeinen Armen Leuten Seckel, mag Einer, nachdem ihn Gott ermahnet, vergaben.' Ap LB. 1747. S. JJBlumer 1859. '236 f. Concret: geistliches Stift. 2. Gnade. .Wann einer frid bricht und ehr und gwehr wider will er- langen, so soll einer die 20 pfd erleggen, dass man ihm nit daran [soll] abgon Ion, sondern so er ein g. begehrte, so möchte einer nach angänds wieder kom- men gen bitten.' Ap LB. 158.5/1828.

Mhd. got(e)s<jalie, Pfründe, geistliches Beneficium. .Gottes-' causaler Gen.: Gabe um Gottes Willen, oder zu frommen Zwecken.

Ker-: eine überschüssige Tanne, Eiche udgl., welche neben den regelmässigen und allgemeinen Aus- teilungen (Gaben) aus dem Gemeindewald etwa der einzelne Bürger der Reihe der Hausnummer nach, dem eher nah, erhielt ScaSchl. f

Morgen-: 1. die Gabe, welche nach altgermani- scher Sitte der Mann der neuvermählten Frau am Morgen nach der Hochzeit als Gegenleistung für ihre ihm dargebrachte Jungfräulichkeit schenkte. Nach ehemaligen Gesetzen hatte die Ehefrau vom ersten Morgen ihrer Ehe an für den Fall des Absterbens ihres Mannes Anspruch auf 100 Kronen (200 Gl.) Ndw. ,In donationem propter nuptias, quod dicitur morgen- gaba.' 1285, Gfrd. ,Die morgentgab mag sie gSn. wem sie will; lust't es si, raag-s' eim hund an den swanz binden.' 1342/80. LGreppen Hofr. .Ist daz ein mann synem ewyb, ist si ein tochter, ein m. git, das mag der mann wol tuon der ersten nacht, so er von ir ufstät, und mag si die wysen mit zweien bider- mannen, so soll es guot kraft han, wie vil joch der sunmi ist. Möcht si aber die zwen bidcrmann nit gehaben, so mag si von mund ir m. crzellen, und wollt man ir das nit glouben, so mag si nemen die rechten brüst in die linggen band und Iren zopf und mit der rechten band sweren lyplich zuo gott, und waz si da behebt, das soll guot kraft han.' ZMünch. Hofr. 1439. Und soll och der mann synem wyp die m. geben des ersten tags, so er früey als ein brütgom von ir ufgestanden ist, und nit danach in dhein wyse.' 1457, Bs Rq. ,Eine frauw mag geben [vertestieren] ire früehmorgengab, ire haupttüecher und ir haupt- lochet gewand.' 1535, Ztschr. f. Schwz. R. ,1549 hat Junker N. von Ulm mit Junkfrouw B. von Hinwyl hochzyt ghalten, hett Iren ze m. gmacht 300 guldin, ein guldini kettinen und das best trinkgschier under allem synen silbergschier. me die finger all voll ringen gsteckt.' 1549, UMey., Wint. Chr. ,Sidtmalen ain m. anstatt des bluomens einer tochter fry eigen guot des ersten morgens, so der byschlaf beschicht, heisst und ist.' 1576, Z Ratserk. ,Wann einer siner efrowen ein m. oder kram verheisst.' 1579, Ztschr. f. Schwz. R. 2. Geschenk, Vermächtniss, welches ein Ehegatte dem andern macht (also auch die Frau dem Mann). .Eelüt mögend einander ein zimliche m.

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(ial). geb,'gib, gob, gub

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vor und in der usach machen; aber nachdem die e gemachet wird, soll sich dann kein m. me machen, und send [sollen] bider lüt derby han.' 1553, Schw Eq. ,Wann ein Eheniensch dem anderen Etw. zu M. yer- sprochen.' Z Ordn. 1699.

Die genaue Ausprägung der Form, in welcher eine Frau ihre M. selbst soll bezeugen können (im Hofr. Mönchaltorf), ist eigentümlich; im L Stadtrecht heisst es nur, eine Frau könne ihre M. ,mit ihr eigen band behalten', d. i. durch Eid behaupten. Eigen ist dem alam. Recht die Erweiterung des Begriffs (Bed. 2), wonach auch ein Mann M. empfangen konnte. Eine Erweiterung od. Abschwächung lag auch in der Z Satzung: ,So einer ein tochter oder junkfrowen schwechte, dass er iren [ihr] ein m. geben und si zur ee haben soll.' Weil diese Bestimmung von Dirnen missbraucht wurde, wurde sie anno 1533 auf den Fall eingeschränkt, dass ein Eheversprechen vorausgegangen war. Im LB. Davos ist aus- gesprochen, wenn ein Wittwer eine Jungfrau heirate, müsse die M. doppelt so gross sein. Ein Wittwer, der sich wieder verehlichte, konnte keine M. bekommen (sowie die Wittwe nur eine Abendgabe), wohl aber ein .Junggeselle, der eine W^ittwe heiratete.

Wiber-Morgen-Gab: Name eines Felskegels in UwE.

Der Zusatz Wiher- bestätigt, dass U. (2) auch mit Bez. auf Männer gebraucht wurde. Die Benennung, zu der wol, wenn nicht eine Sage, so doch eine schalkhafte Anekdote bestanden liat, ist im letztern Falle eine scherzhafte und gesellt sich zu andern Neckereien gegen das weibl. Geschlecht.

Eät-: Geschenk, zur Erlangung einer Stelle im Rat an Mitglieder desselben, welche dazu halfen Apf.

Wiegen-: Ehrengeschenk zur Geburt eines Prin- zen. ,Die Generalstaaten haben zur W. des Erb- prinzen von Brandenburg 400 Beichstaler verehrt' 1672, Absch. Würfel-: Abgabe, Hergeben von Würfeln (s. u. letzterm W.). ,Ich dinge mir den mann, den ich gefangen hab; kein ausflucht hilfet dich und keine w., ja gar der geltsack nicht', spricht der Tod zum Juden. KudMey. 1650. Zue-: 1. (wie nhd.) Beifügung zu einem Geschenk od. einem Verkaufe Z. ,I)ie Zugäblein des Lebens, Gold und Silber, Ehre, Wollust.' JJUlk. 1733. 2. ,Consuetudo, gwonheit' Pris. 3. Zugeständniss (auch dim.) Z (Spillm.).

Hochzit-: \. = Gab 1 a. Prüher von den Eid- genossen auch an Fürsten befreundeter Staaten, wie ,Wiegen-G.', verehrt. ,Jede Stadt hat für die zur pfälzischen H. angeschafften 2 goldenen Schaalen 360 Beichstaler zu entrichten.' 1672, Absch. 2. Ehren- geschenk, das ein sich verheiratender Mann an das Schulgut oder an Vereine seiner Gemeinde in der Regel entrichtet, moderner Ersatz für den Haus (s.d.) Z.

gäbe"I, göhe: ein Geschenk machon. 1. besonders Brautleuten zur Hochzeit Aa; GStdt; Sch; Z. Vgl. i" d' Ürte trägen. Si händ-mer schön g'gabet. Es häd en Bettler Hochsig g'ha", Es liäd-em Niemert g'gabet Z. ,Wer nicht ist geladen ein, der lässt auch das G. sein; das ist am allerbesten; es gibt so keine Kosten.' SüLGER. In SchKI. werden am Abend des Hochzeit- tages auf ein mit Böllerschüssen gegebenes Zeichen dem Paar aus allen Häusern Geschenke an Lebens- mitteln, Hausgeräten, Kleidungsstücken gebracht; der Wert derselben ist je nach dem Grade der Verwandt- schaft durch die Sitte vorgeschrieben. Ebenso all- gemein ist das G. in ZKn. u. Sth., wo auch Geld (je 1 oder 2 Fr.) geschenkt wird und die Geber (Güber)

Wein, Wurst und Brod erhalten. ,Wie man der brut g. soll.' Z Eichtebr. ,Sy wellind [die Petenten] nit angäbet [ungegabet] lan.' UMev. Chr. 1549/73. ,Das g. an den hochzeiten soll abgestellt sein. Wann ein Isreutigam g. Hesse, so soll er alles, was ihm gegäbet worden und noch 10 pf. zu straf geben.' G Mand. 1611. ,Die hochzyteren. deren man rychlich gebet.' FPlatt. ,Wann einer ein gäbet Hochzyt haben wellte, so soll er das in synem eignen Hus halten.' Z Mand. 1616.

