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Geschichtsquellen
der
PROVINZ SACHSEN
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angrenzender Gebiete.
Herausgegeben von der
Historischen Commission der Provinz Sachsen.
Vierzehnter Band. Die Hallischen Schöffenbücher.
Erster Theil. (1266 bis 1400.)
HALLE,
Druck und Verlag von Otto Hendel.
1882.
Die
Hallischen Schöffenbücher.
Erster Theil.
(1266 bis 1400.)
Herausgegeben von der Historischen Commission der Provinz Sachsen.
Bearbeitet von
Dr. GUSTAV HERTEL,
Gymnasiallehrer am Paedagogium zum Kloster U. L. Fr. tu Magdeburg.
Mit zehn photolithographischen Abbildungen einzelner Blätter der Originalhandschrift.
HALLE,
Druck und Verlag von Otto Hendel. 1882.
BURDACH
Einleitung,
l)ei der Herausgabe von SchöfFenbüchern kann die Frage entstehen, in welcher Weise dieselbe vorgenommen werden soll, ob das Haupt- gewicht auf die historische oder auf die juristische oder sogar auf die germanistische Bedeutung derselben gelegt werden soll. Um zunächst diese letzte Frage zu besprechen, so wird gewiss die Ausbeute, welche diese ziemlich weit in das Mittelalter hinaufreichenden Quellen för die Germanistik gewähren, nicht unbedeutend sein, und darum ist das dritte der Hallischen SchöfFenbücher (jetzt in Wernigerode) schon von Lübben für sein Wörterbuch der niederdeutschen Sprache benutzt worden. Auch wird es nicht an Stimmen fehlen, welche die Herausgabe dieser alten Denkmäler der niederdeutschen Sprache für Aufgabe der Ger- manistik halten, — hat doch die wichtigste Autorität in diesem Fache, Jacob Grimm selbst, einst den Wunsch ausgesprochen, dass die Magde- burgische Schöppenchronik, eine der wichtigsten Geschichtsquellen, mit besonderer Berücksichtigung ihres Wertes in germanistischer Beziehung herausgegeben würde!1 Es liegt jedoch die Hauptbedeutung der Schöffenbücher nicht auf jenem Felde, wie weit man es auch aus- dehnen mag. Denn immerhin sind es doch nur bestimmte grammatische Formen, oder der eigentümliche Gebrauch von Wörtern, dialektische Eigentümlichkeiten, gewisse Einrichtungen und Gebräuche, welche in diesem Falle hauptsächlich Berücksichtigung erfahren würden, während der eigentliche Inhalt, gerade das Charakteristische der ganzen Bücher mehr zurücktreten würde, so dass also mehr auf die Form, als auf den Inhalt Gewicht gelegt werden würde.
In höherem Masse dagegen kommen die Schöffenbücher für die Stadt- und fiir die Rechtsgeschichte in Betracht. Homeyer, die Stadt- bücher des Mittelalters2, S. 48 — 49 äussert sich darüber folgender- massen : „Der Gewinn, den unsere Zeit aus den Stadtbüchern zu ziehen
1 S. den Brief J. Grimm's in den Magdeb. Geschichtsbll. XV. S. 20S.
2 Dieses vortreffliche Buch, ein Abdruck von zwei in der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin gehaltenen Vorträgen (Berlin 1860) enthält wohl fast alle allge-
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VI Einleitung.
vermag, ist vornehmlich zwifacher Art. Die Stadtbücher bieten eine reiche Fundgrube für die Geschichte und Alterthümer des fraglichen Orts, wenn sie die verschiedenen Arten der Grundstücke, die Preise der Dinge, die Strassen und Plätze, die geistlichen und weltlichen Institute und Körperschaften, die Personen nach ihren Ständen, Ge- werben, Bezeichnungen, Verwandtschaften, Lebensumständen bis in das Besonderste hinein vorfuhren.
Noch höher steigt ihre Bedeutung für die Rechtsgeschichte. Wir haben ja die Urkunden über rechtliche Vorgänge gerne massenweise zusammen, weil sie sich dann aus einem blossen Belage des Einzel- willens zum Zeugnis für die herrschende Rechtssitte erheben. Die Stadtbücher nun bringen uns den Stoff schon gesammelt, selbst nach gewissen Kreisen von Rechtsgeschichten gesondert in willkommener
Weise vor Augen. Sind die Bücher gar in ununterbrochener
Folge durch eine Reihe von Jahrhunderten fortgeführt worden, lassen sie uns die Wandelungen derselben Geschäfte nach Inhalt, Ausdruck und Form Schritt für Schritt vom Mittelalter bis in die neuesten Zeiten verfolgen, so helfen sie nicht nur den gegenwärtigen Gedanken der einzelnen Institute verstehen, sondern sie bringen überhaupt die Natur des Rechts als eines lebendigen Wesens, dessen Wechsel durch die Continuität beherrscht wird, dessen Erhaltung wiederum auf der Fort- bildung beruht, zur vollen Anschauung." So weit Homeyer. Er legt den Schöffenbüchern für die Rechtsgeschichte also einen noch höheren Wert bei als für die Stadtgeschichte, ein Satz, der ihm vielleicht von mancher Seite bestritten werden möchte, üa es bei der Beurteilung der Bedeutung der Schöffenbücher wohl meist auf die subjeetive Auf- fassung ankommt. Jedenfalls aber geht aus dem Gesagten hervor, wie hochwichtige Dokumente diese Bücher sind, da sie in das Gebiet von drei verschiedenen Wissenschaften gehören und jede von denselben ein grosses Interesse an der Herausgabe derselben haben wird.
Der Jurist wird aus den Hallischen Schöffenbüchern gewiss vielen Nutzen ziehen können, um seine Rechtsgeschichte zu bereichern1, und
meinen Beobachtungen und Resultate, welche sich aus der Untersuchung und Ver- gleichung der noch vorhandenen Stadt- oder Schöffenbücher gewinnen lassen. Es wird seinen „Ergebnissen** kaum noch besonders Bemerkenswertes hinzuzu- fügen sein.
1 Merkwürdiger Weise sind Homeyer bei der Aufzählung der ihm bekannten Schöffenbücher die Hallischen entgangen, von denen er doch aus Dreyhaupt recht gut Kenntnis haben konnte. Die von ihm gefundenen Ergebnisse sind also nicht auf diese mit begründet. Dass in unserer Provinz noch Schöffenbücher der Städte
Einleitung. Vit
ebenso unterliegt es keinem Zweifel, dass dieselben für die Hallische Stadtgeschichte von der höchsten Wichtigkeit sind. Alle jene von Homeyer hervorgehobenen Punkte, in denen er den Wert der Schöffen- bücher für die Geschichte begründet sieht, finden auf die unsrigen * ebenfalls Anwendung. Freilich wird sie mancher, der sie zur Hand genommen, unbefriedigt bei Seite legen, da er in ihnen nicht findet, was er sucht, nämlich wirkliche Stadtgeschichte. Davon enthalten sie allerdings rein nichts, denn sie sind nur mittelbare Geschichtsquellen, die erst in Verbindung mit Urkunden, Chroniken und andern geschicht- lichen Denkmälern Leben bekommen und dann oft bisher ungelöste Rätsel zu erklären im Stande sind. Vor allen Dingen können allein erst auf Grund dieser Schöffenbücher Studien über die Hallischen Bürger und Bevölkerungs Verhältnisse, über den Verkehr im gewöhn- lichen Leben mit Erfolg gemacht werden, da Urkunden, selbst wenn sie noch so zahlreich vorhanden sind, bei Weitem nicht ein so um- fangreiches Material zu liefern vermögen.
Schöffenbücher oder Stadtbücher1 finden sich besonders in den Städten, in denen das Recht des Sachsenspiegels Geltung hatte, und zwar geht die Einrichtung von Schöffenstühlen, d. h. eines besonderen Stadtgerichtes meist von Magdeburg und Lübeck aus, deren Recht im nördlichen und östlichen Deutschland weite Verbreitung gefunden hatte. Die Einrichtung von Schöffengerichten geht mit der wachsenden Macht der Städte und der Befreiung von dem Druck der Herrscher Hand in Hand. Als nun die Zunahme der städtischen Bevölkerung und das Wachsen des Verkehrs, im Innern der Stadt, wie auch nach aussen, das Bedürfnis nach rechtskräftigen Beweisen "für die verschiedenen vor Gericht vorgenommenen Geschäfte, für Kaufund Verkauf, für Schenkung und Testament, für Verpfändung und Verlassung und vieles andere, mehr und mein* hervortreten Hess, beschloss man Bücher einzurichten, in denen jede vor dem Gerichtshof vorgenommene Verhandlung einge- tragen wurde. Diese Eintragungen vertraten also von nun an die Urkunden und hatten urkundliche Rechtskraft. Es war dieses ein grosser Fortschritt und eine grosse Vereinfachung des gesammten Ver- fahrens. Denn über jede der sich immer mehr häufenden Verhand- lungen eine besondere Urkunde auszufertigen, war zeitraubend und
Aken, Calbe a/S., Neuhaldenslebon , Stassfiirt vorhanden sind, mag gleich hier er- wähnt werden; die von Gross-Salze sollen in den letzten Jahren erst abhanden ge- kommen sein.
1 Andere Namen solcher Bücher s. bei Homeyer.
Vm Einleitung.
umständlich, war bei der fast noch allgemeinen Unbekanntschaft mit der Schrift unpraktisch, war unsicher wegen der Schwierigkeit, Documente sicher und lange aufzubewahren, und wegen der Gleichgültigkeit der Inhaber solcher Urkunden, ihnen einen besonderen Werth beizulegen. Nun aber genügte es, sich einfach auf der Schöffen Buch zu beziehen, in denen in Gegenwart des Richters, d. i. des Schultheissen und wenigstens einiger Schöffen die Eintragung gemacht war. Da es ausserdem fiir die Bürger in den verschiedenen Städten sehr bequem war, jetzt ein eigenes Gericht in ihren Mauern zu haben, vor dem sie ohne grossen Zeitverlust und Kostenaufwand ihre Sache fuhren konnten, so musste auch dieser Umstand fördernd auf die Einrichtung von Schöffenstühlen und in der Folge von Schöffenbüchern einwirken.
Das Gericht selbst wurde gehegt vom Schultheissen als dem Ver- treter des Burggrafen1 und den Schöffen, die jedoch nach Angabe des Weichbildrechtes (Art. XVI. Glosse) nicht alle bei den Verhandlungen gegenwärtig zu sein brauchten. Da in den Hallischen Schöffenbüchem öfters der Ausdruck vorkommt, dass Jemand seine Angabe beweisen solle ,mit orkunde des richteres (so heisst der Schultheiss schlechtweg, lateinisch iudex) unde twier scepene', so scheint also das Zeugnis dieser drei Mitglieder des Richtercollegiums schon zur Beurkundung ausgereicht zu haben. — In Magdeburg, dem Ausgangspunkt dieses Rechtsverfahrens, wo der Schöffenstuhl mindestens seit 1215 bestand 2, gab es ausser dem Schultheissen noch 11 Schöffen3 und einen Schöffenschreiber, dem alle Eintragungen in das Schöffenbuch und die Ausfertigungen der Urkun- den oblagen. In anderen Städten, die von Magdeburg ihr Recht em- pfingen, gab es nur 6 Schöffen, wozu wohl auch noch ein Schöffen- schreiber gekommen sein mag. Zum gehegten Dinge gehörte stets der Schultheiss und mindestens 6 oder 7, bezüglich 3 oder 4 Schöffen. In Halle gab es jedoch auch 1 1 Schöffen, wie die Verzeichnisse derselben zu Beginn der beiden ersten und des vierten Schöffenbuches beweisen. Der Grund hierfür mag darin hegen, dass das Hallische Schöffengericht, obwohl von Magdeburg begründet, dennoch ein gewisses Ansehen hatte und ge wissermassen einen oberen Gerichtshof vorstellte, von welchem
1 Merkwürdiger Weise erscheint einmal der Burggraf selbst vor dem Schöffen- gericht. S. 3. Schöffenbuch Fol. 58b.
2 Leider sind die Magdeburgischen Schöffenbacher seit dem Brande von 1631 nicht mehr vorhanden.
3 Weichbild XVI Glosse bringt diese Zahl mit der Zahl der Apostel (ohne Judas) in Zusammenhang.
Einleitung. IX
aus auch wieder andere Städte mit dem Rechte versehen wurden, wie z. B. Leipzig, als es 1282 von Otto von Meissen wieder aufgerichtet wurde. Das Verhältnis der verschiedenen Gerichte finden wir im Weichbild • (Art. X. Glosse1) so dargestellt: ,Also ist Magdeburg be- stetiget an jrem Rechten' mit des Landes wilköre/ dennes noch Weich- bildrecht hat/ vnd auch das eltest ist von dem Land/ Vnd Hall daraus gestiffitet ist. Vnd darumb sollen alle die von Boln vnd von Behem vnd die aus der Marck/ von Meissen| vnd aus der Marck von Lau- sitzen/ Vnd die Sted alle/ die darinn begriffen sind/ jre Recht zu Hall holen/ vnd dis ist darumb, das Hall gestifft ist aus Magdeburg/ vnd mit seiner stifftung edler ist denn die andern sted. Darumb ist den von Hall der Richtstuel gegeben/ vnd ist genennet die höchst Dingstatt
Nach Weichbildrecht/ beruffet man sich von einer stad zu der
andern/ nach dem das die stadt ausgesetzt sind/ vnd kompt zuletzt bis gen Magdeburg auff die Pfaltze/ oder für den König. Dasselb ist auch zu verneinen/ beruffet sich ein mann in eines herrn stadt/ der mag sich nicht höher beruffen, denn an die stadt/ da sie jr Recht holen/ als die von Leipzig holen jr Recht zu Hall/ die von Hall zu Magdeburg die von Magdeburg auf dem Pfaltz.'
Dass in der That eine Steigerung in den Befugnissen der ver- schiedenen Gerichtshöfe bestanden hat, scheint mir auch eine Stelle aus den Hallischen Schöffenbüchern zu beweisen. Im dritten Buche (dem in die Wernigeröder Bibliothek gehörigen) Fol. 96 b steht folgende Stelle: ,dat wie wol bewisen moghen mit der schepen von Magdeburch .oppenen briue na vdwisunge der schepen büke hir tft Halle ', und gleich darauf: ,Do wart Herman Langen vnd Hanse, sime brüdere, gevünden, wie eygen unde erue n^me, dy scolde on dy schulde gelden na vdwysunge der schepen briue von Magdeburg vnde der schepen büke tu Halle/
Wann der Schöffenstuhl in Halle eingerichtet ist, können wir nicht genau bestimmen, doch bilden die Grenze die beiden Jahre 1215, wo der Magdeburger Schöffenstuhl errichtet wurde, und 1266, wo das erste Schöffenbuch beginnt; und wenn die Urkunde von 1258 2 echt ist, so ist Lamberts Annahme3, dass die 11 Zeugen in derselben die
1 Der Artikel des Weichbildes selbst ist unklar, denn das Verhältnis ist jeden- falls nicht so gewesen, dass vom Magdeburgischen Schöffenstuhl an den Hallischen appelliert wurde, sondern umgekehrt
2 Gedr. ?. Ludewig, Reliqu. Manuscr. Y. 53. Danach Dreyhaupt, Beschreibung des Saalkreises IL 867. 3 Lambert, Das Hallische Patriciat, S. 58.
X Einleitung.
11 Schöffen seien, vielleicht nicht ganz unbegründet, obgleich die die Zeugen nur als ^burgenses' bezeichnet werden. Dass die Schöffen nicht erst 1266 eingesetzt sind, darf man auch aus der Vorrede zum ersten Schöffenbuche schliessen, wo von den Schöffen ohne jede weitere Bemerkung, gewissermassen als einer männiglich längst bekannten Behörde, die Rede ist: ,do worden vnse herren de scepenen von Halle des tu rade mit der borgere wilkore' und: <Do disse scrift utgelcget wart, an dere rede waren do disse scepenen ', damals also waren die dann aufgeführten, vorher doch wohl andere. Es ist dieses die Zeit, in welcher mit dem Sinken der erzbischöflichen Macht die Städte des Erzbistums, besonders eben Magdeburg und Halle, mächtig empor- strebten und immer grössere Selbständigkeit errangen. Diese Schöffen also hatten die privatrechtlichen Fälle zu entscheiden, dagegen stand ihnen noch keine strafrechtliche Gewalt zu, die in manchen Städten denselben gleichfalls später gegeben wurde1. Auch das muss hier er- wähnt werden, dass die Schöffen nichts mit der Verwaltung der Stadt zu thun hatten, sondern diese stand den Ratmännern zu. Das Ver- hältnis dieser beiden Behörden zu einander ist in den einzelnen Städten ein ganz verschiedenes gewesen: während in Magdeburg z. B. schon vor Ablauf des 13. Jahrhunderts (1293) ein heftiger Zwist zwischen Schöffen und Rathsherren ausbricht, der schliesslich dazu führt, dass diese den Schöffen die Bücher abnehmen und die Rechtsprechung in privatrechtlichen Fällen sich selbst aneignen2, finden wir in Neu- haldensleben als Schöffen und Ratsherren dieselben Männer, da sie in der kleinen Stadt wohl Zeit genug haben mochten, beide Aemter zugleich zu versehen3. In Halle bestanden beide Behörden neben- einander und zwar ist das Verhältnis wohl so, dass die Schöffen unter dem Rat standen, obgleich sie ja nicht städtische, sondern eigentlich
i S. Bischoff, üeber das älteste Olmützer Stadtbuch, Wien 1877.
2 S. die eingehende Schilderung dieser Begebenheit in der Magdeburgischen Schöffenchronik, herausgegeben y. Janicke, S. 171ff Hoffmann, Geschichte der Stadt Magdeburg I. 199 ff.
8 Dieses Verhältnis, dass die Ratmänner zugleich das Schöffenamt versahen, scheint in kleineren Städten überhaupt bestanden zu haben. In Calbe an der Saale ist dies ganz sicher im 15. Jahrhundert wenigstens der Fall gewesen, wie sich aus einer Reihe von Verhandlungen ergiebt, die in das Stadtbuch eingetragen wurden. In einem Buche, „Raths der Stadt Calbe Handelbuch", welches bis 1465 zurückreichend Einnahmen und Ausgaben enthält, finden sich vereinzelte Ein- tragungen, welche meist den Schluss haben, dass sie in der Stadt Buch einge- tragen seien, womit doch wohl dieses „Handelbuch" gemeint ist. Diese Verhand-
Einleitung. XI
dem Stadtherren unterstehende Beamte waren, wie denn in der That der Schultheiss, der dem Gerichte vorstand, nur der Vertreter des Burggrafen war. Mehrmals begegnen auch in den Schöffenbüchern Ausdrücke, welche dieses Verhältnis der Schöffen zu den Ratsherren bezeugen, indem es öfters heisst; (vnse herren de ratmannen ' oder Fol. 116b: vnsen herren den ratmannen vnd der inningen meistern vnd anderen vnsen herren meysteren, die tu rathuse plegen tu ghende\ Freilich kann diese Ausdrucksweise auch auf Rechnung des Schreibers kommen, denn es kommt ebenfalls häufiger vor: ,vnse herren de scepenen', wie gleich in der Einleitung zum ersten Schöffenbuche.
Die Stadtbüpher theilt Homeyer S. 14 und 15 in drei Klassen: 1. solche, welche einfach das Recht der Städte enthalten; 2. solche, in denen die mannigfachsten Aufzeichnungen sich vereinigt finden; „welche nur durch die gemeinsame Beziehung auf das städtische Wesen und Walten zusammengehalten werden"; und 3. solche, in deren Bereich die Privatsachen der Bürger gezogen werden. Diese dritte Art sind die eigentlichen Schöffenbücher, zu denen auch unsere Hallischen gehören. — Doch hat es auch noch ein oder mehrere Bücher, welche zu der ersten Kategorie gehörten, in Halle gegeben und diese trugen merkwürdiger Weise gleichfalls den Namen t Schöffenbücher \ Dies geht deutlich aus folgender Stelle des 3. Schöffenbuches (Nr. 727) hervor: ,Der beckere meystere vnde sine kvmpane quamen in geheget ding vnd beschuldegeden Clawese Beckere, dat he grepen hedde in ore
hingen wurden vor dem Rate gefuhrt, z. B.: Anno domini millesimo etc. im lxx jare tempore Baltzers Roken, Johannis Kampstrop, Lawrentz * Korn vnd Peter Lindeken etc.
Vor vns Radmannen Baltzere Rok, Johanne Kampstrop, Laurentz Korne etc. Na Christi vnseres hern gebort dusent jare, dar na der mynner tal imme lxx jare amme Sondage na Laurencü sint gekomen dusse nagescreuen vorsichtigen menne Drewes vnde Hans brudere genant dy Sassen vnd hebben vor vns bekanth, dat sie hebben vorkoff meyster Clawes Ploten eyne houe landes arthafftiges landes gelegen vor Eyckendorp vor viff vnd seuentich scok grossen etc. Hir by vnd ouer sint gwest die ersamen menere Johan Arntsteyn, Hans Quinterne mit meyster Clawes Ploten. Dat sulkens schin isz, hebben wy upgenante radmannen toCalue tho tuchnisse laten scriuen in vnser stad bock. Actum hoc anno ut supraetc.
An einer andern Stelle heisst es: Na godes gebord 1481 etc. ist vor vns rad- mannen vnde scheppin to Calue gekomen etc. oder: sind vor uns burgermeyster vnde radmannen ersehenen etc. Vergl. dazu Hülsse, Das älteste Stadtbuch der Stadt Neuhaldensleben, in den Magdeb. Geschichtsblattern XIV. 869, eine Arbeit, die hier volle Beachtung verdient.
XII Einleitung.
werk; dar vmme wart den beckeren böte vmme tfigedielt vp Clawese, als in der schepen büke stet Do vragede Clawese vmme eyn recht, sint dem male dat sie bflte nemen wolden na der schepen büke, af sie ome icht ore werk büken ligen scölden vmme alsodane penninge, als der schepen buk ttwiset; do wart ome gefunden, sie scoldent ome von rechtes weghen ligen vmme alsodane penninge, als in der schepen büke stet, als verne als hie is eyn vmbesproken man.' Hier ist doch ohne Zweifel der Fall in Betracht gezogen, dass Jemand sich einen Eingriff in die Rechte der Bäcker -Innung erlaubt, und die betreffende Busse für ein solches Vergehen festgesetzt. Nun findet sich aber weder dieser noch überhaupt ein ähnlicher Fall in unseren Schöffenbüchern, da diese einen durchaus andern Charakter haben. Wir haben es aber nur mit den eigentlichen Schöffenbüchern zu thun und müssen daher diese einer näheren Untersuchung unterziehen.
Nach dem Sachsenspiegel, mit dem ja die Schöffengerichte aufs Engste verbunden sind, konnten Uebertragungen von Eigentum nur vor Gericht geschehen, und ebenso wurden alle eingegangenen Ver- pflichtungen hier entschieden. Es ist schon oben gesagt, dass der Richter (Schultheiss, iudex) und eine bestimmte Anzahl von Schöffen das Gericht bildeten und das Recht sprachen. Ihre Sprüche nun wurden in Bücher eingetragen und bekommen dadurch urkundliche Geltung. So war es überall, wo das Magdeburgische Recht galt, also auch in Halle. Aber während man in anderen Städten wohl eine Sonderung der einzelnen Rechtsgeschäfte und deren Aufzeichnungen machte, indem man sie entweder ordnete und verschiedene Bücher neben einander führte, welche nach ihrem Inhalte Verlassungsbuch (über resignationum),* Erbebuch, Schuld-, Pfand-, Zusatz- und Renten- buch (liber obligationum et censuum, über impignorationum et reddi- tuum) hiessen, oder eine örtliche Scheidung nach Kirchspielen oder Stadtvierteln machte, trug man in Halle aDe vor Gericht verhandelten Sachen in buntestem Durcheinander in das von den Schöffen einge- richtete Buch ein. Zwar scheint es manchmal, als ob eine Gruppierung versucht wäre, dass also die Käufe, die Schenkungen u. s. w. zusammen- gestellt wären, doch sind die so entstandenen Reihen so kurz, dass diese Ordnung höchstens an einzelnen Gerichtstagen gemacht sein kann. So steht auf Fol. 99 des dritten Schöffenbuches eine ganze Reihe von Begabungen an den Rat. Auch örtliche Unterscheidung hat man
1 Die Hallischen heissen (der schepen bok' und nur einmal (IV. 88) kommt orkunde buk* vor.
Einleitung. X11I
nicht gemacht, und wenn auch einmal (2. Schöffenbuch Fol. 12 b) die Worte: ,dit is gesehen m vnser vrowen parre' vorkommen, so darf man doch nicht den Schluss ziehen, dass etwa alle folgenden Ver- handlungen von Personen gemacht wären, die in der Pfarre Unser lieben Frauen wohnten. Vielmehr kann man die Worte (Fol. 12b im 2. Schöffenbuche) auch so verstehen, dass das Gericht in jener Pfarre gehegt v worden ist. Auch die auf Fol. 27* auf den obern Rand ge- schriebenen Worte: «Parrochia beate Virginia' und im vierten Schöffen- buche auf Fol. 26 b und Fol. 27* übergeschriebenen Worte «Parrochia' saneti Mauricii haben wohl keine besondere Bedeutung.
Die Schöffenbücher enthalten nur Protokolle über die im Ge- richte verhandelten Dinge; sie geben nur ganz kurz die Sache selbst und, wenn nötig, auch die Entscheidung des Richters. Manch- mal geben sie auch weitere, bei der Verhandlung vorgebrachte und zum Verständnis derselben notwendige Nebenumstände, in denen gerade am meisten Einzelheiten für Stadt- und Rechtsgeschichte ent- halten sind. Für die Niederschrift ist in den beiden ersten Schöffen- büchern und im vierten immer, im dritten meistens die dritte Person gewählt, also z. B. ,Hans begauete Greten' etc. Im dritten Buche kommt dann auch einige Male die erste Person, oder auch der Ueber- gang von der dritten zur ersten Person vor. Es scheint hierbei nichts natürlicher, als die Annahme, dass der Schreiber die von den vor Gericht handelnden Personen gesprochenen Worte einfach so niedergeschrieben habe, wie er sie hörte, und der Uebergang aus der dritten in die erste Person ist noch mehr geeignet, diese Annahme zu bestärken; denn es ist zu erklärlich, dass der Schreiber im Laufe der Verhandlung mit seiner schematischen Ausdrucksweise in der dritten Person nicht mehr zu folgen vermochte und nun- in die andere Person überging. Ob diese Annahme berechtigt ist oder nicht, werden wir später noch erörtern müssen.
Die Ungültigmachung oder Aufhebung einer Eintragung geschah theils durch Durchstreichen, wie in den Hallischen Schöffenbüchern, theils durch Abwaschungen oder Radierungen. Homeyer erwähntauch, dass es vorgekommen sei, dass „ein Zettel von den Parteien gebracht und dessen Eintragung in die Schöffenbücher nachgesucht wurde." In Halle könnte dieses vielleicht auch einmal vorgekommen sein, da zwischen Fol. 46 und 47 des ersten Schöffenbuches sich ein Zettel be- findet, der in den Zusammenhang der Verhandlungen nicht hinein passt, denn die zweite Seite von Fol. 46 schliesst nicht mit einer Ein- tragung ab, sondern diese geht auf Fol. 47* weiter. Auch weicht die
XIV Einleitung.
auf dem kleinen Blatt , welches nur auf einer Seite beschrieben ist, enthaltene Abmachung sowohl in der Form; als in dem Dialekt von den dabeistehenden Eintragungen ab und zeigt ausserdem eine andere Hand in der Schrift. Indes wird die Entscheidung schwer sein, ob dieses Beispiel auf den oben erwähnten Fall passt, bevor wir nicht die Frage der Originalität unserer Schöffenbücher erörtert haben
Für die Eintragungen sowohl, als auch für das „Löschen" waren gewisse Gebühren zu entrichten. Diese Abgabe, die manchem un- gerecht oder zu hoch erscheinen mochte, führte in manchen Städten zu Zank und Streit und gab z. B. in Magdeburg hauptsächlich den Anlass, den Schöffen ihre Macht zu entreissen. Dass in Halle derselbe Brauch existiert hat, kann nicht bezweifelt werden, und wenn man auf Fol. 109a das Wort <dat orkvnde' auf die urkundliche Eintragung be- zieht, so würden wir auch die Höhe der Gerichtskosten kennen lernen, die freilich sehr gross wäre. Die Stelle lautet: .Hans Beyger hadde besät penninge vnder Hanse Vrunde vnd quam vor gehegede bank vnd bot dy penninge vp von dinge tu dinge also lange, dat man öme tügedielt wart(!) an den penningen anderhalf briet schok grossen ane drie grossen vnd they dehalfen grossen, die hie het geuen vor dat orkvnde tu schryuene' etc.
Die Gerichtstage fanden alle 14 Tage statt, wie sowohl aus der Stelle (Fol. 97* des 3. Schöffenbuches): ^arna ouer vierteynacht tu deme anderen dinge' hervorgeht1, als auch aus dem Umstände, dass Verhandlungen durch vier verschiedene „Dinge" hindurch geführt werden, was doch nur bei einer schnelleren Aufeinanderfolge der- selben möglich war2. Ein bestimmter Wochentag scheint aber für dieselben nicht festgesetzt gewesen zu sein, da die Daten im ersten Schöffenbuche auf die verschiedensten Wochentage fallen.
Die Sprache in den Hallischen Schöffenbüchern ist fast durchweg niederdeutsch mit den verschiedensten kleinen dialektischen Ver- schiedenheiten, die zumeist, vielleicht auch immer, auf Rechnung des Schreibers kommen. Vereinzelt finden sich doch auch hochdeutsche Formen, aber nie in zusammenhängenden Abschnitten, z. B. auf Fol. 114b des dritten Schöffenbuches. Die Orthographie ist natürlich
1 Eine andere noch deutlichere Belegstelle hierfür ist im 3. Schöffenbuche auf
FoL 38* (No. 418), welche lautet: tu deme vierden dinge do wart ome ge-
vftnden, dat men ome dat selue eygen rumen scoldc. Darna ouer vierteynacht tu deme voften dinge quam he auer in geheget ding etc.
2 Ueber die Schöffengerichte in Halle s. Ockel, Tractatio historico-juridica de Palatio regio seu scabinatu Hallensi, 1700, und Dreyhaupt II 449 ff.
Einleitung. XV
Sache der Schreibers gewesen. Zwischen diesem niederdeutschen Text linden sich ferner einige Male lateinische Wörter, die sich aber auf „frater eius, filius", dann „et" und „de", auch ein: „Actum est illud" und den Ausdruck „factor calopidum" beschränken, nur dass Namen, die ursprünglich lateinisch sind, wie Petrus, Paulus, Philippus, häufiger in dieser Form erscheinen und auch lateinisch decliniert werden ; deutsche Namen mit" lateinischer Endung, wie Bernhardus (Genit. Bernhardusses), Conradus, Albertus kommen auch, doch seltener, vor. Nur die weib- lichen Namen erscheinen öfter mit der Endung -a. Diese lateinischen Formen und Wörter sind aber, wie gesagt, so selten, dass man ein- fach sagen kann, dass die Schöffenbücher in niederdeutscher Sprache geschrieben sind.
