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1886 verschmolzen ıit Gartenflora.

_ WOCHENSCHRIFT

FÜR

GÄRTNER UND GARTENFREUNDE.

Herausgegeben von

Dr. L. WITTMACK, ind W. PERRING,

Professor a. d. Universität u. a. d. landw. Hochschule, Inspector Gen.-Sekretär d. Vereins z. Beförderung d. Gartenbaues. des Königlichen Botanischen Gartens in Berlin W., Berlin, N. 102 Chausseestrasse. 75 Potsdamerstr.

"Organ des „Vereins zur Beförderung des Gartenbaues in den Königl. Prenss. Staaten‘ und der „Gesellschaft der Gartenfreunde Berlins“.

Vierter Jahrgang. (1885)

Mit 142 Textabbildungen.

BERLIN. VIRRST AGIVON: PAUWE PAREY

Verlagshardlung für lLandwirthschaft, Gartenbau und Forstwesem

1885.

_ WOCHENSCHRIFT

IV. Jahrgang. Nr. 1.

GZATTTATN ZIOIZTOLIIOFIOFFTOLTIOTTITIIOE

FÜR GÄRTNER UND GARTENFREUNDE.

Herausgegeben von

Dr. L. WITTMACK, und

Professor a.d.Universität u.a. d. Jandw. Hochschule. Gen.-Sekretär des Vereins z. Beförderung d, Gartenbaues . Berlin, N. 102 Chausseestr.

Erscheint jeden Donnerstag. Preis vierteljährlich 4 Mk. Zu beziehen durch jede Buchhandlung oder Postanstalt.

Inhalt. Monrepos bei Geisenheim am Rhein. Die Gärten des Generalkonsuls a. D. EDUARD VON LADE. Von LuDWIG FREIHERR voN OMPTEDA. (Mit 2

' Abbildungen.)

Begonia hybrida Wettsteini Weick. Von WETTSTEIN

& SOHN, Luzern. (Mit Abbildung.)

- Eierpflaume, grosse Britzer. **$f Von B.L. Künn. > (Mit Abbildung.)

Kann der Wald die Malaria bezwingen? DIECK-Zöschen. I.

Die Schnittlauchtreiberei. Von R. MoNncor®s.

Die Behandlung der Zimmerpflanzen im Allgemeinen,

Von Dr.

W. PERRING,

Inspector des Königlichen Botanischen Gartens in Berlin, W. 75 Potsdamerstr.

Organ des „Vereins zur Beförderung des Gartenbanes in den Königl. Preuss. Staaten“ und der „Gesellschaft der Gartenfreunde Berlins“.

Verlag von Paul Parey, Berlin SW., 32 Wilhelmstr. ANNONCEN

y werden mit 35 Pf. pro Petitspaltzeile oder deren Raum berechnet. Annahme in allen Annoncen-Bureaus und in der Verlagshandlunrg,

Von H.R. in Berlin.

Rundschau in den Berliner Blumenläden. MULUS. II.

Der falsche Mehlthau auf dem Weinstocke bei Berlin. Von P. Macnus.

Kleine Mittheilungen: Blühende Maiblumen im Anfang August. Humoristische Antwort. Export ge- triebener blühender Maiblumen von Berlin nach Paris. Phyllostachys bambusoides Sieb. et Zucc.

Berichte über Versuchspflanzen. Von J. KLAR, Berlin.

Von PRL-

| Personal-Nachrichten. Sprechsaal.

Engros-Preise abgeschnittener Blumen in Berlin.

ERS BR ren Ze Ba RS ar Eee he ET EEE N RE he ar

Zum neuen Jahrgang!

| Um Yüchts zu verfäumen, was dazu beitragen Fann, die „Garten- 2

- Zeitung” mit immer reicherem und praftifcherem Inhalt zu füllen, hatfih die Redaktion durch Eintritt eines unmittelbar in der Praxis ftehenden Gärtners, des Herrn ID. Perring, ergänzt. Auf dieje Weife ift es möglih, dem Wunfche vieler Lefer zu entiprechen und ein noch größeres Gewicht auf die verfchtedenen Gebiete des praktifcyen Gartenhaues zu legen. Die engen Beziehungen des Beren Infpeftors Perring zum Kal, botanifchen Garten in Berlin geben dafür die beften Garantieen.

Sandfchaftsgärtneret größten Stils bis herab zur Anlage des Kleinen Hausgartens, Kenntnif und Bereicherung des Pflanzenmaterials, Pomologie, Blumenzucht im Freien und Simmer, Düngerwefen und Gemüfebau, Gehölzkunde und Rofenfultur, Bau von Gewächshäufern und Miftbeeten, Bewäfferung und

Geräthewefen, Bouquetbinden und Infektenfunde, gärtnerifches Planzeichnen und Perfonalnotizen aus der Gärtnerwelt, Preisberichte für Handelsgärtnereien und Meteorologifches, Korrefpondenzen aus anderen Kultueländern und gärtnerifch Intereffantes aus nenen Gefegen und Entfcheidungen ac. ıc., Alles dies find Dinge, über welche die „Barten-Zeitung” in überfichtlicher Weife bald längere, bald Fürzere vielfach illuftrirte Artifel aus der Feder der bernfenften Spezial- Fachleute bringt.

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Fr Dortals,

Monrepos hei Geisenheim am Rhein. Die Gärten des Generalkonsuls a. D. EDUARD VON LADE.

Von LUDWIG FREIHERR VON OMPTEDA.

VW ir eröffnen den neuen Jahrgang der Garten-Zeitung mit einer Reihe von

Beschreibungen der schönsten Gartenan-

lagen am Rhein und beginnen zunächst mit der herrlich gelegenen Villa Monrepos.

Die prächtigen Gärten von Monrepos enthalten etwa ıı Aa. Das Grundstück, ein Rechteck, etwa dreimal so lang als tief, zieht sich zwischen der Landstrasse Geisen- - heim-Rüdesheim und dem regelmässigen Ueberschwemmungsgebiete des Rheins entlang. Es bildet einen sanften süd- lichen Hang. Der Boden ist schwach

lehmiger Sand, mit durchlassendem kie-

sigen Untergrunde; für feine Bearbeitung sehr geeignet. Zur Bewässerung dient ein System von etwa 1000 2 eiserner Röhren, mit Hydranten auf je Io »z. Rings um die Villa liegt der Blumen- und Ziergarten; gen Westen erstreckt sich der Obstpark; östlich sind land- schaftlichemit Obstbäumendurch- pflanzte Anlagen ausgeführt. Der Sockel des Wohnhauses ist auf der Strassenseite, zu beiden Seiten des Haupt- mit immergrünen Sträuchern verziert, welche wiederum mit Rhodo- dendren, Gloxinien und Pelargonien eingefasst sind. Noch reicher entfaltet sich dieser Schmuck an der Südseite des Eeiises: (Grundriss 2, 5, c.) Hart an dessen Mauer zieht sich eine Reihe hoher Eucalyptus globulus hin, davor halbhohe und niedrige Rosen. Die beiden runden Beete (a, c) bestehen aus Degonia Wel. Loniensis, eingefasst mit B. fuchsioides. Das ovale, stark gewölbte Beet (2) ent- - halt eine Sammlung von 50—60 der neuesten Pelargonien. Den Glanzpunkt dieser Verzierungen des Haussockels, unter der mittleren Veranda, bildet ein Blattpflanzenbeet, aus der eigenen Er- findung des Besitzers entstanden, der zu- gleich der schaffende und leitende Ober- gärtner von Monrepos ist: ein Teppich von Alternanthera paronychioides, aus diesem erheben sich die schönsten ver- schiedenartigen Coleus, die Einfassung bildet Zcheveria bracteosa.

Das grosse Blumenparterre (siehe Grundriss) vor der Gartenfront ist um 1,5 m gegen den Weg längs dem Hause versenkt. Seine Eintheilung ergiebt der Grundriss. Die Länge beträgt 51 »z, die Breite 14 2. Leider ist hier der Raum für eine eingehende Beschreibung der Anlage, in welcher sich Reichthum und Geschmack, Pracht und Abtönung der Farben in seltener, musterhafter Weise vereinigen versagt. Diese Darstellung muss daher einer ausführlichen Schil- derung von Monrepos vorbehalten bleiben, die ich in kurzer Frist an an- derer Stelle zu bringen hoffe.

Den unterhalb des Blumenparterres hin- führenden Weg begleiten 5 Marmor- statuen, deren Fuss von Blumenbändern umschlungen ist. Sie leiten harmonisch zu der, von hier abwärts zum Flusse gleitenden, grossen Rasenfläche über. Diese ist mit Blumenkörben, auserwähl- tem Gesträuche und schönen Coniferen besetzt. Die stromwärts den Garten ab- schliessende Mauer ist dem Auge ver- borgen, so dass der Garten sich schein- bar in die darunter liegenden Wiesen un- begrenzt fortsetzt.

Das Rosarium werden wir in der nächsten Nummer an der Hand einer vorzüglich gelungenen Abbildung be- sprechen, da uns heute der Raum fehlt.

Unterder WestseitederVillafınden wir wiederum ein prächtiges, muschelförmiges Blumenstück als Vordergrund der Rasen- breite, die sich hier abwärts zu einem kleinen Weiher erstreckt und einen weiten Ausblick gewährt. Den Mittelgrund bil- det der Obstpark, während zum fern- sten Abschlusse der Niederwald mit der Germania aufsteist. Unter den seitlichen Einrahmungen der Rasenbahn sind zu erwähnen: eine Gruppe aus buntblättrigem Ahorn, brauner Canna und blaublühen- dem Agapanthus, eine tadellose I2 72 hohe Pyramidenulme, 19 »z im Umfange am Boden, eine Blutbuche, deren unterste Aeste auf dem Rasen lagern, eine ba- bylonische Weide und am Rande des Wassers Blatt- und Sumpfpflanzen.

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00. Monrepos bei Geisenheim am Rhem.

[ GARTEN-ZEITUN

sichmauer. Auch von hier wäre vielerlei

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Der Obstpark umfasst eine etwa 300 m : lange und 80 »z tiefe Fläche. Nach, Norz, ' den, an der Landstrasse, läuft eine Pfir-

‚wegten. In der Nähe finden wir auch 3 ‚eingeborene Kinder des Gartens: Lade’s Muskat-Gutedel, Lade’s Lieblings-

zwischen 5000 und 16000 Früchten be-

so Meer

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Lehrreiches zu berichten; jedoch müssen wir uns heute daran genügen lassen, dass

die Gärten insgesammt 230 Pfirsichpflan-

zen fassen und dass die Ernten sich

Grundriss,

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Schloss Monrepos.

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traube und Lade’s späte Knorpel- kirsche. Den Weg längs der Mauer begleitet ein Gegenspalier von Bir- nen, ‚3 a hoch. Von hier aus zum

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Schloss Monrepos,

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u Begonin Aybrida: Wettsteini Weich

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Rheine und wieder- ostwärts zum Rosa- rium, wandern wir durch den Obstpark

und bewundern die Kunstwerke der

Formbaumzucht. Pyramide ist hier zu Spindeln, Palmetten, Bechern, Vasen und, vor allem,

Die Grundform der

zu ge-

waltigen Flügelpyramiden entwickelt;

E Wintercalville

5 letztere ohne Zweifel die vollkommenste - Form der auf Wildling veredelten Birne.’

Bemerkenswerth sind hier 7 grosse Grup-. pen von je 20—30 Pyramiden, in denen die besten Sorten je nach ihrer Reife- zeit, vom Juli bis Januar, vereinigt stehen.

Inmitten des Obstparkes ist etwa 0,5 ka mit Horizontalkordons des weissen bepflanzt; das

_ macht in seinen langen gleichmässigen

Abiheilungen.

Linien einen höchst eigenthümlichen Ein-

druck. Auf die Erziehung und Pflege der Bäume, sowie auf die Behandlung der Früchte hier einzugehen, verbietet

‘der zugemessene Raum. Ich muss mich daher auf eine trockene Zusammenstellung der Anzahl beschränken.

Aepfel Birnen

Horizontale Cordons . 800 600 Schräge und vertikale Cordons . 273 300 Pyramiden 3 580 Spaliere (einschliesslich der frei. ; stehenden). . . Br 3 145 Kessel- und Becherform. 34 34 Hochstämme 60 76

Unterhalb des Gartens gedeiht eine Pflanzung italienischer Zwetschen, trotz jährlicher Ueberschwemmungen bis an die Krone, ganz vorzüglich. Diese 80 Bäume liefern alljährlich 40— 50 Ctr. ausgezeichneter Früchte.

Der östliche Garten zerfällt in zwei Die obere enthält Park- anlagen mit reichlich eingesprengten Obstbäumen. Den Abschluss bildet ein Laubengang; bis zum zerstörenden Winter 1879/30 war er mit Aprikosen bezogen. Von der horizontalen Decke hingen oft 5—6000 Früchte herab! Im unteren Theile dieses Gartens finden wir die Glashäuser und Treibbeete. In ihrer Mitte erhebt sich seit 3 Jahren ein ver- tieftes Kalthaus, eine musterhafte Obsthalle bildet.

Der grossartige Betrieb beschäftigt 6 Gärtner, dazu Gehülfen und Lehrlinge, nebst 8 ständigen Tagelöhnern. Die obere Leitung sämmtlicher Zweige liegt ausschliesslich in der Hand des Eigen- thümers von »Monrepos«. Ueber sein

Feld

gar

dessen oberer- Stock

Eingangsthor setzen wir daher scheidend mit Fug und Recht die Inschrift: HE »Meine Ruhe«e ist die Arbeit.

Begonia hybrida Wettsteini Weick.

Von WETTSTEIN & SOHN, Luzern.

Begonia Wettsteini wurde von uns ge- ; züchtet und von Herrn AD. WEICK in

Strassburg, dem wir die ersten Pflanzen verkauften, nach uns benannt.

Sie ist

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das Produkt einer Kreuzung der beiden

beliebten Begonien 2. ascotiensis und 5. ; corallına. Von B. ascotiensis hat sie die "Eigenschaft des willigen Blühens und

schönen, von D. der Blüthen und Blätter.

meistens aufrechten Wuchses,

im ersten Jahre, werden bis 4 Fuss hoch.

In der Blüthe unterscheidet sie a von D. corallına darin, dass die männ- lichen Blüthen (die zuerst erscheinen und

abfalleny

fast immer, ohne aufzublühen, bedeutend kleiner sind, und dass also nur

die weiblichen Blüthen oder vielmehr

corallina die Farbe und Form Als Strauch ‚erreicht sie eine Höhe von 50-70 cm einzelne Wurzeltriebe

eigentlich die Samenkapseln, die zu 8 bis z

16 und sogar 18 Stück beisammen hübsche hängende, rothe Dolden bilden, der Haupt- diesen

schmuck der Pflanze sind. "Bei Dolden bilden die Stiele der weiblichen Blüthen ein Netz, ausnimmt.

was sich sehr schön

Eine sehr werthvolle Eigenschaft ist ferner, dass sich aus den von dem Wurzel- stocke aufsteigenden Triebenrechthübsche

Hochstämme ziehen lassen. Wenn schon ein strauchartiges Exemplar in Blüthe wunderschön aussieht, so nichts im Vergleiche

ist das noch zu ‘einem.

Seesen Begonien- -Bäumchen. Wir be-

sitzen davon einige sehr schöne Exemplare von 60—80 ca Stammhöhe, die hübsche

Kronen haben und seit dem Sommer

stets in Blüthe stehen. Nächstes Jahr

‚werden wir einen Stamm von ca. Fuss Ihre

Höhe haben, gewiss etwas Seltenes. Kultur ist wie die der meisten strauch- artisen Begonien sehr einfach; fetten Boden, ziemlich viel Feuchtigkeit

und viel Sonne. Zum Auspflanzen eignet

sie sich vortrefflich, besonders für sonnige Plätze, auch lässt sie sich im Herbste umpflanzen, ohne sehr zu leiden.

sie liebt

Begonia hybrida

Wettsteinm Weich. 5

5m Gewächshanse liebt sie mehr

feuchte als trockene Luft; bei letzterer wird sie leicht vom Mehlthau befallen. ‚Sie. ist einer der besten, wenn nicht so-

Fig. 3. gar der beste Winterblüher unter den strauchartigen Begonien, die uns bekannt sind. Wir halten im Winter eine Partie (strauchartige Form) im Warmhause bei

Begonia hybrida Wettsteini Weick.

ca. I5°R. dicht unter Glas, eine andere Partie, darunter meistens Bäumchen, in einem doppelseitigen Hause von etwa 8—1o’R. OR Ei Die ersteren blühen in klei- neren und grösseren Dolden ununterbrochen fort, die andern etwas weniger. Besonders die Bäumchen entwickeln immer neue Knospen und haben zu- gleich ausgewachsene Blumen. Eine Dolde, die vor nahezu 2 Monaten ausgewachsen war, Bi heute noch“ 4 oder 5 Blü- then, ein Beweis, dass in dieser Temperatur die Blüthen sich sehr lange halten. Ein kleiner Zweig, den wir zu einem Vermehrungsversuche z/Z.ıin ein kleines Fläschchen ‚mit Wasser und Sand steckten, erhielt sich darin in einem ziemlich kühlen Raume über 2 Monate frisch, bildete sogar eine Knospe, die sich aber nicht öffnete, Wurzeln aber

nicht (wahrscheinlich, weil er ein paar Mal umgeworfen worden).

Wir glauben en. zu können, dass Jeder, der einen Kulturversuch mit dieser Be- gonie macht, unsere .Em- pfehlungen hinsichtlich ihres Werthes als Gruppenpflanze, fürsonnigePlätze, Dekorations- und Marktpflanze, als Hoch- stamm und Schnittblume für den Winter bestätigt finden wird.

Eierpflaume, grosse Britzer. **-- 7 Von B. L. KÜHn.

(Mit Abbildung.)

Klasse I 2°, damascenen- artige Zwetsche, rothe Frucht.

Heimath und Vorkommen: In der Baumschule von L. SPAETH in Rixdorf bei Berlin aufgefunden und von ihr in den Handel gegeben.

Literatur und Synonyme: zuerst beschrieben.

Wird hier

Fig. 4. Eierpflaume, grosse Britzer.

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' Eierpflaume, grosse Britzer.

er] ;

Gestalt: Fast rund oval, ca. 6cm hoch, 4 cm breit, 31—4 cm dick, am Stiele wenig verjüngt, grösste Breite in der Mitte. Bauchseite etwas flach gedrückt, mit wenig vertiefter Furche, welche in der Mitte eine dunkler gefärbte Linie zeigt. Stempelpunkt unvertieft auf der

Spitze.

Stiel’ Schwach, hellgrün, leicht be- haart, in seichter Höhle, 2— 24 cz lang. Haut: Mittelstark, leicht abziehbar. Grundfarbe bräunlich gelb, mit Roth ver- waschen, Sonnenseite dunkler; schön azur- blau beduftet, mit metallisch. glänzenden

Reflexen.

Fleisch: Fast goldgelb mit grünlich- gelben durchscheinenden Adern, weich, sehr saftreichmitsehr feinemaromatischen,

weinsäuerlich süssem Geschmack.

Stein: Röthlichgelb, 2 cz breit, 3 cz lang, dünnbackig, Rückennaht etwas ein- gebogen, mit scharfer Spitze, fast vom

- Fleische lösend.

Reife und Nutzung: Reift Mitte August. Ausgezeichnete Tafel- und Marktfrucht.

Ist wegen ihrer jährlichen und reichen

Tragbarkeit sehr zu empfehlen.

Kann der Wald die Malaria bezwingen?

Von De DIECK- Zöschen. 15

n einem der letzten Hefte unserer

Gartenzeitung findet sich ein Aufsatz von CARL SPRENGER über die Zucalyptus- Frage. Wer liest nicht gern die an- muthigen und zugleich so gediegenen Plaudereien dieses hochgebildeten Gärt- ners, in denen er Freunden und Berufs- genossen in der alten Heimath die Schön- heit seines neuen Heims am Fusse des Vesuvs mit allen Reizen seiner Vege- tation, seines Frühlings, seiner Poesie näher zu bringen sucht!? Ich wenigstens, der ich durch wiederholten, längeren Aufenthalt im Süden die Naturwahrheit seiner Schilderungen ermessen, die tiefe Empfindung, welche dieselben überall durchweht und durchgeistigt, nachfühlen und mitempfinden kann, habe noch nie einen Aufsatz aus seiner Feder unbefrie- digt bei Seite gelegt. Auch an dem oben citirten Artikel, obwohl gerade in

diesem Poesie und Anmuth vor

der.

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1885. Mr !

milde Winter verwöhnt,

Kann der Wald die Malaria bezwingen? 9

| Sprache ernster sachlicher Kritik zurück-

kann man seine Freude der

treten musste, haben, besonders aber ein Jeder,

selbst unter den Fieberschauern der Ma- laria geseufzt und die ausserordentliche _ Wichtigkeit der Frage, wie dieser Fluch

des schönen Landes am sichersten und

nachhaltigsten zu bewältigen sei, an Ort

und Stelle kennen gelernt hat. Als

- solch’ ein Sachverständiger vermag ich _ SPRENGER’ Urtheil über die Aussichts- losigkeit des Zucalyptus als allenthalben

verwendbaren Fieberheilbaumes Süd- europas vollständig zu unterschreiben, nicht weniger aber auch seinen Hin- weis auf die Möglichkeit eines nahezu gleichwerthisen Ersatzes durch Heran- ziehung anderer, widerstandsfähigerer Ge-

hölze an allen Orten, wo Windbruch und mangelnder Winterschutz die Cultur der

Blaugummibäume vereiteln. Es sind nun zehn Jahre verflossen, seit

ich zum letzten Male den Süden besuchte.

Damals stand die Zucalyptus-Kultur noch in den Kinderschuhen oder ging, durch noch im hoff- nungsfrohen Flügelkleide der Jugend einher. Der Name des Baumes lebte damals in aller Munde und die Nachfrage nach Samen war so gross, dass der Be darf kaum gedeckt werden konnte. Der Fremde, der schon an den Bahnhöfen die Eucalyptus- Ruthen gleich Rohrhalmen in die Höhe schiessen sah, gewöhnte sich bald die wunderbare Triebkraft des Baumes als ein neues Wunder Italiens zu betrachten und nur hie und da schüt- telte ein weiter denkender Mann den Kopf, und sagte sich: Wo wollen die hinaus? Hoffarth kommt vor dem Fall!

Dieser südländische Zucalyptus-Taumel griff um sich wie eine Epidemie. Auch in Deutschland ist viel Geld verschleudert worden um seinetwillen, theils aus Neu- gier, theils weil eine im höchsten Grade bedenkliche Reclame die Leichtgläubig- keit des deutschen Publikums nes los ausbeutete. Bei uns ist inzwischen Alles still geworden und auch im Süden hat die Begeisterung für den australischen ‚Lebensretter ihren Höhepunkt über- schritten. Im Süden darf es aber nicht ganz still werden, denn .die zwingende Gewalt der Gründe, welche nach en rettern suchen liess, ist dieselbe geblieben. Nun, der Süden hat uns so oft ausge- holfen und erfreut .mit den Schätzen

seiner Natur, seiner reichen Vegetation, es ist also nicht mehr als billig, wenn wir wenigstens versuchen, es ihm einmal zu entgelten und sollten wir die Schätze, die wir ihm zu bieten hätten, selbst über’s Meer herholen.

Herr SPRENGER empfiehlt unter andern Ersatzpflanzen auch Ahornbäume. Das erinnerte mich, dass ich gerade in der Lage bin, Italien einen Ahornbaum zu empfehlen, der in Bezug auf Schnell- wüchsigkeit dem Zucalyptus nicht viel schuldig bleibt, in Bezug auf Schön- heit und Wärme des Laubcolorits ihn bei Weitem übertrifft. Es ist dieses der echte Acer cahfornıcum T.et Gr., dessen Einführung aus dem Vaterlande mir vor 2 Jahren nach langjährigen, vergeblichen Mühen endlich gelang. Auf die nähere Beschreibung und Besprechung dieser ausgezeichneten Art komme ich später zurück und will hier nur erwähnen, dass diese Pflanze mit der bisher in Deutsch- land als Acer cder Negundo cahfornicum verbreiteten Negundoform nichts zu thun hat, obgleich auch diese eine so auf- fallende Starkwüchsigkeit zeigt, dass Oekonomierath SPÄTH sich veranlasst fühlt sie in diesen Blättern als »Fieber- heilbaum des Nordens« zu bezeichnen. Der echte Acer cahfornicum der Autoren erwuchs mir im Sommer 1883 aus ame- rikanischem Samen. Die Sämlinge er- reichten auf gut gelockertem, aber sonst sehr geringem, steinigen Ackerboden mit Kiesuntergrund (6. Ackerklasse), der nicht einmal frisch gedüngt war, die unerhörte Höhe von durchschnittlich I— 1,50 2. Da dieselben halbimmergrün erschienen, d.h. ihr Laub bis gegen Weihnachten fest- hielten, liess ich die Sämlinge bis auf zwei Pflanzen vorsichtshalber ausheben und frostfrei überwintern. Die beiden stehen gebliebenen Pflanzen kamen in- dessen ohne Schaden durch den aller- dings sehr milden Winter, doch starb im Laufe des Sommers die eine ab, nach- dem sie ihren Trieb bis auf 3 »» Länge gebracht, während die andere sich zu einer Prachtpyramide entwickelte, die jetzt schon wieder den ersten Frost mit 14° R. vortrefflich ausgehalten hat. Diese zweijährige Pyramide ist bei 5 cz Stammstärke über der Erde ca. 2,40 m hoch und von Spitze zu Spitze der Seiten- zweige gerechnet, deren sie 3I, zum Theil fingerstarke und verzweigte zählt,

FARBEN: . -

Io

Rundschau in den Berliner Blumenläden.

' Ständer und Bretter sind praktischer. Schwere Fenstervorhänge, die keinen . Lichtstrahl durchlassen, darf man natür- lich nicht anbringen, will man Pflanzen ziehen; nicht einmal eine Gazegardine ist zulässig, denn das durch diese drin- gende Licht würde nicht genügen. (Wird fortgesetzt.)

