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LITTERARISCHEN VEREINS
IN STUTTGART.
CCVI.
T n R T K a R w.
PROTECTOR DES LITTERARISCHEN VEREINS IN STÜTTGAKT SEINE MAJESTÄT DER KÖNIG.
VERWALTUNG:
Präsident: Dr. U. Fischer, professor an der Universität Tübingen.
Kassier: Kanzleirath Roller, universitäts-actuar in Tübingen.
GESELLSCHAFTSAUSSCHUSÖ :
Dr. Baechtold, profesRor an der Universität Zürich.
Dr. Barack, oberbibliothekar der universitäts- und landeBbibliothek in Straßbnrg.
Professor Dr. Böhmer in Lichtenthai bei Baden.
Dr. Hertz, professor au der technischen hochschule München.
Direktor Dr. v. Heyd, oberbibliothekar in Stuttgart.
Dr. Martin, professor an der Universität Straßburg.
Dr. K. v. Maurer, professor an der Universität München.
Dr. S i e v e r 8 , professor an der Universität Leipzig.
Dr. Steinmeyer, professor an der Universität Erlangen.
Dr. Strauch, professor an der Universität Halle.
Dr. Tobler, professor an der Universität Berlin.
Geheimer regier ungsrath Dr. Wattenbach, professor an der Univer- sität Berlin.
DIE HAIMONSKINDER
IiN DKUTSCHBK ÜBERSETZUNG DES XVI JAHRHUNDERTS
HERAUSGEGEBEN
VON
ALBERT BACHMANN
GKOKUCKT FÜR DEN LITTERARISCHEN VEREIN IN STUTTGART
TOBINGEN 1895.
ALLE RECHTE VORBEHALTEN.
159543
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DBUOK VON H. LAUPP JB. IN TDBINOSN.
INHALTSÜBERSICHT.
Seite
Einleitung DC
Text
I kapitel. Wie der hertzog Anion dem keyser Early sine fier sun
gäbet, das er sy zuo rytter schlüeg, und wie er sy mit einer eignen band zuo rytter Bchluog 1
II kapitel. Wie der keyser Early sin sun Lohar inn botBchafftz
wyß gen Agremunt scbickt zuo dem bertzog Befes, und wie
er ertOdt ward von dem bertzog Befes sampt sinen ryttem 4
III kapitel. Wie die zecben rytter iren bereu gen Paris irem
vatter bracbtend, und wie der bertzog Amon ab dem baf
scbied mit sinnen fier sünnen 11
lY kapitel. Wie der keysser Early ein grossen zug wyder die dry fiirsten samlet, und von dem grossen strytt, so vor Troya inn Scbampannia bescbacb zwüscbend Early und den dryenfürsten 14
V kapitel. Wie die dry bruodem mit Early vereintt wurdend,
der vergab dem bertzog Beifes sines suos Lohars tod, den er ertödt hat 18
VI kapitel. Wie der bertzog Beffea von Agremunt scbantlicben
ermiirtt ward von etlicben verrettem 21
VII kapitel. Wie Rengno'd Bartbolome, des keysser Earlys vetter,
mit dem scbacb zuo tod pcbluog 25
Vin kapitel. Wie der keyser Early die fier sün Ammon inn irem
scblos Montfort belegret mit sinem züg 29
IX kapitel. Wie Rengnold und sine bruoder uß dem scblos fiellend
und Early vyl volck erscbluogend 34
X kapitel. Wie Muntfort verratten ward und verbräntt, und wie
Rengnold darvon kam mit den sinen 40
XI kapitel. Wie der bertzog Amon sine sün fand und mit innen
streytt und sy überwand und innen all ir volck ummbräcbt . 48
XII kapitel. Wie Rengnold und sine bruodem so lang inn dem wald Ardannia belibend, das sy allerdingen scbwartz, ungstaltig und gebarrecbt wurdend wie die tbierer, und wie sy zuo ir muotter ryttend 53
Xlil kapitel. Wie Rengnold und sine bruodem von ir muotter
VI
SHtr
Bchiedönd, und wie ay und ir vetfcer Magia auo dem kuüig
iim Gaötgunnia kämmend, der namm sy an inn sionen dienat 61
XIV kapiieL Wie Rengnold und eine bruoder und Mügis, ir vetter, Borgouü den heyd uß dem küngkrich Gastgunnia vertribend
mit Binem voick .,..,,»..,.,*.,., 63
XV kapitel. Wie da8 acbloß Muntabant gebuwen ward, und wie der kimig Johana Rengnolden sin sebwester zuo der ee gab
mit grosse« eeren 68
XVI kapitel. Wie Karly vernamm. Rengnokl und sine bruodern werend inn Gastgunnia, darumm er dem kunig Jobaos enbott, er aöt imm sine fjend snhicken, oder er wette um bekriegen, und was der kiinig Johana den botteu zeantwurt gab , und wie Ruolland an bärt' kam , und wie inn Karly wider die beyden acbickt 74
XVII kapitel. Wie Ren^rnokl und Magia gen Pam reytten uff den roßlouti*, und wie Rengnold durch ein buorig und darnach ouch von irem wyrt erkänt ward, und wie sy darvon kämmend 79
XVin kapitel. Wie Rengnold den pryß gwann uff dem roßlouff
und Karly sin kronn hinweg fuort 84
XIX kapitel. Wie der keyser inn Gastgunnia zog mit einem grossen zug und Rengnolden und aine brüeder inn dem scbloa Mun- tabant belegret 87
XX kapitel. Wie Ruolland mit sinnen gsellen uff die weydnig reytt, und Rengnold diewyl uß Munitibant fiel und innen grossen acbaden tbett 93
XX T kapitel Wie Rengnold und «iue bruodem verratten und verkouft wurdend durch den künig Johaus von Gastgunnia und sinen forsten * . . . , 98
XXII kapitel. Wie der kunig Jobans Rengnolden fiberredt i das er iich begab inn die ebny Vacolers zerytteu uff eßlen, er und sine bruodem * . 104
XXIII kapitel. Wie Rengnold der acht grnffen einer ertadt, do er sine fyend gsacb gegen im kommen 110
XXrV kapitel. Wie die fier aftn Amon von den Frantzossen an- gryffen wurdend, und wie Rengnold Felcker von MoriUon er- todt, und wie Riebart uff den tod verwundt ward .... 115
XXV kapitel, W^ie Richart uff den tod verwundt ward, und wie er sich an dem räch, der inn verwundt hat, und wie »ine bruodem groß nott erlyttend 120
XXVI kapitel. Wie sich die fier gebruodem inn dem velasen uffentbieltend, untz innen hilff kämm 124
XXVri kapiteL Wie Magi« demnach, ala im Godard die verrettery Ortzeit hat, so der kunig Johans an sinnen vettern begangen hat» brächt er innen sein liehe hilf, daz er sy darvon bracht 128
i
VII
Seite
XXVm kapiteL Wie Rengnold Gergis überredt, das er wyder
über das wasser schwampt und mit im streyt ..... 133
XXIX kapitel. Wie Raolland uod Gerges an ein andren käm- mend, also das im Gergis sin geschlächt ertzalt, und ein an- dren wottend geschlagen haben vor Early 137
XXX kapitel. Wie Magis sine vettern wider gsund macht, und wie Ruolland und Ollyfier den kunig Johans fiengend inn einem kloster 140
XXXI kapitel. Wie Rengnold und sine bruodern sampt irem vetter Magis wider gen Muntubant kommend und darnach den kunig Johans erloGt und Ruollanden und Ollyfieren überwand 145
XXXn kapitel. Wie Ruolland und Gergis inn unneinigkejt käm- mend, uod wie Richart gfangen ward 157
XXXUI kapitel. Wie Magis iun pilgrys wjß inn Karlys zält
kämm luogen, ob Richart nach läpte oder nüt 160
XXXIV kapitel. Wie Karly sine forsten einen nach dem andren batt, daz sy Richarden hancktind, und wieli keiner thuon wott dann Rippus von Rippamunt, und wie inn Rengnold erloBt
und Rippus an sin statt hanckt sampt etlichen siner hälffem 165
XXXV kapitel. Wie sich Richart sinen f runden ertzeigt, daz sy gese- cbend, daz er nach läpte, und wie einn hertter stritt beschach, und wie Magis gfangen ward von OUyfier 175
XXXVI kapitel. Wie Karly sin kronn uff gab, und wie Magis enttrann und Karlys kronn, sinn seh wert und och der zwölf fürsten Bchwcrtter mit im genn Muntabant truog 183
XXXVII kapitel. Wie Karly sin botachafft gen Muntabant schickt zuo Rengnold im sagen, daz er im sinn kronnen wider schickte, und wie Rengnold gfangen ward, als erden botteu daz gleyt gab VjO
XXXVIII kapitel. Wie Kengnold mit Ruollanden streit und inn überwand und gen Muntabant gfangen fuort 197
XXXIX kapitel. Wie Magis Karly utf Bayard gen Muntabant fuort und inn Rengnolden übergab und darnach hinweg schied, da- rumm daz er Rengnolden nüt vor dem fryden sin wot, und wie Rengnold Karly und sine fürsten wider ledig hinweg rytten ließ 203
XL kapitel. Wie der keyser Karly Muntabant stürmmen lieL>, und wie er den sturmm verlor, und wie er so lang darvor lag, das der mererteyl volcks darinn hunger starb 211
XLI kapiteL Wie Rengnold inn sines vatters zält nachtz reyt umm spis, der gab im, und wie er innen spis inn daz schieb schoß, darumm im Karly urlob gab 219
XLn kapitel. Wie Rengnold und sin volck üb dem schloß käm- mend und gen Dordonna fuorend, und wie daz Karly vemamm,
S«{to und wie er Muntabant um namm und daraach gegen Dor* donna zog * , . 2<
XLIII kapitel Wie Eengnold und äine braodem mit Karlj nirji- tendi und wie der hertKog Hiebart von Normandia gfangem ward, und wie Karly Dordonna belehret .»,♦,... 21
XLIV kapiteL Wie Magis zwenn koutfman fand, die siben dieben beronpt hatten d ; deren todt Magis fünfiT und gab den kouff- lütten das ir wyder und kämm gen Dordoftna kuo sinnen vettern 2B4
XLY kapitel. Wie Karly ein botschaft »uo Bengnolden schickt im sagen» daz er im den bertxog Richart wjder ledig ließ und im Magia uberantwurtto, so wett er fryd mit im machen, önd wie Kengnold den liertzog Richart wott erhaucken lÄsaen, und wie er im zwen dienner ertödt ...,,,... 239
XL VI kapiteL Wie der fryden gm acht ward zwtiBcheud Karly und den sfin Ammon. und wie Rengnold Ober mar fuor, und wie Karly Rengnolden brüeder entpfieug und darnach utt* brach und geo fLöttichj kani, uucl wie er Bayarden utf der brug da «elb» inn die Muü&el Heb wertfen, ein groaaen mnllyateinn am hal8, und wie er enttrann und nütertranck uodRengnol- den brüedern wyder ward 346
XL Vir kapitel. Wie Rengnold Magis zuo Constaonoppel fand, und wie ny mit einandren gen Jberusalem giengend und die atat beia^fret fundcnd von Krysten, uiid wie ay wider gwunnen und der kiinig erlöBt wurdend vou Rengnolden und Magi» 2^
XLVUl kapiteL Wie Rengnold undMagia van Jberusalem schiedend und inn das kfmgkrich Pulli a kämmend , da vertribeud sy den amirol Darbas, und wie ay demnach wyder inn Franck- rieh kämmend, und wie Rengnold ftine «wen aün Karly schickt, daa er »y zuo rytter uchluogt und wie sy mit Felcker» von MorillouB »iin atrittend und äy uberwundend , 260
Anmerkungen , , . . 263
Namen- und wörterverzeichnia , . . 278
IX
EINLEITUNG.
Der in yorliegendem band abgedruckte deutsche prosa- roman von den Haimonskindern bildet den zweiten teil der Aarauer hs. Bibl. Zurl. 41 , deren erster teil unter dem titel *Morgant der riese' als 189. publikation des Litterarischen Ver- eins erschienen ist. Dort findet sich s. XIII f. die beschreibung der hs. ; dort ist auch bereits erwähnt, dafi unser text von dem gleichen unbekannten Verfasser wie der Morgant aus dem französischen übersetzt sei.
Unsre erste aufgäbe wird also sein, die vorläge des Über- setzers nachzuweisen. Zu diesem zwecke habe ich zunächst unter den ältesten ausgaben des franzosischen Volksbuches von den 'Quatre filz Aymon' umschau gehalten. Folgende drucke sind mir, teils direkt, teils indirekt, zugänglich gewesen :
1. (Fa) o. o. u. j.; laut Brunet, Manuel du libraire IV 999 der älteste druck, gegen 1480 in Lyon entstanden (Paris, Bibl. Nat. Reserve Y« 364).
2. (Fb) Lyon 1495, bei Jehan de Viugle (Dresden, königliche bibliothek). Eine zweite, gleichlautende ausgäbe des sel- ben druckers vom j. 1497 liegt ebenfalls in Dresden, außerdem in Paris auf der Bibl. Nat. (Res. Y^ 366).
3. (Fe) Paris 1506, bei Thoraas Duguernier (Paris, Maza- rine Res. 348 B).
4. (Fd) Paris 1521, bei der witwe des Michel le noir (Dres- len, königliche bibliothek).
5. (Fe) Paris o. j. , bei Jehan Bonfons (Paris, Arsenal 13077 BL).
Durch die gute der Verwaltung der königl. bibliothek in Dresden ist es mir möglich gemacht worden , 2 und 4 selbst
II aimontkinder. a
X
einzusehn und mit dem deutschen texte genau zu vergleichen. Die in Paris liegenden drucke dagegen waren aus bekannten gründen nicht erhältlich ; um so ilank barer cnnpfand ich es, dal3 ein dort studierender land^uiann , herr dr J. Jeanjaquet aus Neuenburj^f, die Freundlichkeit hatte, mir trotz sehr be- schränkter mulezeit ein paar stücke aus ihnen abzuschreiben, die hinreichten, um ihr verbal luia zur deutschen Übersetzung mit einiger Sicherheit zu beurteilen. ■
Das ergebnis der angestellten vergleichungen war, da& D — so nenne ich fortan die Übersetzung — zweifellos aus dem franzosischen volksbuche geschöpft ist, daß aber keine der ge- nannten ausgabeu die direkte vorläge (V) gewesen sein kann. F a und b fielen gleich anfangs schon deswegen auüer betracht, weil sie als korperliinge Kengnolds 'XVI piedz* angeben ge- genüber den acht schuoch* in D (1, 24; 114, 38) ^ hujt piedz cde. Über b speziell s. noch u. Auch e mu&te aus- geschlossen werden; vergl. z, b. D 1, 24 acht schnoch oder raer = cd (huyt piedz saulve le plus), huyt piedz e. 1, 26 under den fürsten = ab cd, fehlt e. Ir herren, mine brüe- der und früud = abcd, nies aniis e. 3, 18 mit rainem
Schwert = ab cd, fehlt e. 3, 26 frunitukejt — ah cd, ^
fehlt e» 3, 30 insel Bri^ico^ l'isle de Colcos e, 3, 34
sin Schwert = abcd, lespee e. 3» 36 er, manheyt, tu-
gend und prilä = ab cd, honte et pris e. 4, 1 erlichen
und köstlich =^ abcd, honorabJement e. 4, 8 by guotten trüwen ^ ab cd, fehlt e usw. AI« weit weniger zahlreich, aber nichtsdestoweniger enUcbeidend erwiesen sich die abwei- chungeu von c; vergl 1) 1, 15 was, * gsin = d (fnrent), niou- rut c. 3, 1 gentzlichen zerstört == d e (tout gaste), gaste c, 3, 30 Brisco = d (lirisean), Brescan abc, 31, 12 mit allem minem v. = d , de mon pouvoir c. 13 ^m\ bertzog R.
= d, le dit R. c. 82, 11 zuo Muntfalckon = d e, fehlt abc, M 188, 32 und nam sin schwert = d (et print son espee), et ^ mist la niaiu a son espee et sen vint a maugia tout ire c usw. Ähnlich verhält es sich mit d; vergl. D 3Ü, 3 inn einem vast starcken schloß = c, en uug fort chastel d. 30, 16
reyt er von P. = c, fehlt d. 30, 17 was sin = c, est
»ienne d. 31, 10 Richart sprach = bc, fehlt d. 82,31
•1
XI
y my = abc, a my de. 189, 1 mit friden = c, fehlt d. 189, 16 und nam^ als daru£ = bc, fehlt d. 189, 20 ge-
stert « Cy fehlt d usw.
Soweit das yorliegende dürftige material ein arteil ge- stattet, mafi V zwischen c und d gestellt werden, und zwar näher zu d als zu c. Damit stimmt das ergebnis, zu dem ich auf grund einer durchgebenden sorgfaltigen vergleichung yon D mit d, unter steter beröcksichtigung von b, gelangt bin. Ich Terzeichne zunächst die falle, wo d gegen Db (= V) steht: D 8, 23 hundert tussend « b, mille d. 14, 16 Der hertzog A. sprach = b (fait le duc de bavieres), fehlt d. 26, 27
fiertzig gräffen = b, fehlt d. 31, 10 s. o. 40, 1 unser schlofi = b, le chasteau de montfort d. 41, 19 guotten
= b, fehlt d. 41, 7 f. H. yon Senna] hemier de la seine b, h. de lenseigne d (aber zu 41, 38 ebenfalls h. de la seine). 46, 14 du und Guchart = b, yous et richard d (daß dies ein fehler, zeigt d selbst zu z. 16, wo es übereinstimmend mit Db *lors print allard guichard^ hat). 57, 24 f. das er . . inn stal thett] faictes tost mener ses escuyers (cheyaulx b) en la yille d. 59, 15 und sprach = b, fehlt d. 61, 26 guotten = b, fehlt d. 62, 28 vor hin = b, fehlt d. 69, 16 tussend = b, cent mille d. 79, 32 silber = b, or d (aber zu
80, 5 hat d wie Db argent). 83, 35 sinn = b, sang d.
85, 7 ee er . . entband] avant quil b, quant il fut deslie d.
86, 4 überlut = b, fehlt d. 93, 34 mengklicher = b, on d. 100, 5 der alt gräf A. = b, A. vieil d. 106, 38 Min lieber Schwäger] mon beau frere b, mon frere d. 109, 11 uif unsern pf.] bien monte b, fehlt d. 118, 38 grossen = b, fehlt d. 124, 33 bluot = b, sens d. 131, 37 zepfand = b, fehlt d. 137, 9 üwer] charleniaigne et vous b, charle- maigne d. 138, 13 inn = b, les d (sinnlos). 141, 15 von stund an] orendroit b, fehlt d. 144, 3 den pryor = b, le Premier d. 148, 10 ist = b, estoit d. 149, 21 er = b, regnault d (falsch, denn Gergis ist gemeint; s. z. 28). 152, 34 mit sinner bruodern hilf] par la bonne chevalerie de ses fre- res b, de son frere d. 157, 11 den pryß = b, le pire! d. 167, 16 Und kam inn F. = b, fehlt d. 168, 26 guotter] nobles b, fehlt d. 170, 29 uff dis mal = b, in d im haupt-
XII
Satz. 172, 30 ein par — b, uiie partie d. 174, 21 f.
und gab den H j et fist armer r. b, fehlt d, 176, 'M füoff-
zeehen -^ l>, dix ou douze autres d (s, aber 174, 26). 179, 18 Ruolland ^ b, oli?ier d (offenbar falsch, da 0, nicht der ne- pueti Karls ist). 182, 36 und weod von K. sagen = b,
fehlt d. 189, 1(3 s, o. 196, 36 verliiessend ir = b, pro- tnismes d. 199, 26 an sattel = b, fehlt d. 204, 13
schönner - b, fehlt d. 208, 4 Anses - b, fehlt d. 218, 8 und gessenj et le nieogerent h, fehlt A. 22 sagt Rengnold = b, fehlt d. 221, 3 von froiiden = b, t^hlt d. 0 des er . . ward = b, iehlt d, 228, 33 und zugend g, Ü, zno
— b, fehlt d. 238, 4 hilfft mir got dahinnj se dien me
donne la grace (que je puisse Ja venir b) bd. 243, 24 uff den hochen thurnn] dessns la grant tour du portal b, desaus le portal I de la grant tour d, 253, 33 thorheyt = b,
felonnie d.
Wie man siebt, sind die abweichungen van Db (= V) und d höchst unbedeutend, sie bestebu zumeist darin, dala in d einzelne Wörter und Satzteile fehlen oder (oft sinnlos) ver- ändert sind. Nun ist d überhaupt ein schlechter druck, in dem auch sonst offenbare auslassungen und fehler andrer art an der tagesordnung sind (s. auch F, Pf äff, Das deutsche Volks- buch von den Heymonskindern, Freiburg i, B. 1887, s. XXII). Statt vieler beispiele hier nur noch einige. 1> 9, 3 an einen boum e.] pemlre et brauler au vent b, pendre que brusler au vent d. 20, 20 sy begerend gnad . *] quilz me viendront servir la ou hon me semblera a tout dix mille combatans se la mort de nostre filz lohier luj voulona pardonner b , quilz me viendront servir la ou bon donner d. 103, 25 das irs . ,] que nul ne le scaura que nous trois jusques a ce que le fait sera acomply b, que ne le scaura de nous trots jusques a ce le scait s. a. d. 136, 11 fügt d *et richard^ hinzu, trotz-
dem dieser todwund auf dem t'elsen liegt; s, 137, 4. 162, 17 Karly] darnach: et maugis len reveetit de son bourdon b, et m- se revestit de son b. d (s, anui.). 196, 38 so land . .]
envoye roland b, envere r. d usw* um so weniger wird man bedenken tragen^ jene abweichungen zwischen I > b (V) und d lediglich der nachlässigkeit des druckers voji d zuzuschreiben.
I
I
I I
I
XUI
Im fibrigen stimmen D und d in zahllosen fallen wörtlich aberein. Nur ein paar derselben seien herausgehoben, die zu- gleich zu zeigen vermögen, wie weit b im gründe von unserm texte absteht.
D
46. 28—32 Demnach . . . für rjttend.
62, 17—20 Land uns . annemen.
95. 1 f. Unglück . gfüert.
231, 38—232, 4 Der tag . . . maoßtend.
Et qnant regnault eut ce fait picqua bayard et comxnenca a abbat re les Chevaliers devant luy par teile maniere que les ruysseauz coulloyent dn sang des hommes et des chevaux. Et furent les gens charlemaigne si espoavantez de ce que r. faisoit qne ledit r. et ses gens passerent oultre . . .
Mangis dist allons par- ier au roj car bourgons a prins plusieurs de ses villes comme th. m. lecaire sainct g. t. et a. je croy quil nous retiendra . . .
malheur vous amena ODcques en g.
Saichez que la journee fiit piteuse düng coste et daultre . car depuis que les douze pers fu- rent meslez avec les gens r. ilz en occircnt plusieurs. Quant r. et 868 freres virent les- carmoucbe ilz se nies- lerent si asprementpar- my les gens cb. que chascun leur faisoit voye . . .
Et quant r. eut ce fait , il picc[aa bayart et entra en la greigneur presse et comroenca a faire si grant merveilles darmes qua tous lee gens de cb. estoientesbahys et ses freres faisoient si grant abatement de Chevaliers que nul nosoit aller devant eulx qui ne fus- sent occis. Que vous diray je plus. Saches que pource que nuyt estoit les gens de eh. estoyent si desconfitz que les gens de r. passerent oultre ceuz de lost . . .
Cousins dist m. yrons parier au roy yon et sil nous retient en bonne heure et sil ne le fait nous yrons servir le roy bourgons le Sarrazin qui est moult preux et saige et a ja conqueste de la terre du roy yon une grant partie comme tb. m. lietaire sainct g. t. et a. et se nous faillions icy la ne fauldrons nous pas . .
grant folie fistes de oncques venir en g.
Sachez que celle bataille fut si merveilleuse et si oruelle que cestoit grant pitie a veoir || II est vray que roland eut moult grant paour de cb. son oncle quil ne fust abatu quant il le vist parmy la mealee si sen alla incontinent aupres de luy et oHvier et ogier et tous les douze pers pour garder quil neust nul mal. Quant les gros- ses batailles furent assemblees lune contre laultre vous eus- siez veu une aspre et dou- loureuse bataille tant que ce- stoit pitie a veoir car depuis que roland et olivier et les douze pers de france furent
XIV
D
arrivez en fa rae»lee ilz com- raencerent a faire ßi g^raiii abatenieDt des j^eiiR de r. quilz leur fajsoient laiaaer la place, Quant r. et ses freies vi reut C€ Uz »e meslerent si nspre- raeot oontre les francoys que cbaBcua leur faieoit voye, . «
usw. usw.
Nicht sei teil liiibeii D (bzw. V) und d sogar lückeii und Hudre fehler gemeinsuto. 12, 4 Nut desterniinder . .] touteffois (dist le roy b) ee ainsi la fait jamuis ne luy latsserny la valeur düng denier car je manderay nornians berriiyers , . . Bi iray sur luy et entieremeut le destruiray. Kt aaymea luy disoit tousjours quil ne seffroyast de riens juaques a ce que aulcuu en fust retour oe d. DJe worte 'diät le roy* müssen auch 10 V gefehlt haben ; D merkt, daß das folgende nicht IQ Anses muud paM, und ändert; daß aber Karl spricht, ist ihm entgangen. 22, 7 Ich weyß nüt * .] il ne peut chaloir dist ung Chevalier. Je ne scay que ce peut estre (dist le duc b) car le roy . . bd. Dtis eingeklammerte fehlte auch in V; D schreibt daher die worte *je ae scay , .* dem ritter xu und schiebt z. 30 , von wo an offenbar der herzog spricht, 'sagt der hertzog' (fehlt bd) ein. 23, 13 ein rytter vor dem hertzogenj frappa ung devaiit le duc regnier d, fr. de van t le duc fion Cousin regnier b. Die Verderbnis von d hatte sehr wahrscheinlich auch V; U streicht Vegnier* , weil sinnloa. 33, 34 Der keyser . ,] regnauU lempereur cli. vous deffie d, i\ lempereur eh. roy de france si voua mande de par nous que vous luy rendez richard vostre frere pour en faire son plaisir et vouloir. Et se ce ne voulez faire eh. vous deffie . . b. S. anm. 42, 33 Allardj so auch d, richard et atard b. Dal* b das ursprüngliche hat , beweist d selbst, indem es von 43, 1 ('fand*) an das prädikat im plural setzt, was auf zwei Subjekte zurückweist ; D setzt durchweg den sing. 89, 22 s, anm,
123, 15 Richartl richard d, guichard b. Daß b das richtige hat» ergibt sich aus z. 12, sowie daraus, daü d mit b fort- fährt: quant alard et guichard euren t ce dit . . . 135, 33 |{. und ni enger mer] rolatiil d, r. et olivier b. Die lücke
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XV
hatte wahrscheinlich anch V ; D wurde durch den stehn ge- bliebenen plur. des präd. (assayerent) auf sie aufmerksam ge- macht und fQllte sie auf geratewohl aus. 154, 10 R. sprach . .] et lors se retourna r. et luy dist d, et lors se tourna vers r. et luy dist sire r. yous ayez essaye de roon espee mais non mye de ma lance oourte et grosse b ; dann erst folgen Rengnolds Worte, die das vorangegangene (von d und wohl auch V aus- gelassene) voraussetzen. 180, 1 Aber . . . lassen] fehlt d, quant roland lentendit il vint a luy et quant regnault lap- perceut venir il laissa tomber charlemaigne et courut sur roland b. Der satz in D scheint freie, durch das folgende (z. 4j veranlagte ergänzung der lücke, die V mit d teilte.
Auch die namensformen tun die nahe Zusammengehörig- keit von D und d dar; vergl. 1, 18 G. von Billyon] g. de billon d, g. de buyllon b (dagegen 2, 13 Bouillon = d, buyl-1 Ion b). 24, 4 J. von BoysJ j. de boys d, j. de bloys b.
30, 22 Hug von Babefort] guyon baubefort d, g. daubefort b. 90, 7 Barthole ufi T.] barthole dallemaigne d, bertault da. b. 104, 24 Godard = d, godras b. 118, 13 Agfedon] augue- don d, anguenon b. 123, 7 Mungon von Ficka] mongon
de ficque d, m. de fricque b. 161, 25 Godon = d, gay- don b usw.