Nun sagt Homeyer S. 36: „Die Sprache der Einzeichnungen beginnt meist in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts aus der lateinischen sich in die deutsche zu verwandeln." Er sagt nur: „meist in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts." Dass er dieses nicht als eine bestimmte Behauptung aufstellt, hat wohl nicht seinen Grund darin, dass er ein Beispiel kannte, welches von der aufgestellten Regel abwich, sondern weil er, trotzdem er die Stadtbücher von nicht weniger als 57 Orten in Betracht gezogen hat, das Material wohl noch nicht für ausreichend hielt, um diesen Satz als allgemein gültig hinzustellen. Hätte er die Hallischen Schöffenbücher berücksichtigt, wie er es aus Dreyhaupts Auszügen wohl konnte, so würde er gewiss auf diese Ausnahme von der von ihm aufgestellten Regel Rücksicht genommen und sich darüber geäussert haben. Dazu kommt nun auch noch das Stadtbuch von der Stadt Aken an der Elbe, welches ebenfalls bis 1266 zurückgeht und in niederdeutscher Sprache beginnt. Da Homeyer auch dieses nicht kannte, — dasselbe befindet sich in dem Königlichen Staatsarchiv zu Magdeburg und ist noch nicht veröffentlicht — so hätte er auf Grund der ihm bekannten 57 Stadtbücher ruhig sagen können, dass in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhundert das Latein dem Deutschen weicht. Wir müssen also das Verhältnis unserer Hallischen Stadtbücher zu jenem von Homeyer aufgestellten Satze untersuchen, da trotz der grossen Zahl von Beispielen, aus denen dieses gemeinsame Ergebnis gezogen wurde, es nicht ohne Weiteres auf alle Fälle ange- wendet werden darf.
Ehe ich aber auf die Hallischen Schöffenbücher näher eingehe, mögen hier einige Bemerkungen über das Akensche Stadtbuch folgen. Dasselbe beginnt, wie schon gesagt, ebenfalls mit dem Jahre 1266 und hat bisher bei allen, welche es einer Untersuchung unterzogen haben,
XVI Anleitung.
als ein altes, gutes Original gegolten. Und in der That scheinen die Schriftzüge dem 13. Jahrhundert anzugehören und haben eine grosse Aehnlichkeit mit gewissen Partien des ältesten Hallischen Schöffen- buches. Nur ist es auffallend, dass eine ganze Reihe von Blättern hindurch dieselbe Hand und dieselbe Tinte sich findet was auf eine in einem Zuge gemachte Niederschrift hindeutet. Trotzdem hat wegen des Charakters der Schrift noch Niemand einen Zweifel an der Origi- nalität dieses Schriftstückes erhoben ausser einem Manne, welcher zu den besten Kennern mittelalterlicher Dokumente gehört, Hofrat Dr. Th. Sickel in Wien1. Nicht, dass er einen Zweifel an der Richtigkeit des Inhalts erhöbe, sondern nur an der Aufzeichnung selbst, welche seiner Ansicht nach eine spätere Nachschrift des Originals ist. Er gründet seine Ansicht hierüber hauptsächlich auf äussere Merkmale und Eigentümlichkeiten der Schrift und diese Ansicht könnte der von Homeyer aufgestellte Satz über die Anwendung der deutschen Sprache in dergleichen Dokumenten unterstützen. Jedenfalls ist der Umstand äusserst auffallig, dass dieses Stadtbuch von Aken nieder- deutsch beginnt, dann lateinisch weitergeführt wird, um endlich wieder in das Deutsche überzugehen. Man begreift gewiss nicht, warum man hier die ursprüngliche deutsche Form, welche doch offenbar sehr viel praktischer und für den Gebrauch bequemer war, aufgegeben und dafür lateinisch eingetragen haben sollte, da man gerade des leichteren Gebrauches wegen nachher die lateinische Fassung mit der deutschen vertauschte. Denn wenn auch der Schöffenschreiber wohl des Latei- nischen kundig sein musste, wie es z. B. von dem Verfasser der Magdeburgischen Schöffenchronik besonders erwähnt wird2, wie viele von den Schöffen, wie viele endlich von den Bürgern, deren Sachen vor dem Schöffengericht verhandelt wurden, waren desselben hinläng- lich kundig, um die lateinischen Eintragungen verstehen zu können? Es ist daher gewiss als ein Fortschritt zu bezeichnen, dass man die Sprache der Gelehrten aus den für die Allgemeinheit berechneten Büchern verbannte. Und sollte man in Aken nicht die Zweckmässig- keit des Gebrauches der deutschen Sprache erkannt haben, um statt derselben nachher die lateinische Sprache anzuwenden? Es ist dieser Fall kaum anzunehmen. Nimmt man nun den von so competenter Seite angeregten Zweifel dazu, so wird man wohl das Akensche Stadt- buch auf die Originalität der Aufzeichnung genau zu prüfen haben.
1 Nach gütiger privater Mittheilung. * Schöffenchronik 8. 228.
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Daraus folgt fiir unsern Zweck aber auch, dass man mit einer Be- rufung auf dieses Akensche Stadtbuch ohne Weiteres Homeyers Behauptung noch nicht entkräften kann und dass dasselbe der Annahme von der Originalität der Hallischen Schöffenbücher nur eine sehr zweifelhafte Unterstützung gewährt.
Wir sind aber eine genaue Untersuchung der Hallischen Schöffen- bücher Homeyers Behauptung gegenüber schuldig, besonders da man diesem Manne nicht den Vorwurf machen kann, dass er unbegründete oder auch nur nicht hinlänglich begründete Behauptungen aufgestellt habe. Kann aber der Nachweis nicht geliefert werden, dass die Hallischen Schöffenbücher, in der Form, wie sie uns vorliegen, keine Originalauizeichnungen sind, dass sie also nicht spätere Nachschriften sind, so steigt ihr Wert natürlich bedeutend, indem sie dann allein allen übrigen bekannten Beispielen entgegen den Beweis liefern, dass in Schöffenbüchern schon im 13. Jahrhundert die deutsche Sprache in Anwendung gekommen ist. Das Akenpche können wir, wie oben berührt ist, zunächst nicht als Beweis heranziehen, ehe nicht die gegen dasselbe beregten Zweifel beseitigt sind. Ehe wir aber die Frage über die Originalität der Hallischen Schöffenbücher erörtern können* müssen wir sie ihrer äussern Gestalt nach betrachen.
Von den Hallischen Schöffenbüchern sind die drei ersten ganz, das vierte bis zum Jahr 1400 zum Abdruck gelangt. Warum gerade hier und nicht mit dem Ende des dritten Buches ein Abschnitt gemacht ist, hat seinen Grund darin, weil eine bestimmte zeitliche Grenze fest- gestellt werden sollte, die einzelnen Bücher, besonders aber die drei ersten, einen bestimmten Zeitabschnitt nicht machen, wie noch später näher besprochen werden muss. Die Hallischen Schöffenbücher, welche das 15. Jahrhundert umfassen, werden noch einen besondern Band füllen. — Von diesen 4 Schöffenbüchern befindet sich das dritte in der gräflich stolbergischen Bibliothek in Wernigerode, die übrigen auf der Universitätsbibliothek zu Halle. Es ist jedoch nicht zweifelhaft, dass auch das dritte Schöffenbuch ursprünglich mit den übrigen zu- sammengehört hat, denn die Bücher tragen eine übereinstimmende, von derselben Hand (des vorigen Jahrhunderts) mit derselben (roten) Tinte gemachte Nummerierung, in welcher der Wernigeröder Codex die Be- zeichnung No. 3 trägt. Die Bücher bestehen aus Pergament und haben grosses Quartformat. Das erste umfasst 126 Blätter, welche aber nur bis 125 paginiert sind, indem ein Blatt doppelt gezählt ist, und ein kleines, zwischen Blatt 46 und Blatt 47 eingeheftetes Blatt; das zweite Schöffenbuch hat nur 34 Blätter, das dritte 152, das vierte
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158 Blätter, von denen hier die ersten 46 veröffentlicht werden. — Der Einband ist nur beim dritten Schöffenbuche alt, aber dennoch auch jünger als die Schrift, da Randbemerkungen abgeschnitten sind. — Die Paginierung ist neu, im dritten Buche gar mit Bleistift gemacht und nicht einmal voDständig durchgeführt. — Die Schrift geht über die ganze Breite des Blattes weg, doch so, dass rechts und links ein Rand bleibt; mit jeder neuen Eintragung beginnt mit wenigen Aus- nahmen eine neue Zeile. Manche Seiten sind nicht ganz vollge- schrieben, oder es finden sich Lücken; im ersten und dritten Buche ist auch eine ganze Seite freigelassen. Die Blätter sind meist, d. h. nur im Anfange nicht, liniiert und haben an. den Seiten je eine, auch je zwei Vertikallinien. Ueber den linken Rand sind von Blatt 31 a des ersten Schöffenbuches an die grossen Anfangsbuchstaben der in der Eintragung vorkommenden und als vor Gericht erschienen ge- nannten Personen vorgerückt; sind mehrere vor dem gehegten Ding erschienen, so werden auch wohl mehrere Buchstaben vorgerückt. Diese Buchstaben, welche das Nachschlagen erleichtern sollten, werden meist dann im eigentlichen Text wiederholt. Auffallend dabei ist es, dass selbst noch im vierten Schöffenbuche nicht der Anfangsbuchstabe des Familiennamens, sondern der vom Vornamen vorgeschrieben wurde, wodurch bei der vielfachen Uebereinstimmung der Vornamen das Auf- finden irgend einer Eintragung wieder wesentlich erschwert wurde. — Auf dem äusseren Rande finden sich bisweilen, besonders im ersten Buche, Correkturen oder Bemerkungen, welche auch das Nachschlagen erleichtern sollten, da sie meist nur die Namen von geistlichen Stiftungen enthalten; einmal ist auch ,fabrorum et institorum' an den Rand ge- schrieben, wo es sich um eine richterliche Entscheidung in einer zwischen beiden schwebenden Streitsache handelt. Diese Bemerkungen, welche sich über die drei ersten, Bücher erstrecken, sind indes von wesentlich späterer Hand, von derselben, welche auf dem innern vorderen Deckel des dritten Schöffenbuches noch folgende Eintragung gemacht hat: t Anno domini etc. MCCclxvi quam Hertzogk Rudolff etc. v. illud signum f.' ^Diese Worte beziehen sich auf eine Eintragung auf Blatt 58 b, wo auf dem oberen Rande steht: <vom borggrafen' und darunter f.
Wichtiger ist die Betrachtung der Schrift. Dieselbe hat den Cha- rakter der Buchschrift und zeigt nur wenig Abkürzungen. Unter diesen ist allerdings besonders auffällig, dass im zweiten Schöffenbuche einige Male die Namen ^Christian' und .Christine' mit der Abkürzung für t Christi' (XPJ) geschrieben werden. Die Handschrift wechselt häufig, im Anfange öfter, als nachher, obgleich sich nicht allemal leicht
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bestimmen lässt, wo eine neue Hand einsetzt, da die Beschaffenheit des Schreibmaterials bald eine leichtere, bald eine schwerere Schrift bedingt hat. Oft dagegen lässt sich aus der Verschiedenheit der Tinte der Fall beobachten, dass dieselbe Hand zu verschiedenen Zeiten Ein- tragungen gemacht hat. Der letzte Theil des zweiten Schöffenbuches ist von einer und derselben Hand geschrieben, ebenso wie der grösste Theil des dritten dieselbe Hand verrät, und im vierten ebenfalls grössere Partien nur von einem Schreiber herrühren können. Hierbei ist zu bemerken, dass dieselbe Hand, welche den grössten Theil des dritten Schöffenbuches geschrieben hat, auch schon im zweiten auf Blatt 17* und 18* erscheint und auch einen grossen Theil des vierten Buches geschrieben hat. Im dritten Schöffenbuche findet sich nun zwischen den Eintragungen der schon besprochenen Hand noch eine andere, welche meist auf dem Ende der Seite, bisweilen aber auch in der Mitte, eine oder zwei Verhandlungen eingetragen hat. Da diese Hand zugleich auf eine spätere Zeit hinweist, so lässt sich für diese Eigentümlichkeit des Manuscripts nur die eine Erklärung finden, dass man hier Lücken in den Eintragungen vorfand, welche man nach- träglich ausfüllte. Eine Reihe von Verhandlungen sind durchstrichen und damit also gelöscht, wie oben gesagt ist. Sie sind aber doch in den Text aufgenommen worden, da sich gerade aus ihnen bisweilen besondere Aufschlüsse ergeben. — Die Schrift selbst trägt den Charakter der Zeit, welcher die Bücher nach den Zeitangaben angehören.
Nach altem Gebrauche begann man im Mittelalter ein Buch in folio verso. Dies lässt sich auch bei dem ersten, zweiten und vierten Sehöffenbuche beobachten, während das dritte gleich auf der Vorder- seite des ersten Blattes mit Eintragungen beginnt. Wahrscheinlich ist es, dass das Vorsatzblatt fehlt, welches in den drei andern Büchern auf der Rückseite jedesmal eine Vorrede, um so zu sagen, enthält, d. h. eine Angabe der Zeit, in welcher das Buch begonnen wurde, den Zweck, welchem es dienen sollte, und die Namen des da- mals im Amte befindlichen Schultheissen und der Schöffen. Eine solche Vorbemerkung findet sich eben im 3. Schöffenbuche nicht. Man darf wohl annehmen, dass diese Vorbemerkungen geschrieben worden sind, ehe in die betreffenden Bücher andere Eintragungen gemacht wurden. Nun aber steht im ersten Buche diese Vorbemerkung erst auf der Rückseite des zweiten Blattes, während die voraufgehenden drei Seiten gewöhnliche Eintragungen von Verhandlungen enthalten, die sich der Zeit nach nicht genau bestimmen lassen, jedenfalls aber nicht sehr spät nach der Anlage des Buches gemacht sein können Vielleicht
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diente das erste Blatt als Deckel, beim zweiten Blatte fing man aut der 'Rückseite gewohnheitsmässig an und benutzte dann später, als vielleicht gerade kein anderes Schreibmaterial zur Hand war, den leeren Raum. Die erste Seite ist sehr verwischt und vielfach durch- strichen und bemalt, so. dass sie höchst unsauber aussieht.
Auch im zweiten Buche, wo man, wie gesagt, auch in folio verso angefangen hat, ist die erste Seite beschrieben und zwar von einer schönen gleichmässigen Hand, welche sonst in diesem Buche nicht mehr vorkommt, dagegen sicher den ganzen letzten Theil des vierten Schöffenbuches geschrieben hat. Aus der Erwähnung der zwei Rats- meister Ryke und Waltbach lässt sich auch sonst die Zeit dieser Ein- tragungen genau bestimmen, da diese im Jahre 1427 im Amte gewesen sind, also in einer wesentlich späteren Zeit, als das Buch sonst umfasst. Ich weiss keinen Grund anzugeben, warum so viel spätere Eintragungen in dieses Buch geschrieben sind, da ja für jene Zeit ein besonderes Schöffenbuch (das vierte) vorhanden war, das zweite und sogar das dritte aber längst seinen Abschluss gefunden hatte. — Die Initiale auf der Rückseite des ersten Blattes (J) ist in Roth, Blau und Gold recht hübsch ausgeführt.
Das vierte Schöffenbuch endlich beginnt ebenfaDs auf der Rück- seite des ersten Blattes mit der Vorbemerkung, welche, wie im zweiten, mit einer kunstvollen Initiale (ebenfalls J) ausgestattet ist; in diesem Buchstaben ist der Name des damaligen Erzbischofs Albert (IV. von Querfurt) angebracht Auf dieser selben Seite steht dann noch eine Eintragung vom Jahre 1410, welche im Texte weggelassen ist, da sie nicht mehr in den Umfang des Buches faDt. Auf der Vorderöeite des ersten Blattes steht eine Beschreibung von Christus, welche sonst gar keine Beziehung zu dem Inhalte der Bücher hat. Vor diesem Blatte ist noch ein kleineres Quartblatt eingeheftet, welches ursprünglich wohl nicht dazu gehört hat, da es ein viel kleineres Format hat. Auf diesem steht auf der Rückseite nur eine kurze Eintragung vom Jahre 1419. Auf Blatt 2, wenn das kleinere Vorsatzblatt nicht mitgerechnet wird, steht auf der Vorderseite eine Eintragung vom Jahre 1429 und erst auf der folgenden Seite beginnt der eigentliche Text in der gewohnten Weise.
So viel über das Aeussere der Bücher, welches in seinen Einzel- heiten darum so genau getrachtet werden musste, weil manche Punkte bei der Erörterung der Frage nach der Originalität der Bücher von Wichtigkeit sind. Was nun das Innere anlangt, so zeigt keins der Bücher einen gewissen Abschluss, es lässt sich nicht einmal genau er-
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kennen, welchen Zeitraum sie umfassen, da die Zeitangaben, besonders im zweiten und dritten Schöffenbuche nur sehr spärlich sind. Erst im vierten Buche sind regelmässig die Jahre über den Text gesetzt, so dass dieses hierbei nicht in Betracht kommt. Das erste Schöffen- buch beginnt nach der Vorrede mit dem Jahre 1266, das letzte Jahr, welches in demselben vorkommt, ist 1325; das zweite Buch beginnt mit 1308, 1309 oder 1312 — .alle drei Jahre werden in der Vorrede genannt — und geht ungefähr bis 1369; im dritten Buche findet sich die erste Zeitangabe (1366) erst auf Blatt 51 a, auf Blatt 51 b findet sich das Jahr 1365, doch darf man wohl annehmen, dass die auf den ersten 50 Blättern stehenden Eintragungen schön einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren umfassen, wenn man auf das Jahr ungefähr 5 Blätter rechnet; das vierte Schöffenbuch beginnt 1383 und hier werden dann von 1387 an die einzelnen Jahreszahlen über die Eintragungen gesetzt. Es zeigt sich also, dass die drei ersten Bücher offenbar neben einander hergehende Eintragungen enthalten, da man an der Richtig- keit der Zeitangaben, die vereinzelt im Texte stehen, wohl nicht zweifeln darf. Dieses auffallende Verhältnis Hesse sich nun allerdings wohl er- klären, wenn die einzelnen Bücher besondere Arten von Rechts- geschäften enthielten, wie dieses in anderen Städten der Fall war, oder wenn sie nach räumlichen Distrikten geschieden wären. Allein diese Fälle finden auf die Hallischen Schöffenbücher keine Anwendung, denn ein Blick genügt, um zu sehen, dass sie in ihrem Inhalte voll- ständig gleichartig sind, dass sie in buntem Wechsel die verschiedenen Verhandlungen enthalten. Es lässt sich durchaus kein stichhaltiger Grund für diese auffallige Erscheinung finden, wir haben offenbar in den Büchern eine Verwirrung der Zeitangaben, ein Umstand, welcher die Annahme von einer gleichzeitigen Niederschrift mit der Verhand- lung, von der Originalität also, gewaltig erschüttern muss, um so mehr, da sich diese Verwirrung nicht nur in den Büchern unter ein- ander, sondern sogar innerhalb derselben selbst vorfindet.
So steht im ersten Schöffenbuche auf Fol. 36* die Jahreszahl 1286,
auf dem kleinen Blättchen hinter Fol. 46 — 1296,
auf Fol. 81 b - 1313, 28. August,
auf Fol.82a — 1316, 13. Februar,
auf Fol.82b — 1314, Ostern,
auf Fol. 84» — 1318,
auf Fol.85a - 1316,
auf Fol. 85 b — 1319,
auf Fol. 87* - 1320/
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auf Fol. 88» = 1320, 15. August,
auf Fol. 89b = 1321, 27. Februar,
auf Fol. 93 b = 1325,
auf Fol. 94* == 1319, 11. November. Im zweiten Schöffenbuche linden sich abgesehen von der Vorbe- merkung nur zwei Zeitangaben im Texte, 1315 auf Fol. 12b und 1369 auf Fol. 29 a. In der Einleitung aber ist. eine so sonderbare Zeitangabe, indem drei Jahre gleich hinter einander genannt werden, dass sie sich nur gezwungen erklären lässt. — Im dritten Schöffenbuche steht auf Fol. 51» das Jahr 1366 zweimal, auf Fol. 51 b das Jahr 1365.
Wir haben also sowohl im ganzen Umfange der einzelnen Bücher, wie in ihnen selbst, offenbare chronologische Verwirrung, welche sich, wie eine genaue Untersuchung ergab, durchaus nicht dadurch erklären lässt, dass beim Zusammenlegen oder Binden der Bücher die einzelnen Lagen des Pergaments in Unordnung gerathen wären, ein Fall, welcher übrigens auf Fol., 82 des ersten und Fol. 51 des dritten Schöffenbuches auch gar keine Anwendung finden könnte, weil hier die verkehrte Reihenfolge der Daten auf demselben Blatte vorkommt. Diese Ver- wirrung wird auch nicht durch die Annahme beseitigt, dass etwa Rechtsgeschäfte auf Zeit von mehreren Jahren geschlossen und erst beim Ablauf diesser Zeit mit dem Datum des früher getroffenen Ab- kommens eingetragen wären. Auch ist der kurze Raum, welcher im ersten Buche auf Fol. 85 zwischen den Jahren 1316 und 1319 sich findet, gewiss geeignet Bedenken zu erregen, da innerhalb dieses Zeit- raums doch ohne Zweifel mein' Verhandlungen stattgefunden haben, als dort verzeichnet sind. - Es ist ferner bemerkenswert und jeden- falls auffallend, dass diese Reihe von Daten auf dem ziemlich eng be- grenzten Räume von 13 Blättern gehäuft sind, auf den letzten noch folgenden 21 Blättern aber weiter kein Jahr angegeben ist, obwohl anzunehmen ist, dass diese 21 Blätter auch mehr als ein Jahr umfassen. — Die eigentümliche Zeitangabe in der Vorrede des zweiten Schöffen- buches l lässt sich nur so erklären, dass der Schreiber des Buches eine Vorlage vor sich hatte, in welcher er zu den drei dort angegebenen Jahren 1308, 1309 und 1312 eine gleich oder ähnlich lautende Vorbemerkung
1 Die Stelle lautet: 4In demc iare von godes geburt ouer dusent iar vnde ouer einhundert iar vnde achte iar, in deme negoden iare, in demje twelften, bi biscop Borchardes tyden von Scraplo vnde bi des borchgreuen tiden, des hertogen Iiodolfes von Sassen, vnde bi des scultheilten tiden Ileydenrikes von Ruschcnberch, do worden vnse herren, de scheuen von Halle, de do waren, des to rade etc.
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fand, welche er nun einfach zusamutenfasste. Auf eine andere Weise geben die Worte keinen Sinn. Bei Betrachtung der beiden andern Zeitangaben im zweiten Buche ist es aber gewiss auffallend; dass der Raum von 17 Blättern eine Zeit von 54 Jahren umfasst, während wir nach dem vierten Buche ungefähr 5 Blätter auf ein Jahr rechnen müssen.
Diese Verwirrung in den Zeitangaben lässt sich nun nicht anders erklären, als dass diese HaDischen Schöffenbücher keine Originale sind, sondern spätere Zusammenstellungen oder vielmehr Auszüge. Dass ihr Inhalt nichts desto weniger echt ist und derjenigen Zeit angehört, welche in den Büchern genannt ist, ist ganz unzweifelhaft, ebenso sicher ist es aber auch, dass im Aeusseren, in der Reihenfolge, der Form und dem Umfange Aenderungen vorgenommen sind, wie noch näher er- wiesen werden wird.
Zunächst müssen wir nochmal den Zweck in's Auge fassen, welchem diese Bücher dienen sollten. In den drei Vorreden des ersten, zweiten und vierten Buches heisst es, die Schöffen hätten beschlossen, <dat se wolden bescrifen laten alle de gaue, de vor gerichte vnde vor den schepenen gegeuen worden, der stat gemeyne arme vnde riken to eren vnde to vromen vnde to nut/ Auch von Magdeburg wissen wir, dass hier in den Büchern <de gifte, de me geve under koningesbanne in des greven und schulteten gerichte/ eingetragen waren1. Es waren also ganz bestimmte Rechtshandlungen, welche hier für spätere Zeiten aufgezeichnet wurden, Schenkungen, Begabungen, Verpfändungen, Be- schlagnahmen, Testamente, Käufe und Verkäufe, solche also, über deren Vollziehung früher wohl Urkunden ausgestellt zu werden pflegten. Nun konnte man sich einfach auf der Schaffen Buch beziehen, d. h. auf das Buch, in welches die «gifte' eingetragen waren.
Es fragt sich nun, wie sind die Bücher entstanden? sind sie sofort in der Gerichtsverhandlung als Protocolle aufgezeichnet oder erst später auf Grund von Aufzeichnungen, welche in den Verhandlungen sofort gemacht wurden, hergestellt? Schon die Verwirrung in den Zeitan- gaben, welche oben besprochen ist, muss die Annahme einer sofortigen Aufzeichnung erschüttern. Aber es kommen dazu noch andere Gründe. Betrachten wir die einzelnen Eintragungen, so zeigen dieselben im Ganzen eine grosse Uebereinstimmung, sie sind nach Schematen ge- macht. Man müsste nun annehmen, dass alle Verhandlungen vor Ge- richt glatt abgemacht wären, dass keine längeren Discussionen der
1 Schöffenchronik, S. 175.
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streitenden Parteien, keine Ausfülmmgen und Erwägungen der Richter stattgefunden hätten, da hiervon nur selten Spuren vorhanden sind. Es müBste dann der Schreiber erst nach Beendigung jeder einzelnen Ver- handlung den Fall aufgeschrieben haben. Dies hat aber seine Bedenken : denn wir müssen wohl berücksichtigen, dass wir Buchschrift mit wenig Abkürzungen vor uns haben, dass nur selten Correkturen vorge- nommen sind, im Ganzen nur wenige und fast nur ganz geringfügige und bedeutungslose Schreibfehler vorkommen. Man sehe aber nur ein gleichzeitig nachgeschriebenes Protokoll an, selbst von nur kurzen Ab- schnitten und in unserer schreibkuudigen Zeit, es wird nie so glatt und sauber aussehen, wie die Hallischen Schöffenbücher; und diese sollten doch gerade künftigen Geschlechtern zugänglich und nutzbar sein und mussten daher um so besser geschrieben und um so sorg- faltiger ausgeführt sein, da sie ja Urkunden ersetzen sollten. Es wird daher sich mit den Aufzeichnungen so verhalten, dass in den Verhandlungen allerdings Aufzeichnungen über dieselben gemacht wurden, diese dann früher oder später ausgezogen und in ein besonderes Buch übertragen wurden, in das Schöffenbuch. Diese Annahme wird noch besonders unterstützt durch das Fehlen der Jahreszahlen und Tagesbezeichnungen. Abgesehen davon, dass es an und für sich angemessen erscheint, dass bei so wichtigen Vorgängen der Tag und das Jahr auf irgend eine Weise bezeichnet worden sei, finden sich auch Anzeichen, dass dieses in der That geschehen sein muss. Die Fälle nämlich sind häufig, in welchen auf frühere Gerichts- verhandlungen zurückgewiesen wird, in welchen die betreffende Ange- legenheit schon einmal zur Verhandlung gebracht, aber doch nicht zum Abschluss gekommen ist Um nur eins aus den vielen heraus- zugreifen, so heisst es im 3. Schöffenbuche auf Fol. 82 a: «Thobyas quam in geheget ding vnde beschuldigede Hanse Nasehorne vmme benümede schulde; dowart ome gevünden, dat dy schultete ome bieden scolde, dat gelt tu betalende by vierteynachten ; dat wart ome geboden. Nu is hie wechgetogen, do wart Thobyasse gevünden, dat hie siek des irholen scolde an syme eygen vnde scolde dat angripen, als eyn recht is/ Hier sind doch offenbar zwei Verhandlungen und zwei richterliche Erkenntnisse in eine Eintragung zusammengezogen, wälu-end man doch annehmen muss, dass über die erste Verhandlung, wonach Nasehorn binnen 14 Tagen seinen Verpflichtungen gegen Tobias nachkommen sollte, auch schon ein Protocoll aufgenommen worden ist. Wenn ferner in einem Erkenntnis ein Termin von 14 oder 8 oder 3 Tagen zur Er- füllung einer Verpflichtung festgesetzt wurde, so musste doch wohl
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auch in bestimmter Form, also schriftlich, der Termin festgesetzt sein, von wo an hier gerechnet werden musste, wo also die Gerichtsver- handlung im gehegten Dinge stattgefunden hatte. Ich bin auch der Ansicht, dass diejenigen der vorkommenden Daten, welche mit: t Actum est illud' oder: t Dit is gesehen ' beginnen, solche aus dem unmittelbaren Gerichteprotokoll herrührenden Datierungen sind. — Und wie häufig wird das dritte, vierte, selbst fünfte Ding erwähnt, in welchem endlich eine Verhandlung, nachdem sie mehrere Dinge hindurch geschwebt hatte, zu Ende gefuhrt ist! Es ist dabei doch gar nicht anders möglich, als dass der Rechtsanspruch, der in einem Dinge erhoben wurde, in dem vierten oder gar fünften darauffolgenden Dinge aber erst zur Entscheidung gelangte, zum wenigsten im ersten Dinge, d. h. bei Ein- reichung der Klage oder des Rechteanspruches, aufgezeichnet worden ist. Dafür scheint folgende Stelle im vierten Schöffenbuche zu sprechen. Es heisst da Fol. 38 a: Riemens von Sehusen, eyn gast, is gekomen vor geheget ding vnde het geclaget tu Clawes Kaiowen vnde tu sins wifes wegene vmme xvn schok crueegrossen sine erste clage vnde het Hans Kelnere gekoren tu eynen Vormunden, sine sake tu vorderne, af he seinen hir nicht sin konde, vnde het 6m dy vormuntechap ge- geuen, alse recht is/ Hier ist in der That nur die Einreichung der Klage notiert. In unsern Schöffenbüchern ist das aber sonst nicht der Fall, sondern wir finden hier in einer einzigen Eintragung den Inhalt der verschiedenen Verhandlungen in kürzester, schematischer Weise dargestellt, d. h. also die Einreichung einer Klage im ersten Dinge, die Aufgebote im zweiten und dritten, endlich das richterliche Er- kenntnis im vierten Dinge. Z. B. Fol. 39* im dritten Schöffenbuche: ,Hince Baldewin hadde eyn pert besät vnder Hanse vnde Heysen Pawels vmme drfl smale schoc; des quam hie vor geheget ding vnde bot dat pert ftp drü dingh ; tu deme vierden dinge wart gevünden, dat man deme vorgenanten Hincen Baldewine dat pert antwerden scal vor sin gelt.' Hinze Baldewin also wird im ersten, im zweiten und dritten Dinge seinen Anspruch an das Pferd erhoben haben, bis es ihm im vierten durch den Richter zugesprochen wurde. Ich meine, in solchem Falle wird doch wohl bei dem ersten Aufgebot die Klagesache aufge- schrieben und mit dem Datum versehen sein. Denn dieses war doch wohl notwendig, da sich eine solche Angelegenheit bis zum fünften Dinge, d. h. bis auf 10 Wochen hinziehen konnte. — Nimmt man also dieses alles zusammen, so wird man annehmen müssen, dass die Hal- lischen Schöffenbücher nicht unmittelbar bei den Verhandlungen ge- machte Aufzeichnungen sind, sondern dass sie später verfasst und in
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ein Buch zu späterem Gebrauche eingetragen sind. Es werden dabei einige Verhandlungen, besonders die einfachen Begabungen und Ver- mächtnisse, bei denen nur eine bestimmte Willensäusserung zu Protokoll gegeben zu werden brauchte, in das sogenante Schöffenbuch unverändert übergegangen sein, während bei Klagen und richterlichen Erkenntnissen, wo längere Auseinandersetzungen, Zeugenaussagen, Verhöre u. a. m. vorkamen, die Eintragung erst vom Schreiber redi- giert und in die knappe, schematische Form gebracht werden musste1. Wann diese Aufzeichnungen gemacht sind, lässt sich schwer sagen, doch scheint es, da die Schrift mit den angegebenen Jahren gleich- zeitig ist, dass sie stets kurz nach den Verhandlungen selbst gemacht sind. Dafür scheint auch, im Anfange des ersten Buches wenigstens, der häufige Wechsel der Hand und auch der Tinte und des Duktus zu sprechen, während andrerseits die Verwirrung der Zeitangaben, welche oben besprochen ist, vielmehr zu der Annahme führt, dass dieser Theil des Buches erst Jahre lang nach den dort verzeichneten Verhandlungen geschrieben ist, ohne dass sich der Schreiber Mühe gegeben hätte, sein Material zu ordnen. Ich möchte für diese An- nahme auch noch den Umstand geltend machen, dass wir hier im ganzen doch wenig Verhandlungen aus einer verhältnismässig langen Zeit haben, was vielleicht dadurch zu erklären ist, dass der Schreiber entweder selbst nur Bruchstücke vor sich hatte oder nur die Ver- handlungen noch eintrug, welche nicht gelöscht und ungültig gemacht
1 Dass dieses sich in der That so verhält, lässt sich daraus nachweisen, dass der Schreiber bisweilen einen Theil einer Eintragung strich und dann in anderer Form widergab. Am besten zeigt sich dieses im vierten Schöffenbuche auf Fol. 87 \ Hier stehen folgende zwei Eintragungen, welche dann durchstrichen sind:
Hans Keiner quam vor geheget ding vnde schuldigede Heydenric Berline vmme Uli schok crucegros8en ; dar sprak Heydenric Berlin neyn tu vnde louede sin recht dar vore tu dunde tu . . .
