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ALLGEMEINE
LITERATUR ■ ZEITUNG
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ERSTER BAND.
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JANUAR, FEBRUAR, MÄRZ.
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in der Expedition dief^r Zeitung, lind L EIP Z I G,
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EINE LITER ATUiR -ZEITUNG
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Montags» dtw i. Januar 179S-
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5Tii iJT5 BAISSE N-yCtfifFTEW;
Berlin: Semer Vi^i^icli^nmu^^^^
WlLUELMdemllL hey derlhronbeßeigungMec- miterthäaigft überreicht von Fr. Genz. Deu lötcn November 1797» 26 S. gr. 8*
Jr\er Augenblick, in welchem ich meine Stimm« D erhebe ift der feyerlichfte im Lebenslaufe ei- ,aies monarchifchen Staates. Der neuen Sonne - üfchlicfsen fich alle Herzen auf. Enie neue Lebens- kraft dringt vom Mittelpunkte aus und neue Lebens- Juft rinnt durch die entfernteften Zweige. Das Volk CTwunfcht. hofft, vertraut. - — Ew. Maießätbe^ Jkeifrea den Thron Ihrer glojri^eichen Vorfahren in ei- ,,ocm Zeitpunkte, den SchwächUnge bedenklich, den ».grofse Seelen heneidenswerth finden müfleu. Gut liregiet^n.wÄr immer ein fchweres Amt. Aber ehc- inais bedurft* es fall nur glücklicher Naturgaben, nm dieCf^m Amte gewachfen zu feyn. Jetzt ift es die erhabenfte, die geiRigftc von dien Kun/Jirn gewor-
den Der Qcift diefer Zeit reifst die Meu-
üfcbcn über das Ziel ihrer eignen Beftrebungen hin- >aus Sie vor ihren Ausfchweifungcu zu bcfchützen, ohne ihre Kräfte zu lähmen , das ift das fchöne Pro- **blem , was jetzt auf einem Throne gelöfet werden Voll. — — Das Vertrauen der Unterthanen ift das ,,wabre Lebens -Princip, einer Regierung. Sie kann l^ohne Zweifel durch blofee Macht dauern und Jahr- *lhunderte dauern; aber fie kann ohne Vertrauen nicht Hieben, d. h- fich ihrer felbft aU einer Kraft bewufst iifeyn , die eine grofse Organifation gefetzmäfsig und
'iwohUhätig bewegt. Das erße Unterpfand jenes
iivertrauens ift das Gefühl , an einem Tage , wie der ^.gegenwärtige r mit ehrfurchtsvoller Freymüthigkeit ,,zum Monarchen reden zu dürfen. — — Ein be- „fchcidner Blick auf die vornehmften Zweige dei-Ver- ^waltung des prrufsrfchen Staates; ein frommer, ein „patriotifchcr Wunfeh, der einen folchen Blick na- „türlich begleitet; ein treuer Ausdruck deflTen, was „der Gcringiie im Volke dunkel , der Gebildete deut- "Ucher und entwickelter denkt — dies— find die er- [^rteii Lebenszeichen , welclie die Morgenröthe einer „neuen Regierung beleuchten; dies find die erften *,Frcudengcfäiige, womit eine Nation ihren neuen Bc- „herrfcher begrüfsen mufs. Ew. Majeßät gehen ei- gner fo grofsen Beftimmuug entgegen , ein fo grofser „Schauplatz liegt vor Iltren Augen ausgebreitet, fo «»grofse Gefühle erhebea in diefem Augenblick Ihre ,3ruft, dafs Nichts als was grofs, alfo Nichts als was ^wahr ift, fich Ihnen nähern darf. £s gtebt in dem W. L. Z. 1798- Brfier Band.
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„Zeitalter, worinn wir leben, nur eine icht-fchmei-. ,»chelhafte Art , einen Monarchen zu verehren «*• dafs „man ihn für würdig erkenne , die Wahrheit zu ver- ,4iehmeit; nur eine einzige wahrhaft verdienftliche »,Art Ihm zu dienen — di^s man fie Ihm keinen Au-
,^enblick verhülle, r " Es wäre eben fo uuuüte^
„iSiltLobpreifungen des Guten, welches wir geniefsen, „als mit lüagen über die Uebel , weiche uns drücken „od^r druckten , vor Ew^ Majeftät Thron zu tretefi. „Noch viel unnützer wäre es, in der Vergangenheit „zu wühlen. Die Vergangenheit gehört der Qefchich- „te; unfer Ziel, das eigeuthümliche Erbtheil aller „menfcblichen Weisheit — > ift die Zukunft. — Das „Gedächtnifs deflen, was wir als Uebel fühlten , foH uns blofs zur Erhöhung des gegen wärtigen GenufTes^ deiTen , was wir für Fehler hielten, blofs zum Leit- ftern auf der künftigen Laufbahn dienen/*^
„Das erfte Verhaltuifs des Staates, welche^ fich „unferm Auge darbietet ift^ — das Verhältiüfs gegen
„andere Staaten. ]^s gab eine Zeit, wo iQaii
„von den Vortheilen fprach, die durch Kriege er- ;4iauft werden könnten. Eine aufgeklärte Staatskuuft „hat dicfe Idee in das Reich der Träume , der vec- „führerifchen Träume, verwiefen. £s giebt.keineif „pq/itf vtfi» Vortheil , der nicht durch einen Krieg viel „Zu theuer erkauft würde. Nur negativer Gewiii|i, nur Abwendung gröfserer Uebel , der wenigen noch gröfsern , welche die Vernunft anerkennt, nur wah- re eiferne Noth wendigkeit, können und, müiten dea Entfchlnfs zum Kriege begründen und rechtfertigen. , Jede andere Lehre ift nicht blofsf verwerflich , foa- „dern frevelhaft. Deu Krieg abzuw^den -r- das mufs „alfo der Richtpunkt aller politifchen Maafsregeln -« „feyn. — — Die erfte Bedingung aber für einen gro- „fseo Staat, der bey der jetzigen politifchen Lage „von Europa, den ICrieg vermeiden will, ift die — dafs er befiändig dazu geruftet feu^ — — Ew. Maje- ftät befitzen ein ftarkes und geübtes Kriegsheer. -^ — „Von diefer Seite bleibt uns nichts mehr zuwünfcheo „übrig. — — Bey den mufterhaf^en Anordnungen» „welche diefe Armee in faft ununterbrochngr Uehiiug „erhalten, bey der raftlofen Tbätigkeit, die diefe „Anordnungen unaufhörlich belebt, bey der Hohe „der taktifcfaen Kunft, die fie einmal und für imi«er erreicht hat, bey dem ftolzenBewufstfeyn, bey dem feurigen Ehrgefühl, welches allen Mitgliedern der- felben, den hohem wie deu.niedriffern, bey wohnt-«.« „kann auch der anhaltendfte Friede 4hr nicht gefahr«^ „lieh werden.**
„Die militüriiche Macht mufs auswärtigen Staatof^
„die NiJigung; aber die diplomati£cbe Klugheit uiur^
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ALLG. LITEEATÜR- ZEITUNG
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„ihnen, mit der Neigung, auch felbftdie VeranlanTung' „an Feindseligkeit' beaebHien. ^ — ^ i^ui \^lcbeinr „Syftiiie Qn cfer jau^wärtig«! Dolitik) aber iiucb die . „Zeitujnftände , die BedürfnifTe unfers Staates und. „das Betragen der auswärtigelT die Preufsifche Mo- Anarchie Düthigen mögen — nur Eins verlaffe uns „nie: ein heller, feiler und confec|uefiter Gang in „dem eiainal gewähkca Pfado^ — Mi^Freude und Be- „ruhigung fagen wir uns , dafs Treue, und Beharrlich- „keit zu den hervorßecbendffen Eig^nfchaften gehO- • „reu-, die Ell». Mawflät perfönlichen Charakter zieren. „Mit Freude, und Beruhigung; denn nichts fetzt die „üufsere Würde , mithin die Selbftfchätzüng und zu- ,3etxt das innere Vermögen 'eines Staates tiefer her- ,#b, als ein unaufhörlichiBS Schwanken zwifchen ent- „gegerigefetzten Syßeraen , oder was noch fchmähli- cher als alles^ift, .der' gänzliche Mangel eines Sy- ftems. Die Preufsifche Monarchie ift gTofs genug, um olfen und. redlich ziifeyu; fie kann ihre Plane, „ihre Bündniffe, ihre politifchen Operationen , mit S.Nachdruck und Zuverficht verfolgen. — — Sie „kann die Ehrfutcht aller großen Staaten ertrotzen, „das Vertrauen aller klj^inen verdienen , und auf das erhabene Amt eines Schiedsrichters von Europa auch jetzt: noch gerechte Aufbrüche machen. In Ew. Ma- „jeftät^ Hand fteht e;s, diefen Anfprüchen' eine neue „Schwungkraft- zu verletluin." * „Jeder der beiden Hauptzweige ^ in welche die ,inime Verwaltung zerfällt : die Rechtspflege und die Ad^mftration des Staatsvermögens— bedarf einer ^^igenthümlichen , durdi die cfaarakteriftif^he Ver^ „fthiedeuheit der Qefchäfte beftimmceu Sorgfalt. Die ^^Rechtspflege , die einer unwandoibaren Neutralität; „Ale FJnanzadminiftration , die einer unuut6rbroch- oeuvSorgfalt. Diefe gedeiht uur , wenn fie mit fe- fter und gefchickter. Hand geleitet wird , jene nur, wenn fie fich felbft überbiTen wird."
i,Die Verwaltung des Rechts ift feit einem halben ^Jahrhundert' *-* der wahre Stolz der preiifsifchen »»Civiladminiftration gewefen. Ein Gefetzbuch, wel- „«hes der Vollkommenheit naher geruckt ift, als ir- ,^end ein anders. der ähern und neuern Zeit; einfa- „ehe, regelmäfsige, verftändliche , yon der Vernunft „jebiiligt^' Formen; Gerichtshöfe , deren Ausfpruch „ein langes unbeflecktes Vertrauen faft zum Range ei- „nes Ausfpruchs der Gerechtigkeit felbft erh^b: — „das find die Grundpfeiler diefes wohlerworbnen ^RuHms. — ■^— Alles, was das Anfeheii desGeffetzes „untergräbt, WiUkiihr in den Rechtsgang bringt und „in Aar furchtbaren Geftalt eines Machtfpruchs , den „erfchrocknen Bürger' aus der letzten Verfchanzung „feiner Sicherheit zu vertreiben droht; alles das ift „für den Monarchen Selbftentheiligung, Selbftver- J^letzung feiner eignen höchften Würde, und als fol- Xche nicht blofs aus den Maximen, fchon aus den „Neigungen eines grofsen und guten Königs ver-
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,, — . — Zwe^kmäfsige Vertheilung der Gcfchäf-
, regelmäfsige Aufficnt und wcchfelfeitige Con-
oUe» Ordnung und erni);e Genauigkeix Jui Calfen«
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„Wefen, befriedigende Klarheit undiwachfame Stren- „ge im Rerhniiugs- Sjrftem-: =-— k^irr alles ,- war die „Qrundbgc uiiil das Gerüit ^ncr (srürca 1 inünzcBdHd- fjuifiration ausmacht, befindet fich in der prcufsifcheu „Monarchie in einer mußerliaften Verfafluug. — — ^,\Yir fagen es uns mitEntzücken — denn wir fühlen, „was dies iu der gegenwärtigen Lage von Europa yybedeutet — ^ dafs alles, was zu einem weife» 'Haus- „halter auf dem Throne gehört, in Ew, Mhjeßät auf „das glücklichfte vereinigt ift. Nur zum Wohl Aller, ,j^nur zum Flor und zum wefentHchen Glänze des Staa- „tes wird die anfehnliche Mafle von Kräften ver- . „-wendet werden, -wo ruber Euf. Majeßät von nun an „üneingefohränkt gebieten. — — • Die Docpänen - Ein- „künfte find nicht groXs genügt, um die gefammteu „Staats- Ausgaben zu decken; es ift alfo eine unyes-* „tneidliche Nothweudigkeit, Abgaben -*- zu fo- „dern. -^•'— - Jede Abgabe — b^fchränkf auf eine „Ihr eigenthüuHiche Artdas Eigenthum, die Indu< „ilrie und die Frey hei t der Bürger. — Haben fich „die Einwohner eines Landes an eine gewifle Form „der Befchränkung gewöhnt ; fo hört diefie beinahe » „auf, ^iueLaft zu feyii; fie wird ein für allemal bey „allen bürgerlichen Unternehmungen und Vei^harid- • „luugen in* Abrechnung gebracht. Legt ^oan ihnen „aber die Belchränkung in einer veränderten Form „auf, fo werden alle bisherigen Verhäknifie verrückt, „und ein zehnmal geringerer neuer Druck wird zehu- „mal Jlärkcr als der gewohnte gefühlt. ; Nichts ift * „daher für das glückliche Eiuverftandulfs zwifchdu - „der Regtferung und den Ünterthänen bedmikHcher, als die Einführung iieuerClaffen von Abgaben , oder • gar die Wiedererweckung folcher^ von denen man fich auf immer erlöfet glaubte. — *— Sol}ald der- Bürger feine Schuld an den Staat abgetragen hat, „kann der frcye Gebrauch feines Eigeutliums in kei- * „nem Falle mehr befchränkt werden , als wenn er „nicht etwa der Con^tjnienz, fondern den Rech* „ten eines andqrn zu nahe tritt. Jede Befchränkung „über diefe Grenze hinaus ift Gewerbszwang, und „nichCs, auch nicht die wohlthätigfte Abficht des Ur- „hebers , kann fie rechtfertigen. Unter £«;. Majeßät ^erbabnenr Schutze müfle alles, was nicht die ftreng- „fte Nothweudigkeit bindet , ungebunden fich regen „und bewegen 1 -^ Kein abfchreckendes Monopol, „kein piederfchlagendes Verbot , "kein kleinlicher Noth- „behelf eingebildeter BeforgntlTe; keine Einniifchuug „in die PnVatinduftrie dcrcli unnütze Reglements, „Wildere den Land wirth, den Fabrikanten, den Kauf - „rijann, aus feinem mit Freyheit hervorgebrachten jj'roduct den gröfsfen möglichen Gewinn zu zie-
' ■ „Von allem abfer, was Feffeln fcheut , kann nichts fo wenig fie ertragen als der Gedanke des Menfchen.
„Der Druck, der diefen trifft, ift nicht blofs fchad-
„lich, weil er das Gute verhindert^ foudcrnaüch weil er unmittelbar das'Böfe befördert. Was;, oh- ne alle Rückficht auf andere Gründe, jedes Gefetz, welches Prefszwang "gebietet, ausfchliefsend und
^perettttorifch verdammt, iß der wefcntliche Umftand,
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«ö. I. JANUAR 1798.
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„dafs cSf feiner Natdr. narb, nicht aufrecht erhalten '^;v,'erdea kann. — Die teithtigkeit, Ideen ins Pu- „Wlcum zu brln^eir, ift fo grofs, dafs jene Maafsre- „gel, die fic belchränken will, zum üefpötte wird. „Wenn aber Gcfctze diefer Art auch nicht wirken, ,,ro können fie doch erbittern; und das ift eben das „Verderbliche, dafs fie erbittern, ohne zu fchreckeu/ „Sie reizen gerade diejenigen , gegen \%'elche fie g:e- „rlchtet find , zu einem Widerftande, der nicht im- „incr nur glücklich bleibt, fondern fogar rühmlich „wird- Die armfeli^ßenProducte, denen ihr innerer „G<^halt nicht ein Leben von zwey Stunden fiebern „würde, drängen fich in den Umlauf, weil eine Art; „Von Muth luit ihrer Ifervorbringung verknüpft zu „Teyn fcheint. — — Das einzige Gegengift — die „Producte. d^r befTern Schriftftcllcr -— verliert feine' „Kraft, weil der Ununterriclitete nur allzuleicht den, „welcher von Schranken fpricht, mit dem vervvechfelt, „welcher die ungerechten pfut hcifst. — Darum fey iiPrefifreyheit das unwandelbare Princip Ihrer Rcgie- „rung. — Nie kann dies Syftcm einem wohlgeord- „heten Staate Gefahr bereiten ; nie hat* es einem fol-. „eben gefchadöt. Wo es verderblich wurde, da war' .9fdie Zerftöruug £chan vorangegangen, und der^ge- „frafsige Schw^rtu wuchs nur - aus der Verwefung „Ucrvor." . ,
Diefe der Reihe nach ausgehohnen Stellen, aufwei- che jetzt nur noch ein allgemeiner Rückblick und "VTüufche folgen ,. in die jeder wohlwolleüdc' einftim- meu wird , werden unfern Lefern einen Begriff von d^r -Anordnung und Behandlung dicfcr Schrift geben, welche eine VeranlafTung voi> ganz ungezwvifelter Wichtigkeit für Deutfdüand, jrffelbft für Europa hat. Man wird mit Wohlgefallen darinn die Mauptmo- mente .der gefammtea Staatskunft . und* politifchen Weisheit aufgefaßt und mit grofsen Zügen, die eben ' deshalb um defto mehr wirken , zufainmeugeftellt fe- hen; (eme Behandlung, mit der nur etwa eine Stelle^ S. 17. in Widerfpruch fteht, in der über die doch im- mer untergeordnete Frage von dem Nutzen grbfser Domänen fclbft einzelne Gründe angeführt werden.) M;in wird fich der Klarheit und des Lichts freuen, in d^m die wichtigen AValirheiten hier erfcbeincn, und wodurch' fie Verftändlichkeit . für den Neulilig und neue Annehmlichkeit für den Renner erhalten. (Nur €i;ie Stelle S. 54. über die, welche lehren, dafs es mit „etwas weniger" in der Stnatskunfl gcthan fey, ift nicht deutlich g^nug. Wir füllten denken, dafs man in einigen Rückfichten noch wohl etwas weni- ger fodern könnte als Hr. G. , ohne deshalb lefn Ver- dammungsurtheil zu verdienen). Man wird die Kür- ze und Kraft des Ausdrucks häufig bewundern , die anerkannten Wahrheiten neuen Nachdruck* und neue Wirkfamkeit auf dieUeberzeugung verleiht, und bey der doch faft immer die Reinheit und Richtigkeit des^ iuncrn und äufsern Stils erhalten M^orden ift. Auch die gefällige Feinheit wird nicht übcrfehen werden, rait der das Vergangne, das nicht ganz aus dem We- ge gefchaift werden konnte, gleichfam für die unmit- telbare BettAchtung verhüllt worden iit, um hoch-
ftens nur durch Reflexion in dem Spiegd allgemei- ner Wahrheiten denfelbeii ein helleres Licht mitzu- theilen. Alles diefes rechtfertigt unfern Wunfcb, dafs diefe Schirift viele Lefer haben möge.
Doch würden uns die gedachten Eigenfchaften des Schriftftellers nie veranlafst haben , das Maafe gc*- wöhnlrcher Anzeigen von kleinen Schriften zu üheir- fchrcitcu. Allein wann ift wohl jeiiials ein Regi€- rungsaötritt, ^egen der Zeitumftände,* in ditf er fiel, merkwürdiger gewefen als derjenige , den die vor- liegende Schrift feyert, und von dfem auch unferc literarifchen Annalen ein dauerndes Monument auf- nehmen muffen? Wann ift wohl die PerföriKchkeit des neuen Monarchen für feine Zeitgenoflen von dem" ' InterelTe gewefen , als jetzt, wo die^ perfi)nUcheü Ei- . geufchaften 'der Lenker allgemeiner Angelegenheiten- fall eben den Einflufs habe^i , wie bey der erften Stif- tung der Staaten? Vfit können es nicht über uns er- ' halten, aus dem von Rft. G. fo glücklich beobachten, ten Tone herauszugehen , und etwa aus Thatfachett,r die wohl zum lauten Lobe erwärmen konnten , *di« Eigenfchaften des neuen Regenten genauer* vor dem Pu* blicum ^uszuilellen , welche allgemeine Liebe und» Hoffnung wecken müfleu. Wir wollen felbft nicht ein-- - mal in Anfchlag bringen, dafs, nach uns ziigekom- uienen Nachrichteli, diefq frcymüthigfe Schrift einer auszeichnenden Aufnahme gewürdigt ift.- Es wird uns indeflen erlaubt feyn, aus der vorliege hd eh Schrift felbft zu bemerken ^ wie bedeutend Denkart und Cha- rakter de» Fürften ins Licht gefetzt werden, diem der • vif. mit Zuverficht die reihften Aiifichten der Staats- ^ iiinft offen darlegen durfte ; und den er nicht würdiger loben zu können glaubte 5 als durch Nennung folchcr EJigeufchaftep, die den Mann ehren , und mit eben den Ausdrücken und Bezeichnungen , mit denen mau auch Pri vntperfoneu loben dürfte. Denn gewifs giebt es keinen ficherern Beweis des Berufs Zum Landesfürfteu, als wenu er die Würde des Menfchcn^ der fürftlichen vorzieht und diefe nur durch jene* behauptet.
Hr. G. hat übrigens hier nur im Na:nen prcufsi- fcher Staatsbürger gefprothen,undgewirs mit tferEin- • ftimmung des "bey weiten gröfsten Thclls dcrfelbeö ihre Bedürfuiffc, Ausfichteri und Erwaf rangen feinem * neuen Könige vorgetragen. . Allein auf Preufsehs Re- geuten fehen auch die Bewohner anderer Staaten und jetzt vielleicht mehr als jemals; auch fie richten an ihn Wünfcbe und Erwartungen. "Sie hoffen in ihm ein Mufter für ihre Regenten, das Haupt der wahrigft protcffautifchenPartey und einen Mittelpunkt der Ver- einiguu^r für fchwächere Staaten in diefen Zeiten der rohen Gewalt zu finden. Frey lieh gieblTeÄ giTftlob iii Deutfchlaod mehrere Fürften, die keines fremd^ii- * Mufters bedürfen; aber ein grofser Tlieil wird auch hier, wie in andern VerhältniffeU des Lebens , durch Nachahmung^beltimmt. Noch ift der grofse, im Gan- zen fo wohlthätige Einflufs im treuen Ge-dr^chtnifs, den Friedrichs II. Staatsverwaltung als Vorbild auf fo viele andere dcuffche Regierungen äufserte, und man darf von einer ahulicbcu oder noch mehr geläu- terten UegierUAgsart auch eine noch gröfsere Eiuwir-
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A, L. Z. JANUAR 179$.
Ittog lioffeK. "Wie verelirigt ßch -altes, um Üeie Iloffn ining zu beleben? Der ueueReg^at lebt i» deinThei- le vou.E.uropa, iii dem die einzig zu rechtfectigeude» lieh, felbft auf ihren allein ertaubten Zweck und dutch ^dieCeu Zweck be&hränkende Pollti^ am deutlicbfteu uod voUftäudigllea «rkanut, £;elelirt und erörtert wird. Es ift, befonders iu feinen eignen Staaten, ei- ne gröfsece Meng^ höherer und untergeordneter Be- amten vereinigt , denen eine lebendige , und für die Anwendung ganz, vorbereitete Keuntnifs de« vorzüg-' Ikhften Theile diefer geläuterten Staatswiflfenfcbafc eine feAibre Handlungsweife » und faft möchten wir fagen^ einen erhabnem Charakter giebt als irgend ein ^ aiulerer Staat van fleh rühmen dürfte. Er kann alfo gewifs Mufter für viele feyu; und dafs er es feyn Uli// » d^ran laßen mehrere Thatfacheu 9 daran laden felbft die Qruodzuge feines Charakters » welche die vorliegende Schrift heraushebt» nicht im minderen zweifeln. -— Auf (ho fieht ferner als auf ihr Haupt die wahr^ protefian^ifche Partey» d. i. der weit ver- breitete Haufen der Y<ßrebrer einer vernünftigen vom Geift de« ProteAantismus » vom Geift des Widerftan- des gegen alle Unterdrückung freyer Ueberzeugung dnrch Hierarchie und Vorurtheile , befeeltenuud ver- edelten Religioa. Aus feiueq Staaten ging fclion m früherer Zeit die Aufklärung in der Religion au&, Alle Verfuche der Einfchräukung» die fpäterhin ge- fchahen und auch anderswo nachgeahmt, wurden, uHifsten bay dem Geift der Zeiten , der hier einmal ehie gerechte Frey hei t erworben hatte » fl-ucbtlo^ blei- bea; und jetzt erwartet diefer voll Vertrauen auch ' die Aufhebiiag alles Ueberrcftesr jener FeiTeln ; denn Religion kann ja nur durch frejre Ueherzeugnng wir- ken, lebt nur durch fie und ift ohne iie todt und fäuzlich unwirklam. Man mufs aber in diefer Rück- eht 'noch mehr hoffen nnd erwarten. V{tis aucu von einer Pa^tey » die noch immer die Unterjochung des loenfchlichen Geiftes zum Plane hat» heimlich oder iUffentlich gegen proteftantifche Länder, ihre Kirchen, Lehren und deren freyeBekenner vorgenommen wür- ^e, kann niemand fo kräftig» wo es Noth thut, be- kämpfen, die dadurch Gedrückten oder ihre Verthei- diger niemand mit folchem Erfolg vertreten unä be- Ithützen als der Regent der prcufsifchen Monarchie. — Was aber mehr als alles in diefen' Zeiten der wili- knhrlichften Uebermacht Bedürf^ifs ift, ift ein Vcr^ etnigungspunkt für fchwächere Staaten. Wie fchr Freirfscn dazu geeignet ift, zeigt dieGefchichte meh- rerer Jahrzehende. Ei ift höchft berahigend, dafs u^n von der neuen Regierung in diefer Hinficht ein feftes und gleichförmiges Verfahren ,' dafs rann Ge- nechtigkeit und Uneigcnnützigkeit gegen diejenigen, die des Schutzes bedürfen , dafs mau gewÜTenhafte ßerchränkung einer \Villkührlichen Länderfucht un- bedenklich erwarten kanu» So mufs unbedingtes Ver- trauen, treuo Ergebenheit 5 und unverbrüchliche An- hänglichkeit auch bey andern Staaten eutftehen; fo mufs die Stärke der ganzen P^rtey und dadurch wie- der das Uebergewicht des Hauptes derfelben wach- feil , «m defto mehr wachfen, je mehr auf der andern
Se%e fich Be weife repttbltbmifcher Wiflkuhrlichkeit häufen , welche demokratifcheLeidenfchaft qder ari- ftokratifchcr Eigennutz ^ Eigenwille und Uebermuth erzeugt. Es läfst fich zwar nicht voraus abfehen, welche Schritte jene ungebundene. Willkühr über- mächtiger Staaten nöthig machen könnte. Aber auch dann werden gewifs diejenigen, die der Willkühr' weichen mufstea, durch ftrenge Gerechtigkeit, und durch Erhaltung jeder freyheit,.die ihnen nur er- halten werden konnte, beruhigt und^etröftet wer- den. —
Bejr einer folcheii Verwaltung der Monarchie
was wird dann noch vernünftigen Gegnern monar- chifcher Regierungen, wenn es 'deren uoch nach de« heueften Begebenheiten viele geben kauui als Vor- wurfvorzubringen übrig bleiben? Nichts als etwa, dafsman^ierBeftandigkeitfolch^r Veris-altungeii nicht Scher genug fey. — ^ Auch dafürkann ein edler Förft. wenigftens in etwas, forgen; Hr. G. deutet auch des- halb an einer Stelle leife auf eipe Hoffnung, in der wir uns um defto mehr mit ihm vereiuigeur je nÄer die Erfüllung derfelben mit der Erfüllung fo manche» der übrigen Erwartungen verknüpft ift« -
GESCHfCHTE.'
IfALLK, b. Gebauer: Parenttdia in memoriam Sere- niflT. nupef ac Potentilf. Principis Dominique FZlf- DERICI GULIELMI IL Boruffiarum Regis etc. A* D* XXII. DecembriS piiflime Celcbranda civi- bus literarum ftudiofis indicit, univerfitatis Frid« Prooector Georg Simon Klaget cnm directore et . Senatu Academico. 1707. 2} Bog. Fol. Dies ift der Titel der im Namen derUniverfi^tat von Hn. Prof. ITotf verfafsteh Einladungsfchrift zur akademifchen Todtenfeyer weyl. Friedrich Wilhelm It. Es war keine geringe Schwierigkeit für den , der die Todtenfeyer. Friedrichs des zweyten angekündigt hatte, auch feinem Nachfolger Gerechtigkeit wider > . fahren zu laflea ; nnd dabey das facta dictis exaequa- re , oder die mit grofser W"eisheit zum Text der Ge- ditchtnifspredigteu auf Fr. Wilhelm II. vorgefchrlebne Regel: Ehre dem Ehre gebühret, zu beobachten. Wirla- fen bey diefer, VeranlalfungHn. Wolfs Programm zu der Friedrich dem Grofsen gewidmeten Trauerfeyerlich- kcit wieder mit neuem Vergnügen, und mülTeu gefteben, dafs er Regenten von fehr verfchieduemQiarakter mit grofser Schicklichkeit zu loben verftanden hat. An dem jüngft verftorbneu Könige rübmter unter andern, er ha- be finei itTtverii Icnibiis confiliistutost feuubi Uant^ pro- pagatoSi fapientibusflabilitam legibus jtuflitiamf artesque ac doctrinas firmis adminicuiis fubnixas hinterlaflfcn ; rühmt feine perfönliche Tapferkeit, Güte, Gerecbtig- keitsliebe und Humanität; hauptfächlich aber feine Für- forgcfürdie hallifcheUniverfität, deren zwetjter Stifter er genannt zu werden ver dieno. Wir wünfchten bei- de Schriften zufammen gedruckt, und durch deii Buch- handel verbreitet zu fehen , da Aufiatze diefer Art in fo acht rOmifcher Schreibart, und mit fo viel Feinheit der Manier akgef^st^ immer fe(tner werde».
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G^yTTtVGEN y b. Dieterich: Befftragi tuM Reichs- ftaatsreckte Welcher Nation, von Dr. ^. A.L. S[eidenflick4r. Erfttr. Band. 1795. 0. VI u. 38Q S.
So unftreitig fich auch der Umfang des Krfc&iftaats*. rechts 9 wie Qch.fchon aus der I^kupteintheiluog des Reichs , in das Reich Deuifcher und Welfcher Na- tion abnehmen läfst» auch aufdieJStaaisyerhäitaifle des Lango2»arci^c/i^ Königreichs erilreckt : fo fprach ^nd fchrieb man doch vom RWcA^ftaats^chte, ohne 9u Italien auch nur zu denken , und dachte man dar- ag , fo war es fajft einzig und allein da$ lehnrechtUche tTerhältnifs, auf welches man einen flüchtig vorbey- ftreifenden Seitenblick warf. Dem kaiferlichen Hofe mag es , unter mancher Regierung wemgftens , ganz recht gewefen feyu, dafs man Italien, den ^Jiortus imperii ^Ucatus** r^ wie fich Rudolf yon 'tlabsburg da^on ausdrfickte». — .„tn quo gratat Jubjectionis ver- nautes et ßoridos flores cotUgit et^otae dutcedims gra- Hofa potna äecefpit'^ -— überfah , und ihm , . miomam ignoti nuUa cupido^ die dort wachfenden reizenden Blumen jund Früchte alleiö überiiefs. Auch läfst es lieh daher erkläreo » warum mau die Gultur Ses italie- hifchcn Staatsrechts von diefer Seite nicht nur, nicht beförderte, fonderu lie vielmehr, durch Verfchlieflüng der Quellen, zu erfchWeren füchte ; ob es gleich noch iehr problcmatifch bleibt , ob diefer Maafsregel eine Ifichtige Berechnung des kaiferlichen Nutzens zum Grunde lag. Frey lieh würde durch PuMicltät eine rröfsere Aufmerkiamkeit der deutfc^en Stände auf Italien erregt, und.der Kaifer in mancher Rückiicht Äehr bcfchränkt, weuijgftens gehindert worden feyn, Italien als ein Peculium feines Hanfes zu behandeln : Würde aber uicht eben diefePublicität auf der anderen Seite die Folge gcliabrhaben , dafs manches beftritte* ne Recht leichter gebandhabet, manches, Ter nach- läffigte Jn'Uebung geblieben, und manches verlorne «rhalten worden wäre? So behauptete 5rnk«i&^;g,' der als KeichshofratK für die kaiferlichen Änfprüche in Italien fchrieb, (in d. Sendfchr. vor d. x. Th. der ne^en Sawfnl. der licichsabfchiede 9 'S. 42) dals es für <Ue kaiferliche Hoheit m Italien ein Glück fey , Wßnn das italieuifche Staatsrecht in nähere Unterfuchung gezogen würde; ein reichshofräthliches ,u achJSärls YU Tode, au die Gemahliun des damaligen JKjoncan-
did^tett Cjjfiattetes , die künftige Wahlcapitulatio» betreffendes, Deputatioosgutachten enthalt aber die nicht minder wahre Aeufserung,, „dafs es nicht rath-; fam fey^ denKurfürften von den italienifchen Sachen,; die an den Wahltag gebracht würden, Jpecifite Nadi^ rieht zu geben , als welches nur zu Weiterungen An-' , Uü geben würde.*' (S- Zang CGana^) Samml. von Rhpfr. Gutachten, (S. 12S.) Diefe nicht ohueGtuüJ befürchteten Weiterungen mochten wohl die Haupt- urf^che feyn,- dafs diejenigen, welche den guten Willen hatten^ die in Wien befindliche Hauptnieder- kge von archiv^llfcheo Docume'nten und Act^nftucken ,zum Behuf des italienifchen Staatsrechts zu benutzen,- anftatt einige Aufmunterung zu finden^ 'diö Erfahrung machen mufsten, dafo zu diefer Quelle nur füx jeiie Gefchäftsmänner ein Zugaiig. fey, cKe nicht imtnei« Freude daran hatten , von Amts ^yegen muhfam^ dar-* aus fchöpfeu zu muffen. Befanden ßch felbft Kurfür- ften in dem j'älle, über den 6. J. des .10 Art. der Wahl- capitulatiou eiiiii fo zu votiren: Trier: man habe von den italienifchen Lehen keine Nachricht; Colin ( m^n werde darüber die befte Nachricht bey Mainz: erbalten können ; " Mainstii es fey nicht erinnerlich,' dafs an die kurmainzifche Kaiizelley wegen der ita-" lienifchen Lehen etwaä berichtet worden fey t (Mo^ fef^s Ausgabe dv Wahlcap. Karls VH.Th: i, S: ssst fö wird es eben fo begreiflich, als vierzeihlich, dafs(- bey aller, Cultür des deutfchen Staatsrei^hts füt das- italienifche.faft nichts ^efchah; ynd wie diefes fogar in den Credit kommen konnte, dafs es'nföht viel mehr fey, als blofse Antiquität, ohne praktifchea Intereffe. Ift doch der Menfch immer gehcig^t, das^ jenige, worin er fremd ift, ungeachtet feines inneren Gefühls, dafs er es billig nicht feyn foUte, um fo' mehr für geringfügig und entbehrlich zu erklären, je • gröfser und abfchreckender die Schwierigkeiten find» die er zu überwinden hat, um fich KeimtnifTe davon zu erwerben. Von Zeit zu Zejt erfchien zwar ein-' mal eine Abhandlung, der6ii Titel die Erörterung eines Gegenftandes des italienifchen Staatsrechts zu verfprechen fchien ; was lieferten fie aber flir Aus- beute? Anftatt der erwarteten Darftellung rechtli- cher'Verhältniffe, fo wie fie in einem gegebenen Zeiti^aume.befchaflen waren, faft immer nur hi^ori- fclie ünterfuchungen über das Tn Frage flehende Rechtsinftitut, äderen Faden noch überdies nur fei- ten bis auf die neueren Zeiten fortgefuhfet wur- de. An eine voUftäudige und wiffenfchaftliche
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- ^) Durch Ziifiülc lÄ der Abdruck diefer fdi^n itt AUcMufs des Friedens su Campe Formidt v^ßifiw Aawff^ Terfrä^t
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ALLGL LITERATUR -ZEITUNG
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BearbÄttihg ^urde • rollends noch gar nicht ge- "dacht.