Es kann nach alledem keinem zweifei unterliegen, daß D und d aufs engste mit einander verwandt sind. Am ein- fachsten erklärt sich ihr Verhältnis durch die annähme, daß d ein flüchtiger nachdruck von V sei. Sehr vieles spricht da- für, nichts, soweit ich sehe, dagegen. Allerdings ist ja die möglichkeit trotzdem nicht zu leugnen, daß 1) zwei vorlagen (wovon die eine d gewesen wäre) benutzt hat und daß es daher rührt, wenn ü teilweise gegen d mit den altern drucken stimmt. Allein es liegt* kein zwingender grund vor, mit dieser mög- lichkeit zu rechnen.
Jedesfalls werden wir aus der vergleichung von Ü mit d (unter Zuziehung von b) ein wenn auch nicht in allen einzel- heiten, so doch im ganzen zuverlässiges bild von der arbeits- weise und der leistung des Übersetzers gewinnen können.
Dieses bild stimmt, um es gleich zu sagen, im wesent- lichen vollkommen mit dem überein, welches sich für die Mor-
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Juntöbersetzung ergeben hat. Beginnen wir mit der kapital- nnteilung. Hier ist Ü ziemlich selbstiindig zu werke ge- gangen, was sdioii darin sich zeigt, daß seinen 48 kapiteln in F deren bloß 28 gegen« berstehn. Nur vier kapitel decken sich völlig mit solchen in F^: kap. 7 (= F II), 30 (Xl), 31 (XII) und 44 (XXI). Fünf kapifcel von F hat l) in mehrere zerlegt, flo I in sechs (1 — 6), III VII X in je drei (8 — 11; 16—18; 27—29) und VI in zwei (14—15). Solehe Zerleg- ungen haben auch bei den meisten übrigen kapiteln statt- gefunden , nur daß die abgränzungen in F noch weniger respektiert sind. So ist F IV = D 12. 13* (62, 3); V ^ 13"; VIII - 19. 20* (96, 10); IX =. 20^'— 26; XUI = 32-34' (170, 20); XIV ^ 34•^ 35' (180, 22); XV = 35^^ 36^ (186, 18); XVI - 3&*— 38' (198. 33); XVII = 38"*. 39' (204, 9); XVIII = 39" (204, 24); XIX = 39"^'— 42' (226,32); XX = 42^. 43; XXII = 45. 46^ (252, 18); XXIII - 46'*; XXIV - 47. 48^ (262, 3). Über F XXV— XXVIII 8. u. Mehrfach sind alineas des französischen textes für die ab- gränzung neuer kapitel niafig+!l>end gewesen , so 34, 29 (kap. 8/9); 40,24 (9/10); (58, 13 (l4/i5); 104, 19 (21/22); 100, 9 (32/33); 165, 6 (33/34); 174, 33 (34/35); 182, 36 (35/36); ■ 190, 2 (36/37); 219, 18 (40/41). Da, wo D zwei kapilel von " F zusammenfügt, ist ein paar mal die stereotype Wendung 'nun wend wir von . . sagen* sfcehn geblieben, die für den ka- pitelschluß cliarakteristisch ist; z. b. 96, 11 (F VlII/IX) ; 186,18 (XV/XVI); 204,23 (XVIIl/XIX); 226, 31 (XIX/XX).
Die kapitel überschritten faüt D im allgemeinen kürzer alsfl F; dalä eine reihe derselben eigentum des Übersetzers sind, versteht sich bei der stark veränderten einteilung von selbst. Einmal, bei kap, 24, decken sich titel und inhalt nicht ganz: der Übersetzer hatte an fang lieh die absieht, die erzählung von der verw IUI düng Richards in diesem kapitel unterzubringen,
^ Die angaben bezielin sich in diesem abschnitt auf Pb: d weicht einigeraal ab (kap. Vll ecliließt 88, 17; VIII 98, 15; XIV 181, 23; XV 187. 18; XVI 199. 11; XX 234, 19; XXIl 252, 37), aber offenbar nur infolge nacbläasigkeit des dmckera, da die {mit h stinimetiden) uberacbrifteu mit dem dazu gehörigen texte sich nicht immer decken. Auch D weist auf die einteilung von b.
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daher der achlußsat/ der Überschrift; erst niiclilier kam er da- ran ab (8. die Überschrift des 26, kap.).
In der an Ordnung des stoflFes weicht H in einem wich- tigen pnokte von F (a — e) fib. Hier folgt nämlich die Vor- stellung und der ritterschlLig der Hainionskinder (3, 3—4, 11) er«t nach der erzahlung von der »endung und dem tragischen ende Lohars (nach 'uß rütten* 11, 30). Man kann fragen, was den Übersetzar zu dieser nicht gerade geschiekten um- Bieilnng bewogen habe. Möglicherweise war ea die aus F herübergenoramene Überschrift von kap, 1 , welche die ände- rung verlangte, als er sich nachträglich zur teilnng des I. kap. ?on F (b. o,) entüchlofi, Noch einleuchtender ist folgendes. Nach der Schilderung des turniers, das dem ritterschkg folgt, fahrt F fort (vgK 4, 10 f): Lempereur eh. apres les jonstes faicte» den relourna en son palais a paris. Lors arraisonna .^es princes et barons . , - en diaant. barons trop ne me [puis] esbahir de lohier mon aisne filz qui tant demeure en son messaige. jay grant paour que aulcun inconvenieiit ne luy eoit advenu. car la nujt pasöee • - (s. 11, 30), Uns stimmt teilweise wört- lich zu der rede Karls, die in F der Vorstellung der Haimons- kinder vorangeht (= D 11, 23 ff,). D wollte nun vielleicht die Wiederholung veroieiden und nahm deshalb die Umstellung von Diese erklärung hat um so mehr für sich, als l> in der tat darauf ausgeht, sein an Übermii&iger breite teideodes ori- ginal, wo immer es angeht, zu kurzen; was in der einteitung zu der ausgäbe de^i Morgant s. XXllI gesagt ist, gilt satz für aatz auch hier. Eine menge von änderungen, zusammenzieh- angen und besonders auslassungen sind au{ diest*s bestreben zurückzuführen. Ich sehe aus rticksicht auf den räum davon ab, sie einzeln aufzuzählen. Der Übersetzer hat bei seineu Irzungen meist eine glückliche band ; verlmltnismüßig selten erwächst der erzahlung daraus ein wirklicher verlust, sei es [da& eine stelle weggelassen wird, die im hiublick auf voraus- gegangenes oder nachiolgendes notwendig ist, sei es daü eit^ hObseber zug verloren gebt. Dafür eiu paar beispiele. Nach \^ 37 fQgt F hinzti; et inconttnent envoya [regnault] de [>tiie8 pars (oaessagierft) pour avoir souldoyers. plusieurs gens Biini r. et plusieurs en envoya* mais ceulx quil retint il les
XVIII
., . 61, 7. Zu 143, B erzählt F: [Pignaud, psißsa le höh de la serpente en peu dheure on il rencotitra regnault et »es freres et maugis qiii aen retournoyent iv iiioii- ttuiban et emiiiennyenb avec eubt grant raultitude de prison- uiers. Ce grant larroo pignaud not» bien fcoutes ces chose« ptiis sen vint au siege . .; vergl 143, 16. V zu 213, 33: qutfl veist a celluy asaault la duchesse et öes petits etifans porber pierres a regnautt et a ses freres sur les miiraiiles il en eust eil grant pitie. car les deux enfans disoyent a leurs oncles. tenez nos ODcles ces pierres elles sont grosses assez. Teile deffence firetit ceulx de montauban quilz firent trebuscher eeulx des eschelles . .; D hat diese anziehende episode unterdrückt. 251, 34 setzt F nach 'wyrd* hinzu: puis alla a sa chambre« et print toutes ses robes et puis les getfca dedans ung feiu quant elles furent arses eile pritit une sarge violette ainsi comme son mary et la vestit et dist que janiais ne vestiroit dautre tant quelle eust veu son seigneiir; vergl. 261, 23 f«^ S, noch die an min» ™
Weit über das gewöhnliche tnai hinaus gehn die kürz- ungen von kap. 47 (s. 254) an, so sehr, daß überhaupt nicht mehr von einer Übersetzung, sondern höchstens von einer stark verkürzten^ oft selir freien bearbeitung des Originals gesprochen werden kann. Noch verbältnismäHig ausführlich sind behan- delt die kämpfe vor und in Jerusalem , an denen Rengnold und Magis so hervorragenden an teil nehmen » dünn der auf- enthalt der beiden beim könig von Pullia mit dem neuen sieg über den aniirol von Persia und endlich der empfang in der heimat (254, 16^ — 261 unten). Blola erwähnt dagegen werden die reise der söhne Kengnolds an den kaiserhof und deren kämpf tuit den verraten sehen spröJilingen Felkers von Morillon in anwesenheit Rengnolds und seiner brüder (262, 3^ — 17), dinge, denen F zwei 'volle kapitel widmet; teilweise übersetzt hier D lediglich die kapitelüberschriften in F; Comment re^fl gnault envoya ses deux enfans moult honnorablement au roy eh. a paris pour estre laitz Chevaliers (X-W^^J, Comment apres ce que le roy ch* eut doulcement receuz les deux filz de re- gnault ilz se coinbatirent aux filz de fouques de morillon et les descon firent en lisle nostre dmne a paris pource quilz
ivoient chftrge de tmhison regnaull de montauban leur pere urce qiiil avoü occis fouques rle morillon es plains de vau- uleurj» (XXVI). Gaiix imterdröckt wird schliesslich die er- klang von di>r heimlichen entfernuüg Itengnolds aus Munta- tit, seiuem mart^rium aln handlatig^er beiiu bau der Peters* kircbe tu Köln , seinem wundertätigen leichnam und seinem begräbnis (F kap. XXVII, XXVIII); statt alles dessen bietet D nur die knra^ notiz s. 262, 29 Q., mit beibelialtung einzig det sehiiiüsatzes iu F: Apres lenterreujent du corps sainct ses itts^ sen retoumerent en leurs pays. Es liegt nahe, diese fffiUetid starken ktirzungen aus dem verlangen des Übersetzers erklären, seine arbeit möglichst rasch abzuschließen. Aber cien grand atur tilgung wenigstens des letzten kapitels bildete r auch dessen ausgeprägt katholischer charakter. Wir o nämlich durch den ganzen roman die beobachtung ma- ebe», daß der Übersetzer stallen streicht oder ändert^ die auf katbolischeu glauben oder brauch bezug haben, an denen z. b. heilige genannt oder angerufen werden, von raes»e, beichte QdKl« die rede ist (s, einl. zu Morgunt s. XXVI II ü\). Ich habe mir über sechzig falle angemerkt, wo er so verfährt; wenn er's nicht tut, geschieht es wohl nur, weil er sich nicht anders zu helfen weiü; vgK z, b, 171, 31.
Solchen tendenziösen abweichungen vom original begegnen wir noch auf einem andern gebiete. In F kommt es sehr oft vor, daö die beiden bei starker gemiUsf»eweguiig weinen j der Übersetzer hält dies offenbar für unpassend und ändert fast regelnuiürg, im ganzen an etwa dreißig stellen (s. wieder die einU zu Morgant s. XXXII f.). Auch die häufigen ohnmachten, iosbasondere der ritter, sind nicht nach seinem geschmack und veranlassen ihn zu mehrfachen Streichungen. Ebenso abhold scheint er dem in F häufig geübten Irrauche , sieh lieim ab- .^ciuednelmien, wiedersehn oder bei andern gelegenheiten zu umartoen und zu kiissen; wenigstens unterdrückter mehr als /wufizig mal die betreffenden stellen des original«; s antn. zu 1U5, 17. Mit der Schilderung des ceremoniells verliert er über- haupt, gnnz im gegensatze zu F^ möglichst wenig worte, Ge- jit'nüber der umständlichen beschreibung der hochzeit flengnolds uud der damit verbundenen feäUichkeiten^ wie sie F gibt, be-
1
XX
guügt er sich (73, 27 ff.) mit wenigen benierkungen. De», händewagcbens vor tisch, das F mehr fach erwähnt, gedenkt nur ausnahmsweise einmal (193, 7) usw.
Die Übrigen sachlichen änderungen des Übersetzers sina zwar ziemlich zahlreich, aber nieist von geringer bedentung. Ich hebe einige der wichtigern heraus. 60, 16 Berchtold] lohier; die änderung begreift sich nach 29, 2tf. leicht. 196, 17 Gergis] le duc naymea. 197, 12 Gergis] regnault; vgl.
Ä. 13. 205, 31 Rengnold] richard. 207, 1 .Anges] ogier et naynieä; vergL z. 4. 224, 25 Hand ir . .] et vueil bien que vous sachez que moiitauban fut une fois ferme avant que voue le fissiez faire* ei le seigneur qui le (ist faire fist faire une voje qui va jusques au boys de la serpente, jestoye jeune enfant quant ia voye fut faicte et scav bien ou eile est. faictes buir ou je vous nioustreray et voua la trouverez sans faulte si nous en yrons sans danger. 225, 24 ff. zuo unserm . < . umm uns
hat] fehlt F ; s. das folgende. 226, 22 ff. Da vernam er , . , leyd fuorttend] fehlt F, nach diesem stirbt der herzog Ayiuon erst viel späUr^ als Kenguold wieder aus dem hl, lande zurück ist. Der Übersetzer wurde wohl dadurch zu dem zusatz ver- anlalät, dati weder hier noch im folgenden von den eitern der Uaimonskinder mehr die rede ist und Rengnold gleich alsfl herr in Dordonna einzieht. Das war doch nur möglich, wenn die eitern bereits tot waren. 240, 13 Türpinn] steht hier und im folgenden ^ bis 241, 31) an der stelle des herzogs Anses (uaynies); warum, ist nfcht einzusehn. Daii wirklich eine än- derung von D vorliegt, zeigt die hs. ; s. die fuiänote zu 241, 31. 253, 5 ff. den an fang des gesprächs erziiblt F ganz abwei- chend : je vous prie (sagt Karl zu Richard von N, ) que me dictes quelles prisons vous donna regnault ne quelles viandes a menger, Sire dist richard par ma foy ne par celle que je vous doy je eu meil teure prison et fus plus uise que jamais fut Chevalier, car jestoye iVstoye comme reguauit et bien sou- veiit uiieulx et vous prometz que la duchesse duuie clere me faisoit tres bonne chere et bonne compaignie avec ses deux beaulx enfans aymonuet et yonnet lesquelz sont moult courtois et pource sire je vous suplie tres huniblement se oncques maiuiastes que vous facez bonneur a alurd et a tous ses freres
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lil V0U8 plaiat car il mont tait de oioult riehes doua. et ail ?oii8 piaist vous aurez la duchesse pour recomniandee efc aes
[ifans car cetst la plus huuible dame du nionde. Richard dist roy je De leur fauldray fcant que jauray la vie au corps,
>4, 7 f. Da ward . . , öberaotwart] fehlt F; dafür i, 11 cb *bäad* der zusats: Sachez que les gena dient quti est
ficores en vie au bois dardaine. mais quant ii voit homme pn femuie il fuit ai que nul oen peut aprocher. 256, 30 f,
Teuer . . hetten] nach F wünscht Magis im gegen leil jetzt ahn, w»is ihnen nach den mühsalen ihrer pilgerfahrt vor
iMn not tue. Aber am nächsten morgen werde er bereit sein RengQolds seite zu kämpfen. Z. 33 hat dementsprechend F atutt *die zwen vettern* nur Vegnault^ 261, 3ö ff. Und «k . . * erfröwt wurdend] ganz abweichend davon läßt F hier Mogia abschied von seinen vettern nehmen, indem er Reugnold ftn die pflicht erinnert für das deelenheti derer, die durch ihn gefallen, zu beten. Et qiiant il eut ce dit il «e mist en la Toye pour aller en eon hermitaige la ou il vesquit saiiicte- ment lespace de sept ans. Et quant ce vint au hiiytiesme le bon niaugis treapaasa environ pasques, Dieu luv face niercy a laine. amen. Was l> nachher (202, 22 ff.) erzählt, ist Zu- satz des Übersetzers, immerhin nur insofern, als dort von Jlagis berichtet wird, waa F an der selben stelle Reognold tun liißt, der sich von den seinen wegstiehlt, um im elend für seine Sonden zu büüen (a. o.) 262, 21 f. und hielt es . . . ztio
iiuj fehlt F, 262, 26 f. do ordnet . . ,] nach F hatten sich die vier brüder schon früher, unniitteHmr nach derrt tode des paters, wegen des erbes ansei nandergeset/.t ; hier verteilt Ren-
aold nur seinen beaitz unter seine beiden söhne. 262, 33 f.
ad laptend . . stät] fehlt F.
Auf die bloß formellen äbweiehnngen vom original näher
änsugehn, uiut^ ich mir versagen, tSie sind in unserm texte Verhältnismäßig häufiger als im iVIorgant, rin weiterer beweis ^die auch sonst zu tage getretene tatsache, daü der über- tt selbständiger geworden ist, sicli freier zu bewegen ge- lernt hat. Allerdings fehlt es trotzdem nicht an beiapielen
Sr sklavische und darum uudeutsclie Übertragung ; s. die
araai. zu 34, 2; 45, 38; 53, 8; h\, 27; 55, 35f 107, 24;
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117, 16; 135, 19; 137, 8; 139, 17, 26; 160, 12; 168, 227 Ebenso lassen sich für alle die fehler und versehen, welche die einleitiing zu Morgant s. LX\' f, , LXX f, verzeichnet, auch hier belege finden. Die meisten sind in den anmerkungen untergebracht, auf die ich verweise; einige, welche dort un~ berückaicbtigt hlieben, mögen an dieser stelle noch erwähnt werden: 51, 7 der hiefi och MJ (picqua . , .) qui avoit nom effroys (tel lernen t d) quil loceist ; 'tellement* war natürlich auf 'picqua^ zu beziehn, nicht mit D an den davor stehenden satz anzuschließen, 116, 35 syt das du . .] puisque aul-
trement ne voulez avoir pitie de nous. 171, 8 und luort. .J et le mena aussi villainement comme sil eust este larron et le fi«i passer par devant le pavillon de charleniaigne* 248, 27 als ir dann K. e.] comme bien en monstrez lexemple au dnc richard.
Nur ein kurzes wort noch über die namen. Bei der wiedergäbe derselben verfahrt D im ganzen genau so wie im Morgant fvergL einl. s. LX f.). Von eigentömlichen, dort nicht vorkommenden verdeut-schungen seien erwähnt Gaudentz (Uanltier) ' , llüdfrid (Godeban d , Godebeau b), Guottemunt {Gutemault), Herman (Hernier), Johans (Yon). Mit ßernhart gibt D nicht nur Bernard , sondern auch Berrard , Benard wieder, mit Hug sowohl Hugues als Guy, Guyon, mit Felcker neben Fouques auch Fouquet und Faulcon, mit Am(ra)ou die vier uaraen Aymon, Aynionnet, Aymery (doch vergl. 94, 87 Amery) und Ämunoy. Barthelot erseheint einmal als Ikr- tholome, ein ander mal als Berchtold, Neben Montpellier, das aus F herübergenommen ist, kommt Mantpallier und Mum- pelgart vor. Äuftallend sind Pinard (= Pignand) und Spinol (^ Pinabel); doch vergl. Spinol im MorganL Naymes und Ogier hei&en auch hier Anses und Gergis wie im Morgant; aus diesem sind ferner entlehnt G alantin , Gallaranna (statt Galtenne), Olifier von Gennow (statt Vienne), Bemerkenswert ist Gallaffra 167, 13, gegenüber den verstümmelten formen Iftffre d, alaffre h.
In bezug aut die person des Übersetzers ist dem, was die
Die Verweisungen auf den text i. im glossar.
xxm
einleiinng zq Morgant s. LXXIII f. ausführt, nichts hinzu- zof&gen. Aüch das an jener stelle zur Würdigung seiner lei- stung gesagte besteht für die Haimonskinder zu recht; höch- stens, da£ diesen etwas größere Selbständigkeit nachgerühmt werden kann. Um so eher glaubte ich in Torstehender ein- leitung auf eine erschöpfende darstellung verzichten zu können.
Das verfahren beim «bdruck ist ebenfalls das selbe wie beim Morgant. Vergessen wurde dort zu sagen, was sich in- dessen von selbst versteht, daß die interpunktion von mir herrührt.
Ich schließe mit dem ausdruck lebhaftesten dankes an die Verwaltungen der Aargauer und Zürcher kantonsbiblio- tbek, ganz besonders aber der königlichen bibliothek in Dres- den für ihre mir bewiesene liebenswürdigkeit und nachsieht.
Zürich. Der herausgeber.
[Bl. 164*] Hie facht an ein schöne hystoria von den fier son des hertzog Amons von Dordonna nß Franckrich, das sind Rengnoldy Allard, Gochart and By Chart, nnd von irem ?etter Magis and von keyser Karly and sinem vetter Bnollanden, and wie sy der keysser Karly bekriegt lange zytt &
Wie der hertzog Amon dem keyser Karly sine fier
sun gäbet, das er sy zuo rytter schlfteg, und wie er
sy mit siner eignen band zuo rytter schluog.
In der warheyt so finden wir inn des keysser Karlys ge- thätien, das er uff ein mal nff ein pfingstag ein vast erlichen lo kostlichen häf hielt zno Paris, demnach als er wideruram uß der gegne Lorabardia kommen was, da er nun ein grossen stryt gehept hat wyder die unglöubigen, deren oberster hieß Guttellin von Senna, den er mit siner manheyt überwunden hat. By dysser Überwindung was vast grossen adel gsin von küngen, 15 hertzogen, forsten und graffen, heren , ryttern und knechten, als Salamon von Brettania, Doon , gräf zuo Mans, her Arnold von Bellanda, her Gallerran von Billyon und ander rytter. Die zwölf fürsten uß Franckrich wärend zuo häf kommen, desglichen ander künig und fürsten. Und under andren fürsten 20 was kommen der edel hertzog Amon von Dordonna und hat mit im brächt sine fier sün Kengnold , Allard , Guchart und Rychart, die wunderbarlichen schön jung fürsten wärend, in- sunderheyt Rengnold, der was wol acht schuoch lang oder mer. Uff dem selbigen fast und versamlung stuond keyser Karly 25 uff under den fürsten, zuo dennen sagt er also: >Ir heren, niine brüeder und fründ, ir wüssend, wie vyl landt/ und her-
UalniODtkinder. 1
2
achaffter%'*ioli * errobert liab mit üwer hilf iind bistand und so- vyl heyjiTai ertüdt und mir undertbenig gmacbt, ab ir unlang gsäcb^^ii'-hftüd am tinglöubigen Ciuttellin, den band wir uber- wuildfiii' und zuo krjstenlichem gloiiben gebrächt, wie wol ich grosse rjtterachafft und adel verloren bab uß schuld vyl unser .undÄrthannen und diennern , die nüt band wellen zuo uns -ko'miifen, wie wol wirfi berüeft band, als den hertzog Gerold ,Von Rosmllon^ Doon von Nantueil und der hertzog Befea von Agremunt gebrüedern. Ab dennen klag ich mich gegen üch ;'"/•'• 10 lind sagen üch : wo nüt her Salomon von Brettannia gsin were, derona raanlichen zehill'kam und entschutt mit dryssig tuesend strittern, und och her Lamprecht von Berrinn und her Ood- frid von Bourdella mit üaüerann von Bouillon, so weriud wyr all verloren gsin und Überwunden, als ir wol wüssend , und
t6 als durch disser dryen bruodern echukl, die mit nff unser ge- bot band wellen komuien, nach gehorsam sin, auuders der hertzog Befea von Agremunt, wie wol sy all mine lebenlüt sind und tnlw und dienst schuldig sind. Ich wyll im enbütten, das er mir komme diennen inn dyssem summer mit all siner
20 macht, und verseyt er uns das, so wyll ich by minem gott all unser frund berüeö'en und wyll Agremunt zerstören und inn sebantlichen erhäucken lassen«. Hft' disae red sagt der bertzog Anses zuo dem keyser Karly : »Her, mich dunckt, ir sötten d iich not also ertzürnnen nach hoen machen. Wend
sft ir ruinem rütt volgen, so sond ir dem hertzog von Agremunt ein hotten schicken, der du wyÜ und vernunftig sig, das der dem hertzogen üwer befelcb wol an zeigen könne. Und dem- nach wenn ir sin antwurt vernenimend, so werdend ir dann zerätt, waz Heb zethuon aig.^ »Inn der warheyt,« sagt Karly,
so »ir rättend mir rächt; aber ich weyü nut, wer mir min bot- schafft uJärichten well und den tod nüt entsitzen wnrd und die botschaÖt ußrichte,« Al)er as was nüt ein mentscb , der sich deren begehe; wann es warend iren vyl, die des hertzogen fründ wärend, als der hertzog Anion von Dordonna, der watfl
sft sin bruoder; wann iren warend Her bruodern. Do was der keysser Karly vast zornig und leydig und scbwuor hy gott,
25 völgOD hs. 35 Do| aim
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les hertzogen land müeßtend gentzlichen zerstört und verwilesk werden^ und es were kein mentscli uff' erttrich, der im dar?or
Imaestesin. ^Her^, sprach der hertzog Ainon von Dordonna, »ich rill öch guotz darnrnm verjecheu , hat er iich etwaz zeleyd
, das ir iou strüffend und fich rächend. Er ist üwer lehen- ^ man tind aol üch diennen und sin land von uch itin haben, Qod hat er uch zeleyd thän, ist mir leyd, und bekümmert mich,
^^das ir zoro gegen im tragend. Ich hab hie mine her sün, die aflcaaend Uch dtennen nach üwerem wjUeu.<r »Amon,< sprach Karly« »ich dancken üch ilwers guotten wyllens ; darum m ist i» min wyll, das ir ey har bringend, so wyll ich sy zuo rytter ichlachen, € Der hertzog Amon fuort sine fier sün für den
fliejrsser. Und do er sy gsnch, gfiellend sy im vast wol, [bl. 165] Rengnold, der eltat, sprach zuo im; »Her, ich byt ir wellend uns zuo rytter sehlachen » »o wend wyr öch i»
taltzyi gehorsamm sin zuo diennen.^ Der keyser Karly bernofft sin uiarschalck und sprach zuo im: »Bringend mir den har- nisch , der des künig Cedres gain ist , den ich mit miiinem schwertt ertödt bah im stryt vor Fampeüunnia, so wyll ich den Uengnolden geben. Und wyll den andren, sinen brüedern, 30 ander guot hämisch geben.« Der marachalck bracht den har- nisch , der was vast schöü und kostlich. Die fier sün Amon wurdend gewapnet, und Gergis von Tanneniarck, der irs stammet) s was, leyt Reugnolden die sporen an, und Karly gnrt im daz achwertt nmra ; darnach schhiog er inn zuo rytter und sprach: 26 »Ooit der allmechtig offne dich inn frummkeytt , eeren und inn nianheyt!« Darnach mü Rengnold uff sin pfert Bayard, desglichen nie gsächeu ward nach wyrfc nach des grossen künig Liexandera pfert; wann zechen mil zeloutten thet im nöt. L>is pfert ward ertzogen inn der inn sei Brisco; das hat im geben 30 ■in vetter Magis , des hertzog Befes von Agremuntz sun, das len keyser Karly darnach vast zornig machte als ir hören werdend* Der edel rytter Rengnold hat ein schonnen schilt
^an einem hals hangend; er erschutt sin schwert inn grosser hoifart, Mengklicher sprach: »Ach gott, well ein schön ner aa ist das! 60t uffne imm er, manheyt, tagend und prita!« was er öch ; wann er was als ein schünner, wol gsetzter manliclu'r rytter, als uÖ* ertriclt sin mocbt Sine brüeder
wurdend och erlichen imd köstlich gewapnet. Und sässend uff ire pfert und ryttend under Sant Victor nebend Paris ; da ließ der kejser ein * uff richten, dax die jungen rytter stechend. Die stächend wol ; aber Rengnold stach am hasten
6 uff Bayarden , dardurch er dem keyser wol gfiel, darurnm er ZOO im sagt: ^Rengnold, du wyrst nun für hin mit uns zuo stryt rytten.« Rengnold sprach zuo im: »Her, ich dancken üch ze tussend mallen. Ich verheyasen üch by guotten tnlwen, üch gehorsam zesin und trüliehen zediennen , und miiessend
10 mich niemmer mer ungerecht finden.« Nach dem stächen reytt der keyser wyder gen Paria ino sin pallast.
Wie der keyser Karly sin sun Lohar inn botschafftz
wyß gen Agremunt schickt zuo dem her t zog Befes,
und wie er ertödt ward von dem hertzog Befes sampt
sinen ryttem.