Hans Keiner is gekomen vor geheget ding vnde het gewardet des rechten, dat om Heydenric Berlin gelouet hadde tu dunde; do wart Öm gefunden, queme he nicht dy wile dat ding werde, so hedde he sine penninge tu 5m irsten.
Endgültig lautet die Eintragung dann folgendermassen: tHans Keiner is ge- komen vor geheget ding vnde het gefraget, Heydenric Berlin hedde 6m recht gelouet tu dunde, af he nicht queme, dy wüe dat ding werde, af he sine penninge icht tu om irsten hedde; do wart öm gefunden, queme he nicht, dy wile dat ding werde, so hedde he sine penninge tu 6m irsten/ — Wir haben vielleicht in der ersten, unvollständigen Aufzeichnung einen Theil von derjenigen, welche bei der Einreichung der Klage gemacht wurde. In das Schöffenbnch wurde dann aber nur die letzte, welche das Erkenntnis des Richters enthielt, aufgenommen.
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wareu. Jedenfalls haben wir, wie schon oben gesagt ist, auch nur die Schlussverhandlung von solchen Klagen, welche sich durch mehrere Dinge hindurchzogen. Es ergiebt sich also als Resultat von diesem Allem, dass die Hallischen Schöffenbücher keine unmittelbaren Auf- zeichnungen, sondern Nachschriften und Auszüge enthalten.
Wir können aber auch noch auf andere Weise zu diesem Resul- tate gelangen, wenn auch nur das dritte Schöffenbuch das Material zum Beweise liefert. Hier steht nämlich auf Fol. 75b eine Begabung, welche Busse Rogatz seiner Ehefrau macht; dann folgt der Revers der Frau, welche ihrem Manne Busse Rogatz dasselbe Eigen über- trägt, und sofort darauf kommt nochmal ganz wortgetreu dieselbe Be- gabung des Busse Rogatz an seine Frau. Dieses Versehen des Schreibers hätte unmöglich stattfinden können, wenn derselbe diese Verhandlungen sofort in dem gehegten Dinge niedergeschrieben hätte, da man doch wohl dem Schreiber so viel Aufmerksamkeit zutrauen muss, dass er wusste, was er eben geschrieben hatte. Anders ist es bei einer Abschrift, besonders solcher gegenseitiger Uebertragungen von Eigentum, welche aus dem ursprünglichen Protokoll einfach ab- geschrieben zu werden brauchten, so dass hier nur eine ganz mecha- nische Arbeit zu verrichten war. — Ferner Fol. 113* beginnt eine lange Verhandlung, welche dann mitten im Satz abbricht und durchstrichen ist. Auf Fol. 114b aber kehrt diese Verhandlung voll- ständig wortgetreu wieder und wird hier zu Ende geführt. Dabei ist besonders beachtungswert, dass diese Eintragung von derselben Hand wie die voraufgehenden und folgenden geschrieben ist, im Dialekt aber und in der Orthographie ziemlich bedeutende Abweichungen zeigt, wobei zugleich erwähnt werden mag, dass dialektische Abweichungen in den Eintragungen oft nicht mit einem Wechsel der Handschrift zusammenfallen. Wenn der Schöffenschreiber sofort niederschrieb, was die verhandelnden Parteien vorbrachten, so konnte er diese Verhandlung unmöglich in der Mitte abbrechen und sie erst zwei Seiten später wieder aufnehmen und zu Ende fuhren. Denn gerade diese Ver- handlung war eine ziemlich lange und schwierige. Angenommen selbst, der Schreiber hätte mit dem Protokoll nicht gleich folgen können, so würde er doch gewiss viel eher Raum für das Fehlende gelassen und es nachher ergänzt haben, als dass er 3 Seiten später noch einmal die ganze Verhandlung wiederholte. Und wie kommt hier plötzlich und zwar vereinzelt ein anderer Dialekt, welcher mit hochdeutschen Formen versetzt ist, in die Aufzeichnungen hinein, wo doch die Hand- schrift mit den übrigen Eintragungen übereinstimmt? Der Schreiber
XXVIII Einleitung.
mochte sich immer möglichst genau an die Aussprache der vor Gericht erscheinenden Personen anschliessen, das Schema für die Eintragungen rührte doch immer von ihm her. Aber auch in diesem zeigt sich eine Abweichung, denn während es sonst z. B. heißet: ,Jutte, Hincen Adames husfrowe, quam in geheget ding etc.', beginnt diese Eintragung: ,Jutte, die Hanses Thobiz husfrowe was, had an gehegedeme dinge etc. herstanden etc.' Und merkwürdiger Weise kehrt dieselbe richterliche Entscheidung in ähnlicher Form auf Fol. 115 b zum dritten Male wieder. Der Fall, dass diese Wiederholung der Eintragung auf Einlegung eines Zettels etwa beruhte, ist hier nicht anzunehmen, da auf dem- selben doch unmöglich schon die Entscheidung des Richters verzeichnet stehen konnte. So ist denn keine andere Erklärung möglich, als dass diese Sache an den verschiedenen Tagen, an welchem sie im Dinge zur Verhandlung kam, eingetragen uud darum vom Abschreiber an verschiedenen Stellen wiederholt ist. — Aehnlich ist eine andere Ein- tragung. Auf Fol. 133* steht eine Verhandlung, in welcher durchweg die erste Person angewendet ist. Diese Stelle ist durchstrichen und und erst auf Fol. 134 b kehrt sie wieder mit Anwendung der dritten Person. Was sollte der Schöffenschreiber fiir eine Veranlassung gehabt haben, die Eintragung zu wiederholen, wenn nicht die, dass er sie an falscher Stelle eingetragen hatte? — Weiter kommt noch eine Ein- tragung (III. Schöffenbuch Nr. 668) in Betracht, wo wir offenbar einen Schreibfehler haben, wie er nur einem Abschreiber, welcher in eine falsche Zeile geraten ist, passieren konnte. Es heist da: ,Do wart Frantzen on von deme vünden, dat man waldigen scolde des huses, dat sin eygen is/ etc. Es ist wohl erklärlich, dass beim schnellen Niederschreiben des Protokolls das Wort ^Dore' (Frantzen von deme Dore) ausgelassen wurde, aber nicht, dass das Wörtchen ,on', welches vor .waldigen* stehen muss, an diese falsche Stelle geriet.
Und endlich zeigen noch 2 andere Stellen ganz deutlich, dass die vorliegenden Schöffenbücher nicht die ursprünglichen sind. Zuerst II. 471 und 520. An letzterer Stelle heisst es: .Borchardus Lindowe quam in geheget ding vnde gaf Katherinen, siner eliken werdynnen, kinder deyl an deme eygen in der Merkilstrate, dat Tylen Wormes was vor iaren\ Dieses Eigentum ist doch jedenfalls dasselbe, welches Clawes und Koppe, Fritzen Flemminges sone, dem Tile Worm über- trugen (II. 471). Soll nun in den Jahren, welche jene erste Ein- tragung nennt, nichts weiter vor Gericht verhandelt sein, als was die zwischen beiden liegenden wenigen Eintragungen sagen? Dies ist kaum anzunehmen. — Und nun die letzte Stelle III. 1055. Hier
Einleitung. XXIX
heisst es: ,Disse nabeschreuenen güdere hören tu deme nygen spietale dat dar l^t by sente Nicolawes dore.' Es folgt aber die angedeutete Aufzählung der dem Spital gehörigen Güter nicht, sondern vielmehr werden solche aufgeführt, welche der Stadt von verschiedenen Bürgern übertragen werden. Es ist hier also offenbar eine Lücke, welche aber in der Handschrift nicht angedeutet ist, was jedenfalls auch nur auf Rechnung des Abschreibers zu setzen ist.
Von grosser Bedeutung ist auch der Umstand, dass öfter bei den Eintragungen auf frühere Verhandlungen und deren Eintragung in der Schöffen Buch verwiesen ist, wie z. B. gleich am Anfange des dritten Schöffenbuches: <des thog hie siek vp der schepen buk vnde dar mede is hie vulkomen mit sime rechte/ Man wird indes bei mehreren dieser Verweisungen vergeblich die frühere Eintragung suchen1.
Dem scheint nun freilich der Umstand zu widersprechen, dass wir gerade im dritten Schöffenbuche einige Male die erste Person oder die erste und dritte Person nebeneinander angewendet finden, wie z. B. Fol. 105* und Fol. 116b. Der Schöffenschreiber, welcher im ge- hegten Dinge Protokoll führte, wird die Eintragungen gewiss in dieser Weise gemacht haben, und der Abschreiber folgte ihm hierin ge- wissenhaft (oder gedankenlos!), während er auch bisweilen geändert zu haben scheint, wie das Beispiel auf Fol. 133* und 134 b zeigt. Für diese Ungeschicklichkeit des Abschreibers scheint auch der merkwürdige Umstand zu sprechen, dass im dritten Schöffenbuche über Fol 17 b das Wort ,Amen' steht, also zu Anfang einer Seite. Das Wort war vielleicht vom Schöffenschreiber an den Schluss der Verhandlungen eines Jahres oder auch nur eines Gerichtstages gesetzt, und nun wiederholte es der Abschreiber ganz mechanisch, ohne dass er Anstand nahm, es an den Anfang einer Seite zu setzen.
Diese Gründe werden hoffentlich genügen, um zu beweisen, dass die Hallischen Schöffenbücher keine gleichzeitig mit den Verhandlungen im Gericht gemachten Aufzeichnungen enthalten, gewissermassen keine Originale sind; dass dieser Umstand indes ihrem Werte und ihrer Bedeutung für Rechts- und Stadtgeschichte keinen Eintrag thut, ist schon oben erwähnt, da sie doch im engsten Anschluss an die ursprünglichen Protokolle angelegt werden mussten, um als Rechtsquelle dienen zu können. Dass sie auch nicht eben sehr spät nach den Verhandlungen geschrieben sein können, zeigt die Eigentümlichkeit der Schrift, welche mit den vorkommenden Zeitangaben in vollem Einklänge steht.
» S. z. B. noch IH 589. III. 62: .
XXX Einleitung.
Bei dieser Abschritt (oder dem Auszuge) aus den Gerichtsproto- kollen muss aber auch die Form eine Aenderung erfahren haben. Alle übrigen Schöffenbüchcr, welche wir aus jener Zeit haben, sind mit Ausnahme des Akenschen und der unsrigen in lateinischer Sprache geschrieben. Die Magdeburgischen Schöffenbücher sind leider verloren, so dass wir nicht bestimmt behaupten können, in welcher Sprache sie verfasst waren. Da aber alle jene Städte, die von Magdeburg ihr Recht bekamen, also wohl auch den dort gebräuchlichen Rechtsge- wohnheiten folgten, ihre Schöffenbücher in lateinischer Sprache ab- fassen Hessen, so darf man wohl annehmen, dass auch die Magde- burgischen lateinisch geschrieben waren. Hierzu kann vielleicht auch noch das als Beweis dienen, dass der Verfasser der Schöffenchronik, welcher Schöffenschreiber war, des Lateinischen so weit mächtig war, dass er sich mit Kaiser Karl IV. in dieser Sprache unterhalten konnte l. Sollte nun Halle, welches doch auch von Magdeburg seinen Schöffen- stuhl erhalten hatte und diesem gegenüber als untergeordnet galt, zuerst die Neuerung getroffen haben, die deutsche Sprache bei seinen Proto- kollen zu gebrauchen? Es ist dieses kaum anzunehmen, sondern dieser Brauch wird von oben her, also von Magdeburg aus, einge- führt sein.
Von grösserem Gewicht aber für diese Annahme sind die Reste des Lateinischen in den Hallischen Schöffenbüchern, so gering sie auch sein mögen. Es ist doch gewiss merkwürdig, dass von allen Hand- werkern, die in den Büchern vorkommen, nur der einmal genannte Holzschuhmacher als ,1'actor calopidum' bezeichnet wird. Soll man da nicht zu dem Gedanken gebracht werden, dass der Abschreiber, oder wie man sonst den Schreiber unserer Schöffenbücher bezeichnen will, den Ausdruck nicht verstanden habe und ihn deshalb in latei- nischer Form beibehielt? Warum ferner hat man so oft in diesen nieder- deutsch geschriebenen Büchern lateinische Namensformen gewählt, nicht blos bei Namen, die aus dem Lateinischen herkommen, wie Paulus, Petrus, sondern auch bei rein Deutschen, wie Bernhardus, Hermannus? Die Verhandlungen wurden doch offenbar in deutscher Sprache geführt und die vor Gericht erscheinenden Personen werden sich nicht Petrus, sondern Pieder, nicht Paulus, sondern Pawel, nicht Bernhardus, sondern Bernd, nicht Henricus, sondern Hinze genannt haben. Soll nun der Gerichtschreiber alles andere deutsch, nur die Namen lateinisch ge- geschrieben und höchstens ein «et* oder tdc' ein ^filius' oder , trater ' hinzugefügt haben? Es ist dieses kaum anzunehmen, sondern vielmehr wird es sich so verhalten, dass der Abschreiber jene lateinischen Brocken
Einleitung. XXXI
aus Flüchtigkeit in seine niederdeutsche Bearbeitung mit aufnahm, zumal sie von keiner grossen Wichtigkeit und wohl fast allgemein bekannt waren. Möglich, dass man gerade um dieses lateinischen Textes willen, den nicht ein jeder verstand, eine Umarbeitung vor- nahm, in der nun diese Kürzungen und Umstellungen gemacht wurden, möglich aber auch umgekehrt, dass man, weil eine neue Bearbeitung notwendig erschien, diese nun auch in deutscher Sprache machte. Jedenfalls scheint es mir nach Obigem ausser Zweifel, dass die ur- sprünglichen Hallischcii Schöffenbücher, deren Uebertragung jetzt das erste und zweite Schöffenbuch ausfüllt, ebenfalls lateinisch geschrieben waren, so dass sie Homeyers oben angeführte Behauptung nicht zu erschüttern vermögen.
Dies hätte ich über die Hallischen Schöffenbücher zu sagen und es bleibt nun nur noch übrig, über die Art und Weise der Herausgabe derselben einige Bemerkungen zu machen. Der Text wird in engstem Anschluss an die Jlanuscripte gegeben und nur da werden Aenderungen vorgenommen, wo dieses .mit Sicherheit geschehen konnte und die Aenderungen den Text nicht wesentlich umgestalten. Wenn also bei- spielsweise ein Wörtchen wie „het" oder „de" und ähnliche ausgelassen sind, werden sie in eckigen Klammern zugefügt, und wenn ein solches Wort sich doppelt im Text fand, ist es weggelassen. Grosse Buchstaben sind bei Eigennamen und nach einem Punkte angewendet. Darauf aber beschränken sich alle Aenderungen des Textes. • Ferner habe ich noch mit den vor der Vorrede in den beiden ersten Büchern einge- tragenen Verhandlungen eine Umstellung vorgenommen und zwar die 3 Seiten umfassenden Eintragungen im ersten Buche gleich der Vor- rede folgen lassen, da sie doch mit Sicherheit nicht eingereiht werden konnten, die Eintragungen im zweiten Buche dagegen an das Ende desselben gesetzt, da sie nachweislich in eine viel spätere Zeit gehören. Sie sind ausserdem durch einen Strich von den übrigen Eintragungen getrennt.
Um die Vergleichung des Druckes mit dem Manuscript und das Nachschlagen in diesem zu erleichtern, habe ich auf dem Rande die Blattzahl, auch die Jahreszahlen und Tagesbezeichnungen, um dieselben mehr hervortreten zu lassen, angemerkt, da es wegen des seltenen Vorkommens derselben und der Unmöglichkeit, die Eintragungen nach den Jahren zu ordnen, misslich erscheinen musste, sie als Kopf auf den oberen Rand zu setzen. — Der Wechsel der Handschrift ist nicht besonders bezeichnet worden, da sich nicht immer genau be- stimmen Hess, wo ein solcher eingetreten war, weil mehrere ähnliche
XXXII Einleitung.
Hände sich vorfinden. Ferner wurde diese Unterscheidung der Hand- schrift noch dadurch erschwert, dass Eintragungen von derselben Hand zu verschiedenen Zeiten gemacht waren, wie aus der Färbung der Tinte und dem Ductus in der Schrift deutlich hervorgeht. Trotz- dem es scheinen mag, als ob ein genaues Studium der Bücher in handschriftlicher Beziehung zur Aufklärung des Verhältnisses, ob sie Original sind oder nicht, wesentlich beitragen könnte, so haben sich doch keine Resultate daraus ergeben. Die Handschrift ist wie schon gesagt, gleichzeitig, d. h. im ersten Schöffenbuche die des 13. Jahr- hunderts und so fort. Im dritten und vierten, aber auch schon im zweiten und ersten finden sich grössere Partien, welche von derselben Hand herrühren, während besonders im ersten Schöffenbuche ein öfterer Wechsel sowohl der Hände, als auch der von derselben Hand, aber zu verschiedenen Zeiten gemachten Eintragungen zu be- merken ist.
Die Anmerkungen sind möglichst beschränkt worden, weil bei dem ganzen Charakter dieser Schöffenbücher nicht über die allge- meinen Angaben über Topographie und Hierographie von Halle und Umgegend hinausgegangen werden konnte. Es hätte höchstens noch die Geschichte der einzelnen halleschen Bürgerfamilien verfolgt werden können; da aber diese Studien zu weit abgeführt haben würden und zu sehr hVs Einzelne gingen, auch theilweise durch das Register ersetzt wurden, so habe* ich sie unterlassen. — Unter die Anmerkungen ist zugleich das aufgenommen worden, was über die Abweichungen von der Handschrift zu sagen ist, da diese im Ganzen zu geringfügig und vereinzelt waren und sich meist nur auf Schreibfehler beschränkten, als dass besondere kritische Anmerkungen unter den Text zu setzen nötig erschien. — Sachliche Bemerkungen habe ich um so eher unter- lassen können, als sie vollständig in das juristische Fach gehören und vielfach durch die Einleitung und Homeyers Schrift ersetzt werden. Eine nicht unwesentliche Hülfe wird ferner dem Benutzer das nieder- deutsche Lexikon von Schiller und Lübben gewähren , wodurch zugleich auch ein Glossar überflüssig gemacht wird. Zur Weglassung des Glossars trug auch die Erwägung bei, dass das Bedürfnis eines solchen sich mit jedem neuen Bande von Schöffenbüchern, deren Herausgabe von der historischen Kommission noch in Aussicht genommen ist, herausstellen würde. Es würde sich in diesem Falle viel mehr empfehlen, mehrere Bände dann zusammenzunehmen und für diese gemeinsam ein Glossar zu arbeiten.
Dagegen schien es thunlich, in einer Beilage einige Bemerkungsn
Einleitung. XXXIII
über die Hallischen Bürgernamen, sowie eine Zusammenstellung der Vornamen in ihren verschiedenen Formen zu geben. Wenn über die Familiennamen nicht alles gesagt ist, was sich darüber sagen Hesse, so mag das als Entschuldigung gelten, dass dies über den eigentlichen Zweck der vorliegenden Publikation hinausgeht, die gemachten Be- merkungen auch gewissermassen nur eine Einleitung zu der Zusammen- stellung der Vornamen bilden sollen. Eine solche Zusammenstellung schien besonders darum geboten, weil man bis jetzt vergeblich ein Hülfsmittel zur Aulklärung der oft sehr entstellten Vornamen sucht. Weder Förstemann noch v. Klöden reich en aus, ebenso wenig hilf das niederdeutsche Lexikon von Schiller und Lübben aus. Wenn nun auch die liier gemachte Zusammenstellung nicht vollständig ist und nicht sein kann, so wird sie doch in manchem Falle zur Aus- hülfe dienen kännen.
Ursprünglich war eine zweite Beilage beabsichtigt, welche eine Aufzählung der vorkommenden Handwerke und Gewerbe, und eine dritte, welche die in Urkunden in der Zeit von 1266 — 1400 vor- kommenden Bürgernamen enthalten sollte Von beiden ist schliesslich abgesehen worden. Von der ersten, weil die angeführten Gewerbe nicht zahlreich sind, die grössere Zahl sogar sich nur noch als Personen- namen findet. Die zweite ist aus dem Grunde weggelassen, weil bei dem Mangel eines Urkundenbuches sich eine Vollständigkeit nicht einmal annähernd erreichen liess. Wer sich mit hallischer Geschichte beschäftigt, wird ausserdem Dreyhaupts Chronik nicht entbehren können und dort eine Anzahl der in den Schöffenbüchen vorkommenden Bürger wiederfinden. Sonst giebt es noch 2 Bürgerverzeichnisse in den ältesten Lehnbüchern der Erzbischöfe, welche im hiesigen Staats- archiv sich befinden. Die Herausgabe dieser Lehnbücher wird bereits vorbereitet, so dass ein Abdruck dieser Verzeichnisse an dieser Stelle nicht thunlich erscliien. Eine besondere Zusammenstellung der in den Schöffenbüchern vorkommenden Namen würde aber nur eine Wieder- holung des Registers sein.
Ich habe den vorliegenden Schöffenbüchern zwei Register bei- gegeben, ein Personen- und Orts - Register und ein Sachregister. Herr Dr. Koppmann hat bei der letzen Generalversammlung des Gesammt- vereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine in Hamburg einen Vortrag über die Herausgabe von Stadtbüchern gehalten1 und
1 Das Referat darüber in der Magdeburgischen Zeitung, 1880 No.420 (Abend- ausgabe vom 8. September).
XXXIV Einleitung.
an der Hand von Beispielen gewisse Gesichtspunkte aufgestellt, welche im Grossen und Ganzen gewiss zu billigen sind, im Einzelnen aber nicht überall zutreffen und darum nicht überall Zustimmung finden werden. Besonderes Gewicht legt er auf die Register, welche er in
1. Personenregister:
a. Vor- und Zunamen,
b. Personen nach Ständen;
2. Ortsregister:
a. topographisches Register,
b. geographisches Register;
3. Sachregister
getheilt wünschte. Es ist indes keine Frage, je mehr Register sind, desto mehr wird die Handlichkeit eines Buches erschwert, und gerade bei einem so gleichmässigen , ebenen Text, wie ihn die Schöffenbücher enthalten, ist leichtes Zurechtfinden erwünscht. Darum habe ich die Personen- und Ortsnamen in einem Register zusammengefasst und diesem nur noch ein Sachregister zugefügt. Ein besonderes Orts- register habe ich auch noch aus einem andern Grund, als dem oben angegebenen, nicht in der oben vorgeschlagenen Weise be- sonders ausgezogen. Zunächst sind die topographischen Angaben im Ganzen nur wenige, so dass sie ganz bequem unter tHalle' ge- ordnet werden konnten. Die Ortsnamen sind ebenfalls nicht zahlreich, wenn man von denjenigen absieht, von welchen Personen ihre Namen tragen. Welche Orte sind dieses aber? Wie viele wird man nicht mehr nachweisen, wie viele nur mit grösster Mühe aus Urkunden herausfinden können? Wie leicht kann man einen Namen für einen Ortsnamen ansehen, der gar keinen Ort, d. h. Dorf, Stadt, Weiler u. s. w. bezeichnet hat? Man kann hier alao zu leicht Irrtümer begehen oder sie vielmehr mit dem besten Willen nicht vermeiden, und dann, was schlimmer ist, weitere Irrtümer veranlassen. So kommt z. B. ein Name «Valkenhayn' vor. Das kann ein Dorf, aber auch ein Ilain, ein Wald gewesen sein. Führt man ihn auf unter den Ortsnamen, ohne dass es einen solchen gegeben hat, so können sich zu leicht weitere fehlerhafte Folgerungen daran schliessen. Die Schöffenbücher werden gewiss gerade auch iür die Topographie des Saalkreises, be- sonders auch für den Nachweis der Wüstungen, manches Material liefern, aber das kann derjenige, welcher solche Ortsstudien macht, leicht aus dem Register herausfinden. Für die Personen ist kein be- sonderes, nach Ständen geordnetes Register entworfen worden, weil
Einleitung. XXXV
auch diese Angaben, wie schon oben erwähnt ist, nur im Ganzen wenig sind.
Betreffs des Personenregisters ist noch zu bemerken, dass hier die gleichnamigen Personen derselben Familie nicht immer zu trennen waren, dass ferner die Personen, welche denselben Namen, aber in ver- schiedener Form trugen (Johannes -Hans -Jan, Heinrich -Hinze -Heise, Nieolaus-Klawes- Nickel etc.), nicht immer auseinander gehalten werden konnten, und darum ist im Register meist diejenige Form des Vor- namens gesetzt worden, welche im Texte steht, sodass Heine neben Heinrich, Kune neben Conrad u. a. erscheint, weil viele dieser Formen schon als besondere Namen vorkommen.
Das »Sachregister ist im Verhältnis zu dem Personen- und Orts- register nicht sehr gross. Der Grund hierfür ist die grosse Gleich- artigkeit der Eintragungen und die häufige Wiederkehr derselben Form in Klage und Urtheil, in Uebertragung und Vermächtnis. Zum grössten Theil enthält es juristische Dinge, welche dem Laien wenig geläufig sind, dem Fachmann aber schon aus einigen wenigen Bei- spielen klar werden. Ich habe daher unterlassen, alle Stellen anzu- merken, an welchen oft vorkommende Ausdrücke wiederkehren. Wenn das geschehen wäre, würde das Register unverhältnismässig ange- schwollen sein, ohne doch irgend welchen Gewinn zu bringen nnd die Mühe, welche dies gekostet hätte, nur einigermaassen zu lohnen. Es ist nicht zu viel behauptet, wenn in dem vorliegenden Text das Wort ^medeban' ungefähr 200 Mal, t vormuntschap ' vielleicht doppelt oder dreifach so oft vorkommt, ohne dass doch irgend ein Unterschied in der Anwendung derselben sich gezeigt hätte. Ebenso verhält es sich mit einer Reihe anderer Wörter und Ausdrücke, welche daher im Register nur einige Male aufgeführt sind, weil sie schliesslich auch ohne ein besonderes Register aufgefunden werden können.
Zum Schluss will ich noch auf einige Vorschläge Koppmanns ein- gehen, welchen ich nicht beipflichte und von welchen ich daher bei dieser Ausgabe abgewichen bin. Zunächst die Zahlen anlangend, so will Koppmann nur arabische Ziffern angewendet wissen. Abgesehen davon, dass es dem Gefühl widerspricht, dass in einem alten mittel- alterlichen Werke die moderne Zahlbezeichnung angewendet ist, — ein neuer Flicken auf einem alten Kleid — gewährt die moderne Bezeich- nung nicht einmal einen Vortheil: denn erstens kommen Zahlen im Ganzen nicht häufig vor, zweitens sind es meist kleine, leicht über- sichtliche Zahlen und drittens wird jeder, welcher mittelalterliche Quellen benutzt, römische Zahlen leicht übersehen können. Ungewöhn-
XXXVI Einleitung.
Ich hierbei ist nur die im Mittelalter gebräuchliche Bezeichnung des halben Ganzen durch Durchstreichung der Zahl. Da für diese Zeichen in den Druckereien keine Typen vorhanden sind, so ist nur tür diese der Bruchtheil mit arabischen Ziffern gegeben. Auch die Anwendung der jetzigen Maass- und Gewichtsbezeichnungen anstatt der alten würde ich, wenn sie bei den Hallischen! Schöffenbüchern vorkämen, nicht angenommen haben.
Auch für die Aenderung des handschriftlichen Textes in der Weise, dass die Buchstaben i, j, u, v nach unserm jetzigen Gebrauche ge- schrieben werden sollen, habe ich mich nicht entscheiden können. Bei einem auch sonst von unserm jetzigen Sprachgebrauche so sehr ab- weichenden Text kann es nicht darauf ankommen, dass darin die genannten Buchstaben in ihrer abdeichenden Weisse gebraucht werden. Man könnte diese Forderung ja auch auf andere Buchstaben ausdehnen. Auch macht es wirklich keine Schwierigkeit, sich in den Text hinein- zulesen. Andrerseits wird es Manchem gerade erwünscht sein, eine genaue Wiedergabe des Textes zu haben, da es für das Sprachstudium notwendig ist. — Bei Namen und am Anfange sind grosse Buchstaben angewendet, die Interpunktion hinzugefugt und die Eintragungen nummeriert.