Rundschau in den Berliner Blumen- n läden. 2 Von PRIMULUS.

Br. I.

on

s ist mir mehrfach aufgefallen, dass

in den Blumengeschäften in der Stadt der Verkauf von Blattpflanzen und Topf- gewächsen gleich Null ist. Es liegt dies wohl weniger an der Abneigung der Verkäufer gegen Pflanzen an sich ja, ich bilde mir ein, dass Mancher lieber Pflanzen verkaufen möchte, der sich so den ganzen Tag über mit dem Zusammen- stellen und Binden abgeschnittener Blumen herumplagen muss, noch ganz abgesehen von den grösseren Geschäftsunkosten, verursacht durcheingrösseres und theueres Arbeitspersonal. Diese Branche hat auch ihre enge Begrenzung, bei dem Handel mit Topfpflanzen ist jedem Einzelnen die Möglichkeit geboten, die denkbar gröss- ten Aufträge leicht auszuführen, da er ja nur in grösseren Portionen einzukaufen braucht; bei dem Binden ist das ganz etwas Anderes, jeder Gegenstand soll erst angefertigt werden und erfordert mehr oder weniger Zeit, und über seine Kräfte kann doch Niemand leisten. Ich folgere, dass eine Nothwendigkeit vorlag, die die Besitzer der Blumengeschäfte zwang, den bequemeren Handel mit Topfgewäch- sen gegen den ausschliesslichen Verkauf abgeschnittener und arrangirter Blumen einzutauschen.

Wenn wir dieser Thatsache näher treten, so ergeben sich mehrfache Gründe. Er- stens hat sich Berlin räumlich so ent- wickelt, dass es den Käufern zu unbequem ist, sich bei persönlichen Gratulationen mit einem lästigen Packet, wie eine Pflanze doch stets bleibt, zu tragen, und dann macht es sich in vielen Fällen graziöser, der Dame einen Strauss zu überreichen; derselbe wandert von Hand zu Hand in der Gesellschaft, ohne Störung zu ver-

[GARTEN-ZEITUNG

ursachen begutachtet Jeder die neu hinzu-

gekommene Blumenspende und sofort dreht sich die Unterhaltung um die mehr oder weniger gelungene Zusammenstellung des Strausses. a Zweitens istzwar von den neuen Dekora- tions-Heilanden an Alles für stilgerechte Wohnungseinrichtung gedacht worden, auch den verwöhntesten Ansprüchen an Behaglichkeit und Bequemlichkeit der Räume ist nicht nur Genüge geschehen, nein, sie sind noch übertroffen durch die dargebotene Fülle, die jedem Bedürfniss eine elegante Form, jedem Möbel eine praktische Ausnutzung des Raumes ge- stattet; aber leider für die Pflanze ist kein Platz übrig geblieben; in jedem Raum der Wohnung sieht man schwere Vor- hänge und herunterhängende Stores an den Fenstern, wodurch ein beständiges Dämmerlicht herrscht; beim Eintreten ist

es Einem kaum möglich, sich zu orien-

tiren. Da kann freilich eine Pflanze nicht gedeihen; wie kommt auch eine solche dazu, Luft und Licht zu fordern, mehr für sich zu verlangen als der Besitzer selbst, hat er nicht freiwillig die ersten Bedingnisse einer gesunden Wohnung, Luft und Licht geopfert aus puren Hang, nur ja bei allen Bekannten für

stilgerecht eingerichtet zu gelten? und

eine Pflanze, eine einfache Pflanze macht Ansprüche nimmermehr!

Ein Ersatz bot sich bald für die so schnöde behandelte Pflanze: nehmt Ma- kartbouquets, nur diese sind das einzig Wahre. Es lässt sich denselben das De- korative ihrer Erscheinung nicht ab- sprechen; aber man sollte doch eingeden!; sein: Eines schickt sich nicht für Alle, und sollte sich doch hüten jeden Wohn- raum mit diesen Staubfängern zu schmücken; besonders wo Kinder sind, kann man nicht genug gegen die Ver- wendung derartiger Bouquets protestiren; denn reinigen lassen sich solche durch- aus nicht; weder durch Bürsten noch Schütteln lässt sich ein nur erträglicher Grad von Sauberkeit erzielen und scheinen diese Bouquets wie berufen, bei conta- giösen Krankheiten die Stoffe in sich zu bergen, um ein Ausrotten der Ansteckungs- fähigkeit überhaupt unmöglich zu machen.

Ich gebe ja gern zu, dass diese Zu- sammenstellungen sich für einzelne Zwecke stets ausgezeichnet verwenden lassen, aber alle Räume damit zu be-

a a a he re ahnt BEE EHE

Press Nr. ı.] Der falsche Mehlthau auf dem Weinstocke bei Berlin. II

decken ist geradezu geschmacklos; da- - durch, dass man eine von dem berühm- ten HANS MAKART erdachte Dekoration nachahmt, hat man lange nicht das er- reicht, was jener beabsichtigte, man ist nicht in den Geist eingedrungen und betet eben blindlings nach, ohne zu über- legen, ob es nicht ein gewaltiger Unter- schied ist, derartige Sachen in hohen reich drapirten Räumen zu verwenden oder sie in unsere Wohnzimmer zu bringen, wo uns der Schutz unserer Kinder mehr am Herzen liegen muss. Wie weit oft die Geschmacklosigkeit geht, beweist, dass Broches feilgeboten werden, in denen sich unter Glas einige Strohblümchen befinden mit dem stolzen Namen: »Makart- broche.«

Es sind Schreiber dieses mehrere Fälle bekannt, wo, durch ärztliche Autoritäten veranlasst, die Makartbouquets ins Feuer wanderten, da gerade ihnen die häufige Wiederkehr ansteckender Kinderkrank- heiten zugeschrieben wurde. Mit gerech- ter Freude kann es uns nur erfüllen, dass man in schr hohen Kreisen unserer Aristokratie ebenfalls dieser Auffassung

huldist und diesen Bouquets die Fehde‘

erklärt hat.

Ein Senior der Berliner Blumenhändler, der sich vergangenen Winter einen grossen Namen durch seinen bedeutenden Verkauf von Posimsettia pulcherrima gemacht hat, behauptet allen Ernstes, er würde diese Dinger nicht mehr in die Hand nehmen, weil er wie seine Frau von dem Ein- athmen des Staubes beim Binden der- selben krank geworden sei nun, wer je Makartbouquets gebunden hat, weiss allerdings, dass der Staub nicht gerade

eine angenehme Zugabe dabei ist.

Der falsche Mehlthau auf dem Wein- stocke bei Berlin. Von P. MAGNUS.

Peronospora viticola Berk., welche die neueausAmerika eingewanderteKrankheit, den falschen Mehlthau*) auf dem Wein- stocke erzeugt, ist nun auch in die Um- gegend Berlins eingewandert. Sie wurde im Herbst 1884 in Gärten in Wilmersdorf

*) Vgl. P. Macnus: Die neue Krankheit des Wein- stocks, der falsche Mehlthau oder Mildew der Ame- rikaner in der »GARTEN-ZEITUNG«, herausgegeben von L. WITTMACK, 2. Jahrg. 1883 pag. ıı mit Abbild.

und Pankow beobachtet und ist von Herrn P. SYDOW bereits in seiner Mycotheca marchica Nr. 650 aus Wilmersdorf her- ausgegeben worden. Wie am angegebe- nen Orte von mir auseinander gesetzt worden, erscheint der Pilz als weisslich grauer Filz auf der Unterseite der Blätter, von den vorragenden Blattnerven ausge- hend. Er unterscheidet sich von dem schon immer in unserer Gegend aufge- tretenen, Erineum genannten Blattfilze mit blossem Auge schon leicht dadurch, dass auch die kleinsten Flecken des Eri- neum nach der nicht befallenen Seite buckelartig aufgetrieben werden, während die Flecken des falschen Mehlthaues stets in der Ebene des Blattes bleiben.

Es wäre sehr interessant, sein Auftreten bei Berlin im nächsten Jahre recht genau zu beobachten, womöglich auch die Zeit seines ersten Erscheinens und die Ausdehnung seiner Verbreitung. Wenn der Pilz bei uns keine Dauersporen (Oosporen) gebildet hat, wäre es recht wohl möglich, dass die Krankheit im nächsten Jahre nicht wieder auftritt, oder erst spät im Jahre auftritt in Folge neuer Einwanderung.

Kleine Mittheilungen.

Blühende Maiblumen im Anfang August.

Dem Handelsgärtner Herrn H. F. EiILERS in St. Petersburg ist es im vorigen Jahre nach mehrjährigen Versuchen gelungen, zum Anfang August eine grössere Partie Mai- blumen zur- Blüthe zu bringen. Seine Ab- sicht, der Kaiserin von Russland an ihrem Namenstage am 3. August ein Bouquet von ihrer Lieblingsblume zu spenden, konnte Herr EILERs selbst nicht zur Ausführung bringen, weil das Offizier-Corps eines Garde- Regiments für denselben Zweck von den Maiblumen ein Bouquet bestellte und dafür einen selbst für Petersburger Verhältnisse sehr hohen Preis zahlte.

Herr EILERS, der für seine mehrjährigen Versuche nach und nach 20 ooo Maiblumen- keime geopfert hat, bevor ihm sein Vorhaben gelungen ist, will sein Verfahren vorläufig noch nicht veröffentlichen, sondern dasselbe erst noch für sich ausnutzen. Selbstverständ- lich sind die Maiblumen nicht getrieben, sondern in ihrer Vegetation vom Winter ab, wahrscheinlich im Eiskeller, zurückgehalten worden. Die Schwierigkeit soll nach Herrn EiLers nicht darin liegen, die Vegetation der Maiblumen zurückzuhalten, sondern die- selben zur Blüthe zu bringen. Ww.P

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Programm der italienischen Renaissance- Parkanlagen. Charakter der italienischen = Tendschaft, Vorschule des italienischen Renaissance-Parkes. Schilderung der wichtigsten Renaissance-Gartenanlagen Italiens vom XVI. bis XIX. Jahrhundert. Die italienische Renaissance-Gartenkunst in Verbindung mit den übrigen bildenden Künsten.

Verzeichniss der Abbildungen.

Grundriss der Villa Madama. Fontaine aus dem

Park der Villa Albani in Rom. Park der Villa Trotti] Medieis in Rom (Grundriss). Giardini Boboli und Pa-

Antiken. Villa Fransoni in Albaro bei Genua. via R

am Comer See. Park der Villa Melzi am Comer See. Der Orangen-Gang der Villa Carlotta bei Tremezzo am Comer See. Das grosse Parterre in der Villa Giulia bei Bellagio. Der See mit dem Diana-Tempel im Park der Villa Pallavieini zu Pegli bei Genua. Giardini Garibaldi (Sieilien). Partie im Park der Villa Taska bei Palermo. Durehschnitt und Grundriss der Villa Scoglietto bei Genua. Villa Pallavieini bei. Genua, genannt delle pe- schiere. Fontaine aus der Villa Albani in Rom. Plan des Tuscum. Plan des Laurentinum. Ruinen der Villa Cicero zu Tusculum (Frascati). Kreuzgangsgarten von San Paolo in Rom. Ballustraden-Geländer mit Vase aus der Baroque-Zeit. Isola bella im Lago maggiore. Terrassen der Isola bella. Grosse Treppe zu den obersten Terrassen und dem Castell der Isola bella (Lago maggiore). Partie von den oberen Terrassen der Isola bella mit der Aussicht auf Stresa. Garten der Villa Malta in Rom. Garten der Villa Altieri in Rom. Grundrisse der Villa Madama und Sachhetti. Durch- schnitt und Gartenansicht der Yilla Madama am Monte Mario bei Rom. Villa Pia in Rom (Grundriss). Villa @Este in Tivoli (Grundriss). Ansicht der Mittel-Terrasse (Girandola) der Villa d’Este in Tivoli. Ansicht der Langaxe der Villa d’Este in Tivoli. Ansicht der Villa d’Este in Tivoli in der Querachse. Fontaine in der Villa d’Este mit der Aussicht auf die grosse Cascade von Ti- voli. Garten der Villa Giusti in Verona. Garten der Villa Pallavieini zu _Pegli bei Genua. Passeggiata del

monte Pincio in Rom. Villa Pallavicini bei Genua, ge-

nannt delle peschiere. Villa Medieis in Rom. Garten- ansicht Villa Medicis in Rom. Die Aufstellung der

lazzo Pitti in Florenz. Gartenamphitheater der Giar-

dini Boboli und Gartenansicht des Palazzo Pitti. Plan und Ansicht der Isola bella in den Giardini Boboli. _ Plan der Villa Aldobrandini in Frascati, genannt Belve-

dere. Ansicht der Wassertreppe im Garten der Villa & Wassertheater der Vila

Monte Dragone in Frascati. Aldobrandini in Frascati. Plan der Villa Caprarola in Umbrien (1. Etage). Plan der Villa Negroni in Rom.

Plan der Villa Barberini in Rom. = Monte Mario in Rom (Grundriss, Durchsehnitt und An

sicht). Casino der Villa Caprarola. Plan der Villa Giustiniani in Bassano zwischen Rom und Sutri. Villa

Muti bei Frascati. Fontaine Medieis, Wasserschloss im ä '

Garten des Palais Luxemburg zu Paris. Der Park von Versailles (Grundriss). Der Park vonVersailles (Ansicht) Avenue aus dem Schlosspark von Versailles. Der Park von Marly (Grundriss). Der Park von Marly (An- sieht). Plan der Villa Borghese in Rom. Plan der

Villa Borghese in Rom (Detail der vorigen Figur.)

Villa Borghese (Zweischalige Fontaine). Flusspferd- Fontaine im Park der Villa Borghese in Rom. Plan der Villa Pamphili vor der Porta San Panerazio in Rom. Parterre und Terrasse der Villa Pamphili-Dora. Plan der Villa Albani vor der Porta Salara in Rom. Ansicht des Parks der Villa Albani. Villa Albani (Fontaine). Villa Albani (Laubengang). Ansieht des Tempietto, als Portal zum seitlichen Gartentheil. Die srosse Cascade im Park von Caserta bei Neapel. Heckenweg mit Herme in der Villa Medieis in Rom. Detail aus den Cascaden-Scenerien im Park von Caserta.

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l )

Agave Wıiesenburgensis Wittmack. 13

Eine neue Agave, Agave Wiesen-

burgensis Wittmack. (Abtheilung Euagaveae)

Von -L. WITTMACK.

(Mit Abbildungen.)

Pr Beschreibung der Art. Stammlos, - Blätter grün, länglich-spatelförmig, oberhalb ‚der Mitte am breitesten, in einen starken, bis zur Mitte gerinnten Dorn verlaufend, der sich am Blatte selbst als horniger Rand zu °/, seiner eigenen Länge herabzieht, ' Zähne entfernt, nur mässig gross, ungleich, ' schwarzbraun, die oberen und unteren ge- zade oder aufwärts, die mittleren abwärts gerichtet, Blattrand zwischen den Zähnen wenig eingebuchtet. Blätter am Grunde des Blüthenschaftes schmäler, länglich, an der ' Basis am breitesten, ganzrandig oder in der

Mitte mit wenigen Zähnchen, Enddorn län- ger und am Rande weiter herablaufend.

Schaft mässig hoch, Hochblätter zahlreich,

aufrecht, länglich-dreieckig, ganzrandig mit langem Enddorn. Blüthen kandelaberartig auf kurzen, schräg aufstehenden Aesten zu 6—1ı5 in einem dichten Knäuel, meist 3 Blüthen näher beisammen, die Stielchen der einzelnen Blumen sehr kurz. Deck- blätter und Vorblätter klein. Blumen mit: telgross, gelb, so lang als der Fruchtknoten, die Lappen ein wenig länger als die trich- terförmige Röhre, an der Spitze verdickt und ' dort auf der Innenseite kurzhaarig. Staub- fäden gelb, am Schlunde der Röhre einge- fügt, 2 mal so lang als die Lappen. Staub- beutel gelb, sichelförmig, 2-schneidig. Pol- len eiförmig, netzig, bis 0,080 mm lang, bis 0,056 mm breit.

Griffel sich (wie wohl bei allen Agaven*) erst nach den Staubgefässen voll entwickelnd, schliesslich 2—2'/, mal so lang als die Blü- the, Narbe schwach z3-lappig, beide grün- lich gelb. Fruchtknoten länglich-prismatisch, Kapsel ebenso, mit drei mehr oder minder deutlichen Längsfurchen, oben in eine kurze Spitze endend und dort mit einem klei- nen Wall (dem Ansatz der Perigonröhre)

umgeben. Samen zahlreich, horizontal, fast halbkreisförmig, flach mit erhabenem schar- fen Rande, glänzend schwarz, unter der Lupe fein eingestochen punktirt. Kapselwand "innen bräunlich oder gelb-bräunlich, seiden- artıg glänzend.

*) Vergl. Engelmann, Notes on Agave. Transact. of the Acad. of Science of St. Louis vol III. Dec. 1875. Sep.-Abdruck S. 34.

Diese Agave fand sich unter einer An- zahl von Agave Verschaffeltu, welche Herr VON WATZDORFF, der damalige Besitzer des Schlosses Wiesenburg i. d. Mark 1873 aus Gent von LINDEN bezogen hatte. Dem um die grossartigen Kul- turen in Wiesenburg sehr verdienten Obergärtner KEGEL fiel von Anfang an die Pflanze wegen ihrer abweichenden Charaktere auf, ohne dass es ihm aber möglich war, ihren Namen zu erfahren. Im Sommer des Jahres 1884 kam sie zur Blüthe und Herr Landschaftsgärtner EHRENBAUM, der gerade dort anwesend war, überbrachte mir freundlichst einige Blüthen und ein Blatt; später sandte mir Herr KEGEL noch Kapseln und schliess- lich reiste ich selber hin, um mir die Pflanze anzusehen. Ihre Charaktere stimmen mit keiner bisher beschriebenen Art und selbst der Monograph der Familie, Herr I. G. BAKER*®) in London, dem ich die Zeich- nungen übersandte und der in der dankenswerthesten Weise sorgfältig die Materialien inKew damitverglich, erklärte, er würde nicht anstehen sie für eine neue Art zu halten. Als solche möge sie nun auf Wunsch des Herrn KEGEL den Namen Wiesenburgensis tragen, um zu erinnern an den Ort ihrer Bekanntwerdung, der sich jetzt im Besitz der Gräfin von FÜRSTEN- STEIN, einer grossen Pflanzenfreundin, be- findet.

Die Blattrosette hat einen Durchmesser von etwa 55c72, die einzelnen Blätter sind abstehend, die oberen aufrechter; ihre Länge beträgt 20—21 cn, die, Breite ober- halb der Mitte 6 ca; sie sind also schmäler als die von A. Verschafeltu, ihre Basis ist etwa Id cz dick. Blatt- spreite oben fast flach, in der Mittellinie leicht gewölbt, unten flach gewölbt. End- dorn 2—3 cm lang, sich fast 2 cz hinab- ziehend. Grösste Entfernung zwischen den Zähnen 15 mm, Zähne nur bis 5 mm lang, Einbuchtung des Randes zwischen ihnen nur I—2 mm tief. Blätter am Grunde des Schaftes 21—-25 cz lang, an der breiten Basis 37 60 mn breit. Hoch- blätter 28, breiter als auf der Zeichnung. Aeste der Rispe unten 3—4, oben I—2 cm lang, die letzten Verzweigungen I} bis 2 cm lang.

Blumen 30 zım lang, Fruchtknoten

”) Baker, The Genus Agave in Gard. Chron. vol. VILS. 171 und VII n. ser. (1877). 2

[ GarTen-ZEITUNG

14

Asave Wiesenburgensis Wittmack.

DS

S = \C

TEN

SET

S

Agave Wiesenburgensis Wittmack.

Fig. 5. 2. Blatt, nat. Grösse.

3. Blüthenknäuel, '/, nat. Grösse.

5. Dieselbe im Längsschnitt.

ı. Ganze Pflanze, verkleinert.

4. Einzelne Blüthe,

nat. Grösse.

ss

E 15 mm, 9 mm Durchmesser, Kapsel 4—5 cm lang, 14-2 cm Durchmesser,

Pr 2. j}

Agave Wiesenburgensis Wittmack.

15

Ebenso lang, Lappen des Perigons 16 bis

Röhre II—ı2 mm, Staubbeutel Griffel 6—61 cm, Fruchtknoten

18 mm,

Samen 5 mm

K lang, 4 mm breit.

Ist diese Pflanze vielleicht auch nicht

- so schön wie Agave Verschaffeltu, da ihre

1:6. Fast

dass Länge von ca. 2,20 m erreicht,

ein) und Z/almeri etc. nahe, von allen durch die kurzen, Blätter verschieden, die bei den meisten, _ ausgenommen Seermanniana (deren Blüthen-

Blätter etwas schmäler,

feinstacheliger und nicht graugrün sind, so verdient sie

doch einen Platz in jeder Sammlung, da sie durch ihre, fast freudig grün zu nen- nenden Blätter einen lebhaften Kontrast

reife Frucht. 7. Dieselbe im Längsschnitt.

mit den blaugrau bedufteten Arten bildet.

Charakteristisch dürfte ihre schnelle Blüh- barkeit sein, die bei A. Verschaffeltii nicht

so bald einzutreten scheint, und ferner ist

auch für manchen Privatmann wichtig, ihr Blüthenstand nur die mässige so des sie Sich auch für kleinere Hz eignet.

Sie steht den Arten: Agave Scemannı-

ana, Parryi, Wislizent, Scolymus (Verschaf- ist aber schmäleren

stand nicht bekannt) auch derber gezähnt

und stärker eingebuchtet sind, sowie durch die wenig verzweigte Rispe mit kurzen Aesten, ausserdem verschieden von Pal- meri durch die gelben, nicht weisslichen Blumen, die Einfügungsstelle der Staub- gefässe etc., von Verschaffeltü (Scolymus) noch durch kürzeren Schaft und die kleineren Blumen.

Zum Schluss wollen wir noch bemer- ken, dass BAKER die bekannte Agave Verschaffeltuü nur für eine Form oder Varietät von A. Scolymus Karwinsky hält, ebenso sieht er A. Schmittspahnui Faco-

8. Samen, nat. Grösse, vergrössert und im Längsschnitt. 9. Anthere und Pollenkörner.

bi, A. Saundersü Hook., A. cucullata Lem., A. Mescal K. Koch und A. auricantha Hook. nur für Formen der A. Scolymus an.

Kann der Wald die Malaria bezwingen?

Von Dr. DIECK -Zöschen. 1.

)b es mir gelingen wird, in der Folge regelmässig keimkräftigen, ehem Se san zu enilten. ist non eine offene

re AN, Le

16

Kann der Wald die Malaria bezwingen?

Frage, wenigstens ist die heurige Aussaat ohne jeden Erfolg geblieben. Jedenfalls bin ich bereit, Herrn SPRENGER von den wenigen wurzelechten Pflanzen, die mir verblieben, zwei zur probeweisen An- pflanzung zu verehren, sobald er mir einen bezüglichen Wunsch .aussprechen sollte. Bewährt sich der Baum, so würde die italienische Landschaft gleichzeitig einen neuen hohen Reiz erhalten, denn die Belaubung des kalifornischen Ahorn ist ebenso edel und schön, als die der Fucalyptus nüchtern und unschön.

Die freundlichen Trappisten von Tre fon- tane freilich und mit ihnen unisono 'alle die vielen liqueurfreundlichen Mönchlein italienischer Campagnen werden bei sol- chem Tauschvorschlage wehklagend aus- rufen: »Woher nun den Stoff für unsere Fieberschnäpschen nehmen, wenn uns der hilfreiche Zucalyptus genommen wird! Keine Sorge! Wächst nicht neben den Gummibäumen von Tre fontane auch die babylonische Trauerweide*) in stolzer Pracht? Diese Weide enthält in ihrer Rinde gleich allen zu ihrer nächsten Ver- wandtschaft gehörigen Baumweiden“*) einen Stoff, der seit langer Zeit als das beste Surrogat des theueren Chinin be- nutzt worden ist, nämlich das Salicin, welches ebensogut die Grundlage eines Fieberliqueurs bilden kann als das ent- sprechende Alcaloidd des Zucalyptus. Ueberhaupt sorgt die Natur überall, wo sie ein Uebel schafft, auch für ein heil- sames Gegengewicht. Gerade die Sa- licaceen, die fast ganz auf die feuchten Niederungen angewiesen erscheinen, sind wie dazu geschaffen, den Miasmen der Sümpfe entgegen zu arbeiten. Sie sau- gen das vergiftete Grundwasser auf und destilliren gleichsam daraus das Gegen- gift in die Form fieberwidrigen Salicins und fieberfeindlicher, aromatischer Aus- dünstungen, die besonders die Gattung

*) Diese Trauerweide hat bekanntlich mit Ba- bylon nichts zu schaffen, sondern ist ostasiatischen Ursprungs. Der Garab der Bibel, unter dem die Juden im Exil an den Wasserbächen Babylons ihre Klagelieder sangen und an den Linn& bei der Be- nennung seiner Weide dachte, ist eine Pappel, 2o- Dulus heterophylla, die auch schon in Deutschland bekannt, aber zur Freilandkultur zu zart ist. Der Name muss übrigens geändert werden, da bereits LinnE ihn für eine amerikanische Pappel (cordifolia Burgsd.) verbrauchte.

©) z.B. Salıx daphnoides, acutifolia, elegan- Zissima, alba, fragilis, pentandra, nigra etc.