2. im allg. S. .Bracht der bot kein geld; denn der küng desse bäss bedorft nunmal den fridslüten, wann den kriegslüten usszegeben und ze gaben.' Ansh. Trans, mit Acc. P. = begaben. ,Von wögen der Weis- heit sein, mit welcher ich auch gäbet ihn.' Com. Beati.

3. vergaben, ein grösseres Gut an ein Stift, formelhaft verbunden mit .geben'. ,Dass HSevogel und syn eliche frowe alles ir guot gegeben hant und gobent der frowen von SantClaren des klosters.' 1324, Bs. .Welcher an die kirchen etwas geben und gaben wollte bei den Alemänner, der muosst die gäbe in ein pergameni karten oder brief stellen lassen.' Vad.

ver-abgabe° (-?new BHa.): versteuern, von einem Gegenstand eine Steuer entrichten, allg.

ver-gäbe": eine testamentarische Schenkung an die Gemeinde oder gemeinnützige Anstalten machen Ap; Th; Z. Subst. Vergabi'g: Früher auch an Per- sonen: ,Wenn iemand dem andern unzit [ützit] ver- gäbet vor gericht, das sich über 10 pfd wert guets trifft, davon soll 5 ß pfennig genommen werden, die person. die vergäbet wird, in gwalt und gwere zuo setzen.' 1457, Bs Eq. fri-: frei schenken. .Dann Niemer unglöubig will syn und doch Niemand dann den Userwählten der recht Gloub allein von Gott durch's Wort frygabet wird.' Ansh.' Vgl. , freigebig'.

vermorgengäben: zur Morgengabe geben, mit Bezug auf Kinder erster Ehe, für dieselben eine sog. Einkindschaft begründen. ,Die kind sollen nit ohne der abgestorbnen pcrsonen fründschaft wüssen und willen vermorgengabet werden.' AAMölinb. Landr.

be-gäben: beschenken. ,In der widergeburt, dero uns Christus begäbet.' Zwingli. ,Von keiseren und künigen hochloblich begabt und gefrygt.' 1529, Absch. .Die Schüler am Examen mit einer neugebachnen Mut- schälle begäbet.' XVL, UErnst 1879. ,B., reichlich ausgeben, donare. dotarc. Mit einem ampt und cercn b.. exornarc aliquem magistratu.' Mal.

Gäber: Geber. , Begierig von dem seltsamen g. [dem Sultan] seltsame gab ze haben.' Ansh.

Gäberin Gäbere': Überbringerin von Hochzeit- geschenken (s. gäben a) ZKn. Dem Ere"g'sell [Braut- führer] muss die Braut eine weisse Schürze schenken, damit er bedienen kann, wenn die Gäbere' kommen ZUhw.

Gäbete f.: die Beschenkung des Hochzeitspaares, in abstr. u. concr. S.; ehemals in Hausrat bestehend, mit welchem der neue Haushalt sich eröffnete Aa; Sch; Z. I" d' G. schicke' ZDän.; sowohl die Ge- sammtheit der Hochzeitgeschenke ScnSchl. , für Braut und Bräutigam gemeinsam von Hochzeitgästen und Andern ZGlattf., als auch ein einzelnes Hochzeit- geschenk AAEhr.

Gabelle t: eine gewisse Art von Zoll, wahrsch. Salzzoll. .Aller dazien. gabcllen, zollen, fuossgglt, so von des Herzogen von Mailand wiegen in passen.

Gab, geh. gib. gob. gub

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Strassen und statten yngenonnnen werjent.- 1426, Absch. ,l)er fryheit Zolls, gabellen und anderer be- schwerden halb.' 1515. ebd. .Sollend denen von Bellez vorbehalten syn all ir sunder frj-heiten, so sy von Zöllen, salzkouf. gabellen und ander Sachen bishar gebept haben.- Rvff, Bs Chr. 1585. - Aus dem It«l. gäbe" n s. ge-ahen. I 34.

Gable", -eh BHa.; U - Dim. Gabeli - f.: 1. Gabel als Tisch- od. Küchengerät (2- od. 3zinkig). B' Gable" i' dr Tischtrucke [auch das kleinste Stück Hausrat] sind-em 'pfändt Z. Öppis a' d' G. {ne S), etwas zu essen B; GG.; Z. Mit der G. isch [ist es] en Er, mit dem Löffel iiberchtmnt-me' me'' L. Es git Öppis (Nüt) n" d' G., auch bildlich: zu gewinnen. /"'' hä' lang gnueg scho' 'trösehet nu" am leere' Strau: rvenn 's Nüt a d' G. git, so Ion -i 's Hiiröte st'. Stütz, 's Vaters G. Ap, die feufzinggig G. Z, scherzh. für: Hand. ,In der Kuchi 1 ysen Gäbeli.' 1571. Z Invent. 2. G. als Gerät im Stall und auf dem Felde, allg. Hölzern, dreizinkig, in kleinerer Gestalt zum Auseinanderwerfen des gemähten Heu's (vgl. Heu-G.), in grösserer zum .\ufladen auf den Wagen (vgl. Lad-G.) Gr; Z; eisern zum Heuen GrD.; zum Bearbeiten des Düngers in und ausser dem Stalle GRVal. (vgl. Mist-G.). Vgl. Fitrl-e, I 1012. 3. RA. mit bildl. Anwendung von 1 oder 2. Einem Etwas (Alles) am Gäbeli äne ge" (strecke"), höflich, sorgfältig, bequem darreichen, wie es Einer verlangt, der an die Gefälligkeit Anderer hohe Ansprüche macht und durch rücksichtsvolle Be- handlung in jener Art bereits verwöhnt ist L. Einen uf d' G. ne", auf's Korn Ar; zum Gegenstand des Spottes machen BHk. ; bedrängen, plagen, z. B. mit Schuldforderungen. Schild. In der Schlacht bei Sem- pach hat Winkelried bei hundert Feinden uf d' G. (fnö [auf sich genommen oder es mit ihnen aufgen.]. vAh. Mit Sach-Obj. Vil uf ä'r G. [Schufte] ha', viel Geschäfte übernommen, viel zu tun haben GnChur; L; Z (auch a" dr G.); vgl. Kunkle. Jmdn a" dr G. (am Gäbeli) [gleichsam angespiesst] ha', ein Liebes- verhältniss angeknüpft haben BBurgd. Es Gäbeli sV für Jmdn = ihm zuwider, Etwas sein, woran man sich ärgert (,sticht') Gr. B' U'ordnig ist für Bietege es rechts G. Schwizerd. Wortspiel: Stich-e [ihn, den Gegner], Michel, oder gib mir 's Gäbeli [lass mich stechen], beim Kartenspiel L. 4. übertr. auf ver- schiedene gabelähnliche Geräte und Geberden, a) Ga- bele BHa., Gabila, Gabola W, Dim. Gabeli BE., Hk.; ScHw : hölzernes Gestell, schmales Brett mit 2 Armen, in Gestalt einer doppelten Gabel aus natürlichen Ästen, in einigen Gegenden mit einer Kückwand wie das (in neuerer Zeit vorherrschend gewordene) Räf, aber unten spitzer zulaufend, auf den Rücken geschnallt zum Tragen kleinerer Lasten, bes. von Holz (daher auch Träg-G., s. d.) Bü.; VOrte; PP.; W. S. noch Gafele. b) Gestell für die schweren Musketen der ä. Zeit. ,Wann einer anfacht schiessen, so soll er die G. nit in Herd [Erde] stecken, noch an das Wehr hänken.' Z Mand. 1619. ,Die G. soll so hoch syn, dass der Stecken sampt dem Stäfzgen [eisernen Spitze] dem Mann under die Uochs gange.' ebd. 1643. c) Vorrichtung zum Verschluss eines Weges L; Syn. Krüzstock; Triille. d) drei kreuzweis verbun- dene Stäbe oder eine gabelförmig gewachsene, mit einem zweiten Stabe zum Dreieck gescblo.ssene Gerte.