Ich schliesse diese Vorbemerkungen mit dem verbindlichsten Danke für die Männer, welche dieser meiner Arbeit ihr Interesse zugewendet und mich mit Rat und That unterstützt haben, so die Herrn Geh. Archiv- rat G. A. v. Mülverstedt und Archivar Dr. Geisheim in Magde- burg, Prof. Dr. Dümmler, Prof. Dr. Opel, Prof. Dr. Schum, und Ober- bibliothekar Prof. Dr. Hartwig in Halle, und Archivrat Dr. Jacobs in Wernigerode.
Magdeburg, den 8. Januar 1882.
G. Hertel.
ERSTES SCHÖFFENBUCH.
T
rn denie iare von goddos gebort ouerdwsent iar vnde twei hun- Fol. a* dert iar vnde «es vnde sestich iar in dere kaienden Januario in sante A^neten dage2 bi des byskop Ruprechtes tiden von 1266.hm.21. Megebfirch s vnde bi des borchgreuen tiden heren Borchardea von Mege- bflreh4 vnde bi des ivngen scultheten tiden heren Janes von Halle, do worden vnse herren de seepenen von Halle des tu rade mit der borgere wilkore, dat se bescriven leten alle de gave, de uor gerichte vnde vor den seepenen gegeven wvrde, der stat gemene armen vnde den riken tfl eren vnde tfl . vromen vnde tfl not. Do disse scrift ut- geleget wart, an dere rede waren do disse seepenen bi namen, de ene was her Brun vt der galehstrate, de andere her Conrat, heren Eyken sone, dar na her Werner Overrike, vnde her Friderich de Rode, her Heideke von Aschersleve, her Siveke vt deme hove, her Nycolaus von Northusen, her Merkelin, heren Margwardes sone, her Jordan de Cruse, her Ekkehart bi sanete Jacobe, her Lenung5.
1 Dieses Stück gedruckt bei Dreyhaupt, Beschreibung des Saal-Creyses II. 478.
2 Die ganz eigentümliche Zeitbestimmung kann nur dann einen Sinn geben, wenn man unter „in dere kaienden Januario" versteht ,.im Monat Januar." Denn es ist wohl nicht anzunehmen, dass die Schoppen am Neujahrstage (Kai. Jan.) zu einer amtlichen Verhandlung zusammengetreten sind, weil dieser Tag ein hoher Festtag war. Damit verliert die Angabe aber sogleich ihren eigentlichen Sinn: „am 1. Januar44, besonders da noch eine genauere Tagesbezeichnung dabeisteht.
* Ruprecht, geb. Graf v. Mansfeld, Erzbischof seit 1260, starb 1266, Der. )9.
4 Burchard IX. aus dem Hause Querfurt, Burggraf von 1247 — 1268. Näheres über ihn in Magdeb. Gesch. -BU. VI. 58ff. 97 ff. •
5 Diese Vorbemerkung findet sich fast wörtlich auch im zweiten Schöffenbuche. Da<8 sie gleich bei der Anlage des Buches gemacht ist, ergiebt sich wohl daraus, dass die ersten Verhandlungen, welche in beiden Büchern darauf folgen, von der- selben Hand geschrieben sind. Wann aber die davorstehenden Verlassungen nieder- geschrieben sind, lasst sich nicht genau bestimmen. Beim ersten Schöffenbuche sind 3 Seiten vorher beschrieben, von denen die erste teils verwischt, teils durch- strichen ist, so dass manches undeutlich ist. Die auf diesen drei ersten Seiten vor- kommenden Personen erscheinen bis ungefähr 1286: so kommt der darin oft erwähnte Werner Overrike nur noch im Anninge des Folgenden vor, so dass dies schon zwingt, diese Verhandlungen möglichst nahe an 1266 heranzurücken. Vor der Zeit- bestimmung 1313 erscheinen die Kinder Jans von Luttekendorp vor Gericht und verfugen über ihren Besitz, so dass man wohl auch annehmen darf, dass der Vater Jan schon todt war.
i*«»i i a 1 . "^Tycolaus de ysernmengere l is comen in geheget ding von (!)
r\ den richtere2 vnde vor de seepenen vnde vertegen also gedanev wardunge, alse ime begauet wart an deme roden- berge vppe heren Bertrammes gnade Barates3.
2. Ludeke, heren Ludolfes4 sone, de is comen in geheget ding vnde her Busse Eyke vnde hebben begauet her Ludeke sinen hof, her Busse Eyke sinen hindersten hof vor twier marke mindene seventich; gift mer dat siluer twischen hir vnde mitvasten mit orkunde twier schepe- nen, so solen de hove beide ledieh sin; were aver dath her Busse Eyke sinen vordelten hof nicht ne lost twischen hir vnde mitvasten vor twier marke mindenne seventich, so ist he verloren, so sal heren Ludeken hof vnde hern Bussen hinderste hof stan vor hundert mark von liechmissen
Febr. 2. over en ;ar#
3. De sculthete vnde hern Werneken Overriken husvrowe vnde Bertram Barat de sin comen in geheget ding vnde hebben gegeven den hof, de herre Werneres was, Hincen vt der galgstrate5 vor ses
Ausriß mark; gift aver heren Werneres husvrowe dre mark des nasten dages tu wortemissen, so heuet se ire lifgetiueht dar an; wetenliken twen schepenen so sali Bertram Barat geven dre mark in der vor dag6 . . alle, iarmarkede7 vnde Hince sal Bertramme geven den hof hof tii
1 Ysemmenger = Eisenkrämer; so noch H&ringmenger, Essigmcnger n. s. w.
2 richter = SchuHheiss.
n Die Barathe sind eine der grössten Familien von Halle, trotzdem werden sie weder bei Dreyhaupt, noch bei v. Hagen genannt.
4 Ludolf, Lndolfs Sohn, ist 1258 (Ludewig, Reliqniac Manuscr. V. 58) mit unter den Rathsherm (consules) und nachher werden seine Söhne noch oft genannt. Diese Familie ist eine von denjenigen, welche bis zum Ende des 14. Jahrh. keinen bestimmten Namen haben, sondern nur der Name des Vaters wird hinzugesetzt. Es lässt sich hier nicht der sonst häufige Fall festsetzen, dass der Einzelname (Vorname) Fami- lienname geworden ist.
5 Jetzt Leipzigerstrasse.
6 Lücke.
7 alle iarmarkede — In Halle wurden im Mittelalter zwei Jahrmärkte gehalten, einer am Neujahrstage, der andere auf Mariae Geburt (8. Sept.); jeder dauerte
Die Hallischen Schöffen bücher. I. Buch. 5
rechter gift, ne gift de vrowe drier marke nicht, so sal se Bertram alle sesse geven.
4. Her Bertram Barat is gecomen in geheget dinc vnde heue be- Fol ib gauet heren Wernere den hof, dar he in is, to sime liue; werden ime elike kindere, an die scal he eruen; werden ime negeine elike kindere,
so scal de hof weder sin sin vnde siner kindere, sin husvrowe heren Werneres scal ne hebben to irme liue.
5. Her Werner is gecomen in geheget dinc vnde heuet gegeuen heren Bertram dre verdinge1 geldes ame rodenberge2; geuet he ime
vif marc vorme tueleften mid orkunde des richteres vnde tuier schepene, J*»- «• so sint sie ledich.
6. Her Werner de Ouerrike is gekomen in geheget dinc vnde heuet begauet den fbdenberch Bertram Baraht, also bescedeleke, dat harn Werneres hvsvrowe ere lifgedinge dar ane haue.
7. Bertram Barat is ghekomen in geheget ding vnde hevet begauet den rodenberch siner hvsvrowen to eime dursalen eigene, die vrowe dar vppe sit, die scal ire liftucht darane hebben, an einen vierdung geldes; hie wil Beck auer dar bi borgen, die wile dat hie leuet.
8. Sander von der Säle3 clagede, dat durch den hof, die harn Poderuzes was, scolde en wech gan; dat behelt Heine Tobias mit noth rechte, dat dar nechen wech scal durch gan.
9. Heren Hincen kindere des linewetmengers vnde sin wif de sin t\>i. 2» comen in geheget ding vnde hebben gegeven Johanne von Lutteken- dorp vnde siner husvrowen den hof, bi heren Tylen Kozzen leget; of
ir en stirft, dat de andere dar mede da, swat so he wille.
10. Her Lodewich von den alden markede de is comen in geheget ding vnde hevet gegeven den hof, de bi heren Alexandere von Kotene4 leget, tv rechten erve tinse des iares vm ene mark Heinen von Isleve
8 Tage. — Aus der Summe in obigem Vertrage ergiebt sich auch die Zahl von zwei Jahrmärkten, was aber das ver dag* heissen soll, weiss ich nicht zu deuten, noch so zu ergänzen, dass es einen Sinn gäbe. An die Quatember (vierdage) ist doch kaum zu denken, da die Jahrmärkte mit den Quatembern nicht zusammen- fallen und überhaupt nur von zwei Zahlungsterminen die Rede ist. — Die Jahr- märkte wurden auch sonst als Zahlungstermine gebraucht: s. unten.
1 Ein Vierding, ferto (abgek. fert.) = 1 Schock 2 alte Groschen, lieber die Münzen in Halle und ihre Werthe s. Dreyhaupt EL 429 — 432.
2 Der Rodenberg lag, wenn man die Stelle auf S. 9 so versteht, gegenüber der Nicolaus -Capelle; ist es etwa der von Dreyhaupt erwähnte Reddenberg?
3 Ein Heidenricus de Sala im Diplom d. d. 1225, März 4 bei Dreyhaupt II. 865.
4 Ueber das Geschlecht derer von Köthen s. Dreyhaupt II. Anh. 78.
6 treschichtsquollen der Provinz Sachsen.
vnde sime wiue vnde »inen kinderen tu geliker wis, den hevet Herman von Konene up gelaten na rechte.
1 1 . Vor Gertrut von Waldale de is coraen in geheget ding vor den richtere vnde vor de schepenen vnde gaf mit erven gelove irer dochter an deme hove, bi sancte Nycolause leget, dritticx mark; siv wil aver dar inne sin, al de wile dat siv levet.
12. Har Vrederich de Rode1 quam in geheget ding vnde begauede sime wiue vnde sinen kinderen, swat he nv heuet vnde imber mer ge- wint; die wile he leuet, so wil he is selue herre sin tv done vnde tv • latene, des is Vormunde her Merclin2.
Fol.»» 13. ConzeCotze3 de is comen in geheget ding vnde hevet gegeven
sime wive vnde sime kinde alle sin gut, dat he nv hebbe an varender have vnde immer mer gewinnt, so hevet siv ime weder gegeven al ir gut, beide an kopscatte vnde an der rade, uf ir tu kürt wirt, wnde iren kinderen.
14. Johannes von deme rodenberge der is comen in geheget ding vnde sin suster vnde sin brdder, de pape, vor den richtere vnde vor de scepenen vnde hebben ime gegeven en hus vnde cnen hof uppe deme rodenberge.
15. Wedege de vleschower vnde sin sone de sin komcn in gehegot ding vnde hebben gegeven Godeken Naselosen vnde sime wiue vnde sinen kinderen enen word iegen hern (xyselere.
16. Heren Har Hardung4 vnde sin sone Vritze de sin komen in geheget ding uor den richtere vnde vor de scepenen vnde hevet ver- tegen sines vader eruc also beschedeliken, of he sie an dobelspeie5 oder an anderm vnrechte6 vnde of men dat getivgen möge mit des knechtes7 vrunden, so sal he gescheden sin von sines vader erve.
1 Henricus Rufus erscheint iu der Urkunde Erzbischofc Wichmanns von 1172 bei Dreyhaupt 1J. 864. Es ist dies das älteste Beispiel eines Doppelnamens hallischer Bürger, da Rufus doch gewiss der später so oft hervortretenden Familie der Rode (Rothe) zuzurechnen ist.
2 Merclin (Merkelin) ist lange der einzige Name für die Mitglieder dieser Fa- milie und erst später treten Vornamen hinzu.
3 Ueber die Familie Kotze s. v. Mülverstedt, Urkunden -Regesten der Herren von Kotze, Magdeburg 1866.
4 So das Ms.
6 Würfelspiel, Hasardspiel. S. darüber das Weitere* bei Schiller und Lübben, s. v. dobbeln, dobelsptt etc.
6 Hier fehlt offenbar etwas, etwa 4 vorginge' oder ein ähnliches Wort.
7 Nach Dreyhaupt U, 467 ist der .Knecht' der ^Sachwalter, advocatus*.
Die Hallischen Schöffenbücher. I. BucTi. 7
17. Heren Guncelines wif vnde ire kinderen de sin comen in ge- heget ding vnde hebben gegeven Bussen dem Riken1 ir egen.
18. Her Hinrich vnde Bartolt von Dvsne, twene brfdere, de sin Fo». 3* comen in geheget ding vor den richtere vnde vor de schepenen vnde hebben gegeven iren wiuen, beide ir iewelc twintich mark an sime irme redesten g^de na irme dode vnde an irme besten, swat aver dar
in boven is, dat sal ir kindere sin, beide der ersten vnde der lesten gelike dele, de se nv hebben, vnde immer mer gewinnen.
19. Her Volcinar Questenberch de is comen in geheget ding vor den richtere vnde vor de schepenen vnde hevet gegeven sinen hof hern Heinemanne, des herenmengeres2 sone, mit erven gelove; so hebet he ine vord gegeven sime wiue vnde sinen kindern, dat se dar mede dün vnde laten nieten na sime dode, swat so se willen; al de wile dat he levet, «o sal he dar mede dün, swat so he wil; vnde dar tu so hevet he ire gegeven na sime dode al, dat he nv hevet vnde immer mer gewint; over disse gave sin tf Vormunden gecoren de sculthete Alexander * vnde Kone Baldewin vnde her Volcmar Questenberch vnde her Öymon Sterekin.
20. Cone Rossekop vnde sin brfider Tyle de sin comen in geheget ding vnde hebben gegeven twei del irs egenes mit erven gelove vrowen Berchten vnde iren (!) suster von Naptowe, also beschedelin, swenne se vif march geven, so is dat egen ledich mit orkunde der schepenen, he mach sich aver wol dar bi borgen. Swat von dem tinse vt gat, dat sal raen an dem gebv beteren oder in wedergeven, also gedan gut, alse der vrowen an ir stfirven is von ihren brudere, de vorderunge de sal ire half sin unde der vrowen half, of se dat irvorderen mögen.
21. Her Gyselere de is komen in geheget ding vor den richtere vnde vor de scepenen vnde hevet gegeven sineme wiue an sime hove, de Foi.4» heren Walteres was vor deme stendore, na sime dode sestich marc; al
de wile dat he levet, so wil he dar mede dün, swat so he wil4. Darna so hevet he gegeven den kindern, de he bi dere vrowen hevet, allet dat hevet nu vnde immer mer gewint, na sime live; sin dochter, de he bi sime ersten wiue hadde, de hevet vertegen.
1 Ueber die Familie t Reiche* s. Dreyhaupt II, Anh. 121. Darnach soll dieselbe ausser in Halle auch in Leipzig geblüht haben.
2 Hernmenger = heringsmenger = Häringshändler.
3 Der Schultheis* Alexander kommt nach 1275 und kurz vor der Zeitangabc 1286 vor; er muss auch jetzt schon an Janes Stelle getreten sein» denn wenn Alexan- der etwa der frohere Schultheis« wäre, so würde er nicht an allen drei Stellen kurz ,de sculthete' genannt sein.
4 Durchstrichen im Ms.
8 Geschichtsquellen der Provinz Sachsen.
22. Her Conrat von Stesforde de is körnen in geheget ding vor den richtere vnde vor de scepenen vnde hevet gegeven sinen hof, den he kofte iegen heren Alexander von der Lake, sinen sonen; al de wile dat he levet, so wil he darmede dvn, swat so he wil K
23. Den hof, den heren Gyseleres brüder kindere iegen ine koftcn, den let he in also bescedenliken, of se an eruen stürven, dat he weder up ine vallen solde vnde uppe sine kindere.
Fol. ** 24. Her Werneke de Ouerrike de is comen in geheget ding vor den richtere vnde vor de scepenen vnde hevet gegeven Nycolaus deine yserenmengere vnde sime wiue vnde sinen kindern den hof, de in der smersnidere strate 2 leget twischen heren Marcwardes egene vnde heren Conrades egene von Stasforde, tfi heren Werneres live, dar sal Nyco- latts ene marc ave geven tu deme iare.
25. Her Hardung unde her Gyselere vnde her Bartolt de sin ge- comen in geheget ding vnde hebben vertegen allerhande vorderunge manlic uppe den anderen.
26. Her Beinart de scoworchte de is comen in geheget ding vor den richtere vnde vor de scepenen vnde hevet gegeven dat egen, dat vppe deme berline leget, dat heren Wedegen kindere was, sinen kin- deren na sime live vnde sineme wiue tfi irme live; al de wile dat aver he levet, so wil he darmede dvn, swat so he wil.
Fol. 5» 27. Her Livdeke voren steinborge sone de is comen in geheget ding vor den richtere vnde uor den schepenen vnde heuet gegeven sin egen heren ätarkolues sime wiue vnde sinen kinderen na sime dode; al de wile dat aver leuet, so wil he dar mede dftn vnde laten, swat so he wil.
28. Bartolt von Seapstede3 de is comen in geheget ding vnde hevet gegeven sime wiue vnde sinen kinderen den hof, de heren Ludeken Fapeken was, na sime dode; al de wile dat he levet, so wil he dar mede dfln vnde laten, swat so he wil.
21). Her Goceke de is comen in geheget ding vnde heuet gegeven sineme wiue den hof iegen sante Paule4, na sime dode; gift men aver der vrowen sestich mark binnen der iartale, so ertt de hof uppe sine
1 Durchstrichen im Ms.
2 Smersnidere strate doch wohl die sonst t$meerstrate' benannte Strasse.
3 Ueber die Familie von Sckafetadt s. Dreyhaupt II, Anh. 142.
4 Das Kloster Sancti Pauli zum heiligen Kreuz gehörte den Dominicanern oder Prediger- Mönchen. Die Zeit der Gründung desselben setzt der Pirnaer Mönch (Mencken, Scriptores II, 1566) in das Jahr 1271, wodurch wir eine Zeitbestimmung rar uns erhielten. Das Chron. montis ser. S. 171 (ed. Eckste'n) bemerkt zwar schon zum
Die Hallischen Schöffenbücher. I. Buch. 0
kindere, vnde ne gift men de» silueres binnen der iartale nicht, so mach div vrowe mit deme hove dfin, swat so wil.
30. Her Bruning de is comen in geheget ding vnde heuet gegeven alle den kinderen, de he nv hevet, den hof in der galchstrate na sime dode1, vnde den kinderen, de he immer mer gewint, vnde sime wiue tn geliker wis, al de wiie dat siv sie mit iren kinderen wol handelet
31. Her Oonrat von Mersebärch de is comen in geheget ding vor Fol. s«» den richtere vnde vor de schepenen vnde hevet gekoft heren Bussen
hof des Rikcn vnde sines bräderes, de heiTen Zorben was, dene heuet he uord gegeven vnder banne sinen kinderen.
32. Her Meinart, heren2 Olrikes swager des goltsmedes, de is comen in geheget ding vnde heuet gegeven sineme wiue sinen hof half bi sante Nycolause s tu eneme dursal egene.
33. Her Meinart de is comen in geheget ding vnde hevet gegeven ander sin gfit, dat he nu hevet vnde immer mer gewint, sime wiue vnde sine kinderen na sime dode.
34. Werner von Kotene vnde sin brüder Tile de sin comen in ge- heget ding vnde hebben gegeven den hof, de bi sanete Nycolause leget, half Tylen wiue, heren Johannes dochter von dem alden markede hern Rodolves sone, tu rechter gift; na irs mannes dode dar mach siv mede dfln vnde laten, swat so siv wil, dar hevet siv tu Vormunden over ge- koren iren vater heren Johanne.
35. Her Hinrich Scepman de is comen in geheget ding vnde heuet gegeven sin egen iegen deme von Hedersleve sinen dochteren l| twen, Foi.6» Johanes wiue, vnde irer suster voren Heilewige tu rechter gift; heren Johannes huswrowe de quam in heget ding vnde gaf iren del heren Johane, iren werde, tu rechter gift. — Do quam ver Heilewich in ge- heget ding vnde gaf iren del der suster an dem egene irme swagere Johane tu rechter gift
36. Her Johanes, heren Rodolues sone, de quam in geheget ding
Jahr 1224: Duo novae eonversationis ordines in provincia et praeeipue in ipsa civi- tate Magdeburg haben coeperunt. — Das Kloster lag zwischen der neuen Mühle und der Domkirche an der Saale. S. Dreyhaupt I, S. 780 ff; v. Mülverstedt, in den Magdeb. Gesch. -BI. II, S. 458 fL
1 Durchstrichen im Ms.
a Im Ms. steht : Meinart dheren etc.
3 Die Nicolai -Capelle lag zwischen der grossen und kleinen Klausstrasse. Sie ist eine der ältesten Capellen der Stadt, die Zeit ihrer Gründung ist unbekannt, doch schon 1121 wird sie \on Erzbischof Bokker dem neugegründeten Kloster Neu- werk incorporiert. S Dreyhaupt I, 987 ff.; v. Mülverstedt, a. a 0. S.478.
10 Geschieh t&quellen der Provinz Sachsen.
vnde hevet gegeven sime wive vnde sinen kindere, de he nv hevet vnde immer mer gewint, sin erve vnde sin egen vnde sine varende haue na sime dode tft rechter gift; sin wif sal nenien von gnde gelic eme kinde.
37. Tile von Kotene vnde sine brüdere de quamen in heget ding, de hadden up ene vormunt gesproken uppe heren Johanes kint; de gauen se heren Johane vnde Brvne vnde sinen brüdere, heren Rodolves kinderen.
38. Her Godefiid Krek de is comen in geheget ding vnde heuet gegeven sime wiue vnde sinen. kinden, de he nv hevet vnde immer mer gewint, dat vorewerk vnde den bomgarden vor deme galgdore vnde den hof, an deme galchdore leget, na siner mvder dode, wände siv hevet dar en lifgetiveht an; dar tu hevet he in gegeven als sin erve, swat het (!) hevet, vnde dar tv sin egen an teltsteden1 vnde al sin varende gflt, swat he nv hevet vnde immer mer gewint, tu rechter gift,
Fol. 6»> dar mögen se mede dvn vnde laten, swat so se willen. || Over disse gave, de he gedan hevet, dar is Vormunde over Alexander Prüve2, Hincen brftder.
39. Oheideke (! ?) starf vor deme stendore, do was so gedan gebiv, alse uppe deme höve stänt, de sin was, unde sin erue dat gevel uppe sine suster, heren Scuzis wif, vnde uppe sine brüdere beide; des ver- minnede sie des sin wif mit in vnde gaf in tein mark vnde quam de vrowe do mit heren Volcmare in geheget ding vnde bekande des, dar de se sie verminnet mit in, vnde sete in deme güde von irer werscap, aide wile dat se leuede, vnde swenne ire nicht lenger ne si, so sal dat gut ire sin.
40. Heren Hinrikes sone von Quedelingeborch de quamen in ge- heget ding vnde gauen heren Heidenrike Trawarde dat egen, dat lid bi deme egene allir nast, heren Godescalkes des goltsmedes was.
41. Her Rodenger von Ötudinne de is comen in geheget ding vnde heuet gegeven sime wiue vnde sinen kinderen dat egen, dat he gekoft hevet, dat heren Hartunges des korsnewerkere was, bi de Kaien hove leget; dat heuet he gegeuen sime wive, sinen kinderen, de he nv hevet vnde immer mer gewint, al de wile dat aver he levet, so wil he dar
1 Was sind tteltsteden ? Unter ,telt' wird auch die Bude eines Kramers ver- standen; sind es darnach Plätze, auf welche dergleichen Buden gebaut wurden?
2 Dreyhaupt hat einige Male %Prune\ aber offenbar falsch, und daraufhin hat Lambert, das hallische Patriciat 87 und 61 eine Familie Prune = Brune, Braune gemacht Es giebt auch diese, aber sie wird immer tBnuT geschrieben (aus Bruno — Brunoswarte), hat aber mit den Pruuen nichts zu thun; diese aber bildeten eine sehr grosse und mächtige Patricierfamilie.
Die Haitischen Schöflenbüoher. I. Buch. 11
mede dün vnde laten, swat ho he wil, vnde darbi borgen ; vnde iß aver dat sin tu kürt wirt, na sime dode, so sal sin wif gelike dele neraen eneme kinde.
42. Her Tile von der Porte1 de is comen in geheget ding vnde *'»»»•** hevet gekoft den hof half, de heren Rogesen was, iegen heren Ruschen- berge 2 vnde sine kindere rechte vnde redelike ; den haluen hof heue he gegeven sinen kinderen mit samender hant, swelc ir stirft, dat it de» anderen si ; over disse gaue dar is Vormunde over her Heidenrich Tra- wart vude her Herman von Zorbeke.
43. Hince von Hedersleve3 de is comen in geheget ding vor den richtere vnde vor de scepenen vnde hevet gegeven den hof, dar he inne sit, sime wiue vnde sinen kinderen na irme dode vnde ire tt irme live; al de wile dat he levet, so wil he sie dar bi borgen vnde mede dun vnde laten, swat so he wil; do quam Bruning, sin brfider, in geheget ding vnde vertech also gedaner ansprake, alse he dar ane hadde, dar gaf he orkunde vp.
44. Her Conrat von Stesforde4 de is comen in geheget ding vnde gaf sime sone den hof, de in der smerstrate leget, de heren Alexanders was von der Lake, mit erven gelove; dene hevet he beseten iar vnde dach ane iemannes wederrede. Nv is he comen in geheget ding vnde hevet den hof gegeven sime wive in en dursal, dat -se dar mede dün vnde laten mach, swat so he wil; over disse gave is Vormunde her Brun vnde sin brfider; al de wile dat aver he levet, so wil he sie dar bi borgen.
45. Tile von Porten de is comen in geheget ding vnde hevet ge- Fol. 7b geven sime kinde0 den hof half, de des uon Rogese was; kumt dat
kint tri sinen iaren, dat it wif uint vnde kinderebure gewint, it erf den del des hoves uppe sine kindere; wil aver dat kint sime wiue en lifge- dinge daran geven, dat mach it wol dun. Stirfft aver dat kint an
1 Tile von der Porte — noch zweimal kommt dieser Name später vor, darunter einmal Bosse Porte. Ob dies Glieder der grossen und reichen Familie derer von demThore (deValva, deValvis) sind, ist sehr zweifelhaft. Ein Thile von demThore kommt überhaupt bis zum Ende des 14. Jahrhunderts nicht vor, Busse erst später.
2 Ruschenberg, (Rauschenberg), soll nach Dreyhaupt II, Anh. 121 eine aus den Rheinlanden stammende Familie sein, aus der Bischof Conrad von Hildesheim (1245) stammte.
3 Die Hedersleben blühten besonders im 14. und 15. Jahrhundert. S. Drey- haupt II, Anh. 60 ff. Dort auch ihr Siegel
* S. S. 8.
5 Oben war von mehreren Kindern die Rede.
12 Geschichtsquellen der Provinz Sachsen.
erven, it erft den del des hoves vppe dat goddeshus tv" Helpede1, dat it 2 de provest nicht nemach verkopen oder de convent ane der borgere gelof noch an en andere gewalt vnde anders neman , wan enen vnsen borgere. Over de gave is t# vormvnden gegeven her Trawart vnde her Merebode vnde Herraan von Zorbeke.
46. Her Sivert de vleshowere de quam in gelieget ding vor den richtere vnde vor de seepenen, dar quam her Bertram de Rike vnde sine brvdere vnde gaven ime dat egen, dar her Sivert noch inne sit; dat gaf he vord sime wiue vnde sinen kinderen ane iemannes we- derrede.
47. Her Hennin vonKotene de quam in hegeget3 (!) ding vnde gaf heren Si verde den vleshowere dat egen, dat Vrizzen Blasaues was, rechte vnde redelike.
4& Her Vriderik Alder de is comen in geheget ding vor den rich- tere vnde vor de schepenen vnde hevet gegeven den hof sime wiue vnde sinen kinderen4, [vnde] bi sante Jacobe6 leget; al de wile dat aver he levet, so wil he dar mede dvn vnde laten, swat so he wil. Stirft aver he vnde wil sin wif enen anderen man nemen, so sal dat gut siner kindere sin vnde der vrowen nicht, wil aver de vrowe mit den kinderen besitten, so hevet siv del daran. He hevet oc gekoft enen scernen6 iegen heren Konen heren Bälde wine, den hevet he ge- geven sime wive vnde sinen kinderen na sime dode vor gerichte.
49. Heren Dyderikes wif des ledersnideres vnde sin kint de sin comen in geheget ding vnde hebben gegeven Jane dem koke vnde sime wiue iegen sanete Nycolaewese vnde sinen kinden dat egen vppe deine rodenberge, dat heren Godescalkes was des goltsmedes. Fol. 8* 50. Her Conradus Haverbuc vnde sin dochter de sin gecomen in
geheget dinc vnde heben gegeven den hof, de heren Rossecoppes was,
1 Nonnenkloster bei Mansfeld, gegründet von Grat' Burchanl von Mansteld und »einer (Gemahlin Elisabeth. S. v. Mülverstedt, Zeitschrift des Harzvereins I, S. 31 ff.
2 Uebergeschrieben sind die Worte: it — nemach — oder de convent — noch.
3 Auf 4 kinderen * folgen im Ms. die Worte: tde des vonUrnhusen was', wodurch erst das folgende tvnde' verstandlich wird.
4 Die St. Jacobs -Kapelle war gegründet 1117 vom Burggrafen von Magdeburg Wiprechtll. von (iroitzsch und wurde 1118 dem gleichfalls vonWiprecht gestifteten Kloster Pegau vom Erzbischof Adelgot von Magdeburg incorporiert. Sie lag auf dem Sandberge, wo später der Stadtpfeifer wohnte (Musikanten thurm). S. Droy- haupt I, 933—937, v. Mülverstedt, a. a. 0. 474.
5 Die Scharren befanden sich auf dem Markte. S. Dreyhaupt 1, 8.677 Not 14.
Die Hallischen Schöffen bücher. I. Buch. 18
Petrus Stroteken1 vnde Henninge, sime broter, vnde iren wiven vnde iren kinden.
51. Her Bertolt Wolf vnde sine kindere de sin comen in geheget dinc vnde heben begauet sinen hof her Petro Trosteken vnde Henninge, sime brotere.
52. Her Hence Marolf vnde sin husvrowe de sin geeomen in ge- heget dinc vnde heben vndergiftiget ir god, se wellie ir des andern dod leuet, dat dad des andern sin; dar ouer heuet se hern Mercline, Hey- sen von Ophusen vn Bossen von Hebbendorpe to Vormunden.