1»
Do er wyder inn pallast kam, beruofft er sin eitern sun Lohar und sprach ziio im: »Min lieber sun, du wirst mir die Ijotachafft thuon gen Agremunt Und füer mit dir hundert wol gewapnetter ryttern, und wjrst dem hertzog Befes sagen,
20 wenn er uns not komme dien neu uff den körifftigen suinmer, 80 well ich kommen Aj^remiint und all sin land zerstören und inn und sin sun erhäncken oder laben dig schinden lassen und fl sin frow verbrennen-« "Her,« sagt Lohar, »ich wyls gern thuon und wyls nüt uriderwegen lassen ntä forcht des todtz,
26 das ich im nüt üwer befelch untz zuo end sage. Und wyll morn früe u£F sin , ist es gotz wyll.« Do Lohara mornendes m den tag ersach , do ruat er sich und sin gselschafft vaat wol zuo, und ßässend uff ire pfert und kämmend für Karly, Lohier sprach zuo im: >Uer keyser, suchend, wie ich und min volek ■
HO gerüst sind üwer gebot ze verbringen [* »Lieber siin,€ sprach Karly, »ich befilch dicii goit, der tod und niartter gelytten hat, das er dich und din gselscbafft beware.« Damit schied Lohar hinweg (des Karly darnach groü leyd fnort) den aller
S an stelle des sternclienR in der hs. leerer räum; r. ann].
m
aechateii gegen Agremiuii zuo. Und schiiltend den hertzogen
ind sagtend, sy wettend im den kopff abscli lachen , wenn er
fiiineD wyder die billigkeytt thette. Acb, es gieng änderst zuo,
■dann sy ?ermeinttend ; des darnach menge frow imim Iren
leegmfichel kam und sovyl Und und «tett zerstört wurdend, g
idas semlichs eiu janimer zehören ist. Ein spedier hört alles
[daa, 80 »y seyttend; der kam ziio dem hertzog Ton Agremunt
[und ert^iüt ün, wie botten zno im kemniend von keyser Karly,
die troüwtend im vast, und des keyser Karlys sun were per-
I fiönlich du. Do das der hertzog hört, sprach er zuo sinen lo
Iryttern: >Ir heren, Karly achtet oder halt mich wol für tor-
recbtig, das er verraeint, ich soll im gehoröaramy thuon mit
allem minem vermögen, und schickt zuo mir sin eitern son
mir seuilicba zuo sagen, der tröwfc mir darmit grötälichen.
Darumm bvt ich üch umm rätt.« Üo sprach zuo im ein rytter, 15
I der hie& Symon; »Min her, ich wyll üch wol und erlichen
Irätteo^ wenn ir mir volgen weud, Entpfächend Karlya bot-
1 schafft wol und erlieh; wann ir wilssend wol, das er üwer
rechter her ist und das der wyder gotfc und recht thuot, der
wider sin rechten beren fycht. Her, band [bb 166J uüt ein a«
ulTäächen ufi* iiwern wyllen und uff da«, das imm üwer bruoderu
fljerold von Rossillon und Uoon von Naniueyü nüt wend ghor-
samm sin; dann wo ir Karly nüt ghorsamm sind, so wyrt er
üeb an lyb und guot straffen» und wenn ir im ghorsamm sind,
?wirt er üch lieb haben.« Do sprach der hertzog, er wett a& im nüt also tbuon und er geh im bössen rätt. *VVann ich bin nach nut so arm,« sprach er, »und bab dry bruodern, die mir wol häläen werdend wyder Karly; desglichen hab ich och rfier veitern, mines bruoders Amona von Dordonna sün, die [sind vaat schon schiitner und maöHch inu kriegyschen suchen.« ao >Achf min her,< sprach die hertzogiii, *volgend ratt; wann ei Wirt üch niemmen loben, wenn ir üwern rechten heren be- knegend. Und darumm, band ir wyder inn gethän, so ver- sfieoDend üch wyder mit im und tröstend üch nüt üwer bruoderu, als üch her Symon gerätteu hat; wann es mag dem nlemmer s6 |mer wol ergän, der inn Ungnaden sines heren ist.« Der hertzog
i dannj aui ^wann* gebessert ha.
Dh die lierizogin en iiiii ^ani grossem %orii und sprach zuo ir, 8y 8Öit tüffels namnieti sehwigeti und sott im nüt mer von dysser nmtteryen sagen, wann er weit Karly kurtz uniiu not ghorsam sin. Also sagt die hertzogin, sy wett schwigen und
a imm nüt mer darvon sagen. Grot^ was das gebrecht und das gschrey im pallast zuo Agremunt; wann etlicb rieitend dem hertzogen dt*r hertzogin rätt^ und der andren vy! riettend im das wyderspyl ; wann sy erkanttend irs heren wyll woL Der hertzog sprach zuo dennen , die im riettend , daz er not mit
10 Karly fryd machen sott nach im ghoreamm sin , er lopte sy darumm, und so lang und er lepte, wett er im nut diennen, suuders er wett inn schedigen und so grossen krieg wyder inn füeren , das er erkennen müelate, ob er fründ hett oder nüt. Sy redtend vast lang von dyssen dingen» Diewyl rejtt
10 Karlys botschafft sovast, das sy zuo dem schlos Agremuiit kämmen. Das stuond uff einem hochen grossen berg ; da was eiti i'els, ummgeben mit atarcken hochen und dickeu muren und wol getziert mit grossen thürunen inn soll jeher gstalt, das es nüt zegwünnen was dann allein durch huuger, Lohars
absprach zuo sinnen ryttern ; ilr heren, sächend, wie daz ein festy ist, wie das muren sind und wie das ein schön wasser ist, 80 unden daran louft I Ich gloub, das inn der krystenheyt nüt sins glychen sig: es mag nüt gwunnen werden dann durch hungerte üin rytter sprach, der hieü Savary, zuo Lohara :
« iHer, ir sondtz nützürunen: miu her der keyser^ üwer vatter, hat ein grosse torheyt understanden , das er verineint dissen hertzogen zebeizwiiigen; wann er ist inn der wärheyt vast mcchiig, und gloub, er werde wol als vyl volck vermögen, als min her, üwer vatter, wenn er inn bekriegen wett. Und dar-
30 umm wer« ein guot ding, wenn sy möchtend eyß werden, und inins teyls wett ichlä vast gern; aber ich weyß das wol: wenn inn üwer vatter hett, alles gold zuo Paris wurd inn nüt be- schirnimen, das er inn erhäncken oder läbendig schinden ließ, Daruntm byt ich üch, her, das ir früntlicben mit im redend;
•« wann er ist inn der warheyt bochfertig und übermtiettig, und machte glich ein grosse uffruor zwüschend üch und im er-
28 üwer] alt« 'aber* gebeMert ha.
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hsefif dardtireh »ich der verliirät uff uns keren wurd, wann unser i»t wenij^.« Lohar sprach, er redte recht; >aber wir mmi ans not dester[minder] not fürchten, wann wyr sind gQot wol gewapnet rytter* Üarumm, sagt er etwaz zuo uns, dtt QU« mifiralUf »o muos er der erst sin, der lejdig wjrt*< 6 Savary sprach zuo im: *leh furcht, ir wellend nut wyalich handlen ; wann ich sagen (ich by miner trüw, sagend ir im etwaz, daz im myäfalt, das er Üch am lyb schedigen wirt und una mit Üch. Darumm byt ich üch , daz ir die sach wol er- messen wellend und wyßlieh inn Üwer botachafft handlend ; lo waon ich sagen uch, und gloubend mir, das er vast grussamm d ein manlieher rytter ist.c Inn aöüicber gstalt ryttend die botten so vaat von einen and andren Sachen zuo sagen, das sy an daz thär für Agremunt kämend. 8y klopfftend am tbär, und der portner sprach 2uo innen: »Ir heren, wer sind && ir?« »Lieber fründ,« sprach Lohar, »thuo uns uff, wann wir wend mit dem bertzogen reden von des keyser Karlys wegen.« »Nun beyttend,*^ sprach der torwartter , »ich will gen min baren fragen, ob ich üch soll inn lassen,« Der portner gieng hinuf inn palla&t für den hertzogen und sprach zyo iramrao >Uiiediger her, es int ein grosse gselschafft rytter (deren sind wol by handertten) am thär, wol gerüst, die begerend bin inn mitt uch zereden. Sol ich innen uff thiion?« >.Iä,* sprach der hertzog, »wann ich entzitzen sy nüt, und were Karly per- sdnlieh da und all sin macht.c Der portner lüff und thet s» innen uff, Lohar und sin nianliche gselschafft rittend hin inn
Iund kämmend inn paltast, in dem der hertxog was. Der sprach «no sinen heren: »Ir heren, hie ist Karlis eitern sun, der kompt zuo mir inn botschafftz wyß. Aber by dem got, der tod und martter leyd, redt er not wjßlich mit uns, so muoü so im der Ion werden,* Der hertzog Beiles was inn erlicher gseischafi*t wol zweyer hundert ryttern oder mer. Das was im nieyen , so sich all meutschlich creattnren erfröwend und gehertzi sind zuo strytt. Lohar, Karlis sun , tratt inn sali rast köstlich gewapnet mit sinem volck ; da gsach er den sali u ?oU gewapt netter ryttern. Der hertzog saß under sinnen heren
$ ich] danmter *8elbs* sichtbar hs.; i. anm. 27 in] im ba.
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hocliferiigklicheii luid bj im die hertzogiii, sin eegnmchel, tind vor im sin siin Magis, ein meyster der ^chwartzen k uns ton ; der kurtzwillet vor ainem vatter inn sineu künsten, darab die herren grossen wolluat iiämmend. Und ir sond wüssen , das
B tair aller weit kein manlicher rytter was nach lystiger, als der gemelt Mngis was, dann [bl, 167] aliein usgenomnien sin vetter Rengoold, der auo Ämmon , von dem dis böoeb iini- sunderlieyt sagt. Loliar tratt harfur der forderst und sine rytter im nacli für den hertzogen* (Jod do er inn gruotzt,
10 sprach er also zuo im: »Der gott, der das Hrmanient geschaÖen hat nnd nß nnt alle ding schuoff, der menscheyt zuo siner narriing, und tod nnd martter an dem krütz leyd, den mentschen von der helle pin erkoufi'en , bewarre nnd beschirnime den keysser Karly und all sin edel geschieh bt und verfliieche dich,
16 hertzog zuo Agremunt! Der keyser, min vatter, enbütt dir äntlich durch mich, das du yllentz gen Paris kommest mit fünff hundert ryttern im diennen , wo hin er dich bruchen wyll, und darzuo och , das du im rächnung gebest umm das, daK du not kommen bist im diennen im lampartischen krieg I wyder die unglöubigen, dar durch durch din schuld ummkommen sind Bttldowin von Mellent» Godfryd von Bordeüa und ander fdrsten und heren. und Umostn das nät, so sagen ich dir, das der keyser dich überzüchen wirt mit hundert tussend mannen und dich gfangen ^^en Paris fOeren ; da wirt er dich
26 nrtteyllen als ein faltscher untrüwer verretter dinem heren, und din frow verbrent und din sun inn das eilend geschickt, Darumm tbuo das, so dir der keyser eabüt, so tbuostn als ein wysser man; wann du weyst wol, das du sin lechenman und nnderthän byst,« Do der hertzog Beffes von Agremunt
ao Lohar also hört reden , do bettend ir inn gsächen sin farwb endern und schnarchien als ein untnlwer, grussatnnier, schalck- hafftiger mentsch, nnd sagt zuo Lohar: *Ich wyll nüt zuo Karly weder rytten nach gän und och nüt umm sinett willen thuon^ und och sin land nut von im zelechen Imben, sunders
u er wett inn überzüchen mit all siner macht und das gantz Franckrich zerstören nutz gen Paris. Lohar sprach zuo im : >Hertzog, wie darfstu mir also antwurt geben ? Wann wüläte das der keyser, so vvurd er dicli zerstören; wann du weyst,
tdfts du gin lechenman byst, das kanstu mit widersprächen, nanimm kam on vertzug und byß im beliolffen und volg mir; wann tbuosiu das nüt, so wirt er dich au einoii boum er- bäncken lassen, mag er dich betratteii,« Do der hertzog Lohar Terstuond « do stuond er af und sprach : > Du bjst inn einer 5 ^ückbafftigen stund kommende im ein sülliche botschafft ftUen, Inn dem tratt ein rytter barfür, Gaudentz geheyssen, des hertzog Befles ryttern einer, der sagt zuo sinem beren: iMin her, hüettend durch gott, daz ir not ein torheyt be- Igaogend! Land Lohar all sinn wyllen sagen, wann ir gälten J 10 Idarumm weder minder nach men Und wie ir wol wüssend, der keyser Karly ist Tast mechtig; darumm kerend zuo im durch min rätt, wann ir sind sin lechennmn und undt-rthän and ir band von im inn üwere bürg Agrenumt und all ilwer tiand. Und tbuond ir im also, so thuond ir wyßlich und wirt J& [üwer nutz sin ; wann wyder öwern rechten heren kriegen, mag öch nüt dann Übels daruß erschiessen.« Do der hertzog des rytters rätt ?erstuond, do seyt er im grossen danck und sagt, er sott schwigen. vWanu ich wyll im nüt underthenig sin, die wyl ich hämisch tragen mag und oft' die pfert sitzen mag. »0 Ich wyll raiue brücder beriieffen und wend über Karly züchen, und mag ich inn betratten, so wyll ich im thuon, als er mir '?ermeint zethuon. Vermeint er, das ich so nütsöUend sigV fKeinn, by miner trüw! Wann ich wett nüt alles gold zuo P^iri» nemmen , das dy& holten nüt ertödt wurden, und sott mau ^^ mich zuo stucken howen. Schädlich wyrt es innu sion , das er mich alio bat dörti'en bandlen*« Lohar sprach: »leb achten und furchten dich gär nüt.« Do inn der hertzog versttiond, do «untt er uff von schalck[heit] und stuond uff und sprach : »Woli- u&\ ir heren, fand inn! Wann er muos nüt gesichert werden ao des todtz.« Die rytter torfftend nüt wyder iren bereu thuon, die zogend Jre scbwertter u& und schluogend uff die botten. Lohar und sin volck warttend sich turstenklicU. Gott weylät, wie vyl hoptern und scbäncklen des tagß abgehoweu wurdend; wann ea erhuob sich des tags ein sacb, des vyl frowen umm 35 mun kämmend und sovyl weyMiu wurdend und sovyl junck-
22 ich *] wiederholt hs.
10
fröwlin on lieblmber mid sovyl Imidtz zerstört wani , da« es ein erbermbd was. Was sol ich üch sagen ? Der strytt weret so laog, das das ^sehrey inn die atat kam. Do kämmend die burger mit iren werren für den pullast, abo daz iren by siben
& tussend wärend oder mer; aber die Frantzossen warend am ingang, die waren innen wol darvor hin inn zekommen. Ach, waz arbenkelligen tags das was! Wann des keyser Karlys ryttern wärend wenig gegen den andren; aber sy warttend sich man lieh, untx daz Lohar gsach, das er nnd sin volck das
10 bösser teyli haltend. Üo schluog er ein rytter so hertten- klichen vor dem hertzog Betfes, das er tod nyder fiel, und sprach: *Gott verfltiecbe dich!« Darnach sprach er und gehuob sich itbel : *Her gott, ich byt dich» du wellest mich uff den hüttigen tag bewaren ; wann ich gsich wol, wenn es nüt mit
i& diner hylf beschicht, das mich min vatter nüt mer gsächen wyrt.« Damit schrey im der hertzog zuo und spracb : »Üy gott, hütt wyrt din end sin.t i As enwyrt,« sprach Lohar und schlnog damit den hertzogen mit sinem mordpieü uff sin hälm ; aber der streich schlypfft ab dem heim und fiel imm
fo uff sin ferssinnen, also das im das bluot darulä traug. »ßy gott,* sprach Lohar, »du enttrunst nüt,« L*er hertzog sprach vast zornigklichen : >Ich schätzte mich niennerthin, wenn ich mich nut [bl. Ui8] an dir räche.*« Und huob damit sin seh wert uff und scbiuog Lohar damit so hertt uff sinnen hälm , das
«6 er inn tod zuo der erden falt. 0 gott, waz grossen Übels hat der herty.og begangen, das er so schantliclien Lohar, Karlys siin, ertödthattl Wann er kam sy darnach och erbermklichen umm; das was der Ion, den er darumm enpfieng, als ir hören werdend. Der hertzog, raitt gnisamkeyt erfült, htlw im den
s« kopff erst nach sinem tod ab. Do Lohars rytter iren herren tod gsächend, ir mögend wol gedencken, das sy nüt vast grosse wer thettend. Wann von den c ryttern, so mit Lobar kommen wärend , belibend nüt mer dann zwentzig inn laben ; von dennen ließ der hertzog die zechen von stund an ertöden und
" die andren zechen ließ er inn laben und sprach zuo innen : »Wend ir mir verheyssen und schweren by üwer eyden, das
■ I
27 uy] d. i. ata.
11
Ir üwern heren Lobar aiiieni vatter bringen wellend inid im gen, ich schicke im sin sun, ond er habe inn mir inn einer len stund j^eschickt mir sölliche botachatft sa^en, so wytl üch lassen gan « und im B»gen , das ich nüt; eines halben faallers werit umm inn thnon well , ee weit ich an inn ge- ^ rUfcen inn sin Innd,« ^Her,« sagiend sy, *wyr wend fchnon, was üch geliept.« Der hertzog lieta yllentz ein boum machen ttod ließ Lohars lichnam darinn leggen und gab den den ^■ftechen ryttern ; die leyttend inn nff ein karen mit zwey pferdon. ^H)er hertzog gab innen das gleytt zuo der statt uß. Und do ^^ ^^■y uff dem fald wärend, fiengend die rytter an klagen iren ^^kerea und sagtend: >Ach her, waz send wir dem keyser, ^Ktwerm vatter, sagen, der sovyl leyd haben wyrt, wenn er ^r Qwern grussammen tod vernimpt? Wir mögend wol sagen und des gewiiß sin, dann er nns all wirt töden lassen. «t Inn söHicber ^^ gstali bekfagtend sy sieh nmm irs hcren tod uff der sträa gegen Paris zuo. Nun wend wyr von Ivarly und siner her- schaM sagen, so zuo Paris wäreud.
I
Wie die zecheo rytter iren heren gen Paris irera vatter brächtend, und wieder liertzogAmon ab dem 3^« häf schied mit siunen üer stinneo.
kl 3
Der keyser Karly sprach eines tago zuo sinneu forsten : ^Ich bin vast zornig umm min sun Lohar, den ich gen Agre* Biunt gscbickt hab; ich kan mich nüt gnuog verwundern, das er so lang uü ist inn siner botschafft. Ich hab grosse ^^ forchi, im sige etwaz begegnet mit dem hertzog Beffes » der ist atoltz und übermüettig, und besorg, er habe inn ertodt Aber by miner seil, hat er im also thän oder etwaz zuo gfiSegt, m will ich inn über züchen mit hundert tnssend stryttern ud inn gentzlichen uß rütten ! Wann die vergangen nacht s» (ätt mir troumpt, die sträl schusse von himel uff min sun Lahars, das er inn ämmacbt nyder fiel; darnach kam der hertxog Beffes von Agremuni an inn und hüw im sin höpt
« 15 daanj l. das? 30 gealliehes b«.
12
h1). Ahur Uy iniiieii] bnritj Imtt er im also fcliäti, so muol iiieiiimer mer mit mir verreint werden!« »Her,« sprach der hertzog Aiises, »semlichen tröummen sol man nüt glonbeo geben. Nut destemiinderi hat, er im also thän, so wyll ich
b trob und trän sin, das er gestrafft werd, und ina gentzlichen vertribtin. Docb erschrackend imt, untz das ir die each ver- nemmend.« Und als er dysse wortt redt, kämm Lohars ryttern einer inn pallast ^ der was übel verwundt^ nnd kam für den keyser und mocht kiim reden; doch sprach er zuo im: »Grosse
iü iorheyt hand ir begangen, das ir min her, üwern sun, ziio dem hertzog von Ägremunt gschickt hand ghoraammy und trybnt forschen ; der hatt es achantlichen von im erfordert, darnnim inn der hertzog hieLi fachen , wann er miiciäte lich ein botschati't niemmer nier kommen sagen. Das selbig fachen
ift ist also gendet , das üwer snn nmmkonimen ist, das von all sinen ryttern mit mer dann nnser zechen darvon kommen sind, die nun kommend mit üwers suns lichnamni.« Do der keysser dysae mere vernamra, do fiel er nyder von leyd und zerwand sine händ und rey§ und zog sin bartt mid bar uia nnd sprach :
10 »Ach gott^ du ha^^t mich inn semlich leyd gsetzt , dardiirch ich niemraer mer froud haben wyrd. Üarumm bit ich dich umm den tod , wann ich begeren nüt mer zeläben.« Der fronmi hertzog Anses trost inn vust gtiettenklich und sprach lUQ imm: *Her, durch got betrüebend üch nüt sovast, hand
i& üwer hoffnung zuo gatt! Land üwers suns iiclinam bestatten; darnach überzüchend den hertzog von Agremnnt mit all üwer macht und zerstörend inn und all sin macht und land.* Der keyser erkant wol, daz im Anses frommklich riett, und sprach: i>Wolliift', ir heren , rüstend üch! 80 wend wir minem sun
3<j Lüliar seüigen engeren rytten,« Von stund an rüstend sich all fürsten und heren. Und dosy zwo mil ussert Paris wärend, do begegnet innen Lohars lichnam inn einem bonmm. Do [bl. 169] Karly sins suns lichnam gsach , sprach er: »Ach, wie gut man so schantlieh mit mir umm U Er stuond ab von
s& sinem pfert nnd huob das tuoch uff, so uW dem boum lag, und gsach sin sun Lohar, dem was der kopff ab gehowen und das antlyfc gantz zerhowen. »Ach gott,< sagt er, «das ist guuog, das einer unsinnig wurd. Ich sol den hertzog Beffes
18
billich hassen, das er mir min sun aUo gmürfc hattt DAmit ku&t er sin son also bluotfcig und sprach: >[ch bit gott den
J I mächtigen , das er din sei ion sin himelrich setze.« Der kefsser foort gros leyd umm sin sun, aber der hertzog Ansea
inn stets. Also nänimend der hertzog Türin g von Ar- & dannia und Samsoo von Burgundia den boum und fuorttend inn inn die statt Paris; da ward er vergraben und verbalsamet nach eeren. Nun wend wir von dem hertaog Amon und von sinnen sünnen sagen, die wärend zuo Paris. »Mine sün^c sprach Amon, >ir wüssend, das Karly größlichen ertzurnt ist, »o und das ist not an nrsaeh ; wann min bruoder , Öwer vetter, hat sin sun ert5dt. Ich weyß wol , das er inn über züchen wyrt mit all siner macht; aber wärlichen wend wyr nut zilcher»,
[mders wend gen Dordonna rytten nnd wend uns ett weders
eyls annemea.€ Damit saü der hertzog uud sine sun uff ire i^ ptert und ryttend untz gen Laon , da ässend sy ein wenig* Und von Laon ryttend sy sovast, das sy gen Dordonna kernend. Do die hertzogin iren heren gsach und ire fier sun^ do ward ly vaat fro und fragt, ob sy Karly zuo rytter gschlagen hett. Der hertzog sprach: »Ja.« Darnach fragt sy inn, warunim ao »y von Karly gecheyden werend. Der hertzog ertzalt iren, wie sin brooder Karlys sun ertodt hett. Des ward die hertzogin vast zornig, wann sy forcht irs heren und ir sünen und hindes. Rengnold tröwt Karly vast Do das die frow erhört, sprach sy 7.U0 imra : >Min sun , ich byt dich , verstand mich : hab jü lieb, förcht und entzitz din rechten heren ob allen dingen und bewyü imm zucht und eer, so gät dich gluck an. Und ir, Qiin her Amon, ich verwundern mich, das ir ab häf gt»-
Dheyden sind an urlob. Der keyser hat üch sovyl guotz ge- lb an und eeren bewyssen, das er iiwere suo zeritter gscli lagen lo ^hatt mit siner eignen band, er mocht üch und Uwern kinden
it grossere er an thuon.* »Frow,< sprach er, »wyr sind bin weg gescheyden uß der ursach , als ich iich vor gseytt
ib.c »Ach gott,« sprach sy , »wie hatt das übel uff den lüttigen tag das guot über troffen ! Durch gott,t sprucli die ss frow, »nemmend üch der sach uüi an ; wann ir werdend dysaen
10 ob ijl wiederholt ht.
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siinimer gsiu-hen , dfts der keyser öwern briioder über zrlcheii wyrd. Mii mineni rätt diennend dem keyser, üwerem rächten Herren, und verlässentl imi durch niemmandtz willen; wann thiiond ir im änderst, so sind ir faltsch,*^ *F3y gott, frow,« & sprach der hertzog, »ich wett darumm geben min schloJä und den halben teyl! mines Inodes, das min bruoder Lohars not ertödt hett. Nun handle got nach sinem willen » wann es mag nüt änderst gsiii,« Nun wend wyr wyder von Karly sagen.
Wie der keysser Karly ein grossen züg wyder die J<> dry fursten samlet, und von dem grossen strytt, so vor Troya inn Schampannia beschach zwuschend Karly und den dryen fursten.
Der keysaer Karly fuori gros leyd nnini sin sun und sprach: »Der dich also grussammklich ertödt hat I, ist mir not
^ö vast hold. Ich wird niemmer raer inn ruowen sin , byfä das ich mich an imm geroclien hab.< Der hertzog Anaes sprach : >Es zimpt Och nut» da^ ir semlicb leyd füerend, als ir thuond.« Inn dem kam ein rytter für Karly, der ertzalt im, wie Amon von Dordouna und aiue mn hinweg gerytten wärend. Des
ii» der keyser viisi zornig ward und achwnor by gott, er müetUe sinn gegen im engälten ; ilarvor möchtend imm sine bruodern nüt sin. Inn dem ward der yrabytä bereytt. Die heren sässend zetiacli, aber Karly aü vast wenig. Der schön Salomon diennet imm des tags zuo tiach. Nach dem imbyi sprach er zuo
aü sinen forsten: »Ir heren, der hertzog Beffes hätt mir grosse schmäch zuo gfüegt , das er mir min lieben sun so schant- lichon ertödt hat. Alier liept es gott , so wyll ich inn über züchen dis sunnners und wyll all sin land zeratören* lind mag er mir werden, so wyll ich not län, das ich mich nüt an imm
no räche, umm den hertzog Amon, der so lasterlichen hinweg gerytten ist, nach nnim sine sun, die ich zuo rytter geschlagen hab, daz mir ser leyd ist,« >Ber,* sprach der hertzog Ansea, »uwer sun ist tod durch unglnck. Nie kein tod ward thürer gerochen, al« dysser werden muoü, Forschend uwer volck inn
3& allen iiwern landen und zucbend für AgremuntI lUul wenn ir
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den hertasogeo band, so gebend im den Ion umni liwers snna tod.« »Anses^c sagt Karly, »ich will im gäntzlich also thuon, wie ir mir gerätten hand.« Er gab sinen filrsten und heren urlob uod »prach zuo innen, das sy vast bald ryfctend und dch rastend ion tre land und das ey des kdnfftigeii sunimerg & ryder kenimend mit irem vermögen. Die fürsten |bl. 170] ad heren wärend Karly gehorsam m und ryttend inn ire Land ch rüsten. Also kam daz gschrey inn alle land nutz gen >mm, Karly rnste sich zuo krieg, also das die mere dem ertzog Beties für kamen d. Der forschet och sine fr und nnd i» ettem ; innsunderheyfc thet erü sinen bruodern zewüssen, also las er mer dann achtzig tnasend atrytter tzammen brächt, er so schöne gselschafTt gsach, sagt er: »Ich gloub, belegre lieh Karly, der uachteyl werde uff inn kommen,« Und »[»räch zuo sioem brnoder Gerold: »Bruoder, erschrick nut;i6 wann ich hoif, wir wellend Karly inn sollicher gstalt schedigen, das er trurrig werden muoli, Land uns gegen Troya zilcheo^ da wend wir bantlieh mit imm strytten; wann ich hoff, gott werd uns inn unsern nötten hiiltfen.« Das was im meyen; da was der edel keysser zuo Paris, der riist sich und warttet «o äiner fürsten. Es ge^tuond nüt lang darnacb , der hertzog Richart von Normandia kam mit dryssig tussend strittern, deiglicben der graf Hug von Niinttes brächt och ein höpsch rolek, darnach Salomon von Brettannia und der gräf llnon, de8g:lichen die andren fürsten und bereu kämmend nli mit a^ hüpschem volck. Die herbergettend sieb all zuo Sant Ger- manas. Do nun Karly vernam , das sin yolck alles kommen was, ward er vast fro and hieß sy von stund an Ordnung machen. Er ordnet [tichart von Normaudia, Gergis von Thanne- ßarck, Gaüerrän von Buliion, Gudellon van Peyern, Ysacber »o von Nemours und Astolffo, den snij Kodon, inn sin värhuot Sit ßertzig tussend stryttern. Da bettend ir mengen redlichen 'rytter gsachen. Sy schiedend uß der edlen statt l^aris und macbtend sich uÖ* die straß den nechsten gegen Agremiint soo. Nach etlichen tagen kam zuo Gergis von Tannemarck s^ i in ryttender hott; der fragt, weß die schön gselscimfft were.