Ziegoll 11. Seliatiii um den Hals gelegt, damit sie auf der Weide nicht durch Hecken u. Zäune scblüidV-ii kr.nnen L. i<yn.Grigele; Kamill : Srinl.l: /V»,,,/, r.i:,,!,,],: kleine hölzerne KlaniuHM- /m- llrlrMi-iinL: .ini-.-li,iii-tiT Wäsche BBe. Syn. KUiiinNtrli ; Kl,q,j,h. S. ir,,,-,/,, ,-(•;. u. gäbelen. f) Gerät zum Stricken ZZoll.; s. gähclen. g) Deichsel eines einspännigen Wagens. Gotth. Syn. Lande. h) durch die aus einander gestreckten Schenkel (L), ein Fingerpaar oder gabelförmig gekreuzte Zeigefinger gebildete Gabel als Geberde des Hohnes, Spottes gegen Jmdn, in der RA. Ei"m fs) Gäbeli (Gibeli Gäbeli B) mache' Aa; B; L; Uw. ,Die Andern würden sagen, du seiest zum Narren gehalten worden, und machten dir Gäbeli.' Gotth. G. icetse' Th. (von einer schabenden Bewegung begleitet, vgl. Syn. Rilebli schaben). Syn. gäbelen; Giren-G. Kinder be- gleiten die Geberde mit dem Rufe: (gix) Gäbeli gix! i. S. V. schäme dich! Th; dah. das Comp. Gi.r.-G. Gibeli, Gäbeli, Bechesa [Zinke eines Rechens], 's Wlb ist Her [Meister] ond nöd der Ma" Ap. Von einem allzu empfindlichen Menschen sagt man, er möge kein Gä- beli verlide [ertragen] AAEhr. Bern Herrgott 's G. mache, die Beine gen Himmel strecken, einen Purzel- baum schlagen; Syn. d' Gige (ds Güggeli, 's Häfeli) stützen fwelben); über-böcklen, -bürzlen. 5. a) gabel- förmige Ranke an Weinreben Aa; Ap; Bs; Gr; GRh.; Z, auch Gäbeli Aa. Syn. Krangel; s. Eeb-G. und gäbelen. 's ist Nilnt [nicht gut], wo d' Triibe' Gäbeli hend; si ritet druf fürt. Sdlger ; vgl. das Reiten der Hexen auf Gabeln. .Gabele an den reben: ca- pruolus in vite.' KdGessn. 1542. .Capreoli Vitium, gablen an Weinreben, das sind die kleinen zwicklin. darmit sich die Weinreben heft't und anhenkt.' Fris. ; Mal. ,Saft von den Gäbelen an den Reben.' JJNüsen. 1608. .Capreoli qui serpendo capiunt locum aliisque se involvunt, vocantur et viticulse, clavicula;, annuli (Gablen).' Oenol. 1712. b) Gabelbein. .Die Schlüs- sel- oder halsbeine, gäbelein an vögeln, clavicuhie seu furculiE.' Vestib. 1692. c) Gabele Aa, gabelförmig ge- teilter Stamm, Ast, Zweig eines Baumes, Strauches, dgl. etwa als Stützen für Zaun- und Geländerstangen. Waschseile udgl. verwendet werden, allg. Syn. Grig- gele. d) Gäbeli, gem. Bärlapp, lycopodium cla- vatum GWe.; Zg; ZO. 6. „Gabele, Hirschkäfer. Feuerschröter, lucanus cervus W." Syn. Horn-G. 7. Gable Gr tw., Gäbeli Ap; GrD., Name von Kühen mit gabelförmigen Hörnern Ap ; Gr. A li 1. frähi-l .- (TÜbi usw.

In der RA. ,auf die G. nehmen' ist doch wuhl nur dii> Uabel des Esslnstigen oder die Heugabel und der häufig damit getriebene Sclierz gemeint. In der Verbindung GibeU-Uäbeli ist das erste W. ohne eigene Bed., nur Ablaut- formel; Gix ist Interj. des Spottes. In ,des Vaters G.' = Hand bezeichnet wohl G. nicht die zum Schwur aufgereckten Finger (vgl. Grimm 4, 1, 1, 1120 und ytibden = schwüren), sondern nur die Finger als Zinken. 5 d so benannt, weil die einzelnen Stiele meist in je 2 Ähren auslaufen, ß n.ii-li der Gestalt seiner vordem Extremitäten.

Ofe"-: G. mit der man Holz in den Ofen stösst oder das Feuer schürt Aa; Z. Eine Frau droht etwa mit der 0. als Watte. ,Mit der 0. kitzeln = grob, ehrenrührig scherzen.- Spreng. Bei Rüef schwört ein Teufel: ,Botz 0.!' und auch im Kinderspiel komiiit der Tüfel mit der O. vor, wesshalb er auch Gäbelima"" heisst. .Die c. ofenkrucken. -sti?cken. rutabiiluni.- .Mal. -^ Ise"-. liioid irle /.. scherzhaft ZU.

Gab, geh, gib, gob, gub

Fass-Gable": G. zum Passen und Aufladen des Heus; mit 3 langen eisernen Zinken, unterschieden von Zett-G. Schw. Pueter-: G. zum Einstossen des Putters in die Krippe Aa; Z. De Heuel hület mängsmol no"'; me' sfft scho" i' der Schüre sto' und dei [dort] e F. ««" und sine' Stiere' ine ge". Es werden als solche etwa abgenutzte Heugabeln verwendet.

•Pröschen-Gäbelein: apocynon, so zur buhl- schaft gebraucht wird.' Denzl. 1077; 1716. Wahrsch. Schwalbenwurz, cynanchum vincetoxicum. die auch Hundswürger und bei den älteren Botanikern apo- cynura heisst.

Der Name Fr. bezieht sich wie ,3chw.' auf das Bild, welches die im Keifezustand aufspringenden Schötchen d.ar- bieten.

Gire"-Gäbeli = ffa&Ze47i, mitden kreuzwois über einander gelegten Zeigefingern gebildete Figur Aa.

Mit dem Gir (Geier) ist der Hiihnerdieb, welcher von der Form seines Schwanzes anch Gabel-Weih heisst, gemeint. Gix-: ebso. L; Th; Uw.