Populus so sehr auszeichnen. Man möge

[GARTEN-ZEITUNG

also in Italien bei Bepflanzung der Cam-

der Maremnen und sonstiger

pagne,

Fiebergegenden die geeignetsten Salica-

ceen nicht vergessen, besonders nicht

die Bitterweiden, und von den Pappeln

vor Allem nicht die unglaublich stark- wüchsigen Populus angulata Art. und

heterophylla L. Auch die aromatische Myrica ist neben der schon empfohlenen

D

Laurus glandulosa nicht zu vergessen,

und für trockne Lagen steht ja dem Süden ein überaus lieblicher und an-

muthiger Familiengenosse der Zxcalyptus 2 in der heimischen Myrte zu Gebote, die

ein Alkaloid enthält, welches dem der

Eucalyptus sehr nahe stehen dürfte und

dessen Destillation schon längst eifrig betrieben wurde.

gebraute Herzensstärkung würden die

frommen Mönche von Tre fontane auch

der stolzesten jungfräulichen Schönheit der Campagna anbieten dürfen, ohne

sich einen Korb zu holen, heisst doch : ein solches Fabrikat im Volksmunde seit

Väterzeiten aquad’angelo »Engelswasser«,,

weil es engelhafte Schönheit verleihen soll. Mag dies immerhin nur eine liebliche Sage mehr sein, die man der bräutlichen Myrte angedichtet, ein Fünkchen Wahr-

heit liegt doch darin, denn die tonische,

nerven- und muskelstärkende, und daher

Eine, aus dieser eben- so schönen als bedeutungsvollen Pflanze

indirekt auch die Körperschönheit kon-

servirende Wirkung der Myrte als Arznei-

mittel ist erwiesen. Sollte dieselbe nicht

auch die Widerstandsfähigkeit des mensch- lichen Körpers gegen die Malaria höhen können?

Wie dem auch sein möge, mit der

Bewaldung, Urbarmachung und Kultur‘

der Niederungen wird doch erst der

kleinste Theil der Arbeit gethan sein, um zu einer durchgreifenden Wendung zum Besseren zu gelangen.

er-

Gleichviel, ob ein Baum oder ein Uebel ausgerottet

werden soll, die Axt muss an die Wur-

zel gelegt werden!

mität Italiens hat ihre

Die Fieberkala- Grund-

ursachen nicht so sehr in der En waldung und Verödung der Niede- rungen, als in der Entwaldung der

Gebirge. Die durch die fortschreitende Vernichtung der Gebirgswaldungen be- dingte immer grössere Unregelmässigkeit der Niederschläge ist es, welche bald

verderbliche Ueberschwemmungen, und

1885. Nr. 2.]

Kann der Wald die Malarıa bezwingen? 17

ein vielfach ganz ausserordentliches Stei- gen des Grundwassers erzeugt, bald

_ wiederum alle Wasserläufe austrocknen

und das Grundwasser so stark sich senken lässt, dass unglaubliche Massen niederer Organismen, die im Wasser und im durch- feuchteten Boden ihre Existenz fanden, absterben, und dann jene Miasmen er- zeugen, die für die Menschen unfehlbar Fieber und Tod im Gefolge haben. Der bekannte PETTENKOFER hat zur Evidenz nachgewiesen, dass aus demselben Grunde ‚überall die Intensität der Epidemieen mit dem Sinken des Grundwassers ‚steigt! Es ist daher keine Absurdität, sondern wissenschaftlich wohl begründet, wenn ich den Fieberländern den Rath

ertheile, die Sanirung ihrer Niederungen

zunächst mit der Wiederbepflanzung ihrer Gebirge, mit der Beschattung ihrer Quellen und Bäche zu beginnen. Hand in Hand mit dieser Neubewaldung müsste alsdann das von den Nordamerikanern neu aufgenommene System der Fluss- reservoire gehen, welches durch Abdäm- men enger Felsenthäler die überschüssi- gen Frühjahrswässer aufsammelt und während der heissen, regenlosen Jahres- zeit den Flüssen nach und nach so viel von dem gesammelten Vorrath abgiebt, um das Niveau derselben im richtigen Mittel zu erhalten. Der Gedanke dieses Systems ist sehr alt, er gehört den semi- tischen Babyloniern, die ihn den Arabern vererbten. Ich selbst habe in spanischen Gebirgen verschiedentlich Spuren solcher _ altmaurischer Reservoiranlagen gesehen, und wo dieselben sich bis auf den heu- tigen Tag intakt erhalten haben, tritt der Segen der Einrichtung klar zu Tage. Die von solchen Flussreservoiren im Ge- birge versorgten Landstrecken sind be- kannt unter dem Namen »huerta«; es sind die Gärten, die Oasen inmitten der spanischen Wüsteneien. Diesem System der »Wassersparkassen« gehört die Zu- kunft, und auch die Einführung in Deutsch- land ist nur eine Frage der Zeit”). Ehe freilich romanischen Völkern klar werden wird, dass die Wohlfahrt der Landes- kultur ihre Grundbedingung in der Be- schattung der Berge und Quellen findet, hat es gute Wege. Ich habe einmal in Messina mit einem gleichgesinnten Lands-

2) Belgien besitzt bereits eine grossartige An- lage dieser Art, die vorzüglich einschlagen soll.

manne mich stundenlang abgequält, einen italienischen Professor der National- ökonomie in diesem Sinne zu bearbeiten. Er blieb dabei, dass das Klima Italiens nicht eher besser würde, ehe nicht die letzten Urwälder der Abruzzen, des Sila, Aspromonte und der Madonien abgeholzt sein würden, und befürwortete die An- legung von Strassen bis nach den unzu- gänglichsten Bergeshöhen, nur um da- durch die Entwaldung, die Abfuhr des Holzes zu ermöglichen!

Es würde mich zu weit führen, wenn ich mich über die Art und Weise hier verbreiten wollte, wie diese Wieder- bewaldung am zweckmässigsten angefasst würde. Italien besitzt noch einige zweck- entsprechend bewaldete Strecken; ich habe dergleichen im Appennin von Va- lombrosa und am Aspromonte gefunden. Nur Nieder- und Mittelwald, der die Bildung einer Moosdecke erlaubt, ist zu brauchen, Hochwald ist ganz zu ver- meiden, denn er hält überall in der gan- zen Welt von allen Waldformen das wenigste Wasser zurück.

Wollen also die Bewohner Italiens ihre Malaria dauernd vertreiben, so müssen sie das Eine thun und das Andere nicht lassen. Das Bepflanzen und Kulti- viren der Niederungen wird Vieles bessern, denn die Bäume sind überall die grössten Feinde des Fiebers, sobald sie den Wasserüberschuss des Bodens bewälti- gen können, eine radicale Besserung wird aber erst dann eintreten können, wenn der Grundwasserstand nicht länger Schwankungen von solchem Umfange ausgesetzt bleibt, wie es bisher noch in allen italienischen Flussebenen der Fall war. Wie dieses allein zu erreichen ist, habe ich angedeutet. Gewaltige An- strengungen sind erforderlich, um das Ziel zu erreichen, aber es wird erreicht werden, denn es ist eine Lebensfrage, die treibend dahinter steht! Mögen auch in dieser Sache die Italiener allzeit des weisen Rathes ihres trefflichen Urahnen Ovidius Naso eingedenk sein:

»Tu ne cede malis, sed contra auden- tior itol«

nr -

18 Monrepos bei Geisenheim am Rheın.

[GARTEN-ZEITUNG

ir ee ı BRERRRRRBENEN nad a k N

Fig. 6. Ansicht des Schlosses Monrepos.

Das Rosarium im Garten des Herrn Eduard von Lade zu Monrepos bei Geisenheim. ee

Von

LUDWIG FREIHERRN VON OMPTEDA.

m Südwesten der Blumenterrasse zu

Monrepos (»Garten-Zeitung« Nr. 1, S.ı) finden wir das Rosarium. Das um 3 vertiefte, völlig ebene Grundstück kann, bevor wir hinabsteigen, von oben nach Plan wie nach Wirkung vollständig über- sehen werden. Der Blick von hier auf die 3000 blühenden Rosenstöcke zu unseren Füssen ist einfach zauberhaft! Der Rosengarten bildet eine der jüngsten Schöpfungen des nimmer ruhenden Eigen- thümers und zugleich ersten Obergärtners von Monrepos, aus dem Jahre 1881. Er bedeckt ein quadratisches Grundstück von 40 m Seitenlänge. Gen Nord und West schützen hohe Mauern, nach Süd und Ost schliessen feine Rosenspaliere ab. Der äussere umlaufende Weg führt

ebenfalls zwischen Schlingrosen hin. Den

Mittelpunkt bildet eine überlebensgrosse Bacchantin in Marmor. Die Beete sind konzentrisch geführt. Ein jedes trägt zwei Reihen Hoch- und Halbhochstämme,

dazwischen niedere _wurzelveredelte Büsche. Die Rabatten ruhen auf feinem Rasen; die Grenze zwischen beiden bil- den schmale Streifchen von rothem Kies, kurz geschorenem Buchs oder Ceraszumm Zomentosum. Der Boden ist mit Gerber- lohe bedeckt, eine Fürsorge, welche die Feuchtigkeit erhält, den Schnecken wehrt und, als Grundirung, die leuchtenden Rosenfarben hebt. Das neutrale Grau des bleierzigen Puchkieses in den Wegen setzt sich wiederum vortheilhaft von den grünen Rasenstreifen ab. Im Rosarıum finden sich gegen 800 Sorten durch‘ 3000Pflanzen, hohe und.niedrige, vertreten. Die Namen sind überall auf horizontal ab- stehenden Zinkblättchen leicht zu lesen. Die systematische Anordnung der Anlage nach Varietäten erleichtert das Auffinden der einzelnen Sorten. Hier stehen nur erprobte Rosen. Die Versuchsfelder für die neuesten Erfindungen liegen an

anderer Stelle.

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- herrschenden Temperatur entspricht.

Die Behandlung der Zimmerpflanzen.

"Die Behandlung der Zimmerpflanzen > im Allgemeinen.

Ven H.R.

(Fortsetzung..)

in Berlin.

Temperatur des Zimmers.

Alle Tropenpflanzen verlangen eine Wärme von mindestens 12—I5' R. zu ihrem Gedeihen und für die Nacht ein Minimum von -ı1ı° R., was so ziemlich der in Wohnzimmern (die geheizt werden) Für Kalthauspflanzen, solche die aus Japan _ und dem Kap, auch Neu-Holland (süd- liche) stammen, benutze man zur Ueber- winterung ein ungeheiztes frostfreies Zimmer und für den Sommer ein Zim- mer, in welches durch Oeffnen der Fenster viel frische Luft zugeführt wird.

Das Begiessen und Bespritzen.

Zum Begiessen der Zimmerpflanzen, (tropische Pflanzen) nimmt man Regen- wasser oder das der Wasserleitung, kein Brunnenwasser, weil dies zu hart ist. Es muss gut lauwarm sein und zwar aus verschiedenen Gründen. Es entspricht dies den heimathlichen Verhältnissen der Pflanzen, erwärmt die Erde etwas und trägt somit auch dazu bei, etwa krän- kelnde Wurzeln zu kuriren, sofern die Krankheit derselben nicht schon zu weit vorgeschritten ist. Ich empfehle Wasser von etwa 20—25°R. Man giesse nicht oft und wenig, sondern seltener und stark, sobald die Erde trocken ist.

Bevor man giesst, überzeuge man sich stets von der Nothwendigkeit. Eine Zimmerpflanze, deren Erde oben trocken aussieht, ist im Topf und namentlich in der unteren Hälfte noch lange nicht trocken. Die trockne warme Stubenluft trocknet hier die Oberfläche der Erde viel schneller ab als im Treibhause. Damit ist aber noch nicht gesagt, dass die Erde im Topfe soweit ausgetrocknet ist, dass gegossen werden muss. Man untersuche, am besten durch Klopfen mit einem harten Gegenstande, nach meiner Praxis mit einem stärkeren Schlüssel, gegen die Wand des Topfes, indem man mit dem Schlüssel erst oben und dann, den Topfrand abwärts gehend, klopft. Ein heller Klang zeigt uns, dass die Erde ausgetrocknet, ein dumpfer

"nach Verlauf von 4—4 Wasser im Uhntersatz, so giesst man das Im Sommer

[Garzen-Zeıtung

Ton, dass sie noch genügend feucht ist.

Das Ohr sagt einem sehr bald genau darüber Bescheid, und wem dies Unter-

suchen zu schwierig ist, mag auch den

Topf heben und nach seinem grösserem oder geringeren Gewicht sich ein Urtheil =

bilden.

Man vermeide aber tägliches geringes Begiessen, sondern lasse. den Topf lieber 4— 1 seiner Höhe austrocknen und giesse dann stark oben und unten, in den

Die Pflanze darf indess nie- Ist

Untersatz. mals im Wasser stehen bleiben. Stunde noch

überflüssige Wasser fort. bei hellem warmen Wetter wird selbst-

redend stärker gegossen als im Winter

bei trüibem Himmel, wo das Wasser lange nicht so schnell verdunstet, auch die Pflanze mehr Winterruhe hält.

Reinhaltung der Pflanzen. Etwa alle 8 Tage sind die Blätter der

und im Uebrigen öfter mit dem Refrai- chisseur zu benässen, was gleichzeitig

eine auch dem Menschen angenehme

Atmosphäre im Zimmer herbeiführt. Frische Luft von aussen muss täglich dem Pflanzenzimmer zugeführt werden,

oder weniger ihre

- Pflanze abzuwaschen miteinemSchwamme

doch vermeide man das Oeffnen der.

Fenster dieses Zimmers, sondern öffne lieber die des Nebenzimmers und öffne die Verbindungsthür, dass die frische Luft hereinströmen kann. Die beste Zeit dafür ist des Morgens und im Winter, wenn der Ofen geheizt ist und das Feuer in diesem brennt, denn dann entsteht die beste Ventilation. Die Pflanzen selbst, am Fenster stehend, werden von dem Luftstrom nicht direkt getroffen. Die Fenster des Pflanzenzimmers öffne

man der Pflege wegen nur im Sommer,

und zwar Nachts; das bekommt ihnen am besten. Für einige ist dies sogar

Bedingung zum Gedeihen, und um das

Auftreten von Läusen zu verhüten, s. z. B. für Pritchardia fllifera, Musa Ensete, für Pflanzen also, die nicht in die erwähnte Abtheilung eines Treibhauses gehören.

Düngen.

Ein Düngen der Zimmerpflanzen ist

nicht nothwendig und meist sogar schäd- lich. Gedüngt kann überhaupt nur eine

835, Ne. 2]

Bericht über die Herbstausstellung in Wittstock. 21

solche Pflanze werden, die so gesund _ und kräftig ist, dass sie die zu ihrem Gedeihen erforderliche Nahrung nicht ‚mehr in der ihr gegebenen Erde findet. Giebt man Dünger, ohne dass solcher nothwendig, so kann die Pflanze die ihr zu viel gebotene Nahrung nicht verar- beiten und die nothwendige Folge ist Fäulnis. Die von dem Gärtner ange- kaufte Erde ist in der Regel auch schon leicht mit Hornspähnen etc. gedüngt, was für die Pflanzen der Zimmerkultur mit seltenen Ausnahmen genügen wird, und hat man wirklich einmal eine ge- sunde und grosse Pflanze (Kübelpflanze), ‚die besonders Nahrung und Düngung zu verlangen scheint, so frage man lieber einen Fachmann um Rath, ehe man den Rückgang oder gar Verlust der Pflanze riskirt. (Schluss folgt.)

Bericht über die Herbstausstellung in Wittstock. Vom

Stadtobergärtner JÖRNS, Blankenburg bei Berlin N.

os Vom 10 —12. Oktober 1884 veranstaltete der Verein für Gartenbau und Land- wirthschaft zu Wittstock zur Feier seines zehnjährigen Bestehens seine 4. Herbst- ausstellung von Obst und Obstbäumen, Nutz- und Zierpflanzen, Blumen und Ge- müsen, Getreide, Kartoffeln und Futter- gewächsen, genug von allen direkten und indirekten Erzeugnissen des Gartenbaues und der Landwirthschaft.

Schreiber dieser Zeilen war mit mehre- ren anderen Kollegen als Preisrichter dazu eingeladen worden. Wir. alle folgten der Einladung mit grossem Ver- gnügen, und fuhren mit der Eisenbahn von Berlin nach Zernitz und von dort nach Wittstock mit dem Omnibus. Wer noch keine fünfstündige Fahrt in einem Marterwagen, genannt Omnibus, unter- nommen hat, dem rathe ich, der Be- lehrung wegen, eine Nachttour nach Wittstock zu unternehmen. Nach fünf endlos langen Stunden kamen wir glück- lich Abends ıo Uhr in Wittstock an. Der herzliche Empfang von Seiten des Herrn SCHNEIDER und Herrn Obergärtner

LAUCHE liess uns bald die langweilige Fahrt vergessen.

Der Wittstocker Verein steht unter dem Protektorat Ihrer Königl. Hoheit der Frau Prinzessin Friedrich Karl, und ist ein Zweigverein des landwirthschaftlichen Central-Vereins der Mark Brandenburg. Der dortige Verein ist wohl einer der rührigsten Vereine der Mark; jedenfalls ist er einer der wenigen landwirthschaft- lichen Vereine, die ein wirkliches Inter- esse für den Obst- und Gartenbau an den Tag legen.

Ganz besonders hervorzuheben sind die Verdienste des Landraths des dortigen Kreises, Herrn Geh. Regierungsraths VON GRAEVENITZ. Soviel mir bekannt, ist der Herr VON GRAEVENITZ der Erste gewesen, der einen Kreisgärtner ange- stellt hat, und der eine Kreisbaumschule einrichten liess. Seine Bestrebungen sind ja auch in sofern mit Erfolg gekrönt, als der grösste Theil der Kreischausseen mit guten Obstbäumen bepflanzt ist. In der Kreisbaumschule sind zwar manche Fehler verbrochen, hervorgerufen durch den häufigen Wechsel der Obergärtner, sie wird aber jetzt unter Leitung des Herrn Obergärtners LAUCHE bald. empor blühen, zumal das Areal fast um das Doppelte vergrössert worden ist.

Wittstock ist ein freundliches Städtchen mit ca. 7000 Einwohnern. Zur grossen Zierde gereichen der Stadt die schönen Wallpromenaden mit prächtigen alten Eichen und Buchen. Die Anlagen sind unter MEVER’S bewährter Leitung ent- standen. Unmittelbar an diese öffentliche Promenade schliesst sich das KELLNER- sche Restaurant, in dessen Räumen und Garten die Ausstellung stattfand.

Wir alle waren von der Grossartigkeit und Reichhaltigkeit der Ausstellung über- rascht; wer hat vorher wohl geglaubt, dass Wittstock eine solche Ausstellung in’s Werk setzen könnte? Es betheilig- ten sich über 200 Aussteller mit an- nähernd 500 Konkurrenzen. Aus allen Theilen Deutschlands, vom Norden und Süden, vom Westen und Osten waren die Aussteller herbeigeeilt, um die Pro- dukte ihres Fleisses zur Schau zu stellen. So kam es auch, dass die in Aussicht genommenen Räume lange nicht aus- reichten, es musste ein grosser Theil des Obstes in offenen Hallen unterge- bracht werden, wie es z. B. Herrn

22 Bericht über die Herbstausstellung in Wittstock. _ |Garren-Zuirung

MATHIEU aus Charlottenburg mit seinen schönen Birnen erging. Das Schönste und Beste in der Aus- stellung war jedenfalls das Obst, sowohl _ frisch wie gedörrt oder sonst zubereitet. ‚Das frische Obst war in Sortimenten und einzelnen Prachtexemplaren ganz vorzüg- lich vertreten. Besonders hervorgehoben zu werden verdient das Sortiment von FRANZ HoHM in Gelnhausen, dem die silberne Medaille für Obst zugesprochen wurde. Ferner wurden noch mit Preisen

. gekrönt die Sortimente von WARNECKEN,

Burgdamm bei Bremen, von AUG. FRITZE, ‚Hoflieferant in Werder, MAX JUBISCH, Baumschulenbesitzer in Kettlitzin Sachsen, von JUNGCLAUSSEN. in Frankfurt a. O., von SCHLÜTER aus Olpenitz in Schles- wig, von HAFNER aus Radekow bei Tan- tow, von BEUKE aus Schwanebeck bei Halberstadt und W. LEID aus Arnstadt.

Unter den einzelnen besonders gut kultivirten Früchten hatte Herr GRUHLE aus Lampertswalde bei Dahlen 3 Birnen mit der Bezeichnung »Gloria Dei« aus- gestellt. Die Birnen hatten eine so enorme Grösse, wie man sie selten zu Gesichte bekommt, sie wogen pro Stück 2 Pfund. Nach dem Urtheile des Herrn MATHIEU waren es Früchte der Duchesse d’Angou- leme, die unter besonders günstigen Be- dingungen ‚gewachsen sind.

Steinobst war ausser einigen Pflaumen und Pfirsichen garnicht vertreten. Gerechte Bewunderung erregte ein grosser Teller mit Früchten von »ANNA SPAÄTH«, die Früchte waren vollständig reif und schmeckten ganz vorzüglich; wenn ich nicht irre, so waren sie von Herrn Ritter- gutsbesitzer EGGERT auf Liebenthal bei Techow ausgestellt.

Zwei recht reichhaltige Haselnuss- sortimente führten uns die Herren BUSSE aus Cannstadt und HAFNER aus Radekow vor. £

Unter den Traubensortimenten nahm dasjenige von Herrn JUNGCLAUSSEN aus Frankfurt a. O. die erste Stelle ein, auch das HAFNER’sche Sortiment fand ge- bührende Beachtung.

Zu den Baumschul-Artikeln übergehend ist zu bemerken, dass auch diese Ab- theilung der Ausstellung besonders reich- haltis beschickt war. Da waren Obst- bäume von LAMBERT u. REITER-Trier, MAX BUNTZEL-Nieder-Schönweide, FRANZ FHOHM-Gelnhausen, WARNECKEN -Burg-

damm bei Bremen, PABST-Lübeck, KNnö- NAGEL - Magdeburg, MÖLLER - Gotha, GAERTNER-Zechlin und noch viele Andere. Es war ein Vergnügen, soviel wirklich gutes Material an einem Platze vereinigt zu finden. Herr MAx BUNTZEL aus Nieder-Schönweide trug den Sieg davon, ihm wurde für seine vorzügliche Leistung auf diesem Gebiete die grosse silberne Staatsmedaille zuerkannt. :

Auch die Alleebäume, die hoch- stämmigen Rosen und Stachelbeeren, die Himbeeren etc. des Herrn BUNTZEL zeich- neten sich durch besonders kräftigen Wuchs und gute Bewurzelung aus.

Geformte Zwergstämme waren sehr wenig vertreten, wirklich gute Cordons und Pyramiden hatte nur Hr. WARNECKEN aus Burgdamm ausgestellt. Sehr hübsche Coniferen führten uns die Herren Handels- gärtner KETTLITZ aus Wittstock und Baumschulenbesitzer GAERTNER aus Zech- lin vor. Auch die Korbweiden waren

vertreten und zwar war ein Sortiment

der vorzüglichsten Weiden von Herrn OHLANDT aus Hamburg eingesandt; als: besondere Anerkennung erhielt er eine bronzene Staatsmedaille.

Besondere Aufmerksamkeit war von

. Seiten des Austellungs-Comite’s der Obst-

verwerthung geschenkt worden. Herrn SCHNEIDERs Bemühungen war es ge- lungen, die ersten Firmen zur Beschickung der Ausstellung zu gewinnen. Ge- dörrtes Obst und Gemüse war ausgestellt von TER MEER und WEYMAR aus Klein- Heubach am Main und von F. BEHR in Köthen; beide hatten Handelswaare ersten Ranges ausgestellt.

Gelees, Pasteten, Mus, Fruchtsäfte und Fruchtwein waren in grosser Anzahl und vorzüglicher Qualität vertreten; es er- hielten Prämien PLETTENBERG in Werder für Obstwein, OERTELS-Braunschweig für Fruchtsäfte und KETTLITZ-Wittstock für selbstbereiteten Stachelbeerwein.

Ausserdem war die Ausstellung noch mit grossen Gemüsesortimenten beschickt, worunter das von KAISER aus Nordhausen die erste Stelle einnahm; weiter waren enorme Kartoffelsortimente von über 200 Sorten, grosse Rüben-Kollektionen, Getreide-Sortimente, schöne Dekorations- und Marktpflanzen, abgeschnitteneBlumen, Blumen-Arrangements, Pläne, gemalte Blumen und Früchte, Geräthe, Garten- meubles und diverse andere Artikel ver-

| 1885. Nr. 2.]

Kleine Mittheilungen. 25

treten, wie sie auf jeder Ausstellung zu finden sind.

Zum Schluss möchte ich noch er-

_ wähnen, dass in der ersten Konkurrenz, das beste deutsche Rosenbuch betreffend, Herrn SCHNEIDER’s Rosen-Jahrbuch durch Zuerkennung des ersten Preises, des Ehren-Preises Ihrer Majestät der Kaiserin- Königin Augusta, gebührende Anerken- nung gefunden hat. . Wenn wir uns nun fragen, wie ist es möglich geworden, dass Wittstock eine solche Ausstellung insceniren kann, Witt- stock, das von allen grösseren Verkehrs- wegen abgelegen ist!

Der Erfolg ist einzig und allein der Rührigkeit, den rastlosen Eifer und der Thatkraft des Vorsitzenden des Vereins, Herrn SCHNEIDER II, zuzuschreiben. Ihm allein gebührt die Ehre, was auch von allen Seiten rückhaltslos anerkannt wurde.

Ich schliesse mit dem Wunsche, dass die Bestrebungen des Wittstocker Vereins stets solche Erfolge zu verzeichnen haben, wie sie mit dieser Ausstellung errungen sind.

Kleine Mittheilungen.

Bemerkungen über getriebene Rosen im Herbst.