16 wirj davor ein *ieh* durchgeflirichen ha, ^ weaß Uh.
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Gergis sagt, aj were keyser Karly». Do sprach er, er weit mit im reden. Richart von Normandia fuort inn zuo im. Do der bot den kejaer gsach , sprach er zuo im: >Her fceyser, zuo üch schickt mich der her von Troya als üwer leheuman,
6 der byt üch umni hilff. Wann der hertzog von Agremunt und sine zwen bruodern Gerold von Rossillon und Doon von Nantueil band mit hundert tussend stryttern Troya belegret, und kämmend ir im nüt zehilf, so muoia er Troya uf gebeu sampt dem schönen thurnn, den Julius Cesar hat lassen machen.*
10 Do inn Karly verstuond , ward er vast zornig und schwuor by tSant Denyssius; möcht im der hertzog Beffes werden, so wefct er im den Ion geben. Er beruofft den hertzog Änses, Oodfryd uJä Frießland und den hertzog G aller rän und sprach zuo innen: »Ir heren , länd uns schnell gegen Troya rytten,
16 ee das ay ingenomnien werd.c Sy sagtend: i^Jä, her;* Sy ryttend sovast , das sy zenechat fiir Troya kämmend mit der vorhuot Inn dem kam ein specher zuo Gerold von Rossillon^ der seyt im, das Karlj? gegeu innen kemme zehylf dem gräff Älbrecht mit vast grossem züg. Gerold sprach zuo sinen
aobruodern; »Ich ratt, das wir gegen im ziichend mit all unser macht und sich mengklicher man lieh ertzöig.« Das gfiell sinen bruodern. Gerold von Rossillon was der erat inn der värhuot Und ryttend sovast, das ein farhuot die ander er- sach. Do Gergis den von Rossillon gsach kommen, do sprach ^t6 er zuo Richart von Normandia: Gsicb, wie Gerold mit uns vermeint umm zegän! Nun gedenck sich mengklicher redlich zeweren, also das die eer des keysera und unser aig." Damit liessend sy die pferfc zuo beden sytteu louffen. Gerold von Rossillon rantt utiT eiu Tütschen und traf inn mit sin er gleDuen«
80 also das er im die durch den lyb sties ^ und Kel tod zuo der erden. Do schrey der hertzog: »Rossillon, liossillon!* Do er- huob sich ein grusaramer strytt. Gergis stieß einem rytter, Fonson geheyssen, sin sper durch den Hb, das er inn tod vor im zuo der »^rden t'alt. Düs ersach Gerold und stach Gergissen
aö ryttern einer, also daz er inn tod zuo der erden falt, und sprach: »Das hastu von Gergis, dines herren, wiegen.« Der stryt was tr>dtlieh: da bettend ir gsricben schilt durch stiiclien, sovyl speren zerbrachen und sovyl todter uß' ein andren üggen,
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im es ein groß erbermd was asesächen. Der liertzog Ton Agretnunt acbltiog den beren von Ferronna und ?oq 8anfc QuintiD mit sinera schwert, das er inn tod zuo der erden selUuog^ and sprach: »Nun far hin, gott ?erflüeche dich!« Dnd aehrey damit Überlot: »Agremunt!« Inn dem kam suo & im sin bruoder, der hertzog von Nantueil, mit sinein volck, und rottend all mit ein andren uff Karlys volck. Die kämmend mann lieben gegen innen. Da beschach ein grussammer strytt, wann da kämmend vast mechtig rytter umm. Richart von Normandia ertzeigt sin grosse manheyt; wann er ertodt ein lo rytter, den Gerold von Roasillou vast lieb liait. Do er daz ersach, aagt er: »letz bin ich zornig, wann ich hab min liepsten rytter verloren; aber ich wyll inn rächen oder sterben.* Da- mit schrey er: »Ro8»illon!< 8in bruoder Doon von Nantueyl kam und sprach zuo im: »Üruoder, ich rätten, wir züchend i« wyder ab, wann hie ist Karly mit all sineni volck. Ich sag dir, wartten wir sinnen, daä der verlurst uS uns kommen wyrt*« Und als sy mit ein andren rettend, scUioog Galieran von BuUiou vor innen Gerold von Rossillons vettern einer zuo tod, des Gerold onnsinig woit werden. Und schickt bald nach m aioem bruoder, dem hertzog Beifes, der hielt ^ich luutilich. Der keysser greyff oeb &n mit ainem volck, Do (kettend ir gnissen adel gsachen, die wyder die dry bruoder n w^rend, und gnchen mengen schon nen barnisch glitzen von der sunnen, die was vast heytter. Da wurdend vyl manlicher ryttern er- »6 Itödt und vyl »chönner pferden , das es ein erbermd was ze- 'iacben. Und wissend, das des tags uff beden sytten mer dann tryssig tussend ummkäraend, das nun ein grosse arbeutseüig- keyt was. Der hertzog von Agremnnt ward vast [bL 171] tsomig und stach her Galter von Pierrella inu sin schilt und «« fdurch den lyb, das er tod zuo der erden fiel, und tschrey dar- nach: ^Agremunt!« Der stritt was grussamm und tödlich. Da ertxeigt der hertzog Uichart von Normandia sin manheyt ; waun ersUcb mit dem hertzog Beffes und stach im durch sin schilt, ilso das er inu übel verwandt, und sprach zuo im: ^By gott, ä.v Fda wyrst not enttrönnen, tiöü was dir der tag , an dem du minn her Lohar ertotst« Darnach zog er sin schwert uJä und gab dem hertzogen ein streich ufi* sin hälm, das er sich
HynoniktQder. •
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darab uff den sattel ho^ , und der streich fiel uff das pfert und huw das inn zwey stuck , und das pfert fiel tod iiyder ander sinem lieren ; des er übe! ersehrack, do er sich um herd gSRcli. Er üfeuond schnell wjder uf als ein uianlicher könner
b rjtter und hat sin Schwert inn der band und schluog ein rjtter tod zuo der erden, der hieß her Symon. Darnach schrey er ^Ägrem^nt!« sin kry. Do kämmend r,uo im sine »wen bruodern» und uff Karlys sytten kämend Uergis^ Anse«, Gallerrant, Hug von Nantes, Salomon , Leon uü Frieühind,
10 der bischoff Türpin und Astolffo. Inn der selbigen versani- lung kam grossen adel uinm* Karly kam och da hin, der sprach: >Ir heren, enttrttnnend sy uns, so werdend wir ent- ertt,« Damit leyt er sin sper inn * * und traff (leroldtz schiU a!so^ das er roli und nnui /.uo erden staclu und da
ift were sin end gsin, wo nüt sine brüedern gsin werind, die inn vast in an liehen und inn grosser yll entschnttend. Des andren teyls kam Uergis von Dannemarck uff Brotfart, sinem pfert; der ertodt Gerohlen von Roasillon einen rytter, der hielä her t'elcker. Do daz (lerold von Rosüillon ersach, do sprach er:
»ö »Ach, ich haU nif den höttigen tag schönne rytterschafft ver- loren*^ Der hertzog Beffes batt gott viist er bernik liehen, das er inn vor dem tod bewartte, und nät inn Karlys hend fiel. Die sun was im zyt under zegän, wann es was umm coniplett. l>io strytter wäreud vast niiled und erwärmet uff beden syten,
tfi darumm der siryt ein end nani.
Wie die ilry bruodern mit Karly vereiiitfc windend;
der vergab dem hertzog Betles siiies suus Lohars
tod, den er ertödt hat
Die dry hruodern karttend wyder inn ir zelten v:ist zornig,
«> innsnnderheyt (Serold von Uossillon, der des tags verloren hat
Amanus, sin vetter, und liundert ainer besten rytter. Und
sprach : »Boß was die stund, inn deren Karlys suu ertödt ward.^t
Zuo im kam dor bert/.og von Agremunt gantz bluottig und
Übel wund. I >o inn Lierold ersach, do lüffend im sine ougen über,
« 1$ 9M itelb der stsmcben in der bs. Inerar imumi a. anm.
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und 9pmch: »Lieber bruoder, du bysfe uflf den tod verwundtc «Neinn ich,€ sagt er, »ich wird bald g^nessen.« Gerold schwuor, er weit am morgen ein semlichen strytt mit Karly tin fachen, dardurch trjiflig tussend das laben verlieren müeiteml, »Ach, QmtQ gote willen thuo da» nut!< »prach sin bruoder Doon, 6 >8iiiidet9 wend ir mir volgen , so wend wir xxxx der aller wyasesIeD under unsern ryttern ziio Karly schicken und im by dennen sagen lassen und demfiettigklichen bytten , das er erbermd und gnad über ans und über unsern bruoder habe, imd er welle irom sine» suna tod büeasen nach geheyß siner lo Anten. Ir wüssend wol , das wir nlne lecheTiIiltt sind nnd sebekriegen wyr untrtinich handlend. Und dann wenn ■lies daa Tolck verloren heit, so er hie hait, so hett er, ie diis ein manoit für were, zwey mal soviL Wir mögend uns inn keinnerlein gstalt wider inn enthalten. Und darumm \t> bytt ich Och, mine bruodern, ir wellend im also thnon.« Sine fwen bmodert] wärend wol zefriden, und daa aemlichs mornen- den bescbech. Sy ordnettend die nacht grosse wacht imtz momendes; do liessend sy die hotten zuo rüsten. Do sy ge-
ÖÄt wärend, sprach Gerold zuo innen: »Ir lieren, ertzeigend »o ^dem key^r liit^lich, »ins suns tod sige mw vast lf*yd und unfern bruoder ßbel gemwen, und wenn er erberrad über inn [und] uns haben well, so wellend wyr im diennen mit zwey tussend lyttern, wo hin er well Und sagend Änses von Peyern, wir
lätiend inn, daz er nna befolhen hab gegen Karly.« Do die >6 boHen ir betelch verstanden hattend , do sassend sy uff ire pfertt, önd truog ein yetlicher ein grQennen ascht inn siner band inn frydes zeychen. Und kärimiend für Karly ir»n sin lt. Üo redt ein rytter, der hieß her Steffen, und gruotzt den keysser also: iHer keysser , ich bitt gott, nnsern heren, s»«» das er ttch durch sin beige j^uad ein längs und guotz laben geben welk Wösisendt her, das uns der hertzog (Jerold von ssillon, der hert^og von Agruminit und Doon von Nantutfil Xuo üch gschickt band, die bält*^nd üi-^h nnira gnad iimm Qwers suns todt, der ist innen vast leyd. Wytter läßt üch der •»» hertxog von Agremtmt durch uns sagen, er und sine brüedern
17 L tsorneiides ? 22 inn] 8. anm.
28 »wey] », anm*
20
welletid lieh ghorsam [bl. 172] und iinderthenig sinn, wenn ir im und innen vertzichen wetid^ und wend uch kommen diennen mit zechen tussend strjttern » wenn ir sy nmniiend. Her» band yiimi gottea willen gedeclitnuJi, dm gott Logis sinen
fi tod vergab, der im ein sytten durch stach mit sinein sper; darum m, her, vertzichend innen öwer ungntid, des bättend sy uch vaat demüettigklichen,« Do der keyser hört also von den dry bruodero reden, do besintt er sich vast lang ; darnach sprach er also ziio den ryttern : '>By mioer [trilw|, her Steffen,
10 der hertzog von Agremunt halt woU sine sinn verloren , daz er so schau tlicben mio sun ertödt halt, den ich so lieb hatt. Nun ist er min lechenman, er welle oder welle nüt.« tHer,< sprach her Steffen, »ich weyß, das er uch alle billigkeyfc wirt bewissen nach geheyö uwer fürsäten,« Do sprach Karly: >\Vyr
IQ wend des zerätt werdende Er beruofft den hertzog Ansea, Gergisvon Dannemarck, herSalomon, Hng von Nantes, Oallerran von Ruiiion, Utbett von Langren, Huon von Manny und Leon ul2 Frieülaiid und sprach zuo innen: >Ir herreUi hie sind des hertzog Beffes und siner bruodern hotten, die eribüttend mir, > sy begerend gnad und wellend unser lechenlüt sin und all ire hvnd und herschafften von uns inu haben und ghorsam sin.« iHer,« sprach der hertzog Ansea, »inn dem iijt nut dann gnotz. Ich rätt ücb, das ir innen vertzichend, wann sy sind man lieh fürsten. Darum nj rutt ich uch , das ir innen vertzichend.«
» Also vergab der keysser durch des bertzog Anses rätt den dryen hruoderu. [Jnd ruofft den botien und s^ytt innen, wie er den dryen filrsten vertzige iun söl Heber gstalt: der hertzog von Agremunt müeüte im kommen diennen uff den kilnlftigen suuimer mit zechen tussend stryttern. lUud sagend intien^ ^m das sy sicherlicheu zuo mir kommend den eyd von innen en- pfachen , das sy mir nun für hin wol und trülicheu diennen wellend.« Also schiedend die rytter von Karly und kämmend zuo iren heren und ertzaltend innen, waz sy geschaffen haltend by Karly ; des die dry briiodern unserem heren demüettig-
tft klichen danckettend. Cierold von Uossillon sprach: »Lieben bruodern, ea ist billich , das wyr uns abtzilchend und nacket
26 der] wiederholt tia.
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hembdem zuo Karly gangeud idh umm gnarl bitten unim isLZ wir wider inn thän hand,« Die andren zwen bmodern aagteiid , es were billieh. Also zagend sich die edlen heren qdIs uff die hembder ab und schiedend uü irem lüger parfuolä, und mit innen wol fier ttissend rytter all parfuos und inn & lienibdern wie sy, und käraend also für Karly. Und do Early die dry bruodern alsogsach kommen mit vyl iren ryttern, do lüffend im die engen ufi erberind über. Der h*irtzog von gremiiut fiel für Karlys füefi nyder und sprach zuo im: »Her, mm gottes willen rüeff ich üch umui gnad au, Wyr sind »t» irkommen durch üwer gelipyfi. Hab ich üwern suu ertödt durch min torheyt und übenuuot, ich als üwer underthän er- gib mich lieh, und mine bruodern och, und wend ücb gehor- samra und underthenig Bino und üch dienoen mit all iinserm Termögen nnd wend ach niemmer mer wydrig sin.^ Do 8y i» der keysser also demüettig gaach für inn kommen inu heuib- dern und parfuofi und ir byt ghört hat, do hat er gros erbermd and vergab innen «ins snns tod und all ir mtsbandlung, Do bettend ir uff bedeu öytten grota fröud gsiicheu fOeren. Also wurdend die dry heren mit Karly verreintt durch des frommen 20 bertzog Anaes rätt. Die dry bruodern schwuorend und ver- biessend Karly truw und dienst und wettend im diennen alle nnd yetlichs mal, wenn er iren begertte. 8y nämmend frö- Heh urlob von Karly, Aber Karly befalch dem hertzog Beffeg, das er imin kemme diennen uff den künfftigen Sant Johannes. 2b Da0 verhieß im der hertzog. Der keyser reyt wider gen Paris, und die dry bruodern rytteud frölich yetl icher wyder inn »in land. Wann der hertzog BeffVs vermeint fryd ze haben ; aber e« gieng im übel, wann der fryd nutzt inn wenig, wann ward verretterach erraürdt und under K ar lya gleytt von so m verretter Gannellon, als ir hören werdend.
f\e der hertzog Beffes von Agrerannt schaiitlichen ermartt ward von etlicheu verrettern.
Ir 8ond wüasen, das ein wenig vor Sant Johannes des (nfferd tag der keyser Karly grossen häff hielt zuo Paris. 3& vergaü der hertzog Beffes nüt siner zuosagung, ao er thän
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hatt; darumm er sich ziio tust iiod schied von Ägremönt mit zwey hundert ryttern und macht steh uff die fiträä ^^l^^i^ Paris ZUG, Nnii wussend, das der keyser z/uo Paris was. Da kämmend ziio im der graf tiaiinellon, Allorrj, Felcker von
& Morillon, Hardres und Beringer und aagtend im, wie der hertzoj? Beffes kerame mit zwey hundert pferden, und sagtend zuo im: »Her, wie mögend ir den lieb haben, der nch üwern öun ertödt hatt? Wers iiwer wyll, so wettend wir üch rächen.« »Ganellon,« sagt der keyser, »das wer unrecht, wann wyr
10 band im gleyfc geben, Not dester minder thuond [bl, 17^^] im, wie ir wend, so fer das die schuld not min sig. Und hüettend üch wol ; wann der hertzog Beffes ist vast mechtig utid von grossem gschlacht, dardurch üch zeschaffen werden mocht,« »Her,« spracli (lanelion, »haud kein sorg; wann es ist kein
ifr fürst, der wider uns nejßwaz dörffe filrnemen. Darumm wend wyr uns morn früe mit fier tusseud stryitern uff die strälä machen.« »Warlich, < sagt Karly, »wirt es ein grosse verrettery sin.« t Des band kein acht,« sagt Gannellon, »wana er ertodt üwern aun dnreb verrettery; dariimm muoß er och ► sterben. € »Wollan^ thnond im nach uwerm guotteu beduiicken,« Bagt Karly; »al)er ich wyll kein schuld daran haben.* Mor- nendes rytteod Gannellou und eine gsellen von Paria wol mit fier tussend pferden und hieltend nie styll , untz das «y inn Soissonner wald käniuiend; da fundend sy den hertzog Beffes
» uüd sin Folck. Do sy der hertzog gsach kommen , sprach er zuo einen rytteru ; »Ir heren, ich gloub, hie kommend lütt ab Karlys häf.« »Ich weyß uüt, wer sy sind,« sagt ein rytter, »aber der keyser ist tückist sich zeräehen und hatt by im ein g6*chlächt vast grussamm , das ist Gannellon, Pelcker von
m Morillou und ander irs gschUichtz.« »Für war,« sagt der hertzog, »hat mir die vergangen nacht troumpt, es kemme ein gryff an mich, der durch steche mir min hämisch ^ also das mir die kläwt^n die therm und kntlen ut^ ryssend , und all unser volck were inu grossem jämmer, und euttrunne nüt
SÄ mer dann ein einiger von uns. Und mich tuocht, es Buge ein wysse dubeu uß mineni mund.« Do sprach ein rytter, es were nüt dann alles guotz, und er sötte von dysses troums wegen nüt erschräcken, »Ich weyß nüt, waz mir gott geben
2S
t sprach der hertzog Beffes; »doch entaitz ich mir da-
rEb«c Er geboU, das sich oiengklicher yUenta; wapneite. Das
^ beechach, Nua werdend ir erl>ermkticii diii^ gehören, ao der
' Terretter Gaonellon an dem hertzogen begieng. Er reytt inn
grosser yll mit siner gselschafft gegen dem hertzogen. Felcker :«
TOn MoriltoD sprach zao im, er hett; übel thän, das er Lohar,
Kurlyd änn , ertöHt hett; »des du thilre beionung entpfachen
muost, ee das es nacht wyrt,< Üo inn der hertzog verstuond,
do verwundert er sich ser und sprach: *Ach gott, wer kan
sich vor verrettern höetten? Ich hat den keyser för ein frommer »»
fürst, aber ich gsich yetz das wyderspilL Aber ee ich sterb,
will ich min tod vast thür verkouffeiK« Damit fieng der stryt
rast hert an, also daz Gannellon ein rytter vor dem hertzogen
tod ZOO der erden falt, und schrey mit lütter stimm: »Schla-
cheod krinn, ir ryttern ! Wann sy hand iün bosser stund Lohar i6
Lertödt» Der hertzog Beffes hatt sich nie mit mir wellen ver-
'süennen, aber das muoü im yetz thür zekouffen geben werden. c
Damit raatt Gannellon und sin volck mit grosser stercky uff
den hertzogen; der wart sich manlichen und schlnog ein
'^lyiter, der hieß Felcker, tod zuo der erden nyder. Dnd tieng »o
I darnach erbermklichen an klagen und sprach: »Äeh, wo bist du yet*» min lieber son, und ir, mine bruodern Gerold und Doon? Warumm sind ir not hie mich entschütten? Ich wey& wol, wenn ir disse mine nott wößtend, das ir mir bald zehilff kommen wtirdend. Acfa| ich weyß wol^ das ir mich niemmer an mer gsächen werdend. Ach, warumm woßtend ir [nut] daz Terrettersch fürnemnien des keyser Karlys und Gannellons, die mich mit grosser verrettery utf den hüttigen [tag] er- toden werdend? Ach, mine Heben vettern Rengnold, Allard, ^Guchart und RyehHrt, wann dörft ich üwer uff den huttigen so ^Blag HO wol! Ach, mine lieben vettern, wett gott dtirch sin ^BpMi, das ir wüssen möchtend die pin und schmertzlich martter, ^Kinn deren ich bin, so weis ich wol, da^t ir mich irmnliehen H entschutteo wurdend. Nun mag mich all min früntschafft oÜt entschütten, das ich nüt grussammklichen und under Karlys as
7 nun] sin hs, S2 ir w. möchtend] du w. möchtest j über 'da*
steht *ir^ hs. ; s, aDin,
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gleyt sterben müeli« Der strytt was hertt, doch werefc der nüt lang; wann der hertzog mocht dem grossen volck nüt wyder, wann er hait mit mer diinn zwey hinidert rytter by im^ und der andren wärend mer dann fier tussend. Gannellon
ft sclihiog ein rytter Äebod, der hiet^ Jeasearam von Boys, und treib des hertzogen volck hinder sich, de« er aer erschrack* Und erkant do wol, dtis er dem tod ntit entriinnen mocht* Ach, wax grossen schnden das was, das ay inn also schant- licben iimnihrächtend! Wann dardtirch wurdend vyl stett und
«0 schlüsser zerstört und verbraut und vyl adels ertödt. Der yerflüecht verretter brächt sovil ze wägen gegen dem hertzog Beffes, das von den zwey hiindertten nüt mer dann fünfftzig nach by im inn laben wärend. >Ir heren,« sagfc der hertzog, »ir gsächend, das wir va^t zuocben all tod sind. Ich bytt
ifi öch umm gotz willen, das ein y etlicher dryer wertt wetle sin, diewyl wir inn Eben sind; wann ir gaächend, daz wyr hie fiterben müessend.« Damit schluog er ein rytter, der hieü her Hellyas, also das er tod zuo der erden fiel; darnach schrey er mit Intter stimm: iSchlachend, ir heren, schlacheod!« Grif*
Äo Ion von Ilottenfeill stach den hertKogen mit sin er glenuen uff sin brüst, das er inn zuo erden stach* Der manlich hertzog stuond wyder und nam sin sclnvert und vermeint Griffon ze- schlachen; aber der streich gieng utf das pt'ert, also das er inn ab ein andren hüw, Do sich der hertzog zuo erden gsach,
ih do bekant er wol, das nmm inn beschechen was; aber er schwuor, sin tod müeßte innen thür werden, Inn dem kam Gannellon uff inn nnd stach inn so herttenklieheu , das er im sin sper durch den lib stach, also das er tod zuo der erden fiel. Und Griffon, Ganellons vatter, hnob im sin wappenrock nff und
ao stiefa im sin seh wert durch den hindern hin inn und sprach darnach: >Nun hast die belonnung umm min her Lohar, den du knrtzlich ertüdt hast« (bL 174] Damit saiä er wider uf und reytt mit sinem snn des hertzogen volck nach. Die er- gabend sich bald, wann iren wärend nut mer dann nach zechen*
M Die muogtend den verrettern schweren, das sy irs heren lich- nani gen Agremunt füeren wettend, als er Lohar gen Paris
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4 tierl wiederholt hs.
25 das = das es.
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fixeren ließ. Die ryiter verhiessend inoen das zethnoD. Sy
ntimend den licbuam und ieybtend itiQ inn ein boQtn und
Qiacfaiend sich uff die sträs. Und do sy ein wenig von der
valdAfcat komraendf gott weyEt, waa klagend , teydtz und
weinnens sy verbräch tend umm iren heren, und sagtend : »Ach, ft
edler hertzog, inn der warheyt so hat der keyser ilbel thän,
das er üch also nnder sinem gleyt hatt lassen töden ver-
rettersch.« Inn söUicher gstalfc ryttend die armmen ryfcter
klagend und fuortend iren beren uff zwey pferden ; der hört
inn fier mill wegs nie uff blüetten, 8y ryttend sovast, das jo
sy nebeud Agreniunt kämmend. Die mere kämmend der
hertzogin für, man brechte iren heren tod; des sy ser er-
chrack, ond fuort semtich leyd^ sy und ir sun, das kuiulichen
eglouben ist, desglichen die burger inn der statt, Do die
herizogin ireii beren tod gsach , do ward iren drü mal am- i&
mächtig. Die burger truogend inn vergraben vast erlichen
and kittend inn inn ein murwellsteinnen sarch. Sin snn Magis
ngt: >Ach, waz Schadens ist das dyssem land, das man dissen
fDanlichen rytter also mit gruf^sammer ?errettery ertödt hat !
(Gwüülich, laben ich lang» so muoa es Karly und die verretter ao geniwen, die inu ertödt band.« Darnach gieng er und trost sin muotter und sprach zuo ir: »Min frow rauotter, band ge- dolt! Wann roine vettern Gerold von Rossiüon und Doon von Nantneil sampt minen vettern Rengnold^ Allard, GucbarL und Richari werdend mir wol hälffen mines vatters tod rächen.« 2» Nun wend wir wyder von Karly and aineni häf sagen.
IWie ßengnold Barth olome, des keysser Karlys vetter, mit dem schäch zuo tod schluog. '
' Ir werdend boren und verstau erbermkliche ding. Das was uff pfingstag, das Karly offnen häf zuo Paris hielt. Und a« uff das gemelt ?est liämend fünffzechen känig und tryssig h^rtzogen und wol ßertzig graffen ; oiich was kommen der berizog Amon von Dordonna mit sinen fier süonen Rengnold, Allard, Guchart und Richart. Zuo dem sprach Karly also: »Amon, ich hab uch vast lieb und üwer sön öch. Darum m 3ji wjll ich , das Rengnold min marachalck sig, und die audren
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möessend mir mine falcken bereytten.« >Her,« sprach Amon, >ich dttocken ücli der grossen eeren , so ir mir und trinen sunen bewiäsend. Wüsseiid, das wir üch fcrüwlicheii diennen weiul. Aber icb sag ücli, das ir übel j^^eÜian band, das ir
b min bruoder uoder üwerem giejtt band lassen erböden , und gloubend, das es mir mllafallen bat; aber sytniäl und es öeh mine bruodern vergeben bsmd , so vortzicberi ichs üch öcb.* • Amoni« sprach Karly, *ir wüsseiid baß, waz scbmäch mir uwer bruoder bewyssen hat mit minem sun. Nun ist einer
10 nmm den andren tod; darnmm sagend tiüb mer darvon.* »Wir wend es thuon,« sagt Ainraon, »gott bab die seilen!« Inn dem kämmend harfür Rengnold nnd snie dry bruodern. Und Rengnold sagt zno Kiirly : »Her, ir band mir und minen bruodern vyl guotz getbän ; aber ir sond wüsseu, das wir vast
16 zornig über üch sind umm des hertzog Beffes, unsere vettern, tod, den ir band scbantlichen lassen umbringen.« Do inn der keysser verstuond, do wartt er gantz rott von zorn nnd schwartz wie ein koU nnd sprach zuo imra : »0 du baoren snn und besser buob , flücli vor mir danneti! Wann ich schweren dir
20 by miner trüw: wenn dtsse gselscbafft were, icb wett dich inn söUicber gstalt bebalteu , das du dyß manottz dine föeß nach band nüt gsächen mnefitesi. »Her,« spnich Rengnold, »das wer nüt recht; aber syt das ir uns nüt hören wend, so weud wir schwigen.« Also liessend die her süu Amon von
9ft dysser red und gedächtend deren dem keisser für bin nüt mer. Der tag was schön und öcb die gselschafft mit den fönffzechen küugen , fiertzig graffen und triasig hertzogen. Der ymbitä was bereyt» Die fünifzecben künig wurdeud gsebzt und an den künig Salomon , der diennet des tags zuo tisch mit dem
ao hertzog Uödfrid. Aber dea selbigen ynibili uiochfc l\*engnold nüt essen, daramm das inn der keyser also beschelckt hat, >Aeh,< sagt er zuo im selb», >m5cht ich sovyl ze wägen bringen, das mich an Karly rächen raöcht umm mines vettern tod, den ich so lieb but, den er so scbantlichen hat läasen ertöden !