Hr. Setdenfttcker ift der erite , welcher- das unver- Ikeiinbare Verdienft hat , erßlich , dafs er fein Augeu- ^merk bey allen Gegenftänden des italienifchen Staats- Tech ts auf die gegenwärtige Lage, d^r Sache gerich- tet, und alle hiftorifchen Unterfuchungen uudZufam- tnenftellung^n vorzüglich in fo fem geiirach.t h«t, als ije über jene Licht verbreiten ;. zweiftenSf dafs eres :auf eine wifTenfchaftHche Bearbeitung diefesudch un- augebaueten Feldes, feinem ganzen Umfange nach, angelegt, und bereits in diefem erften Bande, durch genaue Bekauntfchaft mit den vorhandenen gedruck- ten Materialien und zweckdienliche Benutz^uhg'der- felben fo viel geleiftet hat , dafs von diefen und fei- nen fortgefetzten Bemühungen ein italicnifches Staats- recht, als IViJfenfchaft y feinen Anfang nehmen kann; drittefis , daTs fich von feiner überzeugenden Darftel- lung des nictxt blofs th^oretifchen dnd hülfswilTen- fchaftlich^n , fondern auch praktifchen Intereffe des italienifchen Staatsrechts , mehr Eifer für die Bear- beitung und ein^ g-röfsereTheilnahme^in der näheren Kunde delTelben, mit Recht erwarten läfst. Bey eini- ger Beherzigung der von ihm bereits mitgetheilten ' Wahrnehmungen und einem weiteren Verfolge feines Plans, werden auch diejenigen, welche das italic^ni- *fche Staatsrecht zu einer publiciftifchen Tändeley herabzuwürdigen fchienen, die Sprache felbft dann in etwa§ zu ändern anfangen , wenn es auch nach ge- ^hloßenem Frieden , . in Anfehung mancher Provinz 'des lombardiichen Reichs , heifsen follte : jam novus incipü ordo* Sprach der Vf. hin und wieder viel- leicht mit zu viel Enthufiasmus von dem IhteröfTe fei- :ues Gegenftandes, und kann gleich diefes Intereffe 'Hiebt fo grofs und fo allgemein feyn, wie für die ineiften Kapitel uuferes deutfchen Staatsrechts; fo ift <doch nicht zu verkennen , dafs er eine gerechtere und wahrhaftere Sprache darüber führte , als bisher verfchledene einander nachgefprochen hatten. Aus •feinen Bemerkungen ergiebt iich zur Genüge, I) ein praktifches Interejfe, nicht nur Ä) für einzelne Stände •^es Reichs, welches hauptfächlich der Fall ift f) bey siWarti«, als Erzllanzler; 2) bey, den KeichsvicarieTit ioicTn fich ihre Vicariatsregierung auch ^uf Italien er- ßreckt; 9) bey den übrigen K'urf'OrJlen, wegen der auf den VVahltagen gewöhnlich zur Sprache kommen- ^den italienifchen Angelegenheiten ; 4) bey dem Haufe Oefierreich ; 5) bey allen gröjseren deutfchen Ständen^ ((lenen daran liegt, den öfterrcichifchen Vergröfserun- igen in Italien entgegen zu arbeiten, alfa vor allen •andern bey dem Haufe Brandenburg; ibndern auch B) für das gefammte gleich , deiten Ständen an ' der Regierung aller zum Reiche gehörigen italienifchen 'Provinzen, im •Allgemeinen, diefelbe Theilnabme gebühret, die ihnen inDeutfchland zuftehet ; eine Theil- pahme, die wegen d^r niannichfaltigen Verbindungen zwifchcn Deütfchlahd und Italien, deren Einwirkungen nicht immer nur auf einzelne deutfche Stände und einzelne VerhältnilTe derfelben unter einander» fon- dern auch wohl ayf jfanzPe.utfchlaad £cb edijrecken^
um fo weniger hätte »Tcrnachläfiiget werden folten, . da aur derfelben fo manche V«rbäitniQe. beruhen , in welchen Deutüchlaad mit ausi^^rtigeu Staaten, z. B« ^ mit Frankreich ^ Spanien , Sardinien , dem Pabüe, Venedig etc. fteliet, und weshg;]^ es an fo manchem Kriege Antheil nahm, der einen für feine Verfafiung nicht gleichgültigen Frieden zi^r Folge hatte. Wie grofs diefes praktifche Intereile fey , und wie nnge- bührlicfau man es nicht feiten aus der Acht gelaifeu habe, beweifet aufchaulich theils die <in^t« Abhand- lung der vorliegenden Beyträge , theils eine neuere nächftens anzuzeigende Schrift des Vf.i ^Jtatien und die dßerreichifyhen Staaten , vnsbefondere tf^ien^ zu mefy rerer Aufklärwng einiger rechtUel^en und potdtifchen Fer- hältnijfe. 1797.'' — Minder ausfährlica^ zeigt der Vf- II) das theoretifche und hütfswijjfenfchäfttiche Intereffe, welches fich am meiften bey dem deutfchen Staats^ und Lehnrechte, gewifiermafsen auch bey der Dogmen- gefchichte unfercs Cirilrechts äufsert. Manches Rechtsinftitut kam aus Italien nach Üeutfchland , und eben fo umgekehrt; manches hat fich gemeinfchaft- Kch In Deutfchl^nd und Italien unter wecbfelfeitigen Einwirkungen gebildet; mancher Begriff und man- che Vorftellungsart beruhet auf derGemeiufchaftzini- fchen beiden Reichen , oder beziehet fich ^venigßen$ darauf, und manche noch jetzt befteheude Anftalt tft folge tuid Handhabungsmittel diefer Verbindung. Diefes hüifswiffenJchaftUc}ie Intereife des italieni- fchen Staatsrechts wird fortdauern , die cisaipinifche Republik «ag beftehen oder nicht« Daher ift es auch kein Widerfpruch, wenn der Vf. auf der einen Seite zur Bearbeitung des italienifchen Staatsrechts auf- muntert, und fich felbft für daßelbe *fo fehr interef-^ firt; und doch in der fo eben ens^^ähpten $chrif^ über Italien, den Rath giebt, die publiciftifche Ver- bindung zwifchcn diefem Laude und dem deutfchen Reiche , bey Gelegenheit und auf VeraiilalTung der gegenwärtigen politifchen Loge der Dinge, in dem beVorftehenden Frieden gänzlich aufzugeben. ' Wird aber das pra^^i/r/t^ Intereffe, nach gefchlof* fenem Frieden nicht vielleicht gänzlich vcrfchwin- deri, oder doch fehr vermindert werden? — Gefetzt auch,' dies wäre der Fall , fo hätten doch die Be* inühungen des Vf. zu keiner gelegeneren Zeit komr men und nicht leicht praktifch brauchbarer feyn kön- nen , als fie gerade jetzt , hey dem bevorfiehenden Fru^ äensgefchäfte , feyn muffen. Nie ift es ja uöthiger, die Lage einer Sache genau zu kennen, als wenn eine Veränderung damit vorgenommen werden foU. Die öfterrcichifchen Gefchäftsmänner haben zwar die heften Hülfsmittel in den Händen, fich über alles die erfoderliche Belehrung -zu verfchaffen; woher wer- den fi^ aber die Gefchäftsmänner der Stände nehmen? Diejenige Partey , welche die Stände in italienifchen Angelegenheiten bisher zu ergreifen pflegten, — fich dasjenige fchlechthin gefallen zu laffen , was das lVien$r Kabinet für gut fand , — war freylich die bequemfte; war es aber auch immer die hefte ? Die Reichsgefetxe laffeu nicht zweifeln, dafs vaSin die Verbindung mit
Italien Jfä| .wichtiÄ aafab / und du« Erhaltung derfel.
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No. j. JANUAR 179«- .
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ben vof! jeher wüiafchte; ob und wiefern fieaberauA xvunfchenswerih ifey, Ift iioch'fehr die Frage, die ge- rade jetzt der forgfiiltiglleu ^^füfung unterworfen werben füllte. Denn gefetzt, lie wäre es nicht; fo wurde uiän der dcü Reichsfriedcn unfehlbar erfchwe- renden Bemühungen, diefelbe fo-viel möglich in ihrem Befiande zu erbalten , überhoben feyn , und durch eine kluge Aafgebung derfelben vielleicht die Erreichung wichtigerer Zwecke» befördern, od^r doch weiiigftens einige negative Vortheile, dadurch erlan- gen können. Wiire fie es aber.inderThat; fo würde man doch wohl zu wiffeii verlangen , wie grofs der Werth desjenigen fey, was auf dem Spiele, flehet ? Jüan würde doch wobl zu berechnen y^ünfchen, wtiB Deutfchland von diefer oder jeuer auf fein Italien Be- zug habenden Friedeusbedingung in der Folge zu hof- ien oder zu fürchten habe, um feine Maafsregdn . darnach nehmen zu können? Würde nicht, unter andern, auch die Frage encRehen: Ob nicht diejtui' gen Länder , welehe Oeßerreich als Entfchädigung für Jeinen VeHrhifi an ,Reickslanden , befonders in Italien be- kommen wird f als Surrogat dem deutfchen Reiche zuge- wandt werden muffen , wenn iße es nicht etwa fchon' find? Mäfste alsdann nicht. das italicuifche Staats- redit, Jelbft nach gefchtojfeneni Irieden 9 fowohl in An- sehung etwa noch übrig gebliebener alten Verhältüiffe, als auch vorzüglich in Rückflchr der furrogirteuj ein rerftärktes Intereffe bekommen ? Erwagt man diefes,fo wird man dem Vf. für feine auf das itaiienifche Staats- recht verwandten Bemühungen Dank rwiffen , wird Aiitheil daran nehmen und w.ünfqhcn, dafs er, puch ^ nach gefchlolTeueai Frieden , in feinen Unterfucliun- gen fortfahren und uns namentlich eine Ausführung über die Frage liefern möge: w'as durch die Friedens-
Hatientfchen Reichs , und über die Verhälthifle zwifchen beiden"; III) Folgen aus diefen Grundbegriffen und ^war fowohl in Rückficht der verfchiedenen y?(tatT- rechtlichen Vtrhältniffe^ ^welche fich theils zwifchen d^n unmittelbaren Reichsangehörigen Italiens und deren Unterthanen , theils zwifchen den iuHenifchea Territorien untereinander, theils zwifchen dem deut-^ fchen und italicnifchen Reiche daraus ergeben; — |iU auch in Rückficht d-er Ahtheilungen* und der Methodfr Avclche bey der wiffenfchaftlichen Behandlung des deutfch- italicnifchen Staatsrechts zum Grunde zu la- gen find. — Diefe letzten zwey Abfchnitte enthalten den Aufrifs zu einem förmlichen 'Lelirgebäude de» deutfch - italienifchen Staatsrechts. Hier nur eini^ Grundzüge : das tongobardifche Köiiigreich bildet noch jetzt einen geograph ifc h e^ Staatsbezirk , . ob man ihn gleich in neueren Landkarten und - Erdbefchrei* bungen vergebens fucht und fogar in den Reichsg«^ fetzen, der Ausdruck : italienifches f oder tongobardi- fches Königreich, aufser Gebrauch gekommen ifL — Befiimmung des ümfwgs und der Grenzen diefes Staats- bezirks : der ganze urfprüngliche Flachengehalt de* alten longobardifchen Rei^jhs , fey noch jetzt 9 als: etr was mutlmafslich Richtiges und . Zutreffendes , zum Grunde zu legen. — Befchaffenheit feiner BeßandtheiU^: Reiclisallodi'en; Reichslehen; deren Gattungen ; ohne Älitwiftoufchaft und Zuftimmüng des Reichs an Aus^ WiU'iige gekommene reich sieh nbare Gebiete. — Ver*- fchu'dme Verhältnijfe der Beßtzer diefer Theile ; Anfprü- che auf Souveränität; Adhärenz, womit die kleine* reu Reichslelien in Italien den gröfscren verwandt zu' feyn pflegen. (Wie fich emreichsritterfchaftUchesGe' biet zu dem gröfsereii Territorium verhalt,) worin es IJegt T) ^ Von einem Grundeigenthume unabhängige Ge-
fchiüfft zwifchen dem d^utfcl^en:und franzößfchen f^taa-' rechtfame diefes ReicliS9 z. B. das kaifcrliche General- tt 9 'i^n den ,wmg;!n de»ifcltefiKiickiVi$rhalti^^ commillarjat iü der Lonibardey; das reichslehnbare
ßch diefelhen auf Italien bezogen 9 geändert worden fey? Poftanit'Zü Venedig und aHe itaiienifche' Reidislehen, Wer erinnert fich nicht' verfchiedener Werke von deren alleiniges Object in einem Rechte bellehet. — einem ähnlichen Gcgenftatnie,' eti welehen der weft*. .V^riitdtnifA tks itatimifcbtn Reichs zu Beuffchland: es phälifche Friede Gelegenheit gab? Der Vf. ilt ja be- ift dem deutfchen Königreiche nicht einverleibt', fon- kannt mit den gedruckten Hülfsmitteln, hat auch das dem als ein Nebenland von diefem zu betrachten ; Glück gehabt, mancher handfchriftlicheÄ Üriundin v heide^ izwajüdijgMch, aber höchft ungleich, verbun- ynd Aqtenflücke habhaft zu werden; 'und was ihm dene Rei<;he beftehcii jedes für fich ; zufammenge- zu einem folchen Werke an Nachrichten noch ab- gehen könnte, das wird dann, wann die Sache auf dem Rdchsfriedens-CongrefTe verhandelt feyn w^rd, . wahrfcheinlich leichter, als bisher, zu erhalten feyn. Das ziemlich allgemein verbreitete Vorurthcil^ «Is fey CS für einen deuUchen Publiciften der Mühe iiicht werih , von dem italicnifchen Staatsrechte No- tiz zu nehmen , veranlafste uns zu diefen vorläufigeii Bemerkungen. Hier nun eine gedrängte-Jnhattsah- zeige für Lefer, in derenFach diefes fo reichhaltige nnd gerade jetzt einer doppelten Aufmerkfamkeit wür- dige Buch einfchlägt*
Diefer erfte Band enthält A) eine Einleitung in Jas itaiienifche Staatsrech, in -folgenden 7 Abfchhit- ten : I) Hißorifch - literarifche Bemerkungen über das Studium des deutfch - italicfiifchen StXiatsrechtsI ' 11)' Qr^ndbegrifffi ub^ ^g Verbindung des deutfchen u/nd
nommcQ' g^ben üe* den BetgrUf des Reichs, in ferner ganzen. Summe , oder <te^ deutfchen Reichs « fofern ^uaii eine nähere Bezeichnung von dem Hauptlande hernimmt. — Oberherrfcliaft über das itaiienifche Reich i fie ifl zwifchen dem Kaifer und den deutfchen Stän- den getheilt; Befchaffeuheit der Vertheilung, theils üi A.bficht des VerHjfltuifles zwifchen dem Kaifer und den deutfchen Stünden, theils in Abficht der deut*-. fichen Stiiude unter einander.; ,9^1^ IfürfifrfVen haben über ihr^Mitßände, in Abficht auf Italien, eingröfses tJebfirgt^wicbt gewonnen." (Auch ein reclrtlickes?) Voi> Italien aus ift diefe Oberherrfchaft durch keiur Standfchaft eIngefcSranktj x,hej der gröfstcn UnunV fchrünktheit der ^eutfchen Oberhej'rfAaft geniefst aber dennoch das itaiienifche Reich, iin Ganzen, der grofsten Freyhcit, und es zeigt fich hier einBeyfpiel, 4afs die Coloaie freyex ift, als das Muttt;i?land. (?) .— Jß 2 GtfGtze.
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A. £; Zf. JANUAR I798-*
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Gefeu<?. Gefeugetiende* GeWalf. Lehcnbaiid. ' Ho- maj^ialverhärtiiif5., (üeb^r diefe Geg;enftäade ver- fpricht der Vf. befondere Abhandlung-en zu lijeferu.) A\& Folgen diefer Priacipieh bieten Cch nachüeheade Verhältniffe im itallenifchen Staatsri^thte dar': i) dos Verhältuifs zwifcheu den luimittelbaren Reichsünge'. hörigen Italiens und deren UnterlJiaiien ; 2) zwifchen den Territorien unter einander; 3) zwifchen dem deatfcben und italienifchen Königreiche, fo fem man beide als für lieh beftehende Staaten Betrachtet« Da^ erjle gründet fich auf die Verfaffung der einzelnen Länder« jedoch mit Unterordnung unter das zweyte* Qnd dritte Verhältqifs , welches letztere die beiden rorigeu beherrfchfc« (Gemeines und befonderes italie^ nifches Territoriai' Staatsrecht.) Der Ausdruck: fu^ perioritoi territorialis i obgleich Staatsacten und Frie- dönsfchlüiTe das' erfte Verhältuifs damit bezeichnen, ift, de^ Sache nicht angemcffen , wenigftens, nicht in dem Sinne« der diefem Ausdrucke im deutfchen Reichs- und Territorial- Staatsrechte eigen ift. — Das zweyte Verhältnifs beruhet auf der Verbindung der einzelnen Territorien zu einem einziehen unter einem gemein* fchaftlichen Oberhaupte ftehenden Staate. (JtaUeni' fches Reichs ftaatsrechu) Hierin komjnt Deutfchland als Überherr, und das Italienifche Reich als InbegriiF unterwürfiger Territorien in Betracht, fo dafs in die* fer Rückficht Deutfchland «ncil^ali^ den italienifchen Staat bilden; in andefcr Rückficht aber, fafern häm- lieh Deutfchlatid ab Hauptftaat , und Italien als ein für fich beftehcuder Nebenftaat betrachtet wird, das * gefammte deutfche Reich ausmachen. — Das ^tte Verbtrltnifs zwifchen dem deutfchen und italienifclien Königreiche,^ als für fich begehender Staaten, bildet ein miackbarfchaftliches Staatsrecht, in mehr als einer Hinficht. Hieraus ziehet der Vf. die richtigeScblufs* folge: dafs wenn »och ein tieutfches auswärtigi$
Staatsrecht, unter wdchetn Titel Mofer ein bekaun-^ t^a Werk geliefert hat, an fich denkbar wäre, das It|(lienifclie doch nicht jiahin gerechnet werden könn^ te. Ob es aber , wie der Vf. glaubt , das wahre Ver- hiiltuifs zwiCchen dem deoticbeu und italienifchen Staatsrechte crfodere, in der wiffenfchaftlicheu Be- haudluag Jenes neben diefem, womöglich, allentfaal- b&ii in Parallel fortlaufen zu laden, darüber möchten wohl viele Methodiften mit dem Vf. nicht einverllan- jden feyn; ob fich gleichr diefe Idee zu einer hiilo- fifch - politifchen Vergleich ung der ila;^tsrechtlichen Verhältniffe im deutfchen und italienifchen Reiche auf eine lehrreiche Weife benutzen IJefse.' Uebrigens ta- delt der Vf. das Verfahren derjenigen mit Recht, wel- che einzelne Kapitel des italienifchen Staatsrechts, mit und neben dem deutfchen abhandelten, aber nicht in diefer Manier durch das Ganze fortfuhren, fon- dern noch einige andere Kapitel in einen Auhang zum deutfcheo Staatsrechte brachten. —
(Der Bcfcklufr folgt,)
Von folgenden Bächern find Fortfetzungeu erfchienen >
' ErsEi^ACH u. Halle, b.x Gebauer: Der Geifltiche oder Retigionstehrer f das ift, campendiöfe Bibtio* ttuik altes Wijfensw^digen über Retigibn und popu^ tare Theologie. 4 — iites Heft. 1795— 1798« 8- (jedes Heft 6 gr.) (S. d. Rcc. A. L. Z. 1799^ No. 320. 1795- Noi 168O Altenburg, d. Richter: Sammlung 4itei7%er akad^' mifcher Schriften über G^fnßäffie der gerichtlichen ^rzney gelahrtheit und midicinijcken Kechtsgetehf^ Jamikeit aus verfchiednen Sprachen überfetzt uiid herausgegeben voii D. F. -/f. Waitz. 1 B» 4 St^ 1795. 10 Bog. 2B. iSt. 10 Bog. 2St.1706.8B09. 9» (S. d. JRec« ▲• L. Z. I7P5« N^. 16 u. iC 141^
^lammmt^^mmm^'^mm^timmm^ttmi^mmämm
«IE INE SCHRIFTEN.
TräjaiicA'ft ScRKirtAfF. Hfiidens Ihkft ämrch eine AforhereHete Aufklärung und iureh die (rafche) Verhrehu»g neuer und ungewökntkker Meinungen unter den verfchledenen y^lksctaffen mehr gefckadei als genützt werde; eine Rede, in €er kurf. Ritterakad'emie zu JDresdeix — • gahahen T0n K. Heinr^ %^udw, PöüZt Prof. d. Moral u. Gefch. 1797. 1 Bog. g. In Ge* genwart des Re^eiiten und angefehener MSicärperrohen war es ohne Zweifel ÄM^eckmJKii?, einige Fehler, deren manche »or- irc6/ü:ik0 Aufklärer fich fchuldig machen , kure in Erinnerung «II bringen« in wiefern fie die Aufklarung felbft nicht tfeffeti. Aufser der nathigen Vorbereitung 9nr Aufklärung ^ welche in einer durchaus auiP Nachdenken und Befonneiiheit hinarbeiten- den EreUhung gegeben werden foll g hatte wohl auch die Kor- hereitung fkrErwachfeiie berührt werden Collen, die auf eütBr fol- chen Verwaltung der Gefetze und Polizeyanftalten beruhe, durch welche die Nation auch durch andere Mittel , iHs Befehle und Strafen « Ton bürgerlich fohädl^boi X»aIUra und Yoriirdi^Uea
abgew5bntund durch Gefechten Schütz uild Aufmuiteruirg* de* Induftrie in einen Wohlftand, währeftd dcflen die be^Teror^a- niHrten Kopfe aus allen Claflen aum reiferen Nachdenken über alles Nützliche "^nd Gate imiiier gerne einige Stunden gewin- nen, erhoben werden kann. Bev manchen Stellen der Rede, fiel dem Rec. eine Stelle ZcrKeiwer/hn Schulfreund (XIY, Bändcht S.60) wieder bey : „es ift nicht gut* Ton mfehr als einer Auf-. ,,kltrung au fprechen. «Eä giebt weder eine wahre ». noch eiac. ^Jaljcke. Eine fsdfche ift keine; alfo ift auch das Beywort wahr. «»müfsig. Eine /cliad/fV^e Aufklarung ift gleichfalls ein- Unding. .^Aufklärung ift immer gut ; fo wie der Aufgeklarte auch gut. ,,ift, Ift er das letzte nicht, fo ift er auch nicht das erfte. S. Joh. 8> 12. 32. Man kann bey diefer delicaten Sache nichK allzu genau feyn, um nicht den Haftern der AufkläningBIoCscm zu geben und in ihr unbeftimmcea Gefchwätz darüber emzu- i^ftimmen.^' Dafs drefes der Redner nicht zh t]|uo ki Sino lutC» ^^weifi^t B.^ U^ UP.4 V^ H^^^
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■RECHTSGELABKTBEIT.
GöTTijiOEir, b. Dieterich: Bef/irage ' smim BMchs* ' ßaatsnchte Weif eher Nation t ron Dr. ^. J. L. Seidmfldcker, tte»
(BefchUfrder im vorigen Stiiek ahgehroctumen A«ce«)io«.|
Der IV. AbfchnUl tnthält Beyf piek von Hintat^eitunr gen des itaiienifchen SfaatsreiAts bey einzelnen Ge- tegenheittn^ ia fo fern fie. fich in dem geringen An<^ tbeile zeigten , welchen die deutfchen Publi^iften an den wichtigften Ereigniflen in dem italiepifchep Rei- che genommen haben. — Ungeachtet hier (c}ipn ei- ne ziertiliche Anzahl von Belegen geliefert ift, wel- che die Klage über die gar grofse Vern^chläfsigung des itaiienifchen Staatsrecht« hinlänglich rechtferti- get; fo liefse fich doch diefes Regifter yon Unter- lalTungsfünden der Publiclften noch fehr vermehren. (Man vergleiche z. B. Fabers Staatskanz^Uey , Th. <J, Kap^ 9, S. 554- ff- Tb. 13, Kap.i6» S.544. ff. Tb. 42, Kap. 12 , S. 7350 — Im V. Abfchnitte findet man Vor- fctüäge , was zunächß tut tefferen Bearbeitvmg des itß- Uenijcben Staatsrechts gefchehen muffe, i) Abfaffang einer möglichft voUftandigen Literatur des italieni- fchen Staatsrechts. In dem vorliegenden Werke trifft mau allenthalben auf Spuren, dafs der Vf. zu diefem Behuf wenigljens fcbon viele Materialien geftmmelt haben mufs, deren Verai*beitung ihm das Publicum gewifs Dank wiffen würde. In Ruckficht der ..mog- liehen Volifiändigkeit** und feiner, eigenen davon ge- machten Befchreibung, geben 'wir jedoch zu erwä- gen , dafs freylich fchr viele Kapitel , welche in einer Literatur des deutfchen Staatsrechts, im engeren Sin- ne , nicht fehlen kguncn , wegen der zwifchen Italien . und Deatfchland beftehenden fraatsreditlichen Ge- njeinfchaft, auch zur Literatur des itaiienifchen Staats- rechts gehöre^ z.B. die Schriften,. die das deutfche Staatsrecht im Ganzen betreffen, die einzelnen Ab- drücke , Sammlungen und Erläuterungen der Reichs- grundgefetze , die Bücher ♦ wcrinn darauf Bezug hti- bende öffentliche Verhandlung:en , desgleichen auch andere Urkunden^ und Staatsfchrifteii etc. gefammelt find, u. a. m. Da fich aber Deutfchland ^nd Italien wie Hauptftaat und Nebenftaat zu einander verhalten, folglich das italienifche Staatsrecht die Bekanntfchäft mit dem Deutfchen vorausfefizt , dem die fchätzbare . Patterifche Literatur , uebft Klüber's Ergänzungen und ^Fortfetzungj. gewidmet ift: fo möchte es nicht fo- ^ wohl auf eine in fich Jetbfl möglichft vollftändige Li- teratur dcÄ itaiienifchen Staatsrechts , aU vi^lmishff Jn L. Z. J7P8. JEryfer JBofti).
u
ftttf diA blofse JusfüUmng einer freytic^ ntefit nnhm^ trächtlichen Lücke , mithin darauf hau^lfdchUch Jin^^ zulegen feyn , dafs näcUft der allgemeinen Culturge- fchichte diefes Fachs , nur nber die den italiej^ifchea. Staat^verhältniffea zunächft und ausfchliefsUch , x)der doch vorzüglich gewidmeten Schriften, SpecM- Re^ vue gehalten , in Rückficht der übrigen aber «nf dit. hier als herr&hend eingreifende Literatur desSti^a^s- rechts vom llauptbnde , mit etwanSge^i Ergänzungen und Berichtigungen derfelben , v^wiefen , und blofs auf den befonderen Werth , den ein und anderes da-* rinn bloft «ufgefahrtes oder auch näher kenntlich ge- machtei Werk, in Beziehung anf ^s ttaUeniJchä Staatsrecht hat, Aufmerkfamkeit erregt würde. -^ 2) Vorbereitung der gedruckten ((lieUen und Uütfsmit^ tet zum leichteren und heqmemertn Gebrauche. Der Vf» wün&ht, dafs fich ein zweyter Mofer der Verferti»
Sng eines Real - Repertorii unterziehen und die vott* ndenen Materialien« nachdem ObjeetCf znfamnvenftel- len möge« — .3) Bekanntmachung der noch in Menge vorhandenen ungedruckten iSilfsmittet. Zu der Ausführung des von dem Vf. gezeichneten Plans za, einer Entdeckungsreife ^ gehört faft mehr noch , aU der Enthufiaamus einet Colon ^ oder Howard. Di« Archive der itaiienifchen Reichsangehörigen; die Reichsarchive zu Mainz, Regensburg undWien^ die . Regiftraturen des Reichshofraths, der Reichsvicariats» . Hofgerichte, der kaiferlichen Pienipotenz und des Reichsfiscalats in Italien ; das Archiv des itaiienifchen Erzkanzlers , gewiffermafsen auch die reichskammer» gerichtliche Leferey und das öfterreiche Haus- Ar* • chiv, find allerdings mehr oder minder reichhaltige Magaziue ocjler Materialien zur inneren Ausbauung des Von dem Vf. errichteten Gebäud'es: aber wo ift der Mann, der die Zeit, uqd was noch mehr fagen will , der die Geduld hatte, nicht biofs an einem oder dem andern , fondern an allen diefen Orten , voraus- gefertt f dafs ihm nirgends der Zugang verfperrt wür- de, dasjenige zu thun, .was fich zu diefem Behuf thun liefse? Doch der Vf. meynte auch ivobl nicht im Ernft, diefen Reifepla» einem einzelnen Manne anzuempfehlen; er wollte wahrfeheinllch nur auf die- fe Acten - Niederlagen ciufxnerkfam machen , um die* jenigen , welche zu einer oder d^r andern Zutritt ha- ben , oder erlangen können , zu veranlaiTen , ein ih* ren Umftänden angemefTenes Contingent zur Cultur des itaiienifchen Staatsrechts zu ftelleu. Zu defto meh- rerer Aufmunterung hierza dienet der VI. und VIL Abfchnitt, worjnn der Vf. das vtelfeitige Intereße ei* ner befferen Bearbeitung dieferDoetrin umftändlich und überzeugend «iis^ioMder fistzt ^ nehref e Begfpiete vom C IntftH*
j.«...
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ALLG. LJfTERATU-R-ZDEITüNG
Jrrthümem und Hijsgriffen ^ wozu 'He Unkunie dtffeU h^ v^Uitete^ beybriagc^ und e^ befo^dürs djßn Pu- • b^iciften zu ^ien gewiirerm^fsen tu eiaer Ehreafacbe macht, die von den Reichshofräthen Gerzweiler^ v. Jindter und v. Senkenberg eingefchlagene Bahn weiter zu verfolgen.
B. Der zweyte Beftandtbeil diefer Beyträge ift «in cJtronotogifcMS VerzeUbmijs von reUksgerichilkhem* Bef Muffen und Gutachten in italienifchen Sachen. Durch diefe uberaos -mühiaine Zofamnienftellaisg, fchon ge-^' drocktev reichshofräthlicheii Befchlüfle Und Gutech-^ ten in Italienifchen Sachen , welche der Vf. denRubfi- kern nackt mit jedesmaliger Vefweifang aof das JSuch, wo das Weitere nachzolefen ift, mit Beobachtung' der Zeitfolg« regiftrirt, und zu diefem Behuf e 27 namhaft gemachte, aus mehr als vierthalb hundert Bänden beftehende, Werke durchgefehen hat, ift die Benotzong der Hulfsmittel , zum Beften der WiSku^ fchaft fchon fehr erleichtert worden« Zugleich entdeckt fich bey ddm Durchgehen diefes Repertoriums , in welchen Sachen die Oberherrfchaft des deotfchet» Reichs im italienifchen Königreiche noch jetzt inThä-> tigkeit rft , welches fich jedoch noch beAer uberfe- ' hen laflen würde, wen» es dem^ Vf. gefölHg gewefen- w^äre, die- in feinem' aus 723'Nttu^em beftehendeti^ Verzeichnifle beobachtete chronologifche Folge, ei-*"^ ner Abfonderung' nach Verfchiedenhelt .der Objecte onterznordnenv Dankenswerth ift indeiTen fclion die Genauigkeit und Vollftändigkeit , deren er fich* Jiier '- b'efltiTen hatd- In Räckficht der letzteren, wüüsten wir- ntar folgende Schrifted nachzuweifen . woraus es hät- te bereichert werden können^ Franc. Irenici cotteg.' jur. pubU ; — H. C. de Senkenberg tretet, de imp. ^emu jure ac pojfejf. in Genua Liguftica. — Expoßtio ra- iionum pro Keg. Cetfit. Petri Leopotdi^ M, Duc, He- truriae^ ut aboleatur refolutio de 1787, concemens eo, •quae aliena funt ab auctoritate confilii auUci. Floren- tiiae, I7B8* 4- Auch-iflf feit Erfcheinung drefer Hey- träge noch einiges ," z. B. in v- Berg Magazin abge- druckt, was dem Vf. nicht entgangen feyn wird.