Heu-Gable": G. zum Ausbreiten des Heus. Bildl. im S. eines groben Werkzeuges, z.B.: Dini Sache' g'sehnd üs, wie wenn-me" mit-ere H. drin iime gfare war [so unordentlich] Z. Holz -Gabila: Traggestell für Holz W. ,Horn-Gabele« = Gable 6. Korn-Gabel: G. zum Auseinanderlegen und Wieder- zusammenfassen gemähten Getreides, ,merga.' Mal. Ches-ffa&»7o: Traggestell für Käse W. Chestone- Gäbeli: gabelförmige Haselgertr, mit (Irr man beim Einsammeln der Kastanien die stachligen Hülsen an- greift L. Lad-Gable: G. zum Laden von Heu U.A. Aa;Th;Uw. Syn. Furkle. Anlegg-: G. zum Au.sbreiten von Mist GRPr. Mist- (Bü- BsLd): s. Gabel 2. Vgl. Schorr-G. Früher etwa Waffe des Landsturms; daher z.B.: B'hüet-is Gott vw M.; die mache' d drü Löcher ! Sulger. —Bart-: Barthaar, das sich spaltet, wie an den Warzenbärtcn (vgl. Gable 5). Spreng. Pflaster-: Werkzeug, mit ileiii, wie mit einer Kelle, die Maurer den mit Stroh gemiscliten Kalk zwischen die Latten von Riegelwänden legten Z. Rijb-: s. Gable 5. ,Rebgäbelein, capreolus.' Red. 1662. Reit-. ,10 guot eisin R-n mit 2 Zinken.' 1550, ScHwE. Klo.sterarch. Zu Reit, Scheunenraum für die Streue?

„Schorr-: Mistgabel mit 2 eisernen Zinken, allg." Ynn schon-im, auskehren.

Schür-Gäbeli" : 1. eisernes Gäbelchen zum Schüren des Feuers. 2. zweiteiliges Rebschoss Z (Dkr). Schoss(^)- Aa; B; L; S; Uw; Zg; ZKn., Schuss- Spreng, Schutz- AaF.: 1. G. mit 2 bis 3 eisernen Zinken und langem Stiel, mit der man Heu oder Garben auf den Wagen lädt (gleichsam ,schiesst', d. h. zuwirft) und auch wieder auf die Heubühne oder den Tennboden ablädt AaF.; Bs (Spreng); B(Gotth.); LG.; S; Zg; ZKn. Gegs. ScUter-, Zett-G. Grosse eiserne Gabel zum Zusammenstossen der halb- oder ganz dürren Mahden UwE. Im Volksrätsel : E hölsigi Mueter, 3 Isigi Brüedere Aa. ,A1s der Bannwart ihnen zusprechen wollte, wollten sie mit der Schutzg. ihn angreifen.- AHedsl. 1854. 2. unüberlegt handelnder Mensch LM. Vgl. Schutzgatter.

Schiter-: G. zum Wenden des Heus LG.; S. So genannt, weil diese G. zwischen den in der Länge- riohtnng laufenden Zinl(en noch einige Querhölzer hat, oder

weil ihre Zinkeu liberh. im Gegs. zu denjenigen der Schoss-, Lad-G. von Holz sind.

,Schütt-.' 1659, ScHwE. Klosterarch., vielL = Warb-, Zett-G. od. Tenn-G., mit welcher das Futter gerüstet oder das Stroh nach dem Dreschen aufge- worfen wird. Spreng-: Instrument, mit welchem die Schlosser am Schraubstock ein geschweisstes Stück biegen und formen Z. Syn. Sprengschlüssel. Stech- = Schoss-G. Aa. Uf-stell-: Werkzeug, womit in der Glashütte das gestreckte Glas aufgestellt wird S. Dach-, nebst .Purkeln- und eigentlichen Waffen zur Wolfsjagd mitgenommen. 1641, ApI. Arch. Trag- = Gable 4 a Schw. Worb-: G. mit 3 langen hölzernen Zinken, zum Warben, d. i. Zerstreuen des gemähten Grases LRigi; aScHW; Uw. W.-Gäbeli, leichte G. mit eisenbeschlagenen Spitzen SThierst. Wösch(er)-ffä6eZi s. Gable 4 e B; Z. Zett-Gable GrD.; aScHW; U. -Gäbeli STh.: G. zum ,Zetten' des Heus. .Zettgablen.' 1659, SohwE. Klosterarch. Zwickgabel heissen im Schwarzwald mehrere Ört- lichkeiten, wo ein Tal gleichsam in 2 Zinken sich spaltet.

gable(n) {gabeleLG.): 1. mit der G. arbeiten, bes. das^Heu umwenden AaF., Fri.; Ap; Bs; F; ZDättl.; mit dem Nebenbegriff der Eilfertigkeit (s. 2). ,Im Futtertenn gabelte sie herum wie besessen.' Stütz. D' Heuerinne" gabled im Heu. KdMey. 1844. Im Ustag [Frülijahr] g. wird im W auf Arbeit mit Mist bezogen. Mit der Tischgabel hantieren, essen. Gotth. Mit einer Gabel fechten B (Zyro). Mit den Hörnern stossen wollen, von Hornvieh ScnNk.; vgl. gäbelen. BildL: Etwas zu erlangen suchen. .Man sticht Geschäfte auf, gabelt nach Clienten.- Gotth. 2. eilfertig arbeiten; zunächst in gutem S.: sich emsig rühren, und mit bes. Bez. auf Bed. 1, in dem alten, auch in Deutschland ähnlich lautenden Spruch: Wer im Heuet (Üstig) nüd gablet und i' dr Em (im Summer) nüd zahlet und im Herbst nüd früeh üfstät, der luegi (cha" luege Aa, g'seh BSi., soll schaue ScHNk.) wie 's (em [ihm]) im Winter gät. allg. Etwas anders bei Kirchh. : .Wer nicht gabelt, so die Brem [Bremse] zabelt, Der lauft im Winter mit einem Seil und fragt: hat Jemand Heu feil'?' Im schlimmem S. : übereilt, hastig, ohne Geschick und Überlegung arbeiten; sich stark be- wegen, ohne viel auszurichten ; pfuschen ; unbesonnen handeln Ap; B; L; Z. Syn. angsten; iifudlen; pfurren; g'räblig tuen; stroden; strüelen; strütten; wismen. 3. mit den Armen oder Beinen, absichtlich oder un- willkürlich, lebhafte, lächerliche oder ungeschickte Bewegungen machen, solche Stellungen annehmen; gaukeln BSi.; LG.; Z; gestikulieren, vom Prediger, in dem Volksrätsel : 's ist Öppis zwüsche vier Wände, 's gabelet mit bede" Hände', 's darf-em 's Niemer übel ne", 's darf-em Niemer Antwort ge'. Beim Rudern oder Schwimmen unregelmässige oder nicht zweck- mässige Bewegungen machen Z. Bes. von ungeschick- ter od. unschicklicher Bewegung der Beine. ,Indecenti gestu pedes motitare.' Id. B. , Während die Füsse gen Himmel gabeln.' Gotth. Die Beine in die Höhe strecken, von kleinen Kindern SThierst. Mit ge- spreizton Beinen einhergehen; Sprünge machen B; gehen mit Bewegung des ganzen Körpers, von langen, schlanken Leuten B. Urne g., sich an einem fort be- wegen, hin und her laufen L; Z. Von einem Bolzen, der im Fluge kleine Bogen oder Zickzacklinien beschreibt.

iah, geh, gib, gob, gut

SuLiiEK. 4. viel oder einfältig iihuuleiii GlH.; OT. .Horch, wie sie Alles durch einander gabeln.' UBräguer 1780.