8ö Räch icb mich nük, so wird ich gwüßlich unsinnig,« Inu söUicber gstalt beklagt sich der edel ritter Rengnold, und sine bruoder tröstend inu. Nach dem ymbiß gieugend die heren binutä spatzieren, und Berclitold, k'arlys vetter^ ruofft Itenguolden,
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BT mit im imm schäch zuge. ßengDold gieng, Jes er inu 1)1* 175] groß lyden kam; menger guofcter rjtter verlor dar- lurch das Jäbeii, ala ir hören werdend, Uerchtold und Iteng- Aold sääsend oyder und sputend im echäch ; die wärend hälflFen- beiny nnd die schächstein ühera^ult. Sy zngend so lang, das 6 Bjcfa onneiogkeyt z wüschen d innen erbuob, also Aab Berchtold Kengüolden ein huoren sun schalt, nnd huob die liaod iiff und scfalnog inn inn sin angsicht, also das das bluot 2iio der erden num. Do lich Hengnold also gschtagen enpfand, do ward er TBst zornig und scbwuor by gott, es müeßte gerochen werden, lo Damit nam er das »chächzabelbrett und achluog Berchtolden damit so herttenklichen, das er im den kopff zerspielt ^ und tod zöo der erden fiel. Dardiirch ein grod gschrey sich er- knob im sal , und sagten d , Hengnold , der sun Ammon, hett Berchtold, Karlys vetter, xetod gsch Lagen. Do da« der keyser t5
^Ternam, do fält es wenig, das er nüt von sinnen kamai, und apraoh: >Ir heren, luojj^end, das uch Rengnold not enttrünn ; wann im muos der Ion werden , hat er inn ertodt,« Damit
, lüffend die rytter uff Rengnolden ; aber sine frilnd hulffend im erlichen. Es ward ein grosser uff ruor ; wann da wurdend «o ?yl baren stert'zogen und rocken zerryssen , und vyl ryttern wurden ertödt und verwundt. Magis, Rengnolden vetter, des bertzog von Agremnntz sun, gab och mengen streich. Und diewyl sy ein andren also schluogend, schiedend Rengnold und 8106 brüeder und Magia yllentz hinweg. Und känmiend zuo «» ir^n rossen und sassend daruf und ryttend uü Paris und fluchend gegen Dordonna. Do Karly verniuu , das Rengnold und sine
.bruodern enttrunnen wärend, Jieü er yllentz ^wey tussend
irytter innen nach yllen. Die fier bruodern und ir vetter Magis hielteud nüt, mitz das sy zwo oder dry mil geryttend;80 do stallet tend sy ire pfert* Rengnold fieng sich au hek Ingen und sprach: »0 gott, min schöpffer, ich bitt dich, du wellest mjcb^ mine bruodern und min vetter Magis vor dem tod be- waren, und nüt inn Karlis band kouimend,* Die Frantzossen jltend innen also nach, das ein rytter, der baß berytten was »i dann die andren, Rengnolden erylt, und sprach zuo im: »Du
5 Sy] «o hs.
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^virst beliben, untruwer rjtter, und will dich Karly öberantp- wurtten.« Do ion BeDgnold erhört, kart er Bayard iiram und gab im ein süllicheu streich mit sinein seh wert, das er tod zuo der erdeo fiel. Darnach scbluog er imch ein andren und
5 scbluog inn och tod zuo der erden. Darnach kam ein andern, der sagt: Ar filtzen, ir werdend dem keyaer werden, der wirt üch üU bäncken lassen.« «Du wirst gwülilich liegen,« sagt Rengnold und scbluog inn damit also mit sinem schwert, das er tod zuo der erden fiel. Daniaoh ryttend sy fiirbas. Die
10 sunn fieug an undergän und finster werden, darumm innen Karlya volck mit wytter nach rytten wottend. Die fier bruodem und ir vetter Magis ryttend sovaat tag und nacht, das sy gen Dordonna zuo ir muotter kämend; die lüff innen engegen mit küssen und halsaen und fraget sy , warumm sy ab dem häf
lö gescheiden werend. »Frow,« sprach Rengnold, »ich hab Berch- told, Karlys vetter, ertodt, darumm das er mich ein huoren suu schalt und mir sin fast inn min angsieht schluog.c Do die frow das verstuond, do fiel sy inn ämmacht Und Reng- nold huob sy ul\ Und do die guot frow ein wenig wyder
80 zerecht kam, sprach sy zuo Rengnold: »Lieber sun, wie htt«tu das dörffen thuon? As wyrt dich gerüwen. Ich bitt üch, mine süo, das ir hinweg scheidend; aber nemoiend von unserem schätz vor hin , das ir gnuog habend ; dann wo üwer vatter ab dem häf kumpt, so wirt er üch Karly übergeben, fintt er
25 üch.« Rengnold und sine bruoder und Magis wotfcend nüt länger beliben, sunders nammend von ir muotter schätz sovyl, als sy wotiend; darnach nammend sy urlob von ir muotter. Gros erbermd was im hinscheyden ; wann die frow weinet und gehuob sich übel, darumm das sy ire sün gsach hinweg scheyden
«!► und nüt wulat, ob syB yemmer mer gsächen wurd inn laben. Also schiedend die jungen rytter hinweg mit irem vetter Magis. Und ryttend inn den grossen wald der wildinnen Ardannia und kämmend an das wmsser Messa ; da giengend sy ein stat ui3, da üesseud sy ein schön ecblotä setzen utf ein vast starcken
M velssen, Do das seh los ußgemacbt was, do ward es von innen Muntfort genompt: es was kein sterckern platz untz gen Mumpellgart. Die jungen ritter fürchtend Karly nüt vast öbel. Der keysser Karly was zuo Paris vast leydig umm sin
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^VtHier Berchtolden , den Reügnold ertodt halt, als ir ghort band. Er hie& den hertzog Amtnon von Dordonna für inn kämmen ; der muoit im schweren, das er sinnen kinden not hilf geben wett und sy im fachen wett, an weüichen enden er sy betretten inocht, und imm uberantwurtten. Äniou dortfi r. im nut darwyder gsagen, er sebwuor; des er darnach übel geschulten ward. Und demnach und er geschworen hat, schied er van Paris and kam gen Dordonna. Und do inn die herty>ogin ga&ch, do fieng sj an weinen^ und der hertzog erkant, wa% Iren brast. >Frow,t sprach er, »war sind unser sün kommen?« i» ! »Her, ich weiß nät^« sprach s j ; »aber warumm band ir ge- ^■lytteii^ daj Rengnold Berchtold, Karlys vetter, ertödt hat?« >Prow,< sprach er, »ich mag sinn nüt Und wilaiäend, das Rengnold ^> gehertzt und starek ist, das syt d(^r gepurt unsers heren kein so gtareken rytter geweßt ist, als er ist; wann ia alle versamlnng am häf band nüt können darvor sin , das er ^H Berchtolden nüt ertÖdt hab. Darvor begertt unser sun recht ^P Yon Karlj umm mines bruoders tod ; nff das gab im der keyser schnödy aniwurt, des Rengnold ?aat zornig ward. Und die oriach « darunim Rengnold Herchtolden ertiidt hat, ist be- «r» •eliechen, das er sich an Karly rÄchen möcht, wie wol Berch- told «uo imm imni scbachspyl [bL 176] grosse sehältwort ■agt und inn übermüettigklichen gscblagen hat und bluotruntz gemacht; daz hat er mit mögen erlyden, Darumm hab ich Karly niilessen zuosagen , wenn ich inn und sine brüeder er- a« griffen mög, im die öberantwurtten und innen kein hilf [thnon] iuu keinerlein gatalt. Des selbigen eydes bin ich so leydig und zornig, das es niemmand glouben mag.
Wie der keyser Karly die fier süu Ammon inn irem schlos Moiitfort belegret mit sioeiii züg. ^
Die hystoria sagt, das zno der zyt des grossen Alexanders nüt sovil manheytten beschäehen sind, als zuo deren zyt, als ir boren werdend. Es begab sich, das der keysaer Karly offnen häf zwo Paris hielt. Und als der häf inn fröud und woHust was, kam ein bott, der knüwet für Karly nyder und S5 jprach zuo im: »Her, ich bring üch niere von dem, darumm
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ir inich Inoweg gschickt liancl. Wüssend , das ich n& dem grossen wald Ardannia kumm ; da hab ich die fier süii Ämon funden, die wänueiid inn einem vast starcken schloß. Daruinm wenn ir ilch an innen rilchen wend , so findend ir sj da,*
a Do das K&rly verstiiond, beruofft er sine rett und sprach zno innen: »Lieben heren, diewyl im also ist, das ir hie sind, so dsrff ich üch nüt botten schicken inn uwere land, Darnram gebietten und mannen üch als mine lechenlöt, das ir mir hältfend mich an den fier sün Anion rächen , die mir sovyl
10 übermuotz bewyssen band, als ir wol wüssend,« Do die fursten Karljs gebott erhortiend, üagteud sy zno im einheilligklichen: »Her, wir wend üwerem gebot gehorsam sin,* Also nämend sy nrlob von im, imd reyfct yetlicher inn sin laud sich rüsten» Sy belibend nüt lang uiä, sy kämmend wyder gen Paris mit
16 irem voick. Der keyser enpfieng sy erlichan. Und on vertzug reytt er von Parts mit sinein züg und kam iim ein stat, die was sin, die hieÜ Muntleon. Da lag er über nacht. Und mornendes , so bald der tag barfür brach , schied Karly von Montleon und macht sich uif die strä&. Und ordnet sin far-
Äo huot dem gräf (lugen von Muntpallier, der wott Rengnolden vast ül»el. UH' der sträs bernoffb Karly den frommen gräf Renger, Hug vou Babefort, den gräf Garnier, Gödfrid von Longun, üergis^ f{icbnrt von Normandia und den hertzog Anses und spracli zuo innen; >Ir heren, ir wüssend wol, mit wemin
8* ir zeschaffen band. Darum m byt ich üch , das ir üch inn huot haltend und guot wachten habend , damit und wir kein schaden enptächend.« Der iierti^og Anses sprach : »Wir wend es thuon.« 8y liessend trummetten blässen und samlettend den ganfczen züg und ryttend sovast, das ay gen MeyUand
3»» kämmend, das man Asp»^s nenipt; do gsächend sy das scblos Montfort, das Hengnold ujjcj sine brüeder und ir vetter Magis gebuwen liattend» Ufl* die zyt, als Karly gen Aspes kommen waa, do kämmend Rengnolden dry bruoder ab dem gejegt iifi dem wald Ardnntna, Rychart, der jüngst, fuort ein vast
«köstlich hörn, das Hengnold vast lieb hat, und iren wärend by zwentzig ryttern. Und wie sy gegen Muntfort ryttend, do luoget Rychart gegen der Messa und gsach Karlys züg; Do hielt er styll und ruofft Gurcharden, einem bruoder, und
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sprach suo im: »Lieber bruoder, wer mag dis volck stnii, so d^ da bar knoipt? Ach, icli bort; des voririgeti taga sagen jfon einem botten, der erizalt Rengnolden, Karly kemuie uns lelegren.« Als Gucbart disse wort veratuond, do gsach er inmi sich und gsach die varhuoi, die der gräf Hug fuort. b Und do inn Rycbart gsach, do stach er sin pfert, und die sinen yltend imm nach* Und kaoi gegen Hng und sprach zuo im: »Lieber her, wei ist dia volck?* *Her,« .«sprach Hug, »es ist des keyser Earlis, und wend die fier sün Atuon belpgren*« Biehart sprach: »Ich bin Keognolden soldner und sag dir kein lo danck umiti das, so du sagst ; wann ich bin inn schuldig ze- schirmmeii mit allem miuem vermögen. < Damit schluog er den bertzog Renger durch sin schilt, das er lod zuo der erden fiel. Waz sol ich öch ftagen? Des hertzog Kengers volck wurdend all ertodt und Terwtint. Es kam ein schiliner zuo i» Karly und erfczalt im, wie sin varhoot siglos worden were von
IRengnolden soldner, und der hertzog Itengner were tod» »0 |ott,« sprach Karly, »hah ich Rengier verloren, by gott, das |it scbad.« Er beniofl't Gergis von Dannemarck und sprach Ino imm: »Tannemarcker , ryttend unserem volck zehylff, ir m ttnd der hertzog Anses; wann Rychart fiiert all min schätz hinweg und ertodt all min volck.c Gergis warttet mit länger, SQiiders macht sich uff die sträa mit dem bertzog Anses mit ^^r^ hundert ryttern. Aber es was umm sust ; wann Richart ^Hmd sin volck wärend schon inn Muntfort mit aller bab , so ^ ^Eiy gwnnneo haltend. Do Renguold sine l^rtieder gsach kommet» ^'xnit ftovyl gfangnen, do sprach er vaio Richard: »Lieber bruoder, I wo band ir disse hab überkommen?« »Bruoder,< sagt der edel ^■Hicbart, lich wyll dir mere [bl. 177] sagen, deren du dich ^^erwundern wjrst. Wüß, das uns Karly kumpt belegren mit *<» ^H|[rosser rytterschaÜ't. Und wie ich und mine brüedern ab dem ^Kejegt kommen sind n& dem grossen wald Ardannia, d4 ist ^Hos sin varhoot begfirnet, die der gräf Hug ftiert. Wir band P^it innen gstrytten und sy inn die flucht gejagt (got hab danck l) ttnd band etltcb ertodt nnd band innen iren schätz S5 enommen, so du hie siehst, und ist ummkommen bertzog
12 miDem] smein bs*
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Rengier und vyl grosser heren. < RengnolJ sprach: »Ich sol dich iiinenklichen lieb haben, das du unsere fjend überwunden hast uff ir zuokiinfift.« 1*> beruofft sine bruodern und volck und sprach zuo innen: »Ir heren , nun ist die zjt kommen,
6 das sich mengklicher kön ertzeigen sol (das bjit ich dch) und unser manheytten Karly zerkennen gebend, also das er uns nüfe für niltsöllend luLt achte.« Utf das gäbend im sine rytter tzantwurt: ^Her, band kein sorg und sind sicher, das wir fieli nüt feilen wend, diewjl wir inn laben sind.« Do Rengnold
10 siner bruodern und volck guotter wyll verstnond, dancket er innen vast. Und diewil sy an venstern tagend, kam Gergis von Danemarck mit tussend ryttern, Do er gsach, das Rychart inn das seh los was, do kart er vast schnell wyder zuo Karly und ertzait im, waz er thän und fanden hat, und sprach:
in »Her, wüssend, das das schlos Munifort das aller schönst und sterckest schlos ist, das ir ye gsächend. Und sagen üch, das wirs not so bald gwunnen werdend, als wir vermeinend ; wann semlich rytter verhüettend es, die das manlichen beschirm men werden d.< Do Karly Gergis verstnond, do ward er so zornig,
so das er unainig werden woit, und schwuor by gott , er wett nüt wyder inn Franckrich, Rengnold w^er dann gfangeu oder ertödt.« ^Her,« sprach Gerigis, »ir sond es thuon; wann er und sine bröeder band uch vyl zeleyd thän.f ^Her,* sprach Felcker, »band kein sorg; wann wir wend üch inn kurtzem
1^ rächen. Verschaffend nun, das sich üwer züg umm das schloa legge. ^ »Ir sagend recht,« sagt der keysser und gebott, das sich mengklicher umm das schloü legerte und ire zelten ufl: schlüegend. Das beschacb. Nun wyll ich üeh sagen, wie das schloß gesetzt was. Es w^as gesetzt uff ein hochen velssen ;
»^ uff einer sytten lüff die Messa unden drann , an der andren sytten waa ein vast gros lostpar holtz, an der dritten sytten wUrend schöne fälder, und ännerthalb der Messa wärend schön matten , lustig zesächen. Do Karly sin läger für Muntfort gschlageo hatt, do saß er uö' sin pfert und reytt inn kleiner
M gselschafft das schlos besächen. Und do erß nach willen be- Bächen hat, do sagt er zuo im selbe: >Äch gott, wie ist dyß
* 31 an] and hg.
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«chlos erbuwen und an siarcken enden l 0 gott, wie wilssend
sy BO wol sich inn kriegyschen Sachen zehalten, wie wol sj
jnag triod! Und ich gsich wol, das wir nüt m bald wyder
heim keren werdend, als ich vermeint.« Kr lieJa ein kar-
I fonckelsiein oben uff sin zeit setzen » der scheinn wie ein 6
^Kbrünender torscb , darzuo ein vaat kostliehen guldinen öpffel,
^■J)o die 7.elt ufgericht was, gieng er darion. (Jnd sprach zuo
^Bdeoi hertzog Anses, er sott gebietten lassen, das inn achtagen
Dieoiiiiacid so frisch were uff die pfert zesitzen, dann spatzieren.
»Wann ich will gebietten lassen, daz man uns spis zuo füere lo
nach nottnrft; wann ich wyll nüt von hiuoen ficheyden, ich
hab dann daz scblos gwunnen« Wann wir wend bj xik hungern,
ee das ein mannt für komme; wann sy mögend nüt spia haben
inn keiner gatalt.« Der hertzog Anses sprach zuo Karly:
»Uer^ ir mögend im baß thuon. Ist es üwer wyll, nemmend i«
botten, den schickend zuo Rengnold im sagen, das er üch
[{icbarden gebe, so wellend ir inn wyder begnaden. Und gibt
ir inn üch, so land im sin kopff abschlaehen. Und thuot er
Ddt , so mdg er sich des sicher halten, das im krieg sin
n lang nüt gebrästen müeß.t Karly sprach: *Ir sagende
wyfilich , doch das ich ein botten hab , dem ich vertrüwen
dörffe.« »Her,« sagt Anses, »liept üch, Gergis und ich wend
die botschafft thuon.« »Es liept mir wol,« sagt Karly, »und
sagen üeb darumm danck; wann ir band mir nie gfelt.« Ako
rastend sich die zwen botten und machtend sich gegen dem ä&
blos. Do Alias, der da wachet, sy gsach , sprach er zuo
neu: »Wer sind ir herenV« Anses sprach; >Wir sind des
eysers botschafft ; der hatt uns här gschickt mit Rengnolden
Alias gieng und sagt das sinen heren, wie zwen
n am thär werind, die wetten mit im reden. Kengnold ao
lies innen uff thuüu. Das beschach. Die zwenn heren wurJend
filr Rengnolden gfüert; der enpfieng sy vast früntlich und
hieß sy zuo im uff den banck sytzen. Do sprach Anses zuo
Bengnold: »Der keyser hat uns befolhen dir abzesagen, und
well dich niemmer röewig lassen , untz das er üch all er- 36 lodt hatt.« Do Rengnold dysse wort verstuond , do ward er
S3 ff. tu aom.
iJ«JijiioD«kittilttr,
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gar zornig und sprach zuo Anses: »By der triiw, die ich minen friinden ächuldig bio^ wenn das iiüt beschech, duniDim das ich Ttch lieb hnh , so ließ ich üch alle glyder zerhowen ; wann ir bettend es wol verdient, darunim das ir mine nachen
B fründ sind. Und al» raich dunckt und och von rechtz söttend ir mich beschirmen nnd bewaren wyder alle meotschen, und ir rättend mir rain uuneen Sagend Karlj, min bruoder Richart werde im nüt, und das er das böst thüeg, so er mog; wann wir wend weder umm inn nach unmi sin trowen nüt eines
ift halben baller w^ertz deaterniinder thuon. Wann ee und er nns gefacht, muos er vyl grösserer bylff notturfftig sinn dann wir. Und machend üch nun schnell uß unserem schlos!« Do der hertzog Anses und Gergis dysse red horttend, do belibend sy nut länger, sunders ryttend hinweg. Und kämmend und
16 ertzaltend das Karly^ so im Kengnold enboit. Do das Karly verstuond, ward er vast zornig und gebott, das man das schloß nach necher belegrette. Das hat drü thän Für das recht tbär wurdend geordnet [bl. 178J der grafl Hug, Felcker von Morillon, der gräf von Neuers und Gergis von Dannemarck.
*<> Am andren thär was der hertzog von Bnrgundia und der gräf von Albunos. Und by dem tritten tbär was der alt Ammou, Rengnolden vatter, der was wyder sine sun. Der keysser Karly vermeint die fier brüedern also belegret haben, das sy nüt hinuß kommen möchtend; wann er hat ein vaafc gros voick
«& by im. Aber wüssend, das inn dem schloß Muntfort ein heimlicher usgang was utf einem velssen, durcli den Rengnold und sine bruodern hin uß ryttend, wenn es innen liept Und ryttend uff das gejegt on hindern nß*
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Wie Rengnold und sine bruoder iiß dem scblos fiellend so imd Karly vyl volck erscbluogend.
Do Rengnold gsach , das es zyt was sine fyend zeüber- fallen, do beroofft er Samson von Oordellee, ein manlicher rytter, der was Rengnolden und sinnen bruodern ze hilf kommen mit hundert ryttern, und sprach zuo innen: >Ir herren, es ist 86 zyt, das unser fyend vernemmend, wer wir sigend. Wann lie^send wyrß länger an stän, so möcht der keyser sprächen,
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wir werend nütsollend lütt.c Demnach sagt er zuo sinem bnioder Rychart: »Lieber bruoder, umm des keyssers tröwen will ich dich dennecht nüt verlassen, wann ich hab dich als lieb als mich selbe, c Damit nam er inn inn sine arm und nmrofieng inn mit grosser liebe. Demnach sagt er zno im: & »Bmoder, li& das hom blässen, das sich jedermann rüst, und land uns hin ufi rytten dem keyser ertzeigen, waz lütten wir sigend. Wenn gott wett, das wyr den gräffen von Stampes gfächen mochtend, wurd ich vast fro sin; wann er ist der gröst fyend, den wyr band und der uns mer geschediget hat. lo Fillicht enttrünt er uns nüt, wann er ist allwegen inn der ▼arhiiot.€ Do dyfi reden gendet w&rend, do rüstend sich die fier bruodern und all ir volck und ryttend uß dem schloß durch das heimlich end on gschrey und ryttend inn Karlys läger. Da Sengend sy an sovyl volcks ertoden und zelten u nyder schlachen, das das ein erbermd was. Der Rengnolden uff Bayard gsachen hett, wie vyl manheytten er begieng, der hett sich verwundert ; dann der im begegnet, muofit on feilen sin laben enden ; wann er schluog kein rytter, den er nüt so lichtlich spielt, als wer er ungewapnet. Do Earlis volck ire so fyend gs&chend, do wapnettend sy sich yllentz und staltend sich zuo der gegenwer. Der strytt fieng grussamm an, das ein erbermd was. Do der alt Ämon das gschrey erhört, do 8a£ er uff sin pfert und kam inn strytt mit sinem Yolck wyder sine sün. Do Rengnold gsach sin yatter kommen , do ward 35 er vast zornig und sprach zuo sinen bruodern: »Das ist ein gros wunder; wann hie ist unser vatter, der wyl uns schedigen. Mit minem rätt wend wir im platz gen ; dann ich wett umm kein sach, das etwar band an inn leytte. Aber der vatter kam an sy und thett innen grossen übertrang an. Do Reng- 30 nold gsach, das sy ir vatter so übel schediget, do sprach er zuo im gantz zornigklich: »0 vatter, waz thuostu? Du thuost übel und sünd ; wann du söttest uns hälffen , und du thuost uns mer zeleyd dann die andren. Ich gsich wol, das du uns wenig lieb hast , wann du hast uns verrüefft und entherpt. S6 Wir band dis schlößly lassen machen uns uffzenthalten , und
* 10 8. anm.