58. Her Oonrat Segebant de quam in geheget ding vor den rieh- Fol.««» tere vnde vor de schepenen vnde gaf dat egen, dat iegen heren Kuschen- berge leget bi heren Bussen Segebande, heren Borcharde deme Riken vnde heren Ratmare vnde heren Hincen Prüven mit erven geloue an iemannes ansprake; dat gaven se vord tft deme seluen male in gehe- deme (!) dinge heren Tylen von me Stige vnde al sinen brüderen2 mit erven golove (!) vnde geloveden ine des tu gewerende an allerhande ansprake iar vnde dach. Dit geschach dre weken na pinkesten des midweken.
54. Günther de is comen in geheget ding vnde hevet gegeven dat egen, dat bi heren Jane Stumpele leget, dat he gekoft hevet mit sinen penningen, Tylen von Lobeniz rechte vnde redeliken ane iemannes wedersprake.
55. Her Jordan de Bleke de is comen in geheget ding vnde hevet gegeven sinen hof heren Boydine8 vnde heren Henninge, heren Lvdolves sone, vor vif vnde vertich mark tu dren iaren von sanete Walburge Mau. dage; ne lost he den hof nicht binnen dren iaren, so solen twene sine vrvnt den hof verkopen; swat so dar over wirt, dat solen se ime weder keren; dar is tf gecoren her Jordan de Cruse vnde sin brfider Albrecht; is dat her Boyden stirft vnde her Hennin binnen dren iaren,
st> erft de hof uppe heren Jordane weder.
56. Herman Drosan de is comen in geheget ding vnde hevet ge- geven sinen hof half Bertramme Evcken, de hevet ine vord gegeven sinen wiue, also dat he sie dar bi borgen wil, of hes bedarf; stirf he
1 Stroteken per metathesin = Trosteken = Trost Die Tröste sind in dieser Zeit eine ziemlich grosse Familie. — Diese und die folgende Aufzeichnung sind im Mh. durchstrichen.
a S. unten; es sind 6 Brüder vom Stiege.
3 Die Boydine (Boyden) sind jedenfalls dieselben wie die Haldewin. eine der reichsten und mächtigsten hallischen Familien des Mittelalters.
14 Geschichtsquellen der Provinz Sachsen.
an erven, so mach siv dar mede dün vnde laten, swat siv wil; wint aver siv erven bi ime, so sal siv dar mede besitten tfl irme live vnde erft na irme dode uppe sinen erven. Fol. 9* 57. Dye brüder vamme Stiche sint gekome in geheget dinc vnde
heben geven Thilen vnde Johannes * den hof, dar er vader inne sat; de seluen hof liefet Thile half begavet sime wive zo erme live. Der selver brüdere vire hebet begavet den hof, die her Conradus Sebandes was, Heyne vnde Vrizzen. Svelc der ses brftder storvet an erve, sin erve solden die anderen gelike deylen.
58. Her Sivert de vleschower de quam in geheget ding vor den richtere vnde vor de schepenen vnde gaf dat egen, dat des Kaien was, dat bi der weizistigen2 leget, Dyderike deme koke vnde sime wiue vnde sinen kinderen.
59. Bertram Rvz de quam in geheget ding vor den richtere vnde vor de schepenen vnde gaf sime wiue drittich mark an sinen besten gfiden vnde an sime redesten gfide, swar he dat heuet, na sime dode; vnde sin husvrowe heuet vertegen des egenes, dat se mit irme brfide (!) hadde.
60. Bertram vnde sin brüder sin comen in geheget ding vor den richtere vnde vor de scepenen vnde hebben gegeven heren Vrederike deme Roden vnde sime sone dat egen hinder des scoleres hove3, dar Beyer inne sit vnde Hince Hesse.
61. Heren Nycolaus wif von Northusen4 vnde ire kindere de sin comen in geheget ding vnde hebben getivget, dat her Reinart vnde Nycolaus, sin sone, hebben begauet den hof, dar se inne sim (!), ane iemannes rechte wedersprake.
1 Thile nnd Johannes, wie nachher Heyne undVrizze. sind doch jedenfalls vier von den sechs Brüdern vom Stiege. Seband = Segeband; s. oben.
2 Was ist ^weizistige* ?
8 Des scoleres hof = Schülershof ist noch heute eine enge , vom Markt ab- gehende Strasse. Oreyhaupt I, 676 bemerkt, dass sie ihren Namen von der Familie Schüler' habe. Analogien für solche Bildungen und Namen finden sich, so in Mag- deburg k Königshof (nach der Familie t König') und ^Loclische Hof (nach der Fa- milie 4Lode'). Es ist nur hierbei zu bemerken, dass in Halle im IB. und 14 Jahr- hundert kein Bürger Namens Schüler vorkommt, wodurch man wohl nicht mit Unrecht zu Zweifeln an jener Angabe Dreyhaupt's geführt wird. Auch heisst die Strasse nie .der scolere hof, sondern immer %des scoleres hof.
4 Die Familie von Northans.n, die auch in Magdeburg, NordhaiiKen und Erfurt blühte, ist unter den ersten haitischen Familien. S. Dreyhaupt 11, Anh. 102. Ihr Wappen daselbst auf Tab. XXV111.
Die HalÜMhon Schöffetibncher. I. Buch. 15
62. Bertram von Ozmunde 1 vnde sin wif vnde sine kindere de sin Pol. y •» comen in geheget ding vnde hebben gegeven Pozze dem Roden vnde sime wiue vnde sinen kinderen den hof in der halle2 iegen deme hove
von Quedelingebürg.
63. Her Ratman3 vnde sine brfidere vnde heren Heideken kindere von deme Grashove4 de sin comen in geheget ding vnde hebben sie gedelt vnde hebben begauet heren Bussen vnde Ludeken vnde Henninge, heren Lvdolves kinderen, de smersnidere, hindene vnde vore wante an den stenenen gevel. Das hevet her Henning von sime dele begauet mit siner brfidere gelove Ludolves hus des yserenmengeres vnde We- delen hus vnde Arnoides hvs, des arzedes, vnde enen kram bi den arcede vnde Hincen kram Omekines vnde hevet begauet an Hermannes garden, de vor deme galedore6 leget, dre mark vnde vif lot vnde en hus, dat her Herman de kremere hevet von Megebflrch; dat hevet he siner husvrowen begauet tu irme live.
64. Heideke Erewin de is comen in geheget ding vnde hevet ge- gevet sime wiue vnde sinen kinderen den hof bi sanete Nycolao iegen heren Tonatse vnde dar tfl, swat he nv hevet vnde immer mer gewinne; hir over is gecoren tu Vormunden Härtung von Coningesse.
65. Heren Albrechtes kindere von Merseburg vnde Heise Scuz vnde Herman von Zorbeke de sin comen in geheget ding vnde hebben gegeven heren Albrechtes hof von Merseburg Güntere deme smede vnde sinen kinderen ; dar over is Vormunde Alexander de sculthete vnde Merebode.
66. Her Herman de isenmengere quam in geheget ding vnde gaf sime sone Johannese, dat he nv hedde vnde immer mer gewinne, vnde Hince, sin sone, sal an sime gfide hebben two mark na sime dode.
67. De vrowen von sanete Jurien6 vnde ir weidigen boden de is Fol. 10»
1 OsmOnde, \lk Meile von Halle. t Vormals war ein Sattelhof allhier, welcher einem adeligen Geschlechts den Namen gegeben, davon sich einige in Halle unter der Pfannerschaft besetzt'. Dreyhaupt H, S. 938.
2 Die Halle ist der Platz, wo die Salzbrunnen und Kothe sich befinden.
3 Ratman, vielleicht zu lesen Ratmar, da Ratman sonst nicht vorkommt.
4 Die Grashof, (de Viridario) hatten ihren Wohnsitz auf dem Grasewege, der hiervon den Namen erhielt.
6 Galgthor = Leipziger Thor, da, wo noch jetzt der Leipziger Thurm steht.
6 De vrowen von sente Jurien. Es ist das Nonnenkloster von St. Georg in Glaucha bei Halle gemeint, welches auch Marienkammer hiess, ordinis Cisterciensis. Es war von Erzbischof Wichmann (1152— 1192) gestiftet und dem Kloster Cinna. das er ebenfalls gestiftet, unterworfen. Der Bau des Klosters wurde erst von Erz- hiuehof Albert II. beendet, der ihm auch die Kirche St. Georgii in Glaucha vom Kloster Neuwerk eintauschte 1231. S. Dreyhaupt I, 8021t, v. Mülverstedt a. a. 0. 452.
16 Geschichtsquellen der Provinz Sachsen.
comen in geheget ding vor den lichtere vnde vor de scepenen vnde heuet gegeven den holthof in der smertetrate Volcmare, heren Cogenes l sone.
68. Heren Janes kindere Smoles vnde heren Conemundes kindere, sines brüderes, de sin gecomen in geheget ding vnde hebben gegeven heren Rodengere von Ysleue den hof half, de heren Smoles was vnde sines broder vnde »inen kinderen; den heuet he uorebat gegeven sime wiue tft irrae live. Tu deme seluen male vertiech heren Rodengeres wif uppe ir brüdere vnde up ire sustere, sunder up2 se beide stflruen.
69. Tile von Lobeniz3 de quam in geheget ding vnde gaf Heinen von Zvstowe4 dat egen, dat heren Sagewoldes was, vor ses mark tft twen iaren; of he des nicht ne losde binnen twen iaren, so solde dat egen sin sin vnde siner kindere vnde siner husvrowen.
70. Her Rodenger von Isleve is comen in geheget ding vor gerichte vnde hevet gegeven sinen kinderen, swat he nv hevet vnde immer mer gewint, den kinderen, de he nv hevet vnde immer mer gewint; swelc ir der kindere stirft, so valt it von eneme vppe dat andere, al de wile dat aver levet, so wil he sines gädes geweldich sin.
71. Heren Rodengeres wif des scowerchten vnde ire kindere de sin comen in geheget ding vor den richtere vnde vor de schepenen vnde hebben gegeven heren Johanne dem koke dat egen iegen sancte Nycolao vnde sime wiue vnde sinen kinderen.
72. Her Ratmar de is gecomen in geheget ding vnde hevet5 ge- f«i. io»> geven Pedere Trosteken enen kram an den scfiscemen vnde en hus
vmme twene sct, de tu howen sin; is dat he dat gut verkopen wil, so sal ime wedergeven achte mark vor deme scultheten vnde vor den scepenen oder losen, dat it in wetenlic si.
73. Her Ecgehart de Rode de is comen in geheget ding vnde heuet gegeven sinen hof half Olrike, sime swagere 6.
74. Her Olric de remensnidere de is comen in geheget ding vnde heuet gegeven sime wiue7 dat he nu het vnde immer mer gewiut;
1 Cogen, sonst Koyan, ein häufig vorkommendes Bürgergeschlecht.
2 üehergeschrieben von derselben Hand 4af\
8 Lobeniz = Löbeniz, wüste Feldmark im Saalkreise. S. v. MMverstedt, Urk- Rcgg. derer von Kotze S. 528.
4 Znstowe (Zcustowe) bei Dreyhaupt II, S. 969, wüst bei Syllwitz (zwischen Halle und Könnern). Die Kirche von Zustau stand unter dem Patronat von Kloster Neuwerk.
öJTebergeschrieben %vnde sine brudere'.
tt Durchstrichen im Ms.
< Im Ms. steht verren sime wiue.
t)ie Hailischen Schöffenbücher, t. Buch. 1?
dat selue hevet siv gedan tfi geliker wis; swelc ir des anderen dod verlevet, so mah iene dar mede dfn, swat so he wil.
75. Her Busse, heren Ludolfes sone, vnde sine kindere de sin comen in geheget ding vor den lichtere vnde vor den schepenen vnde her Ludeke vnde sine kindere vnde hebben heren Henning, iren brüdere, begauet heren Bussen del in den smersnideren 1 vnde hebben ine gelovet tf gewerende iar vnde dach an ansprake, dar mach he dtn vnde taten mede, swat so he wil. Dat hevet he vord be- gauet siner husvrowen na sime dode t^ dunde vnde t^ latene, swat siv wil, binamen en hvs voren Ernmvde bi Lvdolve vnde en Otten hus von Hontorne vnde en Wedelen hus vnde twene scvkreme an sime dele.
76. Her Lvdeke, heren Ludolves sone, vnde sine kindere de sin comen in geheget ding vnde hebben heren Henninge, sinen brüdere, vnde heren Symonne Sterekine geven twene vleschscernen.
77. Her Cone Baldewin vnde her Hince Prfiwe de sin comen in Fol. n» geheget ding vnde hebben begauet Johannese Kouface dat egen, dar Ylsung inne is iegen des hove von Quedelingebflrch 2. Dat egen hevet
he vord Ylsunge gedan tv1 erve tinse des iares vmme ver mark in gehegedeme dinge vnde sime wiue vnde sinen kinderen.
78. Her Ludeke, heren Ludolves sone, de is comen in geheget ding vnde hevet begauet von deme egene sinen dridden del, dat in der smersnidestrate leget, mit erven gelove Symonne Sterekine vnde Bovdine vnde Willekine.
79. Her Busse, heren Ludolves sone, de is comen in geheget ding vnde hevet gegeven heren Merkelines kinderen mit erve gelove den garden vnde den dik.
80. Bartolt von Stesforde vnde sin wif de sin comen in geheget ding vnde hebben gegeven iren hof heren Merkeline vnde sinen kinderen.
81. Heise vnde Baldewin de sin comen in geheget ding vnde hebben gegeven dat egen bi irme hove Nycolaus von Opin.
82. Everart de vleschower is comen in geheget ding vnde heuet gegeven sime wiue, swat he nv hevet vnde immer mer gewint, na sime dode; dat selue hevet siv ime wedergedan.
83. Her Herman Ruschenberch vnde sine kindere de sin comen in Pol. n»> geheget ding vnde hebben gegeven den hof, de Hugen was, Symone Sterekine vnde Bovdine.
84. Her Ekgehart de Rode quam in geheget ding vnde gaf dat
1 Jn den smersnideren* — Schmeerstrasse.
2 Der Hof derer von Quedlinburg (S. 15) lag in oder an der Halle.
GMehichttq. <L Pr. Sachsen. XIV. 2
18 Geschichtsquelten der Provinz Sachseti.
verde del an sime hove Johannese Bockase vnde sime wiue 1 vnde sinen kinde, dar wart tv Vormunden over gecoren Andreas de heringmengere 2.
85. Johan von Luttekendorp is comen in geheget ding vnde hevet gegeven sime wiue vnde sinen kinderen, swat he nv hevet vnde immer mer gewint, na sime dode.
86. Johanes de koc vnde sin wif vnde sine kindere de sin comen in geheget ding vnde hebben gegeven den hof uppe deme rodenberge heren Mertine vnde sime wiue vnde sinen kinderen.
87. Her Ludeke de Selige de is comen in geheget ding vnde hevet gegeven Nycolaus, sime swagere, sinen hof half, de hevet ine vord gegeven sime wiue t^ ener dursale. Dar na is comen Nycolaus in geheget ding vnde hevet sime wiue gegeven, swat he nv hevet vnde
Fol. i*» immer || mer gewint, na sime dode, vnde sinen kinderen. Dar over is8 tu Vormunden gecoren Siveken Koyane vnde heren Ludeke, sinen herren.
88. Alexander Sconeman vnde sin wif vnde sine kindere de sin comen in geheget ding vnde heuet gegeven sinen hof Heisen Keselinge4.
89. Her Hardung von Coningisse de is comen in geheget ding vnde hevet gegeven sime sone Hartunge sinen hof, dar he inne sit, vnde sine varende have na sime dode. Des stat de hof ver pannen solen in deme divdischen bornen5; swenne Härtung de lestet, so is de hot ledich tft der vrowen live. Na heren Hardunges dode so sal div vrowe hebben de kainere in sime hove , of siv ane man bliven wil , de kainere Hardunges.
90. Her Ekgehat(!) de Rode de is comen in geheget ding vnde hevet gegeven sinen hof mit erven gelove Nycolaus Mosolue vnde sime wiue vnde sinen kinderen; vnde Johanes Bockas vnde sin wif vnde sin kint hebben vertegen de verde del an deme hove; hir over is Vor- munde Johanes Coufas vnde Herman Floisekere.
Fol. iab 91. Mertin de herenmengere quam in geheget ding vnde gaf sime
wiue vnde sinen kinderen, swat he nv hedde vnde immer mer gewinne.
1 Ueberge8chrieben : 4r dochter \
2 Durchstrichen im Ms.
3 Is tu Vormunden etc. vielleicht zu lesen: 4 hevet he* etc.
4 Die Keseling oder Kiesel ing, ein altadeliges Geschlecht in Halle, den Kotzes nahe verwandt. Schon 1191 kommt einer dieses Geschlechts vor. S. v. Mülverstedt, llrk.- Reges ten der Herrn von Kotze, Stammtafeln.
5 Einer von den 4 Salzbrunnen, aus denen man die Soole schöpfte. Dieser Brunnen hatte die beste Soole. S. Hondorfe Beschreibung des Saltz - Werkes zu Halle in Sachsen, bei Dreyhaupt 1. Anh
We Hallischen Schöffenbücher, t. Buch. 19
92. Olrik von Lodesleve vnde sine brädere vnde sin mvder vnde ein suster, de sin gecomen in geheget ding vnde hebben gegeven Pozze deme Roden vnde sime wiue vnde siner dochter dat egen iegen des scoleres hove.
93. Herman von Zorbeke de is comen in geheget ding vnde hevet gegeven den hof half siner husvrowen tv" irme live, dar he inne sit, vnde hevet gegeven sinen kinderen al sin gut, dat he nv hevet vnde immer mer gewinnet, den kinderen, de he nv hevet vnde immer mer gewint, na sime dode.
94. Her * Alexander von Kotene de is comen in geheget ding vnde hevet gegeven sinen hof half sineme wiue tu irme live vnde sinen kinderen, de he nv hevet unde immer mer »gewillt, al sin gut, dat he nv hevet vnde immer mer gewint, na sime dode.
95. Brüder Olrik vnde sin mvder vnde sin suster de sin gecomen
in geheget ding vnde hebben || gegen Heisen vor deme Dore2 den hof, Fol. is de Symones Vranken was. Dar na is comen Heise von me Dore in geheget ding vnde hevet gegeven sime wiue vnde sinen kinderen al sin gut, dat he nu hevet vnde immer mer gewint.
96. Scaiden wif vnde ire kindere de sin comen in geheget ding vnde hebben gegeven heren Jane von Prawisz3 dat egen iegen heren Gyseleres grashove4.
97. Jacob von Isleve vnde sin wif vnde sine kindere, de sin comen in geheget ding vnde hebben gegeven den hof in sancte Olrikes strate 5 Koncen deme scowerchten, de heuet den seluen hof vord gegeven sime wiue -vnde sinen kinderen, of he ine vor sinen munde besparen mach, na sime dode6.
98. Johanes Stok de is comen in geheget ding vnde hevet gegeven Fol. is»» sinen hof vnde swat he nv hevet vnde immer mer gewint, sime wiue vnde sinen kinderen, den kinderen, de he nv hevet vnde immer mer
1 Doppelt im Ms.
2 Die %von (auch vor) dem Dore' sind eine der angesehensten Familien von Halle. Lateinisch heissen sie tde Valva' oder 4de Valvis'. Dreyhaupt n. Anh. 178. führt den ersten des Geschlechte 1218 an; im 16. Jahrh. sind sie ausgestorben.
8 Prawisz, sonst Praswiz « Presswitz an dem Petersberge an der Götsche; vM. 8. Dreyhaupt II. 947.
4 Beachte die Form ^Gyseleres Grashof.
5 Die jetzige grosse Ulrichsstrasse, benannt nach der Ulrichskirche, die an ihrem nördlichen Ende lag.
6 Der Anfang dieses Reverses steht schon vor dem vorigen, ist aber durch- strichen; statt 4Ul^ichs8trasse, steht dort t Ulrichspfarre \
2*
ÖÖ ÜescnichtsqueÜen der tVovinz Sächselt.
gewint; he hevet siner mvder vnde einer suster gegeven an deine1 hove tein mark na sime dode, des ne sal se nicht rvmen, se ne hebbe tein mark.
99. Tile von Lobeniz de is comen in geheget ding vnde hevet gegeven sinen hof vnde swat he nv hevet vnde immer mer gewint, sime wiue vnde sinen kinderen, al de wile he dat besparen mach vor sinen mvnde.
100. Tile von dem Stige de is comen in geheget ding vnde hevet gegeven sime wiue vnde sinen kinderen, swat he nv hevet vnde immer mer gewint; vnde dar tv hevet he sime wiue gegeven sinen hof half tu irme live vnde an sime besten gfide twintich na sime dode, ob siv sich scheden wil Von iren kinderen. Over de gave is vore- munde Alexander Kapehart vnde Cone Balehorn.
folu» 101. Cone von Plozniz2 is comen in geheget ding vnde heuet ver-
tegen de vormuntscap uppe sines brüder kinderen vnde alle des, des in an gevallen mach an der kindere gftder, vnde hevet gelovet vor sine brfidere, dat se dat selue dün. De kindere hebben gecoren tf Vormunden Nycolaus Guceken, iren omeken.
102. Betteke vnde Busse, sin brüder, de sin comen in geheget ding vnde hebben gegeven heren Diderike von Elozsat vnde sinen kinderen vnde sineme wiue dat vorwerch bi sante Olrike3, dar is her Jan Gyselere over gekoren siner husvrowen tft Vormunden.
103. Peter von Rotowe4 vnde sine kindere de sin comen in ge- heget ding vor den richtere vnde vor de schepenen vnde hebben ge- geven ir egen hinder der schonen ecken leget, heren Hermanne von Swerce6 vnde sinen wive vnde seinen kinderen.
104. Her Alexander Lantber vnde sine kindere de sin comen in geheget ding vor den richtere vnde vor de schepenen vnde hevet ge-
1 Uebergeschrieben tsime\
2 Ploznitz = Plössnitz, jetzt Filial von Niemberg. S. Dreyhaupt II 946.
8 bi sante Olrike, die Ulrichskirche stand ursprünglich in der Nähe des Ulrichs- thors zwischen der grossen und kleinen Ulrichsstrasse. Von Cardinal Albrecht wurde sie abgebrochen und in die jetzige Ulrichskirche in der Leipziger- (Galg-) Strasse verlegt, die früher den Marienknechten gehörte. Dies geschah 1531. S. Dreyhaupt I. 1047 ff. — In der Nähe der Kirche war das Ulrichsthor und vor diesem lag das Vorwerk.
4 Rotowe vielleicht «= Rode oder Rohda, wüst zwischen Tomau und Oppin; Dreyhaupt IL 952.
5 Schwcrz, Dorf bei Halle.
Die Hallischen Schöffenbüchcr. I. Buch. 21
geven Johanne Wisen von deme Nyen werke1 vnde siner suster vnde Matbeus vnde siner mvder dat egen bi den brüderen2.
105. Heine von deme Stige de is comen in geheget ding vor den richtere vnde vor de schepenen vnde hevet begauet den hof half, de heren Conrades Segebandes was, Henninge, heren Ludolues sone, vnde heren Heinemanne Kempen.
106. Herman, heren Johannes sone desWenegen, de is comen vor roi. uh den richtere vnde vor de schepenen in geheget ding vnde hevet ge- geven den hof bi sante Paule heren Conen Hildebrande.
107. Her Conce Segebant vnde sine kindere de sin komen in geheget ding vor den richtere vnde vor de schepenen vnde hebben vertegen vnde begauet Siliacuse vnde sineme brüdere Bussen vnde Tylen Sonierwnnen vnde Konen wiue Swaues den hof, de heren Bussen Segebandes was.
108. Her Heideke von Aschersleve de is comen in geheget ding vnde hevet begauet sinen hof ienesit des dores tv deme galchdore wart siner dochter kinderen na sime dode; al de wile aver he levet, so wil he mede dün vnde laten, swat he wil. Hir wart tv Vormunden over gecoren heren Hermanne von Aschersleve vnde heren Jordane den Krusen.
109. Her Ludeke Selege is comen in geheget ding vnde hevet gegeven Nicoiao, sime swagere, dat ander del sines hoves ok.
110. Albrechtes wif Mozes vnde ire mvder de sin comen in ge- Fol. 15» heget ding vnde hebben gegeven Mavricio dat egen bi sante Jacobe,
dat heren Vranken was.
111. Her Henning, heren Ludolfes sone, de is comen in gehedet (!)
1 Von deme Nyenwerke; Kloster Neuwerk, novum opus, zwischen Halle und Giebichenstcin an der Saale gelegen, war 1116 von Erzbischof Adelgot gestiftet, bestätigt von Erzbischof Rotger 1121, Juni 5. Die erston Mönche, Augustiner- Ordens, kamen aus Passau Das Kloster war sehr reich dotiert und mit vielen Privilegien versehen, so dass es zu den reichsten Klöstern in Sachsen gehörte. Es wurde 1528 aufgehoben, da die meisten Mönche zur Reformation übergegangen waren, dann abgebrochen; das Material wurde in der Residenz verbaut (1530.) Im Munde des Volkes soll das Kloster auch tzur (goldenen) Egge* geheissen haben» weil an der Stelle, wo nachher der Hauptaltar stand, eine feurige Egge vom Himmel gefallen sein soll. S. Dreyhaupt I. 699 ff. Abbildung und Siegel ebenda; viele Ur- kunden bei Ludewig, Rell/Ms. Y. S. a. v. Mülverstedt, a. a. O. 453.
2 Bi den brüderen, d. i. den Franziskanern oder BarfÜssermönchen, die ihr Kloster auf dem Schulberge in der Nähe der jetzigen Universität hatten. Die Zeit der Gründung steht nicht ganz fest, wohl um die Mitte des 13. Jahrhunderts. S, Dreyhaupt I. 793, v. Mülverstedt, a. a. 0. 459.
22 Gcschichtsquellen der Provinz Sachsen.
ding vor den richtere vnde vor de schepenen vnde hevet gegeven sin gvt, swat he nu hevet vnde immer gewint, mit erven gelove siner husvrowen vnde heren Symone Sterekine vnde heren Bovdine1 vnde heren Merkeline, dat se dvn vnde laten mede, swat so willen, na sime dode; al de wile auer he levet, so wil he dar mede dvn vnde laten, swat so he wil.
112. Her Kone Hildebrant de is komen in geheget ding vor den richtere vnde vor de schepenen vnde hevet gegeven den hof bi sante Paulo Hermanne von Mersebürch vnde sine wiue vnde sinen kinderen half vnde Heisen Korlen half.
113. Lvdeke von deme Stendore de is comen gehedet ding vor den richtere vnde vor de schepenen vnde hevet begauet heren Heinen Ronebize 2 sinen brflder sinen del des hoves vnde des egenes, dat darbi leget, mit erven gelove.
Fol 15»» 1 14. Her Heine Ronebiz is comen in geheget ding vor den richtere
vnde vor de schepenen vnde hevet gegeven sin erve vnde sin gvt, swat he ny hevet vnde immer mer gewint, sinen kinderen, de he nv hevet vnde immer mer gewint. Darin boven wil he herre sin, al de wile he levet.
115. Bertolt von Beigere de is comen in geheget ding vnde hevet gegeven sine hove beide heren Conen Hildebrande vnde Heisen, sime sone, mit erven gelove. Dar tv hevet he se gecoren tv Vormunden siner kindere.
116. Heise von Kremiz de is comen in geheget ding vnde hevet begauet sin del der scynen heren Bovdine vnde heren Symone Sterekine.
117. Vor Zacherie von Ringeleve3 de is comen in geheget ding vnde hevet gegeven driv del des hoves, de heren Hennekines was, Hinrike vnde Conen, iren sonen.
118. Busse Vodermenger de hevet gegeveii heren Almare vnde heren Ereke, swat he nv hevet vnde immer gewint.
Fol. i6» 119. Rudolfus von Koningiswic is comen in geheget ding vnde
hevet begauet sin gut sineme kinde, dat he nv hevet vnde de ime
1 Bovdin — Baldewin, s. S. 24.
2 Die Ronebiz kommen häufig in Magdeburg vor.
3 Ringeleve, Ringleben, ein zu Halle gezogenes Dorf, zwischen dem Steinthore (beim jetzigen Postgebäude) und dem alten Ulrichsthor. Die Peterscapelle auf dem Petersberge wurde von der Gemeinde als Kirche benutzt. S. Dreyhaupt IL 414. v. Mülverstedt a. a. 0. 477.
Die Hallischon Schöffenbüchcr. I. Buch. 23
noch werden, dat gut, dat he nv hevet vnde immer mer gewint. Stirf he vnde dat kint ane erven, so valt it uppe Bussen, siner suster sone. Hir over is tfi Vormunden gecoren her Jordan de Crvse vnde her Merebode vnde Herman von Zorbeke.
120. Nycolaus Mosolf de is comen in hegeget (!) ding vnde hevet begauet sinen wiue vnde sinen kinderen sin gut, dat he nu hevet vnde immer mer gewint; al de wile he levet, so wil he dar mede dün, swat so he wil. Dar is Vormunde over Johanes Coyfas vnde Albrecht Scrode vnde Herman Kremere.
121 Tue von Dusne is comen in geheget ding vnde hevet gegeven sime wiue vnde sinen kinderen dat gut, dat he nv hevet vnde immer mer gewint; dar over is Vormunde Krakowe.
122. Her Albrecht de korber vnde sin wip de sin gecoinen in ge- heget dinc vnde heben vnder einander gegeven, suaz sey nü heben vnde immer mer gewinnen, so we des anderen dot leuet.
123. Hardunc von Kuningessee vnde Vritze, sin broder, de sin pol i6b comen in geheget dinc vnde heben vnder einander vortegen; dar to voren heuet Vritze vortegen des houes vnde vormundesscap Hardunges kinder.
1 24. Her Conrad Lexehor de is comen in geheget dinc vnde heuet geuen sinen wiue vnde sinen kinden, dat he nu heuet vnde vmmer gewinnet; dar over is Niclaus Guzke vnde Peter Trost vnde Johannes von der Öenewez1 Vormunde.
125. Bosso Eke de is comen in geheget dinc vnde heuet gegeven den hof to gegen heren Giseller Cesarius.
126. Her Heydeke Gans de is comen in geheget dinc vnde heuet gegeuen den hof, de Bossen Segebandes was, Bossen deme Riken.
127. Herman van Dobelin de is comen in geheget dinc vnde heuet gegeuen sime wiue, da he nu heuet vnde immer mer gewinnet, na sime tode.
128. Sander van Kotene de is comen in geheget dinc vnde heuet gegeven to erve de smeden Didike.
129. Conradus de Beiberge2 is comen in geheget dinc vnde heuet gegeuen sime wiue vnde sinen kinden, so wat he nu heuet vnde imer gewinnet; dar is Drogan Vormunde over.
130. Hinze Rufus is gecomen in geheget dinc vnde heuet gegeuqn Füi. 17»
1 Sennewitz zwischen Trotha und Seeben an der Gotische. S. Dreyhaupt IL 958.
2 D. i. Conrad von Beiberg; lateinische Formen kommen selten vor und dann fast nur in Eigennamen, wie hier. Beiberg, Dorf südlich von Halle, saalaufwärts.