Für nlul. .gabeln' i. S. v. gaukeln nimmt Gr. ein anderes W. an. vwdt mit unserm gappen, gaupeti, göpen, aber diese Annahme ist für unser Gebiet schwerlich richtig und auch nicht nötig, da bei gablen in jener Bed. zunächst wirklich gabelähnliche, d. h. gespreizte, zackige Bewegungsformen ge- meint seiu können.

ab-: Etw. von Jmdm erobern Uw. üf-: 1. mit der (J. auffangen, -heben, -laden Bs; BSi.; G; bes. Heu. Vgl. Heu uhi (iifhin) g., auf den Heustock hinauf werfen BSi. Bildl. : Einem eine Last aufladen, z. B. ein Amt, die Besorgung eines Waisonkin(ks W ; in diesem S. wohl zu Gable 4 a. 2. durch Unvor- sichtigkeit sich Etw. zuziehen, z.B. eine Krank- heit Bs, ein uneheliches Kind BSi. .,Das Meitli het Ei's uf<f gablet;' Syn. üflesen. 3. mit Mühe (Nach- frage, Suchen) oder durch Zufall ausfindig machen, aufbringen, -treiben; erhaschen, antreffen, finden Aa; Ap; Bs; B; Gr; G; Sch; Schw; Z; meist scherzh. und mit etwas verächtlichem Nebenbegriff; z. B. eine Per- son zur Hülfe; eine Person des andern Geschlechtes (Eini, Eine') zu Liebschaft oder Ehe, eine Neuigkeit, ein Wundertier. Syn. üflesen; ufstipitzen; D' An- tiquare' z' Züri"'' händ scho' alle" Giigger [Allerlei] erlickt [entdeckt] und ufg'gablet. JSenn 1864. .Auf- gabeln, colligere; comparare.' Denzl. 1677; 1716. Böses ufg.: böse Absicht finden (herauslesen), wo sie nicht zu Grunde lag ZBauma. Im S. v. gewinnen. Er häd Nüd ufg'gablet GG. Syn. üfstecken. an-: (Jmdn) anfassen, mit freundlicher Rede auf dem Wege zum Stehen bringen B. er-gabele: durch Nach- suchen mit Mühe finden, bekommen LG. üs-gable:

1. verenden, zunächst vom Tiere, das in diesem Falle alle Viere von sich streckt Z. 2. einen Schwing- kanipf beendigen; vgl. tis-schwingen.

ver-: 1. (trans.) übereilt abtun Aa; durch Eil- fertigkeit, Leichtsinn verderben, verscherzen Ap; BSi.; Sch. 2. (intr.) vor Ungeduld, Verzweiflung ver- gehen B. Syn. vergiblen; verzählen (vergitzlen). •2. Eig. vor übermässiger Bewegung zu Grunde gehen.

ze Samen (zäme)-: gierig verzehren Bs.

Gablete" f.: 1. so viel auf eine Gabel geht Aa; B. .Man ass ein paar G-n G'köch [Gemüse].' Gotth. ,Eine Trage voll, z.B. e G. Strau BO.; VÜrte; W."

2. zweckloses Herumfahren oder -rühren Ap.

Bei 1 fragt es sich, ob mau ,Gabel' im gewöhnl. S. od. i. S. V. 4 a zu nehmen hat.

Gabli I, Gabeli (Ineichen); „auch Gabler-. Gabli"g Ap: 1. schlanker Mensch, grosser Kerl mit langen Beinen B; F; SThierst. Auch von Pflanzen- individuen, welche zur Beeinträchtigung ihres Nutzens zu sehr in die Höhe wachsen BStdt. Syn. Beigel.

2. Mensch, der possierliche Bewegungen und Stellungen annimmt BSi. , Gaukler." Mensch von hastigem, unruhigem Wesen, „der eilfertig arbeitet. übereilt handelt;" der eine Arbeit verpfuscht; unvor- sichtiger, flüchtiger junger Mensch; Springinsfeld Ap; L; G; Z; Syn. Gispel; Haspli. Mensch mit unbe- holfenen Bewegungen BSchw.; Züättl. \ gl. gablen 3.

3. Schwätzer GlH.; s. gablen 4.

gabiig: 1. zackig, mit 2 Hörnern, z.B. ein Berg, Stock GrL. - 2. ungeschickt in den Bewegungen

B; G; ZDättl. :l. eilfertig. UMbe.sonnen Aa; GoT.; ZDättl.; flüchtig, oberflächlich, zerstreut G; allzu beweglich, flatterhaft, jung und g. Ap; „gaukel- haft". 4. gabelig, von einem Fuhrwerk mit Gabel- deichsel Bs.

Gaber, Gaberjel, Gabi, Gabli II s. Gabriel.

Uabi II: Gabriele Gr.

liabriauggel m.: Hanswurst. Spassraacher, der seine Spässe mit Geberden verbindet AAFri.

Appellativ gedeutete Weiterbildung des Namens .Gabriel' oder eher eine Verquicknng von Gabriole oder Guhriol etwa mit dem Namen Joggel, welcher appellativ einen Toren be- zeichnet (vgl. Hanäuggel, Hans Jakob) oder mit Gmiggd, Hanswurst.

(iäbrlel Gaberjel GlH., Güber Aa, „Gäberli (dini.) G". Gabütz (scherzh.) B, Gabi Gl, Gabi (dira. Ga- beli) Aa; B; Gl; L; S, (verächtl.) Gäbsch, ijräbst Gl, Gäbli Gl. Gabel LHerg.. Gel LG. Über einen sagen- haften kühnen Gemsjäger .Gabi' s. GStuder, Panor. v. B 35. .Ich schreib sy [die Bauern] vor zyten in myn bruoderschaft und überredt sy, es hette fast guot kraft, und bestrich sy mit eim rossknüw herumb und sprach, es war sant Gabriels heltumb.' NMan. Appellativ als Schelte gebraucht: ,Du Schlingel, du Gabriel, du U-söd!" Z Neuj. W. 1884 (ein Schulmeister zum Schüler).

(iabriol m.-. mutwilliger Springinsfeld, Luftspringer TuTäg. Aus dem folg. Fem. rekonstruiert.

Gabriole (ff a6er;'o?e Aa) f., fast immer im PI. (in diesem Fall auch -öle Z): lustige, närrische Sprünge od. Geberden, allg. gabriole": 1. närrisch tun Z. 2. schwärmen SchwE. Gabrioli m. = Gabriul Th. Aus frz. capride, Luftsprung.

Gabiise. -Äse B, Gäbüse, -üseB;W (auch -juse) f.: 1. moschusduftende Schafgarbe, achillea raosch. Bü.; W. 2. fschwarzij G., Genippkraut, geschwärzte Schafgarbe, achillea atrata B; W. 3. einige Arten von Beifuss, Genippkraut, artemisia: art. spicata BO.. art. mutellina od. rupestris. Alpenbeifuss BO.; W, art. glacialis BO. Gedörrte Kränze von Alpenbeifuss finden sich in den Alphütten als Hausmittel für Wun- den und Seitenstechen.

Einige .ibnlichkeit zw. achillea und artem. (und der ebenf. officinellen .scabiosa', deren Namen viell. uuserm W. zu Grunde liegt) lässt sich in dem schlanken, mit fieder- spaltigen Blättern besetzten Stengel erkennen. An Ent- stehung und Verderbniss des W. aus mhd. biboz (Beifuss) zu denken, verbietet die Acceutuieruug.

Gabutz s. Gabriel.

gab (ig), gebig: 1. passiv: was gegeben werden darf und gern angenommen wird, geschätzt, wertvoll, allgemein gültig, a) in allitt. Formel verbunden mit gäng (gangbar) und andern Synn.: gäng (gang) und g., allgemein üblich, gebräuchlich, gewöhnlich, geläufig Bs; Uw; Z; auch: allgemein bekannt UwE. Sub- stantivisch: Pietist GWa.. Syn. Eine. Urspr. wohl wie noch jetzt von Münzen, Edelmetallen und Ge- treidemassen: ,19 pfnnt Pfennig guoter und geber Züricher müns.' 1353. Ztschr. f. Schwz. R. .5 pfund Pfennigen zuo Schwyz genger und geber.' 1358/1544, SoHw LB. .Ein viertel habern guots und gäbs Co- stenzer mess.' 1364. Pup. 18.30. ,Munz. so in unser statt geng und geh ist.' 1409. Ztschu. f. Schwz. K.