Die interessante und allen Blumengärtnern höchst wichtige Mittheilung des Herrn W. PERRING in Nr. 50 dieser Zeitung: «Ge- triebene Rosen im November« hat in mir die Ansicht erweckt, dass dieses sogenannte Treiben eigentlich eine Fortsetzung der Herbstvegetation sei. Bei einem Nachbar von mir blühen gegenwärtig in einem mit dem Wohnzimmer verbundenem Erker mehrere Rosen mit 7—1o Blumen, die schönste ist, wenn ich nicht irre, Marie van Houtte. Sıe blühen so schön, weil sich die Zweige noch im Frühherbst bei Sonnen- schein gebildet Raben. Der trübe November brauchte nur das Aufblühen der vorgerück- ten Knospen zu besorgen. Mithin ıst das Frühtreiben in diesem Falle leichter, als ein späteres. Der geschickte und glückliche Herr BunTzeL wird wohl seine Noth haben, vier Wochen später solche Rosen, wie Ende November zu ziehen. Hiermit will ich die Verdienste desselben nicht schmälern. Es ist jedenfalls eine ausserordentliche Leistung, die mit Recht Beachtung und Lob verdient. An Nachahmern wird es nicht fehlen. Erste Bedingung zu dieser Herbsttreiberei scheint mir eim sonniger Oktober, was ja bei uns meistens der Fall ist, dann ein Vorrath von kräftigen, im Sommer nochmals verpflanzten Rosen, welche vom Juli an nicht geblüht

haben, in geeigneten Sorten. Die Praxis wird dieselben bald herausfinden. Das von Herrn BUNTZzEL angewendete Trockenhalten ist jedenfalls nachahmenswerth. JÄGER. Das Veredeln der Nelken

ist eine Manipulation, die wohl verdient, immer wieder auf's Neue in Anregung ge- bracht zu werden. Für Nelkenliebhaber, besonders aber für Sortensammler dürfte es. von Bedeutung sein, eine Vermehrungsweise zu wissen, vermittelst welcher man in der Lage ist, noch eine Sorte zu retten, die auf andere Weise nicht mehr zur erhalten ge- wesen wäre.

Das Veredeln selbst ist sehr einfach. Man nımmt als Unterlage die stärkeren Wurzeln der Saponarıa officinalis, die dem Nelken- seschlecht angehört, schneidet diese ın 4—5 cm lange Stückchen und pfropft hierin das Reis der zu vermehrenden Nelke in den Spalt. Mit Bast fest gebunden, pflanzt man. nun den Pfröpfling in 5—6 cm "Töpfchen und stellt ıhn unter Glasglocke, resp. in einen geschlossenen Mistbeetkasten. Eine eigentliche Verbindung geht die Nelke mit Saponaria nicht ein, aber letztere ernährt das sogenannte Edelreis so lange, bis es sich auf eigene Füsse stellt. Ein Fehlschlagen ist fast ganz ausgeschlossen. S—K.

i Späte Rosen.

Im Anschluss an die Hinweisung aus Illustr. Hort. »Späte Rosen« in Nr. 50 Ihrer Zeitung erlaube ich mir die Aufmerksamkeit IhrerLeser, welcheSchnittblumen produciren, auf dies Verfahren ganz besonders hinzu- lenken. In den meisten Fällen wird ein ausser Dienst gestellter Mistbeetkasten mit Fenstern zum Schutz gegen die Kälte und den kalten Regen genügen, z. B. bei niedrig veredelten und wurzelechten Rosen. In England conservirten wir die für Kranz- und Deeorationsbinderei sehr viel begehrte ein- fache weisse und gestreifte Dahlien, beide gleich ausgezeichnet durch Farbenpracht wie Blüthenreichthum, sehr lange, theıls auf die in Nr. 50 angegebene Weise, theils, indem wir sie mit Wurzelballen aushoben und in einem kalten, hellen Hause einschlugen.

C. JunGe.

Obergärtner bei I. L. SCHIEBLER & Soun. Celle.

Berliner Gärtner-Börse.

Die Berliner Gärtner-Börse hat jetzt ıhre Grundbestimmungen versandt. Auch Aus- wärtige könnenbeitreten. Jahresbeitrag4Mk., Provision 3 pCt. Die Börse wird jeden Mon- tag Abend, im Sommer von 8—9, im Winter von 7—8 Uhr bis auf Weiteres im Restaurant NIEFT, Kommandantenstrasse 71, abgehalten. Aufträge sind an den Geschäftsführer Herrn Hofgärtner M. HoFFMmAnNn, Berlin W., Wilhelm-

Kleine Mittheilungen. Sprechsaal.

strasse 103, zu richten. Die Preisnotirungen

erfolgen in der »Berliner Gärtnerbörse«.

Wir empfehlen das Unternehmen allen’

Interessenten bestens.

Rentabilität der Frühtreiberei von Azaleen. Herr KArr E. Havpr in Brieg schreibt uns: Die seitens Berliner Handelsgärtner irr-

thümlich bezweifelte Rentabilität des Früh-

treibens der Azaleen werde ich mir erlauben am Schlusse der Treibperiode, auf Grund:

der erzielten finanziellen Resultate nachzu- weisen. Ich kann aber heute schon be- haupten, dass diese Kultur mindestens eben-

so lohnend ist, als die Rosentreiberei.

Bezüglich der Notiz auf S. 550, 1884, der »GARTEN-ZEITUNG«, dass in Wiesenburg eine Abies nobilis glauca einen Zapfen getragen, theile ich mit, dass bei mir dies schon öfter vorgekommen ist, aber leider nie mit Pollen und Kätzchen gleichzeitig, also blieben die Samen steril. v. ST.-PAuL, Fischbach.

(Auch in Wiesenburg. D. Red.)

Amtliche Bekanntmachung. Berlin, den 28. Dezember 1884.

Den Vorstand lasse ich in der Anlage die Zusammensetzung eines Mittels, welches zur Bekämpfung der Blutlaus auf einer grösseren Obstpflanzung im Regierungsbezirk Merseburg und auch anderweit mit bestem Erfolge angewendet worden ist, mit dem Ersuchen zugehen, dasselbe in geeigneter Weise zur Kenntniss des betheiligten Publi- kums bringen zu wollen.

Der Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten. In Vertretung: MARCARD. An den Vorstand des Ver- eins zur Beförderung des Gartenbaues in den

Preussischen Staaten hierselbst.

In 3—4 / kochendes Wasser werden 3/, kg gewöhnlichen inländischen Tabaks ge- schüttet. Sobald derselbe zu einer braunen Brühe abgekocht und erkaltet ist, werden nach Entfernung der Tabaksblätter etwa 3. Tassenköpfe 5 prozentiger Karbolsäure hinzugesetzt.

Nachdem nun am Baum die mit Blut- läusen etc. behafteten Stellen sorgfältig ab- geschabt sind, wird die Abkochung (mit Stielbürsten, hinreichend grossen Pinseln oderan unzugänglichen Stellen mitSchwämm- chen an Stangen) auf die behafteten Stellen

“und in die bezüglichen Ritzen und Rinden- spalten gestrichen. Die beim Abkratzen der Stämme heruntergefallenen Rindenstücke mit Blutläusen oder Blutlausbrut etc. werden am besten verbrannt. Die dünnen, in glei-

cher Weise behafteten Zweige werden am

besten abgeschnitten und gleichfalls ver- brannt.

Das Mittel kann zu jeder Jahreszeit mit Erfolg angewandt werden und wird sich noch jetzt als wirksam erweisen, doch ist seine öftere Wiederholung in der Zeit vom März bis August k. J. anzurathen. Zum Schutz gegen die aus der Erde kriechenden Thiere empfiehlt es sich, im’ ersten Frühjahr die verdächtigen Bäume unten mit Ringen aus Raupenleim (Brumataleim) zu versehen. In Poplitz hat nach der letzten Anwendung des Tabaksabsuds ein Bestreichen der be- treffenden Bäume mit der bekannten Kalk- mischung unter gutem Erfolge stattgefunden.

Personalnachrichten.

Herr Fr. MAECKER, seit ı6. Jahren Ober- gärtner der bekannten hiesigen HECKMANN-

‚schen Gärten, hat am ı. Januar d. J. seine Stellung aufgegeben und sich hier, Schil-

strasse 4, als Landschaftsgärtner etablırt. Der Prof. Dr. MÜNTER in Greifswald, Ehren-

mitglied des Vereins z. Bef. d. Gartenbaues,

ist zum Geheimen Regierungsrath ernannt.

Sprechsaal.

Erase 4. konservirt ein Gartenbesitzer am besten und längsten seine selbst gewonnenen Gemüse?

Frage 5. Welches sind die schönsten ım Freien ausdauernden Blattpflanzen für Rasen- plätze?

Frage 6. Welche Gruppenpflanzen kann

ein Gartenbesitzer, der kein Gewächshaus hat, ın einem hellen frostfreien Keller über- wintern?

Engros-Preise abgeschnittener Blumen ete. in Berlin in der Woche vom 4. bis Io. Januar 1885.

(Wo nichts angegeben, pro Dutzend in Pfennigen.) Abutilon 15—25, Amaryllis 600700, Azaleen 50 bis 60, Camellien 500—700, Cyclamen 25—30, Epi- phyllum 25—35, Flieder 900— 1200, Fuchsien I0— 15, Hyacinthen I00—50, Levkoyen 50—75, Maiblumen 60—80, Orchideen 500— 1000, Primeln T0—1I5, Rosen,

frisch getrieben, 600 bis 1000, Reseda 25—50, com-

pakte Primeln ı5, Tulpen 50—75, Veilchen, russ.,

15—20, do. semperfl., 10—ı5. Bindegrün: Mahonien-Blätter, 1000 Stück 400. Sog. ital. Blumen: Safrano 160—175, Anemonen 60—75,

Marguerites 25—40, Orangen 700—800 pr. %g.

Berlin, 1o. Januar 1885. Das Geschäft war im Laufe der Woche ziemlich belebt; wenngleich es zum Schlusse derselben am hiesigen Platze stiller wurde, blieb der Expoet lebhaft. Stark angeboten wurden Maiblumen und behaupteten diese kaum den Preis, Weisse Camellien begehrt, fanden schnellen Absatz und erzielte gute Waare hohen Preis; hingegen gingen Nizzaer, überhaupt sogenannte italienische Blumen im Preise herunter.

————

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Druck von Gebr. Unger in

Berlin, Schönebergerstr. 17a.

= Ganzun-Zertung ;

" WOCHENSCHRIFT FÜR GÄRTNER UND GARTENFREUNDE.

Herausgegeben von

Dr. L. WITTMACK, und W. PERRING, ‚Professor a.d.Universität u.a. d. landw. Hochschule, Inspeetor Gen.-Sekretär des Vereins z. Beförderung d, Gartenbaues des Königlichen Botanischen Gartens in Berlin, Berlin. N. 102 Chaussöestr. W. 75 Potsdamerstr.

Organ des „Vereins zur Beförderung des Gartenbaues in den König]. Preuss. Staaten und der „, Gesellschaft der Gartenfreunde Berlins“.

Verlag von Paul Parey, Berlin SW., 32 Wilhelmstr. ANNONCEN

werden mit 35 Pf. pro Petitspaltzeile oder deren Raum berechnet. Annahme in allen Annoncen-Bureaus und in der Verlagshandlung.

Erscheint jeden. Donnerstag. Preis vierteljährlich 4 Mk. Zu beziehen durch jede Buchhandlung oder Postanstalt.

Inhalt. Pelargonium peltatum »Fürstin Josephine | Beitrag zur Salattreiberei. Von R. Moncorers, Handels-

von Hohenzollern. (Mit Abbildung.) | gärtner in Hohen-Schönhausen bei Berlin.

Die Behandlung der Zimmerpflanzen im Allgemeinen. Kleine Mittheilungen: Richardia albo-maculata Hook. Von H.R. in Berlin. (Schluss.) | Eucharis Sanderiana Baker. Haupt’s Azaleen-

Die Champignonkultur in den Katakomben und Stein- | Treiberei. Epiphyllum Russelianum Hook. var. brüchen von Paris. Von JOHANNES BÖTTNER. , Gärtneri. Lonicera Maacki Maxim. Eine kon- infaches Gewächshaus. Von SCHMIDT & SCHLIEDER, stant verbänderte Esche. Ribes Gordonianum Leipzig. (Mit Abbildungen.) Lem.

Deutsches Rosenöl. Von C. E. HAUPT. | Literatur. Gartenbau-Ausstellungen.

Arum pictum Lin. fil., vel. A. corsicum Lois., A. Personal-Nachrichten. Sprechsaal. balearicum Buchh. Von C. SPRENGER. | Engros-Preise abgeschnittener Blumen in Berlin.

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Stellen-Gesuche,. . |

Ein junger, strebsamer und sehr fleissiger Gärtner- ; : . : ehilfe, 6 Jahre beim Fach, sucht zum ı. Februar oder Ein yerheiratheter Corner Kinder, 34 Jahre alt, ea ni Gehülfenstelle in einer bedeutenden Han- der zu Marien 1885 10 Jahre in der grossen herr- | Je]s- oder Herrschaftsgärtnerei. Offerten erbittet Herr A sucht zum ı. April 1885 B. Grimm, Stadtgärtner, ellung bei ein : | ER Otto Grossklass, | ea Scheine I = Gärtner in Ruhnow b. Ruhnow-Bahnhof (Pommern). | Ein tüchtiger Gärtnergehülfe, 21 Jahre alt, sucht -| vom I5. Januar in einer Privat- oder Handelsgärtnerei Ein junger Gärtner, welcher bereits ı Jahr eine | dauernde Stellung. Derselbe ist in Topfkultur, Bin- Gärtnerei leitete, wünscht sich zu verändern zum derei, Wein- und Ananaszucht und Treiberei erfahren, 15 Januar oder I Februar. Offerten sieht entgegen gleichfalls stehen die besten Zeugnisse zu Diensten. Alb. Eckardt H, Riskhey in Bürkhorst bei Oranienburg. in Itzum bei Hildesheim.

Ein Herrschaftsgärtner, in der Landschaftsgärtnerei und Topfpflanzenkultur, im Obst-, Gemüse- und Wein- 2 bau durchaus tüchtig und erfahren, sucht bis zum Stellen - Angebote. 1. April anderweitig Stelle Gute Zeugnisse stehen = zu Diensten. Briefe sind zu adressiren an Zum sofortigen Antritt oder ı. Februar suche Gärtner Richard Kurte für eine Herrschaft einen tüchtigen, soliden, selbst- in Tivüle b. Salzkotten in Westfalen. | ständigen Gärtner. Derselbe muss erfahren sein in ©) ; 5 ; - Topfpflanzenkultur, Teppichgärtnerei, Landschafts- ‚Suche sofort En Platz für SuEn tüchtigen Ge- | a und NE en katholisch u. militär- hilfen, selbständig in Baumschulen, Topfpflanzenkultur | freı. Nur Solche wollen sich nebst Angabe der Ge- und Binderei. haltsansprüche melden. Zeugnissabschriften erbeten. Aug. Beckmann, Kunst- u. Handelsgärtner,

: FE En snabrück. Ein Gehülfe, 21 Jahr alt, welcher in Vermehrung, | VSUORÜCH

Topfpflanzenkultur, Frühbeettreiberei und Baumschule Ein tüchtiger Gehülfe, welcher in Topfkultur, Ver- erfahren ist, sucht zum ı. Februar dauernde Stellung. | mehrung und Treiberei erfahren ist, kann sofort bei Gefällige Offerten erbittet M. Lehnme, per Adresse mir eintreten. Gehaltsansprüche und Zeugnisse er- Herrn B. Gey, Handelsgärtner, G@aschwitz- | beten. Friedr. Heger, Leipzig. Handelsgärtner in Heidelberg.

F. A. Bernstein, Lübeck.

ME er A

Anzeigen. | GARTEN-ZEITUNG

Verlag von PAUL PAREY in BERLIN SW., 32 Wilhelmstrasse.

DEUTSCHE POMOLOGIE.

"Chromolithographische Abbildung, Beschreibung und Culturanweisung

der empfehlenswerthesten Sorten

Aspfel, Birnen, Kirschen, Pianmen, Aprikosen, Pfrsiche und Weintranben,

Nach den Ermittelungen des Deutschen Pomologen-Vereins herausgegeben von

W. Lauche,

K. Garten-Inspektor, Lehrer des Gartenbaues an der K, Gärtner-Lehranstalt zu Potsdam, Inhaber der grossen goldenen Medaille für Leistungen im Gartenbau etc.

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NAD

Band: Aepfel. (No. 51— 100.) [

AA AA AT Rental. |

Band: Birnen. (No. 51— 100.) C INN NN NN

Zweite Folge. 3

SE

2

Mir zweihundert Farbendrucktafeln in vier Bänden war die erste Folge der Pomologie abgeschlossen, und mehr als tausend Subskribenten gebührt lebhafter Dank für die zahlreichen ermunternden und anerkennenden Zuschriften, welche aus ihren Reihen eingingen, und welche vielfach an dem Werk nur auszusetzen hatten, dass die Zahl der abgebildeten und beschriebenen Aepfel und Birnen nicht ausreiche. Und allerdings, es sind in den letzten Jahren eine Menge Sorten bekannt geworden und verbreitet, über die in den früheren Versammlungen des Deutschen Pomologen-Vereins noch keine genügenden Beob- achtungen vorlagen, die aber theilweise durchaus Beachtung und Verbreitung verdienen. Das bisher em- pfohlene Sortiment Aepfel und Birnen ist in der That nicht gross genug. Theilt man die Früchte nach ihrer Reifezeit in Sommer-, Herbst- und Winterobst ein, berücksichtigt man ferner die verschiedenen wirth- schaftlichen Zwecke, bedenkt man, dass sich gewisse Sorten für den Garten, für Landstrassen, für das Feld, für trocknen oder feuchten, sandigen oder lehmigen Boden, für warme oder rauhe Lagen eignen, so erscheint eine Sorten- Auswahl von 50 Aepfeln und 50 Birnen zu gering und eine von 100 nicht zu gross. Bereits vor 20 Jahren liess sich der Verfasser von Oberdieck, Jahn, Leroy etc. Reiser und Stämme senden, pflanzte in seiner Baumschule über 2000 Aepfel- und Birnensorten an, um ein eigenes Urtheil über ihr Ge- deihen und ihren Werth zu gewinnen. Als ihm später die Anlagen der Königlichen Gärtner- Lehranstalt anvertraut waren, wurde hier ebenfalls ein grosses Sortiment in den verschiedensten Formen angepflanzt. und während eines Jahrzehnts wurden gegen 2000 Früchte beschrieben und abgebildet. Beobachtungen und Erfahrungen mit anderen Pomologen ausgetauscht. und auf Ausstellungen ergänzt und erweitert. Das Resultat sind diese, fünfzig weitere, bereits in des Verfassers Handbuch des Obstbaues erwähnte empfehlenswerthe Sorten Aepfel und Birnen, welche nun die zweite Folge der Pomologie bilden. Dieselbe besteht demgemäss also aus einem zweiten Band Aepfe} (No. 5I—100) und einem zweiten Band Birnen (No. 51—100) im Preisverhältniss der Ersten Folge, d.h, 25 Mark per Band.

Beide Bände elegant in Halbleder fest gebunden oder lose in geschmackvollen

Einband-Cartons kosten zusammen 56 Mark.

Gegen frankirte Einsendung des Betrages erfolgt die Zusendung franko.

)

1885. Nr. 3.]

Pelargonium »Fürstin Fosephine von Hohenzollern.« 28

| Pelargonium peltatum „Fürstin Josephine von Hohenzollern“.

(Mit Abbildung.)

=> Die rühmlichst bekannte Firma Gebr. NEUBRONNER in Neu-Ulm (Bayern), deren Coleus wir wiederholt besprochen, hat im vorigen Jahre auch ein neues sog. »Epheupelargonium« gezüchtet, welches in

einer Versammlung des Vereins zur Beför- derung des Gartenbaues von Herrn CARL NEUBRONNER selbst vorgeführt wurde und vielen Beifall fand. Ihm ward dafür ein Ehren-Diplom und in Leipzig eine grosse silberne Medaille zu Theil.

Es ist sehr schön belaubt, sehr stark- wüchsig, gedrungen und von ausser- ordentlichem Blüthenreichthum. Die Blüthendolden sind gut geschlossen, die einzelnen Blumen von glänzend scharlach-

Fig. 8. Pelargonium peltatum »Fürstin Fosephine von Hohenzollern«. Blumen scharlachroth. 3

2:26

Die Behandlung der Zimmerpflanzen.

[ GARTEN-ZEITUNG

rother Farbe, ganz oder fast ganz gefüllt und den Eindruck einer gut: gefüllten Kamellien-Balsamine machend.

Wir haben es hier nicht mit einer

Kreuzung des gefüllten Pelargonium pel-

‚wird

tatum mit dem /. zonale zu thun, wie

‚solche, so viel uns bekannt, zuerst von

DUBUS aine in Rouen vorgenommen (Revue hort. 1882, S. 350), sondern nach

Angabe des Züchters mit einer einfachen

Kreuzung des Zelargonium peltatum, bei der ein glücklicher Zufall diese prächtige

Füllung und die lebhafte rothe Farbe _ hervorbrachte.

Die Behandlung der Zimmerpflanzen im Allgemeinen.

Von H.R. in Berlin. (Schluss. Töpfe.

o

Y/Vllan nehme nie zu grosse Töpfe, gilt

als Grundsatz in der Zimmergärtnerei. Die Pflanze darf nur soviel Erde erhal- ten, als angemessen, d. h. als sie im Stande ist zu entfruchten. Erhält sie mehr, so wird die zu viel gegebene Erde nicht entfruchtet und verdirbt; sie »sauer«, wie der Gärtner sagt. Hohe und enge Töpfe waren früher bei Palmen in Gebrauch, seit längerer Zeit

ist man aber davon abgekommen und

hat gefunden, dass Töpfe gewöhnlicher Facon ebenso gut und besser dazu ver- wendet werden können. Die Töpfe dür- fen nie schmutzig, grün oder schimmelig sein, ebensowenig glacirt, weil beides die Verdunstung des Wassers in der Topf- erde verhindert und deshalb die Erde schlecht (sauer) wird. Porzellantöpfe, und selbst mit der schönsten Malerei, sind also nicht zu gebrauchen. Wer aber solche durchaus benutzen will, kann höchstens selbige als Umhüllung ver- wenden. Es muss dann jedoch ein Zwischenraum von etwa 2 cm zwischen den beiden Topfwänden bleiben.

Erde. Wer Pflanzen in seinen Wohnräumen

. zieht, muss sich auch ein kleines Quan- tum Erde im Hause halten, die er in

jeder grösseren Gärtnerei billig käuflich erhalten kann, denn es ist nicht selten,

“dass ein Topf durch irgend welchen Un- fall zerbricht und ein sofortises Um- pflanzen nothwendig wird. Besorgt sich jemand das Umpflanzen im Frühjahr,’ wo eine allgemeine, Durchsicht der Pflanzen vorgenommen werden muss, allein, so braucht er schon ein grösseres Quantum Erde, die man am besten in einem luftigen Keller aufbewahrt und zeitweilig etwas anfeuchten lässt. Es ist aber durchaus. nicht nothwendig, sich dabei eine grössere Sammlung von Erd- sorten zu halten, es genügt, wenn man etwas Haide-, Laub-, Moorerde und Sand oder Kies und einige Stücken Torf vor- räthig hält; damit lassen sich so ziem- lich alle Pflanzen ganz gut kultiviren. Man hüte sich zu schwere Erde, nament- lich Lehm, zu verwenden, weil solche zu

schwer austrocknet, und das ist bei Zimmerpflanzen immer misslich. Kleine Pflanzen gedeihen mit einigen Aus-

nahmen am. besten in einer sandigen Laub- und Haide-, also in einer leichten Erde. Je mehr Haideerde genommen wird, desto leichter ist die Erde; je mehr Lauberde, desto kräftiger wird solche. Die erwähnte Erdmischung ist diejenige, welche sich bei kleineren und grösseren Palmen am meisten empfiehlt. Ein Zu- satz von Lehm scheint mir nur rathsam bei grösseren Exemplaren, wie sie in Wohnräumen selten aufgestellt werden, und dann auch noch bei ganz gesunden, gut wachsenden Exemplaren. Bei den Lilienarten, namentlich den grösseren, wie Crinum (die Hakenlilie) wird dagegen ein geringer Zusatz von Lehm, dem Standorte in ihrer Heimath entsprechend, nothwendig sein. Moorerde findet Ver- wendung bei den Sumpfpflanzen und Pflanzen der nassen Wiese. Der Sand oder feine Kies muss jeder zu verwen- denden Erdmischung hinzugefügt wer- den, um gutes Durchziehen des Giess- wassers herbeizuführen. Der Torf findet verschiedene Verwendung. Zerrieben wird er der Erdmischung für grössere Palmen und Sumpfpflanzen zugesetzt, haselnussgrosse Stücken mischt man unter, nimmt solche auch als Unterlage im Topf für vorgenannte Pflanzenarten.

Ungeziefer und Pflanzenkrank- Metten: Tritt Ungeziefer auf, zum Beispiel rothe Spinnen und Läuse, so wasche

2885. Nr. 3:]

Die Behandlung der Zimmerpflanzen.