24 Gcschicht8quellen der Provinz. Sachsen.
den hof in der galchstrate Heynnen dem smede vnde sime wiue vnde sinen kindin; dar von scal hee geuen dredenhaluen verdunc tu sante Jacobe1.
131. Her Almar vnde Heyneman de sin comen in geheget dinc vnde hebben gegeuen den hof Heynen Steric2 kint, heren Boudewine vnde sime sone vnde heren Symone.
132. Bertram von Quedelingenborch is comen in geheget dinc vnde sine kinde vnde hebben gegeuen Jane Sommerwnnen vnde sinen broder Ludikin dat egen tueschen heren Mercline vnde deme pachus3, also dat vor Euersic ir liftucht dar ane hebbe. Losed id aver Bertram
soptbr. 2». vor gancte Michhelis dage mit ses marken mit vrkunde der schepene vnde des schultheten, so^is id ledich.
133. ConeRoscop vndeTilo, sin broder, sin comen in geheget dinc vnde hebben gegeuen den hof Conen Suaue to egene vnde sime wiue to irme liue4.
134. Bertram von me Dor vnde sine brore sin gecomen vor ge- heget dinc vnde hebben begeuen den hof half to gegen sonte Michele5 Heynen Tobias.
135. Her Merclin, heren Marcwerdes sone, vnde sine kindere de sin gecomen in geheget dinc vnde hebben betuget, dat her Marcwert quam in geheget dinc vnde begauede sinen hof vnde de kreme, de des waren von Quedelingenborch, vnde suat he do hedde vnde imer ge- winne, heren Mercline, sime sone, vnde sinen kindin Johannese vnde Jacobe vnde Ulrike. De seluen gaue de gaf her Merclin sinen kinden Johannese, Jacobe vnde Ulrike, so wat he doo (!) hedde vnde imer mer gewinne; dar ouer wil he herre sin, de wile he leuet.
136. Vor Lozie, heren Harmannes wif van Vriberch6, vnde ir
Fol. 17 b
1 Darunter ist doch wohl nur der Termin (25. Juli) zu verstehen.
2 Steric = Sterekin.
8 pakhus = Backhaus?
4 Durchstrichen im Ms.
6 Die Michaelis - Capelle soll das älteste Gotteshaus gewesen sein nach Olearius, Halygr. S. 18. v. Mülverstedt, a. a. 0. 473 giebt an, dass sie von Erzbischof Albrecht II. 1211 gegründet wäre, während nach Dreyhaupt und Olearius ihre Gründung, wie auch ihr Untergang unbekannt sind. Die Capelle lag auf dem alten Markte, daher auch das in der Nähe gelegene Moritzkloster das Patronat darüber hatte. Nach der Reformation baute man zwei Bürgerhäuser an ihre Stelle. S. Dreyhaupt I, 937.
6 Ueber die Freybergs s. Dreyhaupt II. Anh. 45. Sie gehören ebenfalls zu den mächtigeren Familien Halles im Mittelalter.
Die Hallischen Schöffenbücher. I. Buch. 25
kindere sin gecomen in geheget dinc vnde heben begauet ir erue deil, dat to gegen sente Gerdrude1 kerken licht, Jane Statius.
137. Frize von Quedelingenborch is gecomen in geheget dinc mit eruen gelaue vnde heuet begauet sime wiue to irme liue sinen erue deil an deme pachus vnde Tilen, iren brodere, to vormutscap (!).
138. Her Johannes Beier de is gecomen in geheget dinc vnde Fol. is» heuet begauet* sinen hof vnde sin egen, dat to gegen Bossen Bernaze licht, heren Symon vnde Boydewine vnde heren Willikine vor vvftich marc to losene vor leichtmissen mit vrkunde de richteres vnde tuier Fobr. *. scepene.
139. Bertram von Quedelingeborch vnde sine kindere sin gecomen in geheget dinc vnde heuet gegeuen sinen heruedeil an deme pachus Jane Somerwnnen, also dat vor Euersicht dre marc geldes dar ane hebe to irme liue2.
140. Heren Heynen husvrowe Ronebiz de is gecomen in geheget dinc mit eruen geloue vnde heuet begauet heren Heynen Ronebiz ir eruedeil, dat ir von heren Marcwerde anegeborde. Dat selbe god heuet hee ir weder gegeuen to irme liue.
141. Her Heyne Ronebiz de is gecomen in geheget dinc vnde heuet begauet mit eruen geloue, so wat he nu heuet vnde immer ge- winnet, sinen kinderen, de he nu heuet vnde immer gewint; dar is her Bosse vorme Steyndor Vormunde ouer.
142. Heyneman Herincmengere de is gecomen in geheget dinc vnde heuet begauet dat egen bi Bossen Porten Bernazz Owericke vnde sir husvrowen.
143. Jan Heger is gecomen in gehege dinc vnde heuet begauet Fol. isb sime wive mit eruen geloue dat egen von me dor went ant dat steinhus
vor tuintich marc. Willen dat sin eruen losen, dat scolen si don mit vrkunde de sculteten vnde der scepene; so wat si dar an buwett, dat scal min ir gelden mit Urkunde der scepene.
144. Jan Heger is gecomen in geheget dinc vnde heuet begauet eines sones wiue dre marc geldes binnen sime houe to irme liue na sines sones tode.
1 Die St Gertraudenkirche, eine der vier Pfarrkirchen des alten Halle, ist von Cardinal Albrecht bis auf die noch vorhandenen (blauen) Thürme abgebrochen und mit der dicht daneben liegenden und von ihr nur durch einen Gang getrennten Marienkirche (der jetzigen Marktkirche) verbunden. Die Zeit ihrer Gründung ist unbekannt, doch gilt sie als die älteste Pfarrkirche von Halle,
2 S. oben S. 24.
26 Geschichtsquellcn der Provinz Sachsen.
145. Her Cuno von Ch'ozzen de is comen in geheget dinc mit des biscopes1 willen vnde mit sinem openen breue vnde begauede Heysen Boldewine sinen hof.
146. Her Heyse Baldewin de is comen in geheget dinc vnde heuet begauet sinen hof Henninge von Kotene vnde Hardunche von Ko- ninchessee vnde Mercline vnde heren Jane Gißelere vnde Clawse
Nov. io. Guceken; den scal he in rumen an sancte Mertines tage, of se id willen.
147. Vritze vonme Stige de is comen in geheget dinc vnde heuet begauet den hof half, de to gegen heren Russcheberge licht, heren Jane Ghiselere.
Fol. 19» 148. Her Bertolt von Scapstede de is gecomen in geheget dinc
vnde heuet begauet sime wiue vnde sinen dochteren sin god, swat he nu heuet vnde imer mer gewinnet.
149. Heren Ruschenberges dochter de is gecomen in geheget dinc vnde heuet vortegen op iren sone, so swat sie anne ir steinen mach von ime. Rolo, ir sone, dfe is gecomen in geheget dinc mit eruen geloue vnde heuet begauet siner moder dreddehalue marc geldes in deme houe der uon Quedelingenborch.
150. Heren Heinemannes kindere Kempen de sin gecomen in ge- heget dinc vnde hebben begauet irme uadere sodan god, alse ir eilder vader im begauede. Heinemann Kempe de is gecomen in geheget ding vnde heuet begauet dat selue god den kinden vnde souuat hee nu heuet vnde imer mer gewinnet, den kinden, de hee nu hevet vnde imer mer gewinnet; dat selue god scolen de kinde to uoren hebben, dee dat ime begaueden; de wile he leuet, so wil hes herre sin.
151. Cono Roscop vnde Tilo, sin broder, vnde sine sostere de sin ghecomen in gheheghet dinc vnde hebben begauet heren Johannes Covfaz de driu hus bi Conen Svaf.
152. Bosso Rocol vnde her Merbode de hebben beghauet heren Tilen Cotzen vnde heren Johannes Covfaze sinen hof heren Bossen von vertein marc; losen sei den mid orkunde de scultheten vnde tuen schepene vor osteren, do is he ledich an, don seis nicht, so is hei ir eghen.
153. Cesarius von Bensteden de heuet begauet den hof to geghen heren Ghiselleres grashoue Hartunghe von Koningshesse ; losid in Bosso Eke oder Cesarius to Halle jarmakede (!)2 vor IUI mark mit
1 Erzbischof Conrad II. von Magdeburg 1266— 1277. Ein anderer Bischof würde doch jedenfalls näher bezeichnet sein und ebenso würde wohl ein verstorbener Erzbischof von Magdeburg namentlich genannt sein.
2 S. oben S. 4.
Die Hallischen Schöffenbücher. I. Buch. 27
orkunde des schultheten vnde tuen schepenen, so is he ledich, vnde don sies nicht, so is he sin eghen.
154. Jan Stumpel de is ghecomen in gheheghet ding mit heruen Fol. io*> gheloue vnde heuet begauet sinen hof Hildebrande deine lower vnde sinen wiue ; dar is or uormunde ouer or uader vnde Tylo von Lobeniz.
155. Hence Kiel de is ghecomen in gheheghet ding vnde heuet begauet sin erue an deme houe to gheghen sante Olrike sime wiue, suat he nu heuet vnde imer ghewint; winnit sie kindere, mit den scal seed like delen; winnit sie nene, so scal it iris selues sin; dar is de uormunde ouer de sculthete vnde her Jordan de Cruse vnde Herman Vloisikere.
156. Heren Enighen husurowe vnde or kindere sin ghecomen in gheheghet ding vnde hebben vortegen oris erues an orme houe, also dat id Johanne, ires sones, si vnde sines wiues; steruen si beide an heruen, so scal it sin Vrederickes Habrahames vnde siner husurowen.
157. Her Herman von Aschersleue is gekomen in geheget ding mit eruen geloue vnde heuet begauet heren Hincen kinderen von Nort- husen an sime houe drie mark vt tu nemene vier iar, io des iares
drie vierdunge; dat geschach von gotes gebort am iare M.cclxxv. dar Aprli *3 na to osteren gripen sie dat an1.
158. Rule von der Kemenaten is gekomen in gheheget ding vnde heuet sinen bruder Bussen begauet sine wardinge half an sines vader houe, dat is ein vierdeil des hoves; de wile die vader leuet, so wil he is geweldich sin; dit is gesehen mit des vader willen.
159. Jordan Bleke is gekomen in gheheget ding vnde heuet be- Fol. ao» gauet Mercline, sime swagere, den hof, die sin was, vnde den scheinen
bi deme loke2 vnde den garden vor me stendore.
160. Bussen wif vomme Grashoue, Symones Sterkines dochter, is gekomen in geheget ding vnde heuet begauet Bussen, ereme werde, vomme Grashoue, swat ore ire vader begauet hadde in gheheghedeme dinge an erue vnde ah varender haue vnde an egene.
161. Vritze, Heinen swager von Berneburch, die is ghekomen in gheheget ding mit siner husvrowen vnde hebben sich vnder gifteget or iorelk dem ander, swaz sie nv hebben vnde imber mer gewinnen, vnde oren kinderen.
1 Gedr. bei Dreyhaupt II. S. 478, welcher tAlschleue* statt ^Aschersleue* schreibt. Mitglieder einer Familie Aisleben kommen in den drei ersten Schöffen- b&chern nicht vor.
2 üeber das Loch vgl. Opel, Denkw. d. HalL Rathsm. Spittendorf S. 483. (Beilage II.)
28 Geschichtsquellen der Prorinz Sachsen.
162. Johannes Scriuere vnde sin wif die sint komen in gheheget dink vnde hebben sich vndergifteget vnde oren kinderen mit deine, dat sie nv hebben vnde immer mer gewinnen.
163. Busse Eike is ghekomen in gheheghet ding mit eruen gelove vnde mit siner husvrouen vnde heuet begauet sinen hof Sander Prouen vnde Geueharde vnde Heisen.
164. Ludeke Rode is gekomen in gheheget ding vnde heuet be- gauet Hermanne von Zorbeke die scvnen hinder hereü Ponleue.
Fol. sob 165. ner Cvne von der Säle quam in gheheget ding mit erven
geloue vnde mit siner husvrowen vnde heuet begauet an sineme egen hären Conradus hvs von Zerwine vnde Hermannes hus von Zerwine Jane vnde Ludeken Somerwnnen.
166. Clavs von Ringeleue vnde har Herman Ruschenberch vnde Jordan Bleke vnde Busse von der Eemenaden die sin gekomen in ge- heget ding vnde hebben begauet den hof, die hären Ludolues von Ringeleue was, Jane, hären Merboden svager, von Gint vnde sinen brodere Symone vnde Hinreke, hären Boydines sone.
167. Hincen kindere von Northusen vnde Sander von Kotene die sin ghekomen in gheheget ding vnde hebben begauet den hof, die Degenardes was, den sie gewunen hadden vor ire gelt, hären Her- manne von Aschersleve vnde siner dochter, Degennardes wif.
168. Niclaus von Opin1 is gekomen in gheheget ding vnde heuet begauet sineme wiue vnde sinen kinderen, die hie nv heuet vnde imber mer gewint, swat hie nv heuet vnde immer mer gewint, na sime dodhe ; wil die vrowe sitten mit den kinderen, so sal sie vrowe sin des gudes, wil sie aver von den kinderen, so scal men ire geuen hundert marck an ireme redesten gute.
169. Her Volcmar vnde her Niclaus von Northusen quamen in geheget ding vnde begaueden Ludeken Lutharden Godeken hus Ber- mannes vnde die nasten twei hus darbi.
Pol. si» 170. Kvne Hildebrant vnde Hince von Hedersleve vnde sin hus- vrowe sin ghekomen in geheget ding vnde hebben begauet Hincen hof Giseken vnde Jane, sinem brodere.
171. Willekin Eike is gekomen in geheget ding vnde heuet be- gauet sinen diel des houes Philippus, sineme brodere; dat bachus dar bi dat bliuet Willekine.
172. Heineman Bekerere is gekomen in geheget ding vnde heuet
1 Dorf and Rittergut bei Halle; auch Vppin geschrieben.
Die Hallischen &höffenbucher, t. feuch. 29
begauet sinem wiue vnde sinen kinderen, dat hie nv heuet vnde imber mer gewint, na sime dode.
173. Ludolf, Janes Stockes sone, is gekomen in geheget ding vnde heuet begauet Johannese Volprechte sinen hof.
174. Herman die Wenege, Claus swager Guceken, is gekomen in geheget dinge vnde heuet begauet siner husvrowen vnde sie ime wider, swat sie nv hebben vnde imber mer gewinnen, den kinderen, die hie nv heuet vnde imber gewint.
175. Johannes Scvz is gekomen in gheheget dinge vnde heuet ge- geven sinen wiue sine varende haue, swat hie sie hevet, die he nv hevet vnde imber mer gewinnet; die wile hie leuet, so wil he is selue herre sin. Dar over is Vormunde Vrederich die Rode, Merclin, Jo- hannes Bornmeister1.
176. Bertram Leuig vnde Albrecht Scrodere sin gekomen in ghe- Pol. *ib heget dinge vnde hebben begäbet den hof, die hären Szmoles was, Heisen Prouen.
177. Herman die etteemengere is gekomen in geheghet dinge vnde heuet begauet sinen kinderen, die he nv heuet vnde imber mer gewint, swat hie nv heuet vnde imber mer gewint.
178. Mertin von Reinoldesdorp vnde Arnolt, sin broder, vnde Hennig sin gekomen in gheheget dinge vnde hebben begauet herrn Hincen kinderen von Northusen vnde erer mvder den hof, die hären Johannes Scielen was; die wile die vrowe ane man wesen wil, so scal sie mit den kinderen in deme houe sin, nimt sie auer man, so scal sie den hof rvmen vnde enheuet dar nicht ane.
179. Bertolt von Beigere vnde sine kindere vnde Heise, Kvnen sone Hildebrant, die sin gekomen in geheget dinc vnde hebben be- gauet des hof von Beigere, die bi Hegere liht, harn Mertine Zegen- barde vnde sinen kinderen.
180. Hardung von Koningesshe is gekomen in geheget dinc vnde heuet begauet sin gf t, dat hie nv heuet vnde imber mer ghewint, den kinderen, die hie nv heuet vnde imber mer gewint. Dar heuet hie tv vormvnde over ghekoren Helembrechte vomme Stige vnde Ludeken Sommer wnne.
181. Jan von sente Peteres berge2 die is gekomen in geheget dinc Fol. 22»
1 Ueber die Bornmeister 8. Hondorf, Beschreibung des Saltz-Wercks zu Halle in Sachsen bei Dreyhaupt I. Anh. S. 45 — 47.
2 Jan von seilte Peteres berge — hiermit ist jedenfalls der in Halle zwischen dem Ulrichsthor und Steinthor oberhalb des Theaters belegene Petersberg ge-
l\Ö Geschieh tsquellen der l^rovinz Sachse».
vnde heuet begauet sin erve vnde sin gtt, swat hie nv heuet vnde imber mer gewint, siner husvrowen vnde sinen kinderen, die hie nv heuet vnde imber mer gewint. Dar heuet die tv vonnunte over ge- koren Ludeken Roden vnde Tilen vomrae Stendore.
182. Vor Ilseke vnde Kvne, ire swager, vomme Dike sin gekomen in geheget dink vnde hebben begauet Johannese Boden dat stucke, dat bi eme liht.
183. Hennig Trost vndePeder, sin broder, sin gekomen in geheget ding vnde hebben begauet den hof, die heren Wolues was, heren Kvnrades hvsvrowen Kropelstrate vnde ireme sone; dar ouer is ghe» koren tv vormvnde Tile Ordolf.
134. Ovnrat Hauerbuc is ghekomen in gheheget dink vnde heuet begauet sinen hof Peter Tröste vnde sinem wiue vnde sinen kinderen. Stirft Peder, so scal sie sitten mitten kinderen, af sie ane man wesen wil; nimt sie enen man, so en heuet sie nicht dar ane.
185. Niclaus Gvceke die junge is gekomen in gheheget dink vnde heuet begauet den hof, die Ludeken Sielegen was tv erve, Hinreke deme smede vnde sinem wiue vnde sinen kinderen, also dat sie ime voften haluen vierdung scolen geuen iarlikes dar von.
186. Cyne von Quez1 die is ghekomen in geheget ding vor den scultheiten vnde vor de seepen vnde heuet begauet siner hvsvrowen vnde sinen kinderen, die ome tv echte werden, swat he nv heuet vnde immer mer gewint.
Fol. 22»» 187. Heren Symones husvrowe Stierekines vnde sine kinderevnde
her Busse vomme Grashoue sin gekomen in gheheget dinc vnde hebben vorthegen des houes, die Heinemannes Stierekines was, vnde des egenes in der smerstrate, dat heren Ludeken, hern Ludolues, was, vnde tviger vleischschernen vnde des krames, die tvischen dhen kremen vnde den vleischschernen liht, also beschedeliken, dat iz hern Boydines si.
188. Tile vomme Stige vnde sin hvsvrowe de sin gekomen in ge- heghet ding mit erven ghelove vnde hebben begauet sinen hof harn Rolue von Koningeswic vnde har Merboden vnde ham Jordane thv siner hant.
189. Busse Hagedorn2 is ghekomen in gheheget ding mit erven
meint. Er hat seinen Namen von der alten Peterscapelle , die den Bewohnern des dicht an der Stadtmauer gelegenen Dorfes Ringleben als Pfarrkirche diente. Sie Instand bis in die neueste Zeit. Sie dependierte vom Kloster Neuwerk, dem sie vom Erzbischof Albert II. incorporiert war. S. Dreyhaupt 1. 952; v. Hagen II. 47.
» Dorf bei Halle.
2 Ueber die Hagedorn s. Dreyhaupt II. Anh. 56.
We Haitischen Schöftenbttchcr. I. ßuch. SM
gheloue vnde heuet begauet sinen hof half siner hvsvrowen, dat sie dar mede dhv, swat sie wil, af sie sinen dot geleuet. Dar over is thv vormvnde ghekoren Gerhart von Tzalowe vnde Gherhart, des greuen1 sone. Die wile he selue leuet, so wil he sechk dar bi borgen.
190. Har Conradus, vorn Lubburge sone, dochter is ghekomen in Fol. 23» geheget ding vnde heuet begauet harn Hermanne Ruschenberge vnde sinen kinderen den hof bi sente Paule vnde den hof, dar Conze Nort-
man vppe siht, vnde den geuel, dar die herigboden ane sin.
191. Herman von Esekestorp is ghekomen in geheget ding vnde heuet begauet, swat he nv heuet vnde imber mer gewint, sinem wiue vnde sinen kinderen, die he nv heuet vnde imber mer gewint. Dar heben sie tv vormvnde ouer ghekoren Hardunge von Koningesshe vnde Jane Giselere.
192. Johannes Trawart is ghekomen in gheheget ding vnde heuet begauet mit erven gheloue siner husvrowen sinen hof half, die sines vader was, tv eime dhursalen eigene; dar is tv Vormunde over ghe- koren har Hennig, harn Ludolues; die wile he leuet, so wil he seck dar bi borgen, af he is bedarf.
193. Tile Hagedorn vnde Busse, sin broder, sin ghekomen in ge- heget ding vnde hebben begauet dat stucke hinder Albrechtes houe Scroderes harn Boydine Sterekine.
1SM. Sztoian von sente Ulrikes dore is ghekomen in geheget ding Fol. 23»» vnde heuet begauet siner husvrowen, swat he nv heuet vnde hnber mer gewint, vnde sie ime weder.
195. Tile von Kotene is ghekomen in geheget ding mit eruen ghe- loue vnde sin broder Hinric vnde hebben vortegen ores delesdes houes bi sente Nicolaus, also dat hie Werneres vnde Sanderes sie.
196. Meine die scowerchte is gekomen in geheget dinck vnde heuet begauet den hof, die harn Olrikes was, den twen kinderen, die hie bi siner dochter hadde do torsal vnde scal dar inne wesen, die wile dat he seck nicht missehandelet; wer auer, dat he topelde vnde
1 Des greuen sone — der Graf, comes, eigentlich ^subcomes', dann öfter .comes salis. Salzgraf, Salzgräve\ ist der Richter oder Graf der Salzstadt. Die Gerichts- barkeit gehörte eigentlich dem Burggrafen von Magdeburg, der bei seiner Anwesen- heit in Halle im schwarzen Schlosse, an dessen Stelle später die Moritzburg erbaut wurde, residierte. Da dieser nnr dreimal im Jahre in Halle Gericht hielt, so vertrat ihn in der übrigen Zeit der Salzgraf oder kurz der Graf. Dieser war erzbischöflicher Beamter, wurde aber vom Burggrafen mit dem Banne beliehen. Schon im 13. Jahr- hundert war er zugleich erzbischöflicher Münzmeister. S. Lambert, a. a. 0. 43.
S2 (xeschichtsquetlen der ftrovinz Sachsen.
seck missehandelde, so scolden de Vormunden seck des houes vnder- winden.
197. Heggehart, harn Eggehardes sone, die is gekomen in geheget dinck vnde heuet vortegen alle sines erves, dat en an erstoruen is von vaderere (!) vnde mvder, also dat it sinere broder si.
198. Albrecht die herigmengere is gekomen in geheget dinck vnde heuet begauet sinen hof vnde dat he nv heuet vnde imber mer gewint, sinen dren sonen Johannese vnde Jacope vnde Sandere, also dat ere mvder ire lifgetucht dar ane hebbe vnde Tue, vre swager, twintich mark.
199. Conze Leschehorn is gekomen in geheget dinc vnde heuet begauet Konen von Vdhene1 den hof bi harn Eggerdes in seilte Ulrike parre.
200. Har Conrat von der Kemenaden is gekomen in geheget dinck vnde heuet begauet siner husurowen drittich mark an sime houe, af se sinen docht geleuet2.
Poi.*4» 201. Har Conrat von der Kemenaden is echt gekomen in geheget
dinck vnde heuet begauet sines sones wiue vier mark geldes an sime houe, af sie sines sones dot levet2.
202. Harn Giseleres wedewe is gekomen in gheheget dinc vnde heuet begauet Heinemanne, ireme sone, heren Giseleres hof, die ore verstan was, vor sestich marc.
203. Heineman, heren Almares suster sone, is ghekomen in ge- heget dinc vnde heuet ime begauet ses scernen.
204. Johannes Isermengere is gekomen in gheheget dinc vnde heuet begauet dhen hof bi heren Siuerde Heinen Scildere vnde Her- manne Weneghen vor achtein marc tt Halle iarmarkede tt losende.
205. Her Vrederich die Rode is ghecomen in geheget dinc vnde heuet gegeuen Johannes Koufaz dat egen, dat iegen heren Boydine leget.
206. Johannes ßeyger quam in geheget ding vnde heuet begauet Johannese Scriuere vnde siner busvrowen vnde sinen kinderen dat egen, dat iegen Bussen Bernaz leghet.
207. Her Jan Valwe quam in geheget ding vnde begauede siner husvrowen drittich marck an sineme houe na sime dodhe; losen die
1 Uden, eine wüste Dorfstatte and Feldmark bei Schiepzig im Mansfeldischen. S. Dreyhaupt U. 965. Ueber die Familie Uden s. Dreyhaupt II. Anh. 181; daselbst auch ihr Wappen.
2 Durchstrichen im Ms.
Die fiallischen ^chöffonbüchor. I Buch. SS
klndere den hof bin iare vnde bin iare vnde bin dage nicht, so mach en die vrowe vorkopen vnde nemen ere drittich marck, swat dar bowen ist, dat scal den kinderen.
208. Busse Hagedorn vnde Thile, sin broder, quamen in geheget ding vnde begaueten heren Mercline, heren Marquerdes sone, vnde sinen kinderen dat vorwer hinder sime houe vor eyn recht egen; des iares sollen se dar af geben eyne marc geldes.
209. Her Merclin vnde sine sone quamen in geheget ding vnde Po1- **b begaueden Heine Radekopere vnde sinem wiue vnde sinen kinderen
den hof in der smerstrate, die heren Conradus von Stesforde was.
210. Niclaus Guzeke quam in geheget ding vnde begauede Henne- kine von Jethere dat egen bi sente Nicolaus. Dat selue egen begauede Hennekin vnde dat he nu heuet vnde imber mer gewint, siner hus- vrowen vnde sinen kinderen.
211. Cfne Geldolf quam in geheget ding vnde begauede heren Everharde von Gorzene einen hof bi den broderen l.
212. Jan Wolf quam in geheget dink vnde begauede Heideken Facen vnde sineme wiue vnde sinen kinderen dat egfen, dat bi heren Diderike von Hunleue leget.
213. Hinric Boyden quam in geheget dinck vnde begauede Niclause Guzeken dat egen, dat heren Sterekines was.
214. Busse von Mozeliz2 quam in geheget dinck vnde begauede siner husvrowen sestein marck an siner varenden haue.
215. Hennig hern Ludolues quam in gheheget ding vnde gaf sineme wiue vnde sinen kinderen, swaz he nv heuet vnde immer mer gewint; dhe wile dat he leuet, so wil he dar over herre sin. Wolde auer sin wif na sime dodhe von sinen kinderen sich sunderen, so scal man ore geuen voftein marc geldes tf oreme liue.
216. Die selue Henning gaf siner vrowen t^ oreme liue sinen hof, die heren Kroninges was. Dar over sint Vormunde Busse, heren Volcmares, Jacob, heren Merclines sone, Henric Boydin vnde Ludeke Keseling.
217. Her Ahnar vnde Heineinan, sin veddere, quamen in geheget dinc vnde gauen vor Benignen, heren Symones wedewen, den hof bi den broderen. Dhen seluen hof begauede dho dhe selue vor Benigne heren Heinunge, heren Ludolues, vnde Henemanne, heren Boydines, vnde al dat sie nu heuet vnde immer mer gewinnet; die wile dat sie leuet, so wil se es selue vrowe sin.
1 D. i. bei den Franziskanern.
2 Mozeliz, Mötzlich, Dorf bei Halle. S. Dreyhaupt II. 924.
Gcschlchtsq. d. Pr. Sachsen XIV.
34 Geschichtsquellen der Provinz Sachsen.
Fol. 26* 218. Vor Godelint, des wif von Bunowe, vnde ir bindere de sin ghecomen in gheheget dinc vnde Lebben begauet dat eghen bi den scarnen1 Johanse Proz vnde sinen wiue vnde sinen landen.
219. Nicolaus von Ringhelleue vnde sine sustere sin ghecomen in gheheghet dinc vnde hebben begauet den hof, die irs vader was, herren Conrade Croninghe.
220. Her Conrad Croninc de is ghecomen in gheheghet dinc vnde heuet begauet den seluen hof Nicoiao von Renghelleue weder.
221. Johan, heren Conemundes2 sone, vnde sin suster de sin comen in gheheghet dinc vnde hebben begauet den hof half, de heren Zmoles was, Bertram Leuinghe vnde heren Albrechte, sime suaghere.
222. Siuert de lewere3 vnde sin husurowe de sin ghecomen in ghe- heget dinc vnde hebben begauet ir ein dem anderme, suaz se nu hebben vnde imer ghewinnen.
Fol. 26»» 223. Hence, heren Haghenen sone, de is comen in gheheghet dinc vnde heuet begauet den hof half, de sines vader was, Heinen, siner svster sone, vnde siner husvrowen.
224. Cono von Aschersleue vnde sin husvrowe vnde sine hindere de sin comen in gheheghet dinc vnde hebben begauet heren Johanne Covfaz dat scrodhus half, dat oppe dem markede sted.
225. Her Bertram Barat de is ghecomen in gheheghet dinc vnde heuet begauet heren Johanne Coufaz tuo houestede oppe dem roden- berghe.
226. ßosso Alrad de is ghecomen in gheheghet dinc mit eruen gneloue vnde heuet begauet sinen hof heren Nicoiao, de voghedes4 sone, Ghiciken vor sesten marc; en loset hes nicht vor sancte Johanes
Juni »4.? misse mit orkunde des scultheten vnde tuier schepene, so is he sin.
227. Bertolt von Ponleue is comen in gheheghet dinc vnde heuet
1 Die Scharren lagen auf dem Markte. S. Dreyhaupt I. 677 Note 14.
2 D. i. Conemund Smol.
8 Im Ms. steht t Siuert delewere', was doch wohl ab 4de lower', Gerber, zu verstehen ist.
4 Der Vogt war erzbischöflicher Beamterl, stand aber nicht unter dem Burg- grafen. tIhm war die Oberaufsicht über die erzbischöflichen Einkünfte anvertraut und die CivUgerichtsbarkeit, die der Erzbischof allein aus eigener Machtvollkommen- heit übertragen konnte, feowie das Polizeiregiment in der Stadt in seiner Hand, An ihn entrichteten die Censualen ihren Zins und unter ihm standen ohne Zweifel ursprünglich die hörigen Einwohner: die cura urbis im weitesten Sinne war sein Wirkungskreis.* Bald verlor er mehr und mehr an Macht gegen den Salzgrafeh und den Schul theissen. S. Lambert, a. a. O. 48 ff.