' C. Die dritte und letzte Abhandlung diefes erßen Bandes, von dem Nutzen 9 welchen ein deutfcher Kaifer aus dem Confottdationsrechte, in Abficht der italieni- • Jdhen Reichslehen, für fein Haus zu ziehen pflegt ^ trägt Vieles zu näherer Kenntnifs des öfterreichifcheu Sy- fiems in Italien bey. Unter andern enthält fie auch zureichende Data , aus welchen fich ein Ueberfchlag machen läfst , wie hoch fich , bey dem währfcheiu- liehen Verlufte von Reichslandeu in Italien , der Ver- bind des Kaifers , als Kaifers , belaufen werde , wenn man annimmt, dafs er ein Prinz des öfterreichifchen Haufes ift. Freylich find die Nutzungen, die ein Kaifer, als folcher, von Italien beziehet, bey wei- tem nicht mehr von dem Belange, w4e ehedem; in- de'flen liefert diefe Abhandlung einön einleuchtenden ""'•weis, dafs die deutfcheKaiferwürde, auch in neue- Zeiten, vorzüglich wegen Italien, ungeachtet ►n in der kaiferlichen Kan^ielley- Titulatur nicht il Erwähnung gefchiehet , doch weit eiuträgli- Kvar , qJs von vielen i^e^laubt wurde. - Am ergie*> •
higften war'die Lehenherrlichkeit, die man hier ganz amler^alS'inrDei|tfehliind -z^ »uiseiv^ufste. — Mit Sadik^ntnifsr, Wilirheitsliebe und anftacdiger Frey«. müthigkeitJchildert der Vf. die Art und Weife , wie man dabcy zn W^erke gehet, und betegt feine Aeufse« zu9gen.{^lenthalbeq mit erläuternden Beyfpielen, die derjenige, dien folgende Stelle intereflirt, nicht un- ^cMotk laffea wird» -y»Stirbt eine -Familie ava^ft et- was zu confisciren , oder ereignet fich auf irgend ei- ne andere' Art ein ConföUdalions- Fäll, fb wird nicht an die Dürftigkeit des deutfchen Reichs , und an den gutgemeynten Plan der Reichsgefetze., den kahlen Eomlfchen Adler von. neuem zu befiedern, gedacht, j&in folcher Gedanke wird höchftens der W^ahlcapitu- lation , oder einem brandenburg^ifchen Vx)tum auf dem Reichstage', oder auf eiuum Wahltage* überlaffen. Das kaiferliche Haus weifs einen vortheilhafteren Weg f»r fitb einzttfehlagen. Esläfstfieh, bald mit Ein- fiimmung, bald tnit Widerspruch, bald auch ohne Befragen des Reichs , .mit dem, was eröfiiiet wird, belehnen. SY^^het etwas erft noch auf den Heimfall, fq werden febon Anwärtfchaften von ihm gefucht. Es^fistzt fich auch -Wohl , ohne nur eine Belehnung zu nehmen, unmittelbar in denBefitz, und giebt fich das Anfehen, als wöUe es, nach der' Vorfchriftf der VTahlcapitulätion , eine Befitzung nicht wieder ver- leihen , fondern zum deutfchen Reiche fchlagen, rückt fich aber felbft fogleich in die Stelle des deut- fchen Reichs. V?ird einmal ein Fremder belehnet, fo mufs er -die Belehnung bald theurer , bald wohl- feil^ bezahlen , oder er bekommt fie als eine Beloh- nung für feine Verdienfte um das kaiferliche Haus. Die Erlafliing der Confiscatiön wird dem Straffälli- gen, und das Succefiionsrecht den unfchuldigen Stammsvettern als eine Gnade verkauft, und die Kauf- oder Vergleichsgelder werden der kaiferlichen Kam- mer berechnet. In allen Fällen ift dds Refultat , dafs das kaiferliche Haus Geld oder Land gewinnt." ' Mit gänzlicher Uebergehung der zahlreichen Belege^ wel- che der Vf. mit hiftorifch-diploinatifcher Treue und Genauigkeit beybringt, wollen wir nur noch die von ihm bemerklich gemachten Mafsregeln in gedrängter Kürze erwähnen , deren man fich zu bedienen pfleg- te, um diefe Quelle für fich defto ergiebiger zu~ma- cben. Aufser dem . dafs man dem deutfchen Reiche allen Mitgenufs an aerfelben verweigerte , es fo viel möglich von aller Mitwirkung, bey - Wiederverlei- hung oder Einziehung italfenifcher Lehen , ja fogar von der Mitwiflenfchaft in den dahin gehörigen An- gelegenheiten auszufchliefsen fuchte, trachtete mau auch die Rechte der Agnaten in Italien viel weiter zuröckzufetzen , ' als es in Deutfchland -gefchehen darf% Eben dahin gieng der Zweck mancher feiner berechneten und entfernter wirkenden Verhaltungs- regel, z.B. dafs man alle Verbindungen und Verhält* niffe der italienifchen Reichslehen zu verhüten fuch- te, wodurch das Confolidations - Recht weiter hin- ausgefetzt oder befchränkt werden konnte; dafs man alle Verfehen und Vergehungen der Italienifchen Va« faHen , fo viel- als möglich , iü Lehnsfehlerü machte^
mit Befitt*rgT^Jf"ög und Sequeftriirfon , wo es nur immer den Anfchem zu einem Lehnserwerbe für den Fiscus -hatte , gleich bey der Hand war; daf» mita fich bemühete » die Feudalität der itälienifchen Reichslehen , der Regel nach , aufrecht zu erhalten» &e zu erweitern, und gegen die AUodialität zu begän* ftigen ; zu welchem Ende man Exemtionen zu verhü- ten, Reunionen und Rediutegrationen zu vcrfuchen, die Lehen bey dem Debitwefen der Vafallen mög- Kcbft zu fcbonen, den Satz, als.fey im Zweifel nicht för die AUodialität, fondern viehnebr für die Lehn- Barkeit zu 'vermuthen , geltenden machen» Allo- dien in Leben zu verwandeln , und das Princip auf- zuftellen fuchte, dafs bey Belehnunc^en , ez iiova gra* iia^ das gemeine Lehnrecht zur Kichtlchnur ange-* nommen werden müfle. So fehrman aber auf der ei- nen Seite dieLehnbarkeit zu erhalten und auszubrei- ten ftrebte; fo zeigt fich doch . auf der andern , dafs man eben diefe Lehnbarkeit, fobald es dem kaiferll* riien Haufe zum Vprtheile* gereichte, eben fo fehr Ternachläiugte , welches vorzuglich* alsdann der Fall n^rar , wann fich en^veder folche L^hen fch'on in deo- Händen diefes Jlauies befai|den , oder wenn man den levorftehenden Confolid^tious - Fa)j> «weg^n anderer, dem kaiferllchen luterelfe wichtigerer, Rückfichten, nicht in Betrachtung zog. So wurde von Seiten der Kaifer, den Grofsherzogea von Toscana nicht ei^^imal Zttgemuth^t, die Belehnung wegen ihrer Reichslehen zu nehmen ; wie denn Jofeph IL » als der Rei.chshof- rath einen gutachtlic]ien Antrag darauf machte, .die, ia anderem Betracht , nicht unebene Antwort darauf gab: ,,mein Bruder wird in Nehmung der Lehen der erfie nicht feyn; gehen aber andere Stände voran, fo wird er auch der letzte nicht feyn." So werden «uch manche der Reich slehnbarkeit nicKt yortbeil-'' hafte Veräufserungen an Mächtigere geftattet, fobald nur der Mächtigere entweder ein Prinz des öfterrei- chlfchen Haufes war, oder die Geftattung des Er- werbs , als ein Abfindungsmittel zwifchen Oeflerreich und dem neuen Erwerber benutzt werden konnte; anderer von dem Vf. mit urkundlichen Belegen jedes- nldVbeftärkton Wahrnehmungen über die Benutzungs- art de$ italienifchen ReKchslchnsnexus zu gefchwei- gen. Anftatt einer ausführlicheren Anzeige, diefer und anderer , obgleich wenig in Umlauf gekommer
* nen , und noch gar nicht unter einen Gefichtspunkt zufammengeftellten Bemerkungen, befcbliefsen wir diefe Anzeige mit einer Stelle die(er trefflichen Ab- handlung, die ein vorzügliches IntcreiTe hat, und keines Auszugs fiihig ift: „alle die Stellen der Wahl- cäpitulation , heifst es , S. 38o. ♦ wodurch das Reich fich feine Lehnherrlichkeit in Italien hat fiebern wol- len, werden nur zur Hälfte, Qtfofernße nämlich der
, Kaifer nidtt -gegen fich felbfl und fein Haus anwenden
Jolt^ ihres Zwecks nicht Verfehlen. Und zwar ift das hier ziemlich eben fo viel , als würden fie ihres , Zwecks ganz und fgar verfehlen. Denn nur zur Auf- rechthaltung der Reichslehnrechte^ gegen das ößer*
reickifdhg Huus , bedurfte es einer befonderen Em- pfehlung ond Einfchärfung iu der Wahlcapitulatioo,
'No. 3* JANUAR lyggv
ist
Gegen alle übrigen Eingrifft , ron dittät Seite , &9 Reich zu fchützen, bringt fchon das eigene Interefle des öfterreichifchen Haufes mit fich ; und feMift die- neuefte Erfahrung fcheinet zu lehren» dafs in diefer" Rückficht eher etw^s zu viel , als zn wenig gefche- he. — Wo es aber dem Haus- Intereffe des Kaifers gemäfser ift, den Lehnsnexus zwifchen Deutfchlwid' und Italien fortzufetzen ^ hls>ihn aufzuheben; damufs ihm eine Aufmunterung zur Erhaltung diefes Bandes, vqn Seiten der deutfchen Stande, eher angenehm als unangenehm feyn. Die ihn aufmuntern, habeh es fich dann felbft beyzumeflen , wann fie in die italie« nifchen Händel* des Kaifers hineingezogen werden« damit diefer feifie ihm durch die Wahlcapitulationh auferlegte Pflicht erfülle, und dasjenige erhalte , wai doch am Ende nur dem kaiferlicben Haufe -zu Qute'. kommt*
Männern» welche fich für das italienifche Staats^ riecht interefilren, werden auch die, in Girtanner^s po-- Ij-tifchen Annalen einzeln abgedruckten Abhandlun- gen des Vf. diefer Beyträge , nicht entgangen feyn ; liämlich i) Ueber die italienifchen Lehns - UefignapiQ", neu ; a) Ueher den fardinifchen ReichsUhnsnexus ; 3) Ueher die Verpflichtung der italienifchen KeichsvafaUen an den Laßen des Räckskriegs Theit zu nehmen ^ wel- chen wir , . in einer baldigen Fortfetzung diefer in- haltsreichen und nützlichen Beyträge ihren noch fchicklicheren Platz wünfchen. Das Schickfal des deutfchen Italiens fey auch Avelches es wolle; fo ge- winnt die Wiflenfchaft durch die Bemühungen des Vf. , dem der BeyfaU derjenigen , die für die Cultur eines zwar noch ungngebaueten , aber gewifs nicht undankbaren Bodens» Sinn oder Beruf ha^en j gcwiis' nicht entliehen. wir (L
GESCHICHTE.
Paris,, b. Quillau: Otigines Ga/idoifes, Celles des\ plus anciens peuptes de VEurope , puifees dans teur vraie fource : ou, recherches für la langue ^ Torigi'- ne et tes antimii^'s des Celto - Bretons derUnnorique^- pöur ftntvir a Vhlfloire ancienne et moderne de ce ^tple^ et d Celle des Fran^oisi Par le citoyen La Tour d^Auvergne — Corret^ Capitafne d'Infante- rie. An-Yme de la r^pubyque. 340*8; $•
Die Etymologifirfucht mufs anfttckend feyn. Nach
fo. vielen feiner Vorgänger kommt nun wieder einer
aus Nieder - Bretagne , welcher bey weitem den
gröfsten Theil der Europ. und Afiat. Völker in Gou-
tributipu fetzt, und fie nöthigt, die Kelten als ihre ge-'
"-nieinfchaftlichen Stammvater zu erkennen. Dafs cr^
die Bewohner feines Vaterlands für Kelten haltt ift
fehr-natürlich und wahr; alles Dankes wcrth, dafs er
uns mit einigen Eigenheiten diefer Ueberbleibfel be^
kfiunt macht: fie tragen npch diq alten FIudd;erhofen
Xbragou)^ verheirath^n fich nicht mit Fremden', ha-*
ben dickere Schädel als andere Menfchenkinder- Noch
intereflanter find andere Nachrichten dem Gefchicht-
forfcher, und würden es noch mehr feyn, wennbeflere
C ji Kennt«
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A..L»,Z. . JANVAR 1790.
x* •
IS^eontaiiTe und tnmdere Rflchtj^keit ftreng« Uater- i^cbuQg erlaubt hätten. Dabin- gehört die fius eig- ^er Erfohru^g gemachte' liemerkuog ,^ ü^fs jdie Spra- che der Biscßyer radical von 4er feiqigen verfchie- 4en fey ; der Arragqnier hingegen an deq Ufern des £bro .QO,c^ viele auffaUeode .^ehnlicbkehen iu^Spra- j(^he k pittea' ynd Kleidung m;t A^m Bewohner voq Bretagne dem Beobachter ^^vhittß. Der Vf. fiund nach feiner Verficherung als Officier .bey der Pyrenäen-r Armee , uiid ;ivurjde ^ aujf . der Rückkehr zur See von 4en )£pgländern gefangen. D^aidurcit^ ei^tftehten denn wie.der eipige gute Vergleicbungeu über die aulFallen«»^ Aß Aehxilt^bkeit der Sprache yon Wales und I^iieder«' Qret^gne. . -
Aber fdles dies wird Klejfiig&eit gegen die von de)n Vf. gfni3cl{ten Entdeckupgen .ganz andereir Art^ Nach ihm find unwiderfprechlich die Maflageten9^ Sjcy^hei) , Slave^ \ Deutfche etc. nichts als 2^weig« Afij Keltifcfaen ^utterf ui^d er beweift feinen Satz dj^rch Ableitungen, gegen die fich £chlechtetdtng5 nichts einwenden läftt , wie es unfere Lefer gewifs i\}& etlichen Beyfpielen einleuthtiönd finden werden^ P^e Maflageten hatten den Namen yon ihrem Ger wehre der Keule , die Utnbrler in Italien bedicnt^i) fiich der nämjichen Waffen , die Bewohner von Nie- d^jT- Bretagne Jceniien bjcynahe keine andern als die l^eul^e. Alfo ifts erwielfen , MalTageten und Umbrier fip4 Tpheile der Igelten. S. 36. Die Spar taoer hatten ei^eti difrkern Hirnfchödel als pndere Qriechep , weil fie fich^lt den jCeltio - Scythen veripifchten. S. 102. t)ie Gpthen find natürlich jauch Kelten , denn in ae% Vf. Landesfprache heifsf CMz die Alten. Dabey citirf e;r 4en St^^bo^ denn Gete^ und Gothen gelten ihm elei^hviel. S.^196. DieiSacae hinter dem Kaspifche^ Meere h.abeQ unftreitig ihren Namen vom Bretann. Sack (Sagum) ; folglich die Saxen von Sag 'Johns (Sa- carnm filii). S. ibS- Die Däiien erhielten nach ihrer Reihe ebenfalls die Ehre Keltifcher Ableitung: Den dn Mann, Mwch ein Pferd; alfo ein Mann zu Pferd; Pferde giebt e$ ja in Dänemark. Es verficht fich, dafs die Mafkomammen Männer zu Pfer4 » und Jtf arft- graf eiaen General der Cavallerie bedeuten. Unfer i»ralt«: Stasunvater Tlmseon hätte fichs w.ohl.in^ fei-p
nem Leben nicht v^rmiithet. dafs feine grnndrichtU
Se Ableitung von Tithea der Göttin mit den grofsen ruften herkomme; fo wenig als es irgend einem Gefchichtskundigen einfallen wird , dafs der kleine Flufs Allio in der Nähe von Rom durch Hu. Lß T. um die Ehre gebracht werden foUe, der berühmten Niedetla* gen der Romer durch die Gallier den -Namen gege* ^en zu haben. Hier erfahren wir , dafs AUienßs dus aus dem Bretann. von AUiens ein Fremder muffe ab^ geleitet werden. — Es wäre wohl der Mühe werth» noch Proben anzuführen , wie fchön der Vf. die al- ten Claffi.ker citiren kann , denn er macht.wider die. Qewohnbeit feiner Laudesleute Noten 'unter den Text; bin und wieder auch Noten ohne Text ; oder- jdie Deutfchen durch ihn zu belehren , dafs viele KeU iifche Getänge in einem £r/i/Wif» Gedichte Namens £i(*^ 4a enthalten find; oder Proben von dem fchönen La-^ tein zu geben , das pr zuweilen in feinen Vortrag als^ koftbareBlubien aus eigner Hand verwebt» z.B. Hu»y garia fic dicta ab Hvnnibfks: ab€r auch d^ Gat^ftkami fian zu vi'cl thun.
Vion folgenden BüAern find Fortfetzungen erfchienen :
Leipbig , b. Crufius : Ueherfetznng und ErUarung 4er gewöhnlichen Epifietn und EvangeUen an altem > bey uns üblichen Sonn^ und Fefttagen, mit Be^ putzung. und Anführung der vorzügUchften altern, • befonders neuern Bibelausleger , ausgearbeitei und mit kurzen aus diefen Abfchnitten hingelei-- ieten praktifqhen Sätzen begleitet von M. Trau- ßott Aug. Seyffarth. 5terHeft. 1795. 398 S. öter Heft. 1796. 300 S. 8- (S. d. Reo. A, L. Z. 1793, Nr, 3^8- ^1796* Nr. 146.)
Presdek , in d. Gcrlachifchen Buchhandl. : Chrifieih thwm, Vernunft und MenfchenwohU eine Zeitfchrift, herausgegeben von ^. G. Lehmann, ater Band. — . Auch unter dem Titel : Die chrißUche Qlaubensleh^ re unteffuchi nach ihrer Vemunftmäfsigkfit un4 , hefeligenden Kraft. sterBand. 1795.. 435 St ft. (Su , 4.Ree. A.LZ* 1794- Nr. 252.)
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KLEINE S C H 1R I f T E N.
'TacRKOi.oois. Haue, i, Dreyfsi; : Die kitiiu Fü/beriunp •der Jnwtifung ^«We, Seide und Leiuewaud »» fmrben, tfebfi (f nur rieht, wie man auf Seide und Leinewand petfarm heu druckt^ go S. R. Der gröfste Theil diefcr kleintix Schrift ift» i^ne da{^ es von 4em Herausgeber bemerkt w^en» tus ian» im Jahre ;758. herausgeJJMMnmeoen » au« dem BaniCche^ überfetZijLen : Neupn Fdxbebueh, oder kurzer Unterriebt, fj^ollc, Sßide undLeineumnd zu färben u. f. w. ausgezogen, und wört* i^Vh.abfi^e^rucit» -^ Am» ü^tigt ««s tn^eroFarbsbüclisrn. mai
aus dem Magdeburgifchen Kocfabucbe« liineugeßgt wordet« Wie man' aus de;n ''Ganzen gewahr, wird ; fo ül das BtichJcin für Hausmü^er beflimmt« und für dicCe find auch die darin befindJicheii Vorfchriften gröfsKcutheils zweckmafsig. ^ — Nut mochten wir düefen IlausmiLttcrn nicht anrathen » eme Kup« r^n zwejr Pmuden |;jdig aq^uftellenll Di^Ce Operatipn crfo» dert gellbttcre Hände, und MeiÜer der K^nfl. Bey der Vor» bereitung di^ Seide tu färben, wicd unter N. 47. alles mMh
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ALLGfeMEINE LITERATUR -ZEITUNG
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(r0rTE5GELi?HRTHEiT; *
t^crpzio, b. Köhler: Sam. Frid. Nath. Mori-^ -« , Juper Hermenevtica Novi Tefiamenti Aöroafes aca* demicae. Editioni aptavit, praefatipne et addi- tamentis infiruxit Henr. CaroU Abt. Eichßädt, PhiloH Doctor et Prof. extrdord. in academia Lipiienfi (jetzt: .Philof. Prof. ord. in acad. Je- nenG ) , Volumen primum. 1797* die Vorrede 68» das übrige 336 S. gr. 8- ^
Aus dem ganzen Nachlafs ron- Vorlefungen des verewigten Morusw^r unfere Erwartung am mei- ften auf diefe Hermeneytifchen gerichtet. Dies war das Fach, wozu er ganz vorzügliche Talente;. Kenne-, niflfe und Beruf, wovon er auch rn feinen trefflichen Abhandlungen über den Unterfchied des Sinnes und der Bedeutung , über Allegorie , und anderen ahnli* eben, .mufterhofte Proben geliefert hatte; und es konnte nicht anders als fehr anziehend für den Lieb- haber des biblifchen Studiums fowohl , als für den VerehlPerfeiner'befonderniBxegetifchen Schriften feyn, die Grundfätze weiter entwickelt zu finden, nach welchen er fich zu einem fp guten Ausleger gebildet hatte. Freylich blieb es noch zweifelhaft, wie weit •r in Vorlefungen; wo man eigentlich Anfänger in ei- ner WifTeufchaft belehren will , und wo man eben fo wohl durch die verfchiednen Fähigkeiten und denGe- fchmack der Zuhörer als durch die Kürze der Zeit befchränkt wird, fich hatte ausbreiten, und wie weit er diefe Grundfätze bis in ihre feinern Theile verfol- gen, oder fich auf philofophifche Entwicklung ,einlaf- fen wollen* Aber hoffen konnte man, doch Etwas dSeferArt zu finden, hauptfachlich, wie weit er und ob mehr durch Lefen guter Schriftileller und dabey angeftellte Beobachtung, oder durch Nachdenken über die Natur der Sprache , er der Ausleger , der er war, geworden fey ; wenigftens mufsite man hier die Qrund- Tatze feiner Auslegungsart mehr beyfammen antreffen, und ihren Zufammenhang überfehen können, als bey feinen Erklärungen befouderer Bücher, oder ihrer Stel- len, wo ile nur einzeln oder zerflreut erfchienen. Dies wird fich hernach zeigen , wenn wir erft etwds über die Geftalt gefagt haben, in der fie der Heraus- geber ans Licht treten läfst.
.So manche Freyheit fleh auch diefer dabey er- laubt hat, die nur der kleinliche , wir möchten fa- gen, buchfläbliche Schüler oder Verehrer des fei. Mo- rus mifsbilligen kann : fo kann man doch bey einem eben fo verständigen als warmen Verehrer deffelben, 4er noch dazu defTen engftes Vertrauen im täglichen
4. Lp Z, 1799. ^ ^ryier Band.
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Umgang mit ihm genofs , mit vollem Rechte die ge^^
wiflenhafteile Treue erwarten. Wie Morus felbft bey feinen Voriefungen nicht immer wörtlich oder Paragraphenweife £rtiey?i*5 Buch feinen Zuhörern vor« erklärte, fondern das Unbedeutendere abfchnitt', und das Zerftfeute auf die fchicklichfte Art in Ordnung und Zufammenhang flellte , um die beffere Ueberficht und die Aufklärung des einen 'durch das andere zu befordern : fo verfährt auch fein würdiger Schüler» Hr. £. mit Wahl und Einficht. Er legte das feinem JLehrer Nachgefchriebnc von zwtfy verfchiednen. Jähe- ren» 1785 und 1791» zum Grunde, hob es daher, wo es am' deutlichften gefagt und erläutert war., aus; hefs .unnöthige Wiederholungen und das , was M.' nur der ' gegeöwärtigen Zuhörer wegen, fo wie dasjenige weg , was er unrichtig oder nicht ge^ nau gefagt hatte, fo weit es , ohne den Zufammen- hang und die Hauptfachen zu ftören, wegbleibenr konnte; fuchte, wo Morus Vortrag fich nicht gleich- zu feyn fehlen^ ihn mehr zu glätten und zu runden; flocht, wo es nöthig war, Emeßi^s commeiitirte Worte,, mit Anzeige der gg. feines B^ichs , gleich einf theilte die Abfchnitte und Paragraphen, def* Deut- lichkeit wegen , in kleinere und beftimmtere Ab- fchnitte und fetzte ihren Hauptinhalt darüber; fei- ner eigenen ZufÜtze ^etti nichv zu gedenken. Hie- durch hat das gegenwärtige Buch'unftreitig zugleich an KArze , an BefUmmtheit , an Deutlichkeit , an Ord- nung und felbft an Gleichheit des Vortrags fehr ge- wonnen , .und Hn. £. lateinifcher Ausdruck ift fo gut , dafs fich Morus nicht fcbämen dürfte eben fo geredet zu haben.
Doch zu Morus Voriefungen felbfl! — * M. b9t, wie gefagt, manches aus der ErneRlfchen Inftitutione^ über die er die Hermenevtik des N.T- vortrug, weg- gelaffeu, oder es wird wenigftens manchen fö fchei- nen, zumal wenn fie bemerken, dafs eiiies der wich- tlgften Kapitel, d^s gaqze zweyte der erften Section des erften Theils , de verborum generibus et vario ufu^ fehle. Aber es fcheint nur fo; denn die darin ent- haltnen Sachen felbft find anderwärts , z. B. bey der Lehre von den Tropen und Emphafen, untergebracht. Bisweilen wird man fie doch lange fuchön muffen, und es würde weiiigftens zur Bequemlichkeit derLe- fer gereicht haben , wenn Hr. £. mit wenig Worten ^ die Weglaffung oben gedachten Abfchnitts, und die Stellen angezeigt hätte, wo diefe übergangncn Sa- chen eingefchaltet fkftl; auch hat er aus dem Eruefti- fcben Buche bald die jj^. des Kapitels, das eben er- läutert wird, 4ind die des weggelafsnen Abfchnitts citirt, welches den Lefer oft verlegen- macht, wo er D das
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ALLG. WT&RATüR.jZErTüNG'
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das citirle fuchen fbll. Dafs Etwas von Belange, was £raefti> gefagi h«tte, üfaergangeni^wäre, eriunern wir uns nirgends bemerkt zu habin.
M. Vorlefungen find wirklich ein fchr fchätzba- rer Commeutar üher £rnefl1*s Lehrbuch; mau mag auf die meifteiis wohlgewählten Be^fpiele feigen« wo-, mit er die Regeln erläutert und gleich fie anzuwen-' den IfiJttrtsL. oder auf die weitere. Ausführung der Sa« chen und Regeln felbft. Jene geben zugleich man- che angeflehme AitffchläiTe '^ber einzelne Stellen, worüber man gerp die- Meynung eines fo guten-Aus^ ](eger^ hörte. Schöne Erläuterungen der Sachen, die Ernefti nach feinem eingafchränkten Zwecke mehr iiur berührt hatte , findet man hier öfters , z B. über Schollen und Scholiaften ,S iii f.» über Glofien und Gloflarien S. ii6 fp» über die Erklärung des Sprach* gebrauchs bey einem Scbriftfteller aus der Zeit und dem Volk, wo er gelebt hat fo wohl« als aus feinem fchriftfteUerifcheh Charakter S. i34f. » über die gram- mntifche Analogie und die Analogie mehrerer Spra^ chen S. 170 f. wo wir nur die. Vorfichtigkeitsregjaln ^ bey deren Gebrauch nicht vollftändig genug und zu we- pig beftim^t angegeben fanden, wie bey dem darauf er- wähnten .Gebrauch des fenfus communis; desgloichen über dieReinigkeit des, griechifchen Ausdrucks, und der fich dem Ausdruck imN.Ti m^r nähernden^Grä* ^ität des Polybius und anderer fpatern Schriftfieller S. 105 f. und 23p f» Häafig ergänzt und verbefiert er auch den Erneiti , wie : bey dem Unterfchied "Äwi- fchen Bedeutung und Sinn der Wörter, bey demPa- rallelifmus der Theile einer Rede, über die Art den Zweck einer Rede und der dabey zti beobachtenden Vorficht, über Synonymen und der^n gegründete^ «oder willkürlichen Unterfchied. u.dgl. Zwiir erwar-* teten wir mehrmal noch mehrere folche Berichtigun- :gen und Zufötze , nicht nur über folche Punkte , die •crß neuerlich mehr in Uuterfuchung gekonunen find^ und wozu M. weniger VeraulafTung in der Zelt fand, wo er diefe Vorlefungen hielt, fondern auch ^4a wo £rnefti*s Buch felbft ihm die Gelegenheit dar^ bot, wie z. B. S. 202- bey der fehr fchwankenden 'und 9ur halb wahren llegel : alsdann iitüiTe mtiu ein Wort * tigsntinch nehitien, wenn eben dafTelbc Wort überall von eben derfelben Sache gebraucht %verde (wonach :a!fo wiedergeboren werden und andre eigenthümliche Tropen des neuen Teftaraents nicht würden unei^ igentllch verftanden werden müfien). Nur feiten icheint M. Ernefti's Meyuutag mifsverftanden oder ihr ohne Grund widerfprochen zu haben. So fagt E. ganz recht: die Wörter hätten ihre J3edeutung iliclK an fich , denn fie wären keine natürliche und Jiothwendige 2>ichen der Sachen , fonderu die Ver- bindung gewiflTer Begriffe mit den Wörtern hänge von dem Belieben der Menfchcn und der Gewohnheit ab, M. beftreitet dies 1) damit, dafs es doch ganz natürli- eTöne für gewifle Sachen gäbe, wie alle Ausrufon« I und den Schall der Sachen nachahmende Wörter yvLOLTQ-rBXO'v^evt) beweifen. Dies find denn aber h nur einige wenige, und nur da, wo die bezetch-' e Sache etwa# Hörl^^ war i and felbft bey diefea
wenigen war der Tön gewiiTermarsenwillkfirlich, wie die* verfchiedne Bezeichaung ebr^ndcFfelbe^ Sachen in.verfchiednen Spcachen beweifet, wo Ueach; oixh eheUf o weh! helas! eben daflelbe ausdrückt, fo wie T\22 • ^^''^o^ve , heüen etc. fehr verfchiedne Töne find, .hey w^khen fich der Hebräer, der Lateiner und der Deiitfche gerade e^en die Sache denkt. 2) Es müfle doch eine Urfache. ikyii » warum man bey Einführung einer Sprache diefe und keine ahdre Benennung ge- braucht habe. Aber diefe ift nicht gerade in der Natur der Sache zu fuchen, fondern in der Natur der Sprach- orgaaö, oft aUch'in'fehr zufälligen Uuiftänden, die tey derErfcheinung der zu benennenden Sache vorkamen» So tadelt er ihn auch S. 251. dafs er die Zeugnifle grie- chifcher Kirchenväter gebraucht wiffen will , die eig- nen Bedeutungen zu finden, welche die Schriftfteller N. T. mit gewtffen Wörtern verbunden haben; denn diefe,. meyntlVL, bewiefen nur, dafs jene-dieA^oftel fo verftanden hätten. Allein nach diefer Erinnerung könnte man ja die Zeugnifie der Qloflatoren und Scholiaften eben fo wenig brauchen , die M/ doch felbft gelten läfst; und ifts dann nicht immer fehr wahrfcheinlich , dafs wenn zumal ein Schüler der Apoftel > wie der hier von E. angeführte Clemens j offenbar auf eine Stelle des N.T. anfpidt, und durch deutlichere Wörter den Sinn d^ dunkeln des N. T^ ausdrückt, er gar wohl ge^vuf»t habe, welche Idee denApofteln bey dem Gebrauch gewi (Ter Wörter vor- fchwehte^ Eben fo fcheint er Ernefti's Erklärung^ der Emphafis: accejjio adfotitam verbi fignificationem^ augendi vim Habens in utramque partem^. nicht gan« auf gefafst zu^ haben , wenn er das letzte in utramque partem überall erklärt : iiel in bonam vel in matam , vet cum laude vel cum vitnperh. Dies ift nur eine befoi>' dere Art der Emphafis, nämlich die, von der E. fagtJ pertinet ad figntjicatinnis gravitatem; aber fie kaoui auch, wie er es ausdrückt, eine hlofse amplitudi' nem fignificationis hervorbringen, die Bedeutung vermehren foUe- (augere)^ und zwar in utramaue par-* tem, d. i. die gewöhnliche Bedeutung entweaer wei- ter ausdehnen oder mehr einfchrnnken^ in welcheo beiden Füllen, noch ein Begriff zu dem fonAigeu hiii- zukoiilmt. tVenn Paulus z.B. Apoftelgefch. 27. fagts heute ifts 14 Tage dafs ihr nichts gegejfefhy nicht» :cu euch genommen habt : fo verfteht. fichs von felbft, dafs er effen und zu fich ne/ww^n- nicht in der gewöhn-r Heben Bedeutung brauche, da fie 14 Tage }& nicht hätten aufhalten können , fondern er meynt : fie hät- ten nicht ordentlich gegeffen. Diefer Zufatz ift eine Emphafis, aber weder in laudem noch vituverium: der Sturm und Kummer hatte' fie dazu nickt kommen lalTen.