27

man die Pflanze mit einer Mischung von Schwarzseifenwasser und Tabakslösung, lasse die Pflanzen etwa 2 Tage stehen, und wasche dann noch einmal mit reinem lauen Wasser. Sind Spinnen und Läuse dann noch nicht verschwunden, so muss die Procedur wiederholt werden. Gegen Schildläuse wendet man Kalkmilch an, aber dies muss mit Vorsicht geschehen, weil die Pflanze leicht dabei leidet. In allen solchen Fällen wird man gut thun, den Grund des Auftretens des Ungezie- fers zu ermitteln, um solches beseitigen zu können. Bei dem Erscheinen der rothen Spinne und der schwarzen Fliege Zeh die Puanze,ın der Regel in zu trockener Luft und zu sonnig. Das Gegen- _ mittel wird also sein, feuchte Luft und Be- schatten. Durch häufiges Benässen mit dem Refraichisseur nimmt das Ungeziefer etwas ab; Radikalmittel bleibt freilich immer nurdasfeuchteste Warmhaus. ZuvielSonne wollen die meisten Pflanzen nicht haben; Morgen- und Abendsonne genügt und wird im Hochsommer noch zu viel. Milde Sonnenstrahlen wollen die meisten Pflanzen haben, aber nicht die brennen- den Strahlen der Sommersonne, die höchstens den Cacteen dienlich. Also halte manaufhellesLicht(ichempfehleZug- ‚gardinen anstatt Rouleaux) und mässige Sonnenwirkung. Für den Kenner genügt der Anblick der Pflanze, um zu wissen, ob selbige gesund oder krank ist, für den Laien aber nicht. Bei diesem bedarf es in der Regel schon eines starken Rückganges der Pflanze, um Krankheit zu erkennen. Es wird dann, sofern es sich nicht um Ungeziefer auf diesen handelt, auch stets die Wurzel faul oder angefault sein. Ich empfehle deshalb zur eigenen Belehrung, um zu sehen, ob man die Pflanzen richtig behandelt hat, ab und zu dieselben auszutopfen, und die Wurzeln anzusehen. Dann weiss man, ob man jene richtig behandelt hat und zu viel oder zu wenig gegossen und die richtige Erde hat, auch ob Regenwürmer vorhanden sind etc. Danach kann man dann seine weitere Behandlung einrichten. Regenwürmer müssen entfernt werden, weil sie die Erde zerwühlen und Fäul- niss durch Verstopfen des Abzugsloches herbeiführen. Riecht die Erde dumpfig, so muss frische genommen werden, wo- bei man, namentlich im Winter, die ge- sunden Wurzeln zu schonen hat. Die

faulen Wurzeln werden mit einem schar- fen Messer entfernt. Die zu verwendende Erde macht man in solchem Falle etwas sandiger wie sonst, legt auch wohl im Topf unten 4} Finger Sand hinein und bestreut vor dem Eintopfen den ganzen Ballen mit Sand. Beim Austopfen stosse man nach Umkehren des Topfes mit einem Stückchen Holz durch das Ab- zugsloch auf den davor liegenden Scher- ben, dann gleitet der Ballen langsam heraus. Es ist dies praktischer als das Aufstossen des umgekehrten Topfes, weil dabei fast immer mehr oder weniger

Erde des Ballens sich löst und herabfällt..

Kann man einer kränkelnden Pflanze zeitweise einen warmen Fuss geben, in einem Treibhause, so wird man ihre Wiederherstellung noch cher erreichen. Wer das aber nicht kann oder will, der vermeide wenigstens jede unnütze Er- kältung des Topfes, stelle diesen also in das warme Zimmer auf Sand oder Holz und schütze ihn vor dem Zug und der Kälte des Fensters durch Decken bis zum Fensterbrett und Schliessen der Zug- gardinen des Nachts. Wer Untersätze benutzt, thue in diese Sand als Unterlage hinein. Dies Letztere bewährt sich auch übrigens für solche Pflanzen, die bei Eintritt des Winters stark wachsen, zu kleine Töpfe und zu wenig Nahrung haben, und die man bei der vorgerückten Jahreszeit nicht mehr umpflanzen kann. Die Wurzeln gehen dann allerdings in den Sand, aber das schadet nichts; man braucht nur beim Umsetzen im Frühjahr den alten Topf zu zerschlagen, um die neuen Wurzeln nicht zu beschädigen. Cigarren-, überhaupt Tabaksdampf scha- det den Pflanzen nicht, so lange nicht zu stark gequalmt wird; ebensowenig mässige Gasbeleuchtung oder Lampen- licht, wenn nur nachher für gehörige Lüftung gesorgt wird und sei es auch nur durch Oeffnen der Ofenthür.

Das ist Dasjenige, was ich über die Behandlung der Pflanzen im Wohnzim- mer zu sagen habe; es ist nur das Wich- tigsste, doch findet der Laie vielleicht manches darunter, was ihm neu ist und bei der Kultur seiner Pflanzen nützlich sein kann.

28

Die Champignonkultur in Paris.

| GARTEN-ZEITUNG

Die Champignonkultur in den Kata- komben und Steinbrüchen von Paris.

Von

JOHANNES BÖTTNER.

"VW enn man in der steinreichen Um- gebung der HauptstadtFrankreichs,

in Ivry, Montrouge, Arcueil, Bagneux, Sevres etc. einen Spaziergang durch die Fluren unternimmt, so wird stets die Menge hölzerner vierkantiger schornstein-

ähnlicher Kästen auffallen, welche hier,

je A—6 n hoch an freien Plätzen an- gebracht sind. Es sind dies die Oeff- nungen ehemaliger unterirdischer Stein- brüche, welche jetzt gleich den Kata- komben, die in Montrouge ihren Eingang haben, zur Kultur von Champignons be- nutzt werden.

Die Kultur der Champignons in den Steinbrüchen und Katakomben ist eine der interessantesten aller existirenden Kul- turen; leider wird es Fremden nur selten möglich, in die finsteren Höhlen ein- dringen und die Kulturen persönlich in Augenschein nehmen zu dürfen.

Die Champignonzüchter sind in ihrer grösseren Mehrzahl ehemalige Arbeiter, welche durch Fleiss und Einsicht nach vielen Jahren. mühevoller Bestrebungen zu eigener Selbstständigkeit gelangt sind und die jetzt theilweise in Wohlhabenheit, oft in Reichthum leben, denn die Cham- pignonkultur war früher und ist noch jetzt ein sehr mühevolles, aber auch sehr einträgliches Gewerbe.

Eine Champignonzüchterei besteht meistens aus mehreren Steinbrüchen mit einem dazu gehörigen Hofe, in welchem die Vorbereitung des für die Kultur allein nöthigen Materials, des Mistes vorge- nommen wird. 4— Io Pferde sind den Tag hindurch beschäftigt, den Mist aus den grossen Tramway-, Omnibus- oder Droschken-Administrationen von Paris herbeizufahren. Derselbe wird wagenweis auf Haufen geworfen, und 2—3 oder auch 4 Tage später werden je 20—30 solcher Haufen in ca. 102 breite, 30 nm lange und 1 »2 hohe »Planches« umgesetzt. Der Mist ist gewöhnlich nicht sehr strohhaltig, und man trägt Sorge, ihn beim Aufsetzen ‚stark zu giessen und etwas festzutreten; je nach Jahreszeit wird auch bei feuchtem kühlen Wetter Giessen und Festtreten

beschränkt, beziehungsweise ganz unter- lassen.

Nach etwa 5—6 Tagen wird der Haufen umgesetzt, die äusseren Schichten kommen nach innen, die inneren nach aussen zu liegen, trockene Stellen werden im Som- mer nochmals gegossen; nach weiteren 5—6 Tagen setzt man nochmals und einen gleichen Zeitraum später zum dritten Male um. Nach abermaligem Verlauf einer Woche wird der Mist zur Kultur brauchbar sein, er wird jetzt auf Wagen geladen und zu den Steinbrüchen gefahren.

Diese Steinbrüche sind unterirdische Höhlen, 20—40 »z tief unter der Erdober- fläche, welche durch 2 oder mehrere runde Löcher mit der Luft in Verbindung stehen. Den Zutritt ermöglicht man durch Leitern, welche in der Oeffnung angebracht sind, oder man lässt da, wo. die Steinbrüche tiefer liegen, die Arbeiter und alle nöthigen Geräthschaften inKörben oder Eimern hinab und windet die Ernte in gleicher Weise in die Höhe. Um die zum Athmen der Menschen sowohl, als. zur Entwickelung der Pilze nöthige Luft in diese tiefen Gänge zu bringen, sind die schon erwähnten Schornsteine an- gebracht und man unterhält zur Zeit der Vegetation ein fortwährendes Kohlenfeuer unterhalb der Luftöffnungen.

Die Vegetationsräume sind noch so, wie sie von den Steinbrechern verlassen wurden, oft breite, hohe Gänge, oft schmal und niedriger, zuweilen derart, dass man sich nur kriechend darin fortbewegen und die Kulturarbeiten verrichten kann. Sehr häufig befinden sich 2—3 Etagen solcher Gänge übereinander, oft sind dieselben mehrere Kilometer lang und in ihrer Anlage derart komplizirt, dass man sich, ohne sie genau zu kennen, selbst mit Fackeln nicht allein hinein wagen darf.

Der nach angegebener Methode zu- bereitete Mist wird durch die offenen Löcher in die Tiefe geworfen, dann dort auf Karren geladen und mit Mühe und Anstrengung in die entfernten Theile des Steinbruches gefahren. Man steckt zu diesem Zwecke, da die Steinbrüche in ihrem Innern selbstredend völlig dunkel sind, eine kleine Oellampe vor jeden Karren und erleuchtet so den Weg. Etwa 3 Tage nach dem Einfahren des Mistes. werden die Beete aufgesetzt. Man bildet gewöhnlich einseitig gewölbte Beete (Accos) beiderseitig der Wand entlang,

1885.

Nr. 3.|

Die Champisnonknliur in Parıs. 29

30 cm breit und ebenso hoch, und benutzt in breiten Gängen den bleibenden Zwi- schenraum zu ein oder mehreren dach- förmig gewölbten Beeten (Meule) von gleicher Breite und Höhe. Der Dünger wird festgedrückt, und einige Tage später, wenn eine Erhitzung nicht ah zu be- fürchten ist, legt man die Brut ein, in- dem man in zwei Reihen auf je 30 cn Entfernung (im Verband) eine Hand voll Brut unter den lose aufgehobenen Dünger schiebt. Hat die Brut den Haufen gut durchzogen, was etwa nach 3 Wochen der Fall sein wird, so wird der Accos, bezüglich die Meule geglättet und mittelst hölzerner Schaufeln reiner Sand in höchstens 1 cz starkerSchichtaufgebracht; dann werden die Beete gegossen, der Sand wird nochmals festgeschlagen und die Anlage ist beendet.

Häufig befinden sich Quellen oder kleine Wasserbecken in den Steinbrüchen selbst oder, wo dies nicht der Fall ist, lässt man mittelst starker Seile das Wasser in einen unterhalb der Oeffnung angebrachten Trog tropfen. Viel Wasser ist nicht nöthig, da man, die Wasser- kanne mit dünnem Brausekopf in der einen, die Lampe in der anderen Hand haltend, rasch lange Strecken bespritzen kann; oft giesst man auch nur den Boden der schmalen Zwischenwege, da dies ge- nüst, um die benachbarten Beete an- zufeuchten.

Nach etwa 2—3 Wochen zeigen sich gie ersten Lilze, welche sieh m dem kühlen und völlig finsteren Standorte gut und schön entwickeln; man pflückt täglich diejenigen Champignons, welche den Ring unterhalb des noch ge- schlossenen Hutes gut erkennen lassen, geöffnete Pilze sind nicht verkäuflich; die auftretenden schlechten Pilze und Schim- mel werden ebenfalls gesammelt und ver- nichtet.

Wenn nach 2—3 Monaten, je nachdem die Anlage mit mehr oder weniger Sorg- falt ausgeführt wurde, später oder früher, die Ernte aufgehört hat, so sammelt man den Sand, um ihn in einer unbenutzten Ecke aufzuschichten und fährt den Mist unter die Oefinung, um ihn mit Pferden in die Höhe zu winden. Diese Arbeit wird im Akkord ausgeführt, auch das Reinigen und Bestreuen der geleerten Räume mit Gips geschieht in gleicher Weise; es wird übrigens mit viel Genauig-

keit gehandhabt und nicht nur der Boden, sondern auch die umgebenden Mauer- ritzen werden sorgfältig ausgekehrt, da bleibender Staub der neuen Anlage leicht Schaden verursachen würde. Der empor- gewundene abgeerntete Dünger wird an Gemüsegärtner, namentlich Erdbeer- züchter, zuweilen auch an Landwirthe verkauft, es ist nicht nur ein gutes Düng-, sondern ein noch besseres Deckmittel für den Boden, und in den französischen Gärtnereien wird eine derartige Bodendecke (Paillis) sehr gern angewendet. Den Sand ebenfalls emporzuwinden, lohnt sich nicht, er darf aber auch nicht wieder verwendet werden. Die Champignons werden in ovale Körbe gepflückt, welche je 10 Pfund ent- halten, man bildet 2 Qualitäten, die im Preise sehr von einander abweichen. Die besseren werden durchschnittlich mit ı Francs pro Pfund bezahlt. Es giebt Champignonisten, welche zeitweise täg- lich 20— 30 Körbe zu Markte schicken. Der grösste Bedarf an Champignons zeigt sich im Frühjahre, doch ist fortwährend Absatz dafür vorhanden, weil die fran- zösischen Champignons massenhaft kon- servirt und nach allen Ländern der Welt in diesem Zustande verschickt werden. Die Arbeit der Champignonisten ist mühevoll und ungesund, und obwohl die Akkordarbeiter wie auch die Lohnarbeiter reichlich verdienen, ist die Vergütung für ihre Leistungen noch immer mässig. Man denke sich nur einen Arbeiter in den unterirdischen Höhlen, in stets ge- bückter, oft kriechender Stellung mit Kannen oder Karren schwer belastet und vom Morgen bis zum Abend fast un- unterbrochen arbeitend, und man wird

begreifen, dass nur Wenige solche Be- schäftigung auf die Dauer aushalten können.

Einfaches Gewächshaus. Von SCHMIDT & SCHLIEDER, Leipzig. (Mit Abbildungen.)

9,

DER hier bildlich dargestellte Gewächs- "haus war auf der Leipziger-Gartenbau- Ausstellung im August v. J. von der Firma SCHMIDT & SCHLIEDER ausgestellt

| 30 Einfaches Gewächshaus von Schmidt & Schlieder.

und wurde als Kultur- haus für warme Pflan- zen mit dem ersten Preise prämiirt.

gend, so war dasselbe

_ und 5,72 m zwischen den Mauern tief, und enthielt ausser Seiten- _ tabletten und Mittel- beet eine komplette . Vermehrungs - Anlage - mit Schwitzkasten in einer Länge von 8 m. = Die sich: vollstän- dig freitragende und - leichte Eisenkonstruk- _ tion zu nur einmaliger Verglasung, sowie die praktische Lüftungs- Vorrichtung wurde hauptsächlich und all- seitig anerkannt.

Unter den Tablet-

“en und der Ver- mehrungsanlage lagen die sämmtlichen kup- fernen Heizrohre in 3 resp. 6 Strängen voll- ständig frei. Ausser- dem war das Vermeh- _ rungsbeet mit einer besonderen Heizvor- richtung, aus 4 schwä- cheren Rohren beste- hend, versehen, diebe- liebig in Betrieb ge- setzt werden kann.

‚Die Heizanlage war speziell von Hrn. ED. TÄNZER, Leipzig, aus- gestellt und erhielt ebenfalls den ersten Preis.

Beschattet war das Haus mit einem neuen, aus sehr dickfädigem, grossmaschigen, durch eine Imprägnirung ge- gen Fäulniss geschütz- _ ten Jute-Gewebe von H. DEMMRICH, Factor der Kgl. Strafanstalt in Zwickau 1.S. Der Preis derselbenbeträgt pro I gm ı Mark.

Die Grösse anlan-

22 m im Lichten lang.

Giebel -Ansich Tan

Schnitt. #.B

Schnitt. &.D,

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r Fig.9. Gewächshaus von SCHMIDT & SCHLIEDER in Leipzig. Totalansichtund#Durchschnitt.

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31

30 Meter,

Grundriss.

or undrils.

Gewächshaus von SCHMIDT & SCHLIEDER in Leipzig.

een ee Eee fern eoeTE Te ee Tee Fig. 10.

Deutsches Rosenöl. Von

CARL EDUARD HAUPT. =

ie Firma SCHIMMEL & Co. in Leipzig sagt hierüberinihrem Bericht Folgendes:

»Durch Versuche in kleinem Massstabe hatten wir schon im vorigen Jahre konstatirt, dass die Darstellung von Rosenöl aus den hier und in der Umgebung ge- sammelten frischen Rosenblü- then recht wohl möglich sei. Wir hatten in Folge dessen mit eini- gen grösseren Gärtnereien für diese Kampagne entsprechende Abkommen getroffen, und mit Leichtigkeit während der Som- mermonate soviel Rosenblätter geliefert erhalten, dass es uns selungen ıst, ca. 3 22 echtes Rosenöl selbst darzustellen.

Durch diesen Erfolg ermuthigt, haben wir für nächstes Jahr An- stalten getroffen, um grössere Mengen der am besten geeig- neten Sorten zu erhalten. Wir haben, um zunächst einmal den Ertrag einer Rosenpflanzung fest- zustellen, selbst eine solche in kleinem Umfange angelegt, und werden nach genauer Feststel- lung des Ergebnisses zur Ein- führung der Rosenzucht in der hiesigen Gegend weitere Anre- gung geben. Mehrere Gärtnerei- besitzer, ebenso wie grössere intelligente Gutsbesitzer haben sich bereit erklärt, bei einiger Aussicht auf Rentabilität, die Rosen ackerweise anzupflanzen, und da uns ein guter Ertrag schon nach den jetzigen, ober- flächlichen Berechnungen ausser allem Zweifel zu stehen scheint, so hoffen wir zuversichtlich, die Rosenöl-Destillation hier zu wirk- licher Bedeutung zu bringen. Das hiesige Klima ist der Rosenkultur mindestens eben so günstig, wie dasjenige der Balkan-Abhänge. Die hier gezogene Rose ist so parfümreich, dass alle dagegen etwa noch bestehenden Bedenken

REN ERREGER EERRRTISURTEN

er

keinen Vergleich aushalten kann!

32

Arum pictum Lin. fü.

Br

[ GARTEN-ZEITUNG

bei Prüfung unseres Fabrikats sofort schwinden müssen! ausser Zweifel, dass die Qualität unserer nächstjährigen Produktion eine noch feinere sein wird, da naturgemäss bei diesen ersten Versuchen manche Rosen- sorten mit untergelaufen sind, die künftig. ausgeschlossen werden! Jeder Kenner wird zugeben müssen, dass mit einer solchen Qualität das türkische Rosenöl Was es jedoch für den Parfümeur bedeutet, wirkliches, zuverlässig reines Rosenöl zu

besitzen, bedarf keiner weiteren Erörte--

rung. Bei aller Feinheit des Aromas, ist die Ausgiebigkeit des deutschen Rosen-Oeles eine ausserordentlich grosse, die des türkischen Oeles übertreffende. Es soll auch wegen dieser Vorzüge und wegen seines ganz eigenthümlichen Charakters durchaus nicht mit dem tür- kischen Rosenöle konkurriren, sondern es soll ein Produkt für sich bilden, wel- ches auch im Handel ganz selbstständig seinen Weg machen wird. Nächst dem weit feineren, kräftigeren Geruch charak- terisirtt unser Rosenöl eine weit höhere Gefrierfähigkeit. Während gutes türki- sches Rosenöl durchschnittlich etwa bei + 20°C. erstarrt, thut es das unserige schon bei + 32°C. Das Aufthauen ist daher mit besonderer Sorgfalt zu bewerk- stelligen.. Am besten setzt man das Flacon mit Rosenöl in warmes Wasser, damit ein gleichmässiges Schmelzen ver- anlasst wird.

Arum pietum Lin. fil., vel. A. corsicum Lois., A.balearicum Buchh. Von

CARL SPRENGER, in Firma Dammann & Co., Portici bei Neapel.

Dämmtliche Aroideen unseres Erdtheils

finden sich in Italien; einzelne sind ihm ausschliesslich eigenthümlich, andere hat es mit dem andern Süden Europas gemein und nur wenige finden sich noch im Norden, wie der deutsche Aron oder das Heckenpüppchen, wie man in der Eifel sagt, und die Cala palustris, die selbst bis in den hohen Norden hinauf- geht. Diese italienischen Arten sind sammtlich sehr schön und überaus merk- würdig, so zwar, dass es mich Wunder

Es steht aber ebenso

nimmt, wenn ich sie so gar wenig kulti- virt finde und theilweise sozusagen fast unbekannt weiss. Da ich aber Gelegen- heit habe, sie alle miteinander zu kulti- viren und zu beobachten, möchte ich mit- theilen, was ich von ihnen weiss, und es ist des Absonderlichen und Interessanten gar viel. Eine der schönsten ist das korsische Aronskindchen, der » Gichero della Sardegna« der Italiener, oder die als A. corsicum in Deutschlands Gärten hier und da gekannte Art. Der ältere, schon von LINNE Sohn gegebene Name A. pictum verdient desshalb den Vorzug, weil er durchaus passt, während die später gegebenen ganz verwerflich sind, da weder der eine noch der andere das Vaterland bezeichnet. Denn die Art kommt auch in ganz Sardinien und viel häufiger und schöner. als in Korsika vor, und was auf den kleinen Balearen wächst, ist nach PARLATORE nicht verschieden von un- serer Pflanze. Arum pictum treibt etwa Mitte September aus der grossen, unregelmässigen und erdfarbenen Knolle einen niedrigen Stengel, an dem sich Blätter und Blüthen zugleich entfalten. Die innen purpurbraune Blüthenscheide ist wenig höher als die schönen grünen Blätter, welche ungefähr herz-pfeilförmig sind. PARLATORE, der die Pflanze und besonders die Blüthe genau und treffend beschreibt, sagt, dass zur Zeit der Blüthe nur ein einziges Blatt entwickelt sei; dem ist aber nicht so, vielmehr sind öfter zwei oder mehrBlätter, welche jeneinihrerMitte halten, entfaltet, ganz abgesehen von den kleinen Blättchen der Afterknöllchen, wel- che jede blühbare Knolle umgeben. Ist die ziemlich grosse Blumenscheide nun ganz entfaltet, so ist sie innen, wie ge- sagt, purpurbraun, nach aussen indess grünlich braun, mit zahlreichen Längs- adern versehen und länger als der sammet- weiche, schwarzbraune Kolben, dessen untere, in der Scheide verborgenen Theile gelblich-weiss sind. An seiner Basis fin- det sich ein flacher, schmaler Ring und gleich über diesem die zahlreichen weib- lichen Blüthen oder besser Ovarien, die grünlich gelb oder ganz dottergelb sind. Dann folgt nach oben ein schmaler gelber und kahler Theil, auf dem man nur einige erhabene Wärzchen sieht, deren Zweck schwer zu erkennen ist, und darauf ein Ring gelblich-weisser Antheren, welche rings um den Kolben in der Weise sitzen,

1885. Nr. 3.)

Arum pictwn Lin. fü. 33

wie die Eier mancher Schmetterlinge, z. 'B. des Ringelspinnerss, um die Zweige ihrer Stammpflanze, oder die Früchte der Calothamnus Neu-Hollands. Wieder folgt ein kahler Ring mit zerstreut stehenden Wärzchen und darauf ein Kranz borsti- ger, gelber, an der Basis verdickter, nach

unten stehender Haare, und in ihrer Höhle -

ist dieBlüthenscheidezusammengeschnürt, so zwar, dass den kleinen Fliesen und Mücken der Eintritt in die etwas wider- lich parfümirte, geheizte und leckeren Saft spendende Kammer nach unten ge- stattet ist, ein Entkommen aber nur weni- sen oder keinen gelingt. CARUS STERNE schreibt in einer der letzten Nummern der ‚»Gartenlaube« über diese Dinge unter dem Titel: »Heissblüthige Pflanzen« un- antastbare Wahrheiten. Auch A. prctum entwickelt im untern Theil der Scheide erhöhte Wärme. Es blüht meist um Mittag auf und entwickelt einen zwar nur schwachen, etwas widerlich süssen Geruch und man fühlt die grössere Wärme der Hochzeitskammern, wie HUMBOLDT sagte. Nur kleinen Insekten kann der Eintritt gestattet werden; sie kommen, angelockt, sofort herbei, der Duft meldet ihnen ja, dass da zu naschen ist und die angenehme Wärme mag ihnen doppelt behagen an den nicht selten bewölkten Tagen zur Zeit der Blüthe. Sie finden den Weg leicht, passiren unfehlbar die Antheren und nehmen die Pollen mit hinab zu den Ovarien, dieselben befruchtend. Schwerlich entkommt eine dem lieblichen Gefängnisse wieder und somit wird eine Kreuzbefruchtung bei dieser Art nicht nöthig sein. Schnecken sind ganz aus- geschlossen, könnnten auch gar nicht eintreten. Das kleine Fliegenvolk tummelt sich nın in dem Kämmerchen, bis es erstickt. Ich fand in einer Blüthe, die sich um ıo Uhr Morgens öffnete, am andern Tage früh 22 kleine Fliegen todt auf der schwitzenden Scheibe haften und nach zwei weiteren Tagen sichtlich ver- west (oder verdaut?), so dass nur noch die Flügel und andere Reste übrig blieben. Ich ernte jeden Herbst Samen; die Beeren sind schön orangegelb und die Samen keimen im Herbst sehr leicht. Niemals fand ich alle Ovarien befruchtet, sondern stets lückenhafte Fruchtkolben, eine Folge der unzuverlässigen, ungleichmässigen Bestäubung der Narben durch die Fliegen. Also auch hier müssen die armen Wesen

zum Danke dafür, dass sie den Blumen die grösste Wohlthat erwiesen, mit dem Tode büssen. So enden vielleicht Millionen Wesen, um einer einzigen Art das Dasein zu erhalten, aber in einem sinnberauschen- den Freudentaumel und wissen nicht, was sie thun; die liebevolle Mutter Natur will es so.

A. pictum wächst an Waldrändern, an Wegen und Hecken auf jenen grossen Inseln wild und ist sehr leicht zu kultiviren. Es liebt Halbschatten und leichte, steinige Erde, wird aber den deutschen Winter nicht überdauern, sondern muss im kalten Hause oder Zimmer unterhalten werden.

Beitrag zur Salattreiberei. Von R. Moncores,

Handelsgärtner in Hohen-Schönhausen bei Berlin.

Wenn nach den langen trüben Winter- monaten die Sonne anfängt, wieder wärmere Strahlen zur Erde zu senden, dann regt sich

‚beim Gemüsegärtner das Verlangen, auch

wieder etwas Neues, lange nicht Gehabtes auf den Markt zu bringen, und das ist ın erster Linie neben Rad:eschen Salat. Ver sehen uns die südlicheren Länder auch während des Winters mit Blumenkohl, Salat, Radieschen etc, so brauchen wir deshalb unsere Frühkulturen noch nicht fallen zu lassen, wenngleich wir bei unseren klima- tischen Verhältnissen nur ungleich kost- spieliger produziren können als der Süden!

In den meisten Fällen werden diejenigen Produzenten die besten Einnahmen erzielen, welche mit ihren Erzeugnissen dıe Ersten auf dem Markte sind.