Die Haitischen Schctfenbftcher. I. Buch. &
begattet sinen hof, de bi heren Vrederike deme Roden licht, sime wiue vnde sinen hinderen.
228. Bertram Eueke vnde sin wit de sin gecomen in gheheghe Foi.w» dinc vnde hebben begauet de hof half, de Hennannes wa* Drosanes, Hermannes hinderen Drosanes, Symone vnde Hermanne.
229. Vritce, heren Conen sone des Roden, de is ghecomen in ghe- heghet dinc mit siner moder mit eruen gheloue vnde uortech, suat ome anirstoruen was uon sinen vader; dar intime gaf her Vrederic de Rode ome souentich marc; steruet Vritce ane echte kindere, so scolen die seuendich marc weder vallen oppe heren Vrederike eder oppe sine kindere.
230. Her Conrad Croninc de is comen in gheheghet dinc vnde heuet begauet de hof, dar he in is, vnde den gheuel der herinc- menghere vnde Concen Nortraans bachus voren Benniggne, siner dochter, dat sie mede don vnde late sol, wat so sie wil; steruet sie, so scal et vallen op iren sone Frizen, stiruet hie1 an eruen, so welled et oppe Lodewiges kindere vnde Ronebizes kindere.
231. Her Merbode de is comen in gheheghet dinc vnde heuet be- gauet sinen hof siner husvrowen mide do2 done vnde to latene, so wat se wil na sime tode; de wile hie leuet, so wil he don dar mide, so wat so hie wil*.
232. Nicolaus von Ringhelleue de is comen in gheheghet dinc mit Pol «c* eruen ghelouen vnde heuet begauet den hof, de heren Hencen Liuthardes was, Geriken, heren Ghisekin broder vnde Johans.
233. Heine Radekoppe de is comen in gheheghet dinc vnde heuet begauet sime wive na sime dode allet, dat hie nu heuet vnde immer ghewinnet, vnde sie weder ime dat selue; werden in kindere, mit den scal sie delen.
234. Tile Hagedorn de is comen in gheheghet dinc mit eruen ghe- louen vnde heve begauet sime brodere sinen deil an deme hove, den her Merclin heuet, vor ander halven verdunc ingeldes.
235. Her Albrecht die herincmenghere de is comen in gheheghet dinc vnde heuet begauet sinen hof siner hovsvrowen to inne leiue.
236. Albrecht Caper quam in geheghet ding vnde begauede sinen hof, iegen heren Pozzes hone lit, den berren von senie
1 Uebfergeschrieben: Fritxe.
2 Uebergeschrieben: t
3 Durchstrichen im Ms.
86 Geschichtsquellen der Provinz Sachsen.
Mauricius 1f also dat sie ene marc geldes solen dar ane hebben ; swenae auer Albrech den herren gift drettein marc, so scolen sie ime den hof weder begaben2.
237. Heineman Almar quam in geheget ding vnde begauede sinen kinderen, swat he nu heuet vnde imber mer gewint Des sint Vor- munde Volcmar Koian vnde Claus, sin broder.
238. Har Merbode quam in geheget ding vnde begauede sinen hof sineme wiue na sime dodhe thv eme dursalen egene.
Pol. »7* 239. Heine Ztustowe quam in geheget ding vnde begauede Dide-
rike, sime swagere, vnde siner dochter dat egen bi den broderen.
240. Johannes, heren Bruninges sone, vnde sine sustere sin ghe- comen in gheheghet dinck vnde hebben begauet Heisen, creme bro- dere, den hof in der galchstraten.
241. Heise Brunig is gekomen in geheget dinc vnde heuet begauet den seluen hof in der galchstraten sinen suster kinderen Heisen vnde Johannes, af he stiruet an erue; die wile he leuet, so wil he ir ge- weldich sin tu dvne vnde tu latene, swat hie wil.
242. Johanne, heren Alderes dochter, is gekomen in geheget dinc vnde heuet begauet Franzen vnde Stien, heren Alders kinderen, den hof bi meister Siuerde, tu done vnde tv latene dar mede, swat sie willen.
243. Herman von Aschersleue quam in geheget dinc vnde begauede sinen wenegen hof half Segeboden, sime swagere; gift he ome soes marc, so is de hof ledich.
244. Jan Zmol quam in geheget dinc vnde begauede sinen hof Henninge vnde Cvnen, des vogedes sonen.
245. Rudeger die Swarte quam in geheget dinc vnde begauede Johannese Krowele den wenegen hof bi heren Merboden; den seluen hof gaf he sime wiue tv irme liue.
246. Rule von der Kemenaden quam in geheget dinc vnde heuet vortegen, swat ime anirstoruen was von dem vadere oder irsteruen mach von der mvdere an erue vnde an varender haue.
1 Das Kloster St. Mauritii, um 1180 gestiftet und 1184 von Erzbischof Wich- mann eingeweiht. Die Veranlassung zur Gründung desselben soll' ein Streit mehrerer reicher Bürger mit den Brüdern von Neu werk gewesen sein. (Chron. montis ser. S. 58.) Es wurde mit Augustinern aus Kloster Neuwerk besetzt; erster Propst Dudo. Das Kloster war nachmals durch seine Schule berühmt. Aufgehoben wurde es ebenfalls von Cardinal Albrecht 1519 und dann den Dominicanern übergeben. S. Dreyhaupt I. 753 ff. v. Hagen I. 15. 58. IL 86. v. Mülverstedt, a. a. 0. 456.
2 Dies Stück gedruckt bei Dreyhaupt U. 478.
Die Hallischen Schöffenbücher. I. Buch. 87
247. Elyas quam in geheget dinc vnde begauede sinen hof vnde Bin gut, dat he nv heuet vnde imer mer gewint, sinerae wive vnde sinen kinderen, die he nv heuet vnde immer mer gewint.
248. Jan Stacius quam in geheget dinc vnde sin wif vnde begauede Fol. »7* tvei del sines hoves ob me kerchoue vnde dat sie nu hebben vnde imber mer gewinnen. Von deme gvde scolen die kindere siner mvder geuen tv ereme live, swas sie bedarf.
249. Niclaus von Locstede begauede sineme wiue vnde sinen kin- deren, die he nv heuet vnde imer mer gewint, swat he nv heuet vnde immer mer gewint.
250. Conrat Krec vnde sin mvder quamen in geheget dinc vnde begaueden den garden vorme galchdore Heinemanne Almar vnde Wernere von Cotene.
251. Bussen dochter von Ebbendorp quam in geheget dinc vnde gaf Heinemanne Almar orcn hof in der galchstrate.
252. Harn Janes wedewe Valwen vnde Vritze, ore sone, quamen in geheget dinc vnde vortegen ores houes vnde swat har Valwe ge- laten hadde, also bescedeleke, dat Jan, sin sone, gelde, swat die vader sculdich was.
253. Jan Valwe quam in geheget dinc vnde begauede sineme wiue vnde sinen kinderen, swat he nv heuet vnde imber mer gewinnet. Leuet die vrowe sinen doth vnde wil sie von den kinderen,- so scal man ore geuen sestich marc. *
254. Ludeke vnde Ratmar quamen in geheget dinc vnde begaueden Hermanne von Zorbeke vnde Dilen sone Porteneres den garden vorme Rode wellen dore1.
255. Johannes Kniche vnde sin broder quamen in geheget dinc mit erven geloue vnde vortegen ores erves, dat si hadden tu erve tinse von Heinen Tobias.
256. Heineman Questenberch quam in geheget dinc vnde gaf sinem Fol. 28* wiue vnde sinen kinderen, swat he nv heuet vnde immer mer gewint;
die wile dat he leuet, so wil he is selue herre sin: wolde auer die vrowe von den kinderen keren, so scolde man ore geven voftich marc an sinen besten gvde; Heise Kotze, Erec ore broder, Kvnat von den markete von Nuenborch sint des vorm vnde.
1 Das t Rodewellen, Rodewellsche* Thor, nach dem Dorfe Rodewell, Radewell (Dreyhaupt ü. 948) benannt, heisst jetzt das tRannische Thor'. S. Dreyhaupt I. 686. 669.
88 Geschichtsquellen der Provinz Sachsen.
257. Busse Bernaz quam in geheget ding vnde begauede Philippus sinen hof vnde sinen kinderen vor seventein marc; swenne he ene losen wil, dat scal he don vor me scultheten vnde vor den scepen.
258. Hince de Rode quam in geheget dinc vnde begauede sines broder kinderen sin egen, swar he it heuet, na sime dodhe; die wile he leuet, so wil he is selue herre sin.
259. Har Merdin die junge quam in geheget ding vnde gaf sinen kinderen, die he nv heuet vnde immer gewint, swat he nv heuet vnde imber mer gewint.
260. Harn Olrikes sone Goltsmedes die jungeste quam in geheget ding vnde vortech oppe sine andere brodere.
261. Koneke Krec quam in geheget ding vnde begauede sin egen vorme galchdore Heinemanne Almare vnde Wernere von Kotene vnde Hince Zmvzic den hof amme grauen l.
262. Busse Michel quam in geheget dinc vnde begauede Hermanne von Zorbeke an sime winkellere vif verdinge geldes; swes ime dar ane gebreke, dat scolde he ime irwllen an sime besten egene.
Fol ts * 263. Harn Aisanderes dochter quam in geheget ding vnde begauede Johannese vnde Heiderike Kotzen ore varenden haue vnde ore scult. Dar na quam se auer vnde begauede hären Tilen Kotzen vnde sinen sonen twen dat egen ob me vischmarkete2 vnde dhen hof bi heren Kempen vnde swat se an den groten kremen3 hadde vnde an dhen viere hvsen in dhen klensmeden4.
264. Har Hundertmarc quam in gehet (!) dinc vnde begauede den hof bi Gerarde von Pegowe harn Bertramme dem alden von Merse- burch vnde sime wiue vnde oren kinderen.
265. Siuert vleischower quam in geheget ding vnde begauede Hincen Sielen den hof bi Moze.
1 Der Graben ist doch gewiss der Stadtgraben.
2 Der Fischmarkt ist ein Teil des grossen Marktes, welcher in den Fleisch-, Fisch-, Bauer-, Holz-, Kraut-, Sau-, Topf-, Obst- und .Kränze -Markt zerfiel. Dreyhaupt I. 676.
8 Der .grote Krem*, ausser dem es noch einen 4wenegen Krem* d. i. kleinen Kram giebt, ist doch auch am Markte zu suchen; es ist jedenfalls die heute .hoher Kram* genannte Gasse.
4 tDie Kleinschmieden haben vordem S. Lamper ti- Kirchhof geheissen, indem auf dem Platze zwischen dem Markte, Kleinschmieden und Schlamme die S. Lam- perti-Capelle gestanden, an deren Kirchhofe einige Kleinschmiede- (Schlosser-) Werk- stätten angebauet gewesen, davon hernach die dahin gebaueten Häuser den Namen der Kleinschmieden erhalten*. Dreyhaupt I. 676.
Die Haitischen Schöffenbücher. I. Buch. 39
266. Reineke, harn Rolues sone, quam in geheget ding vnde be- gavede Aisandere, ßime vedderen, sinen del des houes.
267. Har Hertwich die Neldenere quam in geheget ding vnde be- gauede einer dochter kinderen na sime dodhe die kremen vnder den weinigen kremen1.
268. Hernie Segebant quam in gheheget dinc vnde begauede sime wiue vier hvs in den klensmeden tv oreme liue vnde heuet auer be- gauet sime wiue vnde sinen kinderen, swat he nv heuet vnde imber mer gewinnet Des is vorm vnde her Hennig, harn Ludolues, Cunat von der Säle vnde Johannes Koufaz.
269. Bant quam in geheget dinc vnde begauede sime wiue vnde sinen Fol. 29 • kinderen, swat he nv heuet vnde imber mer gewint. Wil die vrowe von
den kinderen na sime dodhe, so scal sie hebben two marc geldes in den klensmeden. Des is Vormunde Hince Prove vnde Albrecht Kaper.
270. Olrich, Guntheres sone, quam in gheheget ding vnde gaf sime wiue vnde oren kinderen, swat he nv heuet vnde imber mer gewint.
271. Niclaus Guceke vnde sine brodere quam in geheget ding vnde begaueden Gardolue vnde sineme wiue den hof an sente Nico- laus dore2.
272. Heidenric von der Sole quam in geheget ding vnde begauede Johannese Scriuere dat egen hinder den broderen na ainer mvder dodhe.
273. Heine Tobias quam in geheget ding vnde begauede sinep kinderen, swat he nv heuet vnde immer mer gewint.
274. Sander Szustowe quam an geheget ding vnde begauede sime -wiue vnde sinen kinderen, swat he nv heuet vnde immer me gewint.
275. Heise Proue quam in geheget ding vnde begauede sinen kinderen, die he nv heuet vnde imber mer gewint, swat he nv heuet vnde imber mer gewint.
276. Cvne von Scochwiz quam in geheget ding vnde begauede ßinera wiue vnde sinen kinderen, swat he nv heuet vnde immer mer gewint; wolde aver de vrowe sich voranderweiden na sime dode, so scal man ore geuen twintich marc, dar mede scal sie sin gescedet von den kinderen.
277. Herman von Zwerz quam in geheget dinc vnde begauede Fol. »9»» sineme wiue vnde sinen kinderen, swat he nv heuet vnde immer mer gewint, vnde wil is selue herre wesen, die wile he leuet.
1 D. I der kleine Kram.
* Das Claus- oder Nicolai» -Thor führte nach der Saale; es hatte seinen Namen von der Nicolaus -Capelle.
40 Geschichtsquellen der Provinz Sachsen.
278. Haren Merklines sone des alden die quamen in geheget ding vnde begaueden oreme vadere di wrth, die iegen ome leget, vnde dat egen vnde den groten kremen vnde dat egen an den klensmeden.
279. Har Merclin die aide quam in geheget ding vnde begauede sinen sonen, swat he nv heuet vnde immer mer gewint, vnde oren kinderen, dar mede also bescedcliken, dat iz scal vaüen von eme kinde vp it andere. Steruen enes broder kindere, also scal iz Valien op es anderen broderes kindere; steruen sie alle, so scal iz valle op heren Merclines eruen vnde nicht in den bosmen. Dar bouen wil he is herre sin, die wile he leuet t$ donc vnde tt latende. Ötirvet her Merklin, so scolen sine vrunde, die he dar tt beschedet hevet, vt al sime egene vnde vth sime erve nemen shes iar, swat dar von geboret, vnde scolen dat geuen dur got vor sine siele an den hof, dar he inne is.
280. Johannes Bornmeister quam in geheget ding vnde begauede sime wiue dat egen, das Scepmannes was, vnde dat egen in sente Ulrikes strate. Leuet sie sinen dot, so scal man ore geuen vif marc geldes binnen iare vnde dach, tft me des nicht, so scal sie darmede don, swat sie wil.
281. Cone Heilant quam in geheget ding vnde begauede Kerstane, sime brodere, sinen del des egenes in sente Olrikes strate. Dat selue egen al begauede Kerstan sime wiue na sime dodhe.
282. Heine von Isleue quam in geheget ding vnde begauede sinen kinderen, swat he nv hevet vnde immer mer gewint. Leuet sin hvs- vrowe sinen dot, so scal man ore geuen twintich marc von sime redesten gode.
Fol. so* 283. Rule von der Kemenaden quam in geheget ding vnde be-
gauede Bussen, sineme brodere, alle dat one anirstoruen is von vader vnde van mvder vnde van ome selue, vnde vortech ob one aller ansprake.
284. Busse von der Kemenaden quam in geheget ding vnde be- gauede sinen kinderen, swat he nv henet vnde imber mer gewint; na sime dodhe scal man sime wiue geven trittich marc an sime redesten gtde.
285. Johannes Torleke vnde Heise, sin broder, quamen in geheget ding vnde begaueden Hincen Kele vnde siner husvrowen dat egen, dat vor Johanne de beckerne vppe sat, swiker vnder on storve, dat it vp den anderen ervede. Disse gaue scach mit erven gelove.
286. Johannes Smeth quam in geheget ding vnde begauede sinem wiue vnde sim^ sone, swat he nv heuet vnde immer mer gewint, die wile he leuet, so wil he is selue herre sin.
Die Hallischen Schöffenbücher. I. Bach. 41
287. Tile von Seapstede quam in gheheget ding vnde begauede hären Alderes kinderen, swat he nv heuet vnde imber mer gewint. Die seluen kindere begaueden ome weder oren hof, die Alderes was, vnde dar ouer den wech en hvs vnde bi meister Siverde enen hof vnde enen vleschscernen vnde al dat sie hebben; stiruet en kint, so scal ot üb dat andere vallen ; steruen sie beide ane eruen, so vellet ot oppe Tilen.
288. Heise Torleke quam in geheget ding vnde begauede Niclause Mtsolue sin egen, dar Zvstowe vppe wonet.
289. Jan Coc quam in geheget ding vnde begauede Nicolause Mosolue sin egen vnde scal ot doch hebben t^ erue tinse vmbe ander- halue marc, die wile he ot vortinsen mach.
290. Heise von Kremetz quam in geheget dinc vnde begauede Nicolause Mosolue sin egen, dat he tv me Nigen werke hadde.
291. Lodewic vomme alden markede quam in geheget dinc mit f<>i.3j* eruen gheloue vnde begauede Heinen von Ysleue dat hvs half, dar he
inne is, tv rechteme egene.
292. Sander vomme Radhe quam in geheget dinc vnde begauede sime wiue vnde sinen kinderen, swat he nv heuet vnde immer mer gewint.
293. Mertin Glvm quam in geheget dinc vnde begauede sime wiue vnde sinen kinderen sin egen bime Rodewelle dore to orme live mit erve geloue; die wile he leuet, so wille he is selue herre sin.
294. Hince Cale quam in geheget dinc mit erven gelove vnde be- gauede Nicolause Mosolue dat egen bi der Studcne.
295. Almar vnde Bertam (!) von me Dore quamen in geheget dinc vnde begauede Cvncen Questenberge dat egen der Sconegge vnde sime wiue; die wile he leuet, so wil he is selue herre sin,
296. Cvne Questenberch quam in geheget dinc vn begaue Jan dem smede den hof, die hären Bonenes was, vnde siner hvsvrowe.
297. Heyse Bruning vnde sin brodher sin komen an geheget dhing vnde hebbedh gauet dhene hof in dher galgstrate Rolue uon Könin- geswic also beschedheleken , lösed Heyse dhen hof binnen dhren iaren, so is dhe hof Heysin ledheg, lösed he ene nicht binnen dren iaren, so es dhe hof Rolues egin ; dhese dru iar geuen se Rolue anderhalue marc io dhes iares1.
298. Heine Michel es komen an geheget dhing vnde heuet be- gauet mit eruen geloue enen verdheng geldes an sineme egene harem Merkeline dheme alden vnde Hermene van Vriberg.
1 Durchstrichen im Ms.
42 Geschichtsquellen der Provinz Sachsen.
299. Johannes, hären Gerewiges sone, is komen an geheget dhing vnde heuet einen hof Hermanne von Vriberg begauet '•3i* 300. Vor Cri8tine dhe coruerinne quam in geheget dhing vnde begauede ere egen Jane Valewen vnde sinen kinderen.
301. Tile von Scapstede vnde hären Fredherekes Alderes kindere quamen an geheget dhing vnde begaueden Waltere Mosolue dhene hof, dhe bi mester Öiferdhe leget, vnde sinen kinderen vnde sineme wiue; wel sin wif na sineme dodhe sec voranderen, so schal man ere geuen ses marc.
302. Hince von Quedelingeborg vnde sin wif vnde sine kindere sint komen an geheget dhing vnde hebbet begauet sinen del dhes houes Ludeken, sineme brodher, vnde Henemanne Almare.
303. Jan Somerwunne es komen an geheget dhing vnde heuet be- gauet Johannese Schriuere enen haluen verdheng geldes an sineme egene.
304. Gvnther von Deemniz l es komen an dhat gehede dhing vnde heuet begauet Jacobe van Mözzeliz sin egen an dherae winkele an dher 8peleludestrate.
305. Vor Grete, hären Merboden wedewe, quam in geheget dhing vnde begauede Heinemanne, ereme manne, eren hof, vnde he begauede ene ere wedher. Sterf dhe vrowe ane kindere, so schal Heine dhen hof hebben to sime libe; na sime dodhe so trit dhe hof oppe dher vrowen eruen.
306. Dhiderekes Kokes kindere quamen in geheget dhing vnde uortegen oppe Willekines egen.
307. Heine Robuz2 quam in geheget dhing vnde begauede Swe- neken, sineme wibe, dhat he nu heuet vnde immer gewinnet.
31 *> 308. Haren Hincen kyndere von Merseborg sin komen an gehet dhing vnde hebbet begauet Geueharde Pröuen eren hof bi dheme stendore.
309. Geuehart Proeue is komen an geheget dhing vnde heuet be- gauet Alexandere, sineme brodher, sinen del dhes houes, dhe ere beidher was.
310. Lvdeke vnde Heyne Ronebiz, sin brodher, sin komen an dhat geheget dhing vnde hebbet sec gedelt mit dheme gode, dath se hebbet oppe dheme rodhenberge, dhat ere iowelec mit sineme dhele mach dön, swat'he wel.
1 Diemnitz, Dorf bei Halle.
3 D, i. Ronebiz, s. unten No. 310,
Die Hallischen Schöffenbücher. I. Buch. 43
311. Lvdeke^Kyseling is komen an dhat gehegede dhing vnde heuet begauet mit eruen geloue Ludeken Lvtharde dhene sinen hof, dhe bi hären Merenboden hove leget
312. Tile Roscop is komen an geheget dhing vnde heuet begauet Hinreke Vasolde sinen hof, dhe leget bi Konen Swaue.
313. Svster Richart von Waldale is komen an geheget dhing vnde heuet begauet Johannese Kovfats ere egen, dhat hinder sineme hove leget bi vrowen Gesen.
314. Koene vnde Thile, svster Rykarde brodhere von Woldale, sin komen an geheget dhing vnde hebbet vortegen alle dher ansprake, de se hadden an Bartolde von Ponleue, eren vedderen.
315. Hinric vnde Alexander, sin brodher, hären Eggerdes kindere, dhe quamen an geheget dhing vnde begaueden hären Merkeline dheme iunge vnde Nycolause Qvzeken vnde Nycolause Mosolue ore egen. Dho quemen dhe seluen dre har Merkelin vnde Nycolaus vnde Nyco- laus vnde begaueden Alexandere, Hinrekes brodher, dhat selue egen, vnde sin svster, Johanne schal an dheme seluen egene hebben ene marc geldes to ereme liue; ne gif men ere dhe marc nicht, so schal se panden oppe dhame seluen egene. — An dhame seluen egene || heuet Fol. 32» Alexander sineme wibe Elsebeten vif vnde drittig marc begauet
316. Peder dhe schrodere von Merseborg dhe is komen an geheget dhing vnde heuet begauet sine wibe vnde sinen kinderen, dhat he nv hebet vnde immer gewinnen schal.
317. Otto Lantman is komen an geheget dhing vnde heuet begauet sineme wibe vnde sinen kinderen, swat he nu heue vnde immer mer gewinnen schal.
318. Herman von Aschersleue vnde sine kindere vnde Dhegen- hardes sone dhe quamen an dhat gehegede dhing vnde begaueden ere egen Johannes von Northusen vnde sinen kinderen. Stervet Johannes kindereen, so schal et vallen op dhe anderen; an dheme egene schal Jo- hannes hvsvrowe er liftvcht hebben.
319. Kone Crek vnde sin moder vnde Using vnde Koene, Maze- rolfes sone, dhe quamen an dhat gehede dhing vnde begaueden ere egen bi dheme galgdore Heimanne Almare.
320. Nycolaus von Vppin vnde sin wif vnde sine kindere dhe quamen an dhat gehegede dhing vnde begaueden Henninge von Kötenc vnde sineme sone Henninge dhat egen, dhat an sineme houe leget.
321. Vor Gese von Ysleue dhe quam an gehet dhing vnde be- gauede eren svageren Vridsen vnde Almare vnde eren wiuen vnde eren kinderen eren hof.
44 Geschichtsquellen der Provinz Sachsen.
322. Vrowe Johanne van Meideborg dhe quam an geheget dhing vnde begauede Hermanne von Hunleue, ercme werdhe, al dhat se nu heuet vnde al dhat immer mer gewinnen schal; vnde Hermann be- gauede wrowe Johannen widher, swat he nu heuet vnde immer mer gewinnen schal.
323. Har Rodhenger dhe Swarte dhe quam aR geheget dhing vnde Fol. 32»» heuet || begauet 6ineme wibe, wruwen Mechtilde, dhane hof, dhar he
inne is, to dhursal egcn na sineme dodhe ; dhar to an alle sineme gode kyndes* del.
324. Haren Hincen kyndere von Vriberg quamen an geheget dhing vnde begaueden eren dhredden del an dhame hove Jane Stacius vnde sineneme (!) wibe tft ereme liue.
325. Heine dhe schildere is komen an geheget dhing vnde heuet begauet sineme wibe . . . *, swat heuet vnde immer mer gewinne schal ; vnde sie heuet eme wedher begauet, swat se nu heuet vnde swat sie immer mer gewinnen schal.
326. Heise von Cremiz is komen an geheget dhing vnde heuet begauet Johannese dheme schrillere sine hof bi sancte Jacobe.
327. Bertram von Merseborg dhe ivnge is komen an gehet dhing vnde begauede sineme wibe, swat he nu heuet vnde immer mer ge- winnen schal.
328. Johan von Vdh£ne dhe quam an geheget dhing vnde begauede Sophien, sineme wibe, vnde sinen kinderen, dhat he nu heuet vnde immer gewint.
329. Helembrecht de quam an gehet dhing vnde begauede sinen kynderen, swat he nv heuet vnde immer gewint.
330. Haren Merkelines kyndere quamen an geheget dhing vnde begaueden Johannese vnde Jacob Gvzeken eren hof.
331. Har Röle dhe schulthete2 vnde Johan, sin brodher, dhe quamen an geheget dhing vnde begaueden Bussen dheme Riken vnde Heisen Plokke dhat bakhus hären Nortmannes.
332. Heyse, dhes greuen hären Heysen svstersone, dhe quam an geheget dhing vnde begauede sineme wiue vnde sinen kinderen, swat he nv heuet vnde immer gewint; wel dhe vrowe met den kynderen nicht bliuön, so schal man ere geuen vichteg marc.
Fol. 33* 333. Koene Hyldebrant quam an gehegt t dhing vnde begauede
1 Lücke für den Namen.
2 Role, de schulthete, kommt 1283, Juli 7 in einer Urkunde vor bei Ludewig, Rell. manuscript. V. 62. (Dreyhaupt I. 783.)
Die Hallischen Schöffenbücher. I Buch. 45
Bertramme vomme Dore vnde Heinemanne, sineme brodher, dhene hof, dhar si nv inne sin.
334. Werner von Kotene quam an gehet dhing vnde begauede Heinemanne Almare dliat egen uor dheme galgdore, dhat hären Krekes was, sinen del.
335. Johann . . -1, hären Rodolues des loeres swager, dhe quam an gehet dhing vnde begauede sineme wibe, swat he nu heuet vnde imber mer gewinnen schal, vnde sinen kinderen.
336. Vrowe Grete, Lvdolues des Roden wif, dhe quam an geheget dhing vnde gafLvdeken eren dredden del von dher word toGlovch2.
337. Henning, hären Ludolues, vnde Hennekines kindere quamen an geheget dhing vnde begaueden dhen hof an sante Nycolawes tome Hermanne von Aschersleue vnde sinen kinderen.
338. Har Thyle Cotce vnde Heidenric, sin sone, quamen an ge- heget dhing vnde begaueden dhen hof, dhe dhe was hären Alexanderes, des schvltheten 8, hären Bussen, hären Volcmares brodher.
339. Haren Vredherekes sone Alderes vnde Thile, sin ohem, quamen an geheget dhing vnde begaueden Thomase dhen hof in dhere vle- schowere strate vnde sineme wiue vnde sinenenen (!) kynderen.
340. Pawel vnde Peder Schvm quamen an geheget dliing vnde begaueden Lvdeken vnde Jane Somerwunne eren hof.
341. Alexander von Kotene quam an geheget dhing vnde begauede Wernhere, sineme brodher, sinen haluen'hof bi sante Nycolause mit eruen gelove.
342. Johannes dhe Wenege quam an geheget dhing met sineme wive Pol. 53* vnde met sinen kinderen vnde begauede Johannese Staciuse sinen hof.
343. Johannes, hären Gerewiges sone, quam an gehet dhing vnde gaf hären Merkeline sinen del an dhan groten cremen.
344. Johannes Schonegge quam an geheget dhing vnde begauede Nycolawese Mosolfe vnde sineme sone dhe stede op dheme rodhen- berge, dhar dhe stove4 stunt.
346. Baldewin vnde sine brodhere quamen an geheget dhing vnde begaueden Nycolawese Mosolve de wordstedten, dhe an eme leget.
1 Lücke für den Namen.
2 Giouch *= Glaucha.
3 Alexander, der Schnltheiss. ist wohl hier als „früherer Schnltheiss" zu ver- stehen, da die Stelle Fol. 32 b deutlich R61e als den gegenwärtigen Schultheissen nennt, Alexander aber nur früher als solcher vorkommt.
4 tStove* ist gewöhnlich Badestube, Einrichtung zu warmem Baden; solche Stuben waren häufig auch Zechstuben, Wirthshäuser, manchmal auch Bordelle.
46 ÖeechichtsqueÜeh der tVorinz Sachsen.
346. Albrecht de Schrodere vnde sin sone quamen an geheget dhing vnde. begaueden Hermanne vonVriberg an dhan lutteken cremen l tvene creme.
347. Thyle, hären Alderes swager, quam an geheget dhing vnde begauede Hermanne van Vriberg enen vleschscheruen an dhere slippen.
348. Pavline, Tzowerekes wif, quam an geheget dhing vnde be- gauede Jacope Heringmenggere heren hof, dhe bi eme leget; vnde . . .
349. Jacop Herengmengere quam an geheget dhing vnde begauede sineme wive vnde sinen kynderen dhan seluen hof vnde svat he nv heuet vnde immer mer gewinnen schal, na sinem dodhe.
350. Bertram Bozere quam an geheget dhing vnde begauede Thylen van Beleberge ene stede sines egenes, dhat an sineme dore leget.
folm» 351. Har Rathmar vnde Lvdeke, sin brodher, dhe quamen an ge- heget dhing vnde begaueden Lvdeken Keseling ere wingarden vnde vif scharne.
352 Har Rathmar vnde Lvdeke, sin brodher, de quamen an ge- heget dhing vnde begauede Hermanne uon Tzorebeke vif houe vor dheme galgdore.
353. Heyse Korle es komen an gehet dhing vnde euet begauet Beningnen, sineme wiue, vnde sinen kynderen al dhat he nu heuet vnde imber mer gewint
354. Haren Brvnes sone Johan vnde Johannes sin komen an ge- heget dhing vnde hebbet gesät Heysen Korlen ere egen, dhat het liaren Brunes worth, vor viftein marc; geuet se Heysen vor sente
s«ptbr. 89. Mycheheles dage sin siluer, so es ere got ledheg; dhat schal mit or- kunde dhes lichteres vnde twiere scheppenen gesehen.