Uebrigeus folgt M. feinem Autor in der Metho- de; ftellt mehr Anmerkungen und Regeln hin, die aus fleifliger Beobachtung gezogen find , als dafs er fie aus Begriffen herfeiten folke, hält lieh, mehr an das, was der fchlichte Menfchenveritand und .die Natur der Sprache ,. in welcher das N. T. gefchrie- bcn ift, mit fich bringt, als an die Natur der Spra^ che überhaupt. Mögen hey diefer Art.zu verfabr^Ot
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Kp. 4«. JANÜAH X79g<
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Bian^&e 'Bfiüargel jn dkr'IlenneMYtlK bleiben ^ uhdeä daher koiommi^ 4afs £. und M. oft Tagen müffeUf fie beguögten fleh nur mit einigen Regeid oder Anmer- kungen: fo hat fie doch das vor der eigentlich wif- fenfchaftlichen Behandlung der liennenevtik voraus, dafe fie kei^e Regeln giebt, die zwar wahr, aber in der Anwendung zur Entdeckung des Sinnes nicht zu , brauchen find, oder auf die besondere Sprache nicht paflen , in der eine gegebene Schrift gelVhrieben. ißu Durch diefe empirifche Methode können grofse Aus^^ leger gebildet werden , find zu allen Zeiten gebildet worden, vnd wir alle, die wir Bücher erforfcheqt lernen , kommen dadurch zur Fertigkeit in der Inter- pretation; durch die eigentlich wiiTenfchaftliche An* weifung gewifs keiner;, wenigftens wh'd er durch diefe fchwerlich etwas entdecken , was ihn .nicht fchon der bon Jens oder eine blofs fleißige Beobach-^ tung lehren könnte. £s' ift ein Glück für diefe Di'* fciplin, dafs bey dem neuerlich tbeils wieder aus* gebrochenen ^ theil» erft entfiandeilen Eifer , die heilige Schrift nach venneyntlich -pbilofophifcheB Begriffen zu erklären, , uwA namentlieh die an ficb fehr* achtungswerthe krftifche Phüofophie da anzuwenden , wollin fle nicht gebörr, wir meynen bey hiftorifcben Gegenftändea» wohin auch philolo- gifche ihrer Natur nach zu rechne» find, und Di" fciplineu in eigentliche Wijfenjchaften vetvt;^nAehi zu Wollen, dafs da, unfers Wifleirs, noch Niemand auch die Hennenevtik der hei J.Schrift in eine Wiffenfchaft eu verv^'andeln unternommen bat. - Nach manchet» Proben der neueften Art die Bibel zu erklären , hätte man un* wahrfcheinlich wieder zu der exegetifchen Bwrbarey, oder, wenn rtian will, Willkurlichkeitr Zurückgeführt, wovon uns vornehmlich befreyt ztt itaben , £ruefti*s und feiner ähnlichen' Schulet^ uuh fterbliches Verdierilt ift
'^ Allerdfngs hat indefien feit ihm und! felbft ööci Ml den letzten Lebensjahren des verewigte» Morus die Erklärung der -heiiL Schrift fo viel neues Land
fewonnen, dafs man wohl wünfchen- oder erwarten ounte, diefer oder der würdige Herausgeber feiner hermenevtifchen' Vorlefungen , möchte dtefe Land-
karte, wenn wir fo reden dürfen, mit d6n neube- ^, ,
baueten Plätzen bereichert habe»; e» g^ie^t aucfr-rfeir -^orfteHeii-köimie»f über die fogenänntenTypeü S.37- Letztere in feiner Vorrede S. XL Vi f. (o manche dic-r mit welche» fo viel Unfug .getriebeö und wobey fe* Plätze ^rt^ dafs man daraus wohl fleht, es fehlte Mifeverftänd.noch fo -wenig bey Seite geräutnf wof- Ihm au Kenntnifs dcrfelben nicht, fo wie au:s eini- den ift u, dgt Aber hierüber läfst ficb nicfrf wohf .gen feiner Zufätze , auch nicht an Qefchickllchkeit, mit jemanden- rechten; weil , wen» jemand eine efii' diefe» Abgang zu ergänzen. Dafs ei* es aber nicht gcfchränkte Abflcht bey feinen AnmerjLaage» fctff* getha», kau» ihm nicht zlim miudeften Vorwurf ge- und, wie Hf. £/ f» diefem fall tvar< iabcö Äööi^ reiche»'. Es war fchon Verdienft , uns die Vorlefun- ;gen von Moru* felbff in einer fo fchöqe» Gefeit zu geben , worin» fie hier wirklidi erfcheinen ; es wür-» -de fie ohne Nöth vefgröfsert und vertheuert habe», imd Hr. J^raf. , föcÄ^Ä .wird gewifs alles diefes. »ock fehlende viel ordentlicher, ausführlicher und ^tünA- lieber m befondern' Ünterfuchunge» fage» könnerf, aHeufalls f» einem befondern Supplemcotenband, de» tr diefeo Voj:kfttugea köaute uacbfol^en raiTeo»^
Vorjetzt hefteten feine Zufätze, die- tt mJt cfertf Anfangsbuchftaben feines Namens bald gleich in dcraf, Texte, bald unten auf jeder Seite, bfld in einen* Anhang zu den Paragraphen oder Kapiteln gefetzC hat , theUs in literarifchen Notizen , theils. in wirkli> eben eignen^Zufäuen und Verbefferuögefl^ ^ene Jnaf eben dem Lefer die. Schriften bekannt, woraus er weitere Erlänteruugeu desjenigen, was M. gefagt hatte, fchöpfen kann, z. ß, S. 173. über die erläu^ terte Sprachenanalogie, S, 217- über die gelehrte Streif tagkeit wege» der Reinheit oder Unreinheit des Grie- chifchen imN-T., 8,243. über die Erläuterung diefef Griechifche» aus de^ Apokryphen des alten Jefta^ ments, wo ans nichts vom Beking vorgekommen ifl^- was Hr* £. übergangen hätte. Zu den Ziijatzevi^ Mn^ Sachen felbfi gehört vorzüglich , iu dier Vorrede,, der bey aUer Kürze doch febr voUftändige Entwurf ei»er Gefchichte. der biblifchen Hermenevtik unter de» Chriften. Die Bemühui^en' derer, die^ahin ge* hörige Regel», zu gebe» gefucht habe» , werde» fehr* richtig gewürdigt ; nur hätte» wir Gtajfens berührte^ Werk mehr herrorgeioge» und als de» Anftug eiuef glücklichern Epoche angegeben gewünfcht; es ilt ficherlicb, den jungen Auskger zu bilde», nützlicher und hat mehr gewirkt, als Baumgartens Anwei- fung, die hier an die Spitze einer neuer» glücWi; cheriY- Periode geftellt wird. Von andern Zufötze» im Buche felbft zeicboe» wir »ur de» S. 56 f. über den Uiuerfchied der Bedeutung m\^6.es Sinnes yVcieir ftens nach Moru3 befonderer Abhandlung, die iö feiner DüT. wieder abgedruckt ift, doch auch Vonr Bn. £• eigens bearbeitet; de» über den vorfichtigen Ge- brauch der Analogie fremder Sprache» S. ig2 f«, über die Vovficht beym GebrMch des Jenjus^ cQfnmunis i» der Auslegung k i^ ti über de» foge»a^i»teii Hel- leniftifche» Dialect 124. f. und über die Mythen ip der Bibel 284^-^ aus, weit fie die ausführlichfte» flnd,> ^iuer zahlreichen Menge Anderer^ meiftens Jkleinefe'f,^ nicht zu gedenken. Von maneherti hätten wir, wcnigj-' ftens der Amfanger .wegen, für die er eigentlich feine? Zurtatze beyfögt^, auch noch wohl mit möglicftfteir Kürze', eine weitere Aüseinlsinderfetzüng gewüufchty 'z.B. über die Schfwicrigfccftenr-bef- 4ec4nter|)rfetation' ^esN.T. welche fo wenigte, felbft Aeltere, fach rechte
ma» von rhiä keine» Commen^afiüm^ pttpiUnW» der»kan», fondern die Wabl fcdigKch fei^tttöürtr' beSnde» öberlaflen mufs;' ufui weil die Fo<Ceru<l|; ftm fo unbilliger fey» würde ^ da er^z* gitf ket^ Äen Zufätzen verbunden war. ' Geffiifg f VTfS& HfV JB# •wirklich hiüzugefügt haty fcbeint öö^ fafft dfirefl' aus zweckmäfsig und wohl gefagr.- Nuf eit* pat» Steifen? wolle» wiiff um.Äöfre tTtfpairtej Kcisfc^ tu zefge», mtatikQtif wgf afisr ie£ter^w<cj^^ ^^
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A, t. Z- JANUAR »r79j.
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die Wihrhflt, oftch unferef feinfiche etwas verfehlt AeKnlichlceit t^fritchm PanT,!« ^j r .
Wahl un4 dem Vortrug dS laSleV x!*?^''*" ^* rühri?- dflA; hp;w. A^n Ak^!: iL*.^?*''i ^^«*<=^e daher
Tchcint«
MürMi bemerkt S. 2X9*: wenn die Schriften des^ N* T« die von jüdifchen und ungelehrteu Schrtftftel- lern herrühren , rein griechifch gefchriebeo wären : fo würde ^an ihr^ Avthentie bezweifeln. Eine An^ merkpu^ des Herausgebers fetzt hinzu : Paulus jG^lbft gebe es als ef n Merkmal an , woran man falfche und petrügerifche Lehrer erkennen foU^, auod eorum ftilus ab Apoßotorum fimpUcitate, valde recedat» l)iefe Warnung aes Ägoftels ift uns doch nie Forge- kommen ; weqij^ens geht fie gewifs ihren Stü un4 defleiT lieingriechifches nichts an^ ' Eben Co wenig er« iqneru wir uns ^( wie es . doch auf eben der Seite beifst); dafs und wer gefagt haben möchte: feit denx das Chriftjenthum unter die 'Heiden gekommen wär^e, hätten die Apoftei einen zierlichem und Jcunftmäfst* . gern Vortrag (in ihren Schriften) gebraucht ; welches Hr. £. vom Johannes zugiebt » diefer fey reiner voo Ilebraifmen als Matthäus und Marcus, Lucas am reinften » uo.d Paulus Briefe hätten Jpeciem plegantis^ fplendidaCf et ab ufu inteUigentiaqsie hominum indoctor rum remotae oratlonis. Hier wird wohl Einfalt^ Würde und Kraft des Vortrags, ncbft jüdifcherGelehr&mkeit, die er^ demPaulus mitRecht beylegt, mit einem zierliclun lind reingriechifcJten Vortrag verwechfelt f wovon bey jillen diefen Schriftftellem , einiges im Lucas «usge* nommen , keineSpur zu finden ift; — Die nämlichje 3ewandtnif5 hat es mit einer Anmerkung S. 143 f, wo von dem fchriftftellerifchen Charakter der Schrift- ftelier des N. T. die Rede ift und gezeigt werden [oüf woflno fie einander ähnlich oder unähnlich W^irea , woher dies rähre und ob jeiner den andero jpacbgeahmt habe? Eine fefar unterfuchuagswerth# Sache , die fich nur in einer Anmerkaag von wenig Seiten nicht auseinander fetzen läfst, zumal wenil man das Wichtigfte f den dogmatifchen Charakter ^ei«- Des jeden, d. i« die Art angeben woHte, wie jeder 4ie Lehre Chrifti nach befohdern Ideen und in elge- mw Ausdrüeken yocfteUt> Hr. £• fi^e^ die ^röfste
rühre, dafs beide für fchon denkeudere *i^%t?« klartere Lefer fchrieben. Dies mag von^aulls'^^ einigen Briefen'wahr feyn, wiewoW er felbft in fei- uem nach jüdifcher Art gelehrteften Briefe feine Le- fer fün folcbe erklärt, die Milch Ond nicht; ftarker Speife bedürften; beym Johannes gründet er diefe Aehnlichkeit mit jenem, auf die Aofpielung auf Ce- rintbifche Lehren upd Ausdrücke, fo wie die Ver- fchledenheit feines Evangelii von den andern Evau- gehlpn, derauf, daft Johannes einen befondern rpoirov ^mietciQ und Aufdruck aus der JSabifcJhen Schule Jo- hannes des Täufer* mitgebracht , und fich nach dea Juden bequemt habe, die die Lehren der Platoui- fchen JindZoroaftrifchenPhilofoplue mit ihren Volks- meynuugen durch cabbaliftifche Kuuft fo verbunden hätten, <lafs eine neue yvo»<ri€ daraus entftauden fey; daher Chrlftus in Job, Evaugelio einem alexandri- nifch.- jüdifchen Lehrer ähnlicher als einem Lehrer in Paläftina erfchien^, wie ihn die andern Evangeliften ^cheinen iiefseq. Von diefem allen ^eftehen wir offenherzig im Johannes gar nichts finden, noch es mit deffen edjer .Simpljcijtgt reimen zu können ; be- forgen auch, daft dadurch feine Schriftou mehr in Schatte» gefetzt als aufgeklärt werden mö(»hten. Doch dergleichen einzefoeiVeuisemngen fchadendem Ganzen diefer Vorlefungen und Züfätze nichts, die io/ift allen Dank uj?d gewiß als eine gute Vorbeisei- *ung zur BUdung junger Ausleger empfohlen zu werden verdienen.
, Noch ift das fchätzbare Buch in diefem Bande nklH weiter als bjs auf desErneflifchen icrftc» Theiis Seen* II. c. 5. gekommen, es find alfo noch die zwey letzten Kapitel und der ganze mehr hiftprifche Theil de inflrumetUo hermenevtico zurü^ck« WQ Hr. J^j fich häufig veranlafst und vermuthlich auch genö'-^ iChigt fdien wicd, das Buch mit mehTorn Zuiatzea zu bereichern * die gewifs von diefer Hand febr will- jLonmfijix feyn wecd^.
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S I. E I N E S C il H I f T E N.
KifiDaMeiuufVAV. "Stenial • 4>. Franzen h. GrolTe : Ef- Jtrechtungen über die drohendflen Gefahren der weibttehen Jugekd. für nachdenkende Tochter, vok tiner erfahrnen Mutter Cad ÜirtTochtcr. 1795. 4i B. S- 7- Der angenjonte Herausgeber •fusldtt im Vmefieht, dafi diefe Schrift mit dem Auftrage ih^i pufeftellt wocden fey , üe zu berichtigen , inic ZuHitzeni zu ver- neKrefi und dann herau«z^geben. — Biefe Art von Moral ift lur Madchen .aus dem Mittelftande von 15 bis ao Jahren foe- iHmmtp vmd in diefer flinfieht fo ziemlich vollftandig. Sie ent- Siak PVarnnmgen gegen faliche RückGchteq bey der M^'^ahl des ßattenf gegen eheliche Untreue , gegen den Hang zur Klatjche* •^ und yerlewmdunjg g den Geiz und den entgegengehenden
^atßntfmeff^gen Jnfwaßdj famnu deo pnelUn .des lecz»
tern , als Stolz , Eitelkeit and l^^rurtheile 'der fageaannttii. . Wohlftands; und endlich gegen die Geringfehätzung der Rnt- (ijfioM; Durchgängig ei^liikt man in .der Vfn, eine Frau VOR Weit: ' auch wiUsten .wir niqhtj warum diefe mit einem Anftand ge- äufserten Bemerkungen und ans Herz gelegtei. Ermahnunereh nicht 'auch für Töchter höherkr Stande pauend und nützlich <eyn follten. Ifl dieCem Falle müfste man vielleicht Dur die Benennung Klatfcherey mit der von Medifance v^rtauürh^n* in- dem die Sac;he feH>ft di/e namli.die blei4>on mochte. Den S.chlufs *macht von S. 52. ^n in fchulj^erechterm Tone eine liinzugefügte. Anmerkung des Correetors üi>er 4*« richtige Pf^ürdigung der weiblichen Erziehung^ wo x|iaach« äis(era und neuer« F^lar dti^ Xelbeo gerligt sverdoo«
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ALLGEMEINE LITERATUR -ZEITUNG
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Donnerstags^ din 4. ^an^at 1798«
PHILOSOPHIE;
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tj^WEiWA«, btilnduftrie-Comioir: ÜiberdmB^grijf der IViffenfchaftstehre oder der Sogenannten Philofo^ phie^ ab EinUdungsfchrift zu feinen Vorleruor gen über diefe Wfffenfchaft, von. ^ohoMn Gott^ Ueb Fichte defignirten ordcutlichen Profeffor der PhilofopMe auf der UnivexIUät zu Jena. I794# 68 S. gr. g.
^) Leipzig u. Jena, b. Gabler: Grundlage der gefamfn- ten Wiffenfdiaftskhref als Handfchrift für feine Zu- hörer von ^öikann GottUfh Fichte. 1794. 339 S- g^- 8-
]) Ebendafelbft: Grundrifs des Etgentbßmlichen 4er Wiffenfchaftstehre in Räckficht auf das theo^ retifche Vervägen , als Handfchrift für feine Zuhörer rou Johann GottUeb Fichte. X795* 106 S» gr- 8.
. 4) EbeodaCelbft ; Ptutojöphifches Journal einer
• Gejellßhaft deutfcher Gelehrten. Herausgegebea
Ton ^hann Gottlieb Fichte und Friedrich Imma"
puH Tiietfiammer der Philofophie Doctoren und
' Profeflforen zu Jena. Fünftea Bandes erftes^ bis
(incl.) fechftes Heft*
Ree. befindet fich in dem feltenen Falle, dafs der Bericht, den er über die vor ihm liegenden Schriften abzumatten hat, eine völlig neue-y von jeder bisherigen wefeutlich verfchiedene , Philofophie be- treffen wird. Er glaubt daher, dem gröfsteu Theile derjenigen* Lefer , die er dabev vor Augen, haben foll, Qur dadurch verftändlich werden zu können , dafs er ▼ou feiner gegenwärtigen, durch das Studium jener Schriften zwar nicht veranlajsten f aber gtnauer be^ fiimmtenf Anficht der unmittelbar vorhergegangenen Philofophie ausgehe. Die Kantifche Kritik und die F.ichtifche Wiffer^chaftsUlvre muffen ßch durch die Ver- gleichung ihrer Eigenthümlichkciten einander um fo mehr aufhellen 1 da fie, wie hier gezeigt werden foU, japch darin Hnzig in ihrer, Art find, dafs durch beid^ v»itre Philofophie y nnd zvffir darum und infoferne srnl- geftellt wird , weit und inufiefeme fi^ einander wefent«» lieh entgegen gefetzt find«
Reines , uqbedingtes , von der Erfahrung unab* hängiges Wiffen , war von jeher das Ziel der Beftre« • Ijungen dn philpfophirenden Vernunft. Selbft der Fenpirismus geht in dem einzigen acht philofophifchea Verfuche, den er aufzuweifen hat, in dem Lockifchent infoferne über die wirkliche Erfahrung hinaus, ^ als- ßs diefelbe zergliedert, in den angeblich ^n^a^b^ft
4.» i** Zj 2798» Erfler Band^
yorftellungen , als deq letzten Elementen, reiaef Wiffen gefunden, und die Mö|:lichkeit der Erfahrung erklärt zu haben glaubt. Der Skepticismns ^ weicher, mit Recht, jedes von der Er/afarung abhängig:e Wifr fen für bedingt 9 aber, n^it Unrecht, jedes möglich« Wiffen für abhßngig von der Erfahrung hält, erklär« darum alles reine Wjffen für ufsmögUch. Sowohl er« tls fein , vormals einziger , Gegner , der DogmaticiSn mns, verftehen unter jenem Wiffen die Erkenntnif» der Dinge an fich als folcher , und die Metaphyfik wir<i von ihren dogmaticifti£chen Anhängern nur in der Eigen fchaft der Wiffenfchaft der Dinge an fich für dis^ reine Realwiffenfchaft angefehen. ^^ne Vernunft ift ihnen das Vermögen, die Dinge, wie fie anfichfetbfl, findr vorzufteflen, uqd der £#tpmftfr glaubt durck 4en Gebrauch diefsr Vernunft die Kenntnifs der Diu* ge an iich ans der Erfahrung gefqhöpft , — - der Ratior naUft sber fie in diefelbe hineiftgefetzt zu haben. Der Kritidsmus unterwirft das reine Wiffen einer Unter- fttchung , ^ie fich von alle^i bisherigen vorzüglich da- durch unterfcheidet , dafs fie weder ausdrücklich noch ffUlfchwelgend voarausfetzt, dafs jenes Wiffen Erkennt* nifs der Dinge an fich feyn muffe. Das Refultat die*- fer neuen Uuterfuchung behauptet, dafs Erkenntnifs der Dinge an fich überhaupt unmögUch , wohl aber» ein von der Erfahrung unabhängiges , und infoferne reines Wifien mißlich fetf 9 dafsdaffelbe dieBedin^un-. gen der Möglichkeit der Erfahrung afj/ofc/z^r, ahe^. auch nwr fie allein , zum Object haben muffe ; dafs es^ als reines Wiffen nicht dur(^h dfeKrih'ft, fondern durch eine befondere reine Vemunftwiffenfchaft 9 zu der fich. jene lediglich a)s Propädf »riiT Verhalte , aufgefteilt. Werden könne; dafs-^fich dieVemumft überhaupt mcht^ als Vermögen, Dinge an fich vorzuftelleu, denken laffe; dafs derfelben nur vfrmittelfl der Sinvüichkeit^^ und des an di^ Sinnlichkeit gebundenen VerßandeSf objectivreale Erkenntnifs möglich, dafs durch reine Vernunft unmittelbar nichts als die Nothwendigkeit des fteyen Handelns , welche das moiraüfche Gefetz heifst, • ftatt finde; dafs nnr ffermittelß diefes Gefetzes ein, über die finnliche Erkenntnifs ninausgehendes , Qki^ frtfn-bedingt und beftiramt fej; dafs alfo die Vernunft nur in ihrer praft^/c/im Function lediglich y«»ryicft und durch fich felbft , als reine Vernunft , thätig fey , und • nur für die, ^i^rch uufer freyes Handeln hervorzu^- bringende, ^iwrctlifche WeUconfiitittiven Gebrauch habe, während fie in ihren tAeorc#f/cA^ Functionen, auf das btofse Regfdiren der finnliehen Erkenntnifs befchränkt^ die Sinnenwelt, als gegeben vorausfetze.
Die von dem Ariticismus als ausg^emacht ange-
ßi^mmene Vorßnsfetzumgei^ $ wsdcnw 4frfelbe jene ~ j RefiÄr
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A. t. 3f. JANUAR X798-'
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Gefetzt. GefeUgehende GeV^M. Lehenband. * Ho- majialverhältuif*.. (üeb^r diefe Gegeniläade vcr^ fprlcht der Vf. befondere Abhandlangen zu luefern.) Als Folgen diefer Principieh bieten Cch nachHehende VerhältnifTe im italienifchen Staatsrechte dar .* i) das Verhältuifs zwifchen den unmittelbaren Reichsange^^ hörigen Italiens und deren Unterthaiien ; 2) zwifchen den Territorien unter einander; 3) zwiichen dem deutfchen und italienifchen Königreiche, fo fem man beide als für lieh begehende Staaten betrachtet« Das erße gründet fich auf die VerfalTung der einzelnen Länder « jedoch mit Unterordnung unter das zweyte' end dritte Verhältnifs , welches letztere die beiden rorigen beherrfcht« (Gewieines und befonderes italie* nifches TerritoritU' Staatsrecht.) Der Ausdruck: ß^ perioritas territorialis, obgleich Staatsacten und Frie- densfchlüffe das' erfte Verhältuifs damit bezeichneot ift deY Sache nicht angemeflen , wenigftens, nicht in dem Sinne, der diefem Ausdrucke im deutfchen Reichs- und Territorial - Staatsrechte eigen ift. — Das zwcytß Verhältuifs beruhet auf der Verbindung der einzelnen Territorien zu einem einziehen unter einea gemein* fchaftlichen Oberhaupte fteueuden Staate, fltalieni» fches Reichsfiaatsrechf.) Hierin kommt Deutfchland als Oberherr , und das italienifche Reich als Inbegriff unterwürfiger Territorien in Betracht, fo dafs in die» fer Räckficht Deutfchland «nd/^aU/m den italienifchea Staat bilden ; in anderer Rückficht aber, fofern näm- lich Deutfchland als Hauptftaat , und Italien als ein für fich befteheudcr Nebenftaat betrachtet wird, das * gefammte deutfche Reich ausmachen. — Das dritte Verhtdtnifs zwifchen dem deutfchen und italienifchen Königreicher als für fich befteheuder Staaten, bildet ein nackbarrchaftliches Staatsrecht , in mehr als einer Hinficfat. Hieraus ziehet der Vf. die richtigeSchIu(s* folge: dafs wenn auch ein deutfches auswärtigi$
Staatsrecht, unter welchefu Titel Mofer ein bekann- tes Werk geliefert bat, an fich denkbar wäre, das Italienifche doch nicht jiahin gerechnet werden könn- te. Ob es aber, wie der Vf. glaubt, das wahre Ver- hältuifs zwifchen dem dentfcheu und italienifchen Staatsrechte erfodere, in der wiffenfc?uiftlicheu Be- handlung, jenes neben diöfem, wo möglich, allenthal- ben in Parallel fortlaufen zu laf&n , darüber möchten -wohl viele Methodiften mit dem Vf- nicht einverftaur den feyn; ob fich gleich diele Idee zu einer hifto- rifch - politifchen Vergleichuug der fta:^tsrechtlichen Verhältniife im deutfchen und italienifchen Reiche auf eine lehrreiche Weife benutzen Ucfse/ Uebrigens ta- delt der Vf. das Verfahren derjenigen mit Recht, wel- che einzelne Kapitel des italienifchen Staatsrechts, xnit und neben dem deutfchen abhandelten, aber nicht in dxefer Manier durch das Ganze fortfuhren, fon- dern noch einige andere Kapitel in einen Anhang zm^^ deutfchen Staatsrechte braditen. —
(Der Bcfckluft folgt.)
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Von folgenden Büchern üudFortfetzungen erfduenen >
EiSEi^ACH B. Halle, b.^ Gebaner: Der Geißtiche oder Ketigionstehrer 9 das ift, compendiöfe Bibtto* thek alles Wiffenswiardigen über Religion und popnß^ läre Theologie. 4^iites Heft, 1795— 1798* 8* (jedes Heft 6 gr.) (S. d* Rec. A. L, Z. 1793^ No. 320. 1795. Noi i68»)
Altehburg, b. Richter: Sammlung kleiner akad^ mifcher Schriften über G^mfiäitde der gerichtlichen Jlrznetf gelahrtheit und midicinifchen Rechtsgetekr^ famkeit aus verfchiednenJSprachen überfetzt und herausgegeben voü D. F. A. JVaitz. 1 B» 4 St. 1795. 10 Bog* 2 B. I St. 10 Bog. 2 St. 1706. 8 Bof; 9, (S. d« ^c ▲• L. Z. X7p5. Ü.i6n.lf. 141^
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K t E 1 N E S C H R 1 F T E N.
T^aiaitc«^^ ScHRtrt&fl. Ofitden: Däff dwrch eine A^orbereH^e AnfkWrung und durch die (rafche) FerbreHung neuer und ungewöhnHeher Meifnungen unter den verfcMedenen folksdaffen mehr gefchadet alt genUizi werde; «ine Rede« in €er kurf. EiueFakademte acu Dresden -* gthalten T0n K. Heinr, t^udw. Pöliz, Prof. d. Moral u. Gefdi. iw. iBog. ». In Ge-. genwart des Regenten und angefehener Milicarperronen war es ohne Zweifel swcckmifiii?, einige Fehler, deren manche vor- geblicke Aufklarer fich fchuldig machen « kurz in Erinnerung jfii bringen^ in wiefern fie die Aufklj^ng felbfl: nicht prefföh. Aufser der nathigen Vorbereitung eur Aufklärung » welche in euier durcbau» auiP Nachdenken und BeCanneiihett hinarbeiten^ den ErzUhung_ gegeben werden foH » hätte wohl auch die For- hnreitung fur\rwdchfeüe berührt werden foUen» die auf ein^r fol- chen Verwaltung der Gefetze und Polizeyanfialcen beruht, durch welche die Nation auch durch andere Mittel, iHs Befehle und Strafen , Ton bürgerlich fchäd44ieQ I^aiftcra und Yomrtiieilea
abgewShnt und durch £ef echten Schütz arid Aufrautteruirg* Aet Induflrie in einen Wohlftand, wahrefid dofTen die befler" or^a« nifirten Köpfe aus allen Claffen lum reiferen Nachdenken üb^ alles Nützliche "und Gate immer gerne einige Stunden gewin- nen, erhoben werden kann. Be/ manchen Stellen der Rede fiel dem Rec. eine Stelle Zcrr^fier/tm Schulfreund (XIT. Bändcht S. 6p} wieder bey : „es vü nicht gut« Ton mehr ala einer Auf« ,,klarung zu fprecben. JSa giebt weder eine wahrt ». noch eine. ^Jolfcke. Eine falfche ift keine; alfo tftauch das Beywon wahr- „müfsig. Eine fckädliche Aufklärung ift glciclifdlls ein* Unding. ^Aufklärung ift immer gut : fo wie der Aufgeklärte auch gut, ttift« Ift er das letzte nicht,, fo ift er auch nicht das erfte. mS. Joh. 8> 12. 33. Man kann bey diefer dellcaten Sache nicht a,al]zu genau feyn, um nicht den klafternder Aufklärung Bio fsca „zu geben und in ihr unbeftimmcea Qefchwatz darüber einzu- ^ftimmen/* Dafs diefes der Redner nichl z\i i^uD im Sioa hatt'
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No. 5. rAHÜAR 179^'
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iicismus (der teinem Gegöür gegenüber,) das durch Vernunft oothwendige 5lrefcCTi nach rtnnem Wiffen'^^ siuf feiner Seite bat » führte * allmählich die Eproche Aerbey , in der es der philofoplrirendeti Vernunft ge- lungen ift» von dem natürlichen ^ die dufsere und in- Äfrir Erfahrung hegreffenden, und im Unterfchiede ixnd Zufammenha/nge mit dem fittli(hen Selbßbewufsf" Jcijn gedacbteu Grtmdbfgriffe anszngefaen.' Dadurch l^ard es ihr erft möglich , ihr Problem in dem ganzen Umfange zu fatffen , in welchem dafiTelbe während, ih* tes, im hlofsen' Jnnafiern he'Rehettdeti 9 Strebens nach reinem Wiffcir gedacht werden kann und mnfs. Sie konnte und mnfste nun ihre Entwickfung der Mög- lichkeit'der ErfahrungTövroht übet dar, was bey der kufsem und inneren Erfahrung überhaupt in ni^ ohne Unfern Witten vorgeht, als auch über das, was hi decfelben durch ütifem Witten gefchehen foU „ ausdeh- nen. Aber eben darum konnte fie weder das Funda«" inent« übet welchem Ge fonft Im Dogntttticismns gB- haut hatte , nOchr auc& dasjenige , aaf welchem fie !hr neues Gebäude aufführte, Itiüger verkennen. Siä nahm dtn kritifihen Charakter aiy, inwieferne lie den An/prsch auf den reintoiffenMtaftHchen,^\ifg?^, die Grunc^efetze des natürlichen 1/emunftgebranehSf fö weit £e durch Zergliederimg deiTelben zif entdecken find, aufftelfte, nnd das Streben nach reinem WifTen , 170» dem Standffunkte aus, der nur blofse Armähefntng tn-^ läfst, durch die Entdeckung vollendete:' dafs dwreh die theöretifche yemnnft keift 'reines Wijfen, durch die im Siftefggefetze praktifche aber überhaupt kein Wiffen tnögtichfen. '
Gkkhwfe nun. die kritifche Philofophi'e füi^ kei- nen ihrer B^nrth eiler , dem es durch feinen, es fey Ann idealifiifchen öder reaGßifchen Dogmatieismus nü- njüglich wird, in die naturtictien Grundbegriffe roit Erfahrung und Sittengefetz einzugehen, verftandeii» und wahr befunden werden kann : fo kann fie von illen denen, die in ihr das reine Wiffen gefunden zu habezr gfaubeir, «ur au^ Mifsverftändnifs angentJm-- men feyn. Sie hört auf, die kritifche zufeyn, fobald mau fie für die wiffenfchafitiche hält, und geht in iSinen DogiMticismtis über, der /ich von dem bishe-' rigen mir durch eine gröfseri» Incoiifequenz unter- fthcidet. Es fällt ihr dann völlig zurtaft, dafs fia für die mtHetiate Bedingung der* Erfahrung , die he
gungen der Erfahrung widierfj^rec^ , ijliefeir tUnff ita§ der Erklärung jener Thatfache hiolrloglieh ausge-^ fchlofTen habe, und dafs ihr did Deduetion der Emr pfindnng nur dann obliegen würde , wenn iie dasSy-^ nem der feinen Vernunft wilTenfchaftlicb aufzttft«Ue» übernommen hätte.
Wenn reine^ WiiTen möglich ift , fo ift es !£war 9Ücht durch i aber auch nickt ohne die kritifehe Piu-- lofophie möglich.' Die Vernunft mufs fich felbft erft- in ihrem blofs noturjic^efi. Gebrauch kennen, und ein^ fehen lernen , darfs ihr durch deofelbea kein reines- ^iflen möglich fey, bevor fie- mit Biflimuittheii Mk einen k ü nft liehen Gebrauch denken kann, der vo» dem icaMirifVÄrfinefi darin verfchieden tfl, dafs erkei» btofser praktifcher^ und voa dem natürlichtheoretir fchen — distü er ein reiner Gebrauch iR* Ohne'vorher-v gegangene mfuncft^r Kenx^nif» des natürlichen ^ hät^ te der künßliche , wie bisher der Fall war » in di# X^fi^tf/^ 'des Dogma tieismns ansarteu mfiflTenf« End^ fich' würde ohne die durch den Kriticismus feftge*^ fetzte ^yif und vorläufige Kennfnüs des Uriterfchiedet Äwifchen theoretifthem und praktifcbem' Vernunftge-^ brauch, nicht daran zu denken gewefen feyn, diefi^ beiden Arten des Vernunftgebrtfuches aus demihnetf gemeinfckafttichen von dem Kriticismus keineswegs^ angegebene» Priirnp zu deduciren, und das wirklicfae reine Wiffen durch einen Vernunftgebraueh zu vef-* fucheft , der keineswegs wite der kritifche , den Begriff der Erfahn^ng und des SittengefetZes vorausfetzt^ fo»-" dern beide üu» jenem Priiicip abUitet^
Dil^fen* reiüwiffenfchaftlichen Verniinftgebmucte hat ni<^ht nur kein Dögmaticismfus bisher verfuchty und kein Skepticfsmiis gfeahnet; auch der Kfiticismw^ weifs nichts von rhhi, und kann- nichtig von ihta wif*^ feu; weif fich die Möglichkeil! deffeFben nichi vor feiner Wirklichkeit anttcipiten^ folglich afueb öiche kritifiren läfst. Mit ihm und durch ihn müfste ffir die Fhilofophie und für alle WilTenfehaften* eine neut^ Epoche angehen', von der fich in dergan3ienGefehich-- te des menfchlichen Geifte^ kein Bespiel airfweifett' läfst. Das Phitofophiren^ Wenn es anders diefe altr Benennung beybehiehe. Würde eine goml^ andere, -vbu^' feiner bisherigen^ wefenttich vetfchiedene^ Natut ifnneh> men. Es würde nicht mehr blofse AffnOhwnng zw^ dem unerreichten und m^rreichbareuf/ fondern Fort-
arnr objeötwen Realität der formalen Bedingungen- fo" fehreiten ins Unendliche im erreichten reinen WJflTe«
den, keine andere ^h' eine fotche Erklärung übrig laffe, durch welche die von ihr verbannfen IHnge aH fieh wieder herbey geführt werben Äiüffen. Diefer, vo» den einfichtsvoMften- Gegnern diefef Phitofophje fo oft wiederholte^, ' Efnwurf f^llt t^on felbft, aber auch' nur dadurch weg^, wenn' man weils,- und be- denkr, dafs fie die Bedingungen der Erfahrung nur infoweit angeben. konnte und mufste, als .diefciben in dem natürlichen Begriffe von äufseret und innerer Er- fahrung überhaupt enthalten Und , dafsiie eben daruitf in der Erklär nog der materialen Bedingifüg über die hufsere Empfindung als blofse Thatfache nicht hinaus-^ gehen dmffte 9 daft fie durch den Erweis, dafs der foßtive Segriff d«s Junges g/n fich den iQFi&alen Bedia^
feyn. Die Phrlofophie (ohne Beynamen) würde nichc: mehr eJne hupotketifche ^ VöÄ une^wiefene», aftef ^m- fich erweislichen , Vordusfetzungen ansgehendev fön-' dern' ein^ ahhtute in ihreiä'Fnudämenife' vollend^e,^» firenge Wiffenfchaft feyft. Sie' würde nichf^ wie Mef* kritifche i lo-^ohl um in ihrer Grundkge' tf ufgeftellt<^ * ah auoh thin Verftanden* zu Werden , die natürliche» Grundbegriffe in ihrer gefunden Beßhaffenheit Vorteils^ • fetzen , ohne dieje Befchaffenheit als foUhe erweif en tu- kimnen; fonder'n fie Würde diefe Begl-iffe felbÜ tfUi^ einer vot^ ihnen arifich unAbhängigen Grundlage hec^ teitetf. Eben darum affoer *wärde fie mich , w^» der Kriticisitiu^ ohne Beweis aufflellt , b^wef&tf f tfnd i$h^ fqfememit ihmdinfelbiitlnkah hekten. Dorcb
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ALLG. LjrrERATÜ'R-äElTüNG
Irrthümem und Vtijsgriffen ^ wozu *i3Ke XJnkunäe tß^feU hfn v^leitete^ beybriagt^ und e^ befaiidors d^n Pu- • byciften zu '^ien gewifferm^isen tu einer Ebreafache macbty die von den Reichshofräthen Gerzweiter, v. Andler und t;. Senkenberg eingefchlagene Ba|in weiter zu verfolgen.