Um dies zu erreichen, muss mit der An- zucht der Salatpflanzen möglichst frühzeitig begonnen werden, und zwar nicht nur, wie dies meist allgemein geschieht, ım Januar, sondern bereits im Herbste. Die Herbst- aussaat von Salat, welche vielen jüngeren Gärtnern unbekannt geblieben zu sein scheint, erfordert eine grosse Aufmerksamkeit und ein möglichst helles Gewächshaus, wenn sie ein gutes Resultat ergeben soll.

Ich säe meinen Salatsamen im Oktober in ein dicht unter den Fenstern eines Ge- wächshauses belegenes Vermehrungsbeet in sandige Mistbeeterde.

Sobald die jungen Pflanzen das erste Blatt entwickeln, pikire ich sie in flache Hand- kästen und stelle dieselben, nachdem die Erde leicht angegossen ist, auf dıe obersten Stufen der Stellagen meiner Pelargonien- Häuser, möglichst nahe unter Glas. Während

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MR ERBETEN,

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34 Kleine Mittheilungen.

| GARTEN-ZEITLNG

des Winters und besonders bei trüber feuchter Witterung begiesse ich die Pflanzen nur sehr mässıg und entferne sofort alle faulenden oder stockenden Blätter. Werden die Pflan- zen nicht vom Schimmel befallen, wogegen ein sofortiges Schwefeln meistentheils hilft, so sind sie Ende Januar soweit erstarkt, dass sie in einen warmen Mistbeetkasten mit einem allseitigen Abstand von 15 cm ausgepflanzt werden können. Hierbei achte man aber ganz besonders darauf, dass der Kasten mit einer genügend starken Erd- schicht bedeckt ist, um ein Verbrennen der Wurzeln zu verhüten, dass sie nicht zu tief gepflanzt werden und dass der Dunst ge- hörig abziehen kann.

Die weitere Behandlung der Salatpflanzen ıst die allgemein übliche, so dass ich sie

hier nicht weiter mitzutheilen brauche, je-

doch möchte ich nur noch bemerken, dass ich für meine frühen Salatkästen stets weisses Glas enthaltende Kittfenster verwende. Auf diese Weise habe ich stets in der zweiten Hälfte des März schnittreifen Salat auf den Berliner Markt gebracht, einer Zeit, in der mir häufig ein paar warme Tage, welche den Import aus dem Süden erschwerten, zu einem recht guten Geschäft verhalfen.

Ich glaube einen grossen T'heil meiner seit achtzehn Jahren mit der Salattreiberei in dieser Weise erzielten recht guten Erfolge dem weissen Glase meiner Gewächskäuser und Mistbeete zuschreiben zu müssen.

Bei der Frühjahrsaussaat, welche von Mitte Januar ab beginnt und sich in grösseren Gemüsegärtnereien fast alle vierzehn Tage wiederholt, weil eine junge kräftige Pflanze zur Vorbedingung einer guten Salat- Ernte gehört, ist die Kultur schon bedeutend ein- facher. Nachdem die jungen Pflänzchen auf dem Samenbeet (warmer Mistbeetkasten) ge- hörig erstarkt sind, werden sie entweder als Vollbestellung ın andere warme Kästen ver- pflanzt, oder als Zwischenfrucht in Gurken oder Blumenkohlkästen etc. gebracht.

Was nun die zu empfeblenden Sorten be- trifft, so ıst diese Frage für Berlin und Um- gegend recht schwierig zu beantworten, da unsere sämmtlichen hiesigen Gemüse fast ausschliesslich Lokalsorten sind, die sehr wenig Anspruch auf richtige allgemein an- erkannte Benennung machen können, und sehr häufig der Name des Züchters oder des Verkäufers dem Käufer derSamen als spezielle Bezeichnung der erworbenen Sorte gilt.

Ich verwende zur Herbstaussaat Kaiser Treibsalat, zur Frühjahrsaussaat zuerst Er- furter Dreienbrunnen und zuletzt Steinkopf.

Kleine Mittheilungen.

£ . Richardia albo-maeulata Hook ıst eine bei uns erst im letzten Jahrzehnt

in Kultur genommene Pflanze, die sich aber bereits so gut eingebürgert hat, dass sie eine ganz beliebte Marktpflanze geworden _ ist. Bei ihrer grossen Anspruchslosigkeit bezüglich ihrer Kultur verdient sie wohl ın immer weiteren Kreisen aufgenommen zu werden. Starke, blühbare Knollen werden

Anfang März-April in Töpfe gepflanzt, im

Glashause unter die Stellage gestellt, bis sie zu treiben beginnen, dann auf einen mässig warmen Kasten gebracht-und mit möglichst viel Luft behandelt, damit sie hübsch kurz bleiben. Nach Verlauf von 4 Wochen zeigen sich die Blumen, deren auf starken Knollen oft 2—3 kommen, und die denen der Calla aethiopica ganz gleich sind. Die kleinen Knollen resp. die Vermehrung bleibt im Einschlage im Kalthause so lange liegen, bis es die Witterung erlaubt, sie frei in den Garten zu pflanzen, um sıe dann gleich dorthin zu placiren, wo sie den Sommer hindurch verbleiben sollen. In Bezug auf Boden sind sie durchaus nicht wählerisch, vielmehr begnügen sie sich mit jeder Boden- art, nur dürfen sie bei grosser Wärme nicht Wassermangel leiden. Im Spätherbst, wenn auch schon einige leichte Fröste darüber hingegangen sind, werden s!e ausgehoben und im Kalthause unter die Stellage ein- geschlagen, woselbst sie ruhig bis zum Früh- jahr liegen bleiben. Das Laub stirbt ganz ab, und man hat nur nöthig darauf zu achten, dass dieses rechtzeitig entfernt wird, um nicht Fäulniss auf die Knollen zu über- tragen. Um höhere Blattpflanzengruppen bildet Archardia mit ıhrem weiss punktirten Blatte in ihrer niedrigen Gestalt einen ganz prächtigen Abschluss. S—K.

Eucharis Sanderiana Baker.

Ueber den blumistischen Werth dieser ın neuerer Zeit vielfach empfohlenen Pflanze sind die Ansichten bekanntlich sehr getheilt. Einerseits wird ihr Blüthenreichthum oder vielmehr ihr leichtes Blühen sehr hervor- gehoben, andererseits werden ihre kleinen Blumen getadelt und behauptet, dieselben könnten keinen Vergleich mit denen der 2. amazonica aus halten. Zur Klarstellung dieser Frage macht der deutsche Reisende Herr LEHMANN, der bekanntlich seit längerer Zeit in Südamerika fürenglische Handelsgärtnerauf eigene Rechnung Pflanzen sammelt, in »Regel’s Gartenflora« Jahrg. 1884 S. 357 ausführliche Mittheilungen, aus denen wird nachstehenden kurzen Auszug entnommen haben.

Herr Lehmann hat die Zucharis Sanderiana in den verschiedensten Theilen ıhres grossen Verbreitungsbezirkes an dem westlichen Ab- hange der Anden am pazifischen Ocean so- wohl wild wachsend, wie auch ın den Gär- ten der dortigen Städte kultivirt beobachtet, und keinen Unterschied zwischen den Blü-

zit

1885. Nr. 3.]

BEIN

Kleine Mhttheilungen. 35

then dieser Art und der von #. amazonica

"wahrnehmen können, weder ın der Gestalt, "Grösse nach in der Anordnung der Corona, "Staubblätter und Stempel. Er hält erstere _ demnach nur für eine lokale Form der letz-

teren. Dagegen hebt er ihr leichtes und reich-

‚liches Blühen hervor, welches der Pflanze, falls sie in den Gewächshauskulturen diese _ Eigenschaft sowie ihre Blüthezeit, die in ihrer

Heimath in die Monate November, Dezem- ber und Januar fällt beibehilte, einen sehr hohen floristischen Werth verleihen würde.

:.. WER,

- In Anbetracht der Wichtigkeit dieser Frage bitten wir um gefällige, auf eigene Kultur- resultate gestützte Mittheilungen über den blumistischen Werth dieser Pflanze. D. Red.

Haupt’s Azaleen-Treiberei.

' Herr Emıtw LiesiG in Dresden schreibt: »Der Artikel über die Fortschritte in der Azaleen-Treiberei in »Garten-Zeitung« Jahrg. 1884 S. 598 hat mich sehr interessirt. Als ich auf der Rückreise von Russland am E% Maı v. ]. Heren Haupr besuchte, fiel es mir auf, dass seine Azaleen bereits aus- - gereiftes Holz hatten und anscheinend bereits wieder Knospen bildeten, was sonst erst drei Monate später geschieht. Wenn sich die HauprT'sche Methode bewährt, so wird der Werth der Azaleen als Winterblüher

ungemein erhöht.« WR.

Epiphyllum Russelianum Hook. var. Gärtneri.

Von dieser neuen Cacteae, die die Firma HAAGE & SCHMIDT in Erfurt von Hr. GÄRTNER aus Blumenau in Brasilien erhalten hat, bringt »ReEGer.s Gartenflora« Jahrg. 1884 S. 323 eine farbige Abbildung, die nach einem blühenden Exemplare im Etablissement der genannten Firma angefertigt worden ist. Danach ist die Blumenkrone der Pflanze nicht wie die von #. Zruncatum Haw. und E. Altensteini Ifeiffer röhrenförmig, sondern dicht über dem Fruchtknoten ausgebreitet, ‚regelmässig, Io cm im Durchmesser und von prächtig scharlachrother Farbe. Falls die Pflanze in Wirklichkeit der Abbildung nur einigermassen entspricht, dürfte ihr die weiteste Verbreitung gesichert und sie be- rufen sein, eine Marktpflanze ersten Ranges zu werden. Ve:

Lonicera Maacki Maxim.

Von diesemneuen aus OÖstasienstammenden Zierstrauch bringt »REGEL’s Gartenflora« Jhrg. 1884 S. 225 eine farbige Abbildung und

Beschreibung, aus der wir nachstehenden ‚Auszug entnommen haben. Es ist ein im ' Habitus der Z. Ruprechtiana ähnlicher, bis 2 hoch werdender Strauch, mit schmalen, dunkelgrünen Blättern und zahlreichen, anfangs rein weissen, im Verblühen gelblich

werdenden Blumen. Im Botanischen Garten zu Petersburg hat er sich als völlig winter- hart erwiesen und ist dort im Juni 1884 zum erstenmale zur Blüthe gelangt. Die Blüthezeit tritt 14 Tage später ein, wie die

aller anderen Arten der Gattung. Der Blüthenreichthum und die Härte dieses Strauches sichern ıhm die weiteste Ver- breitung. WB:

Eine konstant verbänderte Esche.

Ich fand am 5. Juli d. J. in einem Park eine Esche, welche, im Jahre 1869 gepflanzt, einen Stammdurchmesser von 0,30 m hat und bei der sämmtliche Spitzen der jungen Triebe zu einem platten Organ verwachsen (ver- bändert) sind. Es soll dies, wie mir der Besitzer, ein Graf E. sagte, seit Anbeginn der Pflanzung sein. Diese monströsen Spitzen werden später normal rund, zum grossen Theil biegen sie sich auch kreisartig herum nach unten, um dann zur Hälfte abzusterben. Der Baum ist völlig gesund und von schönem starken Wuchs. H. HALLENSLEBEN,

Garten-Architekt in Königsberg i. Pr.

(Es wäre interessant, zu sehen, ob Steck- linge der Zweige dieselbe Eigenthümlichkeit erben. D. Red.)

Ribes Gordonianum Lem.

Ribes Gordonianum Lem, ein ın den vierziger Jahren in England erzogener Blend- ling von £. sanguwineum Pursh. und R. aureum wird jetzt viel zu Unterlagen für hochstämmige Stachel- und Johannisbeeren anstatt A. au- reum verwendet.

Literatur.

Die Kultur der Band- und Flecht- weiden, als höchster Ertrag des Bodens, von LupwiG RESCcH jr, ‚Meerane in Sachsen 1884. Im Selbstverlage des Ver- fassers.

Die Kultur der Weiden ist von den ver- schiedensten Seiten mehr "oder weniger eingehend behandelt worden, so dass eigent- lich ein Bedürfniss zur Vergrösserung der einschlägigen Literatur nicht vorhanden wäre.

Wenn der Verfasser im Eingange seiner Broschüre sagt: »Gegenüber den umfang- reichen Broschüren auf dem Gebiete der Weidenliteratur beschränke ich mich behufs rascher Uebersicht in kurzgedrängter Form auf das Nothwendigste über Sortenwahl, Bodenverhältnisse, Pflanzung, Düngung, Pflege und Schnitt der Weiden,« so ist ihm das in der glücklichsten Weise gelungen.

Das ganze kleine Schriftchen (Preis 50 Pf.) verräth den erfahrenen Praktiker auf diesem Gebiete, und giebt in klarer, schlichter, kurzer Darstellung auch dem Unkundigen sichere Anleitung zur erfolgreichen Weiden-

36 Gartenbau- Ausstellungen. Sprechsaal.

[| GARTEN-ZEITUNG

kultur. Der Abschnitt über Wallkulturen für nasse Böden wird manches Vorurtheil zerstören, wırd manchem Züchter die Gründe für das Nichtgedeihen seiner Anlagen klar legen und Fingerzeige zur Verbesserung von Fehlern geben, und darum sei das kleine Schriftchen recht warm empfohlen. B. L. Künn.

Gartenbau - Ausstellungen.

Paris. Internationale Gartenbau-Ausstellung. Dieselbe findetbestimmtvom 20.-—31. Mai1885 statt und werden schon grosse Vorbereitungen dazu getroffen. Programme beim General- Sekretär A. BLEU, 84 rue de Grenelle, Paris.

Königsberg in Preussen. Internationale Aus- stellung von Betriebs-, Arbeits-, und Hülfs- maschinen für Handwerk und Klein-Industrie, Ende Mai 1335. Klasse 36 umfasst Maschinen und Geräthe für den Gartenbau. Bei der Nähe Russlands und Polens sind viele Käufer von dort zu erwarten! Anmeldungen bei H. CLaas.

Königsberg in Preussen. Grosse allgemeine Gartenbau-Ausstellung in der ı. Hälfte des September 1885 135 Preise! Anmeldungen bei dem Sekretär des Königsberger Garten- bau Vereins Herrn MAroLD Königstrasse 31 oder beim Kunst- und Handelsgärtner Herrn E. FISCHER, Königstrasse 84.

.Personalnachrichten.

Der langjährige Geschäftsführer des Deutsches Gärtnerverbandes, Herr LupwiG MÖLLER, Erfurt, hat, wie er in Nr. > der »Deutschen Gärtnerzeitung« anzeigt, seine Stelle zum ı. April gekündigt.

Sprechsaal.

Antwort auf Frage ı in Nr. 1. Von höher werdenden Gehölzen können verwendet werden: Rüstern, Ahorn, namentlich Acer campestre, Carpinus Betulus, Caragana arbo- rescens, Corylus Avellana, Crataegus oxyacantha, Rhus Lyphina, Evonymus europaea, Cornus mas, Prunus Padus. Dann folgen: Vıburnum Opulus, V. Lantana, Sambucus nigra, Rhamnus cathartica, Rh. Frangula, Cornus sanguinea, Phuladelphus coronarius, Ph. pubescens, Loni- cera xylosteum, Ligustrum vulgare, Spiraca opulıfolia, Berberis vulgaris, und an niederen: Symphoria racemosa, Ribes albidum, R.alpinum, R. Grossularia, R. nigrum, R. rubrum. Non ımmergrünen Gehölzen eignen sich: Zex aguıfolium, Taxus baccata, Juniperus communis, Thuja occidentalis, und da, wo Rasen nicht mehr gedeihen will: Zedera Helix und auch Vinca major. Ganz besonders zu empfehlen

ist noch, die Gehölze in möglichst kräftigen Exemplaren zu pflanzen, da schwächere weniger gut anwachsen, sich längere Zeit nothdürftig erhalten und schliesslich zu Grunde gehen. Gr:

Antwort auf Frage 26, S. 612, 1884. Asche von Steinkohlen in nicht zu grosser Menge auf Gemüseland untergegraben oder gepflügt, wirkt in feuchtem Boden nicht nach- theilig, dagegen auf hohem und sandigem Acker in trockenen Sommern ist selbige schädlich, indem die Pflanzen, wie man ım gewöhnlichen Leben sagt, »anbrennnen«. Nahrungsstoff enthält Steinkohlenasche nicht, dagegen Torfasche etwas, Holzasche am meisten. Am besten zu verwerthen ist Asche mit anderen Abgängen vermischt zurDüngung von Wiesen, namentlich auf feuchte, moorige, woselbst sie ausser der Düngung sehr viel zur Befestigung derselben beiträgt.

CARL Crass, Berlin, Schinke-Str. 3.

Frage Nr. 7. J. M. in G.. Giebt es eine kurze, leichtfassliche Anleitungzumrationellen Kardenbau?

Antwort: Wir nennen Ihnen: A. von LENGERKE, der Kardenbau im preussischen Staat. Berlin 13852. H. SCHOBER, der Anbau des Tabaks und der Weberkarden, Leipzig 1853. Dr. Wırrıam LöBE, Anleitung zum rationellen Anbau der Handelsgewächse, 4 Abtheilungen, Stuttgart 1868. Eine kurze gute Anleitung findet man auch in LANGETHAL, Hackfrüchte, Handelsgewächse etc., 5. Aufl. Berlin P. PAREY, 1374.

FrageNr.8. H.u.E.inZ. Wie hoch belief sich der Export und Import der deutschen Gärtnerei vor ungefähr ıo Jahren? Wie ist derselbe jetzt! Und welchen Einfluss hat die Reblaus-Konvention hierauf gehabt?

Engros-Preise abgeschnittener Blumen ete.

in Berlin in der Woche vom Io. bis 17. Januar 1885.

(Wo nichts angegeben, pro Dutzend in Pfennigen.)

Abutilon 15-25, Amaryllis 600— 700, Azaleen 50 bis 60, Camellien 500—600, Cyclamen 25—30, Epi- phyllum 25—35, Flieder 900— 1100, Fuchsien IO—1I5, Hyacinthen I00—150, Levkoyen 50—60, Maiplumen 60— 80, Nelken 125 —ı50, Orchideen 600 1000, Primeln I10—15, Rosen, frisch getrieben, 400 bis 1000, Reseda 25—50, Tulpen 50—75, Veilchen, sempeifl., 10—15., do. russ., 15— 20, compakte Primeln 15—20. Bindegrün: Mahonien-Blätter, TO00St. 400 500. Sog. ital. Blumen: Safrano 175—200, Ane- monen 60— 75, Marguerites 30—40, Mimosen I00 - 150 pr. Dtzd.

Berlin, 17. Januar 1835. Das anhaltend trübe Wetter brachte nicht im Uebermass Waare, und be- haupteten sämmtliche Artikel feste Preise. Trotzdem das Geschäft diese Woche ein sehr ruhiges war, wurden weisse Camellien und sonstige weisse Blumen gesucht. Maiblumen stark angeboten und fanden in grösseren Posten Absatz.

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Ein fleissiger, ordnungsliebender Gehülfe, 19 Jahr alt, sucht, gestützt auf gute Zeugnisse, in einer grösseren Handels- oder Herrschaftsgärtnerei 15. Februar oder später Stellung. Selbiger besitzt in Topfpflanzenkultur, Gemüsebau und Binderei Erfahrung. Gef. Off. erbitte an Adolph Müller, Ob erlöss- nitz bei Dresden, Mittlere Bergstrasse 56 zu senden.

Ein junger, pflanzenkultur und Gemüsebau bewandert, sucht, ge- stützt auf gute Zeugnisse bald oder I. Febr. dauernde Stellung.

M. Schmidt, Dresden-Blasewitz, Südstr. No. 9.

Einen jungen Gehilfen, der mit der Frühbeettreiberei, Blumenzucht, Ananas- und Gemüsebau vertraut ist, empfiehlt per ı. Februar der Kunstgärtner Gar N, Wendrin, bei Kudoba O.-S.

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zum

kräftiger, solider Gehilfe, in Topf-|

Gefällige Offerten an E. T. bei Herrn |

Ein Gärtner, verheirathet, Ende der 30er Jahre, sucht Stellung zum: 1. April 1885. Derselbe ist in allen Fächern der Gärtnerei bewandert und hat gute Zeugnisse aufzuweisen. Näheres beim

Kunst- u. Handelsgärtner 4. Pape, Wriezen a. O.

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Ein junger Gehülfe, der solide ist, etwas Kennt- nisse vom Baum- und Strauchschnitt, sowie von Blumengartenarbeit hat, erhält Anfangs Februar dauernde Stellung bei ©. @. Rudlofj, Handels- gärtner in Voerde, Kreis Hagen, Westf. 12 (?/,)

Suche per Ende Februar einen Gärtnergehülfen, der in einem Samengeschäft gearbeitet hat, das Effek- tuiren meiner Saatkartoffeln besorgen, Frachtbriefe, Etiquetten, Adressen schreiben und dann Gartenarbeit machen kann. Offerten mit Gehaltsanspruch direkt an

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Ich gebrauche für den ı. Februar einen strebsamen, | ernsten jungen Mann zur fast selbstständigen Leitung meiner aus 5 Häusern und etwa 160 Mistbeetfenstern bestehenden Gärtnerei, da ich infolge meines Blumen- geschäfts nur zeitweise zuhause bin.

Diesbez. Korrespondenzen mit Angabe von Gehalts- | ansprüchen sieht entgegen Lowis Pohlers,

\ Hainichen bei Chemnitz in Sachsen,

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Ranunculus bullatus Lin.

_ Ranunculus bullatus Lin. (R. rhombifolius Jord.)

Von CARL SPRENGER, ® in Firma DammAnN & Co., Portiei bei Neapel.

7 Fig. 11. Aanunculus bullatus Z. Blumen gelb.

\uf den grünen Matten des finsteren in Sicilien und Sardinien wächst der in Garganus und Apuliens Grenze in den natürlicher Grösse beistehend im Bilde

Resten italienischer Urwaldlandschaft, wie gegebene schöne Hahnenfuss wie die A

I a na a nm

Ranunculus bullatus : Lin.

[ GARTEN-ZEITUNG

meisten seiner Verwandten gewöhnlich in grosser Anzahl bei einander. Aus der knollig-büscheligen Wurzel treibt im Sep- tember, nach der sommerlichen Ruhe, eine dichte Blattrosette, wie sie im Bilde naturgetreu wiedergegeben wurde, aus deren Mitte sich vom Oktober bis Fe- bruar und in höheren Lagen inı zeitigen Frühlinge schlanke, borstig behaarte Blüthenstiele erheben, die jeder wiederum eine einzige Blume tragen. Sehr selten tragen die Stengel 2—3 Blüthen auf gabe-

lig abstehenden Stielen. Die Blumen sind

gross mit doppelter Strahlenreihe und glänzend dottergelb. Die fast ganzran-

- digen Blätter sind blasig aufgetrieben und .

von schöner, lebhaft grüner Farbe; sie sind tief eingeschnitten, gelappt, selten ganzrandig. Die Früchte sind klein und reifen schnell nach dem Verblühen, sie keimen sehr unregelmässig und in ge- ringer Anzahl, dennoch ist die Vermeh- rung an den ihnen günstigen Standorten oft eine massenhafte. Die jungen Pflan- zen blühen im 2. Jahre.

Die Pflanze gehört in die Felspartien der Gärten, gedeiht aber auch sehr leicht im Topfe und nimmt sich vorzüglich als Einfassung zu weissen asiatischen Garten- ranunkeln aus. Sie beginnt zwar zu vege- tiren, sobald hier die Herbstregen fallen; allein man kann die Knöllchen oder viel- mehr Klauen lange trocken aufbewahren und somit im Norden erst im Frühlinge legen, etwa im März, um sie dann bereits nach ca. 4 Wochen in Blüthe zu sehen. Sie blüht hier Monate lang, etwa bis Ja- nuar im Freien, und ein leichter Nacht-

‚frost thut ihr nicht den geringsten Scha-

den. Sie wächst in jedem Boden, zieht aber kalkigen, mürben Lehm allen anderen vor. Wo dieser fehlt, nehme man reine, grobe Lauberde. Die Knollen sollen nicht

tief in den Boden kommen und dieser -

muss durch Bedeckung vor allzu schnellem und übermässigem Austrocknen bewahrt bleiben. Besonders üppige Exemplare kann man in Töpfen erziehen, wenn man bei gutem Abzuge alten Lehm mit Laub- erde verwendet und nur eine kräftige Knolle in kleine etwa 10 cz weite Töpfe legt, diese an frischer, jedoch sonniger Stelle einsenkt und ungestört lässt, bei Beginn der Blüthe aber vorsichtig Horn- spahngüsse giebt. Solche Pflanzen sind überaus reizende Dekorationsstücke und können, wo die goldene Farbe nicht miss-

verstanden und- verhöhnt ist, auch die

‘Zimmer eine Zeit lang schmücken. Zu

solchem Zwecke müssten sie nun aller- dings nach und nach von August bis Oktober gepflanzt werden, um sie im Spätherbst und Winter in Blüthe zu haben. Im Freien aber erst im Frühlinge gelegt, wie gesagt, wird man die Gefahren eines strengen Winters umgehen, übrigens wäre es auch nicht unmöglich, dass diese lieb- liche Spezies unter Decke durchwinterte. Botanisch nahe verwandt sind ihr unsere deutschen $. Flammula und R. Lingua, welche nicht selten in Gräben und an sumpfigen Orten ein Amphibienleben führen und die Freude junger Sammler sind. Die Blumen des A. Öullatus sind indess sehr viel ansehnlicher als jene, und der ganze Habitus und Charakter ein edlerer. Obwohl sie ein echtes und rechtes Kind der Berge ist und noch dazu der sonnigen Berge Süd-Italiens, gedeiht sie doch auch in Gärten hart am Meeres- strande und widersteht den rauhen, salzi- gen Herbststürmen vortrefflich. - In der botanischen Abtheilung des Parkes von Caserta finde ich sie jeden Herbst im Schatten der riesigen Bäume in schönstem Flor, wo sie einer der Lieblinge des be- rühmten Direktors jener weiten Gärten ist und unter besonderer Pflege sich auch den tiefen Schatten gefallen lässt.