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Gab, geb, gib, gob, gub

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,4 iiiütt guotes gäbes wolbereites ewiges kernengeltes und diirzu 10 seh. hall, ewiges pfenning geltes.' 1438, JRüEG. 1606. ,130 guldin guoter, genger und gebar.' 1494, Gfrd. ,0b sölliche prob [Meisterstück] geb und gerecht syge.' 1548, Z Ratserk. .Münz, die landlöfig, g. und gnäm were.' Vad. ,Pfruonden mit gar guoten, gnämen und gäben zinsen.' ebd. , Silber, das im Kauf gengbar und gebig war.' 1707, I. Mos. Vgl. noch yihig. b) brauchbar, angenehm, bequem. Gegs. übel-, un-g. Syn. fri(n). Von Personen: (gab) wert, ge- sehätzt, bes. von Mädchen BRi.; (gäbig) dienstfertig; umgänglich. En gäbige Nächpür, mit dem man gut auskommt B öO.; PJ. Von Tieren: lenksam, ebd. Von Sachen: zweckmässig, angemessen, z. B. von Wohnung und Hausgerät BÜ., öO., Si.; S; W; Klei- dung (kleidsam) BSi.; Obvi {Syn. ordlich). „Das Kleid kommt [steht, sitzt] g."; Werkzeug (leicht zu hand- liaben, handlich; vgl. hand-g.) BSi.; Syn. gattlich; kamndich. E g-s Fueriverch B. Von einem Weg, der leicht zu gehen ist B (St.*"). Es ist nit g. im Dreck z' laufen BSa. ,Gäbige [geeignete] Ablasstage.' BSigr. Jahrzeitb. (HagoTib.). Von einem Wort: sach- und zeitgemäss B, erwünscht, gelegen BHa.; vom Wetter: gut, freundlich, fruchtbar BSa.; PMu. Es g-s Jör. Schild. Gäbigs Land BSi. Vom Zufall: Ei"m gäbig dum, hequem fallen B 50. '2. aktiv (auch gebig): wer gern gibt, freigebig B; „L;" Sch; SBuchsg. ; Uw; Syn. er-, frl-, rlch-g. Gegs. übel-, un-g. Auch : wer dem Arbeiter verdienten Lohn gönnt GWa.; Syn. gtmnig. ,Dass ich milt und geb sye.' Zytglöggl. 1512.

Mhd. ijaehe, yaehec, annehmbar, bes. auch von Münzen; (jaehe auch: erwünscht, lieb; liass unser (freilich fast aus- gestorbenes) (ßh das mhd. tjaebe ist, unterliegt keinem Zweifel ; dagegen entspricht ij-ig nicht ohne weiters dem mhd. gaebec, denn es wird (wenigstens in Bed. 1 in B durchgängig) mit kurzem Voc. gesprochen (für 2 sind die Angaben der Quant, unsicher) und scheint eine Mittelform zwischen gäbiy und (dem vom Präs. abgeleiteten, z. T. synonymen) giliy, d. h. zunächst Erweiterung von yaebe mit dem beliebten -ig, aber dann im Voc. verkürzt mit Anlehnung an gibig, resp. den kurzvocalischen Präs.-Stamm geh, gib. Das Schwanken der Form gilt auch für die Zssen.

übel-gäbig: unbequem, z.B. von einem Ort, wo nicht gut sein ist BHa.

u(u)-gäb: 1. mürrisch, unfreundlich GF.; der sich nicht ergeben, belehrrii lassen will, schwer zu behandeln, auch von Tirr.n ili, ; (a\'c. 2. -ig, un- passend BSi. 3. ugdh. iii/ihiii. ^yizig GG. ,Ungebe' bei Kd.v.Ammenh. von einem Knecht, der den Pferden ihren Haber nicht gab.

Mhd. ungaehe, unannehmbar, nichts wert, schlecht; un- geziemend. Vgl. ,ungeblich', unannehmbar, von Bedingungen. ,Des französischen Ambasciatoren entbietende [angebotene] Vermittlung ungäblich, unangenehm und verdächtig.' Zur Gilg. 1656.

et -gäbig ZBül., Windl., -gebig Aa; BBe.; G; Vw, -gcnd UwE., -gändldük., Si. : 1. ehrgeizig, ruhmredig, eitel, stolz BSi.; UwE.; ZBül., Windl. 2. wer seine Sachen sauber und exakt haben will BBe. Syn. eigenlieh. Leckerliaft. walibrisch, aus Stolz oder An- massung; wenn ■/.. H. Imh't von gewissen Gerichten deswegen nicht kostet, weil man ihm nicht genug Ehre angetan hat BHk. Syn. er-los; spröde mit Bez. auf Annahme von Gefälligkeiten BSi. 3. freigebig, wohltätig, hilfbereit AaF., Z.; G; Vw; ZBül. Er ist

nüd so gar e. mit sine" Gschwüsterte". ,Perliberalis: fast ergab und kost-, gastfrei. Liberalis: freigäbig, e., erlich mit ausgeben und nemmen, trüw, kostfrei.' Pris. ; Mal. ,Da die gytigen solltend eergeb syn gegen menigklichem.' LLav. 1584. ,Wie frei und ehrgäb sy joch gsyn syge, so erscheinte sich dennocht in der hushaltung nie einiger mangel.' XVII. Anf., Mise. Tig. Die sämmtlichen BeJd. gehen wohl auf den Grundbegriff zurück: wer auf Ehre hält; es wird also bei 3 eine Frei- gebigkeit oder Wohlthätigkeit gemeint sein, die sich mehr von jener Rücksicht als von reiner Gutmütigkeit leiten lässt.

fri-gäb: freigebig; vgl. rich-g. ,Er [ein gewisser Adler] ist gar unerschrocken, mächtig, freigab und gar nit verbünstig [missgünstig].' Vogelb. 1557. ,Prünt- lich, güetig und frygäb nach synem vermögen.' HBull. 1561. ,Gegen den Armen war er frygeb.' JRüeg. 1606. ,Dass sy guottätig, freigab und gmeinsam seiind.' Z Lit. 1644/96. ,Darum ist Zacheus so liberal und freigeb auch bis an den halben teil seines guts.' AKlingl. 1688. Fri-gäbi f.: Freigebigkeit. ,Liberalitas, die freigeb(n)e.' Fris. .Freigäbe der natur, natura; beni- gnitas.' Mal. , Welche freigäbe (,Freigebigkeit.' 1693) vil reiche leut bewegt hat, dass sy von irer hab an die selbigen Stiftungen geordnet haben.' SHochh. 1591.

fr und-: so wie man Etwas Freunden gibt, d.h. gut beschaffen und voll gemessen; vollwertig. VgL die RA. ,unter Freunden so viel wert'. ,4 mütt kernen fründgebs guots.' 1433, GRapp. ,Pünfthalben mütt kernen fründgäbs und guotes Züricher mijss.' 1440, ebd. ,600 albelen früntgäber fischen.' 1467, Z Staats- arch. ,1 viertel gnems, b'reits, frundgebigs kernen.' 1503, Z Ratserk. ,Ein viertel allweg gueten, erbers, fründgebs, wolgeschmacks und wol gesottens ankens.' 1518, Z Staatsarch. Mhd. vriunt-gaebe, unter Freunden annehmbar, brauchbar, gut.