B. Der zweyte Beftandtheil ffiefer Beyträge ift ein chronotogifcbss VerzeUbmifa von rekbsgerichükkei^ Befchlüffen und Gutachten in italienifchen Sachen. Durcb dcefe uberaos inühfaine Zufatkrtnenftellung, fchon ge^ ' drucktep reichshoffäthlicheii Befchlüfie Und Gutacb-- ten in Italienifchen Sachen , wekhe der Vf. denRubri- kern nack^ mit jedesmaliger Ye^viFeifang auf das-Buefa, wo das Weitere nachzulefen ift* mit Beobachtung' der Zeitfolge regiftriri, und zu diefem Behufe 27 namhaft gemachte, aus mehr als vierthalb hundert Bänden beftebende, Werke durchgefehen hat» ift die Benutzung der Huifsmittel, zum Beften der Wiffei^ fehaft fchon fehr erleichtert worden« Zugleich entdeckt ficb bey dem Durchgehen diefes Repertoriums , in welchen Sachen die Oberherrfchaft des deotfchei> Reichs im kalienifchen Königreiche noch jetzt inThä« tigkeit ift, welches fich jedoch noch belTer uberfe-'- hen laffen würde , wenA es dem Vf. geföllig gewefen ' Aväre , die*' in feinem- aus 723. Nuu^em beftehenden VerzeichnilTe' beobachtete chronologifche Folge, ei-»^ Der Abfonderung nach Verfchiedenheit der Objecte unterzuordnen« Dankenswerth ift indeifen fchon di^ Genauigkeit und VoUftändigkeit , deren er fich- hier > beflilTen hatw In Rückficht der letzteren, wüfeten wir. nur folgende Schriften nachzuweifen . woraus es hät- te bereichert werden -können ^ Ffa«r. Irenict coUeg.* jur. fuhU ; — H. C. de Senkenberg tract. de imp. ^emu jure ac foffeff. in Genua Ligufifca. — Expoßtio ra-
tionum pro Keg. Cetfit. Petri Leopoldif M. Duc, He- truriae , ut aboleatur refoUitio de 1787 « concemens f o, ijuae aliena funt ab auctoritate conJUii auUci. Floren- tine, 1788» 4- Auch-iftf feit Erfcheinung drefer Bey* träge noch einiges ,~ 2. B- in v. Berg Magazin abge- druckt, was dem Vf^ nicht entgangen feyn wird.
C. Die dritte und letzte Abhandlung diefes erften Blandes, von dem Nutzen 9 welchen ein deutfcher Kaifer aus dem Confottdationsnechte^ in Abficht der italieni- •
Jchen Beichslehen 9 für fein Haus zu ziehen pflegt ^ trägt vieles zu näherer Kenntnifs des öfterreichifchen Sy- ftems in Italien bey. Unter andern enthält fie auch zureichende Data , aus welchen fich ein Ueberfchlag machen läfst , wie hoch fich , bey dem währfcheiu- lichen Verlufte von Reichslandeu in Italien , der Ver- .luft des Kaifers , als Kaifers , belaufen werde , wenn man annimmt, dafs er ein Prinz des öfterreichifchen Haufes ift. Freylich find die Nutzungen, die ein Kaifer, als folcher, von Italien beziehet, bey wei- tem nicht mehr von dem Belange, w4e ehedem; in- deifeu liefert diefe Abhandlung eiu^n einleuchtenden r» — .t^ j3fg jjg dcutfcheKaiferwürde, auch in neue- '■ , vorzüglich wegen Italien , ungeachtet er kaiferlichen Kan^elley- Titulatur nicht ähnung gefchiehet, doch weit einträgli- i}s von vielen^ep;lattbt wurde* • Am ergie-
bigften war* die Lehenherrlichkeit, die man hier ganz ander^ al»in iDeutfehland-z« mileeiv-v^ufste. --Mk Sathlcinptnifsi; Wil»rheitslJebe und auftandiger Fxey«. müthigkeitJchildert der Vf. die Art und Weife , wie man dabey zu W^erke gehet, und belegt feine Aeufse* lujpgen allenthalben mit erläuternden Beyfpielen, dl« derjeiiige, disn folgende Stelle intereftirt, nicht un- < . gelefoft laffen wirdn ,»Stirht ein« Familie aua^ft et- was zu confisciren , oder ereignet fich auf irgend ei- ne andere.' Art einConfolidations- FdU, ib wird nicht an die Dürftigkeit des deutfchen Reichs , und an den gutgemeynten Plan der Reichsgefetze., den kahlen riunifchen Adler von. neuem zu befiedern, gedacht. Ein folcher Gedanke wird höchftens der Vy^ahlcapitu- lation , oder einem brandenburgifchen Votum auf dem Reichstage , oder auf wintern Wahltage überlaffen. Das kaiferllche Haus weifs einen vortheilhafteren Weg fftr fi^b einzttfehüagen. Es läfst fieh, baM mitEin^ ftimmung, bald Init Widerfpruch, bald auch ohne Befragen des Rekhs , .mit dem, was ^röfinet wird, belehnen. S^het etwas erft noch auf den Heimfal^ fo w^rdetf fehoo Anwärtfchaften von ihm gefucht. Es' fetzt fich auch 'Wohl, ohne nur eine Belehnung zu nehme», unmittelbar in denBcfitz, und giebt fich das Anfehen, ials wolle es, nach der Vorfchrift der Wahlcapitülätion , eine Befitzung nicht wieder ver- leihen , fondem zum deutfchen Reiche fchlagen, räckt fich aber felbft fogleich in die Stelle des deut- fchen Reichs. Wird einmal ein Fremder belehnet, fo mufs er die Belehnung bald theurer , bald wohl- feiler bezahlen , oder er bekommt fie als eine Belob* nung für leine Verdienfte um das kaiferliche Haus, Die Erlaffiing der Confiscation wird dem StrafTälli- gen, und das Succefiionsrecht den unfchuldigen Stammsvettern als eine Gnade verkauft, und die Kauf- oder Vergleichsgelder werden der kaiferlichen Kam- mer berechnet. In allen Fällen ift dds Refultat , dafs das kaiferliche Haus Geld oder Land gewinnt." ' Mit gänzlicher üebergehung der zahlreichen Belege^ wel- che der Vf. mit biftorifch-diplomatifcher Treue und Genauigkeit beybringt, wollen wir nur noch die von ihm bemerklich gemachten Mafsregeln in gedrängter Kürze erwähnen , deren man fich zu bedienen pfleg- te , um diefe Quelle für fich defto ergiebiger zu~ma- chen. Aufser dem ,. dafs man dem deutfchen Reiche allen Mitgeuufs an derfelben verweigerte , es fo viel möglich von aller Mitwirkung, bey Wiederverlei- hung oder Einziehung italfenifcher Lehen , ja fogar von der Mitwiffenfchaft in den dahin gehörigen An- gclegenheiten auszufchliefsen fuchte , trachtete mau auch die Rechte der Agnaten in Italien viel weiter zurückzufetzen , ■ als es in Deutfchland -gefchehen darf. Eben dahin gieng der Zweck mancher feiner berechneten und entfernter wirkenden Verhaltungs- regel , z. B. dafs man alle Verbindungen und Verhält* nifle der italienifchen Reichslehen zu verhüten fuch- te, wodurch das Confolidations - Recht weiter hin- ausgefetzt oder befchränkt werden konnte; dafs man alle Verfehen und Vergehungen der Italienifchen Vä* * faHent* fo viel- als möglich, tu Lehnsfehbrümachte^ -
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Numero 6.
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ALLGEMEINE LITERATUR -ZEITUNG
FretftagSf den 5. ^an-uar 1798«
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PHIf^OSOPHIE.
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t) WEiMAfi, im Induftrie-Comtoir: Ueher den Be- griff der Wiffenjchaftslehre oder der fo^anwten Philofophie ötc. von Johann GottUeb Fichte fetc.
i) Leipzig u. Jena, b. Gabler: Grundlage der ge- fammten Wiffenjchaftslehre etc. von Johann Gott- lieh richte etc. ,
f) Ebendafelbft : Grundrifs des Eigenthumtichen der
* IViffenJchaftslehre in Rückficht cmf das theoretifcke
Vermögen etc. von Johann Gottlieb Fichte etc.
4) Ebendafelbft: Phitofovhifches Journal einer Ge- fellfchaft deutjcher Gelehrten. Herausgegeben von Sohann Gotttieb Fichte und Friedrich Inimanuet viiethammer etc,
{Fortsetzung der im porigen Stück ahgcbrochenenSecenßon,)
HT. Fichte hat da^ durchans origfnelle Problem ei- n^r folchen Philofophie in der Abhandlung üBer den Begriff der IFiffenfchaftskhre vorläufig aufgeftellt, und in der U^iffei^chaftslehre felbft durch die Begrün- dung und 1/oUendung derjenigen Wiffenfchaft auf- gelöfct , durch welche und mit welcher die phllofo-^ phireude Vernunft ihren ins unendliche fortfchreiten- den Gang des reinen und fireageh WifTens beginnt. Nur die erfte Abhandlung läfst einen Auszug zu, durch welchen Rec. feinen Leferu die kürzefte und beftimmtefte Auskunft über die nähere Befchaffenheit jenes Probleme» geben zu können glaubt.
5. L Hyppthetifche AufßeOung des Begriff s.der WiJ- JenfchaftsUhre. Das Wefen der Wiffenfchaft befteht nicht blofs in ihrer fyflematifchen Form , fondern in der Gewifsheit ihres Inhalts 9 za der fich jene Form', wie Mittel zum Zwecke verhält." — Soll diejes Ver* häUwifs wirklich ftatt finden: fo muffen dieJS^ze, die den Inhalt der Wiffenfchaft ausmachen , nur durch ihre Jjfflematifche Verbindufig die Gewifsheit erhalten, die lie ohne diefelbe nicht haben würden- — Meh- fere an fich nicht gewiffe- Sätze können aber durch jene Verbindung uu» infoferne Gewifsheit erhalten, als fie durch diefelbe mit einem an fichfelbß, folglich von der Verbindung unabhängige gewiffen Sdtz vei> hunden werden. Die Wiffenfchaft myjs älfp einen Grundfatz; und kann nur Einen Grundfatz haben. — Die Frage: Ifl Wiffenfchaft fniigUch? zerfällt alfo in die Fragen: Qjieht es an fich felbft gewiffe Sätzel and; Giebt 3S einen nothwendigen Zufamrnenhang andere», an fich nidit gewiffen mit dem Ußwiffeu? Die Frage
A. L. Z. 1798. Fjrftet Band.
aber: Wie ifl Wiffenfchaft mogUch? enthält die Fra- gen: Wolier^^e Gewifsheit xies Grundfatzes? und: Woher die ^othwofkUgkeit des Zufammenhangg der äbrigen Sätze mit, ihm? — ^ Nennt man das, was der Grundfatz in fleh enthalt ^ und den übrigen Sätzen mittiieüty den innem Geltalt; die Art aber, wie er daffelbe mittheiit, die innere Form der Wiffenfchaft: fö heifsen die zuletzt aufgeftellten Fragen: Wie ift der Gehaltt und wie ift die Form der Wiffenfchaft n;ipglich ? — Der Inbegriff der Kenirtniffe , durch, welche diefe Frage beantwortet würd^» könnte mit Recht die Wiffenfchaft der Wiffenfchaft ^ oder noch paffender , die Wißenfchaftstehre heifsen. — Soll un- ferWiffcn einen Cmmd in fich felber^ d.h. einen Grund haben , der fich felbet wiffen läfst: fo mufs -jene Frage bfeantwortlich, folglich die Wiffenfcljaftslefare mög- lich feyn. 0 6 fie aber beantwortlich fey , läfst fich nicht vor der wirklichen Beantwortung wiffen. Nur das ift gewifs , dafs unfer wiffenfchaftliches Wiffen fo lauge prob{tfma((/cAr ift und bleiben mufs, foJaugeeir keine wirkliche Wiffenfcliaft der Wiffenfchaft giebt. — - Die Idee einer folchen Wiffenfchaft hat der philafp-^ phirenden Vernunft von jeher mehr oder weniger He-, ftimmt vorgSTchwebt , in wieferne fie nach wiffen^ fchaftlicher Gewifsheit ftrebte. Mit der durchgängig gen Beftimmthelt, und der wirklithen Ausfuhrung. diefeir Idee, hört jenes blofse Streben auf ^ und es; tritt wirkliche Wiffenfchaft an die Stelle deffelben:
5. II. Entwicklung des aufgeftelUen Begriffes. AU die Wiffenfchaft der Wiffenfchaft hat die Wiffen- fchaftslehre i) die Möglichkeit der Grundfätze über^^ hanpt zu begründen , und Uabey zu zeigen , was Ge- wifsheit fey; ob^wie^ wodurch und in wiefeme^ diefelbe^ ftatt finde; 2) die befonderen Grundiatze aUer mögli^.- chen Wiffenfchaften , die in denfelben unerweislick find und feyn muffen» zu erweifen; 5) die Befchäffen^ keit und Q&Uigkeit der fyftematifchen ^Form für aüe W^iffenfchaften zu bellimmen. — Uni diefes leiftea zu können, und nmfelbß Wiffenfchaft zu feyn, mufs * fie felbft einen Grundfatz haben, der weder in ihr noch in irgend einer andern Wiffenfchaft erweislich, der alfo fchlechterdiugs keines Beweises fähig und bedürftig feyn darf. Er mufs. alles andere Wiffen begründen ,. und durch kein anderes begründet feyn. Er ift der Satz des Wiffens. — Soll diefer Gf ondiatÄ unmittelbaf durch fleh felbft gewifs feyn: fo mufs das 9 wovon er behauptet, und daSj was er behauptet» durch fich felbft unzertrennlich vereinigt feyn.^ Sein Gf* halt mufs fich aus feiner Form, und feine Form mufs fich aus feinem Gehalt ergeben ; diefer einzig auf jene und umgekehrt paffen, da^ heifst, er muk fclUecht- F Wm
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AL^G. LITERATUR .«EITÜNQ
hin durch fich fiibfl htßmmt feijn. — Gäbe es aufser dl^emliüch üitdere Grundfätze der W. L.{ f0 könn- iBif diefclb^u 4UiT"rdatw 9 das heifst , entweder nur üeii\ Gehalt^ oder nur der Form nach durch fichjflbflf und alfo entweder dein Gehalt ^ oder der Form nach durch jenen. Erflen beftimint feyu. — . Die W. L. kann alfo nur drey Qrundfätze haben , worunter der Erfi» d^m Gehalt und der Form , ^er Zwtyte ledt^ich der Form, der Drt«e lediglich .dem G^/ia/^ nach durch fleh ftlbft hefthnmt Tind. Alle übrigen inüffeü- der Materie und der' Form nuch durch den Erßeti be- ftimmt feyti. *— Giebt es keinen fchlechthia uabe«- diiigten Grundsatz: fo giebt es auch kein iififni^tel6a- ^es WiiTen; das Wiflen hat keinen GruHdf der fich wijfen läfsX; und , es ift nicht als ein Einiges^ zusam- menhängende^, Wiflfen mögH<:h. Giebt es aber einen Satz, der^ darum die innereik Bedingungen eines fol- «hen Grundfatzes in fich hat, weil* er fein /cÄt«c/if/tin durch ßoh^fetbß beftinvmter S^itz ift: fo mufs der Verjuch geitiacht werden , ob fich ftUes , was wir zu wiffen glau1)eh, auf ihn zuruckfutiren läfst. Gelingt es; fo hat er auchdie of*/>w^ Bedingungen; und die Mög- lichkeit der WiiTeufchaft ift durch ihre Wirklichkeit «rwiefen.
5-^^^' Erörterung des 'Begriffes der' W. L. Die •Wijfenfchaftliche Erörterung eines Begriffes ift die be- 4ftimmte Angabe Aer Stelle 4 die derfelbe im Syßeme des menfchlichen Wififens einnimmt^ Da di« Begriffe ♦aller Wiffenfchafteu ihre Stelle erft durch die W. L. •erhalten follen : fo k^nA der Begriff der W. L. Jelhft ,Äiüe SteUe keineswegs in dem Syfteme derfelben; «r kann fie nicht unter ihnen , und nicht neben ihnen, fondern er mufs fie über ihnen haben. Die Erörte- rung diefes Begriffes' ift alfo die Angabe des Verhält* Riffes der IV. L. zu den übrigen IViJfenfchaften.
Sie hat zn zeigen: (A) in wieferne aie W. L. alte tibrigeö Wifrenfehaften b^gruW^; (B) in wieferne fie dem InhaXft nach von denfelben verfchieden fey; (C) in wieferne fie von der Logik verfchieden fey; (D) in wieferne fie 'fich als JViffenJchaft zu ihrem eigenen ^egenfland verhalte. — ^
(A) Die W.L. begründet alle übrigen Wffcnfcbaf- tctt ; tvenn ihr eigener Grundfatz der einzig vtögliclie, und wenn derfelbe durch die W. L. erjchöpft ift. Das Letztere 9 oder die Votlfländigkeit des auf den Grund- fttz, gebauten Syftems, wird daran erkannt, dafs der Grundfatz auf alle «brigen Sätze führte und alle auf ihn ftkrüciführen ; dafs alfo das .Syftem i) keinen Satz ctithält, der falfch wäre, wenn der Grundfatz wahr, und der wahr wäre, wenn, jener falfch ift ; 2) dafs es weiter keinenSztz enthalten kann, folglich derGrund- isftz felbft wieder zum Refultat des Syftemes wird, fi#H«»rf/?em und Schkifsfiein zugleich ift , und das Sy- ^^min fich feibß zurückkehrt. — Dafs aber der Grundfatz "^T Einzig mögliche fey, läfst fich freylich nicht unab*- ^g von ihnfitbft beweifen, oder er könnt« nicht ^Meclithin Erfie feyn. Aber aus ihm lafst fich be- ^n , dafs nur ein Einziges^ allbef äffendes, Syftem V'iffens möglich ift. Die Behauptungen : . Es ift ii Syftextt äie$ -WifiisfliS'iDögliciu «Üb gitbt ea
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einen fchlechthin erftcn Grundfatz — und : Es giebt .einen folchen Gcundfiitz, alCo'ift-nnrEmSyftein mög- lich — » drehen floh -jn einem Zirkel y de&.abcr kein fehlerhafter 9 fondern vielmehr Bedingung der Gründ- lichkeit des menfchlichen Wiffens ift,
(B) -Die Grenzbeftimmung zwifchen der W. L.
• und den übrigen Willeafchaften kann und darf hier nrnt^it^p^th^tifek gegeben werden. Gefetzt- alfo : der Inhalt der W. L. beftünde aus den fchlechthin noth-- wendigen , durch fiCh ßlbft beftiinmten Handlungen des menfchlichen Geiftes , die eben darum nur durch ab- foUite Fretfheit 9 öder das Vermögen der abfotuten Be- ßimmun^, aufgeftellt werden, und keinen andern Er- klärutigsgrund als diefen haben können: — .fo wür- de der Inhalt jeder andern , befonderu Wiffenfchaft, von der W. L, dadurch ausgefchloffen , und. zum In- halt der beföndern *Wiffenfchaften dadurch qualificirt werden, dafs er etwas wäre, das die W.L, nicht als nöthwendig beftimmt/ fondern freff gelaffen hat, was «iaher erft in der befonderen Wiffeufcha« , und durch diefelbe, und zwar nur dadurch btflimnit werden foll, dafs der Grundfatz der befondern Wiffenfchaft jenes in der W. L. freygelaffene , mit etwas in derfelben als fiothwendig aufgeftellteu verbindet ^ und fo das Uube- ftimmte beftimmt. In jeder befonderen Wiffenfchaft würde alfo das Fre^s (daffetbe fey nun das Tch — oder ein davov unabhängi^s Nicht - ich) 4uf ch das abfoht- nothwendige beftimmt ,' währertd in der W. L. das ab- folutnothwei^dige durch Freyheitbeftin|rat, d. h. da«
^lediglich ik^rchfich felbß beßimmte, za£ge&ellt wäre, — Weil die. W. L. nichts als das fchlechthin ^ folglich in jeder, und daher auch in der quantitativen-RückBchtf durch fich felbß beßimmte enthält: fo ift ihr Inhalt auch fäner Qfiantität nach aiothwendig begrenzt, folglich erfchöpft; während die übrigen Wiffenfc haften, eben darum, dafs üe das Frey e 9 ff» und aufser Uns, un- ter feinen Beftimmungen aufftellen, einen, nie abfo- lut zu begreuzßiiden, folglich wnerfchöp fliehen Wir- kmigskreis haben.* ;.Die. PerfectibOität des menfchli- chen Geiftes wird alfo durch die W. L. nicht in Aö- fpruch genommen , foudeni vielmehr aufser Zwei- fisl gefetzt
(C) Die Logik hat dte blofse Form der Wiffen^ fchaften abgefopdert von allem Gehalt , die W* L. hin- gegen hat Geheilt und ForHi derfelben in ihrer unzer- trennlichen Vereinigung aufzuftellea. Die Logik be^ grüiwiet daher nicht d^e W. L. , fondern wird durd fie begründet; indem in der h»tztern gezeigt wird, dafs die Formen des Denkens , die die erße aufftellt, wirkliche Formen eines gewiffen Gehaltes find. — Die Wiffenfirtiaftslehre ift nur als Wijjhifchaft^^ «her kei- neswegs ihrem Inhalt nach, die Logik aber in beiden Rückfiichteu, durch einen b\6£s künßlichen Vernunft- g;ebrauch möglich,. — r- Der Inhalt der W. L. ift Na- türanlage , der Logik aber Kunfiproduct des jnenfch- lichen Geiftes.
(D) Die W. L. hat ^as Syftem der nothwenäigen Handlungen' des Geiftes aufzuftellen, die an fich kei- neswegs nöthwendig als von einander abg'efondert, r4aM und unvtrmifcht zum Bewufstfeyu gelangen ; fon^
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dern mir /ÄirrS JFrwjÄftt,^ Törmlttelft der Reflexion üiid Ä|>ftracrioii-, zum Objecto ^n^s hejltiindwm fl»* wujsißiffis werden köoDen,'—' Diefes Gefchüft kann der Freyheit nur dmydi Ferfuche^ and ituf attmähUch gelingen. Es kann fclbft nur nach den Gefet^nvoT" gehen, die in den, durch dalTelbe erfl bekannt wer* denden, nöthwendigM Handlange^ des Geiiles He* gen; und es mufs erft hinterher, tiacbdem 4a^ Ge- fchäft vorüber ift, (ich zeigen laiteu^'ob jeiie Gefetae dabey beobachtet find oder nicht« Es läifst fidi-alfo wiffen, dafs es nickt gttungen ifl\ wenn fich bcy der Vergleicbung ein IViderfpruch findet.- Allein nndet lieh keiner; fo ill diefes noch j«« Beweis; dafs das Gefchäft gelungen fey.* HieUebefreinßiwim'ung köntiie ficlr allenjfalls auch auf eine doppelte Unrichtigteii gründen. Dafs es gelungen fey, kann alfa immer nur waltrfckeinUch fetj%i. '-^ Ift die W: L. erhe getfoffem Darftellurig der riothwendigen Handiiitigisn d«s Ge{* ftes : fo ifk iTe felber fchtechthin giu^fs ,■ und infalUbd: Aber dafs fie eine folche Darftellung ift, läfstiich keineswegs ftreng beweifen. * Der Philofoph''ift nicht GeJetzgebeTi fondern nnt pragmattfcberGefchichtfckrei' her des menfchlictien Geiftes. — Endlich, wenn auch eine altgemetn^elMide W. L. aufgeftelk werden folke, wird die philofophirende,ür^A«75Äya/t an der fortdauernden PerfectibiliÄt der iDarßellaing immer noch zu arbeiten haben. '
Die hypöthetifche Eintheilung d§r Wi L. iii Ihre^ theoretifchen und praktifchen Theil ift keines Auszugs fähig, Sie ift» dem Rec. erft durch daß Studium der W. L. felbft verftändlich geworden; und er glaubt, dafs fie dasL Verftebeö derfelben bcy vielen liie^r ge- hindert als befördert habe. . ►
Wir kehren wieddr zuunferem Stamdpimkte 4es ünterfchiedes zwifchcu der kritifchen und der reifuvif- Jenfcfiafttichen Philofophie zurück , um von demfelben aus den Eingang in die Wiffenjchäfülehfe oufzu- Tucben. ^ ' ' , •
Die Ueberzeügungen des blofs fialfifUc/M«. Ver- nunffgebrauchff fetzen das SetbftbemCfstfeyn^mxd die Erfahrung a]s Tliatfachen voraus-; und laften. daher ^ieMogtlchk^t diefer Tliatfachen, (die bey jenem Ver- nunftgebrauch.aus. der blofsen "Wirklichkeit gefchlof- fen wird) unbeflmmt. Der philofophifche Vern'unft- gebrauch foll die bcßimmte Moglickkeit auffteHen. und die durch die Vnbefiimntheit im Denken jeher Tbat- lächeu entfiandencn Mawg-rfuud Fe//fc>'' in. den natüp; iichen Ueberzeugungen aufheben. Die kriiifcke Phi- lofophie , welche ebenfalls jene ThatAacheu vüraus- Jetzt t und die urfpriinglichen und natürlichen Begrifft von denfelben blofs entwickelt, ftelU daher auch nur die togifch beflimmte MögUcbkeit^ oder das deutlicJte Bewufstfeyn des beßiwmten Inhalts jener Thatfachen auf; und diefe Philofophie ift eben darum, z-^ar ein 10 feiner Forw gereinigtes und ergänztes^ aber kain feinem Inhalt nach ret«^^ Wiflen. J^ie rtinwiffen- JchaftlicJie Philofophie ift nur in Xofernje möglich , als fie die, von jenen Thatfachen und den natüylichen Be- griffen derfelben fchlechtkin nnahhcm^ige •«- folgUcIl durch Sich felbjt beftimmte Möglichkeit derfelben
.^(T. 0; TANirAri7^gi
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feftfetzt. 'Sie kann diefea -nrn clnrcii eineit Verjiunft- gefairaucfa leiften, der vOn de« Thatfachen, auf welche der natürUche als folcber jimaufhörlich reßectiren mufs, gänzlieh abßrahirt, und der eben darum nur ein küHftUcher feyu künn. So lange diefes Jbßrahiren nicht völUg gelungen ift: fo lange die philofophiren- de Vernunft fich felbft unbewufst, dasjenige voraiu^ fetzte was fie erft durch ihr Wiffen aufRuftellen wahnt; fo lange-fie dasjenige, was fie ableiten fol], unvermerkt ,d^ Ableitung zum Grunde legt; folg- lich cmpirifches Wiilen für reine» anfieht ; fo lange ift fie dpg'ma^iciftifch und i^ir WüTesL ift weder ein empirifches noch ei« reine fy weder ein natürliches noch künftliehes, fondern ein eingebildetes und verküP' ßdtes Wiffen. . , .
Das s^nm reinen Wiffen fchlechthin nothwendig« Abftcahiren von allen Thatfachen^ als folchen» ift nur als ein befonderer Act der Freyheit denkbar» durch den düe Vernunft von der Bedingung il^rey blofs uatörlicheu Gebrauchet befreyt, und als greine Vernunft couftituirt wird. Der , reinwiffmfchaftliche Vernuuftgebrauch ift alfo nur durch Freyheit möglich. Seine Ueberzeugunged rnüiTen nur durch fie hervor- gebracht werden köanen. * Das reine Wiffen^ oder die durch^ftchrßlbft wahre Gewifsheit und gewiffe Wahr- lieit, Ift' nur ais Endzweck deukbar» und müfs eben Aäftim felbft nur ein blofses Handeln feyn. (.Die Ue- berzeugungen des blofs «a^urticAeM Veruunftgebrauchs find kein blofses Ha^tdein; fie werden zu den Hand- kmgen des Wiüehs voratlsgefetzt , und find als hlofse Mittel d^felbctt denkbar«) Die durch fich felbj^ be- ftivmnte Möglichkeit f die .das Object der reinwiffen- fchaftlicheurPhilofdphie feyn , und lediglich durch freyen V,eniunftgeb rauch aufgeftellt werden fgll^ kann nur diefvr Vem-miftgebrauch fdbft in feinen fchlechlMn nothwendigen Handlijkngsweifen feyn. Beym Aufftel- Icn der durch fich felbft beftimmteu Möglichkeit durch freyen Vernunftgebrauch* find Freyhek und bUh Jse Vemtifift dsLsl^TZuchende und Gebrauchte zugleich, erheben "ßcli feVbft zum Objecte emes befondern Be- wufstfeyns, und machen* das durc/z fidi f^^ft Geunffe aus. Durch fich felbft beftimmte Möglichkett lafst fich nur als Vereinigung der Freyheit mit der "Nothwendi^keü^: und *diefe nur in-feferae denken, als die Nothwendigkeit* durch JFV«;Ä«t bedingte ange- nommen wirdJ - Keine Vernunft^ ift^ \wie aus der Kantifchen. Kritik derfelben erhellet, abfoUite^ aber nothweridige^ SeUffltJiätigkeiL . Die Ffeijheit \Sl Ver- nunft ^ in wieferne ihre Handlungsweife '6e^«>Ä»«i, und- Vernunft ift Freyheit . in wieferne ihre Ho^id- lungs weife durch fich fetbfl. beftimmtiü. Die durch licfc fetbfi befiimmte Möglichkeit anfileWen , heifst alfo die Functionen der iich felbft durch fi^h felbft beftiin- inenden Freyheit, oder die fchlechthin nothwcndi-' gen Handlungen der blofsen Vernunft augeben. Diefe Handlungen können nur in foferne vollftändig ent- deckt und aufgeftelU werden, und das Object ,einQr in fich felbft vollendeten Wiffen fcliaft (der*Wiffen- jtichaftölehrc) ausmachen, in wiefernc Eine unter ih- nen enthalten iftj^ welche vca Alleü übrigen vorausge-
F z fevet
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JL L. Z; JANüTAR- i7-j)ff.
fetzt wird, und alle übrigen yoraosTeüt, folglich zugleich die Erße und die Letzte 9 Gnmdfiein. und Schliifsflein des Syftemes ift. In wieferne fie keine andere vorausfetzt , mufs fie durch blofse Freiheit ge- fetzt werden; in wieferne fie alle äbri^cn voraus* fetzt, mufs nichts als die blofse Treyheit durch fie^e* fetzt werden. In der Erflen Rückficht uuifs fie die Freyheit aiifftellen , in wieferne fie ßch fetbfl als Be- dingung der Selbftbeftimmung; in d^r zweyten Rück- ficht abermal die Freyheit, aber iii wieferne fie die [Selbßbeßimmung al#Bedinguug vorausfetztl Um fich die aus- der Freyheit hervorgehende Selbftbeftim- mung mit Beftimmtheit dienken zu können : mufs man fich erftens die btofse Vreyhmt^ zweitens das blofse Ge- gentJieil derfelben , drittens die Vereinigung beider 0nrch Freyheit denken. Die blofse Frejheit , iu deren Begriff von aller Beßimmung abftrabirt werden mufs^ läfst fich nur als blofses Setzen durch fich felbet^ durch hlofses Setzen; das Gegentheil davon nur als blofses Entgegenfetzen, ebenfalls durch fich felber, d. h. dttrcft blofses Entgegenfetzen denken. Die Tugend würde durch ihr blofses Gegentheil aufgehoben werden» wenn fie nicht fich felbft und daJTelbe fchlechthiu» d. h. durch fich felbft vtreinigte und durch diefen Act fich felbft fowohl als ihr Gegentheil befchränkie. Sie fetzt fich dajfelbe nur in foferne entgegen als fie fich felbft vorausfetzt , und fetzt demielben fich feibß iii foferne entgegen, in wieferne fie es vorausfetzt. Aus diefer Vereimguug des fich entgegengefetzten Unbe" flir/vmten (Abfoluten) geht die Beßimmung ^ und ia wieferne die Vereinigung durch Freyheit gefchleht, — die Selbßbeßimmung hervor.
(pie Fortsetzung folgQ
ERBAUUNGSSCHRIFTEN.
LEi?s&iG,b . Leo : Schutgefangbuch für niedere Staat-»
und Landfchulen nebfl einigen Schulgebeten* Hcv-^
ausgegeben von M. Fr, G. Haan. 1S4S/ 8- (P^*
(J gr. loExcinpl. aRthlr.)
Man könnte fich nach und nach wohl mit den
vorhandnea Sammlungen neuer Lieder begnügen;
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deiiii itf derThat giebt es der beffern f© viel, dafs die Wahl nicht, fchwer werdeu kann. Indefs hat es doch immer fein Gutes, -wenn nur eine Schule nach der andern ein beir<?res. Gefangbuch erhält, gefetzt auch , es zeichnete fich nicht vor andern aus. Dies ift hier der Fall. Der Vf. hat die neuem Sammlungen, aber keine fo fehr als die für die Leipziger FreijfchuU beuutst. Hätte er viele Lieder, welche er aus die- fer abdrucken li^efs, in ihrer enften Geßalt gekannt, oder aus andern Gcfangbücbern als gerade diefem. genommen, fp würde er befler gethan haben. Denn nun find eine Menge Verftüram^lungen , zwccklofer Abkürzungen , höohft matte und kraftlofe Veraude-, sangen, deren fich der Herausgeber jenes Gefang- buchs für die Frevfchule fchuldig gemacht, auch ia dieies hinübergeflaffen. Viele Lieder find dadurch nichts als gereimte moralifche. Betrachtungen gewor- den. Die poetifche Farbe ift fo gut als ganz wegge- wifcht. Es ift eiiae recht gute Sache um das Liclit. Aber Ale Warme ift doch auch nicht zu verachten. Das Lied foll die Andacht ««heben. Bey fo manchem kalten Vortrag ift dies doppelt uöthig. Warum denn fo gefliifentlich Geift uud Leben aus rcligiöfen Gefan- gen vejrdf ängenj uqd Poefie in Pxofa verwandeln ?