Empfehlenswerthe Bouvardien, deren Kultur und Verwendung. Von OTTO NEUMANN, Handelsgärtner in Schöneberg bei Berlin.

5) a. i Die deutsche Gärtnerei, stets bemüht den fortschreitenden Verhältnissen der Neuzeit Rechnung zu tragen, hat besonders in den letzten Jahren auf allen Gebieten grosse Kulturerfolge aufzu- weisen.

Ueberall ist man bestrebt gewesen, die Kulturen bekannter Handelspflanzen zu einer grösserenV ollkommenheitzubringen, um nicht nur den Anforderungen des Inlandes zu genügen, sondern auch das Ausland mit gut kultivirten Pflanzen zu versehen.

Besonders hat die deutsche Gärtnerei ihr Augenmerk neuerer Zeit darauf

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a Kr erde A A a

Nr. 4.]

1885.

Empfehlenswerthe Bowvardien.

39

gerichtet, solche Pflanzen zu kultiviren, welche sich zur Treiberei eignen und als Schnittblumen Verwendung finden, um der Importation von Schnittblumen aus dem Süden einigermassen begegnen zu können.

Die moderne Binderei, welche in den letzten Jahren so ausserordentliche Fort- schritte gemacht, zu den so mannig- fachen Arrangements so unendlich ver- schiedenes Material beansprucht, hat viel dazu beigetragen, dass manche alte, fast in Vergessenheit gerathene Pflanzen wieder in Kultur genommen werden. Es werden nicht mehr in dem Maasse, wie vor Jahren mit Vorliebe grosse und kompakte Blumen verarbeitet, man will etwas Leichtes, Elegantes und Gefälliges

haben.

Zu den oben genannten Bilanzen, welche so ziemlich der Vergessenheit anheimgefallen waren, gehören auch die Bouvardien.

In früheren Jahren wurden die wenigen vorhandenen rothblühenden Arten, beson- ders B. coccimea (Houstonia coccınea) und B. leyantha als Gruppenpflanzen verwen- det, im Herbst in Töpfe gepflanzt und im Gewächshause unter der Stellage ähnlich wie Fuchsien überwintert.

Nachdem sie auch für diese Zwecke durch die, längere Zeit zur Alleinherr- schaft gelangten Teppichbeete verdrängt wurden, verschwanden sie fast ganz aus den Handelsgärtnereien und waren nur noch in botanischen und älteren Privat- gärten zu finden.

Erst mit der Einführung der weiss- blühenden 2. corymbrflora und der ver- besserten Form Humboldti wurden so- wohl diese, wie auch andere Varietäten zuerst in Amerika, später in England und Frankreich und in neuerer Zeit auch in Deutschland zur Gewinnung von Schnittblumen in ausgedehnter Weise kultivirt.

In den letzten Jahren sind theils durch Sprossbildung (siehe Deutsche Gärtner- zeitung 1833 S. 57), besonders aber auch durch Aussaaten nach vorhergegangener künstlicher Befruchtung (siehe Hamburger Gartenzeitung 1884 S. 49) eine Anzahl schöner und empfehlenswerther Varietäten _ entstanden, welche die allgemeinste Ver- breitung verdienen.

Unter den zahlreichen von mir in grossem Umfange kultivirten Varietäten

nimmt 2. Humboldti den ersten Rang ein. Des Wohlgeruchs ihrer zarten, weissen röhrenförmigen Blüthen wegen ist sie als Topfpflanze sehr beliebt, auch sind die abgeschnittenen Blumen im Spätherbst ein gesuchtes Bindematerial; empfehlenswerth ist sie ferner durch ihren starken Wuchs.

B. Vreelandii hat weisse, zartrosa an- gehauchte Blüthendolden, die zahlreich im Herbst erscheinen und besonders als Schnittblumen geschätzt sind. Bei dieser und den nachfolgenden Sorten _bilden sich aus den Blattachseln Seitentriebe, welche, fast alle vollkommene Blumen bringen.

B. elegans re re Blüthen, weniger "stark wachsend, ist ihrer Farbe und ihres Blüthenreichthums wegen aber sehr beliebt.

B. Alfred Neuner, weiss, gefüllt, bei niederer Jemperatur etwas rosa ange- haucht, grosse Dolde, die erste gefüllt blühende Varietät. Eine amerikanische Züchtung von robustem Wuchs, eine der empfehlensw erthesten Sorten.

B. Präsident Garfield, rosa gefüllt, der Vorigen im Habitus und in.der: Form der Blumen: ähnlich. -Eine - unübertroffene Varietät, deren zartrosa Blumen für feinere Bindereien -sehr gesucht sind und, in grösseren Mengen verwendet, vortrefflich ee

B. ER rosa, einfach blühend, Pflanze sowie Blume von ‘guter Form; sehr empfehlenswerthe Sorte.

B.Dazzler, mit leuchtend rothen Blumen in lockerer Dolde. Der etwas sperrige hohe Wuchs dieser Varietät wird durch den Blüthenreichthum derselben ausge- glichen.

B. Exguisite, dunkelroth, Dolde von edler Form, sehr ähnlich der 2. elegans, empfehlenswerthe Pflanze.

B. flavescens, eine stark wachsende Varietät mit matt schwefelgelben Blumen in lockerer Dolde. Die Farbe verändert sich nach vollständigem Aufblühen und wird blass, auch ist die Blüthendauer kurz, trotzdem werden die Blumen wegen ihrer jetzt sehr beliebten, zarten matt- gelben Färbung gern gekauft.

B. Priory Beauty, zart rosa, in Farbe ähnlich der Rose La France, eine der edelsten Varietäten, musterhaft in Form und Farbe der Blumen.

Ausser den genannten Varietätenwerden

Kehl Fe re

Bewurzelung und Entwickelung

. alte Pflanzen

40 Empfehlenswerthe Bouvardien.

[GARTEN-ZEITUNG

noch verschiedene kultivirt, über deren ‘Werth ich nicht zu urtheilen vermag. Es sind dies: D. alba odorata, candı- dissima, conspicua, Davisoni, longipetala, longiflora ffammea, Maidens blush, Queen of Roses, rosea oculata, umbellata alba, umbellata carnea, Unique, Vivicans etc. Die Kultur der Bouwardien ist keines- wegs schwierig. Man vermehrt dieselben am vortheilhaftesten durch Stecklinge. Die während des Winters nur mässig feucht gehaltenen undbeieiner Temperatur von 6— überwinterten alten Pflanzen stellt man, nachdem ihre noch etwa vor-

handenen Blätter entfernt sind, Ende ,

Februar in ein Warmhaus nahe unter Glas. Hier werden sie etwa Mitte März ihre jungen Triebe soweit entwickelt haben, dass dieselben abgeschnitten und gesteckt werden können. Die Stecklinge wurzeln auf einem Vermehrungsbeete von 20 24° Bodenwärme sehr leicht. Die dieser Stecklinge vollzieht sich sogar so schnell,

‚dass nach etwa vierzehn Tagen, besonders

bei starkwüchsigen Sorten, die Spitzen derselben schon wieder zu Stecklingen verwendet werden können.

Die VermehrungausWurzelschnittlingen ist ebenfalls leicht. zu die starken Wurzeln von älteren Pflanzen, schneidet sie in kleine Stücke, streut sie auf ein Vermehrungsbeet oder in Stecklingskästen, bedeckt sie leicht mit Erde; bei einer Temperatur wie oben treiben sie sehr bald aus. Zur Vermeh- rung aus Wurzelschnittlingen eignen sich B. coecinea und DB. leyantha, während B. Humboldti nur aus Stecklingen mit Vortheil vermehrt werden kann.

Um recht starke Wurzeln zur Ver- mehrung zu erhalten, ist es zu empfehlen, wiederholt ins freie Land auszupflanzen.

Bemerkt sei noch, dass die aus Steck- lingen gezogenen Pflanzen sich kräftiger entwickeln, als solche aus Wurzelschnitt- lingen.

_„ Nachdem die Stecklinge m: bewurzelt sind, werden sie in kleine Töpfe gepflanzt und auf einen warmen Mistbeetkasten gebracht, und in den ersten Tagen, bei hellem Sonnenschein, beschattet. In der ersten Zeit hält man den Kasten ge- schlossen, lüftet ihn später nach und nach mehr und nimmt schliesslich, wenn die Pflanzen kräftig genug und keine Nacht-

Man verwendet hier-

fröste mehr zu befürchten sind, die Fenster gänzlich ab.

Vortheilhaft ist es, die Pflanzen während des Sommers in’s Freie auszupflanzen, entweder auf abgetragene Mistbeetkästen oder auf besondere für diesen Zweck präparirte Gartenbeete.

Beim Auspflanzen werden die Pflanzen gestutzt, was je nach ihrer Entwickelung später noch ein- oder zweimal geschehen kann, um möglichst buschige Pflanzen zu erhalten. . Die Blüthezeit hängt besonders von dem früher oder später vorgenomme- nen Stutzen ab. _

Ende August setzt man die Pflanzen unter möglichster Schonung der Wurzeln mit Ballen in Töpfe, bindet sie, wenn er- forderlich, an Stäbe, beschattet sie in den ersten Tagen und giebt ihnen, wenn möglich, einen warmen Fuss, wodurch das schnellere Anwurzeln gefördert wird.

Auf diese Weise behandelte Pflanzen werden kaum in ihrer Entwickelung ge- stört. Es zeigen sich dann bei einigen Sorten bald Knospen, welche bei gutem Herbstwetter noch im Freien aufblühen.

Bei Eintritt kühler Witterung bringt man die Pflanzen in das für sie be- stimmte Gewächshaus auf einen möglichst hellen Standort.

Hier entwickeln sich die Blumen bei 8 ı5° Wärme leicht und reichlich. Feuchte, kalte Niederschläge sind den Pflanzen sehr nachtheilig und müssen deshalb durch Lüftung und etwas stär- kere Heizung verhütet werden.

Es ist leicht, bei solcher Behandlung der Pflanzen bis Weihnachten und da- rüber hinaus Schnittblumen zu haben, welche sich je nach Farbe und Form zu den verschiedensten Arrangements ver- wenden lassen. Besonders geeignet sind sie zur Herstellung der kleinen modernen Sträusschen und zu feinen Garnirungen.

Einfuhr von Pflanzen über Holland nach Deutschland. Von J. H. KRELAGE.

Mn Nr. 49 der Garten-Zeitung wird die

sehr lesenswerthe Petition, betreffend die Reblaus-Konvention mitgetheilt, sowie die Antwort darauf. Bei dieser Gelegenheit be-

E 1885. Nr. 4. }

Einfuhr von Pflanzen über Holland nach Deutschland.

41

ginnt die Redaktion ihre Nachbemerkung

(Seite 580) folgender Weise: »Bei den allgemeinen Klagen über die

Schwierigkeiten, welche den Gärtnern ım

deutschen Reiche erwachsen, wenn sie aus

‚einführen wollen,

- Ländern, welche nicht zur internationalen

Reblaus-Konvention gehören, direkt Pflanzen während Belgien und Holland viel leichtere Bestimmungen haben, und es auf dem Umwege über diese beiden Länder gar nicht schwer hält, Pflanzen ein- zubringen, halten wir es u. s. w.«

Und ferner in der Nachschrift (Seite 533):

»Es ist übrigens ein öffentliches Geheim- niss, dass man ziemlich leicht, wenn Einem die direkte Einfuhr verboten wird, auf dem Umwege über Belgien oder Holland Pflanzen einführen kann, dazu mag sich aber Niemand gern entschliessen«.

Diese beiden Aussprüche können meiner Ansicht nach zu Missverständnissen ver- anlassen, weshalb ich mir erlaube, dieselben hier etwas eingehend zu besprechen. Ich bin überzeugt, dass in Belgien dieselben Verhältnisse obwalten, wie ın Holland, es ist indess nicht meine Aufgabe, jene hier zu beleuchten, so dass meine Mittheilung nur allein das Königreich der Niederlande betrifft.

Hier ist, wie sehr richtig in der oben er- wähnten Petition gesagt wird, laut Art. 6 des Königl. Beschlusses betr. [Ausführung des Reblaus- Gesetzes vom 2ı. Dezember v. ]J., die Einfuhr von Pflanzen aus nicht der Konvention beigetretenen Staaten möglich; sie werden, sofern die nöthigen Erklärungen nicht beigefügt sind, vor der Einfuhr durch die ernannten Sachverständigen für Rech- nung des Empfängers untersucht u. s. w.

Auf diese Weise können solche Pflanzen nun zwar in Holland eingeführt werden, aber desshalb noch nicht durch Holland nach Deutschland versandt werden. An den deutschen Grenz-Zollämtern,. die dazu angewiesen, werden ım Einklang mit den Bestimmungen der Reblaus-Konvention nur

solche Pflanzen-Sendungen aus Holland ein-

gelassen, welche durch die in gehöriger Form ausgestellten, amtlich beglaubigten Niederländischen Certifikate gedeckt sind. Ausländische Pflanzen-Sendungen können unmöglich durch solche Certifikate gedeckt werden. Nicht ein einziger holländischer, solider Fachmann wird sich dazu verstehen, zu diesem Behufe falsche Erklärungen abzu- geben. Es ist mir nicht unbekannt, dass in dieser Hinsicht öfter Ansuchen nach Holland gekommen, sie wurden aber stets zurückgewiesen. Nun wird man behaupten können, es liessen sich in Holland wohl Personen dazu bereit finden, welche dann so zu sagen als Strohmann fungiren würden. Auch dies ist wohl nicht möglich. Die

Art, wie die Anfrage geschehen muss, um durch Sachverständige die Gärten untersucht zu bekommen, garantirt schon dagegen. Die Anfrage geschieht an die Königlichen Kommissare der Provinz, welche bei den Bürgermeistern, wenn nöthig, Erkundigungen einziehen können, während auch durch die Sachverständigen selbst Kontrole geführt wird. Da in Folge der ganz zu Anfang der Ein- führung des niederländischen Reblaus-Ge- setzes vorgekommenen Anfragen wegen Durchfuhr von ausländischen Pflanzen durch Holland die Aufmerksamkeit der Regierung auf diese Angelegenheit gelenkt wurde, sind die niederländischen Behörden ausserdem vorbereitet, wo nöthig, mit Umsicht zu han- deln. Das niederländische Reblaus-Gesetz ist in Folge des allgemein ausgesprochenen Wunsches der niederländischen Hortikultur und Agrikultur zu Stande gekommen, und bei allen in diesen Fächern Arbeitenden ist der feste Wille, das Gesetz gewissenhaft ausführen zu helfen, vorhanden.

Es dürfte demnach nicht so leicht sein, ausländische Pflanzen in Durchfuhr über Holland nach Deutschland einzubringen, und Versuche, dazu gemacht, würden meiner Ansicht nach gewiss misslingen; ich hielt es für meine Pflicht, weniger mit der Sach- lage bekannte, vielleicht dazu inklinirende Personen, davor zu warnen. Einfuhr über Holland ist nur dann möglich, wenn die ausländischen Pflanzen während längerer Zeit”) in Holland in einer dortigen certificat- fähıgen Gärtnerei nachkultivirt sind, so dass der Eigenthümer derselben mit gutem Ge- wissen erklären kann, dass sıe als Kultur- pflanze aus seinem Etablissement stammen.

Haarlem, Dezember 1884.

Haemanthus Katherinae Baker. (Amaryllidaceae.)

(Benannt zu Ehren der Sammlerin, Frau KATHERINE SAUNDERS.)

Von L. WITTMACK. (Mit Abbildungen.)

Beschreibung der Art: Zwiebel kugelig, 3—5 cm Durchmesser. Blätter bis 6, ihre Scheiden zu einem cylindrischen, 20—30 c772 hohen Stengel zusammengerollt, Blattstiel deutlich, 3—6 cn lang, Blattspreite länglich oder elliptisch, beiderseits zugespitzt, 24 bis 36 cm lang, 10—ı5, meist 10—ıı cm breit, Hauptnerven jederseits der deutlichen Mittel- rippe zu 9-10, 4—13 mm auseinander, durch viele feine Queräderchen, die durchschnittlich nur ı!/, mm auseinander stehen, gitterartig

*) Dies erscheint uns als eine sehr dehnbare Be- stimmung. D. Red.

| GARTEN-ZEITUNG

42 Haemanthus Katherinae Baker.

verbunden. Blüthenschaft gleichzeitig blüthig, oft mit über hundert Blüthen, Blüthen- mit den Blättern erscheinend (selten früher), scheiden 5—6, grün, 3—6 cz lang, lanzettlich, seitlich, schlank, bleichgrün, weinroth ge- zugespitzt, abfallend, Blüthenstielchen 2—3c7%

Fig. 12. AHaemanthus Katherinae Baker. Blumen scharlachroth. Ausgestellt auf der allgemeinen Gartenbau -Ausstellung zu Berlin 1883 von H. Strauss, Ehrenfeld.

strichelt, 30—40 und darüber hoch (nur lang, Blume (Perigon) bis 5 cm im Durch- wenn er ausnahmsweise vor den Blättern. messer, schön scharlachroth, Röhre und erscheint [Fig. ı2] kleiner), Dolde gross, Staubfäden etwas dunkler, Röhre cylindrisch, 16—2o cm im Durchmesser, kugelig, dicht- 15-18 lang, Zipfeletwas länger, 18—2omm,

: 188 5. Nr. 4. ]

Hacemanthus Katherinae Baker.

43

- lineal oder lanzettlich, spitz oder stumpflich, zurückgeschlagen; Staubfäden länger als die - Perigonzipfel, 2'/,—4 cm lang, aufrecht ab- stehend; Staubbeutel länglich, 2 mm lang, - Fruchtknoten länglich, 3—4 mm lang. Vaterland: Südost-Afrika.

Kultur (nach gefälliger Mittheilung des Herrn STRAUSS in Ehrenfeld bei Köln): Man pflanze im Dezember-Ja- nuar die im Spätherbst importirten oder die bereits kultivirten und bis dahin durch fast absolute Trockenheit im Zustande der Ruhe erhaltenen Zwiebeln, letztere unter Schonung der vorhandenen Wurzeln, in ziemlich grosse Töpfe, so dass sie mit der oberen grösseren Hälfte über der Erde stehen. Die Bodenmischung kann aus mit Sand gemischter Kompost- und Lauberde bestehen, der auch etwas Lehm zugesetzt werden darf. Bei hellem Stand- orte im nicht zu warmen Hause, also bei etwa 10—12°R., werden sich die Pflanzen sehr schnell entwickeln und verlangen sie dann viel Wasser, welches erst wieder nach und nach zu entziehen ist, sobald die Blätter an den Spitzen gelblich wer- den. Nach gänzlichem Eintrocknen der Blätter müssen die Zwiebeln dann in den Töpfen an einem kühlen, hicht zu hellen Orte aufbewahrt werden.

Auf der grossen allgemeinen Garten- bau-Ausstellung im April 1883_zu Berlin war von dem durch seine überseeischen Importe rühmlichst bekannten Herrn H. STRAUSS in Ehrenfeld bei Köln ein blühender Aaemanthus ausgestellt, den wir wegen seiner Schönheit malen liessen und anbei nun im Schwarzdruck Fig. 12 wiedergeber. Die Spezies machte uns damals sehr viel Mühe und es gelang nicht, sie sicher zu bestimmen, denn keine der neuerdings eingeführten Arten: 4. Manni, Kalbreyeri etc. (alles Verwandte des alten 7. multifiorus Martyn.) wollte darauf passen. Die Bestimmung wurde besonders erschwert, weil damals der Blüthenstand vor den Blättern erschien; später aber trat er an anderen Exemplaren derselben Sendung meist gleichzeitig mit den Blättern auf (Fig. 13) und scheint darnach der Umstand, ob die Blüthe vor, oder ob gleichzeitig mit den Blättern er- scheint, nicht immer entscheidend für die Spezies. Ganz neuerdings ist nun im Botanical Magazine t. 6778 (Okt. 1884) von J. D. HOOKER Haemanthus Kathe- rinae Baker beschrieben und abgebildet,

den BAKER zuerst in Gardeners’ Chronicle voRsVAIl..n. ser. (1877).3.':656 'bei G& legenheit einer Uebersicht über die Ver- wandten von FH. multiflorus als neu be-

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17 7) ug B 949, 7 EI IR

Haemanthus Katherinae Baker. Rechts ein Stück des Blattes in nat. Gr.

Fig. 13.

!/, nat. Gr.

schrieben. Wir erkannten darin sofort die Pflanze des Herrn STRAUSS und auch letzterer selbst stimmt dem bei. Was uns früher bewogen, sie nicht für diese Spezies zu halten, war namentlich der

44 Gemüse- und Erdbeer-Kultur in Parıs.

[ GARTEN-ZEITUNG

Umstand, dass nach BAKER die Blätter nur zu 3—4 vorkommen und an der Basis abgerundet sein sollen. HOOKER giebt nun aber bereits bis 5 elliptisch spitze oder länglich stumpfe oder spitze Blätter an und bildet sogar 6 beiderseits spitze Blätter ab, bei denen übrigens die Quer- äderchen wohl viel zu weit (24—3 man) auseinander gezeichnet sind. An den STRAUSS’schen Pflanzen kamen ebenfalls bis 6 Blätter vor.

Es ist Zaemanthus Katherinae eine der schönsten und grössten Arten dieser Gat- tung; die Abbildung der Blüthe zeigt zwar ein kleineres Exemplar, aber dies war wohl etwas zu schnell getrieben und daher kürzer geblieben, die späteren waren viel grösser und, wie gesagt, mit den Blättern gleichzeitig.

Von dem alten Zaemanthus multiflorus unterscheidet sich 7. Katherinae durch die helleren Blüthen, deren Röhre fast so lang wie der Saum, während sie bei ersterem nur halb so lang ist, ferner durch die grössere Zahl der Blätter, die viel deutlicheren Hauptnerven, welche hier in der Zahl von 9—-IO auftreten,

während sie bei #7. multiflorus zu 9 bis

12 vorkommen, aber weniger gut sichtbar

sind. Die Queradern stehen bei 7. mult- florus 2 mm, hier nur I} mn auseinander und sind hier ebenfalls viel deutlicher.

Von A. Mannü und Kaldreyeri, bei denen

die Blüthenschäfte vor den Blättern er- scheinen, unterscheidet sich #7. Kathe- rinae, wie erwähnt, dadurch, dass sie (der Regel nach) gleichzeitig mit ihnen er- scheinen. 7. Mannü hat ferner 5—6 ei- förmige, nicht längliche Blätter, die einen kürzeren Stamm bilden, Blüthenstiele, die 2—3 mal kürzer als die Blume sind, und Staubfäden, die kaum länger als die Blumenzipfel. 7. Kalöreyeri hat nur 2 bis 3 Blätter, einen höheren, 4 bis ı = langen Blüthenschaft und eine Blumen- kronenröhre, die 3—4 mal kürzer als der Saum etc.

Gemüse- und Erdbeerkultur in der Umgebung von Paris. Von

OHANNES BÖTTNER. 2: J S BÖTTNER

ie ersten sicheren Berichte von Pariser Gemüsekultur stammen aus dem 17. Jahrhundert, und es waren selbstverständ-

lich die Königlichen Hofgärtner, welche zu einem rationellen Gemüsebau die erste Veranlassung gaben. JEAN LA QUINTINYE, Chefgärtner des Küchengartens von Ver- sailles, war der erste, welcher Mistbeet- kästen in Anwendung brachte; OLIVIER DE SERRES hatte schon einige Zeit früher die Glasglocken zur Frühgemüsekultur empfohlen, und schon im achtzehnten Jahrhundert kultivirte der Gärtner GOU- DOIN die ersten Ananas. Gegen 1776 wurden vom Marktgärtner LEGRAND die ersten Erdbeeren . künstlich getrieben,

‚Io Jahre später trieb ein anderer Gemüse-

gärtner Erbsen und Karotten, ein dritter versuchte Endivientreiberei und unter der Regierung NAPOLEON’s I. wurde schon, wenn auch in geringen Mengen, das feinste Treibgemüse auf dem Markte von Paris gefunden. |

Wie unaufhaltsam seit dieser Zeit die Gemüsekultur immer mehr und mehr fortgeschritten ist, das beweisen heute die Markthallen von Paris, und wenn die Wahl der Marktgemüse an Mannigfaltig- keit vielleicht nicht allzu bedeutend ver- ändert worden ist, so ist sie es im höchsten Grade an Menge und Güte, denn nirgends werden in letzterer Hinsicht von den Käufern grössere Ansprüche gemacht als in Frankreich, beziehungsweise Paris.

Doch betrachte man einmal eine Markt- gärtnerei der Hauptstadt des heutigen Frankreich etwas näher, es wird in der That nicht schwer, eine Beschreibung davon zu liefern. In La Vilette, Clichy laGarenne, Grenelle, Vaugirard, Belleville, Malakoff, Issy, Montrouge und an vielen anderen Orten, in und ausserhalb von Paris giebt es hunderte solcher Gärtne- reien, welche sich weder äusserlich noch durch Kulturmethoden viel von einander unterscheiden. Der durchschnittliche Um- fang einer sölchen Gemüsegärtnerei be- trägt 4— 1 ha, selten mehr oder weniger; ein verhältnissmässig grosser Theil des Areals, oft fast die ganze Fläche ist mit Glas-Glocken oder Kästen bedeckt, da nur die Primeurs gut bezahlt werden und

jeder Gärtner davon so viel kultivirt, als

seine Mittel irgend erlauben. Das Terrain ist zum Schutze der Kulturen gewöhnlich mit niederen bis 2 »z hohen Mauern ein- geschlossen, welche oft mit Spalier- bäumen, namentlich Birnen, Pfirsich und Reben bepflanzt sind und dadurch eine Nebeneinnahme für die Gärtner liefern.

1885. Nr. 4.]

Gemüse- und Erdbeer- Kultur ın Paris. 45

Eine praktische Einrichtung der Pariser Gemüsegärtnereien, welche überall Nach- _ ahmung verdient, ist die schon seit 50 Jahren eingeführte und jetzt überall ausschliesslich angewendete Manege- pumpe, mittelst welcher das Wasser

durch ein Pferd in ein höheres Reservoir

_ eingepumpt und von hier aus in alle Theile des Gartens geleitet wird; eine Erhöhung der dadurch erzielten Vortheile wird erreicht, indem man an die verschie- denen Röhrenmündungen einen Schlauch direkt befestigt und so den ganzen Garten ohne Kannen rasch bewässern kann; auch diese Neuerung in der Bewässerung ist schon vielfach verbreitet worden.