„gast-gäbig: gastfrei VO." band-: handlich bequem in der Hand BBe. nüt-: unbequem B. rich-gäb: freigebig. ,Abt Konrad was rychgäb und gegen die synen gsellig.' Vad. ,Das reichtumb und die miltikeit der fürsten, die nur zuo reichgeb warend.' ebd. simel-: feines Mehl (Semmel) gebend. Vgl. gab 1. ,Guots Sehers und similgebs kernen.' G Stiftsarch.

wunder- Bs, -gäbig Z: neugierig. Syn. w.-fitzig. Objektiv: die Neugierde reizend oder aus Neugierde fliessend. ,0 du wundergebe, aufrüerische, muot- willige statt!' 1531, Jesa.i. ,Wer wundergeb ist. fraget vil.' RüEF 1538. ,Die jünger fragend wundergäbe ding.' 1548, Marc. ,Vir facilis mirari nova, w-gäbig, der sich leichtlich ab neuwen dingen verwundert.' Fris.; Mal. ,Doch solle man kein unnötige und über- flussige, w-gäbe (,w-gäbige.' JMüll. 1666) frag an in tuen.' LLav. 1569 = , fürwitzige.' 1670. ,Diesen seltsamen' und w -geben Arzneien gib ich kleinen Glauben.' JBLandenb. 1608. .Wo etliche der unseren so unbedacht und w-geb werend, dass sy an hcimbliche predigen giengend.' Z Mand. 1612. ,Wir Menschen sind fürwitzig und w-gebig, wollen mehr wüssen, denn uns guot ist' GwERB 1646. ,Musca, w-gebiger mensch. der alles wissen will.' Denzl. 1677; 1716. , Wir men- schen sind fürwitzig und w-gebig.' Zauberei 1704. Wundcr-gäbi, -gäbigkeit f.: Neugier, Fürwitz Bs ; Z. Adam zum Affen : .Von dyner w-geb und zierd wirst hässig syn und allweg gfierd.' Rüef 1550. .Sie verraten ire w-gebigkeit und fürwitz.' FWyss 1655,

(iiil». gell. gih.

gub

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.Aus w-gebe zu hipi-en. was ilcr Prediger tiir arbeit maclie.' JMüll. 1065.

Der von Gr. WB. i 1 a lö-lO u. vorsuchtuu Ableitung von dem (auch Schweiz.) ,gäuen', mit offenem Muude da stehn, weiche einen vortrefflichen Sinn ergäbe, steht die Schwierig- keit entgegen, b durch Vergröberung aus m zu erklären, da dieses, nachdem der Iliphthoug eingetreten, iu Letzterem untergegangen ist.

gäbige(n): bequemer werden, z. B. von einem re- l)arierten Haus: ICs hat g'gäbiyet BSi. Zu yähig J. Gabel I s. Gabriel.

(iiibel n ra. : Name eines Rindes mit gegen ein- ander stehenden Hornspitzen oder aufwärts gehenden Hörnern AaF.; BO. Vgl. Hirz.

g;"ibele(n): 1. mit der Gabel nach Speise langen, aber nur wenig oder langsam essen Bs. 2. „mit einer Gabel in Etwas viele kurze Stiche machen L; ScH." Ein Spiel, wobei man mit einer Gabel 17 Stiche möglichst schnell und nahe an einander zu machen sucht Ap. „Kinderspiel, wobei man aus ge- wisser Entfernung mit Gäbelchen nach einem Ziel wirft, so dass sie im Boden stecken bleiben Z.' 3. beim Heuen das Gras mit der Gabel umschütteln, damit alles gleichmässig trockne Ap. 4. „Etwas zu erhaschen suchen, 's ist Nut s' g. L; Sch." 5. das sog. Gabelt gegen Jmdn machen B; Ndw; UwE.; s. Gable 3. 6. das Wasch seil mit Klammern ver- sehen B; s. Gable 4 e. 7. mit dem sog. Gabelt eine Schnur stricken ZZolL; s. Gable 4 c. 8. einen E i d schwören (3 Finger gabelförmig aufstreeken) B. I''' tcill dir g., es isch so! Beteurung. Süterm. 9. von Kühen: mit den Hörnern stossen S. Vgl. gablen 1; Gabel IL Dr böse' Bämichueh wüll i 's scho" zeige", wer Meister isch ! Seil wider chu" g. gege mir ine! Joachim. 10. Eanken treiben, von den Reben zur Zeit der Samenbildung bei rauher Wit- terung. Vgl. Gable 5 a.

Gäbe 1er: verächtlich statt ,Gabriel'. Wahrsch. mit Anspielung auf appell. Bei. i. S. v. yähelen.

Gäbli m.: G. e' Schwäbli Gl. Wohl = Gabli 3 od. 5. - Sfhm. von echiceUen i. S. v. ,blauen Dunst vor- nuicheu', von Schteebd = Schwefel.

(iäber 4- m.: Gänserich FKerz. Möglicherweise Koseform für ,Gabriel' und wie andere Personenn. auf das Haustier übertragen.

(iäbi I n. = Gabel IL Eigentl. Dem. zu Gabh. Gabi 11 m. s. Gabriel.

gäbi: Interj. des Hohnes, etwa mit Dat. P., be- gleitet von der Geberde des Rubchenschabens B.

Ursprünglich wohl von der unter ffaW« 4 h beschriebenen Geberde.

gibisch: verkehrt, linkisch.

Von H. für Aa, sonst von keiner Seite bezeugt, daher wohl nur als zufällige Verpflanzung aus Baieru od. Schwaben, wo das W. zu Hause ist, zu betrachten.

ge'I) Aa, geh I B; SLeb., göb BU., gob SGrench.: Conj., ehe, bevor Aa; B; S. Lösche', gab 's brönnt. GoTTU. ,Da habe ich ihn drei Mal geschlagen, gab er mich einist.' ebd. il/e" seil dr Öpfel nit vom Baum schüttle'', gab er rlf isch. Schilp. Zuweilen

Schweiz. Idiotikon. II.

mit pleonastisch nachfolgendem e. Nat.-Kal. 1884, 29. Zuweilen mit vorangehendem ploonastischem ,zuerst'. Mc muess z'erst Fecka ha', geb-nie' fliiga" cha"" B. Me' sett z. alt werde; gab jung. Schild. Er wird ehnder rüdig gab rieh. ebd. Bei vorangehendem ,eher' nimmt g. die Bed. eines vergleichenden ,als' an: Ehnder schlüfi es Kamel dur''' es Nadelöhr, gab e Btche i 's Himmelrich. B Landw. Wochenbl. 1847. Me" Schlot ehnder zwe Düflen [Teufel] inne, gab einen itse (Warnung vor körperlicher Züchtigung von Kin- dern). Schild. D' Lüt gönnen Eim ehnder 's Böse gab 's Guete. ebd. Allein stehend i. S. v. ,(eher) als dass': ,Gäb sie so dabei sein [das ertragen] möchte, wollte sie lieber [usw.].' Gottu. Gab i-ne [ich ihn] nämi [zum Mann], wett i lieber vo Heimet [die Heimat verlassen]. Ott.