Von folgenden Büchern find neue Auflagen erfchienen :
. Halle, in der Waifenhausbuchh. : ^. C, Fabr€s kurzer Abrifs der Geographie. 6te verbeflTerte Aufl. 1797. 8- (Ö gn . (S. d. Rec. A.L.Z. i785« Nr. 304.)
Ebend. , in Ebenderfelb. % ABC. und Lefebuch für die untern Claffen deutfcher Schuten. 3te Au£L 1797- 8. (2gr.)
Ebend. , in Ebenderf. : ^, G. Hoffmanns Unterricht von natürUchen Dingen^ Xlte ganz verbelTerte Auflage. 1797. 252 S. .8- (4 gr.) (S. d. Rec, A. L. Z. 1794. Nr. 37.}
K L E4N E SC H R I F T E N.
SjiOBKScKliaTSViro. SSiwathach^ b« Mizl«r: StatiflU fche üehtrfich$ der KönigL Preufsifchen Staaten , von J. D. A. Hockt Prof. der Kameralw. zu Erlangen. 17^*^. — Ein Folio- t»o^en, woriuf in Form einer Tabelle die Grölse, die Zahl der ficiklc», Dörfer t Aemter und Einwohner, Ausfaat und. Acrnt^ der Vi^h^iid, d!e HufenzahL, die Menge der Mühlen vecfchie- denerArt, die Zahl derTheer-, Ziegel- und Kalkbrennereyen, der Uamnurwerke und Giashiltten, die Anzahl «der Fabrikar- beiter, der Werth aller Fabrik waaren , die Einkünfte und der Militaretat in dea verTchiednen Provinzen des oreuCsifchen Staats , wo auch nicht immer angegeben wird Cwir finden noch oinmal fö riel leere Stellen als Zahlen), doch angegeben werden foÜ« Pi« O^währsmäooer ^^ nicht tufgefilbrt; auch fcheint
der Vf. die Angaben ohne vieles Nachfuchjea, und ohne genaue Prüfung hingefetzir zu haben, -denn ea fehlen manche, die er. üch noch hätte verfcliaffen können , und von vielen fillt es fo- ^leich in die Augen , dafs Ge unrichtig ßnd« So z. B; von Sudpreufsen, wo die Zahlen fich auf den früher, nicht auf den fpäter erworbnen Landerdiftrrkt beziehen, obgleich der Vf. ^euoftpreufsen freylich ohne ein einziges ausgefilUtes Fach mit aufführt t von vielen Volkszahlen, von der Angabe der £iii- kunfte» des MÜitaretats , der nur zu ZjrossS Mann berccliMec wird u. f. f. Das Filrilenthum Ansbach hat nach diefer Tabelle 54*Q. M. , ^ 17 Städte , 28 Flecken, no^ Dörfer und 143*670 Einwohner; das Fürßenthum Bayreuth 73 Q« M. » ig Städte, S6 Hecken« aiTs Dörfo and 15999* fiewokner.
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ALLGEMEINE LITERATUR -ZEITUNG
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Sonnabinds, def^ö^* Januar 1798*
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PHILOSOPHIE^
l) Weimar, imlndiiftrie-Comtoir: Ueber denBegfiff der JViJfenJchaftsMvre oder der Jogenawnien Phüofo- phie , . von Johann Qottlieb Fichte etc.
9} Leipzig u. Jena ^ b. Gabler: Grundlage der ge- fammten U'ijfenfchaftskkre etc. tqd gPoÄaiM* Go^#- K^6 Fic/iff etc. ^ -
3) Ebendafelbft : Grundrifs des Eigenthümlichen der WiJlfenfchaftslehre in Rückßcht at^ das theoretifche Vermögen etc. von ^oliann Gotilieb Fichte etc
4) Ebehdafelbft: Phihfophifches Journal einer Ge^ fetlfchaft.deutfcher GeUhrten. Herausgegeben roö
foHann Gottlieb Fichte und Friedrich ImmanttA Niethammer etc.
(FortfetzuHg der im vorigen Stück (Agebrochenen Recenfion.')
Die jfnfchauung , durch welche der Begriff, der Setbßbeßimtiiung nrfprüuglich reaUfirt wird » ift in dem blofs natürlichen Selbftbewufstfeyn! enthalten» und macht in Verbindung mit einer andern ihr entge- genjgefetztenAnfchAUung das 0^f/Vn desBewurstfeyns. aus. Sie begeht in dem Zurückgehen in fich felher^ wodurch das Ich als folches im Selbfibefujafstfeifn fich vom Nicht' ich unterfcbeidet. Das'Ich wird fich dabey nur infoferne zum -Objecte , inwieferne es fich , von einem Andern, das für daffelbc btofs Object ift, dem Nicht - ich, unterfcheidet. Das Infich zurückgehen kömi^t hier nur infoierne zvl tlnembefondernBewufsifetfnf in- wieferne es von einem, mit jenem Zurückgehen ver- bundenen, Stehenbleiben heYXtL nicht 'ich uqterfchie- den wird. Das natürliche oelbftbewufstfeyn ift al?o, als folches , empirifch - bedingt. Der Phitofoph er- fiQhafft fich ein empirifch' uAbedingtes 9 und inioferqe auch allein reinwahres 9 aber künfilicheSy Selbftbewufst* (eyiF, indem er fich durcjti Fretfheit über das btofs Na* türliche erhebt; und er thutdiefes, indem. er, veran- lafst durch das ihm eigenthümliche 5^ftfff nach dem Unmittetbargewiffen , über das btofs e Zurückgehen unmittelbar reflectirt, folglich von demj, im na- türlichen Selbllbewufstfeyn , die Unterfcheidung des Ichs bedingenden^ NicJU - ich fchlechthin abflrahirt^ und lediglich auf das (auch in jener Unterfcheidung. zu^* gleich Unterfcheidende und Unterfchiedene) Ich zurückfieht. Dlefe rieue Reflexion ift felbft ein Zurück- gelmf aber kein empirifch bedingtes, ' fo'ndern da» Abfohlte* In ihr und Jurch fie wird das Ich zu dem, vom Ausgehn vom Nicht 7 ich , unabhängigen , empi- rifch unbedingten , von allem blofs gegebenen- durch J. Ln Z. I79S* Erfler B»neL
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fich felbft lofsgeriffencn, reinem Ich. Mit ihr geht der rein wrifeqfchaftliche, d.h. dasjenige Vernunftger- brauch beym Wiffen an , der von der blofsen Freyheif abhangt, und der da^. Selbftbewufstfeyn und die Er- fahrung nicht vorausfetzt , fondern die durqfifichfelbß beßimmte Möglichkeit von beiden aufftellt.
Jenes ctbfolute Zurückgehen f öder das reine Ich, ift als Haniteng' abfolut/r^, Üs Uandlungsweife ab- folut niDthwendigf und beides ift an demfelben und durch daffelbe unzertrennlich vereinigt. An fich felbß ift es ein IViffeUj das im Handeln 9 und ein Handeln^ das im Wiffen befteht , reines Anfchauen; — es ift we- der ein Benken noch ein IVotten^ weder ein 5«^» noch em Werden^ fondern dasjenige, was fick felbft durch fich fetbß diefem Allem zum wunde legt. Durch die- fes reine Ich wird das rein wiffenfchaftlicfie , das phito- fophifche, Wiffen hervorgebracht ^ ii? dem das ahiolute Zurückgehen fich fetber in einem befondem Bewußt- feun (dem jSewufstfeyn der PlUlofoplien). durch fich fclber-fte/^iwfn^, fich durch heftimmte Begriffe feiner felbft bewufst wird, mit einem Worte, fich fetbß denkt. Nur in diefem fich felbß denken des reinen Icfi findet der Philöfoph nach und nach die durch fich fetbß beßimmU Möglichkeit des Selbftbe\vufstfey«s und der Erfahrung.' Um fich felbft denken zu können^ und. zum blofsen Behuf diefer Denkbarkeit 9 mufs das reine Ich durch fich felbft und in in fich felbft die freye Handlung des abfoluten Zurückgehens voq der nothwendigen ^andtungsweife unterfcheiden. In der letztern Ruckflcht, die, weil fie das Zurückgehen als folches, unmittelbar betrifft 9 in der IViJfenfchaft des reinen Ichs die Erße feyn nufs , hat das reine Ich dasjenige im Bewufstfeyn zu beftimmeu^ ohne wel- ches fich daffelbe nicht als abfotutnöthwendiges Zurück-, .g^hen denken könnte. In der anderh Rückficht be-^ ftimmt das reine Ich alles dasjenige Im Bewufstfeyq, ohne welches fich daffelbe nicht ais fretf denken könnte.
. Soll d9S reine Ich ficb felbft in derEigenfchaftdes abfolutery Zurückegehens als durch uch felbft , äbfolut, und folglich durcn blofse Freyheit , nothvoendig denv ken: fo mufs es (zum Behuf der Denkbarkeit der Noth wendigkeit durch Freyheit) feine blofse Freiheit von dem Mofsen Gegentheil derfelben unterfcheiden, undbeides fchUckthin Aarch fich felbft als folches, ins Bewufstfeyn fetzen. Durch diefe beiden Acte nöthtget die Freyheit ilich felbft zu einem Dritten 9^ nämlich der abfoluten Beßimmung ihrer felbß und ihres Geg^ntheiU durch einander. Diefer Act ift der gemetnfchaftUche aller Selbflbeßimmung , inwieferne er die beiden Vori- geif, durch deren Vereinigung aUe Selbftbeftimmung * G . einzig
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ALLG. LITERATÜK, aEHUKfi
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eiiuig dciitfaar ift , in ficb begreift. Aber es ift ein Irftmiieref Avt der S^mb^kimmilng, tindzw^r unter »Uen- ckr '^fie ,- imvieferne er ieintn andern Act der SelbßbefiifHfnung vorausfetzt, und von jedem andern im defiken delTciDen voratisgefetzt ^ird. Als befonde- rer Act fchtiefst er die beiden vorigen aus, die er sbte aU Act der Selbftbeftimmung in "fish begreifen folK Dadurrii' wird' der Freybeh ein vierter Act nothwen- 0igy der die beiden erften mit dem dritten infofeme Tereraiget^ als-fie ans denifelbeo ausgefcMofftnwAren. War der Ausdruck des Dtitfen, des Satzes der B^ ßimmung : das Idf^ befliimnt ficb filbflund das laicht - ich durch ^mmder: fo lantet Aet Vierte t^ das leb beftimmt ficb f^|b^, inwiefem€ es das Nicbt-icb befthnmt und befllnimt das Nicht-icb, inwltferne es ficb felbft be- ftimmt. .(Der- Satz der WechfelbeflinmungJ. Diefer neue Aet »der Freybeit ift, inwieferne ef mir durch den unmittelbar vofhergegaugeneh moglkfa wurde, ebenfalls ein hefonderär Act j der die beiden erften nt^r vermittelt des Dritten m ficb begreift , und f]0 daber wieder infoferne aas lieb ansfcktUfst. Er führt alfo wieder einen andern ; die beiden erften mit dem Vierten veretnigenden Act, und diefer wieder, einen Andern herbey , bi? der Freyhcit endlicb derjenige Act nothUJerrdig wird, der die beiden /cÄ/ircÄ^Am aj/o- hiten-nrchl bibfs vorausfetzt, und fie nur in einer ^e^ ttjj(Jt» Küclt ficht, fcndcrn fie fchUchthinf und folg- lich dadurch vereinrgt , dafs er den Zweiften fcttledithin ausfchliefst. Es ift diefer derjenige Act , durch wel- chen die Fr«f fiWt vothwendig in ßch felbfi zurückgeht^ nothw endig fch felbft als blofse Freifheit fetzt , und dss^Stfßem ihrer fchlechthin notbwendigen Functio- nen dadurch vollendet, dafe fie ihren etßen Act wie- der aufftellt. Der Act; durch ^en die Freybeit ficb mothivendig als Frej'heit fetzt , ift der letzte mögliche «intcr allen befondefen nothwendigeu Acten der Frey- beit 9 wei! die; Freybeit nach ihm keinen Andern als den Erß en (etzen Kann, durch d^n fie üch freu als Frey lieit fetzte- Nennt man die Acte der ficb felbft .befiimroendeii, imd der Hnndtuftgsweife nach noth- Wendig handelnden Freyhcit Hafdlungen der reitfen VervCtifift; ib find alle diejenigen , My denen die >>e)hcit, um fich felbft zu beftimmen, msEni^eger^ fiefitzte vorausfetzte y Handlungen der theoretifchen VcFKirnft. Nur in* dem Acte und tiurch denfelben^' Äirch t<' eichen fie alles entgegengefetztc nothwendig ausfchliefst , ift fie praktifche Vernunft^ - '
Airs der Gritnätage der gefaunnfen IViffeufchafts- Mtre , • und dem Grurtdriffe des Eigcnthümtichen derfet- ben in Rückßchf auf das theoretifche Vermögen ift nicht nur kein Auszug möglich , fondern- auch jede aus dem Zufammenhang gcriflcne Probe der ftrengunffen- JfcAirff/fcÄm Ausführung ihres Inha'lts würde unver- ftändlfcb feyir. Wer ßch auf die Beurtbeilung der toa^ftellitfig vils foTicber, einlnflcn wollte« dürfte nicht vergcflen , dafs Ht. F. nicht nur „zunächft für feine Zuhörer fchrieb, wo er es in feiner 6ew&h hatte, iisundlieb fo lange zn erklären, biserverßandenwar»* (S. phH. Journal 1707. Erftes Heft. S.s) fondern auch,^ dafs er die »n«i fieniif ü^iner aludemifebeA Vorkfiui-.
gen unternommene und beftbleubigte Ausarbeitung nur ali Ifatidfchfift ftlr feine* ZühÖiFer drucken' Hefe, llec» bat^leicbwohrvdn diefer Eilfertfg'keic keine auf- fallenden Spuren , aber defto mehrere Veraulaflungen gefunden, ein bey folchem Tieffinue in der Specuh- tion vi'eUeidit beyi^iälofes Talent äftbetifcher Klar- heit und Deutlichkeit zu bewundern. Die Dunkel- beiten, mrt denen er auch beyns wiederbohen-Lefen oft und viel zu nugen hatte , find ihm aus dem Con- trafte zwifchen tler vöUig neum^det Würenfchafts- lehre eigen tbümlichien, und jedef ihm bekannten und befonders der von ihm felbft gewohnten Weife zn pinilo' fopkiren, um fo begreiflicuer geworden, da fie ihm nach nnd nacb faft- durchgängig überwindlich wur- den. Ob ihm die wenigen Stellen , bey denen dies nicht der F^tl war , aiis des Verf affers oder aus feiner rf^ifffen Schuld unverftändlich geblieben find , würde er kaum zu entfcbeiden wagen, wenn es ficb oucb der Mühe verlohnte.
,Nur fehr wenigen Lefem der Wiffenfcbaftslehre dürfte durch ihre nufaere Lage die Mufsr vergönnt feyn, welche Rec. dem Studium derfelben widuien zu können das Glück batte. Diefen insbt^fondere mufs die neue Darft^Uung crwüufcbt fcyn, die Hr. F<# im philofophffchen ^oimtate zu gehca ver^rocheui, und zu der er bereits ztvfij vcrfehiedene Einlettungm^ ge- ' liefert hat. Beide latfeii durch ihre ganze Befchaffcn- heit keineswegs zweifeln, daß jene Darftellwng den erften,, als Maiiufcript. gedruckten , Vcrfuch an Fafs- lichkeit übertreffen werde. Beide fetzen das Eigen- thumtiche der Wifleufchaftslehre aus xwcy verfchiede- nen Staudpunkten in ein fehr befHedigendes laicht, welches felbft noch in (dem folgeitden^«5a;f!j^<f ausder Erften , und an einigen Hauptgedanken aus der Ztvetf- ten unfern Lefern aüffatleud und willkommen feyn wFrd. •
Vtrfuch einer neuen Barftetiüng der Wiffmfchaftp- - lehre (Pfiil, ^orrnal V B. 1 H.) Einleitung, g. L Eini- ge unferer Yoritellungen find von dem Geftible der rretjheit , andere- von* dem Gefühle der Noiiiwendigkeit begleitet. Phantajße und Wille erfeheincn uns afs fi^etf. — Ei läfst ficb nicht fragen: warum die von der Freybeit abhängigen Vorftellungen gerade /o be- itimmt find und nicht anders? Aber.wobi; welches ift der Grund des Syftcmcs der vom Gefühl der Notb- wendigkeit begleiteten Vorftellungen , nnd insbefon- dere diefes Gefühles felbft ? — Das Syftem der vom Gefühl der Nothwendi^keit begleiteten Vorftellunge« n^nnt.raan auch die Erfahrung ^^ dietnnwf fowohl als
die äufsefe. Die Wiffmfcftafty welche jene Frage
beantwoKef , betfst Phitofophie. Diefe hat alfo den Grund alier Erfahrung anzugeben. — [Der hier aufge- flellte Begriff von Vhilofaphie unterfcheidet ficb von of/eir bisberigen dadurch , dafs er das Gefaht derFreij- heitvar aus fetzt. Da diefesGeföh! vönrfenDe^gma- tikern und Skeptikern für TäufclHtng erklärt wird, fo * dürften ficb dicfelben , die Erktfärung der Pbi4ofopbie» von der fie um das übrige diefer Abhandlung zu ver^ ftehtn^ mit dem Vf. ausgehen müfl'en , fcliwetlich g<^ falkn Mafien. * AUaia v^mi üe bedenkea» ^dais fie j^
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No. 7. JANUAR sY9t. -
U
«es GtBM nnt erft iutth tArrPhilofopbie als Täu- fchun^r erkaünt 1 und rfi^Erkecornifs alfo wofal nicht fchcn in dem GruitdbegrifF ihrer Philofophte als aus- gemacht vorausgefetzt haben; fo durften fiefichwohl entfchliefsen , von derfelben auch zum Vortheil des Fichtlfcfaen Begriils von Philofophie zu abftrahiren, und ein Gefühl , deifen Wirklichkeit (ie ohnehin nicht za leugnen begehren , hypothetifeh , und nur auf fo lange als zuverläßig anzunehmen «, bis fie das neue Syftem^ das Ile doch einmal kennen und beurtheilen: wollen , \^elches lieh aher ohue jene Annahme durch-: aus nicht verftehen läfst>.verftai>den haben.] '$. IL. Nach einen GruinL frafren, .heifst; etwas audereff auffuchen , aus deflen Beillmmthelt fich eiufchen läfst, warum das Begründete unter den mannichfaUigeu Be- ftimmuugen , die ihm zukomipen könnteii , gerade diefe habe» die es hat. Der Grund raufs alfazu Fol* ge feiner Denkbarkeit aufstr dem Begründeten liegen, und Gnknd und Begründetem rnüifen lieh infoferne ent- gegengefetzt feyn. •— Die Philofophie hat den Grund der Effahimng anzugeben. Darum mufs alfo ihr Ob-' j€ci amjser aUer E^ahrung gelegen 9 und Erfahrung kann nicht das Object der Philofophie feyn. $. lli.> Da6 Ding beifst dasjenige in , der Erfahrung, was un- abhängig von unferer Frey hei t beflimmt feyn, und monack ßchunfere Freyhoit im Vorfletten (bey der Er- kcnntulfs^ richtm foll. — Uufere Freylieit, inwiefer- ne fieiich naeh^dem Dinge in der Erkeumnifs richten foll , das was in uns das Erkennende ift , heifst die Intelligenz. — Die Intelligenz und das 'Ding find in der Erfahrung unzertrennPich verbunden. Aber wir können durch die Fretfkeit des Denkens von Einern vi>n keiden abfirahireu , und dadurch abftrahiren wir ven der ürfakrung Jelbfi , und erheben uns über diefdbe.— Abftrahirt man vdu dem Dinge: fo behalt man die IntetUgenz anficht d. h. abftrahirt von dem Verhält- nijfe derfMen^znr Erfahrung. — .. AbUradiirt man von der Intelligenz: fo behäk man das Ding mn fich ^ d.h* abilrahfrt von äera VerhältnifTe deifelben zur Erfah* rung. — Die IntelHgenz ift, wie in derWiffeufchafts- lehre gezeigt wird4 keineswegs durch blofse Ab-, ftractiou von der Erfahrung hervorgebracht; aber da» Bavufstfeiin derfelben ift durch eine dem . Menfchen mtürkche Abftractiou bedingt. — In dem einem Falle ift die InieUißenz anfitk; in dem andern dasDm^ aw ficht das an^ev der Erivahrung angenommene, was als £rÄ/aiwj^jgT««il der Erfahrung gebraucht wird. Das effte Verfahren heifst der Ideatismus,; diis2kweyted€r DogmaiisniHs. . Im- Idealismus ift die Erfahrung ein. Product der Intelligenz , im Dogmatismus — des Din- ges an fich. Bey einem confequenten Verfahren im Philofopbiren find nur dleje zwetj Syfteme möglich» Alle übrigen find durch Inconfequenz veranlafste Mifchungen von beiden. [Rec. glaubt biet bemerken aui muffen, dafs Hr. F. die Worte Idealismus und. DogMatismus 9 , das eine i» einer n*eiteren , das andere in etnerenifmf» Bedeutmig gebraucht, als dieselbe m jeder bisherigem Philofopliie gehahl babe»> und itnbea konnten. £r bedit^nt fich dadurch* eioes u»ftrcitigeÄ.. Rechtes. Auch ill die ihm ^^gemhttsakbc Weife die
Begdffe des Idealisibtis imd Dogmatisflms^ zn beftim- men eine nothwendige Folge des höheren Standpunktex feiner Philofophie. Bisher ift wecher dem Dog^natis- mus noch dem Idealismus diejenige Abjtraction gelungen, durchweiche fichrdiefer über allen Dogwa- tismus hinaushebt 9 und jeuer allen IdeaHsmus aus- fchUefst, Das Wefen des bisherigen Dogmatismus bev fiand darin , dafs er von aUer Erfahrung abftrahir| zü haben 'ff;a/m^e> Während er eigentlich von der Jle^^ ßexion entweder über die äu/We oder über die in- nere Erfahrung ausging. Daher war er felbft entwe- der idealifiifch » oder reaRßiJch , je nachdem^ er entw<^ der dem biofsen Subjectc der- inneren, oder den Oil^ jeden der äufsem Erfahrung den Rang de^ Unabhän- gigkeit von aller Erfahrung, den Charakter desSeyt/ an fich beylegte. Der Kantif^be Kriticismus ift d*^. durch, dafs er auf, die Verden in«efii'BeftandtheiIe: dei Erfahrung wechfeljeüig reflectirt> dem GrundSehUit des bisherigen Dogmatismus entgangen. Er zeigt^ dafs und inwiefexne von dem Dinge in der Erfah- rung die Intelligenz , und von der .Intelligenz f'n d^r Erfahrung das Ding vorausgefetzt werde, und dajs und inmeferne die Erfahrung durch die unzertceniv- liehe Vereinigung je^ier beiden Beftandtheile möglich, fey. Allein eben darum ift der Kriticismus auch we- der felbft mffenfckaft^noch ii\ durch ihn felbft Wif- fcufchaft möglich. Er beweifet die von ihm aufge-, fteliten Bedingungen der Erfahrung lediglich aus der Müg4ichkeit d^r Erftihrung» und erktäri die letztere ^ lediglich aus den Erfteren. Er läist es uaentfchieden» oh nicht vernünftige Wefen anderer Art an ganz an- dere Bedingungea gebunden feyn mögen» ^s die dem menfchlichen GeUie gegeben find. Die Fragen w^arum uns nur dieje und keine andere Form der Er- fahrung möglich fey, wird von ihm als eine ganz he- deutuugslofe » unbeaptwortliche Frage abgewiefe».. Seine Erklärungen und Bewfife drehen., ucb^» mit einem Worte! in demjenigen Cirkel herum, der für den blofs natürlichen Vernunftgebraech. ibeifi- fehler* hofter ift« .und aus welchen man nur durch eine ab^ fichtliche Jbßraction T«n aUer Erfahrung, heraustre* tcn kann, welche -mau abfichtUch und fartdaurend. be^'m Philofophiren/cf^Xcolfe» mufs, um nicht wieder, in jenen Cirkel zurück zufallen.} Im jJ.IV. wirdfebr . treßend gezeigt : da£s das Object des Dogmatismus^ das Ding an fich , keineswegs als etwas Reales , fon- dern nur als etwas durch blofse Abßra^tion hervoree-^ bra4:htes im Bewuistfeyn vorkomme, während fich &> Ich an fich als Object eines wirklichen Bewu&tf(^yn» . , auf weifen laiTe. $. V. Der Idealismus, und DogmatiS' mus können fich einander nicht widerlegen^ Tveil fie liber das Erße Princif ftreiten , und keine von ihneu gemeinfchaftlich anerkannte Vorausfetzmig haben. — Nach demDogmatismus ift alles^, wa» im Bewu£stfeyn , V4irkowimt, Predncb des Dinges anficht die Freyheit ift it» dieieni Syfteme eine blofse T^ufchung, und der - coii//(}fiefUfDogmai:4ker ift noih wendig MateriaUßund FataUjk — Nach dem Idealismus ift das Ding an fich (weknes aucU i^lbft tür den Dogmatik^r mar iSsErUä- tungsgyund def Erfahrung Realitüt habett kajon) eio G 2. Unding,
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A. t. Z. JANUAR J798.
Uoding^t Til'^eü er emed andern Erktärungsgrnnd für
die Erfahrung hat und aufftelU* Da diefe beiden
Syfteme weder nebeti eiuander beftehen., noch einander, i}erdrängtn können» noch auch iich in ein lEinziges zufanvmen fctimelzen laHen ; fo ift entweder nur die fkeptifcbe VerzickHeifiwng auf alle Phiiofophie , oder nur eine Wahl zwifchen jenen beiden möglich» bey der man nicht durch theoretifcke Grunde, fondern durch ein blofses Interejfe^ beftimmt werden kann -— Menfchen, die .Cell nicht zum vollem Gefühl ihrer Freyheit erhoben habeiu finden jxc/j /tftoyi nur im Vor- ßeUen der Dinge. Sie haben nur jenes zerfireute, auf den Objecten haftende ^ und nur aus der Maunich- ftltigkeit derfelben zufammenzule£ende Selbftbewufst- feyn. Ihr Bild wird ihnen nur durch die Dinge aufser ihnen, wie durch einen Spiegel, zurückgeworfen. Werden ihnen die Dinge entriflen ; fo geht ihnen mit denfelben auch ihr Selbft verloren^ Sie find alfo aus mifsverftandener SelbflerhaUung — Dx>gmatiker. — Was man für eine Phiiofophie wähle, hängt alfo auch fehr d^von ab, was mau für ein Menfch ift; und die Freyheit zeigt fich auch hier als das Princip der wak- 'ren Phiiofophie. — $. VI. Der Dogmatismus foll und will die Vorfieltung als Product 'der Dinge an fich er- klärep. Aber dies ^ ift fchlechterdings unmöglich« Laut einem unmittelbaren Bewufstfeyn , da^ er nicht a'bleugnen kann , fieht die Intelligenz als folchi fich felbfl Stt. In der unmittelbaren Vereinigung von Seynp • und For^(?«(m befteht ihre Na^tir. Sie ift für fich felbft ; ift, was fie ift„ für fich felbft, und ihwiefernc fi^ für fich felbft ift; und was fie nicht für fich felbft ift, ift fie nicht. In ihr ift eine doppelte Reihe 9 nämlich des Senns und des Zufehens^des Realen und Idealen^ und eben die Vereinigung diefcr doppeltem Reibe ift die Intelligenz. — Für die Dinge hingegen giebt es nur die einfache Reihe des Seyns. Was fie find, find Re nicht für fich y fondern /«r die Intelligenz. Was. fie hervorbringen, bringen fie nicbt in fich, fondern * in andern Dingen, hervor. Eine Vorßellung in der Intelligenz können fie nicht hervorbringen, weil die* fe kein blofses Ding ift, und weil alles, ^was in ihr ift, nur infoferne ift, als es Von ihr gefehen wird, und nur durch fie in ihr felber ift. — Im confequen- ten Dogmatismus ift die Intelligenz wirklich über- haupt kein Ding, fondern nur das Product mehrerer Dinge, ungefähr wie der Zui^mmenklang mehrerer Saiten. Aber durch die Zufammeuwirkuug mehrerer^ Dinge entfieht nichts von den Dingen abgefondertes, wenn nicht die Intelligenz hinzugedacht wird, ' die die Dinge beobachtet. -— Alle Einwirkung ift mecha* nifch , und kann nuf zwifchen zwey blofseii Dingen ftatt finden. Yfer die Vorftellunjp beßimmt denkte kann fie unmöglich für ein Ding, und das Vorft«Uen« de für ein einer Einwirkung fähiges Ding halten. ^^ $. VII. Der Idealismus erklärt die Befiimrr,ungen des Bewufstfeyns aus dem Handeln der Intelligenz. Diefe ift ihm nurthätig, und abfolut^ durchaus nicht te^ dend, weil fie feinem Poftulate zufolge Erftes und HbAies ift, dem nichts vorhergeht, woraus fich
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ein Leiden erklären liefse. Ihr Wefca i{t reines Thun. — Aus dem Handehi diefcr Intelligenz foUen beflimmte .VorfteUungen abgeleitet werden , und zwar insbefoo- dere die von einer ohne unfer Zuthun vorhandenen, im Raum befindlichen, materiellen IVeU. Zu diefem Behuf mufs das Handeln der Intelligenz ein beflimm- ies, und da die Intelligeuz der höchfte Erklärungs- grund ift, ein durch fie ßlbft , und ihr IVefen beßimm- tes Handeln vorausgefetzt werden. — Denkt man fich die nothwendige Weife des Handelns, abgeföiidert von dem Handeln felbft, fo heifst fie das Gefetz des Han-^ delns. Die Intelligeuz fühlt beym Gefühle, der Noth- wendigkeit nichts aufser fich felbft; keinen Eindruck von Aufsen , fondern nur die Schranken ihres eigenen Wefeus, die durch die Gefetze ihres Handelns , folg. lieh durch fie felbfl beßimmt find* — Inwieferne der Idealismus diefe einzig vemunftmäfsige, beftirarate, und wirklich erklärende Vorausfetzung von den Ge- fetzen der Intelligenz macht, infoferne heifst er der Krüifche und Tranfcendentale. Tranfcendent würde derjenige Idealismus feyn , ^der die beftimmten Vor- ftellungen aus freycn und unbeßimmten Handlungen der Intelligenz ableitete. -^
(Dl« JFw^fetzung folgte)
SCHÖNE KÜNSTE.
Altona , b. d. Verlagsgefellfchaft : Die Ufiüberwind' liehen. Ein Pendant zum Kettenirdger» Von Ga- , . briel Stein. Erßer Theil. 1797. 146 S. g.
^ Hier find einige Proben der Phrafeologie, die fich aus diefem Romane fammeln Jäfst : Ein H^rz , das keine Kunft verßümmelt hat, das für Gefühle blüht, die etc. — wohUgße Gefühle — jede Gefährde ift überftanden — Worte mit Flammenzügen in feine Bruß fangen — ein kleiner Cryftallenb^ch, der fchwatzend verüberriefel- te— *► Geb'alwungen des Kopfs — Feuer in Wünfche bla- fen, — feiner Tugend das letzte Urtheil machen — den Tag in Augenblicken zubringen — ohne Freundfcha'ft gedeiht die fchönfte Liebe zum zögernden Einerleu — einen mit dem Hafs eines Andern -verföhnen — feineu Qedjtnk^en triftiger nacUiängen — eine Kabale ungehin- dert lußwandehalaffen. — Einem Schriftfteller, der fich fo ausdrückt , kann man nichts rathen , als zuförderft diö Sprache zu lernen, in welcher er fchreibt. Bis diefes gefchehen ift, kann von Zweckmäßigkeit fei- ner Dichtung, Kunft der Anlage und der Ausführung, Kenntoifs der Charaktere und Gabe fie zu fchildern, und Gefühle aus Gefühlen zu entwickeln, gär nicht die Rede feya : dies find Fpderungeu , für die der Vf. bey jenen UnvoUko^minenheiten , noch keinen Sinn haben kann, und wir würden daher eine fruchtlofe Muhe anwenden , wenn wir diefen Roman ,* (an def- fen Ende der Held in eine geheime Gefellfchaft tritt, wahrfcheinlich die Unüberwitidlichen des Titels, die bis' dahin nicht vorkommen) näher zergliedern, und dafs er felbft nicht eiamal für mlttebnäfsig gelten kön-r nej zeigen \follten«
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ALLGEMEINE LITERATUR -ZEITUNG
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Sonnahefids» den 6. §anuar I/pS*
PHILOSOPHIE.
i) Weimar , im Induftrie-Comtoir .• Ueber den Be-
friff der IViJfenfchaftstehre oder der fogenannten hilofophie , etc. ron Johann Gottlieb Fichte etc.
2) Leifzio U.Jena, b^Qabler: Grundlage der ge- Jammten JViJfenfchaftskhr^, etc. ^^on Johann Gott- tieb Fichte etc.
3) Ebendafelbft : Grundrifs des Ei^thUmUchen der Wiffenfchaftstehre in Rikkfich^ a^ das theoretifche Vermögen^ etc. Ton Johann Gottlieb Fichte etc.
4) Ebendafelbft: PliilqfoplHfches Journal einer Ge- Seüjcliaft deutjclier Qelehrten. Herausgegebea von Sohann QattUeb FictUe und Friedrich Immanuel Isiettuunmer etc.
(Fortfetzunf der Im rorigen Stück ahgehrockenemRecenßom.)
Für den Standpuql^t , den die t)hil9fophirende Ver- nunft unmittelbar vor dfr Winenfchaftslebre ein- ;iahm « folglich für den Kantifchen KriticismuSs haben die Worte, iritifcher, iranfcendentaler , und $ranfcen' denter Idealismus eine ganz andere Bedeutung. In derfelben ift der transcendenJte Idealisn^us. dagmattfcht weil und in^wieferne er das Vorjieüende ^ das er doch nur aus der inneren Erfahruv^ kennt, für das abfolut'^ , exifttrende^ das Subfiftirende^. apnlmmtf Qnddie Vor^ ftellungen in einem abfoUsinothwendigent Schlechthin fMerUärbaren^y IJandeln der vorfietlenden Subflanz be« ftehen läfst. . Derfelbe Idealismus ift tranfcendenf, weil und in wieferne er zwar nicht in feinem Frtnc^ 9 wie er foUte, aber wohl in feinem KefüUate, \9ie er nicht, ^follte, über alte Erfahrung hinausgeht 9 und 10 derfel- ben alles für blofsen Schein erklärt, was er feinem tingeblich nothwendigen VorfleUen widerfprechend fin- det. : Der Kriticismus der» in feiner t/ieoreft/cAc» Grund- lage» von dem beftimmten^ aber blofs natürlichen^ Be- griffe von der Erfahrung» und zwar der innern und aufsern übethaupt^ ausgeht, tritt zugleich als Idealis- mus und Kecdismus auf, weil und in wieferue er die gegenfeitige Abhanmgkeit des Bewufstfeyns der. VorfteU , tungen in uns , mm des Bewufstfeyns der Objecte cSufser^ «itr für die Möglichkeit der Erfahrung fichtbar macht* £r ift iranfcendentaler Idealismus^ weil und in wiefer- ne er zeigt , dafs dieForm der äufsem Erfahrung^ fo- UJeit fich diefclbe aus, dem befiimmten Beeritte der Erfahrung ub^r^aup^ entwickeln läfst, an fich felbft in innerlichen Bedingungen dfs bloßen Vorflelleuf be- fiehe. — Er ift empirifcher Realismus » weil und ia Wieferne er zeigt , dals das Yorftellen in Rückficbt auf die objective Realität deffelbenäntfsere Empfindung A. t. Z. 179g.' Erßer Band.