355. Johannes Bornemeister vnde Benigne, sin svster, sint komen an geheget dhing vnde hebbet begauet Hermanne van dheme Dore vnde sineme wiue vnde sinen kynderen dhene hof, dhe an dheme stige leget vor dheme Rodhewellen dhore.
356. Vnde dhe selue Herman von dheme Dore heuet begauet sineme wiue Sophyen vnde eren kinderen, swat he nv heuet vnde immer mer gewinnen schal.
357. Busse Schvz is komen an geheget dhing vnde heuet begaue mit eruengen geloue siner dochter Elsebethen vnde Kvnnen, erer medderen, sinen del dhes boues vnde swat he nv heue vnde immer mer gewinnen schal.
1 Die lutteken cremen wohl dasselbe, wie oben Fol. 28 b t weinige krenT ?
Die Hallischen Schöflenbücher. I. Buch. 47
358. Albrecht Scrodere is körnen an geheget dhing mit eruen ge- Fol s loue vnde heuet begauet Werner Voget sinen hof vnde hären Drosanes kinderen.
369. Har Johan ton Isleve vnde sin hvsvrowe Ysendrut sin koraen an geheget dhing vnde hebbet sec vnder en ander begauet; swel auer erest steruet, swat he let, dhat is dhes anderen al.
360. Haren Keinhardes sone Johan is komen an gehegeth dhing met siner mfder vnde heuet gegeuen Johannes, sines vedderen sone, two mark an sineme egene, vnde schal met eme an dhame hove sitten vnde sehal eme enen verdheng geuen to dhen twen marken1 to dheme iare.
361. Heydhenrec Schele is komen an geheget dhing vnde heuet begauet Hermanne von Vriberg dhat egen vor dheme Kodhenwellinge dore2.
362. Hedhenrec Kotce quam an geheget dhing vnde begauede Hermanne von Vriberg dhat egen hinder Hardunge von Koningesseh.
363. Har Euerhart vnde har Frederic von saente Mavricies quamen an geheget dhing vnde dhe marc geldes, dhe dhat goddeshvs von saente Mauricius hadde an dheme hove hären Kapardes kinderen, leten sie wedher op dhan seluen kinderen hären Kapehardes von dhes goddes wegeneS.
364. Bertram Keteler vnde sin moder sin komen an geheget dhing p0i. 55* vnde hebbet begauet Sophien, Bertrammes wibe, twintec marc an ereme besten gode, vfte sie leuet Bertrammes dodh; dhat ander is dhere moder; swan auer dhe moder steruet, so schal dhat gtt altemale Sophien sin4.
366. Henric Ronebiz sone quam an geheget dhing vnde begauede sineme vader dhen geuel half vnde dhe herengsscherne na sineme dodhe.
366. Koene von Tzorebek dhe vleschhowere is komen an geheget dhing vnde heuet begauet sinem wibe vnde sinen kinderen, swat he nu heuet vnde immer mer gewint; stirf Kone an eruen, so scal et sines wibes sin.
367. Busse de Rike quam an gehet dhing vnde gaf Hermanne Floyseken sinen egen, dhat dhar leget bi hären Ruschenberge.
1 D. i. zu den zwei Jahrmärkten.
2 Durchstrichen im Ms.
3 Gedruckt bei Dreyhaupt II. 478. Vgl. oben No. 236; am Schluss ist wohl zn lesen: t?on dhes goddeshuses wegene'. — Die Herren Euerhart und Frederic von saente Mauricies sind Canonücer des Moritzklosters.
4 Vorher geht ein ähnlicher Vertrag zwischen denselben Personen, ist aber durchstrichen im Ms.
48 Geschichtsquellen der Provinz Sachsen.
368. Haren Mycheles kindere ale dhre dhe quamen an gehet dhing mit eren hvsvrowen vnde mit eren hinderen vnde gaueden hären Rodolfes kinderen von Koneswdc ere egen an dheme markede.
369. Johannes, hären Peteres sone von dheme Rodhenberge, is komen an geheget dhing vnde heuet vortegen alles dhes, dhat eme ersteruen mochte von siner moder.
370. Jacob von Mozeliz is comen an geheget dlüng vnde heuet sineme wibe Johannen vnde sinen kinderen, dhe he bi ere heuet vnde noch gewinnen schal, begauet dhat egen, dhat he heuet liggen [dhen]1 bi dhen minneren brodheren2, vnde so wat he nu heuet vnde immer gewinnen schal, na sineme dodhe; dhe wile dhat he leuet, so wel he dhes godes geweldech sin; wel se sec sonderen von den kynderen, so schal se nemen kyndes del.
Foi.a5b 371. Vritse vnde Bvsse quamen an geheget dhing vnde begauedhen
hären Volcmere, ereme brodher, met eruen gelof eren hof hinder den scharnen.
372. Hinric Vasolt di cam in geheget din (!) vnde begauede sinen hof mith erven gelove Peter Tröste vnde Frizzen, sinen bruder.
473. Cune Questenberch di cam in gehege din vnde begauede sinen hof mith erven gelove Tilen Pupiz vnde sinen wiue vnde sinen kinderen.
374. Heine Kempe di quam in geheget din mith erven gelove vnde gaf sinen hof sinen wive vnde sinen kinderen.
375. Hermannus van Corbech8 di quam in geheget din vnde gaf den vrowen tu Helpede eine march geldes alle gerlic an sinie houe, di wile di tue kinder van der Porten leuen4.
376. Ludeke di Rode di quam in geheget tinch vnde begauede Jordan Krusen sinen del an der worth tu Glouc.
377. Peder Trost vnde sine brudere di quamen in geheget ding vnde begaueden den hof hinder Suauen Tilen vnde Vrizzen van Vdenne.
378. Ver Benigne vnde or kindere di quamen in geheget ting vnde begaueden Cunen Wesande den hof bi Jan Coke vnde sinen wiue ; dar van sal hei geuen vor Benignen ses march vnde den kinderen viue; stirvet di vrowe, so velt et wider oppe Conen vnde oppe sin wif.
Fol. 36* 379. Johannes Coufaz quam in geheget ting vnde begauede
1 Verschrieben.
2 Minnere brodher, fratres minores = Franziskaner.
3 D. i. Zorbech, Zorbeke, Zörbig. * S. Ko. 45.
Die Hallischen Schöffenbücher. I. Buch. 49
Hermanne vnde sinen kinderen vnde sine wiue tu erme liue den hof bi Conen Suafe.
380. Conrad factor calopidum di quam in geheget ding vnde be- gauede sine wiue vnde sinen kinderen, suaz he nu hed vnde immer mer gewinnen sol.
381. Sander Koian di quam in geheget ting vnde begauede sinen del sines houes sime kinde vnde Volmar, sinen brudere.
382. Jan Rode de quam in geheget ting vnde begauede sinen hof Bertramme Lutarde vnde sinen kinderen.
383. Johan Scepman de quam in geheget ting vnde begauede sinen wiue, dat he nu hed vnde immer gewinnen scal.
384. Tilo Alder suager de cam in geheget ding vnde begauede Hermanne Drosan den hof bi sunte Jacobpe. ■
385. Heineman de Rode cam in geheget ting vnde begauede sinen wiue den hof, dar he in is, vnde dat echen, dat tar tu hört, vnde dat echen, dat gegen Ruscenberge lit, vnde dat echen tu Glovc tu erme liue.
386. Hern Cegenbardes husvrowe vnde aller lrindere di camraen in geheget ting vnde begauden Bussen oren hof, vnde Busse di het en sinen borgen vort begauet vor achtentich march.
387. Diderich die Scone di quam in geheget ting vnde beguede (!) sinen hof Claus van Ginth vnde Johannes Croule vor tuendritich marc Vriberc siluers J binen vir iaren tft losenne. Actum est illud anno domini M°.CC.LXXX.VI°. 1286
388. Cune van Bernedorph di quam in geheget ting vnde begauede sine wiue vnde sine kinderen, suaz he nu hed vnde ymer mer ge- winnen scal, vnde des des wil he geweldich sin, di wile he leued.
389. Reinart vnde sin sone vnde sin wif vnde Johanes, sin veddere, p0i. so»» vnde Merten Bouin di quamen in geheget ting vnde begaueden den
hof, di Reinardes was, sineme sone, heren Hinrike.
390. Hinrich vnde sin vader Ronebiz di quamen in gehegeth ting vnde begaueden den gheuel half, di heren Cunrades was Grunigis, Jo- hannes Coufaze.
391. Johannes van Opin vnde Wellekin, sin suager, di quamen in geheget ting vnde begaueden den hof bi sunte Jacobe Cfinen Questen-
berge vor vir march; losed he is nich vor sunte Micheles dage, suelken septbr.aa. ßcaden si dar up dragen, den scal he aflegen; dat gelt scal he geuen mith tuiger scepen orekunde vnde des richteres.
1 Vriberc ailver =■ meissnische oder freiberger Groschen.
OeKUchtsq. d. Pr. Sachsen. XIV.
50 Geschichtsquellen der Provinz Sachsen.
392. Johannes Sconege di cam in geheget fing vnde begauede sin egen voruic galichdore vnde sin egen hinder Eisinge sinen wiue vnde sinen kinderen; di wile he leuet, so wil hes geweldich sin.
393. Gereke von Letkewiz cam in geheget ting vnde begauede sinen wiue vnde sinen kinderen, suat he nu hed vnde immer ge- winnen scal.
394. Hinric van Tunna cam in geheget ting vnde begauede sinen wiue vnde sinen kinderen sin egen vnde dat he nu hed vnde immer gewinnen scal an varender haue.
395. Jacobs dochter Johanna vnde Saffya Ysermengeres quamen in geheged ting vnde begaueden er tue del ores houes, di ores vader, Cuncen sone Leschehor.
396. Hinric van Tunna di quam in geheged ting met heruen ge- Poi. 37* löue vnde begauede Heynemanne Almere den hof, de || bi eme lit
aller neyst.
397. Sander, Cuncen broder Leschehornes, vnde sin sone di quamen in geheged ting vnde uortegen uppe Johanes Leschehorne alle der wardighe, des se an eme tho wardeden hadden an sineme gode.
398. Cunce Timberman di quam in geheged ting vnde gaf sineme wiue vnde sinen kindere alle dat he heft vnde dat he ummer chewint, na sineme dode.
399. Olric de remensnidere di quam in geheged ting vnde gaf sinem wiue vnde sinen kinderen alle dat he heft vnde alle dat he ummer chewint, na sineme dode.
400. Hermann uan Corbeke di quam in geheget ting vnde gai Symon Drosan vnde sinen broderen den hof, di heren Trawardes was.
401. Jacob uan Pegoe di quam in geheget ting vnde begauede Ludeken Somerwune vnde Jane de wort, de Jacopes was.
4(ß. Tile uan Lobeniz di quam in geheget ting vnde begauede den iroenhof uan Merwiz l Konen, des fogedes sone.
403. Johannes Moz vnde sine kindere di quamen in geheg ting vnde begaueden oc Conen ören hof.
404. Almar Balehorn vnde sin wif vnde sinen kindere vnde sin broder di quamen in geheget ting vnde begaueden Fritcen, heren Uolc- mares broder, enen haluen hof.
4< 5. Heideke Faze di quam in geheget ting vnde begauede sineme wiue tuelef marec an sineme houe na sineme dode.
i Der Herrenhof, Rittergut Merwitz. S. Dreyhaupt U. 921.
Die Hallischen Schöffenbücher. I. Buch. 51
406. Johannes, sin broder, di quam in geheget ting vnde begauede Heisen Corlen sinen del des hofes.
407. Her Uolmar uan Godenberg1 di quam in gehegeg (!) ting vnde begauede sineme wiue vnde hören kinderen tein marec geldes an sineme hove.
408. Hedenric Cotze di quam in geheget ting vnde begauede Fol. 37 b Niclause Mosolue dat egene, hinder Hardighe lit.
409. De Ruschenberge di quamen in geheget ting vnde begaueden Ludeken Keselighe den hof, de heren Hfigen was.
410. De Ruschenberge di quamen in geheget ting vnde begaueden Heysen Plocke dat eigen to chechen Siuerdes dore2 lid.
411. Bertolt vnde Jan Chiselere vnde sine kindere di quamen in geheget ting vnde begaueden Heysen ßerfleten di tuene höve bi heren Jordane Crusen, vnde Bertolt di uorteg uppe sinen broder des wenichen houes, dar he inne is.
412. Tile Pupiz vnde Bestike van Sebene di quamen in geheget ting vnde begaueden Herengarde van Cerbeke vnde heren tuen doch- teren den hof bi den bröderen.
413. Heren Albrechtis kindere Herenmengeres vnde ore müder di quamen in geheget ding mit eruen geloue vnde begauende Tylen, oren swagere, vnde sine wiue vnde sinen kinderen oren hof.
414. Rudenger di Swarti di quam in geheget dink vnde bigauede Rudegere vnde Ludeken, sinen sonen, sinen hot vnde sine varende haue; he wil auer here wesen des, di wile he leuet.
415. Her Sander vnde her Henze Pruve di quamen in geheget dink vnde begauende Lodewige dat eigen vp den berline, dat heren Kroninges was.
416. Johannes Schriver di quam in geheget dink vnde begauede sinen wive Kremizius hof half vnde sin eigen in der halle.
417. Johannes Valewe dei quam in gheheth ding mit sinen wiue Fol 37 • ande mit sinen kinderen unde begawede sinen hof unde dat heghen
dar bi Johanni deme Rode, Ghiscken brodere.
418. Hey so Barath quam in gheheghet ding unde begavede Lu- deken, sinen broder, sinen del des hoves.
419. Conrat van Rodvelle dei quam in gheheghet ding unde be-
1 Godenberg, Gutenberg bei Halle, s. Dreyhaupt IL 904.
2 Ein Sivertsthor in Halle nicht bekannt; es kann also nur das Thor in Siverts Hause sein.
52 Geschieh tsquellen der IVovinz Sachsen.
gavede sinen wive, so wat he im havet unde iimber me ghewinnet, unde sc emc wider unde heren kinderen.
420. Johan Ruschenberich de quam in gheheget dinch unde be- gauede sinen wiue sin virdel des hoves unde sin uirdel des heghenes tho areme live.
421. Hedeke Fasse de quam in gheheget dinch unde begauede Ludicken Öumerwnnen an sime hove sez marc.
422. Martin Glum de quam in gheheghet dinc unde begauede Cünen Coyane an sime hove dri verdinche gheldes mit herve ghelove.
423. Ludeke van Quidelincborg de quam in gheheghet dinc unde begauede syne twe del sines hoves Heynemanne Almares vnde Wolc- mare Coyane mith herven ghelove, so wat he nu havet vnde umber me ghewinnet.
424. Philippus vnde Volrat Keweke quamen in gheheghet dinc mit heruen ghelove unde begaueden Johanne Valewen den hof, de hären Vingheres was.
Fol. 37 d 425. Heyne van Calve quam in gheheghet dinc unde begauede sinen wive na sineme dode, so wat he nu heuet unde umber ghe- winnet; he wil hes auer here wesen, de wile dat he levet.
426. Thilo van Vrankenleue de quam in gheheghet dinc unde be- gauede sinen wiue, dat he nu hauet unde umber me ghewinnet.
427. Lodewich Vinke unde, Cöno sin broder, de quamen in ghe- heghet dinch unde begaueden here heghen Drosanes kinderen der uppen berline.
428. Nicolaus Mosoulf quam in geheghet dinch mit herven ghe- love unde begauede hären Frederike unde sinen wive unde siner dochter kinderen den hof, de Kaien was.
429. Fricke Bodekere vor sante Nicolaus dore de quam in ge- heghet dinch unde begauede sinen wive, dat he nu hevet unde umber ghewinnet; de wüe hie levet, so wU hes here sin.
430. Vor Elseke, hären Jurdanes wideve, quam in geheghet dinch unde begauede orer dochter Oden oren hof half unde oren kinderen.
431. Her Merclin de aide de quam in geheghet dinch unde be- gavede Johannes, sines sones, dochteren CC. marc an den groten cremen unde in den clensmeden unde an har Alrades hove unde an sime garden an deme graven, beredet he eine bi sime live, de anderen II de scolen doch CC marc behalden an deme benomeden heighenen, unde stervet de eine, de lette beneidet C marc; der junevrowen brodere de scolen dat heghen losen, nicht de vader.
432. Hermannus van Sorbeke, Keweken svagher, quam in geheghet
Die Hallischen Schöffenbücher. I. Buch. 53
dinch unde begavede sinen wive, so wat se nu hevet unde umber me gewinnet; winnen se herven, so nemet se kindes del; he will es here wesen, de wile dat he levet.
433. Haren Brunes kindere quamen in gheheghet dinch unde be- Fol. 35 • gaueden Heysen Corlen aren groten hof ande den wenighen hof half, unde dat andere del begavede Johan sinen wive.
434. Heyno van Zustowe de quam in geheghet dinch mit erven ghelove unde begavede Thiderike van Rüwenis den hof bi den bro- deren. Thideric begavede XII marc sinen wive an deme selven hove.
435. Herman von Sorbeke quam in geheghet dinch unde begavede dat heghen yorme galghendore to me spitale to sflnte Mauricio1.
436. Johan von Lutdickendorp ande sin wif quamen in geheghet dinch, begaveden aren hof Claus van Reveninche.
437. Heynse von Mersebärch de zedelere de quam in geheghet dinch, begavede sinen wive unde sinen kinderen, dat he nu hevet unde imber me gewinnet; he will es herre wesen, de wile dat he levet.
438. Claus Ceghencop vnde Albert ßers undeVolcmar, sin broder, vnde Cfinen wif Suaves de quamen in geheghet dinc mit erven ghe- love unde begaveden Heynemanne Almares Ceghencopes hof.
439. Johannes, hären Jahanes sune de seuworeten, quam in ghe- heghet dinc unde begavede sinen wiue VIII marc an sineme redesten gode na sineme liue unde sinen hof half to erreme live.
440. Cone vamme Dike quam in gheheghet dinch unde begauede Johannese deme scriuere sinen haluen hof mit erue ghelove vor achte marc unde III lot; loset hene binne VI jaren, so is auer sin, loset hene nicht binnen VI jaren , so scal eme Cone jo des jares ghiven I marc. He scal et losen met oreunde des scultheten vnde tuier seepen.
441. Hey so Cremiz de junche de quam in gheheghet dinch unde begauede sinen hof Johannes deme scriuere.
442. Tilo Cisic quam in gheheghet dinch unde begauede sinen wiue, dat he nu heuet unde iumber me ghewinnet; werden en kindere, so scal se hebben kindes del; he will es herre wesen, de wile dat he leuet.
443. Johannes, meisteres Sifrides sone, quam in gheheghet dinc Foi.38*>
1 Beim Moritz -Kloster war noch ein Spital, gestiftet von Wichmann, Erzbischof Alberte IL Marschall, 1220. Es diente zur Unterhaltung der armen Leute aus der Moritz -Gemeinde und durfte ohne Erlaubnis des Erzbischofs und der Bürger vom Propste von St. Moritz zu keinem andern Zwecke benutzt werden. In dem Hospi- tal war eine Capelle des heil. Johannes.
54 Geschieh tsquellcn der Provinz Sachsen.
unde begauede hären Peteres dochtere, des molneres, sines broderes del an sime houe na ares mannes dode to areme liue mit erve ghelove.
444. Johannes, meister Sifrides sone, quam in gheheghet dinc mit erve ghelove unde begauede Conen van Sorbeke unde sinen wiue unde sinen kinderen dat heghen, dat sines vader was.
445. Jaanes kindere Smoles quamen in gheheghet dinc unde be- gaueden Bertramme van Merseborch unde sinen wiue aren hof.
446. Hechehart de lore quam in gheheghet dinc unde begauede Hildebrande deme lore dat heghen bi den broderen mit erve gheloue.
447. Heyso Hiserenmenchere quam in gheheghet dinc unde be- gauede sinen wiue, dat he nu hauet unde iumber me ghewinnet.
448. Heinric Bodeuuin quam in gheheghet dinc mit eihien gheloue unde begauede Hermanne van Vriberch sine duene scernen upme scohoue an de II hus in der smerstrate.
449. Heynric Boydewin de quam in geheget ting met eruen gelofe vnde begauede Domas Cheylinghe vnde Henninghe vnde Conen Que- stenberche to siner hant tu marc geldes; des lit en marc an Heysen van Cotene vnde en uerding an Cuncen Timbermane vnde en half marc an Wernere Uogede vnde en uerding an Jacob Monekes scernen, to Domase8 liue.
450. Herman uan Gota quam in geheget ting vnde begauede sine wiue, dat he nu heft vnde iummer mer gewint; wint he ereue, so scal se kindes del hebben.
451. Johannes Scuz quam in geheget ting vnde begauede sinen wiue met eruen geloue sin del des houes to erme liue.
452. Heidenric Cotze quam in geheget ting vnde begauede Jo- hannes vnde Jacope den dreddel deyl an den groten cremen vnde en ferdel an deme dredden deyle.
453. Bosse vnde sin dochter vnde Johannes, sin broder, unde sin wit quamen in geheget ting vnde begaueden den dredden deyl van me houe Bossen Cegenbarde.
Fol. 39» 454 Johannes vnde Bosse vnde Sander di quamen in cheheget
ting vnde begaueden Conen Fleminghe vnde sinem wiue vnde sinen kinderen den hof in der smerstrate binnen inne to regten ereue tome jare vmme dre marec.
455. Soldan quam in geheget ting vnde begauede sinen kinderen dat echen, dat heren Siuerdes uamrae Hofe was.
450. Cone Questenberg quam in geheget ting vnde Johanes van Oppin vnde sin wif vnde begaueden Diderike vamme Dike vnde sinen wiue vnde sinen kinderen dat echen bi sunte Jacope.
Die Hallischen Scliöffeubücher. I. Buch. 55
457. Folcmar Coian quam in geheget ting vndo begauede Conen Questenberge den hof bi der müren 1.
458. Henning Trost quam in geheget ting vnde begauede sines sones wiue an sineme houe tuinting marc, heren Abelen dochter; den hof Seal he 16sen met örkunde des scultheten vnde tuier scepen na sines sones dode.
459. Johannes Scriuere quam in geheget ting vnde begauede Johanncse, mester Siuerdes sone, den haluen hof, de Cöne uamme LHke was; de söhie Johannes, meyster Siuerdes sone, de begaueden uord Johanes Selige nuor agte marc vnde III lot, lost ene Conen vamme Dike binnen diesen ses jaren, so is he sin; he scal dar io des iars eyne marc af geuen; den scal he lösen met orcunde des scultheten vnde tuier scepen.
460. Herman uan Sverz quam in geheget ting vnde begauede hern Jane uan Isleue vnde siner husfroen, uern Isendruden, sinen hof met eruen geloue.
461. Claus uan Northusen quam in geheget ting met eruen geloue vnde begauede Heysen Kerecmissen den hof, de hinder iome lid, den Lodewich Fleyzhower hed binnen uif iaren to losende.
462. Baldewin quam in geheget ting met eruen geloue vnde be- gauede sinen del des houes Hannese, sinen broder, vnde Uolcmare to Henrikes hant.
463. Conrat Uinke quam in geheget ting vnde begauede Lodewige, Fol. aub sinen broder, sinen del amme geuele an den heringboden.
464. Heyseke Giselere quam in geheget ting vnde begauede sinen wiue sine tuene houe uor sestic marc; maket he ior uer pannen imme dfldischen bornen2, so sint de höue ledich.
466. Tile Goltsmet quam in geheget ting vnde begauede sinen wiue vnde sinen kinderen, dat he nu lieft vnde uinmer gewint; gebüt got ouer iön, so scal se nemen kindes del.
466. Johannes Landesberg vnde sine brodere quamen in geheget ting vnde daden Fritzen Tröste den scernen bime loke to rechten ereuc umme eyne halue marc io tome iare vnde sinen wiue; sterft he an ereue, so scal et Hennighes sin vnde Peteres.
467. Hagedornes dochter vnde iöre kindere quamen in geheget
1 Stadtmauer.
* Die vier Soolbrunnen sind der deutsche Born, Metcritz, wendische Born (oder später Gutjahr) und Hackeborn. S. Dreyhaupt I. Anh. S. 11 ff.
56 Geschichtsqucllon der Provinz Sachsen.
ting vnde begaueden Heysen Giselere 6re eygen, der scolen se afgeuen des iars dre uerdighe.
468. Heyneman Questenberg quam in geheget ting met sime wiue vnde met sinen hinderen vnde begauede hern Hennighe, heren Lüdolfes sone, an sime houe vnde an sime eygene anderhalue marc tome iare.
469. Johannes Ruschenberg quam in geheget ting vnde begauede sinen hof sinem wiue to dorsal eygene na sime dode met eruen geloue.
470. Heynric uan Friberg quam in geheget ting vnde uortech an Hermanne, sinen brodere, aUerhande ansprake an sime gode.
471. Ratmar quam in geheget ting vnde begaue Ludeken, sinen uedderen, dat egen went an den hof.
472. Her Henric de pape vnde Jan, heren Reyardes sone, quamen in geheget ting vnde begaueden Johannese, iöres uedderen sone, höre del an me houe; sin husfroe heft iöre liftucht daran.
473. Herman de Langhe quam in geheget ting vnde begauede sinen wiue vnde sinen kinderen alle dat he hed vnde imer mer ge-
folio* wint; is dat || Herman sterf, so scal se kindes del nemen; he weis herre sin, de wile he leuet.
474. Otten wif Richewines vnde sine kindere quamen in geheget ting vnde begaueden Wernere Uogede iöre eygen an deme houe.
476. Martin Glum quam in geheget ting met eruen geloue vnde begauede Conen Coiane sinen hof bime Rodewelge dore; der heff he bouen coren Symon Drosan vnde sinen broder to uormfinde sinen kinderen.
476. Wlrat Keweke quam in geheget ting met sir suster, de Wille- kin heft, vnde met Berchten, iorer suster, vnde begauede Heynemanne uan Wesenstede vnde Johannese van Doringhesdorp dat egenKeweken, der de scole was, went an Valewen hof met tere eruen geloue.
477. Jan Stacius quam in geheget ting vnde begauede den hof to gegen sunte Gerdrude Rodecher deme Suarten vnde sinen sönen tuen Heysen vnde Johannese; Roderger weis herre sin, de wile he leuet.
378. Willekin Eyke quam in geheget ting met eruen geloue sinen hof Sandere Pröuen deme junghen,
479. Heyse Scüz quam in geheget ting met eruen geloue vnde be- gauede Hermanne van Zorbeke dat luttike hus vnde dor went an den stal.
480. Jan uamme Stendore vnde sine suster quamen in geheget ting vnde begaueden iören hof heren Hencen Pröuen vnde BaJdewine
Die Hallischen Schöffenbücher. I. Buch. 57
vnde Clause uan der Holtwort1 vnde Hermanne Hundertraarke vnde Heynen Ronebize vnde Janen, sinen uedderen.
481. Euerhart de uleschower quam in geheget ting vnde begauede heren Hildebrande sinen hof vnde sinem wiue to ereme liue.
482. Claus van Oppin vnde sin husfroe quamen in geheget ting vnde begaueden Conen Questenberge sinen kelre vnde dat hus derbi
uor tu mark geldes; || geue he iome teyn mark, so wer eyn marc Fol. 4o'» Iedech, geue iome tuintich, so weret al ledech met örkunde tuier scepen vnde scultheten.
483. Henning van Kotene quam in geheget ting vnde begauede Clause uan Oppin vnde sinen wiue dat egen weder bi sime houe bet an ueren Sapheken hof.
484. Lodewich Uinke de iunghe quam in geheget ting vnde be- gauede Bosseken Riken den geuel half in den heringmengheren.
485. Godeke Fridach quam in geheget ting vnde begauede met eruen geloue sinen hof Jane van Dösne vnde sinen wiue vnde sinen kinderen; is dat sin wif sinen dod leuet vnde heft he ereuen, so is de hof half der vrowen vnde half der kindere.
486. Wlrat Keweke quam in geheget ting vnde begauede Heyne- manne van Wesenstede vnde Johannes van Doringhesdorp Philippuses erefdel an der rege der scole; worden dar chen bröc an, darvor heft he begaued sin erefdel andersid2.
487. Jesebete, Keweken dochter, quam in geheget ting med eruen geloue vnde begauede Heynemanne van Wesenstede vnde Johannes van Doringhesdorp öre erefdel an der rege der scole.
488. Heyse Barat quam in geheget ting vnde begauede Ludeken, sinen broder, sin erefdel an deme houe also bescedeliken, dat sin suster Elizabete tue mark dar an hebbe to iöreme liue.
489. Ludeke Barat quam in geheget ting vnde begauede siner husfrowen den hof half to ioreme liue also bescedeliken, dat sin suster dar an hebbe öre tu mark to oreme liue.
490. Johannes Scriuere quam in geheget ting vnde begauede Brune Cremere vnde sinen wiue vnde sinen kinderen dat egen to chegen Bernaz hus met eruen geloue.
491. Bertrammes wifBarates quam in geheget ting vnde begauede Fol. 4i»
1 Von der Holtwort, später einfach Holzwirth; 8. Dreyhaupt II. Anh. 66, wo auch ihr Siegel.
2 S. oben No. 476; m der rege der scole* heisst Jn der Reihe der Schule*, d. h. neben der Schale oder in der Verlängerung der Front der Schule.
58 Geschichtequellen der Provinz Sachsen.
Bertramme, iöreme sonen, dat egen uppeme rodenberge; de wile se leuet, wel ses selue frowe sin.
492. Eckehart Löwere quam in geheget ting vnde bogauede Sandere Lowere vnde tuen heren Hildebrandes sonen dat echen bi den broderen.
493. Albrecht Rusike quam in geheget ding vnde begauede sinemen viue vnde sinen kinden, suat nu hat vnde imer geuinet.
494. Sander uan Kotene quam in geheget ting vnde gaf sinen dochteren vnde sinen wiue sinen hof half vnde sine varende haue vnde dat he nu heft vnde vmmer mer gewint; vnde de wile he leuet, so wel he des sölue herre sin.
495. Herraan van Gota quam in geheget ting vnde gaf siner hus- frowen vnde sinen kinderen, ef se wint, dat he nu heft vnde vmmer gewint; storeue Herman vnde hedde sin husfrowe kindere, so scolde se kindes del nemen; de wUe he leuet, wel he des sölue herre sin.
496. Johannes Bodo quam in geheget ting vnde begauede sinen wiue vnde dren sinen kinderen sin egen vnde dat he nu heft vnde vmmer mer gewint; selue wel hes herre sin.
497. B088O Hagedorn vnde Fritze Gerdenere quamen in gehege^ ting vnde begaueden Heynemanno Almari also dan egen vnde also dan erue, also si beyde gehat hebben, mit eruen geloue, so ut Fritze Gerdenere gehat heuet vnde bi namen di kamere Hagedornes hof ge . . A
498. Cuno