Gleich eb, Ob (aus e ob, s. Bd I 10/11, 53/4), mit vorn zugesetztem g durch Einwirkung zunächst von geh II (s. d.), mittelbar von geb III, dessen Voc. an die Stelle von e' oder « getreten ist. Zwischen ,ehe' und ,ob' besteht auch kein begrifflicher Übergang, aber ein äusserer Zshang war vermittelt durch die Verbindung e ob, in welcher ob nur allgemein relative Bed. haben konnte, wie ,und' und ,dass' in der ä. Sprache öfter. Die syntaktische Verbindung ender: gtb entspricht der von ender : e; s. d.

geh n, göb B, gob Bße. (neben göb): Conj., ob. 1. an der Spitze eines einfachen abhängigen Frage- satzes. Hri-s, [sie liaben Mcli] velle" Überzüge', gab di Lüt a'hl liii'ii" luni" V: /(rsfi\l [zuerst] het's-mu no''' ^viii'l Iwai- rr iiMcli z\vrilclliaft|, gäb-er-mu derfti trilwe [sich getrauen dürfte] BSi. (Schwizerd.). Er sinnet, gab ' s öiqmi Bikannti si'. Schild. Mit unter- drücktem Hauptsatz einen scheinbar selbständigen Fragesatz einleitend und zuweilen noch durch nach- folgendes ob verstärkt; i. S. v. ,ob wohl, ob vielleicht'. Gib Hansli scho" dinne« sig? BM. Geb ob er cho" sig? GrD., Val. Göb ig 0 wett, oh ich auch wollte [sc. ist dabei die Frage; ich denke nämlich nicht daran, das zu tun] B. stehende RA. 2. in einer Doppel- frage, mit correlativem ,oder'. Vgl. gottgeb 3. I will- der morn b'richte', göb (ZStdt auch söb, se'b) i 's will oder nüd. 's chimnt nüt driif a', geb ei"s meh oder minder sig. Gottu. 's isch ei- Düfel [einerlei], gab beulen oder Brod heusche". Schild. Etwas anders gewendet, so dass g. i. S. v. ,gleichviel' voransteht und das erste Glied der Doppelfrage im blossen Conjunctiv (Optativ, Potentialis) steht; vgl. geb IIL ,Es hätte sich der Sache doch nicht zu schämen, und einmal müsse es sein, gab es geschehe einen Tag früher oder später.' GoTTH. G. i stg da oder nit. ebd. G. loell-i'''' oder nit, unwillkürlich Bs. So einmal auch schon in der ä. Spr. : ,Dise habend allhie das Far ing'han, geb si habind hernach mit einanderen duschet oder nit.' JRüEG. 1606. Mit freier Anfügung der Doppelfrage, ohne Verb um: ,G. jetzt oder g. später.' Gotth., und auch mit zweitem geb statt oder: G. gern, g. nit, gern oder ungern. B Kai. 1826. Und ohne beigefügten ma- teriellen Begriff doppeltes geb, aber durch icie ver- bunden und das zweite mit Subjekt (es), also verbal (s. g. III, Anm.). Aber g. wie 's g. [wie dem sei, immerhin, jedenfalls], er mein 's ufrichtig Bs.

Dieses geb ist eine formell seltsame, aber begrifflich leicht zu erklärende Verquickung von ob (resp. eb, ob s. 1 53) mit dem ursprünglich rein verbalen, dann conjunctional ge- auch den zugesetzten An-

chten

pfange

von dem nd dann a

/ fortgepflanzt hat. Der

Gab. gel», gib, gob, gub

Gebrauch 2 liesse sich auch geradezu auf y. III alleiu (vgl. ijolUjeh S) zurückfUhreu und 1 könnte aus 2 entstanden sein. Für jene Auffassung spriclit auch der Voc, der vorherrschend i: ue> ist; aber die Nhf. mit ö deutet doch auf Einmischung dfs Ijugiilflicli nahe liegenden oh und auch das </ ist nicht entscheidLud ; denn neben (jch findet sich in der Bed. ,ob' auch Bch und Ich, in der Bed. ,ehe' auch deh, Formen, welche auf einen rein lautliehen Zusatz und d viell. aus dem Auslaut des vorangehenden W.) zu deuten scheinen.

geb m, geg B; h\, g^ L; S; ZZoll.f, Je- ZEls., fast nur in Verbindung mit folgendem (zuweilen durch eine Präp. von demselben getrennten) Fragepronomen, resp. pronom. Adv.: 1. im Sinn der Verallgemeinerung: -auch, -immer AALenzb.; Bs; BU.; S. Geb wer: i/r weiss nit, ''ass im Stiirmg'lüt siir gliche ZU für 15 Grenvher 's Tüi}te<ihi,inli rhlingt. gib wer 's [wen es] im Dorf au''' tirffr" iikv. Si iiild. .Fraget ihr ihm nichts nach, geb von wem die kirch euers gottes ge- schirmet oder widerfochten werde.' HBull. 1597. ,Ks wäre reich oder arm, jung oder alt und geb wer sich mit einem frömbden Weib veroelichen wurde.' 156'2, Ztschk. f. Schwz. R. ,Was fragent wir umb nach den armen':" Geb wem sy werdent ze erbarmen.' Aal. ,Will 's von mir werfen, gab wer 's find.' Com. Beati. Geb welch: Gab i' tvelem Egge er si v'rsum [sich aufhalte]. Gotth. G. was: G. w. men im seit, gab wie men im 's vorgstellt het, es het Alls mit y'nätzt BE. G. w. no us-vier will werde'. Hebei. ,Geb. w. sunst.' Kessl. ,Man wolle sie nicht passieren lassen, g. w. guter Worten man inen geben habe.' 1632, Absch. .Werft aus, g. w. es gebe: ejicite, quidquid ingre- diatur.' Red. 1656. ,G. w. wir tüegen, wann wir es nicht aus glauben tun, so ist es sünd.' JMüll. 1673. ,G. in was Zeit seine Hirtensorg gesetzt wirt.' Wurstis. G. wo: TJn" Eine, 's iseli doch gruselig ! g. wo sl armi Sei iez slg! Un'' Eine springt i" d' Are. Alpenr. 1811. Halt-di''' wohl, g. tco-de bisch. Hebel. ,[Wir wollten] fort ziehn, g. wo wir hin kämind.' Platt. 1612. ,Quacunque; g. wo anen [anhin].' Collin. G. wann: ,Wie vil, gab w. und von wem.' 1659, B (Ztsclir. f. Schwz. IJ.). Bes. häufig g. wie, a) wie auch, wie sein- aucli lis ; KU.; L; Uw; Z. „Ich lasse dir 's nicht, giib wie du schreie.st." G. w. 's chömm, wie es auch kommen mag. Er ist en schlechte'' Kerli, g. lu. 's-em gong [es iiim gehen mag]. Nes Meitschi hed halt, churz und guet, gäg wie-men an-em g'grestet [ge- trieben] hed, nid g'spunne". JBHXfl. 1813. !''• will mi'" in Alls schicke", g. w. 's chömm! UwE. , Während Uli anspannte, drückte sie des Vetters Kindern neues Geld in die Hände, g. w. die sich wehrten.' Gotth. Erdberistüdeli und Ereprls ~ hett ich es Mandeli [Mann], g. w. nes chU's! B. w. die zweu Meidschi der ganz Vormittag dure g'äuglet hei', kei Spur hei si vonne' entdecke' chönne'. JHofst. 1865. I ha' g'hürotet und ha' g'meint, gab wie-n-i Vögeli g' fange' heig. Schild. w.-n-ere g'luegt tcorden isch [zu ihr geschaut wurde], i" 4 Tage' scho" isch sie ne Lieh g'sl'.' JoAOH. 1881. ,Bis [sei] sorgenfrei, Geb wie im sei!' Aal. ,Von jeder Sach, g. w. vil der Partygen sygend, 4 Batzen.' 1596, Ztschr. f. Schwz. R. ,Hiemit [demnach] rauss Einer sterben, g. w. alt Einer ist.' 1627, TaSommri, Pfarrb. ,I)arumb sind die Bruch besser zu erkennen, g. w. steif sie standen, weder [als] die Spalt [bei Röhrenbrüchen].' Würtz 1634. ,Man machet sie [die Fussängel] mit 4 spitzen, drei ligen auf dem boden

und stehet <