Torausfetze , welche als die in dem Begriffe der 'wnfsetH Erfahrung enthaltene, und diefer Erfahruijg eigen- thvmliche, materiale Bedingung fich aus, dem blofsen VorfteUwnßsvermogen nicht begreifen, läfst. Er läfst die Mögttchkeit diefer materialen Bedingun]g , fo wie auch der formalen^ des Raums 9 der Zeit, der. Kate-
Sorten völlig unbeflimmt ; kennt fowohl die Din^e als ie Intelligenz nur durch die Analyfe des natürhchen Begriffes der Erfahrung f weifs durchaus von keiner anderen Handlung der Intelligenz aufser dem Sitten- gefetze 9 und auch von diefer nur, in wieferue er fie im Selbfibewufstfeyn findet, und ohne zu wiffen, wie die Intelligenz dazu gelangt, und leitet durchaus nicht weder cUefes Gefetz, aoch die Erfahrung aus *den durch fich felbft beftimmten Handlungen der Intelli- genz ab. Sollte es daher nicht rathfamer feyn , die- /^mi Idealismus den Namen de^kritifch tranfcendentalen zu übcrlaflen, und den der WilTenfchaftslehre den wiffenfchaffUch tranfcendentalen zu nennen ? — Der oben befchriebene Idealismus kann auf zweyerley Ar- ten zu Werke gehen. Ent^reder leitet er das Syftem der nothwendigen Handlungsweifen der Intelligenz, lind mit ihm zugleich die dadurch entftehelideu ob- jectiven VorfieUungen wirklich von den Qrundgefetzeni der Intelligenz ab; pd^r.er fafst diefe Geietze , fo wie fie fchon auf Objecte unmittelbar angewendet werden, alfo auf ihrer tiefiten Stufe , auf welcher man fie Kot^ iegorien nennt 9 auf; nnd behauptet 9 ohne fie von den Grundgefetzen abgeleitet zu haben, durch fie wür- det die Objecte beftimmt upd geordnet. — Der Kri^ tiker der letztern Art leitet die angenommenen Gefetz& der Intelligenz keineswegs aus dem Wefen der Intelli- genz , der einzig möglichen Quelle derfelben ab ; er nimmt fie alfo ohne ihren probehaltigen Grund an, und kann fich ihrer VoUftändigkeit nicht verllchern. Ein folcher Idealismus ift tmerwiefen* und «uVierweis- lich; und. ift, (heifst es in einer Note) von Hn. Prof. Beck in feinem einzig möglichen Standpunkte etc. auf- geftellt worden. Hr.. Fichte halt die angeführte Schrift „für das zweckmafsigfte Gefchenk, das dem Zeitalter gemacht werden konnte'* und glaubt, „dem Manne, der aus der Verworrenheit des Zeitalters „felbftftändig fich zur Einficbt erhoben^ dafs dieKan- „tifche Philofophie keinen Dogmatisqius , fondern ein „nen tranfcendentalen Idealismus lehre, und dafs nach „ihr das Object weder ganz noch halb gegeben 9 fou- „dern gemaicht werde , die gebührende Hochachtung „öiFentUch bezeugen zu müiTeu.'^ [Die Behauptung; dafs das Object gemacht werdet kömmt in der Stande punktslehfe aus ganz anderen Gründen und in einem ganz apdem Sinne vor , als in der Wiffenfckaftslehre» H und
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ALL& LJTEKATÜII- ZELTUNG
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und Hr. F. dürfte! der Efftcrn «ine Taft nur wörttiche Vebereinftiroiimng^ mh femmn Syfteiw^ -wobbetwas- au hoch juirecluien* JELec. halt. jen&iLehKe für einen Verr flieh y den Kriricisin]us durch fich Jelbcf zur Wiflen- .fchaft zu erhebe*!! , * der fich von dem ähnlichen Vet- fuch der Theorie des VorftMungsvmmogins vorzüglich dadurch unt^rfcheidety 'dafs diefer iii feinem augeb- lich wi^enfchaftlichen Fundamente de»- Empirtf^tt- ili]lfchweigeudi;oi;^^^^2i^^ >yäl\ren^ jener in dem fei- bigejXrdaiTelbe auf eine J^kke IPeife ausfchliefst , daft' die Erkläriing davün^ die doch das Hauptgefchäft al» ier Ph\lo{cphie'i& j JcMechterdings umnvglkh tt'irtf.] — Der ächte Idealismus geht von einem einzigen Grund* gefetze dpir Vernunft aus. Er nimmt einen Denkact Vor, und uuterfcheidet dabey die Freyheit j mit der er vorgenommen ift, von der tiothwendigkeit dev Art öncl Weife; wie er vorgenommen wird. Diefe letz* tere ift freylich etwas G^^«rf««« ; aber ein ütfunde- mes f deflen Finden nur durch Frej^/i^ft bedingt iR. — Blofse Vorausfetzung ift ; dais jei;es Nothwendige das Grundgefetz der ganzen Vernunft fey > und dais aus ihm das ganze Syftem unferer nothwendigcu Vorftel- lungen nicht nur von einer Welt^ wie ihre Objecte durch fahfu/Mirendc und reflectirende Ortheilskraft be- ßimmt werden, fondern f^uch von unsfdbfi als freyen ixnd praktifcheu Wefen unter Gefetzeii fich ableiten. lade. Diefe Vorausfetzung hat ef durch die wirkli- che Ableitung zu erweifeu, und hierin befteht fein eigentliches Gefchäft. — Hiebey verfahrt er auf Fol- gende Weife: er zeigt, dafs das zuerll als^Grundfatz aufgehellte, uhd unmittelbar im Bewufstfeyn nach* l^ewJcfene nicht möglich ijl, ohne dsik zugleich ct- -Was minderes gefchehe, und diefes andere nicht, oh- »e d»fs zugleich ein Drittes gefchehe , fo lange bis die Bedingungen des ztierft aufgewiefenen voUftan- dig erfchöpft und daflelbc feiner Möglichkeit nach» Tüllig begreiflich ift. — Ift die Vorausfetzung rich- tig, und ift in der Ableitung richtig gefolgert wor- den: fo müts als letztes Refultal das S^lem aller nath- wendigen Vorflellungen^ oder die ^efammte Erfahrung herauskommen. Aber,^ es verfteht fich von fclblt, dafs die Vergleichung des Gefundenen mit der Er- Äihrung nicht in dqr Philofophie — nicht bcy jener Ableitung felbft, fondern erft Ivinterher angeftellt wer- den muffe. — In wieferne man jene letzten Reful- me des Idealismus anficht, als folche, als Folgen des Raifoonements , find.fie das i* PRIOR/ im ihenfchli- chen Greifte; und in wfeferne man ebendaftelbe , falls Hjaifonnement und Erfahrung wirklich übereinfiifnmen^ enfiebt, als in der'Erfahrung gegeben, heifst es A POSTEKIORT Das A priori und A pofieriori ift für einen voll fl an ii gen ideaVismus gar nicht zweycr- ,ley> foadern gaiiz einerley. Es wird nur von zwey Seiten betrachtet, und ift lediglich durch die Art un** terfchieden , wie man dazu kömmt. — JFür den im- volljimdigen Idealismus der kritifchen Philofophie ift «s allerdings zu^eyerlew'; uod jene Ausdrucke haben ihn eine ganz andere Bedeutung. Da er We Bc-' ^[ungen der Erfahrung keineswegs a\is der Intet* ^z amßchf iondem 4iu3Hdem natürlichen Be;grü&
vx)n der Erfahrung herleitet : gieht es für ihn zweysr- tey ccmftitetive Bcdrogungeii ♦ pnterdetien er die m«- terialen ii^ft allem ^ was von ihnen abhängt » A po* ßeriori^ und die formalen f nebft allen, was von ih- nen abhängt, A priori nennt. Der wiffe^fchafitidre I4ealismtts hingegen , der durchaus nichts aufftelit, und gelten läfst , was er nicht aus feinem höchften Prineip'dediicfrt, mufs fich aUes-9 felgUofa auc4i das« was für den kritifchen nur A poßeriori denkbar ift, z. B. die Empfindung — A priori denken können ^ wtihrend für ihn Ka%am und ZW^ und die Katrgo- rien und felbft das Sittengefetz f fo wie diefes alles in der Kritik unter dem Charakter >! priori aufgeftellt ift, nur i4 jpo/lurion beifscn können.] — Stimmen die Refultate eiüer Philofophie mit der Erfahrung nicht überem^ fo ift drefe Philofophie yic//tr //i(/c/j/ denn fie hat ihrem Verfprechen, die gcfaitimte Erfah- -rilng abzuleiten , und ans den uothwendigen ^Haud- lungen der Intelligenz zu erklären, kein Genüge ge- leiftet. [Die £rf{ihrung, mit welcher die Philofo- phie ihr ilefultat Hinterher ver^leicheij foll; und welcTier daflelbe nicht widerfprethen darf^ kann nur in efner VorfleUuvgsart vorhanden *^Tn. die nicht Weniger von derVorftdlungsatt der Philöfopljie^ als diefe von jener unabhängig fe^'n, und die daher dtfm.b1of&^u ndtmlich'en 'Vefnunftgebrauch atx joic/iB«, dem gemeinst unclgt^ß^nden Verßande , angehören mufs* Sollten alfo woM, wie neiiHch ein Freund des vlffen- fchaftlichen Idealismus in diefen Blättern behauptete, diefe beiden VorfteWungsarten , unbefdiadet ihrer Un- 'abhimgigkeit vpn einander, nicht gleicjbwohl - noch andere Anfprüche aji einander haben, als fich nicht um einander zu bekitmmemT]
Die zweute Einleitung m die Wiffenfcht^sUhre fi« IV Hefte des phih)fophlfchen Jourhals ,) Hl zünachil für Lefer bfeftiinmt, diefdton ein phihfövhifches Sy- ßem haben. Die Frage, welche die W.' L. zu beant- worten hat; ift wie bekannt» folgende: woher di^s Syftem der vom Gefühl der Nt)thwendigHei.t bogleite teil Vorftellungen ? .Oder : wie kommen wir dazu, 4em , wa5 doch nur fubjtctiv ift, objective Gültigkeit beyzmiieffen^ oder, da objective Gültigkeit durch 5fi^n bezeichnet wird; wie kommen wir dazu, eiu Seyn anzunehmen t — Da diefe Frage von der Ein- kehr in fich felbfl , von der Bemerkung: dafs das -un- mittelbare Object des Itewufstfeyns doch ledig- lich das Bewufstfeyn felbft^ fey , ausgeht; fo kann fie von keinem andern 5^» 'als" einem Seyn für uns re- den. — Biefe Frage abftH'ahirt von allem Seyii (näm- lich In dem iiegriffedrs' Grundes 9 von dem das Seyn die tot<^e feyn foll,) das heifst: nicht etwa: fie denkt ein 'N\chtfeyn, wodurch das Seyn nur negirt» nicht aber davon a^^mÄÄ^t würde; fonderu fie denkt fich das Seyn gar nicht weder poikiv , noch negativ. — Sie fragt nach dem Grunde des Prädicats Seim, daffel- be werde nun beygelegt odet abgefprochcn. Der Grund liegt allemal anfser dem Begründeten; et ift demJ'clben entgegengefeizi. Der Grund von dem Trä- dicat Seyn ift xilJo etwas , d^s aufser allem Seyn luid Nichtfeyn gelegen feyn mufs. '— Mit diefcr Abfi^rcc-
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.N-o. S- JANUAR V79ß"
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ribw, Aeien, Möglichtcit auck fchon durch d^s prak- tifcke SpUm poftulirt wird, geht das Qefchdf^ des 'Philo JophM ^n dpr, \\\ L. an.— Das, ivorau fich| die^r hält, u«tl.V94raus er das zu ErlUäreude zu er-, ilären rerfprichts ii\ A^s Baw-uSstSei^tnde , d^sSuij^cf,; welches er fonach rein von aller. Vorilelluug df^^uns aufTaflcu läüfste, um ii) demielDen den Grun4 ^^^^^ Seyn*, für daffeti^y aqfzu\yeir<&u, — Aber dem ^ubr jecte iLöniint.» .wenn von, j^Uein Seyü ^\iilG\üLn und. fiir daiTalbc ahfly^d^irt wird,; nichts zu, als ein Hao- delfL. %s ift i/iabefondere in Jkziehung-auf das Heyn das Handelnde. h% feiiiem handeln niiiisid er, es auf- hB^u; und von diefeju Punkte geht das Objecto das derPhilofoph heQbachtct, au. [Das Ich, 9U Object des gemeinen SeU)fibewufftfsyn^ ,, iß , in wieferne cs han- delt, und handelt, m wieferne es ift. Das Ich,, das der Philofopb ins Auge fafst, iß nur aUein^^ ii» wie-, ferne es. handelt, und nur dudurdi, dajs es han- delt.] — . :Die Gf undbehauptuug des Phil^iophen, zUfolckm ift: »^fo wie das Ich. nur fürJichJMßßyi entliehe ihm! zugleich uothwendig eiir Styn aufser, i!im ,** der Grund des Letzten liege iiu ErUen , dai hetzte iey dur<Ji dasErÄe be4iugt. r- . Uip diefCsBe-; hau|^luug zu erweift^o , nicht etwa durch ein Kai-, Jonneuunt tU gültig iüv ein Syfteui ä^v. Uxißtw an (ich, fondern durch Beobachtung des uriprüiig« lieben^ Vecfahrei^ .dßr . Vferuuitft, als gültig furdU Femunft,.mü(ste er zeige^n zu/ord^rft, wie das IcJi^ Jär.ßcji feyund- wfrde.; dann dafs diefes Seyn fcinec felbflfür ficb tßibR. nicht müglich £ey,.ohue d^fs ihui zuglekb.eiu Seyn eufser. ihm entftehe. — : Die qrile Frage fon^ch wal'e: - wie ift das Ich für iich fclbil?- Das erfte Poftulat: dejike dick! confiruire defi Segiiß deiner Selbft, und bean^ke ufte du das mctfiifi I — . J^der der di^s thue , beluuptet der PhilpCoph , w^de; üu^ den , tiafe im Denken jeues BegriJBF^^ jpV^ Selißihu^ tigkeit in ficb ßlbfl itnurückgeH^ , ikh^iVibft zu ihrem Cegenftaud machen — 3ey diefena^ Acte gebort deii| zujicobackiendett Idi nichts.an , als das ZumckgeJim in ßch fetbft ; alles übrige nur d.egi. Philofophen* Dfis Ich ift^urfprünglich für fich felbft erfi, und nur durch diefen Act als, bJbfse Handlung; und nur für den Pbi- lofophen ift es vorher ah Faetmn , weil diefer die-gea» zc Erfahrung fchon gemacht hat, die das 2;u beobach- tende Ich erft unter feinen Augeu machen folL t- Diefes Ich ift kein Begreifen' (das ' wird es erft dttrch den Gegeniatz des Klicht-ichs'f) fondern ein blofse^ . Anfehaun* Es ift auch kein- Beuvßtfeyrh'» nicht ^hi^ mal ein Selbßbewnfstftung und Icdigücli darum, weil durch jeijen A<^t,kein.Bewufstfeyn zu Stande köitinit, M^ird fortgefqhloil'en auf einen andern Act, wodurch ein Nicht- ich. fyr uns entfieht. D^r angegebene Act ift blofs ein Theitf und ein rmr durch ätn Fhilqfopken ahzufonderdder t nicht etwa ein urfprünglich abgcfon- derter, Tteil der ganzen Haj^dlung der Intelligenz, wodurch fie ihrBewufstfeyu zustande bringt. — Der Philofoph , der den angegebenen Act des *Ichs an- fchaut, kann diefes niirf in .wieferne er ihn in ßch Selber anfchaut,. ulid um ihil änfcliauen zu köliöi?ii', 3oufs er /ihn voliziehn. Er bringt ihn .wilUuihrlidi
und mit Freyheit hervor, — Jn djefem Acte , der ffir-den Jhilofophen alj/oic/iw ii;i7ttaAr&*(rÄ üiicl \ti der Ztit 9 für das Ich aber urfpriinfflich und nothwendig ill, neht der Philofoph fich felbft zu; er fchaut fein Öandeln, unmittelbar an ; Er weifs was er thut , wäl Er es thut. — Es entlieht ihm dadurch ein Bewufet- ifeyn; denn er fchaut nich,t nur dabey an ; föndern er begreift auch- .Er begreift liämlich feinen Act als ein Handeln überhaupt (wovon er zufolge feinec bisherigen Erfahrung fcbon einen Begriff hat) und» als dic^' befiimmte — die in ßch zurückgehe^ide \H&nd^ fy^. Was Hundfhi fey, begreift er im Gegenfatz* mit dem Seyn; kennt er aber an fich nur durchs Arir^ Jjchauen.^ — [Diefcs ßegreifen und. Bewufstföyn ge-t hört nur jdem Philofophatk als dem das reine Ich beohdclh^ tendeni^xiK Das beobachtete Ich ift in dem^r/priwigii-. cUn Acte d^s 2iur,ückgehen$ noch keineswegs fich be^ wtifsi ■ Aber das bloße Zurückgehen 9 worin es be-» fteht, ift die Anfchgniung^ die ^xxch zugleich dem Phi-. Ibfophen angehört; das erße und gemeinfchafHicIie. Glied Tyon dem die doppelte Reihe ausgeht , die einer-; fei ts aus den Hancnungt!udwr«Wnfc/ijalsdes beobach- teten, und deu Handlungen des Phitofophen als des &«)- 6ac;if(;»flfcn befteht:J Das dem philQfophen angtttiu- thete^Jnfchaueh feiner Selbft im Vollziehen des Actes, wodurch Ibin das Ich ehtfteht. heifstintellectuelle An- fchauüng. Dafs es ein Vermögen zu einer folchenÄn- fchauung gebe, läfst fich nicht. dem onßriren; jeder mufs es in fich fjelbft finden, oder er \yird es nie keiinen lernen. Aber jedem läfsi fich eine folch^ Aüfchauung in feiner Er&hruiig nachweifen. Jeder, der fich ei- ne ThätJgkeit zufchreibt, beruft fich aufliefe An^ jfchauuzigy , In ihr ift die Quelle des Lebens uiid oh- ne fie iÜi e$ todt, v^ Dicfe Aufc hauung kömmt aber nie q!l€in,Si^^ eiavpUftandiger Act des Bcwufstfeyns l^Tor ; wie denn auch die finntiche jlnfchauung nie al-« lein vorl^ömmt,, npch füjr fich das Bewulstfeyn uus- nj^cht, fjQndern beide muffen begriffen werden. Bei- de fijud ZA^m BewufsfgyD unentbehrlich, — Indem der Philofpgh , was. m dem gemeinen Scfbftbewufst- feyn vereinigt vorkomuTt, v.nthftheidet . und dasGan'' ze in fehle Befiandiheile auflöft, findet er jene intel- -lectuelle Aafchouungals-ra^lÄiarXiflt&^^'^j des. Bc- wufstfeyns. Für das urfprüngliche kh, (und folg- lich,auch für de^P.hilofophen, in wieferneer Mhft den Act , in welchem jenes Ich befteht , vollzieht) ift fie Thathandhing. ^ In dem Bewufstfeyn des SiUenr gefetzesj welches ein unmittelbares Bewufstfeyü ift, ift die Anfchauung der^ Selbfithdügkdt und Freyheit be* gründet. Ich werde mir da bey durch mich felbft ^als etW4is, das auf eine' g*^«>f/p? Weife thätigfeyn fotK gegeben; Ich* werd^ mir fonach durch mich felbft als :thätig überhaupt gegeben; Ich habe das.Leben in mir f^bft , omä n^hme •'es- ays mir feibjl. \ Der Glaube 2iif ,die Kealitßt der in teil ectuellen An fchauüng wird .durch das Ginviffm bewahrt' — Die intellectuelle Anfefaauuag ift der einzige fcßeStar^dpunkt für alle •Philofophie; und die auf ße gegründete Denkart ift ^ejenige,- in der die Speculatic^ .und das SiS^tenge- Xg^Ä üch innigft vermiigen* -^ Der Begriff des Han- U 2 - delns9
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A. L. Z. JANUAR 1798.
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delns, der nur durch die intellcctufeUe Anfchauung des felbftthätigen Ich möglich yvricd, ift der einzige, der beide Welten , die für aus da fiwd, vereinigt, die finnUche und die mtelUgible. Was meinem tfandeUn -^ entgegenfteht — etwas entgegenfetzen mufs ich ihm; denn ich hin endlich — ift die finnliche ; i— was durch mein Handeln entfiehenfoU — ift die intelUgible Welt. — Es ift daher gar nicht fo unbedeutend als' es einigen vorkömmt , ob die Philofophfe von einer Thatfacke ausgehe , oder von einer Thathandlung (das ift von reiner Thätigkeit» die kein Object vbrausfetzt, fondern, es felbft hervorbringt, und wo fonach das Handein unmittelbar zur Thßt wird). Geht fie von^ der Tliatfache aus ; fo 'ftellt fie fich in die yi'^elt des Seyns und der Ewttichkeit , und es 'wird ihr fchwer werden , aus diefer eiueu Weg zum Unendlichen und Uebtrfinntich^ zu .finden. Geht fieivon der Tkat- händhing aus; fo fteht He gerade B^f dem ^imkte ^ der * beide Welten verknüpft, und von welchem aus fie »it Einem Bücke überfeben werden können. *-*
(per Befchliff^ fglgt,)
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Barby, zu finden in den BrQdergemeinen e T^MfZr gefafste Lehensgefchichte Nicotaus Ludivigs Gror fen und Herrn von Zinzendorf und Pottendorf, von' §[ticob Chrißoph Düvemotf. X793- i38S* 8«
Da Spangenbergs Leben des Grafen von. Zinzen-*. dorf für viele Lefer zu weitläufig ift; fo hatte man gewunfcht, dafs eine kürzere Lcbensbefchfeibuug deflfelben aufgefetzt werden möchte ; und die im J, 1789 gehaltene Synode der Brüder -IJnität gab Hn. D. * den Auftrag , fie zu fchreiben. ' Er legte alfo dabey jenes Werk zum Grunde ; beixutzte aber auch andere noch ungedruckte Nachrichten. Nach feiner eigenen Verficherung hat er hier nichts Neues" fagen woHen; ündfo haben wir es auchtheils aus Bekanutfchäftmit dev Spangeniergifchen Biographie, theil* durch Ver-
gleichung einzelner Erzälilungen des Hnl D.mit derfel- ben, gefunden. Aus guten Gründen, fogt er, habe er keine Charakteriftili des Grafen, nach dem Ge- fchniacke unfjcrer Zeiten fchreiben-wollen , weil man in folchen Schilderungen nicht foWohl den Manu felbft,. als die Vorftellung fehe, die ficli d.»r Verfafier derfelben von ihm' gemacht hat ; mau fehe fein fchlech- ter oder beffer getroffenes Bild , je nachdem der Ma- ler mit mehr oder weniger Fähigkeit, Fleifs und Red- lichkeit gearbeitet habe; oft lerne man aus diefen Bildern nicht das Original , fondern nur das Talent des Malers kennen. Hierrnue geben wir Hn, D. voll- kommen Recht. Uebrigens iit freylich auch feine Erzählung fo eingerichtet, dafs die Verehrung und Bewunderung des Gr. von Z. dadurch vermehrt und bc« feftigt werden foU. Eine unparthejifche, und für jeder- mann lehrreiche Leben^befchreibung des aufseror:{ent- liehen Mannes wird wohl fo bald noch nicht erfchei- uen'. Vorzüglich fchwer fcheint fie auf der eiiien Sei- t0 zu feyn , ^veil er fich unter fo: vielerley Geftalten gezeigt hat, und fo äüfserft widerfprechend beurtheilt worden ift. Aber viele Erleichterung findet auch fein Biograph darinu , weil fich wenige berühmte Män- ner fofehr durch ihre Handlangen, Reden und Schrif- ten felbft der Welt vorgeztichnet haben , als er. Al- les dürfte wohl auf die freyere Stellung ankommen, welche er nehmen wird i auf die SchariFfichtigkeit, mit welcher er, ohne den jetzt gewöhnlichen Auf- wand' von willkührlich erfonnenen Planen und'Mutfa- maafsungen, .Z. ausgemachte Guben, Fähigkeiten, Neigungen , Kenntntffe und Schwächen in ihren Ver- hältnifien gegen Religion , Frömmigkeit und Kirchen- verfaflung, befonders aber die unerfchöpfliche Nah- rung zu beurtheilen , im Stande feyn Vird , welche er in allen diefen Gegenftänden für feine feurige Ein- bildungskraft fand; endlich auch auf die kluge Mäfsi- gung ,' die fich von Mifsverftäodniflen , erzwun|renen Deutungen und Spöttereyen -eben fo weit entferne, als von der Vorliebe für alles , waa einigen Auftrieb Ton GottfeeUfkeit hat.
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Kleine Schriften-
fiTAAMWXfliBUt'cnAVTBir. ' i) TJnter dem Druckort jR*- gensburg t Gerechtigkeit, Moratitüt und wahres Stttatsimtereffe^ Eine Beruhi^ng fiifhanfeatifche Bürger, über einige den Reichs-^ fribdens - Congrefg betreffende Getiicb^. Zugleich eine Biete an Fürften und StaatsmÜDnef . 1797. a Bog. A.
a) Hamburg, b. &hniebe!»: Diepolitifche Wichtigkeit der Freiheit Hamhurgt und ihrer Schweiterftadte Lübeck und Bre^ m«i^ für das ganze handelnde Europa in ein ne^es Licht geft^lt von J. G. Büfch. Prof. 1707. liBQß. g.
Ein noch ror dem Zuftimmeiicrut des Kaltadter Congre.fles in Deucfcbland» bel^ndefl aberindeffen nördlichem Theile fich erhebendes , die Ruhe mancher guten Bürger beeinträchtigende« Gerücht, alt ob et dort den Umfturz der Freyheit der Hanfie- ftädte gelte . und der Glaube , den diefc wahrfcheinlich fehr un- gegründeie Sage in ißnw Gcguidtn b^ ei^^goo geftiod^n ha^
ee. verantafst« diefe Schriften^ Mit der Warme eines atzten Pacrio«;^ eeigt der Vf. von Nr. i. feinen beunruhigten Mitbür- gern die Grundlofigkett jenes Gerucbtt « und erinnert de am die wichtigen Gründe > deren machtige Stimme von dem Oberhaupte Süd den Fürden und Machthabern Deutfchlands fo wenig als von ^den Regenten und Stell Vertretern einer grofsen Nation in diefer Sache überhört werden kann noch wird. Die mit vieler Freymüthigkeic ausgeführten Grtj^e der Moralitat .und Gerech- tigkeit kann man -Hch im allgemeinen leicht denken ; in der Aub- fuhrwig derjenigen aber, .die aus der Nochwendigkeit eines freyen dem Zwi(bhenhai>del zwifchen dem Auslande und innern Deutfchlande gewidmeteh Orts fliefsen • wird man manche be- lehrende Huid angenehme Bemerkung finden. — I>ie Grunde der leutem Art befonders find in der Schrift J^r. a- noch weiter und in ouiinich£ilugem Rückfichtea ausgeführt«
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Numero 9.
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ALLGEMEINE LITERATUR -ZEITUNG
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Montags^ den 8* S^afii*ar 179g«
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PHILOSOPHIE.
1^ "Wkih AR^ im Induftrie - Comtoir : lieber den Be- griff cter Wijfenfchaftslehre oder der fogenamUen Fhilofophie etc. von Johann GottUeb Fichte etc.
a) Leipzig q. Jena, J>. Gabler: Grundlage der.ge- fa^nrnten IViffffifcliaftsUhre etc. too §[ohanm Goit" Heb Fichte. etc.
3) Ebendafelbft : Grundrifs des Eigenthümlfchen der . WiffenJchaftsUhre in Rückficht auf das theoretifche
. Vermögen etc. von Johann Gottlieb Fichte etc.
4) EbendafeJbft: Phitofophifches ^onmal einer Gf- feUfchaft deutfcher Gelehrten. Herausgegeben Toa "^ofiann GotHieb Fichte und Friedrich Immanuel
etc.
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( Befchiu/i it«r fm worigen Siück tihgehrochenen Recenßfm. }
Hr. Fiebere hatte bey mehreren Gelegenheiten und inshefondere iu der erßen Einleitung (i. Heft) behauptet: »,da£5 fein SvAem kein anderes fey als das Mntifchei und dafs es oiefelbe Anficht der Sache ent- halte." Aufgefodert von Freunden und Gegnern fei« ner Fhilofophie läfst er fich im Verfolg der gegen- tvärtigen Abhandlung auf einen Beweis feiner Be- hauptung ein. Rec, hat iu diefer Anzeige bereits feiue Gründe angegeben , . warum er die Auslegung dßv Kantifchen AeixfstTüug .ühev die; urfprungUche Ein- heit der Apperception, welche das Üc^tptfnoment jenes Beweifes ausmacht » und nach welcher Kant den Be* griff des reinen Ichs ^^gerade Jo wie die WilTenfchafts- lehre aufgeftellt^ und als die einzige Bedingung alles Bewufstfeyns uiid aller Erfahrung vorausgefetzt ha^ beu foll, nicht gelten laffen kann. . Hr. F. .behauptet bcy dief^ Gelegenheit: „nach. Kant wäre die An- „fchauung nur dadurch mQglich» dafs fie gedacht 'und „t)CgriCFen werde, indem nach ihm die Anjchauung ,,ohne Begriff blinde d. h. gar nichts ifi.*^* Es wider- fpricht nicht nur fehr vielen ausdrüqklichen Aeufse- rungen, foqderA- dem ganzen Lehrgebäude der Kri- tifi , dafs das Denken die Bedingung der Anfcliauung an und für fich ftlbft feil. Nic^U ;dafs^ Afifchauung ' ohneBegrifi; fondern dafs Erftm»/«f/> durdi Anfchau- ung ohnp Begriff unmöglich fey , wird an der Stelle behaupter, wo Kant die Anfcbauungeu ohne Begriffe hlindt und die Begriffe ohne Anfchauungen leer nennt. Es ift Kanten. fo\Venig eipgefaUeni die reinet und zumal ^pirijche Anfchaiimng als. folche , aus lier nrfprünglichen Einheit der Appeneptioif für erk^ä^bar . zu halten und auszugeben,, dafs er nicht einmal die wf . L. Z. 179$. Erftn Band.