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du kuinpet das hälffen zerstören. Das sind nüt vätterliche werck, sunders tüfflysch. Wiltu uns nut hälflen, so byü doch nüt wydris. Wann by gott, kunipst wytter barför gegen uns, so wyll ich dir ein söllicheo streich gebeu mit minera achwert,
R das du uns harnach rüewig wirst lässeu,« Do der fromm hertzog Amon sines suns red erhört, do hatt er so gros leyd im hertzen, das er schier ab sineni pfert fiel ; wann er erkant wol, das Rengoold war seyt. Aber er kond im nut anders thuon uü forcbt des keysers, Docb reytt er bindersich und
10 lieü sine süu für rytten ; die schedigettend Karlis volck übel. Diewyl kam Karly, der gräf Albrecht, Gergis von Tenne- marek, Felcker von Morillon. Und do sy Rengnold gsach kommen, do ordnet er sin volck. Inn dem lieli Karlys ryttern einner sin pfert louffen , der bieü Türing, gegen Hengnolden
15 volck* Und do inn Allard gsach kommen, do kam er gegen im, also das Thüring tod zuo der erden fiel. Des Karly vast zornig ward und schrey überlut: »Ir heren» gedenckerid mich zerächen an dyssen lurren, die unser volck so übel schedigendlc Do der alt Amraon den keyser erhört, nü forcht, er ward
io geschulten, stach er inn sin pfert und schluog sinn er sünnen ryttern eiuer, der hies Amon, so herttenklichen mit sinem Schwert, das er tod zuo der erden fieL »Vatter,« sprach Reng- nold, »du thuost übel, das du also min volck ertödst ; aber by der trüw, die ich gott schuldig bin ^ wenn ich nüt ver-
•B meintte geschulten werden minner eren, so wett ich mich an dir rächen. Ach rauotfcer,« [bL 179] sagt er, »wie wyrstu so leydig sin, wenn du den schaden vernemmen wyrst, den uns unser vatter uS den hüttigen tag thuofc.« Do Felcker von Morillon gsach, daz sich KengnobJ und sin volck so wol uff-
aa enthieltend wyder sy, do fieng er an schryen: »Her, waz ist das? Ich gloub, ir wösseiid nüt, waz ir tliegend. Beschickend nach nier volck, das ir den verrettern den Ion geben mögend. c Damit reyt er uff Hengnolden volck und die Frantzossen mit im, also das sy hindersich wichen muol^tend, Do Allard sin
■5 volck gsach wichen , do ward er vast zornig. Und zog sin seh wer tt uik und tbet sinen fy enden so grossen schaden , des sy »er erschreckend. Der stritt was vast grussani , das nun ein gros erbermd was; wann meugklicher tbet das böst. Die
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fier 8Ün Atnon hieltend sich manlich; wann sy schliiogend ro& und man zuo erden, also das sich keinner dorffl Tor inneti finden lassen. Aber mit manheyt moclit sich njemmand zuo
IBenguolden verglichen; wann die Frantzossen torfftend im Hat genaehnen; wann er thet kein streich, er ertodt ein fyend. ä Da ward keiner fruntschaffb geschonnei , wann sy ertodtend ein andren wie die thierer. Inn dem kam inn stryt Johans Ton Sant Omer uff einem guotten pfert. Gegen im kam ein ryUer, der hies Hugo, Aber Johans schluog Fiugo^ das er lod Euo der erden fiel. Do das Rengnold ersach, do ward er i<i rart zornig und sagt zuo sinem volck: »Luogend mir umm dtfl guot pfert ; dann entirünt das mir, so wyrd ich niemmer mer frölich sin; wann es muol^ Bayard gselschafft halten.« Do inn Richart, sin bruoder, verstuond, der was ein edler rytter, do vertzog er iiüt länger, snnders stach inn sin pfert i* und stach Johans von Sant Omer so hertenklich , das er im »in sper durch den lib stach , also das er tod zuo der erden fiel. Do nam er das pfert by dem zoumm und brächt den Rengnolden und sagt «no im: »ßruoder, ich bring dir das ^^pfert, so du so vast begerfc hast, das sehänek ich dir« »Lieber so ^Vbruoder,« sprach Rengnold, »ich dancken dir vast umm die schäncke; du hast mir ein grossen dienst gethün.« Demnach ersach Rengnold sin vatter, des er vfist zornig ward. Und sprach zuo im: »By miner trüw, vatter, du machst dich ze- I schalten. Du mochtest wol röewig sin, das du uns so dick z6 ^Kbsichst. Zuo wiennecht und ostern sol man sin guotten fr find ^■koninien besächen und fröud mit im haben; aber du thnost ^f das nüt, sunders du kumpst uns besuchen inn grossem krieg ' und wider uns. Das ist nät Tättertiche Itebe.c Der hertzog Amon sprach: »Hüerring, ich wyll, das du dich wol ver- so hüettest; wann mag dich Karly gfächen , so wirt dich all weit not mögen verhüetten, das er dich nilt erhäncken lä&« »Vater,« sprach Rengnold, »läö das sin und kiimm uns hällFen, so wirt Karly überwunden.« »Far hin, du esseJ, gott ver- flOeche dich!« sagt sin vatter. »Ich bin imm zalt verrettery s6 zetriben.« >Vatter,< sprach Rengnold, »du hast uns nüt vast lieb, ich gsichs wol Darumm hüet dich vor mir; wann ich wjU dtr ertzeigen, waz ich kan.« Und stach damit Bayard,
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Bin pfert , und schlaog ein schiitner, der hies Guymar, also das er tod zuo der erden fiel, Do Karly sin schiitner tod gsach, stach er inn ein pfert gantz zornig und g^cbied den stritt mit sineni scbwert; wann er gsach wol, das sin vok"k das
6 bössertejil hattend. Und gebott innen, das sy abUugend, wann es were der birtten uffzehören atrytten. Und als ay ab zu- gend, kam dahar Bernbart uß Burgundia, der schluog Synion Ton Breniß, also daz er tod zuo der erden fiel, Do die fier bruodern Synjon tod gsächend » wärend sy vast leydig und
10 kämmend an das end und ^eratrowtend die hnffen. 8ymons tod ward do wol gerochen; wann sy ertodtend hundert der besten ryttern, so Karly hat inn siner gsellschafft; des Karly vast leydig was, Allard kam an den gräffen von Stampas und schluog inn tod zno der erden, f^o liengnold den stich er-
16 sach, do kam er zuo sinem bruoder Allard und iimmtieng inn und sprach zno im: »Lieber braoder, gesegnet sig die muotter, die dich getragen hätl Dann du hast uns gerochen an dem grösten fyend, den wir ghept band.« Und do er dysse wort geredt bat, ließ er sin tnimmetten blässen, das sich sin volck
10 wider versamlette, Do Karly den grossen schaden gsacli, so im die fier sun Aoimon tliettend, do schrey er mit liitter stimm : >Ir beren, land uns wyder inn unser läger zücben ! Wann unser fyend sind zeguott rytter,< Do Karlys volck sin gebott erbortend » zugend sy inn ir läger. Und als sy abtzugend, i yltend innen Rengnold und sine brooder nach und acbluogend sy inn die flocht gegen irem läger imd fiengend Anthony von Guottemunt, den gräf von Neuers und Tb ü ring den Normand» Do Rengnold Karlis volck inn der flucht gsach, do versamlet er sin volck und ryttend frölich gegen dem schloß mit den
10 gfangnen. Und als sy gegen dem seh los ryttend, kam ir vatter gegen innen. Und do sy inn ersächend, do tobettend sy von zorn. Reognold scbluog sines vatters pfert so herttenklieb, das zuo der erden fiel; wann er wott sin vutter nut unrüereti, Do sich Ämon am berd gsach, do stuond er schnell uff und
9b zog sin Schwert uß und fieng sych an zeweren. Aber die wer bett inn wenig genützt, er wer gfangen worden, wo nüt Ger- gis von Tannenmrck gsin were, der entschut inn. Und sprach zuo im; *Her, was dunckt uch üwer süniien halb? Sy sind
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▼ast manlich rytter, als ir wol gsachen mögend, c Do Amon wyder uff sinem pfert was, do ylt er sinen sünnen nach als ein yerizwyfletter man und sprach zuo sinem volck: »Lind ans den boaben schnell nach rjtten ! Wann labend sy lang, so werdend sy uns grossen schaden thuon.c Do Bengnold sin 5 Taiter gsach kommen, do stach er inn Bayard and reyt uff sines vatters volck und schluog sy mit gwalt inn die flucht mit hilf siner bruodern. Do Karly die gros manheytten [bl. 180] ersachy so Rengnold und sine bruoder begiengend, do sägnet er sich von wunder und sprach zuo im selbs : 0 ewiger gott, lo wie bastu dyssen ryttern so gnedig gäben geben! Wie wol sy mine tödliche fyend sind, nüt desterminder sagen ich dir danck umm die krafiPt, die du innen geben haste Und stach damit inn sin pfert und reytt gegen Hengnolden und sprach zuo im : »Rengnold, ich verbütten dir, das du nüt wytter har- i6 für ryttest.c Do Rengnold den keyser gsach, do macht er im die reverentz und reytt hinder sich und sprach: »Kerend üch widerummic zuo sinem volck; »wann hie ist der keyser. Ich wett nüt umm kein sach, das üwer einer band an inn leytte.c Do sin volck die red erhorttend, do stacktend sie ire Schwerter so wyder inn und ryttend inn das schloß vast frölich der guotten sach, so innen des tags begegnet was. und giengend sich gen entwapnen. Diewyl ward das oaehtessen bereytt. und sas- send zetisch und liessend die gfangnen mit innen essen. Nach dem essen dancket Rengnold sinnen bruodern umm ir hylf. a^ Do Karly gsach, das Rengnold wyder inn sin schlos was, do reytt er och wyder inn sin zält und schwuor, er wett nüt vor dem schloß abzüchen, er bette dann vor die fier sün Amon oder das schlos. Waz sol ich üch sagen? Karly lag fierzechen manott vor Muntfort, das kein wuchen was, das nüt stryt oder so scharmutz beschechend. Wann Rengnold was nüt so wol be- legret, das er nüt gen jagen rytt, wenn er wott. Es begab sich och vyl raäUen, das Rengnold mit den Frantzossen redt umm fryd. Und sprach: »Lieben heren, ich bytten üch, so- vast ich mag, das ir mine fürpytter sigend gegen Karly. Und 35 sagend im für war, das er uns nüt mit gwalt gwünnen mög;
» *20 8chw.] Schwester hs.
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wann unser schloß ist vast wol gerüsi mit allen dingen. Er mag daa schlos wol ilberkomoien, de%Hchen mich und mine brüeder, unsere laben und hab bewartt, und das der krieg end hab, sust imt« »Rengnold,« sprach Gergis, »du sagst recht,
6 und verheyasen dir das Karly zesagen. Ich gloub och, ich well inn also bewegen, das erß thuon wyrt; wann ir sind not lüt, die also yenjüttedt werden sollend,« Als Rengnold mit Gergis redt, kam Felcker von Moryllon dahar; der sprach zuo Rengnold: »Rengnold, du byst ein rrnr. Du wyrst uns Munt-
10 fort lassen , wann es ist mit din erblechen , darzuo üwere höpter.c » Felcker, € sagt Rengnold, »du hast mich vyl ge- schulten. Ich weyß wol, das alle übel, so mir Karly will, harkommend darumui, das ich sin vetter Berchtold ertödt hab. Ich mag sinn nüt warlich und ist mir vsst leyd, das weyfit
u got wol. Und du wejst, Felcker, das ich mich sinnen erweren muolät Aber ich bytt dich, das du Karly sagen wellest, das er uns begnade. Thuost du das, so wyrstu gelopt. Nun magstu als wol umnikonmien als ich.c iBy gott^« sagt Felcker, tdas alles wyrt dich nüt halffen ; wann du und diue brnodern
lomüesseDd sterben,« 5^Üu tri3wst zevast,« sagt Rengnold; >wann es zimpt dir nüt, das du ryttern trowest, die besser sind dann du. Hastu neyßwaz im hertzen, so thuo es und bruch not sovyl reden. Ich sag dir für war, da^ du dinem tod nach gäst.c Nach dyssen wortten scbiedend sy hinweg von ein andren,
«Wie Muntfort verratten ward und verbräntt, und wie Reugtiold dar von kani mit den sinen.
Do Karly gsach, das er das echlos nach die rytter not errobern mocht, do ward er vast zornig und forschet mer volck inn allen sinen landen. Und do sy kommen wärend, sprach
aft er zuo innen: >Ir heren, ich klagen üch ab Aen fier süti Am- nion, die mir all min land verwüest und zerstrjrt band* Da- rumm sagend mir, waz ich thuon solle; wann ich wyll fiwerm r&tt Tolgen.« Do die heren Karlys klag er hortend ab den fier sün Amon, do sagt der hertzog Anses zuo imm: »Her,
36 wend ir guottem rätt volgen, so will ich üch den guot geben. Land uns wider inn Franckrrch züchen, wann der wintter ist
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bie. Und wenn der SDirinier hie ist, den so mögend ir üwer ilfiger wider komen für Miintfort seh lachen. Ich sichern üch, Rengnold nöfc so par verschlossen ist, das er nüt hin uß wenn er well; darumni er not lychtlich erobert wyrt. Wjtter so sind Rengnold und sine brüeder senil ich rytter, die & sich nüt liederlich überwinden länd. Das ist min rätt^ her; 4er ein bessers wilß, der sagß.« Darnach redt Hernian von Senna und sprach: »Her, ich will üch bessern rätt geben. Gend mir das schlos und alle hab darinn und alle herschafft fiinff mill darurooif so wyll ich ach Rengnolden und sitie brüe- ^o der übergeben, ee das ein aianofct für kumpt.« »Herman,< sftgt Karlj, 'du hast wol und wyälieh geredt. Magsiu das Eewägen bringen, so verhejssen ich dir da7. seh tos nnd alles
Sdas, so du begert hast, zegeben,* »Her,« sprach Herrnan, »ich dancken üch «uo tussend mallen [bL 181] und verhejssen i& üch Rengnolden und sine brüeder geben vor einem niaoott, als ich gloub.< Also ward die zuosagnng beschlossen. Der falt«ch und boßhafft verretter beleyb nüt länger, sunders sagt suo Karly; »Her, Jänd mir ein guotten hoptmann verordnen mit tussend wolgerösten guotter ryttern^ so wyll ich sy morn «> vor tag unden an den berg verhalten on gachrey.« Karly be- schickt Hug von Burgundia und gebott im, das er tussend guotter ryttern nemme und alles daz thett, so im Herman sagen wurd. Do ilerman all sin sacli geordnet hat, do kam er för des sefalosses thär und sprach zuo dennen, die das thar a^
fverhuottend: >Äch^ iimm gottes willen, ir herren^ hand erbermd über mich! Thuond mir uf, oder ich bin sust tod ; wann der keyser lätt mir nach yllen allenthalben, darumra das ich im vyl gnots von Rengnolden gsagt hab. Und sagen ilcli, das ich im sagen wyll, des er erfröwt wyrt.« Die thärhüetter *<* vermeinttend, er sagte war; darum sy im die briigg nyder lieesend und liessend inn in. Aber der untrilw verretter gab innen bo*jsen Ion darumm. Diew^l ließ Karly Hug von Bur- gundia zuo rüsten mit tussend ryttern und schickt sy an den berg on gschrey, als im Herman befolhen hat. Do Rengnold m temam, das Karlis ryttern einer kommen was, do gieng er im engegen und sprach zuo imi *Wer sind ir, lieber her?« »Uer,« sagt er, »ich hejla Herman von Senna. Ich bin von
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li wert wegen mit Karly inu unneinigkoyt kommeD. ümm die selbig aach bin [ich] hnr kommen üch bitten, das ir mich inn beftilch liabend; wann ich weyi nnk, wo hin ich yetzmäl soL« liengnold sprach: »Sytniäl und ir sagend, ir sigend unser
ö fründ, so sind ir ons wiikommen. Nun sagend mir, d&s byk ich üch, wie halt sich Karlis her, ist vyl spya verbanden ?€ »Her,! sprach Herman, »sy band niangeh Und sagen äch für war, das ey vor fiertzig tagen abznchen werdend; wann der heren keiner will mer da beliben. Des Karly vant zornig
10 über sy ist.« »Lieber fründ^i; sagt Rengnold, tir band mich gar getrost, w^enn es also ist, als ir sagend. Dann wenn Karly ein mal von hinnen kemm, so wurd er kein wyllen mer haben bar zekommen*« Rengnold fuort inn zuo sinen bruo- dern, die thettend im gros eer an und fragtend inn von allen
i^ saclien. Do die zyt kam zenacht zessen, do sassend ßengnold und sine bruoder zuo tisch und ässend frölieh zenacht. Mit innen aJd der verretter Hermann, dem machtend sy guot gschir. Nach dem essen giengend die rytter all nyder; wann sy wärend raäed nach von dem strytten des vordrigen tags. Herman
^^ der ward erlich beherbergt. Do jedermann entschlaffen was, Herman der echlieff n*it, suuders stuond uf und nam siii har- nisch und wapnet sich und thet wie der faltsch Judas und kam an die brugg und zerhöw die seyller, darann die brugg hanget, nnd ließ die nyder; darnach steig eruÖ^diemur und
Sft fand den tbärhüetter, dem huw er die gurgten ab und nam im die thärschiüssel und thet das thär uf. Do Uug daz thär offen gsach, do beleih er nüt länger, sunders kam inn das scblos mit sineni volck und ertodtend alles das, so innen begegnet. Horrend das gros glück, wie gott Reni^nolden und sine bruo-
»0 dern behuot! Wüssend, das die stalknecbt truncken wärend und entscblieffend, das sy der rossen kein acht haltend. Wann A Hürden pfert, daz was vast hoffertig» Reng an ein wyld wes- sen füeren mit den andren pferden. Do Ällard die pfert er- hört, do sprang er uf und gsach das thär oö'en und gsach
SS den hämisch glytzen durch die saltburen von dein mänschin. Er gieng zuo dem bett, an dem der verretter gelägen was; den
5 wolkoimnaii hi.
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fand er nüt, des er ser erschrack. Und gieng und wackfc Reognolden und sprach: »Lieber bruoder, wir sind verratten ; Ldann der verretter Hernian hat Karlis votck ingelässen, die [eriödtend unser volck mit grosser niartter.« Do das Kengnold Terstuond, do sfcnond er schnell nfP und wapnet sich und ruofft ^ sinen bruodern und sprach: *Wol uff, lieben frütiden, land uns uns manlich halten; waun die nott ist hie.c Rengnold hat nüt uier dann trissig rjtter bjr im im schlos; wann die andren wärend im undern achloa, das glichet sich einem klein- nen stetly wol besetzt mit volck. Da was Hugo. Inn dem ^* kam Herman der verretter da här durcli die gassen und mit ^m wol hundert gewapnetter rittern. Rengnold sprach zuo limneD braodern : J^lr heren, kommend härfur! Dann wo uns gott not hylft, so sind wjr all verloren.« Rengnold und sine tbroodem staltend sich für die thur und warttend sich so wol, vs [das keiner harfür kommen dorä't. lun dem färhäf fieng das gscfarey lut an, dararam das sieh die im schlos manlich wart- tend. Do Karlys volck gsächend, das sich die im schlos so iredlich hieltend, do stiessend sy das für inn die hüsser im Ifärhäf und [fiengend] au zerbrächen und verbräunen, waz sy ao ffuuden, dardurcb die aller besten gehüsset verbrunnend^ also das das für inn das recht schlos kämm. Des Rengnold gantz ^20mig ward und sprach zuo sinen bruodern: >Waz w^end wir fhie thuon V Beliben wir ud Itinger hie, so sind wir tod oder gfangen. Wenn das für nut were, so wettend wir dis volck"* nach ußhär triben; aber wir könnend nut länger hie beliben, Darumm so kommend mir nach !« Do sy ir schlos also gsä- chend brünnen, do giengend sy inn ein graben durch das heim- Heb thürly ; da fiengend sy den an so manlich beschirmen, das keiner hin inn kam , er ward er tod t, Do der verretter ao Hertnan das ersach , do nam er sin volck und kam inn den graben und greyf die fier sün Amon hertt an. Wann inn dem iDgang des grabens wurdend vyl manheytten begangen. Diewyl sy also im graben wärend, do erhör ttend sy ir volck Bchryen ; darumb Rengnold zuo sinen bruodern sagt: »Lieben nb beren, land uns gen nnser volck entschiltten! Wann [bL 182J
ver braonfln ha.
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kemmeod sy also umm, wer uns ein groase achand.« »Brao- der,« sagtend sy, »so latid uns gän im nammen gotz.c Do sy nß dem j^friibeii warend, do beschacli ein heriter strytt ; wann die fier briiodem gaben hertt streich. Wann Keognold schluog ßo grussamm streich mit sinem seh wert Flamberga^ daz im nienimand genachnen dorft. ; wann er was vast zornig. Und von des groHseri zorns wegen, den er hatt, wägt er sin lyb und laben: er warft' sin schilt nff'sin niggen und hatt sin schwertt inn beden bänden nnd brächt Karlys volck sovyl umm, das der
10 platz gantz bedeckt was. Do er gsach, das sine fyend so gar erschrocken wärend nnd sinnen mit torfllend beytten, do sagt erzuo sinnen bruodern: »Ir heren, gedenckend üch redlich ze- halten; wnun verretter sind guot zeüber winden.« Nach ilyssen wortten kart er wydernnini zuo dem thär des Schlosses, wann
ift das für was ein wenitt erlöschen, nnd beschloß das wyder aller ainer tyenden wyllen , desglichen die faübrugg. Demnach gieng er wyder inn stritt und fand sine bruodern, die hieltend sich so redlich, das es ein wunder was; wann sy gäbend kein streich, das sy nüt iren man nyder scblüegend. Der verretter Hennann was inn dem strytt inischlos; wann Rengnold hat
MO das thär zuo thän nnd die falibrugg uff" zogen; darumm er im nüt torfft entsitzen vor Karly wytter. Er trang inn sinne fyend so fräffenlich sampt sitien bruodern , das von Karlys volck, so im schloa wärend, nüt uier inn laben belibend dann Herman und xi ander, die wurdend gfaugen. Rengnold Heß
Mein galgen ufrichten uff den höchsten thnrn , daran ließ er die einlyff erhäncken. Darnach Iie§ er Hermans fier glyder an fier rossen schwäntz binden und satzt nff" yetliclis roß ein bnoben nnd hies die inn die pfert stächen mit den sporen, abo das er von stund an gfiertteylt ward. Darnach lieü er
»0 ein gros für machen und inn darinn werffen. Die mere kämend Karly bald für, wie die sach ergangen was; des er ser zornig ward nnd sprach zuo im selbs: >Ach, lieber her gott, wie wird ich kestiget von den fier ryttern! Ich hab übel thän, do ich innen die rytterschatft geben hab. Nun bin ich aller-
■fr dingen trostloß; wann ir vetter ertodt min sun Lohar nnd
30 mere] wiederholt hs.
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iengnold min vetter Berchtolden , die ich so lieb halt, und
Ijttz band sy min voiek ertödt mii grosser uiartter. Icfa sol
jinich bitlicli für nütsoUeDd achten, das ich der aller niechttgest
fküuig inn der weit bin und mich nüt mag rächen an tier
rjtiem Ich wjU nüt Yoa hinnen scheyden, untz das ich &
itnich gerochen hab, oder ay müeaaend mich überwinden.«
»Her,« sagt Felcker, >ir band vast recht. Rengnold ist ein
narr, das er uch nüt furcht, das er üwer volck bat also lassen
erhäncken,« Do sprach der hertzog Anses: »üer keyser,
' bettend ir mir gefolgt, so bettend ir üwer volck nüt verloren, lo
Ir volgettend Herman, darumm ist es also ergangen. UÄ^iichend,
twie öwer voiek erhänckt sind !« Do Karly Anses red ver-
'aiuond, erkant er wol, das er war sagt, und wnrd gtintz schamni-
^rott und wuüt nüt, waz er sagen sott. Diewyll giengend
tengnold und sine brüeder uff die ninren und luogtend gering i»
unim das schlos und gsächend, das der ^antz farhäf brann,
da ir zuosatz und ^pys gsin was. Do sprach Rengnold zuo
Minen bruodern: »Lieben l)ruoderu, die sach stat wol, syt wir
jtenttrunnen sind (got hab lob!) u^ einer so sorgklicben sach
and verrettery. Aber das bö»t, das ich gsicli , ist, das wir «o lunser spys verloren band ; darumm wir nüt mer zassen band. rund donckte mich, wenn wir langer da belibend, das wyr thettend wie narren. Dunekt üch guot, so bind uns die zyt anschlacben , wenn wyr von hinnen scheyden wellend.« »Bnioder,« sagt Allard, »du redtet wyLilich, und wend im also u thuon, wie du gsagt hast. Dann diewyl wir das laben band, wend wyr dich not verlassen.« Do sy eyü wärend hinweg zetcbeyden, do wapnettend sy sich all und warttettend, untz da« die nacht kommen was ; do sassend sy uff ire pfert. Reng- nold sprach zuo innen: »Ir herren, wie vyl ist unser?« »Dnser »o i*t wol füntf hundert,« sagt AUard. »Das i.^t gnuog,« sagt Rengnold. »Nnnn band üch by ein audren ou gschrey und land uns durch das läger rytten! Und ob uns Karljs volck ingryfft, so länd uns redlicli uff sy schlachen.« Damit wurdend 5j geruai und ryttend u^ dem sehlos on gschrey* Do sy u hin uü wllrend, gaach liengnald das seh los an allen ortteu brunuen; des er gros leyd tuort und sprach: »Ach, du guotz schloe>f wie ist es so scbad , das du also verwuost bystl Von
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goU sig der verflüecht, der dich so faltschlichen verrotten hat! Ea ist yetz ßiben jär, do du gemacht worden byst. Ach, wir band sovyl eeren und rychtum von dir gehept, and yetz milessend wir dich verlassen* Du wärest all min hoftnung nach minen
c brnodern.« Und als er dysse wort redt, Bellend im die trehen u§ den ongen. llo Allard Reiignolden so betrüept gsach, do sprach er zno im: »By miner trüw, brnoder, du hast ann- recht, das du dich so übel gehast. Darumm byß getrost, byt ich dich; wann wir wend, ob gott wyll, ee daa zwey jär för
10 kommend, ein ander schloß haben^ das besser sin wyrt, dann deren fiere. Und land uns rytteii ; wann länger zebliben ist nö.t unser fuog.« »Bruoder,« sprach Rengnold, »ich bah all- wegen guotten ratfc by dir funden. Nun stellend üch inn Ordnung 1 Rüstend die färb not, du und (iuchart, so wend ich
15 und ßichart die nächbuot haben.« »Bruoder,« sprach Allard, »das sol sin»« Al^o nam Ällard sin bruoder Goehart und hattend die farlmot mit hundert ryltern und staltend den troß amitten; Rengnold und Kycharfc kämend innen nach mit dem übrigen volck. Aber sy kondend nüt so styl l für züchen, das
»fl ire fyend iren nüt innen wurdenil. Do Karly vernam, [bl. 183] das Rengnold kam, do ward er vast zornig und gebott, das sich mengk lieber wapnette. Das beschach. Do Allard und Guchart gsächend, das sy nüt für rytten mochtend an strjtt, do sportend sy ire pfert gegen Karly, also das sy zwen rytter
ao nyder stachend. Uo Rengnold gsach, daa sich der züg rott, do nam er zwentzig rytter und gebot innen, das sy den troß nemmend und sich uft' die sträß maclitend ; ^^o wyll ich gen minen bruodern hälffeD.c Demnach stach er inn Bajard und fieng an die rytter vor im nyder scb lachen, also das die bächly
äo von bhiot besprängt wärend und voll todter corpeln und rossen lagend. Karlys volck erschrack so übel ab dem, so Rengnold begieng, daz sy wichend ; darumm Rengnold und sine brüeder für ryttend, Karly was vast zornig umni die guotten rytter, so er verlor, Do Rengnold für kam , fand er sin troß, des
BB er vast fro was. Und sagt zuo ainen bruodern: >Wol uff, machend üch uff die sträs!« [Jas beschach. Rengnold und Riehart belihend da binden. Do Karly vernam, das Rengnold hinweg fuor, ward er vast fro, darumm das er daz schlos ver-
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liefi, und gebofct im nach ze yllen mit all sinero züg. Nun wärend die bruodern yast zornig, darnmm das sj ir guot schloß verlassen haltend. Karly ylt innen hertt nach; aber Rengnold forcht im nüt vast übel, sunders ließ all sin volck vor im rytten und sagt zuo Allard: »Lieber bruoder, hab & acht uff unser Yolck mit Guchart, und gryfft üch Karly an, so werend üch redlich Ic »Bruoder,« sprach Allard, »wellicher uff mich ylt, der mag wol reden, er werd Karly nüt mer diennen.c Inn dem kämend Karly, Gergis, Anses, Felcker und ander gegen innen, und Karly schrey: »By gott, ir lurren, lo ir sind tod! Hut ist der tag, das ich üch all fier wird häncken lassen. € »Es wirt, ob gott will, nüt also ergän,€ sagt Reng- nold; »wann l&ßt mir gott gsuntheyt, so wyll ich üch er- tzeigen, waz stercky ich hab.« Damit kart er Bayarden umm gegen Karly inn meinung inn umm zebringen. Aber her » Hugo reyt zwüschend sy bed ; der enpfieng ein söllichen streich ▼on Rengnolden, das er tod zuo der erden fieL Demnach reytt er wyder zuo sinen bruodern. Do Karly sin rytter tod gsach, do schrey er: »Wol nachen, lieben heren! Enttrünnend uns dyß lurren, so wird ich niemmer mer fröud haben.« Reng- 20 nold sprach zuo sinem volck : »Ir gsellen, fürchtend üch nüt, diewyl ich inn laben bin, und ryttend on unnorduung!« Ir sond wüssen, das das nachyllen mer dann fiertzechen myll weret, und was kein mil nüt, inn deren sy nüt stryttend. Aber Rengnold und sine brüeder hieltend sich so raanlich, 26 das sy nüt verlurend, und kämmend an das wasser und darüber. Do das Karly ersach, sagt er zuo sinen fürsten: »Wyr wend uff hören innen nach yllen, wann es ist umm sust; darzuo sind unser pfertt müed und hellig. Land sy rytten inn hundert tussend tüflFel ; dann wenn Rengnold die tüffiisch kunst bruchte, so so könd er nüt mer thuon , dann er thtiofc. Wyr wend an dyssem lustigen wasser herbergen dysse nacht.« »Her,« sagtend die fürsten, »das sol sinn.« Damit schluogend sy ir zälten uff und belibend da über nacht. Do Rengnold und sine bruoder über das wasser wärend und gsächend, das man innen s5 nüt mer nach ylt, do ryttend sy all gmachest und kämmend zuo einem schönnen brunnen. Do Rengnold das end so lust- bär gsach, sagt er zuo sinnen bruodern: »Wyr wend hie über-
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nacht sin.« Sy sagteiid, es gfiel innen wol. Sy liessend iren troß abladen und herbergtend sich zum basten» so sy mochten. Ire pfert hattend guuog zessenj aber die frommen rytter haltend weder zessen nach zetrincken dann wasser* Sy Jagend die gantz natht imm liarnisch nnd hattend wachten. Do es tag was, lie§ Rengnold sin troü uff binden, und niachtend sich uff die sträs gegen dem vvald Ardaunia und kämend zuo einem andren brnnnen. Da sassend sy ab, das die rnowtind, so die nacht ge wachet hattend. Der keyser Karly tag an dem
10 Wasser. Und do es tag ward, saiffc er zuo hertzog ÄQses : >Waz dunckt üch , dtis wyr thnon sollend?* »Her,« sprach Anses, »wenn ir mir volgen wend, so sond ir wyder inn Franck- rich züchen; wann wytter zerytten ist ein torheyt.« Karly spracli; »leb wyll dyssem rätt ¥olgen.< Und beriiofft damit
» sine forsten und sprach zuo innen ; »Lieben bereu, ich wyll, das ir wyder mit mir gen Paris kerend.« r)er red wärend die fürsten all vast Iro. Karly ließ uü rüeffen, das meng- klicher heim znge inn sinn land. Der keysser reytt gen Paris und et] ich fürsten den nechsten inn ir land.