Der Boden besteht bis zu Spatenstich- ‚tiefe mehr aus Kompost als aus anderen Bestandtheilen, denn nur bei der über- reichen Düngung liefert das sehr theure Gartenland genügenden Ertrag und nur der gute humusreiche Gemüseboden ist im Stande, die ununterbrochenen Ernten das ganze Jahr hindurch zu liefern.

«Der kleinste Raum eines Gemüse- gartens darf nicht vierundzwanzig Stunden unbenutzt bleiben», sagt ein bekannter französischer Gartenbauschriftsteller, und die Pariser Marktgärtner sind gezwungen, diese Lehre in ihrer wörtlich genauen Bedeutung zu befolgen, wenn sie nicht zu Grunde gehen wollen, und ein Grund- stück wird, kaum völlig abgeerntet, wieder umgegraben und neu bepflanzt.

Die wichtigste Pflanze für den Markt- gärtner ist der Salat in seinen verschie- denen Arten, Kopfsalat, römischer Bind- salat, Endivien etc. Die Pflanzen werden das ganze Jahr hindurch, im Winter unter Glocken oder in Mistbeeten, gezogen. Auch Radies, Karotten und dergleichen werden unter Glasglocken und in Mist- beeten massenhaft getrieben; Spinat, Ampfer, Löwenzahn, Rapunzel etc. werden den Winter hindurch sehr viel im Freien kultivirt. Die wichtigsten Sommerkulturen sind Gurken, Tomaten, Blumenkohl, Zwerg- bohnen und Melonen. Hingegen Arti- schoken, Kraut, Wirsing, Blätterkohl und Rosenkohl besitzen die kleineren Gärtner in der Umgebung von Paris nicht, es sind dies Feldkulturen südlicherer Gegen- den, mit denen sich der Treibgärtner nicht befassen kann. Verhältnissmässig viel braucht man in Paris Porree, Scor- zonera, Herbstrüben und Erbsen, fast gar nicht dagegen findet man den Kohlrabi,

weder im Frühjahre noch zu einer anderen Jahreszeit.

' Die meisten Gemüsegärtnereien sind Spezialkulturen, und man kann rechnen, dass reichlich ein Drittel aller Gärtnereien nichts als Salat kultivirt, während ein zweites Drittel Salat als Hauptpflanze baut.

Man rechnet 4000 Gemüsegärtner in un- mittelbarer Nähe von Paris; und mehrere Tausend, die für den Pariser Markt ar- beiten, wohnen in grösserer Entfernung, sehr wenige unter ihnen besitzen mehr als ı s@ Kulturland und auch dieses ist häufiger Pacht als Eigenthum. Die Fa- milie des Gärtners besorgt, soweit sie arbeitsfähig ist, die hauptsächlichsten Arbeiten selbst und ist meistens von 2 bis 4 Gehülfen unterstützt. Die Frauen und Töchter sind mit der Ernte betraut und fahren, gewöhnlich des Morgens gegen 4 Uhr, von einem Gehülfen be- gleitet, auf den Markt. Auf dem Rück- wege wird dann oft aus einer der vielen grösseren Stallungen von Paris der für weitere Kulturen nöthige Dünger mit- genommen, und der Rest des Tages wird mit Arbeiten zugebracht. Es giebt Gärt- ner, und zwar ist deren Zahl keine geringe, welche das ganze Jahr hindurch von 4 Uhr Morgens bis ıo Uhr Abends mit ihrem ganzen Personale in Beschäftigung stehen, nur Sonntags endigt man einige Stunden früher.

Ein Tag jedoch wird gefeiert, es ist dies St. Fiacre, der Tag des Gärtner- Heiligen, der um so strenger gehalten wird und als ein um so grösserer Fest- tag gilt, je mehr man an den alther- kömmlichen Sitten festhält.

Im Allgemeinen hat ein fleissiger Gärt- ner sich nach einer grösseren Reihe von Jahren so viel erübrigt, dass er sich der eigenen Thätigkeit enthalten und seinen Fond an Andere cediren kann. Merk- würdig ist es, dass ein Marktgärtner von Paris seine Kulturen fast nie bedeutend erweitert und es findet sich kein einziges derartiges Etablissement, welches sich durch aussergewöhnliche Grösse vor an- deren auszeichnet; man hat zwar versucht, eine Gemüsegärtnerei mit Massenkulturen als Aktienunternehmen zu gründen, doch war die Rentabilität zu gering und das Unternehmen musste scheitern.

In der Provinz ist die Gemüsekultur nicht so bedeutend, als in Paris. Angers

REN AUT Lu 6: A ERTDTERR N EL Hide» EEE RT RER

.

‚46 Gemüse- und Erdbeer- Kultur in Paris.

[| GARTEN-ZEITUNG

und Nantes kultiviren, wie schon erwähnt wurde, viel Artischoken und Blumenkohl, auch Melonen, wozu das Klima und die jetzt schnelle Bahnverbindung günstig sind. Algier und einige Gegenden Süd- frankreichs liefern ebenfalls viel Früh- gemüse, namentlich ist die Kultur der Gironde, der Umgegend von Marseille und von Nizza für den Versandt nach Paris wichtig. Berühmt und schon seit alter Zeit bekannt ist der Gemüsebau ‚der mehr nördlichen Stadt Amiens, wo gegen 300 Gemüsegärtner über 150 Ve Land bebauen.

‚Die Erdbeerkultur und -Treiberei ist in

. Paris den Verhältnissen entsprechend eine |

sehr massenhafte. Die Umgebung von Argenteuil liefert viel Spargel und Erd- beeren für den Markt und mehrere dortige ‘Gärtnereien, L’HERAULT und LEBOEUF ‚sind mit Anzucht und Versandt von Reben, Erdbeeren und Argenteuiler Spargel- pflanzen beschäftigt. Auf der Mai-Aus- stellung erregen die Argenteuiler Erdbeer- Kollektionen, welche die besten Sorten ın Topfexemplaren voll reifer Beeren enthalten, stets die Aufmerksamkeit aller Besucher, doch schon viel früher als im

Monat Mai sind reife Erdbeeren auf dem’

Markte von Paris zu finden und die Erd- beertreiberei nimmt, da in diesem Fache fremde südländische Konkurrenz weniger zu fürchten ist, in nächster Umgebung von Paris eine stets grössere Ausdehnung.

Von den ersten Tagen des März bis Ende Juli ist der Pariser Markt reich mit Früchten beschickt und selbst vom Au- gust bis Ende Oktober, wenn die Ananas- erdbeeren zu tragen aufhörten, finden die Früchte der Monatserdbeeren noch guten Absatz zu hohen Preisen.

Zum Treiben bedient man sich ein und einhalbjähriger Pflanzen, welche im Früh- jahr von den Mutterstöcken abgetrennt, auf besondere Beete gesetzt und im Herbste einzeln in kleinere oder zu 2—3 in grössere Töpfe gepflanzt werden.

Alle Erdbeeren werden in flachen Kästen getrieben, welcheman entsprechend lüftet und bei Sonnenschein mittelst auf- geworfenen kurzen Strohes beschattet. Die bedeutendsten Erdbeerkulturen be- finden sich südlich von Paris; in der Um- gebung von Fontenay aux Roses, bei Chatenay, Linas, Longjumeau etc. sind reiche Erdbeerfelder.

Die Monatserdbeeren werden in Gärten

gezogen, wo man den Boden mit Dünger bedeckt und im Sommer reichlich be- wässern kann, die erste Ernte wird zu Gunsten der folgenden theilweis schon in der Blüthe vernichtet, und dann bringen diese Pflanzen unaufhörlich den ganzen Sommer hindurch die schönsten und schmackhaftesten Früchte.

Die Ananaserdbeeren stehen morgen- weis im freien Lande, man pflanzt die Stöcke auf einen Abstand von 50—60 cz die Reihen, und 30—40 cm die Pflanzen in den Reihen. Derartige Pflanzungen, ohne Zwischenwege, werden oft gut durch- gehackt und jeden Herbst oder Frühling gänzlich entrankt und der todten Blätter entledist. Sie dauern gewöhnlich 3—4, selten 5 oder 6 Jahre und werden dann zu anderen Kulturen umgerodet. Man sieht die Pflanzen im Winter oft mit Hornspähnen gedüngt.

Wenn die Haupternte in den ersten Tagen des Juni beginnt, so kommen ganze Familien, namentlich Frauen hun- dertweis aus den ärmeren Gegenden Frankreichs nach Paris, um die Erdbeeren zu pflücken. Man muss zur Erdbeerreif- zeit die Hallen von Paris besuchen, um sich einen Begriff machen zu können von dem täglich enormen Absatz. Eine breite Strasse, längs der Hallen, ist mit Erdbeer- körben dicht besetzt. Schon gegen 3 Uhr Morgens ist kaum noch Raum für die immer neu hinzukommenden schwer beladenen Wagen der Kultivateure. Um 6 Uhr wird der Markt eröffnet und schon gegen Io Uhr ist alles geräumt.

Die Emballage und der Versandt der Erdbeeren vom Kulturgrundstücke nach den Hallen geschieht nicht mit gleicher Exaktität, als es in Amerika und anderen Orten stattfindet. Man pflückt in Paris meistens in ovale Körbe, 2—4 #g haltend, deckt die gefüllten Körbe mit einem Tuche, seltener mit einem geflochtenen Deckel und bringt die geleerten Körbe wieder zu den Feldern zurück, damit sie nach vorgenommener Reinigung von Neuem benutzt werden.

Der als Gourmand bekannte Pariser liebt die Erdbeere sehr, und während der Hauptreifzeit sind in allen kleineren Kaufläden Erdbeeren zu haben. Die gerin- geren Qualitäten, sowie die halb verdorbe- nen Früchte werden gleich anderem Obste auf flachen Handwagen durch die Strassen gefahren und dort noch verkauft.

| gepflückt, = Grössen in Töpfe gelegt und das Dutzend

7885.

dessen zu niedrigen Preisen.

Nr. 4. ]

Vriesea mieroglyphica E, Morr. Literatur.

47

= Hohe Preise werden gegenwärtig in - Paris nicht für Erdbeeren gezahlt, . massenhafte Begehr führte zu sehr aus-

der

gedehnten Feldkulturen und in Folge Nur ge- triebene Früchte sind zuweilen reichlicher begehrt, als sie geliefert werden können und stehen deshalb gut im Preise.

. Die getriebenen Erdbeerfrüchte werden zu je fünf in verschiedenen

solcher Töpfe, also 60 Früchte aller Grössen mit 20—30 Francs in den ersten Tagen, 10— 15 Francs einige Tage später und, stets im Preise sinkend, nur einige Francs bezahlt, wenn die ersten im freien Grunde und in südlichen Lagen gereiften Früchte auf dem Markte erscheinen. Man weiss übrigens den Werth der Sorten gut zu schätzen und von den beiden beliebtesten Treiberdbeeren Mar- guerite und Dr. Morere wird letztere gern doppelt so hoch bezahlt als erstere.

Die aus freiem Lande stammenden Früchte bezahlt man je nach Jahreszeit, Grösse der Früchte und Güte der Sorte mit I—2 und mehr Francs pro Kilo, die Monatserdbeeren 3—5 Fyancs und mehr.

Die bekanntesten A den

auf dem Markte von Paris sind Vicom- tesse Hericart de Thury, Victoria, Elisa- beth Myatt, Marguerite, Dr. Morere und Princesse. Die drei letzteren beliebte Treiberdbeeren. Von den Monatserdbeeren sind vor- wiegend rankende Janus, Triomphe de Hollande und andere gebaut, seltener finden sich die sehr kleinfrüchtigen ranken- losen Gaillon.

Vriesea hieroglyphica E. Morr.

Y, Plerr H. STRAUSS, Samen- und Pflanzen- handlung in Ehrenfeldb. Köln, schickte uns kürzlich 2 hübsche Exemplare dieser

‚neuen schön. gezeichneten Pflanze und

bemerkt dazu: »Ich habe Samen davon zu ganz derselben Zeit erhalten, wie LIN- DEN und einige andere Gärtner in Belgien, wahrscheinlich auch von demselben Samm- ler. Ich besitze über 1000 Pflanzen (fast 1000 habe ich bereits an Herrn Hof- gärtner KIRCHHOFF in Donaueschingen abgegeben) und mehrere hundert davon sind so stark, wie die beiden Ihnen über- mitteltene. Da diese Vrzesea ähnlich wie

Vriesea tesselata eine sehr hübsche De- korationspflanze ist und sich auch rasch zu entwickeln scheint, so machen wir alle Liebhaber wie auch Handelsgärtner auf diese Bezugsquelle aufmerksam.

Literatur.

The fruit manual by Robert Hosg 5. Edition.

Was für Frankreich Lerov’s Dictionnaire de Pomologie und für Deutschland das Dlustrirte Handbuch der Obstkunde von JAHn, Lucas und OÖBERDIECK ist, das ist für England Roßert Hocc’s fruit manual, welches jetzt in 5. Auflage erschienen ist. Der neuen Auflage, welche um Vieles, etwa 150 Seiten, durch Neuheiten und Zusätze bereichert worden, im Gegensatze zur ge- räumten vierten, noch Worte des Lobes und der Anerkennung zollen zu wollen, hiesse wohl Eulen nach Athen tragen, denn welchem Pomologen ist wohl dıe ausgezeichnete. Pomologie Hocc’s, welche sich mit der Auf- zählung aller in England kultivirten Früchte befasst, unbekannt? Desshalb sehen wır auch davon ab und möchten nur auf seine ihm. eigene Eintheilung der Aepfel und Birnen im: Klassen aufmerksam machen, indem, unähnliclı DIEL und Lucas, welche dieselbennach Gestalt und Reifzeit eintheilten, er die Rlassifizirung der Aepfel von dem Stande der Staubgefässe, der Gestalt der Kelchröhre, des Kernhauses. und des Kelches, und die der Birnen von dem. Fruchtdurchmesser abhängig machte (doch sagt er selbst, dass ın Ermangelung guter’ Früchte letzterer Gattung für England er es. Anderen anheimgebe, in diesem Systeme weiter zu wirken); eine sehr scharfsinnige Arbeit, indessen, wie alle Systeme dieser Art, wohl in der Praxis schwer anwendbar, und werden die eigenen Kenntnisse, in Ver- bindung mit der genauen Beschreibung und. wo möglich naturgetreuen Abbildung oder am besten das Vorhandensein einer grossen Sammlung in einem Mustergarten die besten Systeme stets bleiben.

Wir empfehlen jedem Pomologen dies neue, für englisches Klima und Zustände maass- gebende Werk, da hauptsächlich Aepfel und Beerenobst sich der Züchtung und des Anbaues der Engländer erfreuen, und in diesen beiden Gattungen jährlich gute Neu-. heiten erzogen werden, die anderen Gattungen dagegen (selbst die Birne gedeiht lange nicht in der Güte der festländischen Arten) des ungünstigen Klımas wegen meistens unter Glas gezogen werden müssen, oder doch geschützt an Mauern und am Spalier.

C. MATHIEU. Deutsche Gemüsegärtner-Zeitung. In Düsseldorf erscheint seit vorigem Jahr

ENT

[3

48 Gartenbau- Ausstellungen. Sprechsaal.

monatlich eine »Deutsche Gemüsegärtner-

Zeitung«, herausgegeben von J. SCHROERS in Volmerswerth, Abonnementspreis beiSCHMITZ

‚& OBERTZ, Buchhandlung, Düsseldorf, halb- jährlich ı Mk. Die Nr. ı d. ]J. enthält einen Aufruf zur Bildung von Gemüsegärtner-. vereinen, eine Andeutung zur Erhebung eines Gemüsezolls, was aber erst 18386 möglich

sein wird, und mehrere, recht aus der Praxis‘ stammende Artikel.

Gartenbau - Ausstellungen.

- Grosse Allgemeine Gartenbau-Ausstellung zu Berlin

vom 5. bis ı5. September 1835. Die Vorbereitungen zu dieser grossen Ausstellung sind in vollem Gange. In der Komite-Sitzung vom 22. Januar sind erwählt

Ba:

I. ı. Vorsitzender Herr Oek.-Rath SPÄTH, 2. Vorsitzender Herr Hofmarschall a. D. voN ‚ST. PAUL-ILLAIRE, 3. Vorsitzender Herr Gartenbau-Direktor GAERDT.

II. 1. Schriftführer Prof. WITTMACK, 2. Schrift-

führer Herr Kanzlei-Rath KLETSCHKE,

3. Schriftführer Herr Hofbuchdruckerei-

besitzer RADETZKY.

1. Schatzmeister Herr Hoflieferant von

FÜRICH, 2. Schatzmeister Herr Kaufmann

MAX SABERSKY.

Finanzausschuss: Stadtrath SARRE, Rent.

NAUEn, Kommerzien-Rath DELLSCHAU,

MAX SABERSKY, VONFÜRICH, Geh. Komm.-

Rath HEcKkMAnNn, Kommerzien-Rath

KÜHNEMANN.

V. Ordner: Stadtgartendirektor MÄCHTIG, Garteninspektor PERRING, Garteninsp, WREDow, Hofgärtner HorFMAnN, R. BRANDT, Stadtobergärtner HAMPEL, CARL MATHIEU, FR. MAECKER, C. CRass.

Der Vorstand des Pomologenvereins hat sich bereit erklärt, seine Mitglieder zu einer reichen Betheiligung aufzufordern und werden auch zur Ausstellung Sachverständige zur Bestimmung des Obstes nach Berlin kommen.

Mit der Ausstellung beabsichtigt man eine Verloosung zu verbinden.

Ganz besonderen Anklang dürfte unter den Aufgaben die finden, welche eine Zusammenstellung der für die deutschen Kolonieen wichtigen Gewächse und deren Produkte betrifft (erster Preis eine goldene, zweiter Preis eine grosse silberne Medaille).

Das Programm wird nächstens ausgegeben.

III.

Hamburg, Grosse Ausstellung im April 1885. Anmeldungen bei Herrn J. W. SCHABERT, Alterwallbrücke 3.

Darmstadt, Festausstellung des Gartenbau- Vereins zu Darmstadt zur Feier seines 5ojährigen Jubiläums; zugleich Ausstellung des Verbandes rheinischer Gartenbauvereine vom 18. bis 23. Juni 1885.

Dresden, Frühjahrs-Ausstellung der »Flora«, Gesellschaft für Botanik und Gartenbau, vom ı bis 7. April 1885.

Nürnberg, Gartenbauausstellung des Garten- bauvereins Nürnberg vom 18. Juli bis 2. Aug. cr. Programme sind durch den Sekretär SEBASTIAN HOFFMANN in Nürnberg zu beziehn.

Berichte über Versuchspflanzen. I. Von ]J. Kar, Berlin. = Calceolaria hybrida, dwarf compact. Wie ihr Name besagt eine niedrige Zydrz- de ebenfalls von gleichem Züchter. Die

‘Blumen lassen ebenfalis Nichts zu wünschen

übrig, jedoch sind sie den hiesigen Calceo- Zarien nicht über, wenn auch, wie das übri- gens mit grösstem Pomp ausgestattete Couvert, in welchem der Same enthalten war, besagt, eine Portion Samen 5 Sh. kostet.

Ein deutscher Züchter oder Samenhändler

würde einen solchen Preis natürlich nicht erreichen, er muss hingegen ıo mal soviel für gleiches Geld geben.

Personalnachrichten.

Herrn RADIKE zu Danzig ist die Stelle des Königl. Schlossgarten-Inspektors zu Olıva verliehen worden und übernimmt derselbe seine neue Stellung am ı. Februar d, ]J.

Die beiden Album, welche eine grosse Anzahl (95) von Mitgliedern des inter-

‚nationalen Kongresses zu Petersburg, der

bei Gelegenheit der Ausstellung ım Mai 1884 daselbst stattfand, dem Präsidenten der K. russischen Gartenbau-Gesellschaft, General GrREIG und dem Vicepräsidenten Wirkl.

Staatsrath Dr. von REGEL zur Erinnerung

gestiftet, sind jetzt übersandt worden. Die Album enthalten die Photographien der betr. Mitglieder, und sind nach den Zeichnungen und unter Leitung des Herrn EMILE DE DAnm- SEAUX in -Mons von Herrn (JUEQUIN daselbst ausgeführt. Sie zeigen in prächtigem Ein- bande auf dem Deckel einen silbernen Schild, auf dem die Wappen der ı2 Nationen, die am Kongresse Theil nahmen, ın Farben

[GARTEN-ZEITUNG

emaillirt dargestellt sind und bilden in ihrer

reichen Ausstattung ein Meisterwerk der Buchbinderkunst.

Sprechsaal. Frage Nr. 9, K. F. ın F. Mit welenes Pflanzensorte sind die meisten Plätze Berlins, auf denen Anlagen, z. B. die Partien des

- Königsplatzes, eingefasst? Bedürfen dieselben

Winterschutz? Wie stellt sich der Preis pro 100 Stück?

Antwort. Mit Mahonia Aguifolhum Pursh., auch BDerberis Aguifolium genannt. Bedarf nur im ı. Jahre des Schutzes. Färbt sich im Winter schön braun. Pflanzen pr. Hundert ca. 6 Mk., starke ıo Stück 6 Mk., in allen

Baumschulen zu haben. e

m

1885. Nr. 4.)

Anzeigen.

Eingegangene Preisverzeichnisse.

- Martin Grashoff in Quedlinburg (Engros- - Preisverzeichniss für den Herbst 1884 und Frühjahr 18385 über Oekonomic-, Feld-, Ge- miüse-, Garten-, Gras-, Wald- und Blumen- Samen, Getreide-Arten, Kartoffeln, Spargel- pflanzen, sowie über alle in die Handels- gärtnerei einschlagenden Artikel). Louis van Houtte in Gent (Prix-courant de graines de plantes annuelles et vivaces de plein air, de plantes aquatiques, bulbeuses etc. Nr. 2ı1). Friedrich Spittel in Arnstadt bei Erfurt (Engros-Samen-Verzeichniss Nr. 45).

Sutton & Sons in Reading und London

(Amateur’s guide in horticulture for 1885). Martin Grashoff in Quedlinburg (Landwirth- schaftliche, Garten-, Blumen-Samen cetc.).—

Engros-Preise abgeschnittener Blumen etc.

in Berlin

in der Woche vom 16. bis 23. Januar 1885. (Wo nichts angegeben, pro Dutzend in Pfennigen.)

Amaryllis 600-700, Azaleen 50—60, Camellien

400—600, Cyclamen 20—30, Epiphyllum 25—30, | Flieder 900— 1200, Fuchsien 10°—15, Hyacinthen 100 |

bis 200, Levkoyen 60—75, Nelken 150—250, Orchideen 600—1200, Primeln 10—15, Rosen, frisch getrieben, 400 bis 1000, Reseda

25—50, Tulpen 50—75, Veilchen 15—20, compakte Primeln 15-20. Bindegrün: Mahonien-Blätter, 1000 St. 400— 600. Sog. ital. Blumen: Safrano |

200—250, Anemonen 60—75, Mimosen IooO 200.

Berlin, 23. Januar 1885. Das Geschäft war in dieser Woche am Platze ein ziemlich ruhiges, der Ex- port dagegen im Ganzen lebhaft, der Import wegen des

Be 40—50,

Maiblumen 75—100, |

anhaltenden Frostwetters sehr gering, es behaupteten |

folge dessen sämmtliche Artikel feste Preise. Weisse

- Camellien und sonstige weisse Blumen gesucht, haupt-

sächlich sogenannte Italienische Blumen. Gute Mai- blumen fanden in grösseren Posten leichten Absatz.

Marktbericht über Topfpflanzen von GUSTAV A. SCHULTZ-Eckartsberg. Durch die eingetretene Kälte war der Markt etwas flauer; Hyazinthen blieben fest. Es wurden gehandelt: Hyazinthen in Sorten, ı im Topf, 12 Stck. 6 WM, 2 im Topfe, 12 Stck. I0—ı1ı A, geringere Waare 12 Stck. 9 M (2—3 im Topf). Maiblumen schwankend, erzielten ı2 Töpfe a 10—ı2 Blumen 9—10 #. Tulpen matt, Ta Waare, 3 im Topf, ı2 Töpfe 4 5 #, geringere, 12 Töpfe 3 M. Secilla sibirica, 4 im Topf, ı2 Töpfe 3 M. Cyclamen, schöne Waare gern gekauft, 12 Stck, 12 24 M, geringere ı2 Stck. 6—-9 M#. Camellientöpfe waren nur wenig angeboten und wurden das Stück mit 2-6 M bezahlt. Azalea sehr gefragt, brachten I2—24 Al pr 12 Stck.; geringe ı2 Stck. 6-9 M.

Flieder in Töpfen war wenig begehrt (pr. Stck. |

3—5 M) und wurde lieber abgeschnitten gekauft. Prunus chinensis, beste Waare 12 Stck. ı2 A. Prunustriloba 12 Stck. 24—36 M. Einf. Primeln 12 Stck. 34. Maiblumen-Pyramiden wurden a4—6M gernegekauft. Ericahyemalis, pr. 12Stck. 6-96, starke Pflanzen A 3—-5 M pr. Stck. In

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Dresden, am 7. Januar 1885.

Der Rath der "Königlichen Haupt- und Residenzstadt. Dr. Stübel.

Druck ven Gebr. Unger in Berlin, Schönebergerstr. 17a.

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1885. 5. Februar. IV. Jahrgang. Nr. 5.

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Herausgegeben von

Dr. L. WITTMACK, und W. PERRING,

Professor a.d.Universität u.a.d. lJandw. Hochschule, Inspector Gen.-Sekretär des Vereins z. Beförderung d, Gartenbaues des Königlichen Botanischen Gartens in Berlin, Berlin. N. 102 Chausseestr. Ww. 75 Potsdamerstr.

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