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Stjnthefis des Verbandes einzig und allein . aus ihr ab- leitet, fondern auch lie felbft nicht weniger durch die Katfg'orffn, als diefe durch fie, bedingt feyn läfst. EineHauptftette mag für alle andern hier flehen. (Kr« d. r. V. zwey te Ausgabe g. 145.) .«»Von einem Stücke „konnte ich im obigen Beweife : dafs die finnlichea i,Anfchauungen unter den Kategorien als Bediugun- i^geu flehen , imter denen allein das Mannichfaltige i,derfelbeu iu ein Bewufstfeyn zufammen kommen kann, nicht^ abftrahiren , nämlich davon, dafs das Mannichfaltige für die Anfchauung noch vor der „Synthefls des Verflandes und unabhängig von 9fihr gegeben feyn muffe; wie aber bleibt hier unbe- tfßimmt** (uud ifl aufser den Behauptungen , dafs es durch Empfindung gegeben fey , iu der ganzen Kritik unbeflimmt geblieben) „Denn wollte ich mir einen ^Verftand denken, der felbü anfcbayte , wie etwa ei- „aen göttlichen , der nicht gegebne Gegenfläi^de vor- ,ifiellte| fondern durch deffen Yorflellung die Gegen^ . ,^ftände felbfl zugleich, gegeben, oder hervorge^ fsbracht wurden; fo würden die Kategorien jnAnfe^ ^hung eines folcheu Erkenntnifles gar keine Bedeu- „tung haben. Sie find mir Regeln für einen Verfiand« deffen ganzes Vermögen im Denken befleht , d. i. ii| der Handlung, die Synthefls des MannichiFaltigep» welches ihm anderweitig in der Anfchauung gege- ben worden , zut Einlieit der Apperception zu brin-' ,^en, der alfo für fleh gar nichts erkenut, fondern' nur den Stoff der Erkenntnifs, die- Anfchauung,' die ihm durch das Object gegeben werden mufs, ver^' bindet und ordnet. Von der Eigenthümtichkeit „» n/er ^^ Verbandes aber, nur vermittelfl der Kate* „gorien , und nur gerade durch diefe Zahl und Art r^derfelben Einheit der A'pperception zu Stande zu f^br ingen^ läfst fich eben fo wenig ferner ein Grund „{ingeben , als warum wir gerade diefe und keine an- „dern Functionen zu urtheilen haben, oder warum „Raum uud Zeit die einzigen Formen unferer mögli „eben Anfchauung find." — Gefetzt nun auch, Kant hätte wirklich geglaubt und» behauptet, dafs dieKa- ' tegorien und. die Formen der Anfchamtngen — (wir wollen hier von den Empfimiiingen ganz abftrahiren) - — r im reinen Ich gegründet wären; fo hat er doch zu- gleich auch geglaubt und behauptet; dafs die Art und Weifet wie fie in demfell^en gegründet find, fchlcch- terdings nnerkldrbar fey ^ und dadurch feiner vorii^eii Behauptung den Charakter einer philofophifchen felbll at^fprocben ; fp dafs wenigflens ii^dtrfelben der Chflirakter feifurPhilQfophielLeinc^wtgs beliehen kann« In^effeuill dasi Zurückfuhren der Kantifchen Haupt- lebren auf einen Sinn , den lie aus dem Standpupkte I der
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ALLQ. LITERATUR - ZEITUNG
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der WiffenfchaftsUhrB haben müjfen^ aber den fie-AO» dem Standpunkte derKW^ifc fidcht jiaben konntet^^ frey- lich nicht fchwer. Da Kantjvoh denCelben richtigen Begriffen von Erfahrung und Sittengeßtz aüsgent, diefelben zergliedert f und aas deufelben /a{g«rt, — - die nacAffiab durch die WiffenfchaftsUhre aus dtTin rW- nen Ich deducirt und probehäitig befunden find: fo mufs freylich feine Lehre nothwendig mit diefer über- einftimmeii, und einen'TA^trdes Inhalts^ derfclben ausmachen. AUeiü jene. Uehereinflünmung bleibt nur dadurch wahr und erweislich» dafs man fowohl dem Kriticismus als auch der Wiffenjchaftslehre ihre eigen* thümlichen Standpunkte läfst, nach welchen diefe fort- während von der Erfahrung abßrahirt^ jener fort- während auf diefelbe reflectirt^ ^nd -durch welche beide wejentlich verfchiedene Anficht en voft einer und derfelben 'Sache , nämlich von der Mögtich- keit der Erfahrung , beide wef entlich verfchiedene Siffie- me find, und iiur in ganz entgegengefetzten Bedeutun- gen Philofophie heifsen können. Ungeachtet man al- io die Kritifche Philofophie aus dem höheren Stand- punkte der wijfenfchaftlichen belTer verftehen, und nur durch ihn ihre fchlechthin letzten Gründe kennein ler- nen kann : fo kann djefelbc gleichwohl auchfetbft aus diefem Standpunkte ^ wiedir mifsverftanden werden, wenn man liber ihn' ifire)^ eigenthümlichen aus dem Auge verliert, jenen unmittelbar in fie felbft hinein- trägt, ufnd fie nur durch ihn.alleiij überhauvtfär ver- fländlich erklärt. Dazu kann man auf deinrelben We- ge gelangen, auf welchem der Mathematiker nicht ieltcn über feine Algebra die'Prajris der Zahlenrech- nung verlernt. Nur daraus , d^s Hn. F. etwas ähn- liches begegnet feyn müfle, können wir uns feine üeberz'eugung erklären (Phil. Journ. i. H. S.20- «dafs- „Kanten fein Vorhaben,* die Denklirt feine? Zeitalters über Philofophie .und mit ihr über alle Wiffenfcbaft _aus dem Grunde uniznlilmmen ,' gänzlich' mifslungen sjeu^ indem kein einziger unter feinen Zahlreichen „Nachfolgern beAerkt , wovon eigentlich geredet wer- „de" und — (S.4.)'„Kantift bis jetzt, einen neuerlich«* (durch den Standptinktslebrer) „gegebenen Wink ab- „gerechnet, ein ver fohloffenes Buch^ und was man „aus ihm heraüsgelefbn hat, ift gerade dasjenige, was „in ihn nicht pafst. und was er widerlegen wolltel*^
Jede neue Wahrheit wird eine Zeitlang dulrch' cbeti diefelbcn Vbrurtheile widerlegt , gegen welche iie felbft gerichtet ift. Dies mufs mehr als je bey ei- ner ganz freuen Philofophie der Fall feyn , j,deren gan- „zer Bau und Bedeutung von dem Bau und der Be- „deutung der philofophifchen Syftcme, die bisher ' ,,gäng und gebe waren, völlig vcrfchieden ift,*< — • die fo* fchnell auf eine andere ^ welclie nach einem zehnjährigen , faft über alle deutfchei? Univerfitäten verbreiteten , Kampf nun eben Befitz zu nehmen an- fing ^ — gefolgt ift, — einerfeits mit derfelben fö nahe verwandt ift, dafa fie, von ihrem «igenen Urhe- ber kaum davon unterfthie^en wird , 'andererfeits io gäuzlicli von derfelbeii abweicht, tfafs^ fie nur durch '- tin durchaiiS entgegenfet^tef Verfahrea. der Dejikluraft
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aufgefteMt und ge&fst werden kann , und die gleich- wohl (die allerdings höchftwichtige .aber mehr aus gmialifqkm Winken als eigentlich wiffunfckaftiHchen Eirörteriingen begehende Abhandlung des* Hn. Scheu Ung aber das Ich als Prmcip der Philofophie abgerech- net) bisher nur erft in eipem für Zuhörer gedruckten Manuferipte dargeftellt ift. Einwürfe waren und find alfo hier unvenneidUch, und felbft z\it Aufklärung und Verbreitung diefef Philofophie unentbehrlich. ' Die- jenigen , welche. Hr. F. im Befchluße der zWeyt % Ein- leitung im V. Hefte aufftellt , lehrreich prüft, und fiegreich widerlegt # fcheiuen dem Rec. aus dem bis- herigen Zuftand der Philofophie, der dirch die Wif- fenfchaftslehre wohl nicht plötsdich gehoben werden kann ; fehr natürlich zu erfolgen. Es ift keiner dar^ unter, d«r nicht zu: einer Beleuchtupg des fo leicht misverfiändlichefl Fundamentes der neuen Philofo^ phie Gelegenheit gegeben hat. Hr. F. felbft hat je- den derfelben ein^r Zureclit weif ung durch Gründe würdig gefunden, und wirklich durch Gründe zur rechtgewiefen. Wie konnte er fich doch entfchlit- fseii , diefe Gründe durch beygefügte harte Vorwürfe und bittern Spott herabzuwürdigen, indem er den Urhebern 'jener Einwürfe it. B. £agt : „wie raafchiuen- ,ijaiäfsig un(i fogar obne^ innere Auiinerkfamkeit mö- „gen^ihre philofophifchen Specimina zuStand^ge- „bracbt' werden!** — Es. ift zu erwarten, wenn der „kritifchc Idealismus fortfahrt, ihnen tä/ttg- zu fal- „len, dafs. fie nächftens fich beym Arifiotele RaAs „erholen werden : ob fie wirklich leben , oder f/chon „todt und begraben find." — „Soll man mit Ver- „beügungen gegen den fcharffinnigen Mann ihm den ^^Privatunterricht , deffen er bedarf, vor dein ganzen „Publicum geben , ohne dabey €\ne Miene zum Ver^ „drufs oder zum Lächeln zu verziehn?** — „Der „angeführte Einwurf zeigt fonach nicht nur von ei- „öer ungewöhnlichen Gedanke nlofigkeit , fondern „auch von einer grofsen Unwiflenheit und Unbekanitt- „fchaft mit der gemeinften philofophifchen Litera- „tpr." Wer follte glauben , dafs diefe Abfertigung gegen den Einwurf gerichtet ift : dafs das Ich , nicht wie die Wiflenfchaftslehre vorausfetzt, der höchße, fondern der indvuidueUfie Begriff fey? — dafs diefer Einwurf nach einer ausführlichen und an neuen Auf- fchlüffen, die er veranlaßt hat, reichen Widerlegung jehe Cenfur erhült:' — und dafs endlich derfelbe, wie Taft alle übrigen Einwürfe von einem, noch in demfelben Hefte genannten Manne , herrühren jind in den Briefen über die neuefle Philofophie des Hn.Con- rcctor Forberg enthalten find , welche laut einer An- merkung des andern Herausgebers (von demfelben)^ noch dazu in der Abficht aufgenommen worden find, uin ein Begfpiet von der Unparteijtickkeit des Journals zu geben?
In einem andern Auffatze des erfl:en Heftes, An- näten des phii^fophißhen Tones giebt Hr. F. den ei- gentlichen Grund an, warum er, wio ^^ ßch aus- drückt, feine Gegner nickt eben zart^ und wie wir
fageu mäifeii , auf eine aa einem Schriftfleller vo?« «
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No. 9. JANÜAK 1798.
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$rßeH Riiii^*vi«ireicht beyfpiellofe Weife behandelt. »»Dieies Mittel, fagt er, ift.das EiiKCigv, döm Publi- ,,cttti3 die Augen zu öfFuea, das einzige in die di(;ken Ohren jener (feiner Gegner) Eingang zu erhalten, und fie wenigftehs zu erfchrecken.** — Hr. F. , der für diefe feine Meynung keine Gründe anführt,* kann es uns nicht verdenken, wenn wir^ ohne einen Be^ weis.fär'nöthig zu halten, behaupten: dafs er durch diefe Meyniing, und durch das derfelben angeraeifeue Betragen, demjenigen Thejl des Publicums, mit wel- chem er als pbilofopltijcher SchriftßeUer und Rrforma- tnr feiner Wijfenjchaft aHein zu thun haben foli, wirk^ lieh zu nahe trete; dafs die Philofophie an allen den- jenigen, denen/«n To»/cAr^cAfcar leyn kann, weder zu gewinnen noch zu verlieren habe; dafs er feinen Gegnern zu viel Ehre erwcift , indem er ihre Detnk- art und ihre Sitten die Denkart und die Sitten des Zeitalters nennte und dafs das Publicum über den Werth und die wahre BefcbafFenheit feiner Philofo* phie durch die vereinigten Bemühungen aller feiner Gegner nicht halb fo. fehr verblendet werden könne, als gerade' durch das JMittel , wodurch er ihm .die Augen öffnen zu mülTen glaubt.
Die aUgewetne Ueberficht' der neueßen philofopfii- Jehen Literatur (i — 6. Heft) enthält eine durchaus' origiuelle Anficht des reinen Idealismus ^ an welcher Rec. den andern Urheber deffetben zu erkennen glaubt, deren Beurtheilung er fich aber bis zur Anzeige des ganzen Jahrganges vorbehalten mufs.
Halle, in der Waifenhausbuchh. : Vermifchte phi-
lofophifche' Abhandlungen aus der Teleologic,
Politik, Religionslehre und Moral, von Ludw,
. Hfinr.g^afeob, ord. Prof. der Phil, zu Halle. 1707.
XXIV u. 4ß3 S. 8. .
Des Vf. Talent , philofophifche Gegenilande gründ- lich und dabey* fafslich und allgemein verftaudlich- abzuhandeln, ift fchon hinlänglich bekannt. Daher wird auch diefe Sammlung von Auffätzen, einem gro- fseu Tbeiie des Publicmns willkommen feyn, da fie lau- ter wichtige Gegenftände betreffen. Einige von dcn- felbeu find fchon vorher gedruckt gewefen, fieerfchei- nen aber hier vermehrt und verändert. Dahin gehören Nr. 3) Ueber dieKeUgion, eine philofophifche Abhand- lung S. 118 — 160. Sie ftand zuerft iii den philofo- phifchen Annalen, Der Titel ift zu allgemein. JDenn es wird über Orthodoxie und Heterodoxie, über die Art, wie beide Eacthieen die chriiUiche Reli- gion zu..deduciren fuchen, ihre beiderfeitigen Anfpru- che auf Vernunftmiifsigkeit, utfd über die moralifche Ausleguhg der cbriltlichen Religionsbücher gefpro- eben. Nr. 3) Etwas über Freißeit. Eine philofophi- - fehe Abhandlung S. löo — 173. War zuerft vor Kie- fewetters Schrift: über das Moralprincip gedruckt. Nr. 5) Ueber das hioralißbe GefuhL S.230— ;2Öo.. Nr. 4) Nach welchen Grundf ätzen foU man poUtifche Mey- fiungen und Handlungen beurtheilen? S. 177 — 229. ftand fchpn in dem Journale Deutfchland, ift aber hier mit dem ^ritten Tlieile vermehrt worden. Po-
IkifcheMeynungea köünen aus einem dreyticbcn Ge- fichtspunkt, nach der Klugheit, Gerechtigkeit und Sittlichkeit betrachtet werben. Vorzüglich verweilt der Vf. bey dem zweyten Punkte*, und zeigt * nach weichen Rechtsgrundiatzen , Meynungen und Hand- lungen , von Privatperfonen und dem Staate beur- theilt werden müfien, das letzte vorzüglich iuBezie- hnng auf Revolution und Krieg, Eine intereflTante Abhandlung. Einiges dürfte aber wohl noch einer genauem Beftimipung bedürfen. In einer Revolution, fagt der Vf., ftreitenzwey oder mehr Parthieen, diö zum Staate felbft als Glieder gehören, um die Ober- herrfchaJTt. (Diefer Begriff ift nicht ganz richtig. Denn der gegebene Fall kann , ohne dafs eine Re,vo- lution wirklich ift , ftatt finden.) Der rechtmäfsige Oberherr, fährt der Vf. fort, kann mitRecht verlan- gen i) dafs fich kein Ünterthan als Organ gebrauchen laffe, feine Rechte zu verletzen; 2) dafs alle, welche die bcfondere Verpflichtung haben , fein Anfeben ge- gen widerrechtliche Angriffe zu fchützen, ihre Pflicht erfüllen. Die erfte Federung geht, alle -Ünterthaiten an, die zweyte aber nicht, -r- Wenn das rechtmä- ßige Oherh^u^pt angegriffen wird, fo wird auch der ganze Staat angegriffen; und daher mufs die Verthei- digung deffelben eine allgemeine Foderung an alle Bürger feyn. — G^az neu ift die erfte und die letzte Abhandlung. i) Ueber die Lehre von den Zwecken. Ein philofophifcher Verfuch S. i — n6. Der Vf. giebt eine voUftiindige Theorie der teleologifchen Na- turbetrachtung in folgenden^ Abfchnitten : von der Möglichkeit derVorftellung eines Zwecks überhaupt;, von den wirklichen ^wecken in der Erfahrung; von den Grenzen der Erkenn tnifs der Zwecke durch Er- fahrung ; über den Unterfchied der empirifchen und trän fcendentalen Erklärung der-Erfcheinungen; von den Gründen , welche uns beftinunen , die Productc der Natur als Zwecke anzufeheu ; von der einzigen möglichen A^t, »wie wir uns die Caufalität einer "aurchgängigen Zw eck Verknüpfung vorftellen kön- von den Regein nach welchen die bdftimmte^i
nen .
Zwecke in der Natur anfzufucben find; von den beftimmten Zwecken in der Sinn^nwelt; von dem Gebrauche der Zwcckenlehre in der Naturwiffcnfchaft, in der Moral, in der Theologie. — Der Vf. arbeitete diefen Auffatz, fo wie Nr. 2 und 6). aus, als er fein' Werk, die allgemeine Religio^ bearbeitete^ und ent*- warf in jener die Theorie, auf \yelche fich diefes, welches durchaus nur das Allgemeinfafsliche und Prak- tifchbrauchbare enthalten follte, gründet. .Er ift' aber auch ohne diefe Beziehung lehrreich, vorzüg-' lieh w^egen der Regeln für die reflectirende Urtheils- kraft. Der5.Abfchn. fcheiut aber eines noch höhern Grades von Beftimmtheit und Bündigkeit bedürftig zu feyn. Es wird dafelbft gezeigt, dafs die Vernunft . die Zweckverbindung der Natur nur als Product -ei- ner Intelligenz, der Gottheit denken könne. Die in- nern Gründe, welche die Vernunft beftimmen, den Grund' der Zweckmäfsigkeit zu beftimmen find, i) ihr Hang , alles voUftändig zu erklären , und zu al- len ihren Erklärungen einen abfoluteo Grund zu den- I a ken;
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A. L. Z. JANUAR 1798.
ken; 2) die Unmöglichkeit d^ aioralirchen H«ndU lungsweife, wenn oicht durchgängig in der Welt eine moralifche Ordnung herrfchc,* fo dafs ^elles zu^* letzt fich auf die Moralität bezieht und zweckurffsig für fie eingerichtet ift. Gegen den letzten Qcund läfsrfich einwenden, dafs Freyheit ihren Charaktec im Kampf mit der Natur am unwiderfprechlichften beweife , daß das Sittengefetz Gehorfam fodert, wenn er auch durch nichts in der Natur begünftigt ift, dafs es alfo auch möglich feyn müfle» moralifch zu. handeln , ohne dafs eine vorher befteheode mora- lifche Ordnung in der Natur anzunehmen ift. Bey dem erften aber darf der Hang der Vernunft, der nur zu oft gezügelt werden mufs , wenn er nicht Faul- heit der Vernunft und Schwärmerey begunftigen foU, noch nicht als rechtmafsige Befugnifs gelten. Mau kann hier immer auch das anwenden, was der Vf. S. 14. Jagt. „Es bleibt daher immer denkbar , dafs äufser der Sinuenwelt (wir fetzen noch hinzu, felbft-
. in der Natur) eine grofse Menge von Urfachen übrig bleibe , die weder zu der einen noch zu der .andern Claffc (wirkenden Urfachen und Endurfachen) gehö-' reu« ob wir gleich nicht im Stande find, diefelben zu beftimmeu. Zu behaupte»» dafs wir da etwas an- a^unehmen berechtiget wären, wo uns das Gegen- theil unbekannt ift, das.hiefse die Unwiifenheit zur Quelle der VViffenfchaft machen. — Die ausgear- beitetfte Abhandlung^ der ganzen Sammlung ift die Cechfte , Jrifläus , oder über die Vorfehung, Ein pM- iofophifches Gefpräch. . S. 262—463. Der Inhalt def- felbeo ift eine DiScuflTion der Grunde für und gegen die Vorfehung. Cineas vertheidigt fie gegen dife fkeptifthen Angriffe des Cleanth und Philo aus theo* retifchen Gründen. Nachdem diefer Streit eine Zeit- lang fortgeführt worden , ohne dafs eine Partey die andere zurUeberzeugung bringt, zeigt Ariftäys, der bisher ohne grofse Theilnahme die Debatten angehört hatte, dafs es noch moralifche Gründe eebe, die zwar nicht zum Wiffen , aber doch zum Glauben hinrei- chend find, welche nun ausführlich entwickelt wer-
. den. Alle verfuchte Wendungen und Küiifte, den. thebretifchen Gründen mehr Kraft zu geben, find hier nicht vergeflfen worden. Auf den Stil und die dialogifche Form hat der Vf. viel Fleifs gewendet, tiie ganze Materie ift allgemein verftändlich, auch ziemlich von aller Schuli^ache entkleidet, abgehan- delt. Etwas mehr Gedrängtheit und weniger Wic- 4erboluiig könnte doch hie und da nichts fchaden.
}0ÜHNB£AG u. Marktbreit : UebcT den wahren Re- ' griff von Freyheit. (von) Hom* 1794- 54a S. 8- ; (I Rthlr. 8gr-)
Freyheit ift Gebrauch der yernunft, und ich bin alfo frey, wenn ich^.tfaue, was meine eigne Vcroiunft will, oder für gut erkennt. Wiefern nun meine fub- ifiirtire Vernunft mjt 4ex obj^eptiVen M.hfi.rei/iftinunt,
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da. wiefern ihre Urtheile, wodurch meine Häpdlan« gen beftimmt werden, richtig find; fofern ift meine Freyheit eine Wahre , widrigenfalls eine falfche, eine Scheinfreyheit. Deshalb 'wird auch die wahre Frey- iieit dadurch nicht aufgehoben, dafs die Menfchen
J'n der bürgerlichen GefelUchaft, unter öffentlichen lefetzeu leben, wenn diefe nur, wie fie es Tollen, Regeln der objectiveu Vernanft find , wofär fie als-- dann geachtet werden müflen, wenn fie fo befchaf- fen find, dafs dadurch die Glückfeligkeit aller saög- lichft befördert wird (S. 102 etc.). Solche Gefetze find dann vielmehr die eigentlichen Qrundpfeilert worauf das Gebäude der wahren Freyheit ruhet, das ohne fie nur gar zu oft erfchüttert wird , well die fubjective Vernunft des Menfchen durch die iinnli« chen Neigungen gar zu leicht verleitet Wird, die Freyheit andrer zu beeinträchtigen; *
Diesjft die Idee, welche in dem vorliegenden Werke ausgeführt werden foU. Die Ausfübrang felbft, die diefe Idee freylich zuweilen ganz aus dem Gefichte verliert, ift fehr weitfchichtig , und fchweift auf Abwege aus, die nicht zum Ziele führen« Wir überlafien es z. B. tmiern lJefern,..zu errathen, wie es mit der Entwickelung de9 Be^ grifies der Freyheit zufammenhähge , wenn S. 414. die Criteria einer voUkommnen Religion unterfucht werden; oder, wenn S. 'Siö. vor der Gewohnheit gewarnt wird „Kinder fogleich bey ihrer Geburt aus dem warmen Scboofs der Mutter ins kalte Bad zu bringen.*' -— Durchgängig aber findet man wanne Theilnahme au dem Wohl der Menfchheit und gute, praktifche Bemerkungen über einzelne Verhältuifle und Situationen im menfchlichen Leben.
. In der Vorrede verfichert der Vf. , dafs er fein Publicum beiTer kenne, als die Rec. einer, andern Schrift von ihm; die daran grade das getadelt haben, was von jenem mit dem melften Bey falle aufgenom- men fey. V^ir beneiden ihm diefes Glück nicht« und' glauben , dafs für jenes Publicum auch das drolligte Gefpräch über Gefchlechtstrieb und Eheftand berech- net fey , was S. 3^7 etc. zwifchen einem Kapuziner, der Frau eines evaugelifchen Landgeiftlichen , einem Philofophen , und andern , fehr ungleichartigen Per- fonen geführt wird. Man fieht darin den armen Ka* puziner, durch allerley iudifcrete Gewiffensfragen aus dem erwähnten Kapitel, in grofser Verlegenheit, fo dals er zu einer Prife Xoback feine Zuflucht neh- men mufs: man findet eine poetifche Eintbeilung der Mädcheain Rofen, Tulipanen, Nelken u. f. f. nebft dem unpoetifchen Zufatze (denn die Poeten find ga- lant) : dafs die Rofen zwar ftecheu , aber dafür auch leicht entbllirtert find: man hört endlich auch medi- cinifche Rathfchläge für folche Ehegatten, die auf eine fiehtbare Belohnung ihrer Umarmungen vergeb- lich hoifen. Kraft des Beyfpicls von Vater Abraham wird T- inati denke«} — die Befchneidung eppfohlen.
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ALLGEMEINE LITERATUR - ZEITUNG
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Diensta^St den 9. Januar 1798-
MATHEMATIK^
'Jena u. Leipzig, b. Gabler: Anfangsgründe der Zaiilenarithmetik und Buchftabenrechnung zum Ge- brauch bey Vorlefangen , von Conr^ Diedr. Tl/Iart. Stäht Doct. d. Phil. u. Privatdocent zu Jena. 1797.
; 264 S. gr. 8- (50 gr.) . ;
Der Vf. übergab diefes Werk dem Drilclc al» Leit- faden zu leinem aritJunetifchen- Unterricht , ia 'W'cichem er , wie er fagt ; von allen , -die dicfe Wif- fen/chaft vortragen, zu fchr abweicht, als dafs er ohne Unbequemlichkeit das Werk eines andern zürn Gründe legen könnte. In der That finden wir in die- Cpü Anfangsgrfinden viel Eigeathümlichcs , und eine forgföltigere Bearbeitung als in den gewöhnlichen Compendien. Es leiithtet aus ihnen ein unverkenni" bares Streben nach Gründlichkeit, fyftematHcherOrcU üung uiMi Allgemeinheit hervor, und man kann in dem Vf. einen denkenden Kopf nicht verkennen , der feinen eignen Weg zu gehn fucht, „überzeugt , wie er 'fegt, dafs er nur auf diefe V^eife Jen ganzen Nutzen ftif-J fenköntae, welchen man fich felbft voraUnterrkhtge- ben verfpricht, und dafs er blofs hierdurch in den Stand gefetzt werde, feinen Vortrag intercflant zu machen.« Hr. St. belehrt uns nicht, ob fein Lehrbuch die Arithmetik fo enthalten foll , wie fie in akademifchen Vorlefungen über die reine Mathematik, oder fo wie fie bey ^Ett&rr, als Vorbereitung zur Algebra und Ana- lyfis , vorgetragen wird. Welcfaei von beiden auch, fein Zweck ift, (nach einigen Aeufserungen injder Vorrede fcheint es der letzte zii fevn): fo möchten Wir ihm gegen die ganze Anlage una Ausführung fol- gende Einwendungen machen. Erfiens fcheint uns diiefes Lehrbuch für beide' Zwecke zu wenig und zu viel zu enthalten » m ivenig weil es fich lediglich mit Entwicklung der Regeln der Zählen- undBudiftaifen- pechnung ohne alle Anwendung, weder auf die praktifche noch auf die theoretifche Arithmetik (die mtur-der Zahlen und was davon abhängt) noch auf Algebra befchäftigt; zu viel j weil jene Entwickelung ifa einer VollAändigkeit geleiftet worden ift, -die den Anfanger überladet , und da üe felbft in Kleinigkei- tbn , die than fich leicht hinzudenkt , £a{k gär nfchts Für die eigne EmCcht übrig läfst ^ lebhaften Köpfen nicht wenig läftig werden mufs- -^ Zweitens kömmt es uns vor, als habe der Vf.^ durch das Verlangen einen eignen Gang zu gehn, fich etwas von dem Zweck* eines Lehrbuchs ableiten laiTen, dabey zu wenig Rückficht auf das Bedürfnifs des^ Anfangers g^iom-^ men , und beym ganzen Vortrage mehr feine eignen Anfodesungen a« e'm Syfteib det Ajritlunetik*al|* d»e^ - A. L. Z. 1798* Erfler.Band*
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des Lehrlings vor Angen gehabt ; ein Umftand^ der ihm b^y jedem andern Werke als. einem Lehrbuche zum Lobe gereichen würde. Der Anfänger , dem es oft fchon alle AnÜlrengung koftet , den Sinn eiuzel* ner Behsiuptungeh und ihres Beweifes zu verfiehn, vermag Geh. nur aUqiähliph, durch Betrachtung un4 Verdedtliqhung einzelner Fälle , zur Einficht ia das Allgemeine zu erheben ,. und das nirgends in der-Mar thematik mit mehr Schwierigkeit , als- beym Calcui» bey dem es fchon nicht wenig Uebung erfodert , mit den willkürlichen und ungewohnten Buchilabeuzei- eben den beftimmten Sinn , den man verlangt, erftzu verbinden, und nicht -über das Zeichen das Bezeich- netc ganz zu vergeffen.-' Wer ia dieser Bezeichnung und in den einzelnen Methoden . und Sätzen keine Schwierigkeit mehr findet , für den wird freylich die Anficht aus den höchften Gefichtspuukten vorzüglich intereflänt, und für ihn wird die Darflelluug in der
fröfsten Allgemeinheit , Bedürfnifs. Allein foUtea ch wohl Studireudei welche einen folchen arithme- tifchen Curfus hören wollen , auf diefem Standpunkt befinden? Und dochmü0eu fiedas, nach unfrerEin-^ ficht ^ um diefe Anfangsgründe zu fafTen , die fo-: gleich mit allgemeinen Bezeichnungen von GröfseU/ und Gröfsenverbindungen durch Buchftaben anfan- gen, die arithinetifchen Methoden und Begriffe ia einer Allgemeinheit aufftellen , welche es felbft dem- Geübten manchmal fchwierig macht, mehr als leere Töne aufzufaflen „ und die gewöhnlicben Regeln erlt fpäterhin als beibndere Fälle au^ dem Allgemeinen ent- wickeln« — Nachdem ^Ir. St. einige Begriffe über Zahl, Zahlenfchreiben nvti Ausfprechen, uiid über- Brüche vorangefchickt hat , wendet er fich fogleich S. 9 zu den ent^egengefetzten Gröfsen , über ddceu Be*. griff (Gröfsen die man'ufi'ter entgegengefetzten Be- dingungen denkt) und den daraus folgenden Regelur des Setzens folcher Gröfsen, 'wir hier fehr viel Gu- tes , mehr £ils bey irgend einem andern ge&nden ha-, ben, nur dafs es uns nicht an feiner rechten Stelle zu ftehn dünkt. Er ftellt hier. + als das Zeichen des. Setzens unter einer Bedingung«' unter der fchon etr was andres gefetzt worden itt, — als Zeichen deS: Setzens unter entgegengefetzter Bedingung auf, und' leitet nun'hieraus jene Regeln mit Hülfe des Satzes ab,: „dafs, wenn wir glei(ihe Gröfsen unter eutgegengo^ fetzten Bedingungen denken wollen, wir aufhören muffen auf- fie zu reflectlren, fi^ uns verfchwinden.«*- Nun erlt wird de? Begriff der vierSpecies eatwickeltf, jedoch fo, dais er Zugleich auf Rechnung mit nega- tiven Gröfsen paffen foll,. wodurch Hr. 5^..gezwun«. (g^n wirdEcklacttugeu» die. weoigük^ns nidU allge» K wein
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'mein fafslicb ISod, za geben » z.fi« «,Eskönneh zwey Zahlen A xAd B gegebext feyn, und nun kann ver-^ langt werden, dafs ' man. eltie. Zahl ilai^ellefi folli welche dff Form ih HiuIIcht auf A hat, welche B in l^inficht auf diie Einheit, b\s fchtechthifi gefetzte 9 be- fitzt. Diefe Form der B in liiniicht auf i , liegt in der Eutftehüug der B aus i., alfofagt fene Foderunc^, dafs man eine Zahl entftehn laiTen folt » tben £0 wie, B^entftand, nur. dafs man bey der gefuchten die Zahl Ä/o zum Crfulide lege, wie die Einheit be^ B zum Grunde H^gt. Die ganze Handlung wird Miiltö-
Caus den BegrtlFeQ des Sirtzens etttgeg«ig^tzter Gröfsen) verfchlägt , wodurch der wahre noiathexnati-' fcheGeiJft rerl^rea gebt» und der Vortrag die Evi- denz, die Leichtigkeit und daß InterefTe, welches der Mathematik etgen ift^. einbüfset« An ein Erwei« tern der nrfprünglichen Bedeutung von Begriffen' und der feftgefetzteu Regeln kann man fich überdem in der Mathematik nicht früh genug gewohnen ,, daher auch fchon aus diefer Rückficht der gewöhnliche Weg den Vorzugverdleut.
Zum-Befchlttfs noch ein paar Bemerkungen, Reiche
fiication genannt, und da fie von dem Gefetz der B* die Aufmerkfamkeit beweifen mögen, womit Rec.
abhängt, fofagtman, eswirdAnac/^di?fM6e/etzf70iiB muttipUcirt, (diefes uns mifsfallenden Ausdrucks., der im ganzen Werke fortläuft, bediente fich, fo viel wir tviflen, bisher noch niemand). Dalnraf kommt un- mittelbar die Rechnung mit nnfiuhen entgegengifefz- tenGrofsent nach- allen vorkommend^sn Fallen , wo denubewiefen werden m&fste , dafe ^die Zeichen 4-9 *—# nach dem obigen Sinn, auch Addition und Sub- traction zu bezeichnen tauglich find. Dann erft folge ;,die Anwendung der allgemeinen Regeln fü)t die vier Rechnungsarten auf den Cakuhts dfcadicus** und zwar in eignen Kapiteln , erß auf ganze ungenannte und genannte Zahlen und auf Buchftabeäverbindungen, dann auf gewöhnliche Brüche in Zahlen und Buchfta- ben , ' endUch auf' zehxltheflige und fecbzigtheilige Brüche , alles' fehr umftändlich. Nicht weniger aus- führlich find die Lehren von den Verhältniflen und Proportionen, die ohne alle Anwendung auf die prak-^ tiiche Arithmetik vorgetragen wird; die Fotenzen- reehnung, welche 27 S. ffiBt, und fich mit dem Be- ^reiflfchmachen des Binomialfatzes für ganze Expo- nenten endigt, bey der aber der gewählte Vortragt itns nicht gefallt ; die Rechnung mit Wurzelgröfsen, ielbft unraöglichep , nach allen vier' Species , und be^ Ibnrders die Ausziehung der Quadrat- und Cubikwur- zelu in Buchfiaben n^ in Zahlen. Den Befchlufs machen die Suinmiruäg der Progreffibnen ofnd die Zstwicklnng der iiatüFÜchen und briggifcben Loga- rithmen als Exponenten, .für welche der Vf.' die be- kannten Reihen giebt, und den Gebrauch der Tafeln umfiändlich lehrt»
Das Eigcnthümliche diefea Werks befteht alib, wie man fieht, hauptiachHch darin, dafs der Vf.
diefes Werk durchgegangen ift. Erhält nicht der Be- griff der Zahl auf S. i, dadurch^ dafs der nicht erklärte Begriff des Zählens mit hinein gezogen wird das Anfehn einer nichts fagenden Defi* nition, und foUte^ wenn das Wefen dea Zahlen- IVilems „in die Anzahl der Zahlzeichen uud den befondern Werth , den ihnen ihre Stelle giebt** g^tz t wir d 9 Zahlenbezeichu u zxg und Zahlenf y item nicht mit einander verwechfelt feyn? Wenn nach S. 37 dar Divifoc nur eine unbemannte TahMeyn köun^ te, wie liefse fich dann mit 5 Pfund in 10 Pfund di- vidiren. • Und welche für einen Mathematiker au- ftdfsige Sätze flehn d>endafelbft im dritten Zufatz, wo behauptet wird, es fey A: ono (diefer .Quotient iil ja ttneudlich grofs) und o:o=:o» (keineswegs, fondern diefer Quotient ka'un i/adi Umftäuden jede Grufse be- deuten; denn da a. oizo» mufs auch azzoio foyn). lieber Irratronalgröfsen und deren Wefen fiudei; wir hier nichts. Endlich können, wir einige baftartartige Eunftansdnicke, deren der Vf. fich.bedient, nicht recht büHgeii, z.B. lüeimoMuiUgt Zaikl{h^eT zebntheilige,. wiewohl das mehr eine Zahl, die-aus zel^^n Theilen befteht , als einen Dec2malbrucb bedeuten möchte) ;'— » fnmmirende 9 ßthtrchirende Zahl für hinzuzufügende, abzuziehende; — diviß^Ay Dcnominator (Uuterfchied beym arithmetifcben Verhältnifs) » u. d» m..
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Brauvschweio , in der Schulbuchh. : Anfangs^ gründe der Mathefnatik zum Gebraucßi in Schulen- und fär SelbfilehrUnge. ^Abgefafst yon M. A* v- Winterfeld, preufs. Major. Th. 2* Abth. 3^, welche. den B^chlufs derArUhmeiik emhäk»i7^ 123 S* g^ Der Vf. beendigt hiermtt feine mit verdientem Bey«^
nicht wie die übrigen Mfithematikex vom Rechnen r fall aufgenommeneii Anfangsgründe' der Arithmetik,
ausgeht, und die feftgefetzten Regeln erft zuletzt auf Verbindungen entgegengefetzter Gröfsen aus^ dehnt, und die&n gemufs modificirty fondern dafs er mit den Regeln des Setzens entgegengefetzter Gröfsen anfängt , fpatbin erft auf das eigentliche (aritfameti fche) Rechnen kommt,, und diefes fogleich unter je- »e Regeln fübfumirt, Diefen ihm eignen Weg bahnt er fich mirScharffinn, wiewohl zugleich mit einer ISftigen Weitfcbwcifigkeitr Nur können wir diefen Weg,