10 Wie der hertzog Amoii sine sun fand und mit innen streytt und sy überwand und innen all ir volck um m brächt.
Als der hertzog Atnon beim reytt, kam er zuo dem brunnen, da sine sün wärend* Und do er sy ersach, ward er vast zornig
»und sagt zuo sinnen ryttern: »Ir beren, rättend mir, wie aol [hh 184] ich mich halten mit minnen sünen ? Gryff" ich sy an und das sy unmi klimmend oder g fangen werden, so werdend wyr niemnier nier irüud haben ; laß ich sy dann mit fryden, so feilsch ich mich gegen Karly.« Da inn sine rytter ver-
»0 stundend, do redt keinner nüt ein wortt Do Aniou gsaeh, daz imm nieouind kein rätt gab, sprach er zuo innen: »Die- wyl ir mir kein rätt geben wend, so will ich imm nach niinem wyüen thuon. Ich bah sy durch minner s und wegen funden; darumm will ich mit innen strytten» geh wie es ergang,«
s& liier,« spracti Emeffros, »grylfend ir üwer sün an, so thuoud
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ir Karly kein myßfallen , wann ir handtz Karly verheyssen,
[ueiiend öch, das ir nüt meionejd «jjeachtet werdend!« »Ir
^end recht,« sagt Aroon, »ich wyll thuon, das ich nüt ge-
ßholten werden muoä, als ich gloub.« Und beruotft damit
siner ryttern zwen und sagt »uo innen: »Kyttend zuo minen &
sonnen und sagend innen ab von rainetwegen!« Die rytter
aagtend : Ȇwer geboit soll beschecheo, diewils ilch geliept,
Mriewol das ein hert ding zethnon ist.« Sy ryttend ziio tteng-
nolden, dem sagtend sy ir befelch. Der erschrack übel und
^ward vast zornig und sagt zuo sinem voick: >Ir heren, wap- »o
nend ücb ; wann ich erkenn mines vatters herttigkeyt so wol,
er Düt ISsaen wyrt mit uns zestrytten.« »Bruoder,« sagt
Richart, »du sagst war.« Rengnold sprach zuo sines vatters
^ryttern: »Ir heren, kerend wyder zuo unseriu vatfeer und sa-
jend im, wir battend inn nmro ein anstand und frydeu; wann la
were nüt vätterliche trüw, wenn er uns bekriegte*« »Her^»
^fagt der rytter, »es ist uminsust* Gedenckend üeh zeweren;
wann er wyrt üch an feilen angryffen*« Damit schiedend die
rytter hinweg zuo ireni heren und ertzalteud im Hengnolden
aiitwnrt. Do der hertzog sine rytter verstanden hatt, do ver- 30
ixog er nüt länger, sunders kämm gegen sinnen siinen vor all
«innen ryttern* Do Rengnold sin vatter gsach kommen, do
kam er gegen im und sprach: >0 vatter, waz tbuond ir?
Wyr band kein grassern tyend dann ücb* Ich verwundern
mich, warumm ir uns angriffen wellend, Ir thnoiirl unrecht; 20
wend ir uns nüt guotz thuon, so thnond uns nüt bö& och.«'
iDieb,« sprach Anion, »es wirt dir niemmer iner wol ergän,
djewyl du anfachst bredigen. Ir wänend inn höltzern wie die
wilden thier. tiott well üch ein bössen tag senden ; wann ir
sind nüt einer puschten strow wertt. Gedenckend üch zeweren; so
dann werdend ir gfangen, so kommend ir inn Jammer.^ » Vutter«,
sprach Rengnold, »ich will mich weren, sytmäl und ich nÜt
anders geschaffen mag,« Do Ainon die red erhört, do leytt
^er sin sper inn und kam gegen sinen sünen, als werend sy
fromd gsin. Do Rengnold das ersaeh, sagt er zuo sinem volck: sa
>Kun ist nüt dann sich redlich zehalten. Gedenckend redlich
tO Ir] iren bt.
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darinn zesch lachen \< Nueh diaaeu wortteii stach er ion sin pfert lind trang inn die grösten baffen und hielt sich so red- lich, daa äines vntters volck ersehrrieketid. Der stryt was «o grußSHmm, das es ein erbermd zesäclien was: da bettend ir gsachen hert streich geben uff beden sytten und mengen rjtter jemmerlicb sterben* Der strytt ward off beden sytten vast wol etitbaiten ; aber zeletst kart die verlurst uff liengnold syt- ten. Wann sin vatter batt vyl mer volck dann er ; dann von fiinff hundert ryttern, so er by iinm geliept hatt, hatt er eben
10 nach filnfftzig wund und gsund* Aber sy thettend ireni vatter so grossen schaden, das sy im wol den halben teyl sines voicks u mm brach tend. Hoch muoiätend sy zeletst wychen gegen dem berg, Ir vatter ylt innen stetz nacdi ; wann er vermeint, sy mQefätend im nüt enttrünnen. Do Ivengnold ntif dem borg was,
16 sagt er zuo ainen brüedern: »Wir wend hie bliben. Wann hie ist ein end, das wir uns wol und nmnlicheu weren mö- gend, wenn wir uns echter w^eren wend.* Ks wurdend an dem end vyl ryttern ertödt und wund* Da ward under Allard sin pfert erstochen. Do er sich am herd gsach, sprang er
10 schnell uff sine füeü und wartt sich manlich. Da fieng der stryt grussamm an, wann sin vatter fleyii sich inn zefachcn. Kr wer gwüü gfangen worden, wenn Rengnold nüt gsin wer. Der kam gegen sinem vatter, also das er inn zuo der erden stach ; darnach zog er sin seh wert nü und bracht sovyl ze-
u wegen, das er sin bruoder darvon bräclit, und hiea inn hiuder inn sitzen. Allard was willig und fro ; wann er was so müed, das er sich nut mer enthan niocht. Kengnold ertodt iier ryt- ter, diewyl er sin bruoder hinder im hatt. Nun wärend die fier briiedern als siglos und müed dann allein Rengnold, der
■0 ward nie siglos; dann als er hinweg reytt, kartt er inn yet- liebem rytt wyderumm und treib sine fyend hindersich mit hertten streichen, Do er gsach, das sin volck witt Tür wäreud, do ylt er innen nach, sin brnoder hinder im. Und als Reng- nold hinweg reytt, kam Emeffros im nach, der was der man-
B& lichesten ryttern einer, so Karly hat^ der sali uff einem schwartzen pfert. Der sagt zuo Kengnold: ^Üy gott, du Inr, du bist tod oder gfangen, ich will dich Karly bringen.« Und stach damit Liengnoldüu inn sin schilt, des^ Uengnold vast
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rard und scliluo^ iiiir also, dm er inii tod zuo der erden iQOg. Und nam das )>fert and mi^t zuo Ällard: »Lieber iioder, sitz iiff d:i8 pfert, da^ schunck ich dir.* Des ward Uiard frower, dann hett er l'siris gwiinnen. Kr beyttet mit
er, BunderA er snü ab Bayard und saß uff Meffros pfert ft B«d staeh ion mit den sporen gegen sinee vatters ryttern einen, ier hieta uch Metfros, und stach ;nn tod zuo erden» Nat^li ^llarden uffsitzen fienj^ der strytt VMst liertt an; wann sy er- adiend irem vatter doniailen zwentjGig rytter. Uo Amon das Itrsach, do sprach er: >Ir heren, enttrünend sy uch, so wird lo ■ich nien^nier mer frölich. Wann sy band den fronunen rytter [tltneöros ertödt, den mir Karly zuo geben haLt« Do inn line rytter erhört tend, do ryttend sy uff Allard, also das er tni'n mit gwalt blatz geben niaoüt. Und wo nüfc ein trytt twe» bachla gsin were, so bettend By gnuog zeschaffen gehept. i^ [Aber Hengnold iiud sine bröeder [bl. 185] ertodend irem vatter [da wol fijnff und zwentzig rytter, das nun ein erbermd was, und [hette Kengnold nach fünfftzig rytter gebept, so hett er sineni Iratier all sin volck ertödt. Aber darnmni daz im volck ge- I1>rai(t, muoßt er den platz verJän und niocht not mer dann 20 ffierzechen rytter mit inim darvon bringen von iren funffhun- dertten. Ir vatter hett sy nach mer geschediget, wo daswasser ntit gsin were. Do Rengnold gsach, das er all sin volck ver- loren hatt, do watät er nut, waz er tbnon sott; darumm im [die ongeu voll trehen wurdend. Deßgltchen irem vatter och| 3& Innd sprach: »Ach, lieben seinen, wie bin ich so leydig, das lieh öwera Schadens ursächer bin! Yetz w^erdend ir rytten als [die vertribnen und darff nnd kan ilch nüt gehälffen, das mich Igroßlich bekränckt Der tüffel hab die sei, der di« onruow Sfigfangen hatt! Daz wirt er och.« Beninach ließ er die todten »0 vergraben und wundnen verbinden, und ließ Emeffros inn ein o&bar teggen und gen Üordonna mit im flieren. Da beleyb er nüt mer dann ein nacht; wann er ließ die roßpar uff zwen , inn lessei leggen und bricht inn Karly gen Paris* und sagt zuo im; liier, do ich inn min land gerytten bin, hab ich inn dem sb rald Ardannia njine sün funden mit fünflThnndert ryttern. Ich Igreyff sy an und vcrmeinfct sy ik-b g Fangen bringen. Aber neb hab nut mögen und iiab es thur engulten, wann sy band
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mir grosden schaden gethän. Doch hab ich innen all ir volck ertödt untz au fiertzächen, die sind mit innen enttrunnen. Sy hand Emeffros, üwern ritter, ertödt und vyl niiner ryttern.« Do Kiirly dysae wort verstnond, ward er vast zornig und
B sprach zno Amon: >By gott, Amon, ir entschuldigend üch ubel; wann nie kein khiyen a(ä ire junge. Kinem andren werdend irs zegloubeii geben dann mir;« Do der hert/.og Amon Karlj verstnond, sprach [er] vaat zornigkÜchen zuo im; »Her, es ist, wie ich üch sag. Wend irs glonben, so glou-
10 bentz; wend irii nütglooben, so landtz nnderwägen.« »Amon,« sprach Karly, »ich erkenn üwer hertz wol. Ir weitend, das üwer sün keyser und küiiig inn Franckrich werend-* »Her,« sagt Ämmon, »ich hab imni nüt änderst können thiion. Aber hand ir rytter an iiweroi haf, der da erhalten w^ell üwer red,
ifi so will ichs betzögen mit minem lyb, das er mich faltschlichen anlügt. Ir sind alwegen der gain, der nie kein frommeu rytter lieb hatt, annders vyl ee zentzler und lugner, dardurch vyl Übels entsprungen sind und entspringend teglichen.c Da- H mit gieng er uß dem palla.st und saJä uft' siu pfert und reytt
20 wider gen Dordonna on urloh, und iält wenig, er hett dem keysser siu dienst iiffgeben. Die hertzogin kam im engegen und enpfieng inn fröntlich und fragt inn, wie ers gschaffen hett. Der hertzog sprach: »Übel; wann ich hab unser siin funden im wald Ardannia und hab sy grussammklich an-
sftgryffen inn meinung sy zefachen. Das hab ich nüt vermögen, ■ aber ich hab innen all ir volck erschlagen, Dargegen hand sy mir och grossen schaden getbän; wann sy hand mir so vyl volck ertödt, das ich die zall nüt weyü; des ich ser beküniert bin. Ich sagen dir, das ßenguold so mechtig wyder uns
8ö atreytt, als kein low nie wyder die thierer streytt; wann all trytt kartt er sich umm. Und inn einem sinem ummkeren er- tödt er mir Emeffros, Karlis ryttern einer, und gab das pfert sinem bruoder Allard, der mü hinder im uff Bayard ; wann sin piert was under im erstochen worden. Der saii daruff,
85 und ryttend hinweg wyder unaern willen. Ich reytt gen Paris und ertzalt Karly, wie ich gehandlet hatt; der schalt mich
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10 iißderwagen bs. U tiwerm ha.
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gröblichen, das ich nun nüt vermeint. Und darumm, wie wol er min her ist, so will ich inn dennecht trurig machen, ee daz sechs manott verscbinnend.« »Ir thuond annrecht,« sprach die frow, »das ir unsem sünen sovil Ijdens an gethän band. Ir sottend sy beschirmmen, nnd ir thnond innen mer 6 zeleyd dann snst yemmand. Sind sy nüt üwer sdn, von üwerm geblüet harkommen ? Durch gott, her, ir söttend üch frünt- licher gegen innen ertzeigen, dann ir thuond; wann es ward nie kein köstlicher tragen gethän von einer frowen lib. Ge- segnet sig die stund, inn deren sy empfangen und ertzogen lo wurdend ! By gott, her, ich wett, das ücb unser sün gfangen bettend, damit und ir innen alles das wider ersetzen müeßtend, sosy durch üch verloren band. Ich sagen gottdanck, darumm das der keyser zornig über ücb ist; wann u6 übel handien mag nüt guotz entspringen. Ir band üwer sün angriffen wider i6 gott und rächt ; darumm ist üch Übels daruß erwachsen, des gott gelopt sig.« »Frow,« sprach Amon, »ir band recht und ich unrecht. Ich sag ücb zuo, das ich nie kein sach getbän hab, umm die ich übler geschulten ward als umm dysse. Aber ich yerheyssen ücb , min liebe fi*ow , das ich mich barnach so wol hüetten wyll, daz ich innen nüt zeleyd tbuon will.« Nun wend wir von irn fier sünen wyder sagen.
Wie Rengnold und sine bruodern so lang inn dem wald Ardannia belibend, das sy allerdingen [bl. 186] schwartz, ungstaltig und gehärreeht wurdend wie die 26 thierer, und wie sy zuo ir muotter ryttend.
Die hystoria sagt, das demnach und Rengnold Enieffros ertödt und AUarden sin pfert geben batt, das sy durch das Wasser ryttend inn den wald Ardannia, darumm das sy nüt wottend gsachen werden. Do sy ein zyt da wärend gsin, 3o fiengend sy an die Strassen tiß specben und berouptend alle die, so spis truogend ; des läptend sy, wann sy torfftend nüt inn die stett kommen spis kouffen. Darumm sy vast übel
♦ 7 geblüet] aus *geblüetz* gebessert hs. 29 wässer hs.
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Eptend, wann ny Imttend »nst mit zessen nach r.etriiicken dann Wasser» Und wenu sy schon tieisch hauend, so ässend sy es
das raererteyl on brott. Wösseod, das ire rytter an tiengend sterben von weßjen des mangels nnd der grossen kelty des
R Schnees, so da lag, nnd beleib keiner inn laben dann die fier bniodern ; das lyeschiicb von \vegen der grossen sterckinnen irer üben» Sy hatfcend fier pfert, y etlicher eins, aber sy haltend innen nüt zessen zegeben dann wnrtzen. Darumm sy so tnager wärend, das sy mit traben mochtend^ dann allein Bayard der
Iowas feii^ nnd wol mögend; wann er niocht sich der wurtzen bau nftenthaiten, dann die andren mit weyssen oder haber bettend mögen. Dyß laben fnorttend sy lange zitt, darum ra das bind so gar verwüest was, das es ein wnnder was. Wann da gieng kein mentech für, der enttrnnne, das er not beroupt
ift WTird oder ertüdt Die rytter wärend so gar übelmögend worden, das sy keiner, der sy vormals gsächen bat, hett können erkennen. Wann ire hämisch warend innen verrostet und ir kleyder, sättel und »löura erfüllen, also das sy uß seyller zöum gmacht hattend. Sy wärend gantz schwartz worden. Wo
ao hin sy ryttend , entsala man sy so übel , das es ein wunder was; dann es torfft niemmand an andern enden wannen dann inn vestinnen. Darzuo wärend sy so gar verkert Ton dem ruchen laben , das sy geharrecht wärend worden wie berreo und erhungert wie die löwen nnd so mager, das es ein er-
u bermd was. Uo sich Rengnold also verkert gsach^ do bentofft er sine bruodern nnd sprach zuo innen: »Ir mine brtledern, ich verwundern mich gar , das wir nüt etwaz rätz band inn unsern geschafften. Mich dunckt» wjr sigeud mitsollend rytter worden, forcht und tragheyt habend sich zuo uns gesellet.
Äo Dann werend wir die, so wir sin sottend, so lyttend wir die martter nüt, so wyr lydend und erlytten band so lange zyt. Nun erkenn ich yetz woK ^^'^^ wir nüt vyl wertt sind, das wir unser fyend so lange zitt band lassen ruowen. Doch so band wir weder kleyder nach harnysch, <lie noyßwas sollend,
9b nach galt, das wirli kouffeu könnend, nnd sind zuo gerüst, das wir thieren gliclier sind dann den lütten, narumni bitt ich lieh früntlichen, das ir mir wagen wellend, wie der such zethuon sig; wann ich sag ücb für war« das ich vyl lieber
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sterben wyll wie ein rytter, dann hunger sterben.« Do Allard Rengnolden verstnond, sprach er zuo im: »Bruoder, hälff mir gott, es ist lange zyt, das ich des geachtet und ein uffsächen gehept hab; aber ich entzaß mir das zesagen, darumm das ich forcht, du wurdest übel zefriden. Aber diewyl du die 5 red entteckt hast, so will ich dir guotten rätt geben. Bruoder, wir band hie wol grosse armuot erlytten lange zytt uß ur- ^ch , das wir inn keine land rytten törflTend , das wir nüt gfangen werdind. Dann als du wol weyst, all fürsten inn Franckrich hassend uns tödlichen , insunderheyt unser vatter 10 und all unser fründ. Aber wilt mir volgen, so wend wir den nechsten gen Dordonna zuo unser muotter; ich gloub, sy werd uns nüt Verlan. Da wend wir ein wenig ruowen; dar- nach wend wir etwaz gselschafft annemmen und etwann einem fürsten diennen, das wir etwas überkommend.« »Bruoder,« 15 sagt Rengnold, »es gfalt mir wol.« Desglichen sagtend Seh Guchart und Richart. Rengnold sprach: »Diewyl üch der rätt guott dunckt, so wend wir uflF sin.« Sy vertzugend untz uff die nacht; do sässend sy uff ire pfert und machtend sich uff die sträs also eilend, wie ich üch gsagt hab. Und ryttend 20 sovast tag und nacht, das sy nebend Dordonna kämmend. Do gedächtend sy an die groß rychtuom, von deren sy ver- triben und verjagt wärend, und an die gros armuot gedächtend, die sy so lange zyt erlytten hattend, do fuorttend sy gros leyd. Rengnold sprach: »Wir hand übel gethän , daz wir 20 [nüt] sicherrung von unserem vatter genommen hand ; wann ir wüssend wol, das er so grussamm ist, mag er uns ergryffen, so wirt er uns Karly gfangen bringen.« »Bruoder,« sprach Rychart, Mch will vil lieber sterben durch unsers vatters boß- heytt , dann hunger sterben imm wald. Land uns manlich 30 rytten; wann ich weyß, daz uns niemman erkennen wyrt. VV^ir dörffend zuo Dordonna niemmand fürchten, wann wir sind da lieb ; wann unser muotter lytte nüt , das man uns etwaz zeleyd thette.« »Bruoder,« sprach Rengnold, »du hast recht geredt. Land uns rytten wolluff inn der guotten stund!« Nach 35 dyssen wortten ryttend sy inn Dordonna und kämmend inn
* 35 stand hs.
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das schloß, Jiis ay von iiieniniand erkeutt wurdeiid, Uud als ey durch die gasscii ryttend, verwiinderttend sich die burger ab innen ^ und sagt einer zuo dem audren: »Luogend, waz lütteQ das sind! Ich gloub, sy sigend nüt unsers gloubens.«
ft Do sj inu dem paUast wärend , sassend sy ab iren pferden uod gäbend die dryen knechten zeheben, die sy da fundend, Sy giengend inu pallast hinuf, das innen weder man nach frowen begegnettend ; dann ir vatter Amon was uff dera ge- jegt, und ir muotter inn ir kammer; da was sy betrllept, das
10 sy nüt von iren Rünen vernemen koud. Die tier bruodern kämeud iun eal ; da fnndend sy nienmian , des sy sich ser verwunderttend. Sy sassend nyder und fassend hing, ee das efcwar kanim. Do sy lang da wärend gsin, do kam die rauotter dahar uJ^ ir kammer und luogt inn sali und gsach ir sün
IQ also ungestaltig, das syß nüt erkant, suoders verwundert sich ser» was lütten sy werind, Do Allard sin muotter gsach kommen » do sprach er zuo ainen bruodern: »Hie ist unsere muotter, die wyr so vast begertt band zesachen, Land uii?< iren [bh 187] engegen gän imd iren unser armoot ertzelleu.«
3o>Bruoder,f sprach Rengnold, »wir wentz thuon; aber länd uns vertzüchen, untz das sy mit uns geredt, zesächen , ob sy uns erkennen well oder nüt.« Also vertzugend sy , unt^ das sy ZUG innen kämm. Und do syü so schwartz und ruch er- aach, innsunderheit Rengnold, der so lang und gehär was, do
it enpfieng sy sovyl forcht, das sy wyder inn ir kammer fluchen wott. Aber sy bedächt sich baß und sprach: *Gott grüetz uch, ir heren! Wer sind ir und ui wellichen landen? Sind ir krysten oder heyden r* Wend ir das allmossen, thuoch üch zebekleyden, so will ich üch gern geben umni gottes wyllen,
ao damit und er minnen sünnen gnedig sig und sy beware yor aller trüepsal. Es ist wol syben jär, das ichä nie gsächen hab.« Damit fieng sy innenklicb an zeweinnen und sprach : »Ach, lieber her gott, wenn kunipt der tag, daz ich mine sün gsächen wird? Es sind soryl tag dahinn , an dennen ich sy
M hegärt hab zesächen. Was je kein frow betrüepter dann ich?« Do Rengnold sin muotter so betrüept und beküniert gsach, do lüÜend im die ongen über und wott sich iren zuo erkennen geben. Aber die hertzogin besach iun so wol, dardurch sich
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M ir geblüei verrenderi ; wann sy erkatii iun by einer wunden, die er inn sinem antlyt hatt; die ward im, do er ein klein»
ildnd was. Darmiim sy ein lange wyll nüt reden mochL Do ly wyder reden mocht, sprach sy zno im: »Rengnold, min an, deeglichen andtr all andren ryttern inn der wält nüt ist, 0 rie gsich ich dich so armküchen verkert? Wo ist din trrosse
FtchooeV Warumni gibstn dich mir nüt zno erkennen, min nui? Daoo ich dich lieber hab dann mich selbs.^i Darnach kart sy sich nnim und erkant ir siln und gieng gegen innen
^m\i zerthannen armmen und koütz mit weinenden oügen uß »^ jrüsseiu erbernid, dammm das sy so gar eilend warend, also 1 sy inn ämmacht fiel, Rengnold nam sy an sine arm, da Sy ein lange wyil. Kengnold und sine brüeder horttend uye «ff weinnen umm den grossen schmertuen, so sy gsächend, den ir muotter umm sy hatt. Do die hertzogin wyder zerecht »» kam, hieß sy ire sün nebend sy nyder [sitzen] und sprach 200 innen: »Ach, ir mine sün, wie gsich ich üch so arm und ungstaltig! Wie kumpt daz, das irkein rytter by üch hand? JVo sind ir gsin, das ir so grosse armnot erlytten handV«^ H*'row,» sagt Uengnold, >wyr hand keine rytter mer by uns, -20 inn unser vatter hätt sy nns all ertödt. Und bett uns öcli It, wenn gott nüt gsin were, der hatt [uns] behüet.« Die bertzogin ward vast leydig ab Rengnolden red. Und ruofl'fc eioem «cbiltner und gebott im , das er dysser rittern pfert wol bald inn stal thett und das innen wol gewartteu word. ^0 >Frow,< sagt der schiitner, >da8 sol sinn.* Und gieng damit cao den dry knechten, die der pferden acht hattend, und fuort tOD stall und ließ innen gnuog zessen geben. Diewyl kam ein schiitner, der sagt zno der bertzogin: >Frow, setzend lich ^£ua tisch, wenn üch liept; wann e« ist alU bereytt.« Die»« frow fuort ire sün mit ir gen zinibyß essen; da ward innen not gschir gmacht. Und als ässend, kam der hertzog Amon ryder ab dem gejegt und hatt tier hirtzen gfangen und zwey rildy schwinn. Kr kam inn sali und fand sine fier sün essen und die herty.ogin, ir muotter, mit innen. Ivr erkantz nüt, ^& dammm er zno ir sprach: »Frow, wer sind dyti lütt, die so
12 ammäebt hs.
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uugstiilti^^ öiihl V • I *ie tVow erkant die griissamkcytt irs gmadielä fieiig udi forcht an zeweiunen and sprach zuo im: ^Ks sind ilwer 1111(1 miDe sün , die ir so übel kestiget Iiand. Die sind so lang iim Ardatinia gsiii, das sy also worden sind. 8y sind zuo mir kommen, darnmra das ich sy gern gsich: zuo üch sind sy nüt kommen, wann sy wiissend wol, das ir innen nüt hold sind. Ich l>itt öch nmm gotz willen, das ir sy dyß tags beherbergen wellend ; so müessend sy mornn fröe wyder hinweg rytten, Acli, ich weyi nüt, ob ich sy mer gsächen wird.t
10 Do der hertzog Animon dysse wortt verstuond, do zyttret er von zorn und g^ach sine sün tibel an und sprach zoo innen : | ^Ir lurren, gott verflüech öch ! Ir sind nötz wertt und not- j sollend bnoben , das ir nüt Int und galt band gwnnnen nnd gfnngen, die itch groß gnott gebend.^ »Vatfcer,^ sprach Keng-
10 nold, tby der trüw, die ich tich schuldig bin: ob üwer land ■ inn fryd geweßt ist, die andern sindtz danniun nüt gsin ; wann ir möchtend wol achtzig myl rytten, das ir kein riehen nach armmen mann fundend, der sich yetzmäl nüt inn vestinnen utt- cntlmlte, Ir band wärlich gröblichen tinnrecbt, das ir uns
ao also wydrig sind. Kurtzlich band ir uns das gnott schlos Mnnttbrt abgewannen . Darnach gryffend ir uns an inn dem wald Ardannia, also das mir von fnnff hundert ryttern nüt nier dann fier zechen inn laben belibend. Die selben sind öch tod. Nun luogendi vatter, wie ir üch gegen uns haltend !
aa Aber aytmal nnd im also ist, das ir un.^ so übe! wend , das ir uns mit »iicben mögend , so land uns^ die köpff abhowen ; so werdend ir IvaHys grosser fründ nnd gehasset von gott und der wält« Do Amon Rengnolden bort also reden, do erkantt er wol, das er war seytt. tJnd fieng an weinnen uß fl
8ü viitterlichem hertzen nnd sprach: »Ir nntsöllenden , arbent* ™ selligen, forcht und tragheyt band uch überwnnden. Ir sind nie niine 8Ün gsin; danu werend ir senilich, als man vermeiot, ir bettend nut sovyl armnot gelytten , als ir lange zytt ge- litten band , annders werind uff üwer fyend tzogen gwunnen,
3B das ir öch möchtend erlichen nff enthalten, nnd Karly und sine land bekriegt. Aber ir sind nritsöllend worden. Darumra mg
15 uch bs
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ich üch , das ir nüt von mir haben nidessend. Nun bald machend üch xx& minem pallast!« >Vatter,« sprach Rengnold, »ir redend wie ein bosser mentsch. Aber wir bittend (ich nmm gotz willen, das ir uns hälffend unser land wyder er- robem uflF Karly. Und wend irs uüt thuon, so gend uns des 6 üwem; so wend wir von hinnen scheyden.« Amon sprach, er wetz nüt thuon. Do sprach Rengnold: »Yetz ersieh ich uwem bossen willen. By der trüw, die ich miner frow [bl. 188] muotter schuldig bin, diewyl wyr hie sind, so wend wir nüt also hinweg scheiden, als ir vermeinnend, es niöeßt üch vor- lo hinn thür werden. c Do Rengnold gsach , das sin vatter so ein hert hertz gegen innen hatt, do ward er gantz rott von zomn und fieng an die farw yerlieren und zog sin schwertt wol halb uM. Do Allard gsach, das Rengnold so zornig was, do ummfieng er inn und sprach: »0 lieber bruoder, durch is gott wird nüt so ertzümt gegen unserm vatter! Wann er ist unser her, darumm er alles das sagen darff, so im geliept, and sond sin gebott thuon. Und ob er schon grussamm gegen uns ist, so sond wir dennecht demflettig gegen im sin. Hüett dich umm gotz wyllen, daz du nüt band an inn legest; dann 20 das were wyder die gebott gottes.c »Bruoder,« sprach Reng- nold, »es feit wenig, das ich nüt unsinig wird, das ich den gsich, der uns sott lieb haben, beschützen und beschirmmen wyder mengklichen und uns rätt geben; so thuot er das wyder- spyl. Er hatt fryd mit Karly gmacht wider uns. Ich gsach 25 nie grussammern vatter; wann er vertript und versloüt uns, als werend wyr unglöubig und frömd. Ich möcht inn keiner gstalt die übel ertzellen , so er uns bewissen hatt , nach die gros armuot, die wyr von sinetwegen erlytten band. Aber mag ich neyßwann von hinnen kommen , so wyll ich im sin 30 land also verwüesten, das sy im wenig nutzes bringen müessend.« Do Amon Rengnolden verstuond, do ersünflFtzet im sin hertz, und sagt: »Ach gott, wie bin ich so leydig, das ich nüt mag inn fröuden laben mit der gab, so mir gott geben hatt! Ks were kein mentsch inn der wält so glückhafiFtig als ich, wenn 35 raine sün mit Karly eyß werend. Wann ich gloub, der kiinig Priamus hab nüt so manlich sün ghept als ich. Ach, böiä hertz, du söttest den eyd nüt ansächen wyder dine sün, sunders
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sütteät 87 scliütÄeii wyder inengkliclien. Bolä hertz, du iiiaclist micli hassen das, so ich ah lieb haben sott als mich selbs.« Er sprach zoo Rengnold : »Lieber siin, d« bist vast wjLi und manlich ; Hector von Troya hatt sich dir nüb verglichet, und
6 ist kein rytfcer inn der wält, der dinnea wertt sig. Dam mm ich billich din willen thnon soll.« Er sprach zuo der hertzogin : »Prow, icli will hinweg rytten , dann ich will nüt nieinneyd j^egen Karlj werden. Du hast gold, ailber und kleinott gnuog; da ^end innen, sovyl und innen geliept.« »Her,« sprach
nj Renj^nold, mun soud wyr fleh guntz verjechen* Wir wend morun früe wyder hinweg rytten, damit und ir mit inn kumber sigend. Wir wend unser muotter erfröwen, die so inn grossem truren gsin ist von unsertwegen, darunini das sy uns verloren hat. Ich sagen üch äuo, vatter, das wyr nach nüt harkonimen
löwerend, wenn sy oüt were.* »Lieber san,* sprach Amon, iwiliä, do Berchtold tod was, das ich mich nüt vor Karly dorfft gsachen lassen ülk ursach, das er sagt, er wett lieber den halben teyl sines küngkrichs verloren haben , und feröwt mir mich zehäncken und mir all min Und zerstören. Aber ich
»0 brächt aovyl zewägen mit hilff miner früuden , das ich min IViden macht. Lieber sun , du solt den eyd ermessen, den mich Karly betzwungen hatt zethuon wyder üch. li*s was mir och vast leyd, das ich dich inn Ardannia fand und dir din volck ummbrächt; aber ich muoLit es thnon, das ich min
aß eyd bewarfcte und fryd mit Karly hett Üwer niuotter hatt üch nüt verschworen , und darnmra mag sy üch wol iinsers guotz geben. < Nach dissen wortten reytt der liertzog wyder uff das gejegt Do die hertzogin hört, das iren der hertzog erlöpt zethuon nach ireni willen mit irem guott, do sprach
w sy zuo iren sünen: > Lieben sünen , sind on sorg, syt üwer vatter nüt anheimsch istlc Sy ließ innen ein bad zuo rüsten und badet sy. Inn iren bederu wärend vyl schmeckender krüttern. Do sy gesübert wärend, lies die frow yetlichem ein ßcharlotten raanttell geben, mit herndinnen gefüetterdt. Und
AB do sylä wol bereytt hatt, do fuortt syß lon irs heren Schatz- kammer lind zeigt den iren sünnen, Do Rengnold den grossen schätz gsach, do lieng er an lachen und nam von dem schätz nach sinem wyllen.
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Wie Bengnold und sine bruodern von ir muotter
schiedend, und wie sy und ir vetter Magis zuo dem
kunig inn Oastgunnia kämmend, der namm sy an
inn sinnen dienst.
Rengnold und sine brOeder lägend die selbig nacht im & 8chlo6. Und mornendes früe, ee dos tag ward, schiedend sy hinweg mit fan£f hundert pferden. Dnd im urlob nemmen kampt ir vetter Magis dahar; der kam von Paris, da was er lange zyt gsin. Do sy ein andren gs&chend, fuorttend sy groß froad. Magis sprach zuo innen: »Ach, lieben vettern, lo sind mir gott wilkommen!« »Vetter,c sprach Rengnold, »wo bistn so lange zyt gsin, das wir nie nüt von dir vernommen hand?€ » Vetter ,€ sprach Magis, »ich kumm von Paris, da hab ich Early dry soumm gold gestollen. Ich schäncken dir den [bl. 189] halben teyl.« » Vetter, c sprach Rengnold, »gott i6 geb dir den Ion darumm!« Inn dem kämm ir vatter wyder heim. Do inn Rengnold gsach, neygt er sich gegen imm. Und Amon sprach zuo innen : »Nun sind ir wol begäbet. Ich bitt üch , das ir üch haltend , das man inn Franckrich von üwern manheytten sage. Und üch tryen sünen gebüt ich, 20 das ir Uengnolden gehorsamra sigend und inn beschützend ob allen dingen; dann diewyl er läpt, mag üch kein Übels be- schechen.« »Her,« sagt Allard, »wir wend üwer gebott thuon. Wir bittend üch durch gott, das ir uns inn befelch habend.« Also nämend sy urlob von irera vatter und von irer muotter. 26 Aber der guotten frowen ward ämuiächtig , do sy gsach ire sün hinweg rytten. Damit machtend sy sich utf die straß. Und die hertzogin sprach: »Ach, armes hertz, warumm zer- brichstu nüt? Ach, wer ich langest gestorben, so wer min sei dester frölicher. Ich mag sy nütt beheben nach innen so hälffen.« Der hertzog nam sy inn sine arm und trost sy und sprach zuo ir : »Frow, enttröstend üch nütsovast! Wann das hertz sagt mir, wir werdend sy nach inn grossen eren
*
5 Dach bs. 26 ward hs.
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\nii\ wirdyniieii gsächen, ob got wyll, iiin kiirUer zyt.« Der liertzog tro«t die hertzogin sovast, dm ay von irem leyd lieiä, mni greiigeiid mit ein nndren wider iim pallast. Und Ren^- imld, sine brüeder nnd ir vetter Magia ryttend von Dordonna
6 und macbtend sich uff die sträß. Und ryttend dnrch Meu.staa, ilurcl) Gfistinos nnd Orliantz nml über das was.ser Lorra nnd ryttend gen Pottiers, Und do sy zuo Pottiers würend , do horitend sy sagen, d^r küuig Johans von Uastgunia were voti ■ den beyden überfallen. Do Magis dysse mere erhört, do sprach
10 or zuo Kengnold : >Vetter, der kunig von Gastgunnia ist ein verrüempter filrst. Dannnni länd nns zuo im rytteo nnd im diennen iun sinem krieg. < »Vetter,« sagt Rerignold, *so lät^ nns rytten , diew^l es dich guott dnnckt • Do sy des eyü warend, do nammend sy irji weg gegen Gastgunnia zno und
IE» ryttend sovast, das sy gen Hnrdyas kämmend; da fiindend sy ■ den kunig Joliaus hm grosser gselschafft nnd Irerbergtend sich inn ein wirtzlniü. »Lätid nns zoo dem künig gaii!« sagt Magis. »Wann Borgas hatt vyl siner stett ingenorinnen , als Talossn, Montpellier, Ciirra, 8ant Oilg, Arrackon nnd Arles,
sro (cb gloob, er werd uns annenimen.* Also uainni lieognold fnnfftzig rytter und gieng mit siuen dryen bruodern nnd Magissen an des künigs häfT; da t'uiidend sy den knnig, Uo inn Rengnold gsach, grnotzt er inn nnd sprach zuo im: i^Her künig, ich und mine bruodern und min vetter Magis sind lich
afi kommen entsciultten mit fiinffhundert ryttern, ob üch unser dienst angeuenirn ist nnd ob ir uns verlieyssen wellend ze- hjütten wyder mengklichen.« »[r heren,« sngt der künig, »ich dancken üch. Aber ich bytt üch, dos ir njir vor hin sagen wellend, wer ir sigend*« »Syt das üch geliept das zewüssen,«
öo sprach Renguold, »so wüssend, das ich Rengnold bin, des hertzog Anions von Uordonua snn, und dyJA dry ritter sind mine brüeder, nnd dysser ist Magis, unser vetter. Karly hatt uns uß Franckrich vertiiben, und unser vatter bätt uns uff geben von sin et wegen* Und darum in suochend wyr ein ge-
afi trüwen heren, der uns häJff nnd beschirmme wider inn ; so wend wir imm getrülichen diennen.^c Do der künig Johans Reng- nolden vcrsfcuond, do ward er vaat fro ; wann er erkant wol, das sy die Ber besten rytter inn der walt warend und das
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Magis vast lyatig was, und er wü&te wol, wenn der krieg enden sott, so wurd er durch sy gendet. Kr gsach gegen biniel und dancket gott ; darnach sagt er zuo innen : Ar heren, ir sied nüt lüt, die man versagen soll. Ich verheyssen üch inn eydtz wyla eines künigs, das ich üch beschirmnien wyll mit 6 all rainem vermögen wider mengklichen. Es ist billich, dns wir by ein andren sigend, diewil ir entherpt sind und ich och, das einer dem andren hälff mit all sinem vermögen. c >Her,€ sagt Rengnold, »ich sag üch zuo tussend mallen danck. Sind dessicher, das wir inn üwerem dienst sterben wend, lo oder üch muoß üwer land wyder werden.« Der künig beruoft sin marschalck und gebott im, das Rengnold und sin gsel- schafft wol beherbergt wurdend. Also wärend die fier sün Amon zuo dem künig Johans kommen und vermeinttenr] , sy hettendtz nun wol gschafi'en ; aber es geruow sy. Nun wend i6 wir TOD Borgons, dem heyden, sagen.
Wie Rengnold und sine bruoder und Magis, ir vetter,
Borgons den heyd uß dem kungkrich (Jastgunnia
vertribend mit sinem volck.
Do Borgons Tallossa ingenoinnien hutt , do hielt er ein so parlement mit sinem volck also: »Ir heran,« sprach er, »ir wussend , wenn das yssen heyß ist , das es besser zewerchen ist, dann wenn es kalt ist. Dyss hab ich vor üch geredt und gemeldet üch zerkenuen geben, waz wir thuon sollend. Und darurani dunckt mich, wir sollend gegen Bordias rytten yetz- 26 mal, diewyll der sämmen dick ist; dann unsere [bl. 190] roL^ werdend gnuog zessen haben.« »Her,« sagtend die sinnen, >ir redend wyßlich.« Do es mornendes tag ward, schied Borgons von Tballossamit zwentzig tussend ryttern und kämmend für Bordyas und verhielt sich inn ein holtz, das zenechst by so der statt was. Und verordnet wol fier hundert heyden, die hast gerüstnen, so er halt, das sy für die stjit ryttend und alles verwuostind untz für die statt. Do die Wächter die heyden gt^ächend kommen, do schrey er und sprach : » Wapnet
* 13 das also hfl.
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uch, waun die lieiden kommetid dabar!« Do die inn der statt dyß erhortend, erschräckend sy vast öbel. Do Rengnold dysse mere vernam, do sagt er zuo aineii broodeni : »Land uns utiö gen wapnen und heysseod anser volck sich oeb wapaeu!« Do sy
5 all gewapnet wärend , saß Kengnold «ff sin goot pfert und reyt ziio dem tunig Johans und sprach zuo im: »Her, band kein eracbräcken, sunders sind on sorg! Wann gott wirt uns haltten. Ich und mine briieder wend mit unserem volck ?or anhar rytten. Und land iiwer volck von stund an zuo nisten!
lö Wann das berlz sagt mir; die heyden werdend überwunden uW den hüttigen tag.c »Fr und,« sagt der künig, »ryttend inn gottes nammen; so will ich das thuon, so ir gsagk band.'- Damit rejtt Rengnold nß der statt und kam an die heyden ; die zerhilw er, als werend sy entwapnet, nnd scbluogend ay
i& inn die flucht gegen dem halt. Do Borgons sin volck siglos gsach, do macht er sich ui\ die straü. Do IlengnoM sovyl volck gsach, do sagt er zno sinen bruodern : ^ Ir herren, fürchtend üch not, wann wir wend uff den hilttigen tag er erlangen. Und bytt üch, das sich mengklicher redlich haltte,« »Bruoder,«
20 sagt Rychart, ^hab kein sorg, wir wentz thuon,« Und als Rengnold mit sinen brnodern redt, kam Borgens mit nyder gelaünem sper und [traf] Rengnoiden rittern einen , also das er im das hertz durch stach. Do das Allard ersach, do stach er inn sin pfert nnd stach ein heyd tod zuo der erden. Es
fi5 ward nie grossem nyderlag gesechen , als Rengnold und sine brüeder und Magis begiengend inn kleiner gselsohafft. Do der künig Johans, der innen zehylf kam, die gros manheytten der ryttern gsach, do sägnet er sich von wunder und sprach zuo sinem volck: »Land nns dyfi man lieh rytter entschüttenU
80 Damit stach er sin pfert und reytt inn die grösten hoffen und hielt sich also, das er den hoffen zertrantt. Und was stetz nebend Rengnoiden. Inn kurtzem versamlettend sich die huffen gegen ein andren. Aber do der kiiuig Borgas den grossen schaden gsach, so im Kengnold thett, do sagt er zuo sinem
x& volck; tWir sind überwunden von dyssen fünff ryttern« Land uns fluchen! Wann es ist zyt.« Do er dys geredt bat, do macht er sich in die flucht mit sinem volck. Do Rengnold gsach, das Borgas floch , do stach er inn Bayard und ylt im
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nach und sprach zuo im selbs, Borgas müeßte bliben, oder er weit sterben. Er kam inn kurtzem so wytt, das sine bruoder nütt woßtend, wo er was. Allard sprach zuo im selbs: ^Äch gott, wo ist min bruoder Rengnold?« Der künig sprach zuo Allard und sinen bruodem: >Ir heren, ir wüssend, das nüt 6 guot ist, das man den fyenden vast nach ylle; dann es ent- springend etwann gros schaden dauß. Land uns wjder hinder sich züchen, das pitt ich üch.« »Her,<^ sagt Allard, »wir band Rengnolden, unsern bruoder, verloren und wüssend nüt, ob er tod oder läbendig istc Do der künig dysse wort ver- lo stuond, do ward er yast zornig und ließ inn under den totten suochen. Do Allard gsach, das man inn nüt yand, do fuort er gros leyd , deßglichen die andren brOeder , Magis und all sin Yolck och. »Ach,« sprach Allard, »was wend wir an- fachen ? Wir schiedend u£ unserm land arm und yertriben, 15 das mir wenig zescha£fen gab, dann ich fuor mit dem besten rytter inn der walt und vermeint, mit siner könheyt wyder eer und guot zeüberkomen. Nun band wir inn verloren durch unser schuld. Ach, waz wend wir arm nütsöllend lüt nun für hin anfachen ? Das ertrich sott uns nüt uffenthalten, so sunders sötte sich uff thuon und uns verschlucken, c Do der könig das groß leyd gsach umm Rengnolden fQeren, do sprach er zuo innen: »Ir rytter, was thuond ir? Diewyl er nüt tod ist , so sind f rölich ; dann ist er gfangen , so muoß er üch wider werden, und sott es mich all min hab und guott kosten. 25 Darzuo so band wir irs volcks sovyl gfangen, das im Borgas umm kein sach nüt thuon wyrt.« »Her,« sprach Allard, »land ans durch gotz willen nachhar rytten erkunnen, war er kommen sig!« »Ich wils gern thuon,< sagt der künig. Damit stächend sy inn ire pfert, und ir volck ylt innen nach, sovast die pfert 30 louffen mochtend. und Rengnold reitt Borgas sovast nach, das er inn glich erylt hatt ; dann es was kein thier, das Bay- arden färlouffen möcht. Und sprach zuo im : »Wärlich, Borgas, din pfert ist müed, ich gsichs wol. Darumni ker dich gegen mir umm ; dann kenimest du inn der flucht umm , were dir 80 ein schand.« Do Borgas Rengnolden verstuond, do kart er
♦ 12 do'] die ha.
Uaimonskinder. ^
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sich gegen im uiiiui. Und do er RengnoMen gsach, do gsach er wol, das er der rytter was, der all sin volck überwunden hatt. Und spnicU ziuj im: >Rytter, rjtt wider hindersich und verwüest din giiott pfert nüt; dann wenn du inn ver-
f. lurest, so wirst kein söllichen mer uberkomen.« Das redt er fl uß forcht; dann er torft't nüt mit im strjtten von wegen der ^ grussen manheyt, so er iin im gstichen hatt. Rengnold spracli zuo im : * Semlich reden soitu nüt triben , aunders solt dich weren.c Damit stach er inn ain pfert, Do Borgas gsach,
10 das er sich von Rengnolden nüt entledigen macht, do stach er och inn sin pfert und rantt gegen Rengnolden und traft' inn so herbtenklichen , das sin sper zuo stucken zerbrach. Aber Rengnold traf Borgas also , das er roß und mann zun der erden stach ^ nnd macht im ein grosse wunden inn der
15 brüst, Borgaa stnond schnell wyder uf und zog sin seh wert uß und tratt gegen Rengnold. Do inn Rengnold zefuoß gsach, do sali er öch ab Bayard und tratt gegen Borgas^ und Borgas gegen im* Da beschach ein hertter strjtL Do sich des heyden H pfert ledig betand, do macht es sich |bl. 191] inn die flucht, ~
30 Do das Bayard gsach , do jlt er im nacli uurl er wüst in by dem hals mit den zennen und zog inn mit gwalt wyder zuo sinem herren. Rengnold traff Borgas mit sinem seh wert durch schilt und hämisch und macht im ein grosse wunden inn lyb, L>o Borgas Rengnolden stercke entpfand und die wunderbar-
3f* liehen streich, so er gab, do erschrack er vast übel und hatt grosse sorg sin laben zeverlieren. Und tratt ein wenig hinder- sich und sprach zuo Rengnold: *0 edler rytter, ich bit dich durch die liebe i so du zuo dinem gott hast, das du mir ein anstand gebest; so wyll ich dich zuo her und meyster machen
äü über alles das, so ich inn dysser weit hab.«^ >Warlicli,t sagt Rengnold , »ich ivils nüt thnon ; wann ich hab dem kunig Johans verheyssen ira zehiUflfen wyder mengklichen. Aber wiltu ein guotter Kryst werden» so will ich dir gern ein an- stand geben,« »Rytter,« sprach Borgas, ^ich ergib mich dir,
8-^ dann ich könde mich keinem manlichern rytter ergeben; doch das du mir min laben fryachtest '^ > Borgas,* sagt Kengnold,
I I
20 Üben hs.
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»dir mnois nüfc beschechen , wann ich will dich bewaren als min eigne personn.« »So verheyä mirs!« »Jä,c sprach Reng- nold, >by miner rytterschafFtlc »So niui min schwert,« sagt Borgas, »ich befilch mich dir inn din huot.c Rengnold namm sin schwert Und sässend wyder uflF ire pfert und ryttend 6 gegen der waldstat. Do begegnet innen der künig mit sinem Yoick. Do Rengnold den künig gsach, do gab er im Borgas und sprach zuo im: »Her, ich bitt üch, das Borgas am laben nüt beschech ; dann ich hab inn gesichert.« »Lieber frQnd,« sagt der künig« »im muo£ nüt beschechen dann alle eer von lo üwertwegen.« Do Allard und sine bruodern und Mugis gsachend, das Rengnold Borgas gfangen hat, do wärend sy ▼ast fro; dann sy vermeinttend, er were gfangen ; daumm sy inn grossem truren gewe&t wärend. Allard sagt zuo im: »Du hast uns inn groß truren gsetzt ; dann wir forchtend , du i6 werest gfangen. Aber du hast Borgas gfangen; darumm der krieg ein end hatt.« Nach dyssen reden ryttend sy gegen Bordyas zuo mit ireu gfangneu. Do sy da hin kämmend, namm der küng Johans Rengnolden by der band und fuort inn inn pallast. Da sagt er zuo sinen fürsten : »Ir heren, ao thuond dyssen ryttern eer an, dann ich bin durch ir man- heyt künig beliben. Gesegnet sig gott, der innen den wyllen geben hat har zekommen! Dann sy band mir min land ent- lediget.« Der künig hieß die pütt ußteillen und ließ Reng- nolden den merteyl; aber Rengnold gab es sinem volck alles. S5 Do der künig Rengnolden grosse geschickligkeyt gsach , do hatt er inn lieber dann vor. Der künig Johans hatt ein Schwester, die was ein vast schöne junckfrow. Die beruofft ein rytter, do sy sovyl guotz von Rengnolden hört sagen, und sprach zuo imm: »Sagend mir by üwer trüw , wer hatt die 30 gröst er des stritz behalten?« »Junckfrow,« sagt der rytter, >ir sond wüssen , das Rengnold der selbig ist. Der ist der best rytter inn aller weit ; wann er hatt Borgas gfangen, dar- durch der krieg gendet ist. ^ Der red was die junckfrow vast fro und dancket gott von gantzem hertzen. Der künig Johans 3-. und sine rytter fuorttend grosse fröud umm den sig, so innen gott geben hat. Do sich Borgas gfangen gsach , do enbott er dem künig Johans, er begerttn mit im zereden. Der
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kTmig gieng zuo im, Borgas gniohzt ioii und sprach zuo i^Her, ich bin üwer gfangner und der mertejl mines volcks. Darumni, weiid ir, so wjll ich lich umni unser erlösaung zeeheii thoniien gold geben.« *Tch wils gern thuoTi,-'; sagt der kiinig Johans, ^wenn es Uengnolden gfelifg ist.« Kr he-M ruoffit Rengnolden und sine frirsten und fragt sy, was er ihnen sott, ob er Borgus entledigen sötL Also ryettend sj im, er sott inn raulxonnen; des er wol zefriden waa. Und beruoft Borgas und ließ inn ledig und all sin volck. Und fuorend ' wyder inn ir laud. Aber Thal lossa ward vorhinn dem kilnig Johans wyder geben, und gab im zechen thounen göld. Die wott er Rengnolden geben liabeu , aber er wott not ei» haller nemen.
Wie das schloß Muiitabaet gebuwen ward, und wie it der kunig Johans Kenguolden sin seh wester zuo der ee gab mit grossen eeren.
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Nun begab es sich eines tags, das Rengnold nnd sine bruodern ntfs gojegt rytiend inn einen wald, der was zenechst by Bordyas. Da fiengend sy fier thierer» Und als sy wyder
20 heim ryttond, da kämmend sy an das wasser Cieronda, Allard gsach umnihar und anhan und gsach ännethalb dem wasser ein hochen berg , daruff was ein schonner starcker fels. Do Ailard das hupsch end gsach, do sprach er zuo Rengnold :■ ifrLieber brnoder, hie ist ein schon wol gesetzt end; ich gloub,
26 es sig einest ein schlos da gestanden. Mochfceod wir sovyl zewägen bringen, das wir ein schloß da hin machen möchtend, ■ so möcht uns Karly iu*emmer mer geschedigon. Wiltu mir volgen, so aolfcu das end von dem künig |hL 192] begeren» ^ Und gipt erß dir, so laß uns da ein vesty machen.« »Vetter,« I
sü sagt Magis, »Allard gipfc dir guotten rätfc. Ich bit dich, das du im also thüegedt.« »Vetter,« sprach Rengnold, »ich wils thuou, diewyl irs rättend.« Sy fuorend über Geronda und kämmend gen Bordyas und presentierttend dem künig die thierer, so sy gfangen hattend. Der künig enpfiengs und
86 dancket innen vast. Mornendes nach dem ynibiß nam Reng- noid den kunig an ein ortt und sprach zuo im: ^Her, wii
band üch lange zj^t gediennet trülich ; darumm ich uch umm ein schäDckebyt.« Der künig sprach : »Ir sagend war; darumm ich schuldig bin das umm üch zeverdiennen. Nun luogend, ob inn minem land stett oder Schlösser sigend oder anders, daz ir begerend; das muo£ üch werden.« »Her,« sagt Reng- & nold, »grossen danck; aber verstand mine wort, lieptüch. Her, mine bruodern und ich sind uff dem gejegt gsin, und als wir wyder heim ryttend, do luoget ich über Geronda; da gsach ich ein hocher berg. Liepte es üch, so möcht ich wol ein schlos dahinn buwen nach minem gfallen. Darumm, her, liept ^o üch, so lässend mich das machen für all mine dienst, die ich üch ye gethän hab.« Do der künig Rengnolden verstuond, ward er yast fro und sprach zuo im: »Feh wils üch mit guottem willen nach lassen und wyll üch all manott zechen tussend marck silber geben darzuo.c »Her,« sprach Rengnold, »ich i6 dancken üch zuo tussend mallen.« Und knüwet damit uff sine knüw; aber der künig hat inn uff und sprach zuo im: »Edler rytter, laben ich lang, so wyll ich üch rieh machen.« Reng- nold sprach: »Her, gott geh es üch wider!« Momendes do der künig uff was, do beschickt er Rengnolden und nam 20 zwentzig rytter mit innen, und fuorend inn einem schiff über Geronda und ryttend uff den berg. Do sy das end so hüpsch gsachend , do verwunderttend sy sich darab. Rengnold was vast fro und sprach zuo im selbs, wenn er sovil zewegen bringen möcht, das er ein schlos an dem end hett, so furchte ^'i er weder Karly nach ander, diewyl er spyß hett; dann uff dem felssen entsprang ein schönner brunn für zechen tussend mentschen. Do des künigs rytter die schöune des endes gsächend, do erschrackend sy übel. Und der ryttern einer zog den künig an ein ortt und sprach zuo im: »Her, waz wend ir so thuon ? Wend ir ein heren über üch haben? Ich sag üch für war, wenn Rengnold ein schlos hie hat, das er üch nüt fürchten wirt nach all fürsten inn Gastgunnia. Gebend im etwas anders , wend ir mir volgen ; dann üch möcht wol schaden daruß entspringen.« Do der künig Johans den rytter ver- 35 stuond, do erschrack er übel; dann er wüßt wol, das er war
♦ 11 all] aaa *alle' gebessert bs. 21 über bs.
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talt, (lax »cliloü
hi
seytt; diinnuni wmiig fält, dax »cliloü wert* iiiigebuweti liben. Er bedacht sich ein wenig ; diirnacli spruch er, er liette es Uengnolden verlieysseti, daramni das schloß müefate gemacht werden* Er sprach ziio Kengnold: »Lieber frCind , wohinri
b wend ir das schlos setzen?« *Her,<( «agt Rengnold, J^ich will, das har gsetzt werd, liept es üch. ^WärHGh,^^ sagt der kiinig, »ee gfält mir woL Nun yllent es zehn wen ; so dortf'end ir dann niemmand entsitzen, weder mich nach die minnen. Aber ich gloiib nCit, das ir mich nach min volck bekriegen wellend.«
10 »Her,»» ^sprach Hengoold, >länd von dysscr red, dann es ist nut nott dar von zesageii. Dann ich wett ee sterben dann verrettery begän an üch nach an andren. Her, ich bin unt» har ein frommer rytter geachtet worden und gehalten ; got geh mir die gnad, das ich turcr och iint für onnerlich gehalten
iftwerd! Gedenckend ir, her, so Karly min fyend ist, ich habe darumm verrettery gegen im gebruchtV Die fyend tschaft kurapt von Berchtolden, sinem vetter; den ertodt ich, das ich mich ^ sinnen erweren muoHt. Aber ich verheissen nch by minerfl tröw, thuot üch neyfäwar etwaz zeleyd , das ich üch rächen
tu wyll mit allem minem vermögen. Aber band ir neyläwas achüchens ah mir, so verhaltend mirs ntlt.< * Lieber fründ,< sprach der künig, »ich hab nun mit üch geschimpft. Ich weylä öwern will wol , ir banden mir wol ertzeigt; darumm hab ichö üch vergunneu und wyll, das ir her und meyster iun
« minem land sigend.« Des im Rengnold grossen danek seyt. Demnach wnrdoud all nuirer , zimberlüt und Steinmetzen inu allem land beschickt , also das iren wol fünÖ'tzig und zwey hundert wurdend» die horttend nie uff werchen, mitz daz das schlofi gemacht was. Do das schlos uti gemacht was, do lieü
30 Rengnold das schloß umm niuren and beschliesseu mit hochen, atarcken ranren mit etlichen starcken thürnuen , also das im kein stnrm uüt thuon mocht. Darzuo lieü er all werinnen HO wol und werlichen zuo rüsten, daz sy nüt besser sin niocbtend, Do das scliloß gentzlich ußgemachfc und verbracht was, do
u was Rengnold und sine bruoder vast fro. Do der künig Johans vernam, das das schlos gemacht was, do kam er es besuchen. Rengnold gieng im engegen und fuort inn off den grossen thurn des Schlosses, damit uud er den tzirckel des Schlosses
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dester bala gesecheii tnöcht. Deiu künig gfiell das schlos vast wol, innsunderheyt der schön brunnen, der an mitten inim schloß was. Cnd sagt zuo Rengnold: »Lieber fründ, wie muofi djü schlos nanimen haben? Ein edlen söt es haben, dunckt mich, von siner schöne wegen.« »Her,« sagt Reng- 0 nold, »es hat nach kein nammen. Darumm byt ich üch, das ir im nammen gebend.^ ^Wärlich,«